at> d ierter). Nr. 116, Kais: 5C. Kraiir. Entree # t zuBerüi- en Scr 1 M6WiOH*N mH* 01)00= w !5ooo= n» i5000= » 10060= M 5000= M . 1060= M >-500=» )a 100=4» ), 50=3* UW jjflGwh*™ )W bei: w Ä? Sä. pW 15 W * tfr littst w A Mittwoch den 5. April Kr. 79 Zweites Blatt 18»» Meßmer Anzeiger Keneral-^nzeiger Anrts- und Anzeigeblntt für den Ttreis Gietzen. ■B* Ne»>g,»rel« virrtrljährlich 2 Mar! 20 Pf-, monatlich 75 Pf^ mit Bringerloh«. Milahme »en Anzeigen zu der nachmittag- für boi lenken Zo| erscheinenden Rümmer bi- vorm. 10 Uhr. Alle Snzeigen-Bermitttung-ftellen de- In« und Lu-lan»«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgrGM. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf,, vierteljährlich. Meinl »glich ft Ausnahme deS Montag-. T>e Gießener It«ilien»lLtier iMbm dem Anzeiger Wtlcntlich viermal beigelegt. WeHttien, Expedition und Druckerei: Kchnkstreße Nr. 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger ^U|eu Fernsprecher Nr. 51. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hegifthe Landwirt, Klätter für hesiische Volkskunde. 'Wo und was am meisten getrunken wird? Bier, Wein und Branntwein sind drei Elemente, die ixhon von je her im Leben der Menschen eine große Rolle 4ßrspiel.t haben. Sie bringen uns viele frohe (?) Stunden; »MNtlich wohnt dem edlen Rebensaft diese Eigenschaft in 'tzchm. Grade inne. Kein Wunder, wenn jener Trinker, •renn er einmal der Herrgott wär', vor allem ein Faß i ^afftn würde, „so groß als wie die Welt". Nicht minder »lr dem Wein wird auch dem Gerstensaft das Lob gesungen, :eoßtgen die poetische Litteratur merkwürdigerweise wenig — ur b das wenige nur spöttisch — über den Branntwein ■lujQfl.en weiß. Und doch schmeckt der Branntwein, wie eiiift ein deutscher kleinstaatlicher Potentat behauptete, an 11 (fielt Hof die Parole „morgen wieder luschtik" galt, nicht icur „des Morgens gut, er schmeckt auch zu Mittage; wer । ahnte einen nehmen thut, ist frei von aller Plage, auch Holl tei edle Branntewein um Mitternacht nicht schädlich "»«n". Welches Getränk wird nun in den verschiedenen iSinbetm am meisten genossen? Diese interessante Frage 1 b«at erst kürzlich wieder ein Statistiker, und zwar der 'Zchivede Gustav Sundbörg, behandelt, der eine Uebersicht . ihr den Verbrauch von Branntwein, Bier und Wein sowie jihr den Alkoholverbrauch im ganzen giebt, indem er in l'.^terrr Beziehung den Branntwein zu 50, das Bier zu 4 i anb beit Wein zu 10 Prozent Alkoholgehalt ansetzt. Neh- inm hvir zuerst den Branntwein, gegen den der Kampf i Utgtiiwärtig in einzelnen Staaten wieder mit besonderm 1 ^birucf ausgenommen worden ist — wir erinnern nur it a bü Volksabstimmungen in Norwegen und an die Be- i wtgurj] in Frankreich —, und ordnet man die Länder nach litt @-TÖ§e des Verbrauchs auf Kopf und Jahr, so ergiebt such, bas Liter als Einheit genommen, folgendes Bild: Dänemark.... 14,40 Schweden.... 6,67 Belgien 9,70 Schweiz 6,12 Niederlande. . . 9,40 Verein. Staaten 5,95 Rußland 9,40 England .... 5,20 Oesterr.-Ungarn. 9,— Norwegen. . . . 3,54 Rumänien.... ?9,— Finland..... 2,86 Serbien ?9,— Italien 1/25 Deutschland . . . 8,80 Spanien .... ?1— Frankreich.... 8,54 Portugal .... ?1— Die Fragezeichen bedeuten, daß die Ziffern unsicher fiinb. Die Dänen sind nach dieser Aufstellung die hervor- r lazkitdsten Verehrer des gebrannten Tropfens. Bemerkens- Nv at i st die hohe Ziffer bei Frankreich, während die andern r Mimischen Nationen in Bezug auf Enthaltsamkeit im LWnntweingenuß den ersten Preis davontragen. Der Verbrauch in Bier stellt sich (nach Litern) wie w Belgien 183,6 Frankreich .... 22,5 England 135,0 Norwegen .... 20,1 Deutschland. . . 106,9 Finland 8,8 Dänemark. . . . 87,7 Rußland 4,6 Verein. Staaten. 64,6 Serbien 4,1 Schweiz .... 40,0 Rumänien 2,0 Niederlande. . . 34,6 Spanien 1/3 Oesterr. - Ungarn 32,0 Portugal 1,0 Schweden.... 26,0 Italien 0,6 Den Verbrauch an Wein läßt folgende Aufstellung erkennen: Spanien 115,0 Belgien 3,9 Frankreich. . . . 107,0 Rußland 3,3 Italien 96,5 Niederlande. . . . 2,2 Portugal . . . 95,6 England..... 1,7 Schweiz 60,7 Dänemark 1,6 Rumänien. . . . 51,6 Verein. Staaten . 1,5 Serbien 38,0 Norwegen 0,9 Oesterr.-Ungarn 22,1 Schweden 0,9 Deutschland. . . 5,7 Finland 0,6 Daß Deutschland beim Bierverbrauch nicht an der Spitze steht, dürfte manchen verwundern, läßt sich aber aus verschiedenen Gründen erklären. Die Dänen zeichnen sich auch beim Bier durch eine hohe Verbrauchsziffer aus, wo- gegen die Südländer nur schwache Biertrinker sind. Die Durchschnittsziffer des Bierverbrauchs in Europa ist 42 Liter, des Weinverbrauchs 35 Liter. Betrachtet man nun den Alkoholverbrauch im ganzen, so kommt man zu nachstehenden Ziffern: Frankreich. . . . 15,87 Serbien ?8,46 Belgien 12,58 England 8,17 Spanien .... 12,05 Oesterr.-Ungarn. 7,99 Dänemark. . . . 10,87 Niederlande . . . 6,30 Schweiz 10,73 Verein. Staaten. 5,71 Italien 10,30 Rußland.....5,21 Portugal .... 10,10 Schweden .... 4,43 Rumänien . . . ?9,74 Norwegen .... 2,66 Deutschland. . . 9,25 Finland 1,84 Bei einem Ueberblick über die letzten Jahrzehnte zeigt sich, daß in den Vereinigten Staaten, Belgien und besonders in Frankreich der Branntweingenuß eine erhebliche Steigerung erfahren hat. Hier beginnt man denn auch in immer schärferer Weise gegen die Trunksucht zu Felde zu ziehen. Universitätsprofessoren und Aerzte suchen nach Möglichkeit die Gefahren, die starker Alkoholgenuß mit sich bringt, vor Augen zu führen, aber das wirksamste Mittel bleibt doch, daß jeder Trinker, er mag nun dem Bier, Wein oder Branntwein huldigen, den weisen Spruch be- hrrzigt: „Halt Maß und Ziel, trink nicht zu viel." Köln. Ztg. Deutsches Reich. Berlin, 1. April. Der preußische Kultusminister hat die Direktoren der Gymnasien und Realgymnasien ermächtigt, in Zukunft die Abschlußprüfung persönlich zu leiten, falls nicht eine anderweitige Weisung ergeht. Berlin, 1. April. Vorige Woche waren Oberpostinspektor Seidlein und Oberpostrat Geith aus Bayern in Berlin wegen des neuen Postgesetzes. Die „Augsburger Abendzeitung" erfährt des Näheren, daß die beiden Herren im Reichspostamt die in Aussicht genommene Einrichtung des wechselseitigen Postcheckverkehrs zu besprechen hatten, insbesondere die Einrichtung des wechselseitigen Check- Verkehrs zwischen Bayern und dem Reichspostgebiet. Der Termin für die Einführung des Postcheckverkehrs steht noch nicht fest. Berlin, 1. April. Dem Reichskanzler Fürsten Bo h en lohe sind anläßlich seines 80. Geburtstages die lückwünsche des Reichstages und Landtages durch die Präsidenten in Ausführung der erteilten Aufträge übermittelt worden. Berlin, 1. April. Anläßlich der Pariser Weltausstellung im Jahre 1900 soll in Paris ein internationaler Anarchistenkongreß stattfinden. Der Kongreß soll den Kampf gegen die ökonomische und politische Unterdrückung der heutigen Gesellschaft und die Revolutionierung des kapitalistischen Wirtschaftssystems beraten. Berlin, 1. April. Die „Post" meldet aus Warschau: Ein furchtbarer Brand hat vorige Nacht in der Stadt Tarczyn (Gouvernement Warschau) 75 Wohnhäuser eingeäschert. Gegen 300 obdachlose Familien lagern auf dem Felde; 7 Personen sind verbrannt. Der materielle Schaden ist bedeutend. Berlin, 1. April. Heute liegt endlich eine amtliche Meldung vom 18. März aus Apia vor, die die vorgestern gemeldeten Ereignisse folgendermaßen darstcllt: „Am 13. März ist die provisorische Regierung von ihrem Sitz auf der Halbinsel Mulinuu bei Apia vertrieben. Mulinuu und der Strand von Apia wurden durch Engländer, Amerikaner und die Krieger der Tanupartei besetzt. Am 15. eröffneten das amerikanische und die englischen Kriegsschiffe das Bombardement auf die Umgebung von Apia. Zweimalige Beschießung und zahlreiche Gefechte der Landungsabteilung verliefen ohne besonderes Ergebnis und ohne erhebliche Verluste, welche zudem meist durch eigenes Feuer der Landungsabteilungen verursacht wurden. Beim Bombardement schlug ein Kurzschuß in das deutsche Konsulat, ein anderer Schutz in das Wohnhaus des Verwalters der deutschen Pflanzung Vaitele ein. Niemand verletzt." Das ist also in der Hauptsache eine Bestätigung des bereits gemeldeten Sachverhalts, wonach die Amerikaner und Engländer gemeinsame Sache oder in feucht und warm gehaltene Töpfe und kleine Kisten als auch ins Freie gesäet, der Rasen wird abgeharkt und abgefegt, die Rosen werden beschnitten. Mit dem Schneiden junger Hochstämme und Topfobstbäume müssen wir uns beeilen, denn durch ein zu spätes Schneiden bei erwachender Vegetation geht zu viel Saft nutzlos verloren, wodurch eine Schwächung ein- tritt. — Alle schlechttragenden und mit geringen Obstsorten veredelten Bäume sollten unnachsichtlich mit reichtragenden und feinen Sorten umveredelt werden. Die Arbeit ist klein und der Nutzen groß. Im Gemüsegarten können wir die Fenster der Frühbeete bei schönem, windstillen Wetter schon auf einige Stunden ablegen, die Pflänzlinge gedeihen besser, je mehr Luft sie bekommen. Bei der jetzigen trockenen Witterung ist eine Bewässerung der Erdbeer- und Gemüsebeete sehr angebracht, und sind dem Wasser zweckmäßig Dungstoffe zuzusetzen. Die Neuanlage der Spargelbeete ist nun auch zu besorgen. Eine gute Anlage trägt 15 Jahre. Wir be- nutzen gut gedüngten, durchlässigen Boden und stellen 30 bis 35 Ctm. tiefe und ebenso breite, 90 Ctm. voneinander entfernte Gräben her, deren herausgenommene Erde auf die zwischenliegende Dämme kommt. In diesen Gräben bereiten wir aus bester Komposterde spitze Wälle von etwa 8 Ctm. Höhe, auf welche wir die einjährigen Pflanzen je 50 Ctm. entfernt so setzen, daß nach beiden Seiten die Wurzeln herabhängen. Nun decken wir derart, daß etwa 15 Ctm. Feuilleton. Ilnser Harten im April. (Nechdruck verboten.) Die Befürchtung, die wir bei unserer vorigen Monats- bitechtung hegten, ist eiugetroffen. Wir begegneten dem tyltsirtit Jüngling mit Blumen im Haar, dem Frühling, s.ch:6 ju Anfang März, aber plötzlich war er wieder ver- s. Hunden. Der Winter hatte ihn noch einmal mit Eis um! Schnee, rauhem Wind und unsanfter Geberde ver- s Hicht. Es ist dadurch viel Unheil angerichtet worden. --Der Gartenfreund, verlockt durch wärmenden Sonnen- s. Hm und laue Luft, hatte schon gesäet und gepflanzt, die 9 to herausgenommen, und vielfach Arbeiten vorgenommen, bl litt auf eine andauernd günstige Witterung zugeschnitten ttrotttn. Da ist nun manches verdorben, aber der Fehl- sth!ag entmutigt ihn nicht, mit neuen Hoffnungen wird die Alii-il noch einmal begonnen. Es scheint nun auch der eichilttige Umschlag gekommen zu sein — darum frisch tijintin in den April, in den Hauptmonat für Säen und Minnen. Wo der vorsichtige Gartenfreund noch nichts vor- fl|{!winen hat, da gilt es, durch die Verzögerung, die der Z ms, mit sich brachte, manches nun schnell auszuführen. — ESt wird höchste Zeit, Erbsen, Kohl, Salat, Radieschen, fltihiu, Mairettige, Gewürzkräuter rc. zu säen. Obstbäume totste noch ausgeputzt, die Baumscheiben werden aufgehackt, gM ge°düngt; Sommerblumen werden sowohl ins Mistbeet Erde über den Herzen der Pflanzen liegt. An die Pflanz- stellen hatten wir vorher einen Stab gesteckt, an welchem wir die Triebe in den ersten Jahren anbinden. Die Dämme werden mit Salat rc. bepflanzt. Jedes Frühjahr bis zum dritten Jahre wird die Erde über den Pflanzen um 15 Ctm. vermehrt. Nach dem dritten Jahre wird die Erde der Dämme während des Sommers über die Pflanzen gedeckt, um lange Pfeifen stechen zu können. Es dürfen nur einjährige Pflanzen zur Verwendung kommen. Es ist falsch, von zwei und dreijährigen Pflanzen einen früheren Ertrag zu erhoffen. Die Störung beim Umpflanzen ist groß, und einjährige Pflanzen überholen schnell die älteren Pflanzen. Die ertragreichste Sorte bleibt immer noch der Erfurter Riesenspargel. Als Schlingpflanze für Lauben, Balkons und Gartenhäuser ist dies Jahr eine Neuheit erschienen, die berechtiges Aufsehen macht. Es ist Humulus Lupulus aureus, ein Hopfen mit goldgelben Blättern, und zwar ist er ausdauernd. Man kann ihn nicht aus Samen ziehen, sondern verwendet kleine Pflanzen zur Auspflanzung, die sich rasch entwickeln und jedes Jahr aufs neue und kräftiger austreiben. Das gelbe Laub bildet einen anmutigen Gegensatz zu unseren anderen, meist in Grün gekleideten Schlingpflanzen. Der Rosenfreund versäume nicht, an Geländern, Gartenlauben, einzelnen Pfählen die prachtvolle Schlingrose „Crimson Rambler" (Rother Herum ftreicher) anzupflanzen. Es ist eine ideale Pflanze. Die doldenförmigen, prachtvoll rotleuchtenden Blüten entzücken jedes Auge, bec Fa;onS vahi Ausland. Wuchs ist staunenerregend, und im Winter ist man jeder Nun beginnt auch das Umpflanzen unsererTopf- pflanzen des Zimmers. sind, so ist die Prozedur eine einfache und bekannte. Der Straße längst den alten Ruhm des Hauses überstrahlt den Auftrag, das englisch-russische China-Ueber- einkommen zu unterzeichnen. Regierungskreise haben zurzeit ihre Aufmerksamkeit ganz von dem Kampfe auf den Philippinen abgewendet. Das größte Interesse wendet sich der Haltung der Regierung in Berlin zu. Man befürchtete zuerst, es würden schwere internationale Verwickelungen entstehen; aber diese düstere Annahme sindet keinen Glauben mehr, wenn auch anerkannt wird, daß das Blutvergießen die Lage ernst und heikel gestaltet hat« Es verlautet, diese Entwickelung der Lage sei im voraus von den Vertretern der drei Mächte besprochen worden und es habe in der vorigen Woche thatsächlich zu einer Krisis geführt, als die Möglichkeit eines Ausbruchs von Feindseligkeiten in Erwägung gezogen wurde. Es sei aber möglich gewesen, trotzdem die Beziehungen der drei Vertreter zu einander einen sehr gespannten Charaker angenommen hätten, eine Verständigung zu erzielen, die, wie es heiße, verhindern werde, daß die Ereignisie zu einem Bruche zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland oder zwischen England und Deutschland führen würden. An amtlicher Stelle verlautet, Deutschland habe dem Kommandanten des deutschen Kreuzers „Falke" positive Anweisungen gegeben, jedes aktive kanzlei. Baden-Baden, 1. April. ^Der Großherzog und die Großherzogin trafen, wie die „Franks. Ztg." meldet, heute vormittag zur persönlichen Beglückwünschung des Reichskanzlers hier ein, der am Bahnhof erschienen war. Frankfurt a. M., 1. April. Professor Hans Thoma hat der „Franks. Ztg." zufolge die Stelle als Gallerie- direktor in Karlsruhe angenommen. große Mattigkeit, blutig gefärbter Auswurf. Toulon, 1. April. Der Kreuzer „Assas" hat heute den Winter hat aber manche Pflanze durch die lange Stubenhaft geschädigt und krank gemacht. ~ 7 werden aber wie kranke Menschen auf Diät gesetzt. Die schlechte Erde wird samt den schlechten Wurzeln entfernt, der neue Topf wird kleiner als der bisherige gewählt und es wird leichtere Erde genommen. Das Gießen wird bis Hafen verlassen, um sich nach den egyptischen Gewässern zu begeben, wo er die Expedition Marchand an Bord nehmen wird. Petersburg, 1. April. Der englische Botschafter erhielt Kaschau, 1. April. Mittags wurde die hiesige eiserne Eisenbahnstationskasse, enthaltend 25000 Gulden, aufgesprengt und ausgeraubt. Arco,'1. April. Das Befinden des Erzherzogs Pflege und Deckung überhoben, da die Sorte vollständig winterhart ist. Tod gefunden haben. Das Feuer brach am hellen Tage, in den frühen Nachmittagstunden aus, allem Anscheine nach | durch ein weggeworfenes Streichholz verursacht, das sich auf I dem Gange des zweiten Stockwerkes in eine Gardine versing. I Das Unglück wollte es, daß die zahlreichen Iren New-Yorks den Namenstag ihres Landesheiligen St. Patrick durch einen | festlichen Umzug feierten, der die berühmte Prachtstraße der I Stadt passieren sollte und diese sonst nur von vornehmen Kutschwagen befahrene Avenue mit einer unzähligen, dichtgedrängten Menschenmenge gefüllt hatte. Aller regelmäßige I Verkehr stockte, die Polizei war dem Gewühle der Schaulustigen gegenüber machtlos und wohl auch sehr nachsichtig, I da die meisten Schutzleute der Stadt unter der Herrschaft I des Jrenbosses Croker selbst Irländer sind. Als daher der Kellner, der zuerst den Ausbruch des Feuers bemerkt hatte, auf die Straße stürzte, um an der nächsten Ecke die Feuerwehr durch den elektrischen Alarm zu benachrichtigen, wurde er von einem eifrig auf den irischen Festzug bedachten I Schutzmann mit Gewalt am Ueberschreiten des Bahndammes I gehindert, und erst nach verhängnisvollem Aufenthalt gelang es ihm, das Signal zu geben. Unterdessen hatte das Feuer mit einer geradezu unglaublichen Geschwindigkeit um sich gegriffen, in weniger als 45 Minuten war das gewaltige I siebenstöckige Sandsteingebäude niedergebrannt. Die Feuer- I wehr fand fast nichts zu thun, als die umliegenden wert- I vollen Häuser zu schützen, von denen das der bekannten I Milliardärssamilie Gould und das des Herrn Arthur v. Briesen, eines der bekanntesten Deutschen New Yorks, leicht in Mitleidenschaft gezogen wurden. Der Gasthof war I sehr gut besetzt gewesen; außer vielen vorübergehenden Gästen hatten viele Familien ihr dauerndes Heim in seinen I vornehmen Räumen aufgeschlagen, und manch bekannter I Name wurde mit Schrecken auf der Verlustliste bemerkt. Glücklicherweise sind von diesen anfangs für verloren geltenden Gäste viele nachträglich zum Vorschein gekommen, so die Familie von Abner Mc. Kinley, des Präsidenten Bruder, der bekannte Romanschriftsteller Archibald Clave- ring Gunter, dessen übermäßig amerikanische Romane „Mr. Barnes of New-York“ und „Mr. Somebody of Texas“ ja auch in Deutschland viel gelesen worden sind; so ferner eine ganze Zahl bekannter Politiker und ihrer Angehörigen. Schrecklich war die Verzweiflung der völlig । überraschten und hilflosen Gäste in den obern Stock- I werken anzusehen. Viele entschlossen sich zum Verhängnis- | vollen Sprung in die Tiefe, fast keiner davon wurde wirklich ( gerettet, alle kamen mit furchtbar zerschmetterten Gliedmaßen unten an. Aber es blieb nichts anderes zu thun übrig, die von der Baupolizei geforderten Sicherheitsmaßregeln, wie eiserne Feuertreppen an den Außenwänden u. s. w., waren bei diesem vornehmen Hotel außer acht gelassen worden, weil — nun weil der Eigentümer ein hochan- I gesehenes Mitglied der Geldaristokratie war, das sich von I der berüchtigten Tammany-Polizei wohl durch ein großes Lösegeld ein für allemal Ruhe vor Besichtigung erkauft I hatte. Die im Hause befindlichen Spritzen und Pumpen I waren nicht in Betrieb zu setzen, weil jeder den Kopf ver- I loren und nicht mehr die Kaltblütigkeit hatte, sich um I Maschinerieen und Gebrauchsanweisungen zu kümmern. ri.„..o-.. . I Mit entsetzlichem Geschäftssinn beuteten einige Schurken Wenn sie gesund und kräftig I die entstandene Lage aus und zwangen hilflos schreiende ~ : I Damen, ihre Schmucksachen auszuliefern; andere machten v _,3 i- I sich mit Gemütsruhe an das Ausplündern von Koffern und Kranke Topfpflanzen I reich ausgestatteten Wohnzimmern, von denen manche viel Kostbarkeiten an Kunstgegeuständen bargen. Das Hotel Windsor war seit seiner Gründung im Jahre 1873 stets ein Lieblingsaufenthalt der großen Geldleute von Wallstreet gewesen, und in den Tagen des Commodore Vanderbilt Durch Düngen I und von Jay Gould war es die Hochburg der New-Yorker Das Tai; ind -irdtft vo Washington, 1. April. Hier verlautet, die Regierung beabsichtige, nachdem die amerikanischen Waffen durch die letzten Siege Genugthuung erhalten haben, mit den P h i l i p p i n 0 s Frieden zu schließen. Ernst ist wieder schlecht. Puls 80, Temperatur 36,8, 1 nrnehen i biüflü gemacht haben, um in vertragswidriger Weise durch gewaltsames Vorgehen das Ansehen der Deutschen in Samoa gänzlich zu vernichten. Uebrigens hat man bei uns erst jetzt Kenntnis von dem Vorgehen des Admirals Kautz erhalten ; die Ucberreichung der Note durch Herrn von Holleben geschah nicht auf Grund irgend welcher Nachrichten von dem Wiederausbruch der Unruhen, sondern auf Grund von Gerüchten über Instruktionen, die der Admiral erhalten haben sollte. Die letzten Nachrichten mußten natürlich den Eindruck erwecken, als ob Amerika ein doppeltes Spiel spiele, einerseits freundschaftlich unterhandle und andererseits insgeheim Gewaltthaten vorbereite. Wie wir erfahren, hat die Regierung der Vereinigten Staaten sich, um diesen Eindruck zu beseitigen, bereit erklärt, die von Deutschland gemachten Vorschläge anzunehmen. Dies wird anscheinend durch folgende Meldung des „Reuterschen Bureaus" aus Washington bestätigt: „England und die Vereinigten Staaten seien geneigt, den Vorschlag anzunehmen, welcher dem Vernehmen nach von Deutschland gemacht worden ist und auf Einsetzung einer gemeinsamen, aus je einem Vertreter der drei Länder zusammengesetzten Kommission hinzielt. Diese Kommission würde beauftragt werden, die neuerdings aufgetretene Meinungsverschiedenheit zu prüfen und eine Vereinbarung in dieser Frage herbeizuführen." Hierbei ist freilich nicht ausdrücklich erwähnt, was unseres Wissens Die Grundlage der deutschen Vorschläge war, daß nämlich alle drei Mächte ihre gegenwärtigen Vertreter und die bei den Unruhen beteiligten Beamten abberufen sollten. Man wird es uns nicht verdenken können, daß wir vorläufig wenig Vertrauen haben, daß die deutschen Interessen gewahrt werden. Wir verzeichnen noch folgende Meldung des „Reuterschen Bureaus" aus Washington: Die Nachrichten aus Samoa kamen vollkommen überraschend. Die hiesigen “Sommer * MliM nur gut, dl! jN unv I Itr imijliW tmp Robert Rmstt Vermischtes. • Frankfurt a. M., 31. März. (Lohnbewegung.) Auch die Maler und Weißbinder haben jetzt beschlossen, in eine Lohnbewegung eiuzutreten. An die Meister sollen als Forderungen gestellt werden: 9 ^/,stündige Arbeitszeit, Mindest- Stundenlohn von 45 Pfennig, möglichste Beseitigung der Akkordarbeit. — Der Brauerei-Arbeiterstrike dauert unverändert fort. * Siegen, im März. Das Fehlen emes freisinnigen Rechtsanwalts macht sich in unserem großen Gerichtsbezirk immer fühlbarer und ist die Niederlassung eines solchen in Siegen sehr erwünscht. Durch den Wegzug des Rechtsanwalts Salzmann nach Münster bietet sich gerade jetzt die günstigste Gelegenheit zur Niederlassung eines schneidigen Juristen am hiesigen Platze. Jede weitere Auskunft erteilt gern der Vorsitzende des hiesigen freisinnigen Vereins. * Washington, 20. März. Seit dem großen Brande des Hotels Royal im Jahre 1884 hat New-York keine so gewaltige Feuersbrunst mehr erlebt wie die des Hotels Windsor auf der fünften Avenue am letzten Freitag. Drei Tage sind nur nach dem furchtbaren Unglück schon verstrichen, und noch ist man nicht imstande, den Verlust an Menschenleben genau anzugeben. Bisher sind 16 Todesfälle festgestellt, von denen die Mehrzahl nicht durch Brandwunden, sondern durch die Folgen der verzweifelten Rettungsversuche, Fenstersprünge und dergl. verschuldet worden sind. Noch werden von den im Fremdenbuch eingetragenen Gästen und den Angestellten des Hauses 61 vermißt, und es ist fast mit Sicherheit anzunehmen, daß sie alle unter den Trümmern des einstürzenden Baues ihren 1 fron t,,r,e ltt 77 PI aus den Laa L , Ä. 136 " a® 5 Sm flut" SV* 4 “ Sw, 45 Sw.®" zur Gesundung der Pflanze eingeschränkt. ö.„ v z sind kranke Pflanzen nicht zu heilen, es sei denn, daß sie I Finanzwelt gewesen. Auch heute noch, wo modernere, sehr durch Hunger erkrankt sind, d. h. daß sie zu wenig Nahrung I viel prächtigere und bester eingerichtete Häuser auf derselben in der ausgesvgenen Erde gefunden haben. J. C. 8. | T ’M»’45 foW* . . .7 ih.M ' Stt" Ä „ * w®* Mhfc ineWäend IGras-l mgl. R, iUL «Rfl X Wmol I Mischung für tt ' . st . . k * , d garantit deutscher 9 Vk-v. i-uj, Ktlßktel, Nnssscha; i SurnbttA : £,n »Wtabilifa 1 Waren em bUnj uns, 1 lnAQr'°n bei ! W einen Versa .gebrannt das Pi®” rudere Sorten in j inKb geW' J. Jf. N Wt. __ mikiMtS 5 in unb * 1 hoS -Süßrahm M*r Psund 1,15 1 W. U Eingreifen zu vermeiden. Baden-Baden, 31. März. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe wurde gleich nach seinem Eintreffen hier vom Großherzog und der Großherzogin von Baden telegraphisch begrüßt. Der Fürst ist sehr wohl. Seine Verwandten sind in den beiden letzten Tagen hier eingetroffen. Die heutige Feier des Geburtstages blieb im wesentlichen auf die Familie beschränkt. Wegen des Karfreitags wurde von der Absicht, dem Reichskanzler ein Morgenständchen durch die Kurmusik zu bringen, abgesehen. Die städtischen Behörden brachten ihm ihre Glückwünsche unter Ueberreichung eines Lorbeerkranzes dar. Der Chef der Reichskanzlei, v. Wilmowski, überbrachte die Glückwünsche des Personals der Reichs- V ■■ •* Notia, dass d. bekannten Kuren geg. 4?^ Nervösen »2 def^Gteb^t^auch in d. Jahre v. April bis Oki. in Auer Hessen stattfinden. Proep. Ab. Eigenart haben, war das Hotel Windsor noch immer seiner ruhige Vornehmheit und seines geschichtlichen Namens wegen eines der angesehensten unter den großen Gasthäusern der Millionenstadt, und sein Schicksal findet im ganzen L«mdö die allerlebhafteste Teilnahme. Der Pächter, der Frau unb Tochter bei diesem Brande verloren hat, ist übrigens eii ganz besonders heimgesuchter Mann; das Windsor ist duz dritte Hotel, das ihm abbrennt. Der Schaden wird aus mehrere Millionen Mark geschätzt werden müsten. Bau und Einrichtung des stattlichen Baues hatten nicht weniger als fünf Millionen Mark gekostet. Seit heute Mrrgen sind 1200 Arbeiter damit beschäftigt, die qualmenden Trümmer zu beseitigen. Nur wenige völlig verkohlte und vereinzelte Gliedmaßen der noch vermißten Opfer sind bisher gesunden worden. * Ei« Kranz auf Bismarcks Grab. Aus Hamburg, den 28. März, schreibt man: Ein silbervergoldeter Eichen, zweig, den Hamburgs Frauen dem entschlafenen Altreich- kanzler als edle Zier für die Friedrichsruher Grabkapelle gestiftet haben, ist seit heute mittag für einige Tage iD Hamburger Gewerbe-Museum zur öffentlichen Besichtig ausgestellt. Es ist ein naturgetreu nachgebildeter dichifi. laubter Ast, der sich in zwei fast einen Meter lange Zweig, gabelt. Durch die ungezwungene zur Mitte sich neigend Krümmung der Zweige wird ein natürlicher, fast geschloßener Kranz gebildet. Zwischen dem goldenen Eichenlaub ist ein kleiner Schild angebracht, der in Silber und blautt Emaillierung das Bismarcksche Wappen trägt. Das eine Ende einer am unteren Ende des Astes befestigten silbernen Schleife hängt, scheinbar durch das Gewicht des eingeknüpsten Hamburger Stadtsiegels langgezogen, glatt herab. Es trägt die Widmnugsinschrift: „Von den trauen und dankbaren Frauen Hamburgs. März 1899." Der goldene Kranz oder Zweig ruht auf einer schliche Tafel aus poliertem schwarzem Marmor, in die mit Golh- schrift das Bismarcksche Wort eingegraben ist: „Was unsere Frauen sich angeeignet haben, das werden unsere Kinder verteidigen. Jena, den 31. Juli 1892." * Der Verein für Zuuere Mission in Leipzig bildet in seinem seit drei Jahren bestehenden Diakonissenmutttr- haus zunächst zum Dienst in seinen ErziehungsaMun und Asylen gebildete, christlich-gesinnte Mädchen und pingt Witwen zu Diakonissinnen aus, welche nicht genötigt sind. Krankenpflege zu lernen und zu üben. Es giebt gewih manche, welche gern ihre Kräfte dem Wohle der Menschheit widmen möchten, die aber nicht imstande sind, anstrengende Krankenpflegen zu übernehmen. Solchen ist im Verein für Innere Mission in Leipzig Gelegenheit geboten. Liebesarbeit an Armen und Elenden zu treiben. Dir Direktion des Vereins für Innere Mission in Leipzig nimmt jederzeit Anmeldungen zum Eintritt entgegen und erteilt gern Auskunft. * Der Todessprung. Eine aufregende tragische ---zene spielte sich im Zirkus Althoff in Chemnitz ab. Da wurde die Manege für ein großes Taucherlu^WÄä her gerichtet. Es handelte sich nicht um eine vollständig unter Wasser gesetzte Manege, sondern bloß um einen schmalen Wassergraben. Auf ein Glockenzeichen schwebten an mächtige!' I Seilen zwei gedrungene Männergestalten in die Höhe der Zirkuskuppel. Eine davon war der zum erstenmal aus tretende Schwimmkünstler Prof. Baume. Mit dem burd» die Arena schallenden Rufe: „Monte Christo!" stürzte sich der Artist in die Tiefe. Hochauf spritzte das dampfende Wasser, — die Musik, welche bei derartigen Effekten zu schweigen pflegt, fiel mit jubelnden Fanfaren ein und ver mengte sich mit dem gewaltigen Applaus. Jetzt hatte sich I Professor Baume in seiner Eigenschaft als Taucher und I Schwimmkünstler unter dem Wasser aus dem Sack zu bc I freien. Das jedenfalls mehr gefährliche als ästhetisch schone I Experiment gelang dem Untergetauchten auch, denn plötzlich kam ein dunkelbraunes Stück Zeug, der naffe Sack, m den er den Sprung ausgeführt hatte, von unsichtbarer Hund auf den Wasserspiegel geschleudert, zum Vorschein. Stall nun hierauf nach ein paar Minuten in einem anderem I Kostüm wieder aufzutauchen, blieb der kühne Springer int I regungslosen Wasser. Man wartete drei, vier, sechs I acht Minuten. Die in der Pantomime beschäftigten Zinns- angestellten griffen endlich zu langen Stangen, um den ut mißten zu suchen. Endlich stieß man auf den grauenvoll n Fund. Eine triefende, leblose Masse wurde dem W I grab enthoben und so schnell wie möglich aus dem 5 I schauerraum geschafft. Es wurden dann von einem i I und den diensthabenden Mitgliedern der Freiwilligen Mannschaft Wiederbelebungsversuche gemacht, die aber:- folglos blieben. Als Ursache des Todes wird angenommen I daß der Verunglückte in der Dauer des Tauchens über I Grenze seines Könnens hinausging. _ Spirlplav der vereinigten Frankfurter Stadttheatrr- Opernhaus. , Mittwoch dm 5. April geschlossen. Donnerstag dm I Rigoletto. Freitag dm 7. April: Der Freischütz. . dm 8. April: Barbier von Sevilla. Sonntag den I nachmittags 3«/» Uhr: Die Fledermaus, »tzmvs I Dalibor. I Schauspielhaus. w Mittwoch dm 5. Avril: Julius Eüsar. Dono«S^ I 6. April: Im weißen RSßl. Frettag den 7. to SamStag dm 8. April: Braut von Messina. Sonntag 9. April, nachmittags 3«/, Uhr: Im weiße» Rößl.■ * I 7 Uhr: Zaza. Montag dm 10. April: Der Schlaswag I Kontrolleur. Dienstag dm 4. April: Nora. — IvTTT 2C6 Z Acker qm qm qm 2758 empfiehlt 2804 Telephon 119. 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