-rr. 3t Awcitcs Blatt Sonntag den 5. Februar 18«» :ert 11 He’MNr.jJ usse, äfmuRik, 51 R°- 8,le^ . ?)2 «iticL ■ Voi6t. l2)Ai ^30Pfg^ tttin. «»». »i llhr: rt pkük. ?- r Vorstand. m. »ds sy4 ul int nn aus Maiü N Illi Vorstand AM a ngev LdßMMck ruar 1898 im SotfM Zob, RelimM Tenfarten75V: karten 30 P, Restaurat'Ur r anMelden. 'M n Sekavde» keB Gießener Anzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Zrezugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pjg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi« oorm. 10 Uhr. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und AuSlande« nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Hrscheiut täglich mit Ausnahme dcS MontagS. Dtc Gießener Aamilienvlälter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal bcigelegt. fUbattion, Expedition und Druckerei: Schnkgraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Fann'ienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter ffir hessische UotKsImnde.___________________ «■in— hm—i— i ii im in '»»nuninm Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. Deutsches Deich. M P C Neuerdings ist wieder der Zweck nnddieHand- hobuug der vom Reichsamte des Innern eingeleiteten land- «irisch östlichen Erhebungen in den Vordergrund des Interesses getreten. Der betreffende Fragebogen bezweckt ausschließlich Ermittelungen über die Rentabilität der deutschen Landwirtschaft. Demgemäß ist von der Einbeziehung sowohl der Natural-Rechnungen wie auch namentlich aller subjektiven Verhältniffe — Verschuldung und dergleichen mehr — abgesehen worden. Nicht die privatrechtliche Lage der einzelnen Landwirte soll ermittelt werden, sondern die objektive RentabilitättypischerBetriebe. FürdiesenZweckreichtimwesentlichen die Kenntnis der baren Einnahmen und Ausgaben eines Betriebes aus. Aufzeichnungen hierüber Pflegen, wenn auch vielfach in zwangloserer Form, in einem erheblichen Bruchteile aller landwirtschaftlichen Betriebe, großer sowohl, wie kleiner, üblich und vorhanden zu sein. Treten hierzu noch Dir landläufigsten Vermerke über die wichtigeren Vorgänge in der Wirtschaft, so läßt sich daraus der Fragebogen vollständig beantworten; im Notfälle ist zur Erreichung des gesteckten Zieles auch die Angabe der baren Wirtschaftseinahmen irb Ausgaben ausreichend. Es ist der Fragestellung also das- sel be Verfahren zugrunde gelegt, welches bei den Taxen, wie sie M tägliche Leben bei Erbesauseinandersetzungen, Beleihungen und anderen Anlässen mit sich bringt, beobachtet »irb und daher einer großen Zahl von praktischen Land- ivrrten geläufig ist. Der Unterschied liegt lediglich im Ziel. Wahrend bei den gedachten Taxen ein Kapitalswert für das Gut gesucht wird, soll im vorliegenden Falle der Wert, und zwar der Verkehrswert, des Gutes als bekannt eingesetzt uifb die Verzinsung ermittelt werden, die für dieses Kapital erwirtschaftet wird. Ausland. — Der „Köln. Ztg." wird unterm 31. Januar Antwerpen geschrieben: Die Lösung der Minister-' krise hat weder die hiesigen Katholiken noch die Handels- »elt befriedigt. Herr Lieb art, der nunmehr die Finanzen übernommen hat, gilt als ein entschlossener Schutzzöllner. Außerdem war der frühere Finanzminister de Smet ein nfriger Förderer der geplanten Vergrößerung des Antwerpener Hafens, während seinem Nachfolger eine besondere Zuneigung für die Agrarier nachgesagt wird. In Bezug «lljs die von der Regierung geplante Wahlreform steht die kirchliche Bevölkerung sowohl wie die liberale der Einzel- «ahl größtenteils feindlich gegenüber; offenbar gewinnt die verhältnismäßige Vertretung immer mehr Anhänger. Sehr bemerkt wurde der Umstand, daß auch bei dem neulichen vttnisterwechsel kein Antwerpener Abgeordneter in die Regierung berufen worden ist. Wie'ich nun zuverlässig klfahre, hatte der König dem hiesigen Abgeordneten Del- teke das Portefeuille der Finanzen angeboten. Delbeke befragte seine Antwerpener Kollegen und lehnte das Portefeuille ab, da kein katholischer Abgeordneter der Stadt Antwerpen nach Erledigung der Wahlreform dem Wunsche des Königs Nachkommen und für die Einführung der persönlichen Wehrpflicht eintreten könnte. Die Antwerpener Volksvertreter hätten also die hohen Interessen ihres durch den deutschen und holländischen Wettbewerb arg bedrohten Hafens der mittelalterlichen militärischen Stellvertretung hintangesetzt! Fraglich ist aber, ob die Lebensintereffen Antwerpens, wie im vorliegenden Falle, der Devise: „Niemand gedwongen Soldaat“ noch länger aufgefordert werden dürfen.________________________________________________________ Lokales und Provinzielles. n. Von der mittleren Nidda, 2. Februar. Einen recht lohnenden Verdienst finden viele Leute eben beim Bergen des Eises. Obgleich dieses auf den Wiesen nur einige Zentimeter dick ist, zahlen die Bierbrauer doch 30 Pfennig für den Zentner. — Die ungünstigen Gesundheitsverhältnisse, namentlich die katarrhalischen Erkrankungen, bestehen immer noch unverändert weiter — Entgegen einer Mitteilung aus Rheinhessen von weichenden Bodenpreisen, kann aus unserer Gegend mitgeteilt werden, daß der Bodenwert fortgesetzt steigt. In Staden z. B. konnte man vor 11 Jahren noch ’/j Hektar Acker .in bester Lage für 500 Mark erwerben; heute kostet die gleiche Fläche 1800 Mark. — Da die Maul- und Klauenseuche im Kreis Büdingen noch nicht erloschen ist, wurde das am 17. November v. I. erlassene Verbot des Handels mit Slaueiv vieh im Umherziehen verlängert bis zum 31. März d. I. Vermischtes. * Johann Reiter, der bekannte Geigenbauer von Mittenwald, ist nach längeren Leiden gestorben. Während die nicht so berühmte Geigenmacherei des oberbayerischen Gebirgsortes jetzt meist fabrikmäßig betrieben wird, arbeitete Reiter als echter Künstler in seinem Fach noch nach den Überlieferungen der alten italienischen Meister. Seine Geigen sind auf vielen Ausstellungen ausgezeichnet worden, einen Weltruf aber genoß seine Kunst im Wiederherstellen und Ergänzen alter wertvoller Geigen. Manche jetzt hochbewertete Amati oder Stradivari hat in seiner allen Besuchern des bayerischen Hochlandes wohlbekannten Werkstatt eine heilsame Kur durchgemacht, und viele nur in Trümmern auf uns gekommene alte Instrumente sind durch ihn erst wieder spielbar geworden. Johann Reiter hinterläßt als würdigen Schüler seiner Kunst einen Sohn, der schon seit Jahren mit Erfolg an der Seite des Vaters thätig gewesen ist. ♦ Wissenschaftliche Luftballonfahrt. Im Auftrage des Kaisers unternahmen drei Offiziere der Berliner Luftsch iffer - Abteilung (ein Major, ein Hauptmann und ein Oberleutnant) eine Fahrt mit einem Ballon der Abteilung, um während derselben die Andr^e'sche Lenkvorrichtung auszuprobieren. Nachdem die Offiziere mit dem Apparat längere Zeit operiert hatten, landeten sie nach dreistündiger Fahrt glücklich und ohne Unfall bei Reitwein im Lebuser Kreise. Nach einer kurzen Erfrischung im gräflichen Schlosse zu Reitwein kehrten die Offiziere dann mit der Eisenbahn nach Berlin zurück. * Die unheilbringende Banknote. Das Unterschatzamt zu Philadelphia besitzt gegenwärtig einen Dollarschein, der allen denen, durch deren Hände er gegangen ist, Unheil zu bringen scheint. Die Banknote trägt auf der Rückseite die folgenden, von einem Unbekannten mit roter Tinte geschriebenen Zeilen: „Die letzte Banknote, die ich besitze. Nehmt sie hin. Ihr habt mir auch die übrigen genommen und meine Seele dazu. Wenn sie Euch doch die Finger verbrennen möchte, sobald Ihr sie berühret. Alles, was Ihr mit dieser Banknote kauft, soll verflucht sein. Gottes Fluch treffe Euch! Ihr habt die letzte. Nun werdet Ihr wohl zufrieden sein. Mörder!" Der Schatzamtsbeamte, der die Banknote erhielt, soll seit jenem Tage fortwährend Unannehmlichkeiten gehabt haben. Der Kassierer, der sie dann in Empfang nahm, wurde schwer krank. Als darauf die „verfluchte" Banknote mit anderen Kassenscheinen an einen Bürger von Reading geschickt wurde, schickte dieser sie an den Direktor des Unterschatzamtes zurück, wobei er erklärte, daß sie ihm Unglück gebracht habe. Jetzt sind alle Mitglieder der Familie des Direktors von der Grippe befallen worden. Dieser Tage vernahm nun ein Bürger von Jersey-City die Geschichte von der unheilbringenden Banknote; er schrieb sofort an das Unterschatzamt von Philadelphia und bat um Zusendung des Dollarscheines. Er sei, so erklärte er, stark genug, um den Kampf mit allen unheilbringenden Banknoten der Welt aufzunehmen, denn die ganze Geschichte sei nichts weiter als Aberglaube, und Aberglauben richte mehr Unheil an, als alle Krankheiten zusammengenommen. * Die kostbarsten Metalle der Erde. Vielfach ist der Glaube verbreitet, daß das Gold das kostbarste Metall sei. Dem ist durchaus nicht so, denn nach einer Zusammenstellung der „Mining and Scientific Press" gibt es nicht weniger als 26 Grundstoffe, die wertvoller sind als Gold. Freilich ist der Wert der zu nennenden Elemente eigentlich ein eingebildeter und ist überhaupt nur nach ihrer Seltenheit zu schätzen, da bei den meisten von ihnen ein praktischer Nutzen schon wegen ihres geringen Vorkommens nicht bestehen kann. Als der kostbarste Stoff wird das Element Gallium genannt, das 1875 von De Boisbaudran in einer Zinkblende aus dem Pyrenäengebirge entdeckt und . später auch in anderen Zinkerzen gefunden wurde, aber stets nur in äußerst geringen Mengen. Am nächsten verwandt ist es dem A l u m i ni u m und ist ein Metall von bläulich-weißem Glanze. Sein Wert wird von der genannten Fachzeitschrift auf 630000 Mark das Kilogramm angenommen, es wäre demnach etwa 250mal d Ml*1®6 ««** all'" > Mürrisches Feuilleton. Aaffenachtsstraich. Von Carl Geißler. I. So wersche dann glicklich Widder do, die selig Fasse- mchtszeid, in der de Mensch die greeßtmeglichst Freiheid für berechdigt is, wo's eme jede unbenomme tieibt, sich uff de Kopp ze stelle unn mit de Baa ze ver- vuitnern odder awer ganz unschenirt unn ungestroft 's grad P je mache, wäi de Parrer Raßmann, dersch nemlich aach Macht hott, wäi err gewollt hott. . . muß in bene Dage waß ganz Merkwerrdiges in f le Loft leihe, baß vcrennerlich uff de menschliche Hernkaste iivirkt unn be Mensche in en Zustanb versetzt, ben merr il? Anfangsstabium von ere Krankheit bezeichne kennt, von tre diejenige befalle sinn, bene merr e Plätzche in be Uff- deivahrungsaastalte — bereit mehrere ze besitze merr in «nierem Hesseländche so glicklich sinn — anweist. Selbstverschtenblich kann merr von Mensche, bie im .M«he der Narrheit steh, net verlange, baß se verninnfbig Bin, dagege isses aach gar net notwennig, dann deß Jahr so e Masse von Doge, an bene merr iwer Gebihr ver- Wdtg sei kann, baß merr vor lauter Verninfdiqkeit bahl ^emschnappe dicht. Es is badrum aach schont längst als e groß Notwennig- keit anerkannt, baß bie menschlich Nabur als emol en Stumber kriehe muß, domit merr bei all unserer Vernunft net zu ere Generazion von lauter Brummdippe unn Gallebitter erunner- komme. Unn dessentwege unn um bem vorzebeuge is in bie Weltorbnung die Fassenacht eigesetzt worbe, däi merr schließlich aach als fünft Jahrschzeib in be Kreislauf bes Jahrsch uffnemme kennt, schon allaa aus dem Grunb, weil be Fasse- nachtszcib grab so viele Dugenbe aahafte, wäi be (innere vier Jahrschzeibe, däi awer bisher noch niemals net richdig gewerdigt unn geziemend ze Preise sträflicher Weis unnerlaffe morde sinn. Waß wer deß aach en unerdrägliche Zustand, so Dag fer Dag in be Dredmihl bes Lewens erumzebappe, wo alles so schee am Schnierche geh soll unn wo merr kaan fingerbreit von dem herkemmliche unn bewährte Ahle abweiche berf ? Wäi e himmlisch Erleesung klinge ahm beshalb die Schelle von be Narrnkappe unn beß Geknarr von be Ratsche in bie Ahnfermigkeib unn Langeweil in bere schcene Welt! Zieht merr dann net aach mit bene bunbige Lappe en ganz annern Mensche aa? Guckt merr net alles mit ganz annere Aage aa unn hält merr nachher net bie ganz Menschheib fer verrickt unn sich allaa fer be ahnzig Gescheidte brumter? Es is e Merkwerdigkeid, wäi bie Faffenacht bei Mensche Wunner weckt! Gar oft schont haw äichs an merr selbst emfunne unn äich bin zu de Jwerzeugung komme, baß bet bene, wo iwer die Fassenachtsnarrn die Kepp schittele, es beß ganze Jahr im Kopp net richdig sei kann. Wer sich emal die Mih mache will, der wird sinne, daß so e Fassenachtsnarr deß beste Wese von de Welt is. Unner seine Maske guckt err sich so vergnüglich um; err läßt Gott en gute Mann sei, denn sei Herz is frei von Neid unn jeder Scheelsucht; die ganz Weid meecht err umarme unn kisse, kaam ahnzige Mitmensche kennt err nor c Härche grimme! Läßt sich daß aach von de Gescheidte be- haapte? In de meiste Fäll' gewehnlich net. Deshalb kann e jeder Fassenachtsnarr in de Reinheit seines Herzens ausrufen: Seht, mir Narrn, mir sinn doch bessre Mensche! Bewegt sich doch alles im Narrnreich in de ruhgfte Grenze, merr brand) kaan Kaiser unn kaan Kenig unn es werd doch regiert, merr brauch kau Bollezei unn noch viel weniger Millcdär zur Uffrechterhaldung der Ordnung, dann e jeder Narr hält sehr uff Ordnung unn dhut net dulde, waß net in der Ordnung is. Hat merr so waß von annere Reiche aach geheerf? Gewißlich net! Es is deshalb aach gar kau Wunner, daß von Jahr ze Jahr des Narrnreich an Ausdehnung zunimmt unn weil des Gute sich immer Bahn bricht, so werrn mersch bahl erlerne, daß alle annere Reiche in dem große Narrnreich uffgeh, wo nur die ahn Barol gilt: Narrheit, Einigkeit unn Lust? Wersch net glaubt, der is bestußt. teurer als Gold. Hinter dieser Kostbarkeit bleiben alle andern Stoffe weit zurück. Als das wertvollste Element ist demnächst das Vanadium zu nennen, das in seinen Verbindungen zu verschiedenen technischen Zwecken benutzt wird; das reine Vanadium wird auf den Preis von 99000 Mk. für das Kilogramm geschätzt. An dritter Stelle wird das Rubidium mit dem Werte von 90000 Mk. genannt, dann folgen Thorium, dessen Preis aber infolge der Ent- deckiliig größerer Lager in Norwegen zweifellos bald sinken wird, mit 76 500 und Giucinium mit 52800 Mark. Drei weitere Stoffe werden ans den Preis von je 45 000 Mk. geschätzt, diese sind Lithium, Lanthan und Calcium. Mau wird erstaunt fragen, warum denn das Calcium, das den Hauptbestandteil jedes gewöhnlichen Kalkes bildet, so wertvoll und achtzehnmal teurer als Gold sein soll; indessen ist die Herstellung des reinen metallischen Calcium erst in der allerneusten Zeit gelungen und erfordert ganz außerordentliche technische Hilfsmittel; im Handel dürfte man es überhaupt schwerlich schon erhalten, zumal es sich an der Luft sofort verändert. Vier weitere Elemente: Judium, Tantalium, Ittrium und Didymium haben einen Wert von 50650 Mk. Es werden jetzt noch folgende Grundstoffe aufzuzählen sein, die sämtlich erheblich kostbarer als Gold sind, nämlich Strontium (38 500), Erbium (33 700), Ruthenium (24 700), Niobium und Rhodium (je 22 500), Barium (18 000), Titauium (10 000), Zirkon und Osmium (je 9550), Uran (9000), Palladium (5150), Tellur und Chrom (je 4500 Mk.). Nach diesen allen erst folgt das Gold mit einem Preise von 2750 Mk. das Kilogramm. Mteratur, Wissenschaft und Kunst. — Wie „Der Bärenhäuter" entstand, das erzählte Siegfried Wagner einem Interviewer des „Neuen Wiener Journals" tn München: „Als ich zuerst mit einer Komposition herv^rtrat, war es meine Mutter, die diese unterbinden wollte, noch bevor sie sie gehört. Die Freunde unseres Hauses stimmten natürlich meiner Mutter bet, ja man wollte gar nicht höien, was ich komponiert hatte, denn Richard Wagners Sohn darf nur in die Futzstapsen seines Vaters treten, hieß es. Ich war anderer Meinung; denn wenn ich bet der Fortsetzung des „Parsifal" angefangen hätte, wo mein seliger Vater aufgehört, wäre ich natürlich kläglich gescheitert. In mir stand es fest, datz ich weder die Wege meines Vaters noch die anderer großer Meister gehen dürste, sonst hätte man gerufen: Ah, er ahmt seinem Vater nach, dieser Zwerg! und ich wäre ein Zwerg geblieben, was Ich auch geleistet Hütte. Die groß-n Meister der Tonkunst waren und sind stets mein Ideal; aber ich habe mir memen eigenen Stil, mein eigenes Genre zurechtgelegt: Die Volksoper." — „Ich denke, wir haben eine Volksoper: Webers „Freischütz", die Werke Lortzings und anderer. Dieser Stil wäre nicht neu." — „Gewiß nicht, aber ich will mit der Volksoper neue Wege gehen, und zwar die Wege, die immer meinem Vater oorgelchweot. Ost und ost sprach er davon. Hätte mein Vater länger gelebt, er würde vielleicht noch etne Volks- oper in einem anderen Stile als in dem bekannten Wagnerstil komponiert haben, es wäre möglicherweise eine Märchenoper wie — „Dec Bärenhäuter" geworden." — „Warum gerade wie „Der Bärenhäuter"?" — „Weil mein Vater ein großer Freund des deutschen Märchens war, namentlich der Gebrüder Grimm, denen ich meinen Sttff zum „Bärenhäuter" entlehnt habe. — Den „Bärenhäuter" speziell bezeichnete mein Vater als emen offenen Stoff für eine komische i per." — „So ist Ihr Vater derjenige, dem Sie den Hinweis auf dm „Bärenhäuter" als Opernstoff verdanken?" — „Indirekt ja; da ich seit jener Zeit datz Mäichen im Gedächtnis behielt. Ich war damals noch so jung, alS ich aus meines Vaters Munde das Lob auf den deutschen Mä chenschatz hörte. Mein Vater selbst hatte eine Vorliebe für das Märchen „Dornröschen". Nachdem ich es endlich durch List soweit gebracht, daß meine Mutter, sowie die Freunde unseres HauseS meine kleine Komposition angehört, bestärkten sie mich selbst, in meinen Kompositionen for'zusahren. Ich laS nun eine Anzahl Texte durch, fand aber keinen passenden. „Der Text", pflegte mein Vater zu sagen, „ist der Granit im Fundament der Opernkomposttton. Ins Feuer mit jeder Oper, deren Text schlecht Feuilleton. Ker Harten im Aebruar. (Nachdruck verboten.) „Es muß doch Frühling werden", das Wort unseres Dichters kann bei den eigentümlichen Launen des diesjährigen Winters variiert werden in: „Es muß doch Winter werden!" Der Wunsch ist nicht unberechtigt, obgleich der Frühling den meisten Menschen sympathischer ist, als der Winter. Der Gartenfreund und der Landmann aber wissen wohl, wie günstig ein Frost auf das geschollerte Erdreich einwirkt und wieviel Arbeit ihm ein richtiges Durchfrieren des Bodens abnimmt. Erst Ende Januar ließ der Winter sich herbei, einige Boten abzusenden, aber wer weiß, wie lange der Frost anhält, und ob nicht der April und Mai das nach- hvlt, was der Winter bis dahin fast versagte: Kälte und Schnee. Wir wollen das Beste hoffen und vorläufig die Feste feiern wie sie fallen. Bei gelindem Wetter haben wir Gelegenheit und Zeit genug, die Bäume und Sträucher zu beschneiden. Die Grundregel sei dabei: Von innen heraus schneiden! Zuerst nehmen wir das ältere dunkelere Holz heraus, dann alles, was sich drückt, reibt und schiebt, bis der Busch, in seiner alten Form, aber kleiner geworden, vor uns steht, bereit zum neuen, frischen und fröhlichen Austreiben. Für die Frühjahrspflanzung von Obstbäumen und Sträuchern können bei solchem Wetter auch die Löcher vorgegraben werden. Man geize nicht mit der Arbeit. Je breiter und tiefer das Loch wird, je mehr kann man es mit guter, neuer Erde ausfüllen und alle die nährkräftigen Stoffe, die man der Erde zusetzt, kommen dem Baume zu gute. In einem Gartenbuch fand ich bei Gelegenheit einer Betrachtung über das Pflanzen von Obstbäumen den merkwürdigen Rat, die Erde mit Viehsalz zu vermischen, das einen hohen Dungwert habe. Der Mann, der das geschrieben hat, müßte bestraft werden; denn mit der Verbreitung einer solchen Idee kann der größte Unfug angerichtet werden. Viehsalz ist den Bäumen sehr schädlich. Obstliebhabern möchte ich schon jetzt zur Frühjahrsist. Deshalb soll jeder Kompontsi auch Dichter fein. Er muß die Gestatten, die tbm musikalisch vorfchwcben, selbst poetisch schaff-n od^r doch mindestens nachdtchten, damit die Einveit überall heigestcllt ist." — Nach dem großen Erfolge der Oper „Hänsel und Gretel" lechzte Engelbert Humperdinck nach einem neu n guten Text für eine niue Oper, und ba er einen solchen nicht erhalten konnte, so faßte ^r — aus Verzweiflung den Entschluß, sich selbst einen Text zu einer Oper zu schreiben. „Dieser Entschluß", sagte mir Humpeidti ck, „kostete mich schlaflose Nächte und unruhige Tage; ich habe mir das Dichten viel leichter vorgestellt, daS Resul'at war: ein Dutzend vergeudeter Nächte — und die beseligende Erkenntnis, daß ich absolut zum Dichten kein Talent habe, und ein eingeheuerer Respekt vor den Schriflstellern. Sehen Sie" — fuhr Humperdinck fort - „hier habe ich in Dem Grimmschen Märchen „Der Bärenhäuter" einen famosen Stoff für eine Oper zu finden geglaubt, aber bis über den Titel, den schon vor mir (Stimm erfunden, und über das Perfonalverzeich nis bin ich nicht hinausgekommen; ich weiß mit bem Märchen nichts anzufangen." — Ich stutzte bei Nennung bes „Bärenhäuter", benn mir fiel sofort bte Vorliebe meines Vaters für bieses Märchen ein. Ich las nun das Mäichen durch, unb von diesem Augenblicke verließ mich der Gedanke nich>: Du mußt den „Bärenhäuter" vertonen, ba bas Märchen beinern Vater immer so sehr gefiel. Ich hielt bieses Gespräch mit Humperbmck für einen Fingerzeig. Je mehr ich bas Buch las, besto einfacher fanb ich e«. Da fiel mir ein Buch von Wilhelm Hertz, betitelt: „Spielmam s Weisen" in bie Hänbe; barin fanb ich ein Märchen, betitelt: „Der heilige Petrus unb ber Spielmann". In diesem fand ich bte Figur bes Teufels als Fremben eingeführt. Die Figur, bie Art und Weise gefiel mir, unb ich Der wertete beide Mäichen, schuf dazu den mit drei Töchtern gesegneten bankerotten Bürgermeister, und so entstand nach unb nach ber T xt zu meiner beutschen Oper „Der Bärrnhäuter" — unb eine Volks oper im echt deutschen Sinne soll auch mein zweites größeres Werk werben." — lieber den heutigen Stand des Darwinismus veröffentlicht der berühmte Zoologe Professor Dr. Goette einen interessanten Aufsatz in ber Wochenschrift „Die Umschau" (Frankfurt a. M.) Danach hat bte Abstammungslehre ober Deszendenz toeorte, bie von Lamarck herrührt, aber erst burch Darwin tn ben wei esten Kreisen bekannt wurde, seitdem eine immer breitere und sichere Grundlage gewonnen. Darwins eigene Lehre von ben Ursachen unb bem Verlauf bes Deszenbenz, was man allein im Darwinismus nennen bart, hat dagegen an Ueberzeugungskraft unb Ansehen zweifellos verloren. Von allgemeinem Interesse ist auch ber Aufsatz über Die fremden Besitzungen in China unb bereu künstige Eisenbahnen (mit Karte), ein Beitrag über die neuerdings entdeckten Gase, eine Betrachtung über bie deutsche T'chadsee Expedition (mit Karte). Daran schließen sich Berichte über bie jüngsten Fortschritte tn der Medizin, Geographie unb Zoologie, sowie eine Reihe Betrachtungen unb kleine Mitteilungen aus allen Wissensgebieten. — Bau und Leden des Tieres von Dr. W. Haacke, geh. 90 Pfg., geschmackvoll geb. Mk. 1,15. („Aus Natur unb Geisteswelt." Sammlung w sfenschastlich-gemeinverständlicher Darstellungen aus allen © bieten des W ssens. 12 monatliche Bändchen zu je 90 Pfg., geschmackvoll gebunden zu je Mk. 1,15, ober 54 jährliche Lieferung n zu je 20 Pfg.) Verlag von B. G. Teubner in Leipz g. Die unseren Leiern nun schon bekannte Sammlung wiffenschastlich- gemeinverstänblicher Darstellungen aus allen Gebieten des Westens „Aus Natur unb Geisteswelt" will vor allem an alltägliche unb praktische Interessen anfnupfenb zu einer sorgsameren Beobachtung unb zu einem lieferen Verständnis unserer Umgebung anleiten unb führen. Diese Absicht erreicht auch im vollen Maß: bas soeben erschienene 3. Bänbchen, das aus ber Feber bes durcy die Herausgabe mehrerer größerer Werke rühmlichst bekannten Zoo ogm W. Haacke stammend, eine Darstellung vom „Bau vnd ßeben des Tieres" giebt. Diese erscheint in der That außeroibentlich geeignet, ein besseres Ver- vänbniS unserer Haus- ober Arbeitsgenoffen, unserer Freunbe in Felb und Wald zu vermitteln. Indem sie aber auch die Tiere als Glieder der Gesamtnatur uns zeigk, lehrt sie uns zugleich Verständnis unb Bewunderung für deren wunderbare Harmonie, bte, wie im großen, in bem Zusammenwirken ber vielen Tausenbe von Lebewesen, so auch im Kleinsten, in ber Zweckmäßigkeit auch der unscheinbarsten Organe, sich erkennen läßt. In anziehender Schilderung zeigt uns der Verfasser zunächst die Zierformen verschiedener Gebiete, das Tier im Rahmen seines Wohnortes unb gewinnt von ba auS ben lieber? gang zu ber nun folgenden ausführlichen Behandlung des Tierkörpcr«, dessen „Zweckmäßigkeit" nicht nur in seiner allgemeinen Anlage und seinen Funktionen, sondern auch in seiner Gliederung, im Zusammen wirken der Organe und im Bau eines jeden einzelnen de. selben zum A sbruck kommt. Jntereffanie Fragen werden in den Kapitel« „Organismen ohne Organe", „Zier unb Pflanze", „Die Arbeitsteilung in ber Zierwett" u. f. w. bebanbdt. D.n letzten Zeil bilde» Ausführungen über ben mikroskopischen Bau bes Zieikörpers, über Gewebe und Z ll n, daran anschließend solche über die ,E> twick.lung", über dm „ijormenmett" und den „Bauplan des T erköip rtz", um mdlich mit einem „Bild des Zierre>ches a zu'chließen, tas zu dem Anfang zurückführt, indem es uns zeigt: „U d rall datz rechte Zier am rechten Olt." So glauben wir auch dies Bändchen, sowie di« ganze Sammlung unseren Lesern aufs beste empfehlen zu können, zumal der Pieis bet dem Umfange und der vorzüglichen Ausstatlung ein sehr niedriger zu nennen ist. — Ein Rundgang durch das neueste dentsche Linienschiff ^Kaiser Friedrich 111«* Ernaunltch unb doch begi eifttch zugleich Ist es, daß bte modernen schwimmenben Seefestungen auf ben bes Seewesens unkunbigen Binneniänber fast ebenso große Anziehungskraft ausüben, wie auf ben Fachmann, ber die einfachen, noch unentwickelten Formen ber ältesten gepanzerten Kliegsdampser mit angesehen hat Nicht gebankenlose Neugierde »st die Z.tedfeder dieses Interesses, sondern aufrichtige Bewunderung der menschliche» Schaffenskraft, der vielseitigen Arbeit des Geistes und der Hände; benn ein heutiges Panzersch'ff mit seinen hunberten von Maschine», Apparaten, Instrumenten unb Kanonen, mit fernen mannigfaltigen Einrichtungen für die verschiedensten Zwecke ist o ne Zweifel ein# ber großartigsten Erzeugnisse ber Zechnik unb ber Wissenschaften. Einen Runbgang nun burch bas neueste unb größte d.utsche Latten- sch ff „Kaiser Friebrich III." schildert in fesselnder, durch genaue Illustrationen wirksam unterstützter Darlegung bis in die kleinsten Einzelheiten hinein der bekannte Marine Fachmann Kapitänleutnant a. D. Georg W slicenes im neuesten Hefte der allbekannten illustriert« Familienztttfchrift „Zur Guten Stunde" (Deutsches VerlagihauS Bong & Co., Berttn W. Preis des Vierzehntagtzh-stes 40 Pfg ). DaS Hett eröffnet zugleich den 8. Jahrgang der SalonauSgabe dieser Zeitschrift unb zeigt wieder einmal, auf welche Höhe unser deutsches Zeitschriftenwesen gelangt ist. — Deutsche Rundschau für Geographie und Statistil. Unter Mttwttkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von P of. Dr. Fr. Umlauft. 21. Jahrgang 1898/99. (AHartlebenS Verlag tn W'en. jährlich 12 Hefte zu 85 Pfg., Pränumeration incl Franko-Zusendung 10 Mk.) Jedem, welcher sich für Geographie i« weitesten Sinne interefftert, ist die „Deutsche Rundschau für Ge» graphie unb Statistik", bie bereits im 21. Jahrgänge erscheint, auf datz Wä ernste zu empfehlen, ba man burch diese Zeitschrift stets aus dem neuesten Stande erdkundlichen W'sfens erhalten wivb._ Jebrß Heft bringt in seinem allgemeinen Zeile gebtegene Aufsätze zm Länber- unb Völkerkunde, über geographische Reisen unb Entdeckungen. Daran schließen sich kleinere Beiträge astronomischen, physt- kallsch-geographifchen und statistischen Inhaltes, Biographien hervorragender Geographen und Reisenden, stowte Mitteilungen aus allen Erdteilen. Ein frischer, lebendiger Zon geht durch bte ganze Zeitschrift, welche über zahlreiche treffliche Mitarbeiter verfügt. Dieselbe ist auch vorzüglich illustriert unb jebem Hefte eine wertvolle Karte beigegeben. — „Der Stein der Weisen". Da« uns vorliegenbe 11. Hest dieser angesehenen Zeitschrift bringt an ber Spitze eine hübsche Plauberei über Wohlgerüche, die auch in sachlicher Beziehung manches Interessante enthält. Hieran schließt sich ein illustrierter militärischer Aufsatz über Lagerbebürfnisse, weiterhin Beiträge über Damenfpott, viele technische und naturwiffenfchattliche Mitteilungen mit in- lerrssanten Abbildungen, eine sehr reich unb instruktiv illustrierte Darlegung über Die Prüfung des Eisens, geologische Profile befl Wiener BeckenS, schließlich ein umfangreicher Essay über Die Anziehungskraft ber Erde unb ihre Folgewirkungen, ber gani neue Gesichtspunkte aufstellt. Das Hcft enthält ferner oleierM Wollen für Haus unb Hof unb Besprechungen bemerkenswerter Bucher, die in ber letzten Zett erschienen finb. „Der Stein ber Weisen" (A. Hartlebens Verlag, Wien) hat sich so allgemein eingebürgert, daß eine besondere Empfehlung überflüssig erscheint. Probehefte giebt jede Buchhandlung ab. Seidenstoffe^« verlange Muster mit «ngnbe d. Gewünschten. von Elten & Keussen, Crefeld. r£fc Pflanzung den neuen Apfel „Großherzog von Baden" empfehlen. Er ist noch früher und reichtragender als der Bismarck-Apfel und vor allen Dingen wohlschmeckender. Als die beste Beerenfrucht hat sich in den letzten Jahren die aus Amerika stammende „Logan-Beere" erwiesen, sowohl was Güte der Früchte und Tragfähigkeit anbelangt. Sie ist ein Mittelding zwischen Himbeere und Brombeere. Wo auf frühe Gemüsekultur Wert gelegt wird und Warmbeete zur Verfügung stehen, da macht man nun die ersten Aussaaten; diese Saaten können selbst im Zimmer geschehen. In flache, große Töpfe giebt man eine gute Scherbenunterlage und füllt dann leichte, sandige Erde zur Aufnahme der Samen ein. Fertig besät, sollen diese Töpfe nicht ganz gefüllt sein, sondern soviel Raum oben haben, daß man eine Glasscheibe auflegen kann. In solche Töpfe sät man nun Treib-Gurken und Melonen, die besser in Torfmüll als in Erde keimen und immer mit warmem Wasser begossen werden müssen. Die rasch aufgehenden Pflänzchen werden einzeln in kleine Töpfe gepflanzt und vorläufig an das Zimmerfenster gebracht, bis ein zu ihrer Aufnahme notwendiger Mistbeetkasten vorbereitet ist. Auch Treibsalat kann jetzt im Winter gesät werden. Man pikiert die aufgehenden Sämlinge in flache Holzkistchen und pflanzt sie gleichfalls später in Warmbeete. Vorgekeimt wird im Zimmer gegen Ende des Monats Sellerie und Porree; man vermischt den Samen mit Erde, füllt das Ganze in einen Topf, hält es warm und mäßig feucht und lockert es ab und zu auf. Sobald nun die Samen in der Erde zu keimen beginnen, werden sie auf ein bereitgehaltenes Saat- beet an einer warmen Stelle im Garten ausgesät. Man nennt dieses Verfahren „Vorkeimen" und wendet es mit Vorteil bei Gemüsearten an. Luft, Luft und immer wieder Luft heißt die Mahnung bei allen Pflanzenkulturen in geschlossenen Räumen. Es ist nicht nur Atmungsstoff, den sie den Pflanzen zuführt, ein Bestandteil der Luft ist direkte Nahrung, dient direkt zum Aufbau neuer Zweige, Blätter und Blüten. Steht die Außenwärme über dem Gefrierpunkt, so dürfen wir schon die Zimmer lüften, in denen Kalthausgewächse stehen, bei 6 bis 8 Grad Außenwärme ist eine Lüftung keiner noch so zarten Pflanze schädlich, vorausgesetzt daß kein scharfer Luftzug entsteht. Die Lüftung der mit Warmhauspflanzen besetzten Zimmer bewerkstelligen wir in den Mittagsstunden. Sind wir hierzu früh morgens beim Reinigen gezwungen, wo oft draußen noch Frost herrscht, so ist Vorsicht betreffs kalter Zugluft angezetgt. Im Sommer ist die Mahnung zum Lüften wohl weniger nötig, doch wer eben auf das Zimmer allein angewiesen ist, sollte immerhin bedenken, daß die Luft der Pflanze die halbe Nahrung geben muß. Wegen des milden Winters müssen wir auch größere Aufmerksamkeit auf die Feinde des Gartens, auf die Jnfckten- welt, richten. In dürren Aesten der Obstbäume überwintert manches Ungeziefer, unter anderem die Larven der TriebrWr (Magdalis). Zu ihnen gehören auch die Apfel-, Kirsche»' und Pflaumentriebabstecher, die im Mai und Juni ihr verderbliches Handwerk beginnen. Deshalb schneide man jetzt alle dürren Zweige heraus und verbrenne sie. Oben in den Aesten bemerken wir hier und da an de» Aesten eine kleine Unebenheit, die aussieht wie ein zierlicher Serviettenring, aus Perlen gestickt. Der Ringelspinner mit seinen Eiern hat dies Filigrankunststück fertig gebracht. Ma» nehme die Eier ab und vernichte sie im Feuer. Auch das Laub, das noch unter den Obstbäumen liegt, überantworten wir dem Feuer. Es bildet reine Schlupfwinkel für mancherlei gefräßiges Getter und die Frühlingssonne, die ihre warmen Strahlen über Gerechte und Ungerechte herabsendet, läßt auch diese bösen Gesellen heraus, wen» man nicht zur rechten Zeit vorsorgt. Auch dem Schorfpilz (Tusiclodium dendriticum), der im Herbst unsere Aepfel und die Blätter mit den schwarz' braunen, sammetigen Flecken belegt, kann man jetzt vorbeugen. Man löse l/3 Kilo Eisenvitriol in 5 Liter Waffir und bepinsele damit die Bäume, welche letztes Jahr diese fleckigen Früchte brachten. • Wachholder und Sadebäume soll man nie im Obst' garten dulden. Sie vermitteln die Bildung von sehr gefahr- lichen Pilzen. Wieder zum Schluß der Ruf: Schützt die Vögel! Meisen macht man mit Aushängen von Nierenfett, das beim Metzger billig zu haben ist, eine große Freude. J- 0- ; Vle r-t-L! 8et.MWia Lunnb dn HLndt itn ntanniafaiii(iM o ne Queifti Ai bet SÜtflenliQlia Bk biutfae L>nte» ??' eenet bit tletnftc UN Sopliankutnai tonnten iOuftrtata u'scheS Berlazrhui Bhtft« 40 Pizj ätionaufioabe dick 'W unlet -eutfchk. 7bh"Mb<»H bi.fc,5 W It uw> ^«auegegeba\< 39. (Ä Haitis ßränumeiÄtion lU für ©eogtapiit b 'undfchau lüt <8t enge «scheint, c Zeitschrift stütz o ilttn wirb. 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