^MmrÄU$r;M 7-7-- adt. 15> W dnKchhüsk«: Hllmz MgTamWrrkWn. -unstgcweröe. tägNch°«"WWW,M 8 uyr morgens an. se: 7178 1 Uhr ab 50 Pfennig. * = *= L- ryhM'K IMU 5000** 150Ü0-* 30000a M« 30. Hovbr. zu Berlin, ne Abzug, im Betrage von ' Mark HOOOOfki «= 50000.* i= 250004 I- 150004 i- mttAl =240000-* q ?ä’Ä lü SeraW ” pA in Berlin, I Jj UU« Breitestr.o | ^nndfliin^J tot» tzausts. 5 äs» 8 h 21’ ,Dl flr »kg. fT _ ----- Nr. 260 Zweites Blatt Samstag den 4 November __ LGÄS Gießener Anzeiger General-Anzeiger Bri Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. KezugspreiH vierteljährlich 2 Mark 20 Pf«, monatlich 75 Pfg. mit Lringerlohp- 'Jenttfree »ee Anzeigen zu ber nachmittag» für btw i igesden Lng erscheinenden Nummer hi» vor». 10 Uhr. Alle Nnzeieelt-LermittlungDstestm de» In. und Auslands nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgeh,. -scheint tt«kich mt> Au» nahm« de» Rvnrag». ®k Gießener rden dem Anzeiger »chentlich viermal het^iogt. Anrts- und Anzeigeblutt fuV den Avers Gieren. ' »v 1 I11 1 - ■- ! Refceltitn, Sxpeditton und Druckerei: Kch»kßr«tze Mr. 7. iawpiWW—— GratisirMagen: Gießener FamiliendlStter, Der hessische Landwirt, KtStter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger chietz«^ Fernsprecher Nr. 51. England und der Kaiser. Die Erwartung, daß man in England Verständnis für die kühle Höflichkeit haben werde, mit der der Kaiser daS an ihn gerichtete Telegramm seines Regiments Royal Dragoons beantwortet hat, erfüllt sich leider nicht. Die konservative „St. James Gazette" bemüht sich nicht nur, diese Antwort als ein Zeichen der Freundschaft des Kaisers für England zu deuten, sondern fügt diesem Deutungsversuche noch etwas hinzu, für das sich nur schwer die rechte Bezeichnung finden läßt. Sie schreibt nämlich: „Das Telegramm des Kaisers an sein Regiment ist mehr ein Akt der Höflichkeit als ein Akt persönlicher Teilnahme. Kein vernünftiger Mensch wird vermuten, daß Wilhelm II. unseren Waffen Erfolg wünscht, weil wir Engländer sind und er eine besondere Zu- veigung zu unB empfindet. Aber das Telegramm ist doch «icht ganz bedeutungslos. Ist eS nicht an ein Re- iiment geschickt worden, daS seinem Unwillen ber dieAbsendung einer anderen Depesche in so bezeichnender Weise Ausdruck gegeben hat, daß ber Kaiser jedenfalls auch davon gehört haben wird? Und doch nimmt er die Gelegenheit wahr, um die Welt daran zu erinnern, daß er Oberst der britischen Dragoner ist. Er h ätte daS Telegramm schwerlich abgesandt, wenn er es nicht als Zeichen von Freundschaft hätte «ufgefaßt wissen wollen. Die Botschaft des Kaisers, der bevorstehende Besuch — alles weist auf eine freundschaftliche Haltung Deutschlands uns gegenüber hin. In dieser Haltung steckt freilich nicht« von Sentimentalität. Das wünschen wir auch gar nicht. Deutschland — man steht eS wieder — ist ein praktisches Land, in dem närrische Leute immerhin Haß und Mißgunst gegen benachbarte Nationen säen können — die führenden Persönlichkeiten lassen sich ja doch nur von praktischen Erwägungen leiten." Die „Voss. Ztg." bemerkt hierzu, daß unter der „andern Depesche", die den „Unwillen" des Regiments erweckt habe, die Depesche des Kaisers an den Präsidenten Krüger gemeint sei und daß die Kundgebung dieses Unwillens in der Besudelung des im Offizierkasino der Royal Dra- goons befindlichen Bildes des Kaisers bestanden habe. Wir erinnern uns nicht, von einem solchen Akte unerhörter Roheit etwas gehört zu haben, und noch weniger können wir glauben, daß dem Kaiser auch nur von irgend einer Kundgebung des „Unwillens" der Offiziere seines englischen Regiments etwas zur Kenntnis gekommen sei. Jedenfalls aber weiß man in England etwas von einer solchenAund- gebung. Dadurch, daß man sich nicht scheut, gerade jetzt auf sie hinzuweisen und sich den Anschein zu geben, als halte man die dem Kaiser abgenötigte Depesche an den Regimentskommandeur für eine Verzeihung jener Kundgebung nnd mithin für einen verschämten Widerruf des Telegramms an Krüger, zwingt man die maßgebende Stelle in Berlin förmlich, sich nach der Form jener Unwillens-Kundgebung genauer zu erkundigen. Ob das Resultat der Erkundigung die Neigung des Kaisers, sein Besuchsoersprechen zu erfüllen, verstärkt, lassen wir dahingestellt. Jedenfalls verstärkt die Auslassung dec „St. James Gazette" die Besorgnis weiter Kreise in Deutschland, daß der Monarch in England den gröbsten Insulten ausgesetzt sein werde, wenn seine Haltung und seine Kundgebungen den maßlosen Wünschen und Forderungen unserer „lieben Freunde und Vettern" enseits des Kanals nicht entsprechen. * Vom Kriegsschauplatz. Seit Dienstag früh, wo der Kampf um Ladysmith noch fortdauerte, wartet man wieder vergeblich auf Nachrichten vom Kriegsschauplatz. Auch amtliche Meldungen sollen seit den letzten Depeschen des Generals White in London nicht eingetroffen sein, woraus man schließt, daß White vollständig zerniert und die gesamten Telegraphen- und Bahnverbindungen zerstört worden seien. Da gleichzeitig das Kabel zwischen der Delagoabai und Mozambique wahrscheinlich durch die Buren) unterbrochen, sei der Vermehr mit Transvaal abgeschnitten und nur auf das west- rfrikanische Kabel beschränkt. Zu den letzten Meldungen White's soll aber noch die gehören, daß er am Dienstag eilten vergeblichen Versuch gemacht habe, nach Pietermaritzburg durchzubrechen. Nach dem Eintreffen dieser wm Kriegsamt in London noch zurückgehaltenen Nachricht soll plötzlich ein außerordentlicher Kriegsrat berufen worden sein, welcher unter Salisbury's Vorsitz und dem Beisitze Wolseley's, sowie des Marine- und Kriegsministers die schleunigste Entsendung einer weiteren Division von 10000 Mann mit 54 Geschützen beschlossen habe. General White sen angewiesen worden, Ladysmith zu halten, bis die nächste Verstärkung von drei Regimentern in Kapstadt am ■6. November eintreffe. Die Frage ist nur, ob diese Ver- Mrkungen ihn noch erreichen werden, da, wie schon erwähnt, bi« Bahnverbindung zwischen Durban und Ladysmith aller Wahrscheinlichkeit nach unterbrochen ist. Die Aufgabe von Ladysmith durch die Engländer wäre für diese ein schwerer Schlag. Der Ort wurde vor vier Jahren von den englischen Militärbehörden als ein strategisch wichtiger Punkt ausgewählt und dort ein befestigtes Militärlager angelegt, „das Aldershot von Südafrika", wie der „Daily Telegraph" sich ausdrückt. Ladysmith liegt in einem Thale, durch welches der Klip-Fluß, ein Nebenfluß des Tugela, fließt. Das Militärlager befindet sich am Klipfluß, 3t/2 Kilometer südlich von der Stadt. In den letzten zwei Jahren sind im Lager ausgedehnte Befestigungen und Gebäude aufgeführt worden, in denen 3000 Mann, 3 Batterien Artillerie und 1500 Pferde leicht untergebracht werden können. Ein Hospital und eine Kirche sind ebenfalls vorhanden. Die Lage des Militärlagers scheint sich aber als strategisch ungünstig erwiesen zu haben, denn es heißt, daß General White das Lager verlassen und auf den dasselbe hufeisenförmig umgebenden Hügeln neue Erdwerke aufgeführt hat. Ein felsiger Hügelrücken schützt die Stadt von Norden her. Die Stadt selbst, welche 3284 Fuß hoch liegt, hat eine Einwohnerschaft von 2000 Weißen und 3000 Schwarzen. Pietermaritzburg, wo sich die Regierung von Natal befindet, ist 125 Kilometer entfernt. — Nach den letzten Schätzungen befinden sich in Ladysmith jetzt noch etwa 10000 Mann mit 26 Geschützen, während auf der Linie Ladysmith-Durban etwa 3000 Mann stehen. Das Armeekorps, dessen eine Hälfte sich bereits auf See befindet, war ursprünglich nicht zur Verstärkung der Truppen in Natal bestimmt, sondern sollte in drei Abteilungen, von Kapstadt, Port Elizabeth und East London, auf den von diesen Orten ausgehenden Eisenbahnen gegen den Oranje-Freistaat vorgehen, von wo man eine Umgehung der in Natal kämpfenden Buren auszuführen und diese so zum Rückzug nach Transvaal zwingen zu können hoffte. Sir Nedvers Buller, der Oberbefehlshaber aller englischen Truppen in Südafrika, würde sein Hauptquartier zunächst in Kapstadt aufschlagen, wo auch die erste Division unter Generalleutnant Lord Methuen zwischen dem 6. und 13. November landen sollte, während die zweite Division unter Generalleutnant Sir C. F. Clery in Port Elizabeth zwischen dem 11. und 24. November und die dritte Division unter Generalleutnant Sir W. F. Gatacre in East London zwischen dem 10. und 29. November landen würden. Infolge der Niederlagen auf dem Kriegsschauplatz in Natal dürften in diesen Dispositionen wesentliche Aenderungen vorgenommen werden. — Mittlerweile füllen englische Staatsmänner die Pause mit mehr oder weniger interessanten Reden aus. So meldet man: London, 1. November. Der Unterstaatssekretär für die Kolo- nieen Earl of Selborne hielt gestern in Dumfries eine Rede, in der er ausführte, seit langen Jahren habe Transvaal sein möglichstes gethan, um die Suprematie Englands in Südafrika zu zerstören. Es liege nicht an den Staatsmännern der Buren, wenn England seither in keine Schwierigkeiten mit irgend einer europäischen Macht verwickelt worden sei. Der Krieg sei unvermeidlich aewesen, und wenn er jetzt nicht ausgebrochen wäre, wäre er sicher später im Augenblick irgend einer nationalen Gefahr entbrannt. — Der Staatssekretär für Indien Lord Hamilton sprach gestern in Ealing und sagte, das Blatt werde sich in Südafrika bald wenden (?), und wenn England seine Bedingungen stellen werde, so würden die fremden Nationen sehen, daß es das Hauptziel Englands gewesen sei, ein großes Land zum Nutzen der Menschheit von einer unedlen, erniedrigenden Tyrannei zu befreien. Eines Kommentars bedürfen diese dreisten heuchlerischen Phrasen, die man schon bald auswendig kann, nicht. Sie werden überall für das erkannt werden, was sie sind: Bemäntelungen der grenzen- und schamlosen englischen Beutegier, welche der Gold- und Diamantenreichtum der Burenrepubliken nicht ruhen läßt. Von weit größerem Interesse ist folgende Meldung: Edinburgh, 1. November. Bei einem zu Ehren der nach Südafrika abgehenden Offiziere der Gordon Hochländer und der Scots Greys gegebenen Banket sagte Lord Rosebery im Hinblick auf die Niederlage bei Ladysmith, es sei wohl möglich, daß England in diesem Kriege noch andere Bataillone verliere, daß noch andere Offiziere ihr Leben opfern und Millionen aufgewendet werden müßten, von deren Zahl man sich nicht einmal eine Vorstellung mache; das eine aber sei sicher, England könne von dem Unternehmen, das es begonnen habe, nicht ablassen. Später würden die Verantwortlichkeiten f e st z u st e l l e n sein, für den Augenblick aber müsse sich die gesamte Nation auf diejenigen verlassen, die die Leitung der Angelegenheiten des Landes in der Hand haben. Das heißt mit anderen Worten: der Führer der Liberalen, Lord Rosebery scheint überzeugt, daß der Krieg mit einer völligen Niederlage Englands endigen wird, er hütet sich aber wohl, das Kabinett Salisbury-Chamberlain auf der abschüssigen Ebene, auf die es sich begeben hat, aufzuhalten, er wartet vielmehr schadenfroh seinen Sturz ab, um dann selbst wieder als Retter der Situation gerufen zu werden. Daß er den ganzen Feldzugsplan wie die bisherige Art der Kriegsführung für verkehrt und fehlerhaft hält, geht daraus hervor, daß er von der Feststellung der Verantwortlichkeiten spricht. DaS „Daily chronicle" spricht aus, was viele denken. Es schreibt: In Anbetracht des Scheiterns der Kampagne und der schrecklichen Demütigung der britischen Armee durch eine Volksmiliz von Bauern können wir höchstens noch ein wenig Hoffer^ daß White in Ladysmith auszuharren vermöge. Das Reich stehe vor einer Niederlage, vergleichbar nur mit der Uebergabe Burgoynes im Jahre 1777 an die Farmer der nordamerikanischen Kolonieen. Um die militärische Situation wieder herzustellen, benutze England seine gesamte Kriegsmacht. Nicht ein Mann bleibe, um irgendwo anders hinzugehen. Die Zeit werde kommen, wo das britische Volk seine Legionen zurückverlangen und von demStaatsmann, welcher erklärte, der Krieg sei unvermeidlich gewesen, Auskunft fordern werde, warum die Regierung nicht früher eine überwältigende Uebermacht Englands sicherte. Auch in Ladysmith selbst herrscht große Ver stimm ung gegen die englische Regierung, welche, obwohl sie wußte, was bevorstand, versäumte, genügende Truppen nach Südafrika zu schicken. Ueberall in der Stadt und im Lager hört man (englischen Blättern zufolge) Bemerkungen wie diese: Hundert Meilen britischen Territoriums und ein Dutzend britischer Städte sind im vollen Besitz der Buren. Gewöhnliche Vorsicht würde solche Demütigung verhindert haben. London, 2. November. Die Blätter stellen fest, daß die Haltung des Generals White bei Ladysmith nicht zu sehr getadelt wird. Es verlautet, daß auch der Kriegsminister diesem Offizier gegenüber nicht so scharf vorgehen wird, da man überzeugt ist, daß General White nicht über genügende Kavallerie verfügte, um seinen Angriff erfolgreich unterstützen zu können. London, 2. November. Nach hier eingetroffener Meldung aus Kapstadt soll General Buller mit einem Teile seines Stabes bereits nach Durban unterwegs sein. — „Daily News" melden aus Durban, daß der Weg nach der Delagoabai den Buren noch völlig offen steht. Die Kolonie Natal beabsichtige die Aushebung eines weiteren Freiwilligen-Korps von 1000 Mann. — Aus Südafrika wird jetzt so gut wie nichts gemeldet. Das schwere Geschütz der Buren sandte, einer Depesche aus Durban zufolge, 13 Granaten nach Ladysmith, welche jedoch nur wenig Schaden anrichteten, da sie nicht explodierten. Es wurde von den britischen Marinegeschützen sehr bald zum Schweigen gebracht. — Aus Pietermaritzburg liegt eine Meldung von Dienstag vor, wonach Flüchtlinge vom Gloucester-Regiment, sowie eine Anzahl Maulesel mit einem Teile der Bergbatterie daselbst eingetroffen sind. London, 2. November. Die Blätter stellen fest, daß die Engländer seit Beginn der Feindseligkeiten bis heute 2952 Tote, Verwundete und Gefangene zu verzeichnen haben. London, 2. November. Aus Ladysmith sind bis jetzt keine weiteren Meldungen eingetroffen. Man hofft immer noch, daß General White bis zur Ankunft der Verstärkungstruppen sich werde halten können. Er werde jedenfalls den Versuch machen müssen, die Eisenbahnlinie nach Durban freizuhalten. Loudon, 2. November. Große Detachements von Marinetruppen mit Artillerie sollen von den in Südafrika stationierten Schiffen zur Unterstützung des Generals White ausgeschifft werdeu. London, 2. November. Die Blätter beklagen sich sehr über die Zensur, welche täglich noch strenger werde. Anfangs hätte man sich damit begnügt, die Nachrichten aus Südafrika wesentlich abzuändern, jetzt aber lasse man dieselben gar nicht mehr durch. „Daily Mail" giebt noch immer der Zuversicht Ausdruck, daß der endgiltige Sieg den Engländern gewiß sei. Die letzte Niederlage habe nur den Zeitpunkt des Sieges etwas hinausgeschoben. Loudon, 2. November. Obgleich bis jetzt über die Taktik des Generals Buller in Südafrika nichts bekannt ist, wird trotzdem in Kreisen, welche mit dem Kriegs- ministerium in Verbindung stehen, versichert, daß Buller es damit bewendet sein lassen werde, dem General White größere Verstärkungen zuzusenden, um die Buren hi Respekt zu halten. An der Spitze der übrigen Truppen werde Buller dann sofort in westlicher Richtung gegen den Oranjefreistaat vorgehen. Nur von dieser Seite aus sei freies Gelände zum Vordringen vorhanden. Von Bloemfontein werde er alsdann nach Prätoria weitermarschieren. London, 2. November. Aus Ladysmith wird von Dienstagnacht berichtet: Die Geschütze der Buren wurden im Laufe des Tages zweimal zuuc Schweigen gebracht. Die Truppenmacht der Buren bewegt sich südwärts offenbar zum Angriff auf die nach Olenso führende Eisenbahn, um die Verbindung nach Süden zu unterbrechen. Nach einer Depesche aus Durban vom Montag feuerten die Buren ihr schweres Geschütz im ganzen 13mal ab. Die Granaten richteten jedoch wenig Schaden an, weil das Material schlecht war und nicht explodierte. Deutsches Reich. DerN», 2. November. Der Kaiser hörte heute vormittag von 9 Uhr ab die Vorträge des Kriegsministers und des Generals von Hahnke. — Zur Frühstückstafel beim Kaiserpaar waren gestern die Herren der nach Madrid bestimmten Deputation geladen. Nachmittags unternahm der Kaiser einen Spazier- -ritt und arbeitete demnächst allein. Zur Abendtafel waren Einladungen nicht ergangen. — In Anwesenheit des Königs von Württemberg fand gestern auf dem Hauptpostamt in Stuttgart die Besichtig- Ang und Prüfung der neuen Fernsprechleitung Stuttgart-Berlin statt, welche heute dem allgemeinen Verkehr übergeben wird. Der König sprach zur Probe mit seiner Tochter, der Erbprinzessin zu Wied in Potsdam. Der Staatssekretär des Reichspostamtes von Podbielski beabsichtigt, heute nachmittag nach München weiterzureisen. — Die „Nordd. Allg. Ztg." kann bestätigen, daß im Reichsamt des Innern der Entwurf einer neuen Seemannsordnung fertiggestellt ist und nebst Entwürfen einiger in enger Beziehung zur Seemannsordnung stehenden Gesetzen, insbesondere eines Gesetzes, betr. die Verpflichtung deutscher Kauffahrteischiffe zur Mitnahme heimzuschaffender Seeleute, und eines die Regelung des sogenannten Heuerbaaswesens bezweckenden Gesetzes, dem Bundesrat voraussichtlich binnen kurzem zugehen wird. Die Entwürfe ständen auf einem entschieden arbeiterfreundlichen Standpunkte. Nach der Vorlage an den Bundesrat dürfte die Veröffentlichung der Entwürfe zu erwarten sein. Berlin, 2. November. Der Besuch des russischen Kaiserpaares ist bis zur nächsten Woche verschoben worden, wird aber über den ganzen Tag ausgedehnt, während ursprünglich hierfür nur wenige Stunden in Aussicht genommen waren. Das Zarenpaar wird nach den neuesten Bestimmungen am nächsten Mittwochvormittag auf der Wildparkstation eintreffen und im Neuen Palais Wohnung nehmen. Erst spät abends wird, dem „Lokal- Anzeiger" zufolge, die Weiterreise nach Skierniewice angetreten, woselbst sich der Zar ca. fünf Tage aufzuhalten gedenkt. — Wie das „Berliner Tageblatt" berichtet, werden in Potsdam ohne Zweifel hochpolitische Erörterungen zwischen dem deutschen und russischen Kaiser und den beiderseitigen Ministern stattfinden. — Was den Besuch Kaiser Wilhelms in England betreffe, so sei darüber auch heute noch keine definitive Entscheidung getroffen. Es sei nicht anzunehmen, daß die Entscheidung vor dem Zusammentreffen des Kaisers mit dem Zaren fallen wird. — Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet aus Kamerun: Heber den Ueberfall der Station Kribi durch die Bulis liegt nunmehr der amtliche Bericht vor. Der Gouverneur von Kamerun hatte bereits auf die erste Nachricht von den Räubereien der Buli-Stämme die Hilfe des Kanonenbootes „Habicht" nachgesucht. Der Kommandant des „Habicht" kam dem Ansuchen bereitwillig nach, mußte aber bei näherer Prüfung der lokalen Verhältniffe davon Abstand nehmen, die mehrere Tagemärsche von der Küste entfernten Buli- Stämme zu bestrafen. Auch war das beigegebene Hilfs- korps zu schwach, um gegen die Eingeborenen die Offensive zu ergreifen. Der „Habicht" kehrte nach Kamerun zurück. Hierdurch übermütig gemacht, scheinen die Bulis die Abwesenheit der Schutztruppe benutzt zu haben, um ihre Räubereien auszudehnen. Auf die Meldungen vom 24. und 25. September sandte der Gouverneur 36 Mann von der Polizeitruppe und 20 Mann von der Schutztruppe mit einem Dampfer nach Kribi. Die ersten Angriffe der Bulis auf Kribi wurden zurückgetrieben. Am 25. September vormittag griffen die Bulis, 500 Mann stark, die Mission an, welche durch sieben Polizeisoldaten, drei Brüder, zwei Paters und fünf Kaufleute verteidigt wurde. Bruder Hoffmann und von Maltzahn wurden gleich anfangs verwundet. Schließlich mußte die Mission aufgegeben und die Verteidigung auf die Brücke beschränkt werden. Gegen 1 Uhr wurde der Woermann Dampfer sichtbar, worauf die Bulis sich zurückzogen; die Mission war jedoch ganz ausgeraubt, ebenso die Zweigfaktoreien. Bis 1. Oktober waren neue Nachrichten nicht eingetroffen. Die „Nordd. Allg. Ztg." fügt hinzu: Wenn eS den Bulis nicht gelungen ist, die Küstenplätze zu nehmen, ist dies in erster Linie v. Maltzahn zu verdanken und den übrigen mitkämpfenden Weißen, die Anerkennung und Bewunderung verdienen. Nach den letzten Meldungen ist die Ruhe vorläufig gesichert. — In den hiesigen Abendblättern wird ein Aufruf des Komitees des deutschen Korps von Transvaal veröffentlicht, in welchem dasselbe die ernstliche Bitte an die deutschen Brüder in der alten Heimat und im Auslände richtet, ihrer Landsleute zu gedenken in der ihnen bevorstehenden ernsten Zeit. Durch die englische Verschleppungs» und Beunruhigungs- Politik sei eine geregelte Entwickelung von Handel und Wandel geradezu unmöglich. Es seien dadurch viele Angehörige des deutschen Korps seit Monaten stellungslos und ohne jeglichen Verdienst. Eine Besserung der Lage sei in absehbarer Zeit Nicht zu erwarten. (Vergl. folgende ausführliche Meldungen.) - Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt- In einem hiesigen Blatte war unter Berufung auf amtliche Kreise Angaben verbreitet, durch welche die politische Bedeutung der bevorstehenden Begegnung des Kaisers mit dem Zaren im voraus und tendenziös abgeschwächt werden sollte. Sofern bei diesen Anstrengungen überhaupt amtliche Kreise in Betracht kommen, können es | sicherlich nicht deutsche, sondern nur fremdländische sein. Es I genügt, dies hierdurch festzustellen. Der Inhalt jener An- I gäbe, wonach es sich nur um eine ganz flüchtige Begrüßung I Privaten Charakters handle, ist selbstverständlich unbe- I gründet. — Ueber die Rückkehr des Prinzen Heinrich I von Preußen aus Ostasien berichtet der „Ostas. Lloyd": „Se. König! Hoheit Prinz Heinrich gedenkt zunächst einige Wochen in Tsintau zu bleiben. Zwischen dem 4. und 6. November wird er in Wusung eintreffen, um nochmals Wohnung in Shanghai zu nehmen. Für eine zweite Fahrt nach Hankou, von der früher die Rede war, wird schwerlich die nötige Zeit zu erübrigen sein. Den Dezember gedenkt Se. I Königl. Hoheit in Hongkong zu verleben, wo S. M. S. „Deutschland" ins Dock gehen soll; Anfang Januar wird Prinz Heinrich dann die Heimreise antreten, die ihn zunächst nach Siam bringen dürfte. Im Mai nächsten Jahres sieht man der Ankunft der „Deutschland" in Kiel entgegen, welchen Hafen das Schiff im Dezember 1897 verließ." — Hilfe den Deutschen. Wir erhalten folgende Zuschrift, datiert Prätoria, 9. Oktober, um deren weiteren Abdruck in anderen Blättern gebeten wird: Aufruf. Der für die gerechte Sache der Buren zu freiwilligem Kriegsdienste zusammengetretene Verein der Deutschen Transvaals richte! an die deutschen Brüder in der alten Heimat und im Auslande die herzliche Bitte, ihrer Landsleute zu gedenken in der chnen bevorstehenden ernsten Zeit. Im Vertrauen darauf, daß die anläßlich des ruchlosen Einfalles von Dr. Jameson der Transvaalrepublik erwiesenen Sympathieen sich unverändert im Herzen des deutschen Volkes erhalten haben, hoffen wir, daß unsere deutschen Brüder uns auch diesmal ihre teilnehmende Hilfe nicht versagen werden, wo es gilt, den zurückbleibenden Frauen und Kindern der deutschen Kämpfer bezw. Verwundeten, Witwen und Waffen in ihrer bedrängten Lage beizustehen. Durch die englische Verschleppungs» und Beunruhigungspolitik war seither eine geregelte Entwickelung von Handel und Wandel geradezu unmöglich und sind dadurch viele Angehörige unseres Korps seit Monaten stellenlos und ohne jeglichen Verdienst. Eine Besserung der Lage ist in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Das Komitee des deutschen Korps Transvaals. Geldbeträge nimmt Herr Winterfeldt, Generalkonsul der Südafrikanischen Republik in Berlin, zur Weiterbeförderung entgegen. Frankfurt a. M., 2. November. Der englische Delegierte und gegenwärtige Präsident der „Dette Puplique" Fritzgerald Law ist zum Generalsekretär derFinanzen in Indien ernannt worden. An seiner Stelle bei der „Dette Puplique" ist Block, erster Dragoman bei der hiesigen englischen Botschaft, in Aussicht genommen. Frkft. Ztg. Kothen i. A.» 2. November. Das hiesige „Tageblatt" hat eine Privatmeldung aus Natal erhalten, welche besagt, daß in der Delagoabai seit längerer Zeit die Pest herrsche, weshalb man in großer Besorgnis hinsicht- lich des englischen Militärtransportes sei.__________________ Ausland. Brünn, 2. November. Die Nachricht von der Inbrandsetzung eines jüdischen Tempels und mehrerer Häuser durch die Tschechen in Gaya wird für unbegründet erklärt. Die heutige Kontrollversammlung nahm einen ruhigen Verlauf. Paris, 2. November. Verschiedene hervorragende Mitglieder der ottomanischen Kolonie erhielten verläßliche Mitteilungen aus Konstantinopel, der Sultan sei einer Verschwörung auf die Spur gekommen, deren Ziel die Uebertragung des Khalifats an eine von zwei fremden Mächten unterstützte, diesen durchaus ergebene Persönlichkeit sei. Eine Erhebung in Arabien soll die Ausführung des Planes unterstützen. Der künftige Khalif soll seinen Sitz in Afrika oder Asien haben. Loudon, 2. November. Nach dem gestrigen Ministerrat begab sich Lord Balfour zur Königin, um diese über die Lage in Südafrika zu unterrichten und ihr die Beschlüsse des Ministerrates mitzuteilen. London, 2. November. Obgleich bis jetzt über die Taktik des Generals Buller in Südafrika nichts bekannt ist, wird trotzdem in Kreisen, welche mit dem Kriegsministerium in Verbindung stehen, versichert, daß Buller es dabei bewenden lassen werde, dem General White größere Verstärkungen zuzusenden, um die Buren in Respekt zu halten. An der Spitze der übrigen Truppen werde Buller dann sofort in östlicher Richtung durch den Oranje-Freistaat vorgehen. Nur von dieser Seite aus sei freies Gelände zum Vordringen vorhanden. Von Bloemfontein werde er alsdann nach Prätoria weiter marschieren. Madrid, 2. November. Betreffs der Anordnung der Finanzdebatten ist zwischen den Oppositionsparteien und der Regierung keine Einigung erzielt worden. Die Regierung hofft jedoch, daß für den Januar das neue Budget formiert sein wird. Konstantinopel, 2. November. Das Gerücht über den Empfang einer Note der russischen Regierung, worin die Oeffnung des Bosporus und der Dardarnellen für fremde Kriegsschiffe verlangt worden sei, wird seitens der Pforte dementiert. Konstantinopel, 2. November. Ein kaiserliches Jrade verbietet die Einfuhr von Gegenständen mit heiligen Inschriften. Jede derartige Sendung wird konfisziert; Schadenersatz wird nicht geleistet. Athen, 2. November. Im Hafen von Piracus ist eine österreichische Escadre von drei Panzerschiffen und einem Avisdampfer eingetroffen.______ Lokales und Vroonyrelles. * Gießen, den 3. November. ** Geschichtskalender. (Nachdruck verboten.) Dor 49 Jahren, am 4. November 1850, sterb zu (Stuttgart der Dichter Gustav Schwab. Seine Lyrik ist reflektierend und rhetorisch, oielgesungen das Lied „Bemooster Bursche zieh' ich aus". Seine Balladen und Romanzen sind kräftig, oft mit überraschendem Schluß, tüchtig seine I Prosawerke. Schwab wird neben Uhlavd und Körner immer noch I als Der tretet der „schwäbischen Tichtersckrule" aniesehen, obwohl es in Wirklichkeit eine solche nie gegeben. Er wurde am 10. Juni 1792 zu Stuttgart geboren. •• Bauernregeln für den Monat November. Allerheiligen^ Sommer für alte Weiber, ist des Sommers letzter Vertreiber. — Wenns um Allerheiligen schneit, lege deinen Pelz bereit. — Ist am Allerheiligen der Birkenspan trocken, müssen wir lange hinter dem Ofen hocken; ist er aber naß und nicht leicht, so bleibt der Winter lange feucht. Sankt 1 Martin setzt sich schon mit Dank am warmen Ofen auf die Bank. — Markustag (11.) trüb, macht den Winter lind und lieb; ist er aber hell, so macht er das Wasser zur Schell (Scholle). — Am heiligen Martin, Feuer im Kamin. — Wenn um Martin Nebel sind, so wird der Winter meist gelind. — Um Martini Sonnenschein, tritt ein kalter Winter ein. — Jst's um Martini trocken und kalt, im Winter die Kälte lange anhalt. — Sankt Elisabeth (19.) sagt es an,, was der Winter für ein Mann. — Katharinenwinter (25.), Plackwinter. — Viel und langer Schnee, giebt viel Frucht und Klee. — Zu zeitiger Schnee thut den Saaten weh. — Wenn im November Donner rollt, wird dem Getreide Lob gezollt. — Baumblüte noch spät im Jahr, nie ein gutes Zeichen war. — Martini will Laub nicht mehr sehn, sonft muß man im Winter vor Kälte vergehn. * ** Aufruf für die verwundeten Buren. Großbritannien hat den lang ersehnten Krieg mit den beiden niederdeutschen Burenstaaten, Oranjefreistaat und Transvaal, erreicht. Auf welche Seite der Sieg fällt, ist noch ungewiß. Gewiß aber ist für die übrige ganze Erde, auf welcher Seite das Recht steht: Die tapferen Buren verteidigen ihre Freiheit und Unabhängigkeit. Wir aber sollen nicht vergessen, um was es sich handelt in dem südafrikanischen Kriege: Kämpfen die Buren auch zunächst für sich und ihre Rechte, so vertreten sie zugleich auch unsere Interessen in Südafrika. Unterliegen sie, dann ist unser wertvollstes Neuland Deutschsüdwestafrika und Deutschostafrika von britisch-afrikanischen Weltreichen umringt, ungeschützt und bedroht. Das Blut, das von den Buren vergossen wird, fließt auch für Deutschlands Sache — und es ist deutsches Blut, denn Deutsche des norddeutschen Flachlandes, Deutsche so gut wie wir sind die freiheitsdurstigen Söhne der Burenstaaten, wenn auch noch nicht in allen dies Bewußtsein klar lebt, so wenig wie in den getrennten deutschen Stämmen vor den Jahren 1866 bis 1870. Und laut spricht in uns die Stimme des Blutes in den Tagen ihrer Not. So rufen wir das deutsche Volk auf, das Gefühl gemeinsamen Blutes und gemeinsamerJnteressen zu bethätigen, indem wir hilfreich den verwun- detenBuren und den hinterlassenen Witwen und Waisen der gefallenen Buren bei stehen, ihnen Pflege und Stütze zu geben suchen. Die Welt soll wissen, daß Deutsche Deutsche in Not und Bedrängnis nicht gänzlich verlassen. Jede Gabe — auch die kleinste — ist willkommen; denn sie ist ein Zeichen deutscher Gemeinbürgschaft. Schon ist Blut geflossen, unsere Hilfe auf den Pässen der Drakensberge und in den Ebenen Natals und des Griqua- landes dringend, und der Weg bis dahin ist weit. Sendungen nimmt in Empfang: 1. Die Geschäftsstelle dieser Zeitung. 2. Die Hauptleitung des Alldeutschen Verbandes, zu Händen des Herrn Fischer, Berlins. 33, Lützowstraße 85 b. 3. Sämtliche Ortsgruppen des Alldeutschen Verbände-. Drum eile ein jeder, seine Gabe zu bringen, ehe es zu spät ist. Berlin, den 30. Oktober 1899. Der Alldeutsche Verband. • * Ordensverleihungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 25. Oktober dem Bürgermeister Adam Seelinger IX. zu Lampertheim das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps deS Großmütigen zu verleihen. Schulnachricht. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädigst geruht, am 28. Oktober de» Lehrer an dem Gymnasium zu Mainz, Professor Jakob Schlenger, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen, treuen Dienste mit Wirkung vom 1. November 1899 an in den Ruhestand zu versetzen und demselben aus diesem Anlaß die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen. • * Anzeigepflicht der Aerzte. In Anbetracht der in mehreren Gemeinden des Kreises Marburg während der letzten Zeit vorgekommenen zahlreichen Typhusfälle ist die Anzeigepflicht der Aerzte bis auf weiteres auf die genannte Krankheit für den Umfang des Kreises Marburg ausgedehnt worden. * * Polizeibericht. Ein Schaffner der Bieberthalbahn wurde gestern auf Station Bieber plötzlich geisteskrank und mußte nach der Klinik dahier verbracht werden. — Gestern abend gegen 8 Uhr wurde aus der Mälzerei der Bichler scheu Brauerei Feuer gemeldet, welches alsbald vom Personal gelöscht wurde. Darmstadt, 2. November. Gegen 12 Uhr trafen heute auf Jagdschloß Wolfsgarten Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin von Baden und Ihre Königlichen Hoheiten der Erb großherzog und die Erbgroßherzoginvon Baden, Seine Königliche Hoheit der Großherzog vonSachsen- Weimar-Eisenach, Seine Kaiserliche Hoheit Großfürst Michael von Rußland, sowie Seine Großherzogliche Hoheit Prinz Wilhelm ein. Im Gefolge befanden sich die Hofdamen Freiin v. Reck und Fräulein v. Göler, Generalmajor Müller, Generaladjutant Oberschloßhauptmann Frhr. v. Berkheim, Kammerherr Rittmeister Gras Byland, Flügeladjutant Hauptmann v. Pfeil, Ordonanz-Osfizier Frhr. I 6tÄ »° öS® i ^edttr Md vr HL r>-3° Still. Rafflet ift tEäi Mich zu genügen- «egt. Rr. 8? Ml hierher zu bringen, zwei aber zurrst m rin, von wo aus d erst noch dnnal rc er den Sergeanten halte angenommen, bleiben zu lange d und meldete in di Mann hatte aber _ sondern er setzte f stellte sich dort n (fr gehört jetzt der »entes an. Müen, 2. Henle in unseren Schneider trat wohlverdienten A Konferenz SBrauni iu5 weiter Ferne sich um ihren we auch die Frauen * Verl«, 2, Verhaftung der Luise Sünlher itr Serhche/e fit Saltntini m Id Hat in Serbad * Vnlm, 2. dirwissenichas in Berlin mit alle zur Belämpsung t genommen. M Berlin) eine groß Hagen), die üon ^eichätagSabgeord Tierquälereien, dieser Sache Licht durchschlagenl Mtlrationen bet ^gespannte Wg bn9$am verbranr 2? grausam gema - alL za üben gegEn bi S6 b,e "Wlity Mnng gegen ben ti Ä'9« (Lebhafter -^sträubende« Ste”' =trai c * * horch' S SÄ i‘us. ’Säl'i S^Uh"1 '* !> bet Söitfenf?96 beint6 > ^en rpQnt*, wt[ ejQ^na nf Qm toatmcneS1' Sanü I '"acht den W??",dir }t et das ®Qrt" er 1,nbunb °rtin, ^euer imr jUt Schell so töitb h. - schein, tritt ein?'htet me^ 'en unb At Ä*,er e*s,wtt: ^^ürmenivinter(25) SButeo. " 't[*e».«'9 M. fa Seite der Sieg fallt, ist ^^du Aige ganze Erde, steht: Die tapferen Buren D Unabhängigkeit. Wir ' toa§ e§ stch handelt in der. 'etl ble Buren auch zunächst vertreten sie zugleich auch vafrkka. Unterliegen sie, Kulant, Deutschsildwest- ka von bn'tisch-afrikanlHen und bedroht. Das Blut, >ssen wird, flieh! auch - unb es ist deutsches rutschen Flachtaubes, Deutsche tsdurstigen Söhne der Bum- in allen dies Bewußtsein flar :nnten deutschen Stämmen öor Und laut spricht in uns in den Tagen ihrer Not. Volk auf, das Gefühl ge- lemeinsamerJnteressen r hilfreich den verivun terlasfenenWitivenund Suren beifteftn, ihnen dien. Die M M wissen, und Bedrängnis nicht gänz- ruch die kleinste - ist * \ deutscher GemeindLrtzschast. e W aus den Lösten der neu Natals und des Griqua> dis dahin ist weit. Srndungcu Geschästsfirlle dieser Zeitung, .utschen Lerbandes, zu Händen a W. 33, Lützowstraße 8o d. des Alldeutschen Lerbandes. Nabe zu bringen, ehe es zn jet 1899. . llld-»llche B-rbB Seine ciinä'^jSwW Lerdienstordens y^wv geruht, «® 2»; ” zF zu ®pÄÄ Dienste tnn „nd sM: KLS .,»*«**; tfSy'S1 d-hier «llb!a® J *« * | 7»* 1 gp ÄH lA 'U«< äs".: d Ä*Ä v. Stolzenberg. Um 121/? Uhr fand im Schlöffe Früh- stückstafel statt, woran die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften nebst Gefolge, sowie der Kaiser!. Russische Staatsminister Graf Murawjew Exz. und Fürst Tolstoi teilnahmen. Die Rückreise der hohen Gäste erfolgt im Laufe des Nachmittags. △ Groß-Umstadt, 2. November. Der neuernannte Direktor der hiesigenReal - undLandwirtschafts- schule Herr Dr. Lahm, bisher zu Gernsheim, wurde bereits feierlich in seinen neuen Dienst eingewiesen. Sämtliche Lehrer und Schüler der Anstalt wohnten dem Akte bei. Ansprachen hielten die Herren Geheime Oberschulrat Nod- nagel-Darmstadt, Direktor Dr. Lahm und Neallehrer Prof. Dr. Heil. Die Zöglinge verherrlichten den Einweisungsakt durch den Vortrag sinniger Chorgesänge. Mainz, 3. November. Bischof Dr. Paul Leopold Haffner ist gestern abend infolge eines Schlaganfalles gestorben. A Mainz, 3. November. Die' Beisetzung des gestern verstorbenen Bischof Haffner erfolgt am Montag. Mainz, 2. November. Ein Heeresunsicherer. In Frankfurt a. M. hatte sich am Montag ein Heeresunsicherer der Militärbehörde gestellt, um seiner Militärpflicht nachträglich zu genügen. Er wurde dem hiesigen 1. Nass. Jnf.- Regt. Nr. 87 zugeteilt und ein Sergeant beauftragt, ihn hierher zu bringen. Auf dem Wege zur Bahn kehrten die zwei aber zuerst mit noch einem Freunde in einer Wirtschaft ein, von wo aus der Heeresunsichere Gelegenheit nahm, sich erst noch einmal rasieren zu lassen. Damit fertig, verfehlte er den Sergeanten und stand nun ratlos da. Der Sergeant hatte angenommen, daß der Heeresunsichere, weil sein Weg- bleiben zu lange dauerte, wieder die Flucht ergriffen hätte, und meldete in diesem Sinne seiner Behörde. Der junge Mann hatte aber gar nicht so schlimme Gedanken gehabt, sondern er setzte sich auf die Bahn, fuhr nach Kastel und stellte sich dort noch einmal freiwillig der Militärbehörde. Er gehört jetzt der 9. Kompagnie des obenerwähnten Regimentes an. Boubaden, 2. November. Eine erhebende Feier hat heute in unserem Dorfe stattgefunden. Herr Lehrer Schneider trat nach vollendeten 45 Dienstjahren in den wohlverdienten Ruhestand. Fast die sämtlichen Kollegen der Konferenz Braunfels, darunter auch ein ehemaliger Schüler aus weiter Ferne, Herr Rektor Rehorn aus Ohligs, hatten sich um ihren werten Senior versammelt und nahten, wie auch die Frauen des Dorfes, mit kostbaren Geschenken. Vermischtes. * Berlin, 2. November. Zu der in Bonn erfolgten Verhaftung des Wilhelm Nonn wegen Ermordung der Luise Günther wird der „Voss. Ztg." von dort gemeldet: Der Verhaftete stand lange Zeit bei dem ermordeten Valentini in Arbeit; man hat ihn auch wegen dieser That in Verdacht. * Berlin, 2. November. Die Agitation gegen die wissenschaftlichen Tierfolterungen wird jetzt in Berlin mit allem Hochdruck betrieben. Der „Weltbund zur Bekämpfung der Vivisektion" hat sie hier in die Hand genommen. Kürzlich hatte der „Weltbund" (Abteilung Berlin) eine große Versammlung veranstaltet (bei Buggenhagen), die von mehr als tausend Personen besucht war. Reichstagsabgeordneter Professor Förster sprach gegen die Tierquälereien. Neu ist wohl, daß auch in den Dienst dieser Sache Lichtbilder gestellt werden. Sie sind freilich von durchschlagender Wirkung. Die Bilder waren nach Illustrationen bekannter physiologischer Lehrbücher hergestellt. Aufgespannte Vögel, angeschnittene Hunde, Kaninchen, die langsam verbrannt werden, im Hals durchstochene Schafe, ein grausam gemartertes, mit dem Kopf nach unten hängendes Pferd — alles zog in schauerlicher Deutlichkeit an den Augen der Zuschauer vorüber. Die Regierung ist bis jetzt unthätig geblieben gegen die Greuel, rief Professor Förster aus, jetzt muß die öffentliche Meinung auf den Plan. Was ist aus der vom Kultusminister Boffe versprochenen strengen Untersuchung gegen den Breslauer Sanitätsrat Reißer geworden, der unschuldigen Menschen Syphilisgift eingeimpft hat? Die Oeffentlichkeit hat ein Recht darauf, näheres zu erfahren! (Lebhafter Beifall.) Mit Recht regt man sich über die haarsträubende Roheit auf, mit der soeben im Tiergarten Werke der Kunst beschädigt worden sind. Und wenn dies von Medizinern an menschlichen Versuchsobjekten geschieht? Und ob die Vivisektion auch einen gewissen Nutzen hätte für die Wissenschaft — sie muß unter das Wort gestellt werden: „Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewänne und nähme doch Schaden an seiner Seele?" (Lebhafter Beifall.) Jede Teufelei und Roheit soll erlaubt sein, (weil es die Wissenschaft fordert? Und das nennt man Freiheit? Freiheit des Gedankens und der Worte wird niemand der Wissenschaft streitig machen. Aber Freiheit des Handelns? Das wäre Strauchdiebmoral! (Lebhafter Beifall.) Zum Schluß nahm die Versammlung einstimmig eine längere Erklärung an, die sich gegen die wissenschaftliche Thierquälerei ausspricht. Der Vorstand wurde beauftragt, die Erklärung d-er Königlichen Staatsregierung 'einzureichen. Hamburg, 2. November. An Bord des Glasgower- Dampfers „Snippe" fand gestern beim Löschen der Ladung eine Kessel-Explosion statt, wodurch das Deck zertrümmert wurde. Die umherfliegenden Wrackslücke richteten i:nt Maschinenraume mannichfachen Schaden an. Ein Mann teer Besatzung wurde getötet, ein anderer schwer verletzt. * Meißen,31. Oktober. Ein gefährliches Spiel- zzeug. In der Werkstatt des Kupferschmiedemeisters Thum e:x Plädierte gestern ein kleiner, auf vier Atmosphären berechneter Dampfkessel, der als Kinderspielzeug dienen jioüte, flog dem dicht dabeistehenden Meister an den Kopf, . iß diesen mit furchtbarer Gewalt vom Rumpfe und schleuderte ihn durchs Fenster 12 Meter in den Hof hinaus. Thum hatte den Kessel auf seinen Druckwiderstand Prüfen wollen und deshalb an das offene Herdfeuer gestellt. Der erst 41jährige Mann, der übrigens schon ein Bein verloren hatte, hinterläßt eine Witwe mit vier Kindern. * Rom, 2. November. Eine Weltausstellung in Rom. Wie italienische Blätter erzählen, trägt man sich in Italien mit der Absicht, in der Ewigen Stadt im Jahre 1910 eine internationale Weltausstellung zu veranstalten, gegen welche die Pariser Weltausstellung von 1900 das reine Kinderspiel sein soll. * Paris, 2. November. Der Expreßzug Paris- Bordeaux stieß heute bei der Station Thouars mit einem Güterzuge zusammen. Zwei Personen wurden getötet, zahlreiche verletzt. Dem bonapartistischen Deputierten d'Ornano wurden beide Beine zermalmt. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 5. November. 23. nach Trinitatis. Reformationsfest. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9«/, Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Dr. ©rein. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markus- gemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Konfirmandensaal, Kirchstratze. Vormittags 11 Ubr: Kinderkirche für die Mattbäusgemeinde. Pfarrer Schlosser. Die Knaben versammeln sich im unteren, die Mädchen im oberen Saale. Vorbereitung Samstag um 3 Uhr im oberen Saale. Nächsten Sonntag, den 12. November, findet im Hauptgottesdienst die ordentliche Kirchenvisitation durch Herrn Prälat D. Habicht statt. Dabei wird auch eine Prüfung der Neukonfirmierten aus der Matthäus- und Markusgemeinde vorgenommen, wozu zu erscheinen diese hiermit aufgefordert werden. Behufs Anweisung der Plätze sollen sie sich auch schon an diesem Sonntag, den 5. November, nach dem Vormittagsgottesdienst auf den Konfirmandenbänken einfinden. Donnerstag den 9. November, abends 8 Uhr, Bibelstunde in dem Konfirmandensaal (Kirchstraße): 2. Brief Pauli an die Korinther. 2. Kap. Pfarrer Schlosser. In der Johanneskirche. Reformationsfest und Kirchenvisitation für die Lukas- und Johannesgemeinde. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Euler. Herr Prälat D. Habicht hält eine Ansprache an die Gemeinde, und nimmt dann die Religionsprüfung der Neukonfirmierten vor. Die Neukonfirmierten aus der Lukas- und Johannesgemeinde werden aufgefordert, im Vormittagsgottesdienst zu erscheinen und die Konfirmandenplätze einzunehmen. Nachmittags Vs3 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Nach allen Gottesdiensten Kollekte für die Gustav-Adolf- Stiftung. Montag den 6. November, abends 8 Uhr: Bibelstuude im Konfirmandensaal der Johanneskirche. 1. Thessalonicherbrief. Kap. 2. Des Apostels freudiges und lauteres Wirken in der Gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Katholische Gemeinde. Samstag den 4. November. Nachmütags um 4% Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag den 5. November. 24. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6Vi Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und in derselben Austeilung der heil. Communion; , um v Uhr: Die zweite heil. Mesie; „ um 9i/g Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 5 Uyr: Christenlehre: darauf Andacht für die Abgestorbenen. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag den 4. November 1899. Vorabend 4" Uhr, morgens 9 Uhr, nachmittags 3 Uhr Schrifterklärung, Sabbathausgang 5« Uhr. Handel und Umkehr. Volkswirtschaft. Frankfurter Börse vom 2. November. Wechsel auf New-York zu 4.191/2-201/?. Prämien auf Kredit per ult. November 1.757-, do. per ult. Dez. 3.207 , Diskonto Kommandit per ult. Nov. 1.407 , do. per ult. Dez. 2.557o, Lombarden per ult. Nov. 0.75%, do. per ult. Dez. 1.15%, Staatsbahn per ult. Dez —.—%• Notierungen: Kreditaktien 232.10, Diskonto-Kommandit 192.90-193.20-193,Staatsbahn 142.80-143.30, Gotthard 143.50.60, Lombarden 38-33.10, Ungar. Goldrente 97.80, Italiener 92.80, Sprozentige Mexikaner —.—, 3proz. Mexikaner 25.70, Oesterr. Coupons 84%, Amerik. Coupons 4.18%, Privat-Diskont 5%% G. 1% bis 2% Uhr: Kredit 232.20-231.70 Diskonto Kommandit 193-192.60, Staatsbahn 143.10-142.90, Lombarden 33.10-33, Bochum 258.60-80-30. Kartoffeln. Magdeburg. Eßkartoffeln 450 bis 5.00 Mk. für 100 Kilo. — Stettin. Kartoffeln 3.20 bis 3.80 Mk. für 100 Kilo. — Nordbausen. Kartoffeln 4.50 bis 5.00 Mk. für 100 Kilo. — Konstanz. Kartoffeln 1.00 Mk. für 20 Liter. — Freiburg. Kartoffeln 0.80 Mk. für 20 Liter. Offenburg. Kartoffeln 0.80 Mk. für 20 Liter. — Karlsruhe 0.80 Mk. für 20 Liter. — Mannheim. 3.55 bis 4.00 Mk. pro Ctr. — Ludwigshafen. 2.85 bis 3.50 Mk. pro Ctr. -- Frankenthal. 5.00 bis 6.00 pro 100 Kilo. — Landau. 3.10 Mk. pro Ctr. — Stuttgart. 3.00 bis 3.30 pro Ctr. — Petroleum. Amerika hat die Preise für Pettoleum wieder erhöht, trotzdem das Geschäft sehr träge war. Unsere vor Wochen schon ausgesprochene Vermutung, daß die, Preise noch bedeutend in die Höhe gehen werden, bewahrheitet sich somit. Ärmste Meldungen. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 3. November. Der Bundesrat nahm dem „Lokal-Anzeiger" zufolge in seiner gestrigen Sitzung die Mitteilung des Staatssekretärs Tirpitz entgegen, daß eine neue Marine-Vorlage ausgearbeitet werde und dem Bundesrat demnächst zugehen soll. Der Staatssekretär machte nur Mitteilungen über die Grundzüge der Vorlage, wie sie das Marine-Programm vor einigen Tagen veröffentlicht. Ein Meinungsaustausch fand nicht statt. Der Vortrag war auch nicht bestimmt, einen solchen hervorzurufen, sondern entsprach im wesentlichen einer Formalität. Die Vorlage wird namens des Reichskanzlers an den Bundesrat gelangen. Dem Reichstage wird sie schwerlich vor Mitte Januar zugehen. Der Staatssekretär v. Bülow wohnte der gestrigen Sitzung des Bundesrats nicht bei. Rom, 3. November. Das Blatt „Roma" beglückwünscht die Buren zu ihrem Siege über die Engländer und hofft, daß die Buren das Joch der Engländer vollständig abschütteln werden. Lüttich, 3. November. Der hier ausgebrochene Gruben- arbeiter streik ist beigelegt, nachdem die Grubenbesitzer den Arbeitern eine Lohnerhöhung von 5 Prozent zugebilligt haben. Paris, 3. November. Infolge eines Zusammenstoßes zweier Straßenbahnwagen wurden 18 Personen, darunter einige schwer, verletzt. Paris, 3. November. Ein Telegramm aus Beirut berichtet, daß das französische Mittelmeergeschwader unter dem Befehl des Admirals Fournier gestern abend im dortigen Hafen eingetroffen ist. Das Geschwader verbleibt zwei Wochen in diesem Hafen. Vom Kriegsschauplatz. Loudon, 3. November. Nach einer Meldung aus Kapstadt haben die Nachrichten von einem Siege derBuren bei Ladysmith dort große Aufregung hervorgerufen. Die Afrikander verhehlen ihre Freude hierüber nicht. Gouverneur Millner ist über ihre Haltung beunruhigt. In den Kämpfen bei Ladysmith verlor General White ungefähr 3500 Mann an Toten, Verwundeten und Gefangenen. Ein Sieg wurde durch die Freistaat-Buren errungen, unter dem Befehl des Generals Lukas Meyer, welcher sich Colensos bemächtigte, und so dem General White den Rückzug abschnitt. White soll verwundet sein. Die Einschließung von Ladysmith ist eine vollständige. Die Buren haben sich der Eisenbahn nach Pietermaritzburg und Durban bemächtigt. — Vom westlichen Kriegsschauplatz wird gemeldet, daß Mafe- king fest eingeschlossen ist, und daß die Ausfälle der Engländer durch die Buren siegreich zurückgeschlagen werden. Die Uebergabe der Stadt ist zu erwarten. Ferner wird bestätigt, daß die Freistaatburen sich Colensos bemächtigt haben. Vorbereitungen von Truppenbewegungen werden in De Aaar, dem Eisenbahnknotenpunkt südlich von Kimberley gemacht. Es liegt die Möglichkeit vor, daß die Truppen des Generals Buller sich dort konzentrieren werden, um von mehreren Seiten den Oranje-Freistaat anzugreifen. London, 3. November. Das Kriegsministerium gab gestern abend um 11 Uhr folgende Depesche aus: Der Gouverneur von Natal benachrichtigte das Kolonialamt, daß seit 2'/, Ühr heute nachmittag die telegraphische Verbindung mit Ladysmith unterbrochen ist. London, 3. November. Aus Durban wird berichtet, der Natal-Merkur bringt eine Meldung über einen Ar- tilleriekampf, welcher am vergangenen Montag bei Ladysmith stattgefunden hat. Dem Korrespondenten dieses Blattes zufolge, nahmen 42 englische Geschütze an diesem Kampfe teil. Besonders die Marine-Artillerie hat durch ihr Feuer großartige Leistungen erzielt. London, 3. November. Im Kriegsamte ist über einen angeblichen neuen Sieg der Buren bei Colenso nichts bekannt. Einzelnen Blättermeldungen zufolge, sollen die Verluste der Engländer bei diesem Treffen fast ebenso bedeutend gewesen sein, wie bei Ladysmith, jedoch heben andere Zeitungen hervor, daß die Nachricht von der Schlacht bei Colenso nur ein Gerücht sei. „Daily Chronicle" und „Morning Post" geben der Befürchtung Raum, daß ein solcher Sieg der Buren bevorstehe, da er schwer zu vermeiden sei. London, 3. November. Der „Daily Mail" wird aus Durban telegraphiert: Die Burentruppen durchziehen das Zulu-Land, überall die Buren-Flagge hißend. London, 3. November. Aus Aldershot wird gemeldet, daß außer der beabsichtigten Entsendung einer weiteren Division sogar die Expedition eines zweiten Armee- Korps bevor steht. Der 10. November wird als Mobilmachungstermin bezeichnet. Der Kreuzer Minerva hat Befehl erhalten, nach Sheerneß abzugehen, um dort einem besonderen Geschwader zugeteilt zu werden. London, 3. November. Es steht nunmehr fest, daß eine Intervention des Zaren in dem jetzigen afrikanischen Kriege bevorsteht. Der Zar wird sich durch die im Haag getroffenen Konventionen und Protokolle dazu befugt sehen und diesen Schritt unternehmen, wenn er nach Rußland zurückgekehrt sein wird. Der Zar ist der Unterstützung von Deutschland und Frankreich sicher. Schiffsnachrichten Telegraphischer Schiffsbericht der „Red Star Linie" Antwerpen. Der Postdainpfer „Friesland" der „Red Star Linie," in Antwerpen, ist laut Telegramm am 1. November wohlbehalten in New- 9)ort angekommen. Der Hauptgewinn von 100,000 Mark der Wohlfahrts-Lotterie fiel bekanntlich einem Gastwirt in München zu und kam in gute Hände. Dieselben hohen Treffer, nämlich 100,000 Mk., 50,000 Mk., 25,000 Mk., 15,000 Mk. u. s. w. muffen wieder gewonnen werden in der 3. Wohlfahrts-Lotterie zu Zwecken der Deutschen Schutzgebiete. Die Ziehung findet bereits am 25., 27., 28., 29. und 30. November öffentlich im Ziehungssaale der König!. Preußischen Staatslotterie zu Berlin statt und erfolgt die Auszahlung der Gewinne sofort nach Erscheinen der amtlichen Gewinnliste. Diese beliebten Wohlfahrts-Lose sind zum amtlichen Preise von 3 Mk. 30 Pfg. im ganzen deutschen Reiche bei allen Losverkaufstellen erhältlich oder durch das General-Debit „Ludwig Müller & Co.", Bankgeschäft in Nürnberg-München-Berlin. Bekanntmachung 7778 Ein kleines Haus zum Alleinbewohnen, Anfang 8 Uhr. Ende nach 10 Uhr. 7779 Pächter ausgeführt von der 7761 7783 Herd. Schott waschen. 6282 Brraniwortlichcr Redakteur: H. Hoc girr. — Druck und Verlag der Brühl'schcn UnivorsitälS Buch. und Sttindruckcrei (Pietsch Erben) in Gießen. Wteil-Gehlchr - Illi verkaufen Capitalien verschitdtlltg Vermietungen ((iniifeliluiuuii MAGGI 04012] Lauffrau oder Mädchen gesucht. Stephanftratze 30, II. Bekanntmachung. VormbaumS Wollwaschpulver „Eureka"- ist nur in befferen Kurz-, Weiß- und Wollwarengeschüften zu haben. 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November: Grosses Konzert Kapelle des 1. Hessischen Husaren-Regiments No. 13 (König Humbert von Italien) unter persönlicher Leitung ihres Musikdirektors Herrn E. Hecht. Anfang 4 Uhr. Ende nach 8 Uhr. Entrtie 50 Pfg, Bier Im Glas. Hausbursche findet Stellung. 7773 Hotel Großherzog von Hessen. Detaillisten-Verein. Hierdurch bringen wir unseren Mitgliedern zu Kenntnis, daß nächsten Sonntag den 5. November in Frankfurt a. M. die 7. Detaillisten Konferenz der südwestdeutschen Aereirre stattsindet. Die Verhandlungen beginnen pünktlich um 10 Uhr vormittags toi kleinen Saale des Zoologischen Gartens. In Anbetracht der wichtigen Tages-Ordnung, Lebensfragen des Kleinhandels betreffend, wäre eine rege Teilnahme unserer Mitglieder zu wünschen. 7757 Der Vorstand. lucht gut möb« Obuaenu Herte* Zimmer, eventuell mit Mitlagstisch. Offerten unter Nr. 04006 an die Expedition dieses Blattes. (Otfenc Stellen Iflasteraröeit. Die Herstellung von rd. 218 qm Bankett- und Goffenpflaster am Wege nach der Obermühle soll Mittwoch den 8. November, vormittags 11 Uhr, verdungen werden. Die Bedingungen liegen bei uns, Zimmer Nr. 7, zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck sind bis zum genannten Termin bei uns einzureichen. Gießen, 8. November 1899. Das Stadtbauamt. I V.: Gerbel. 7782 Mietgejuche Konzert der Gießener Regimentskapelle. Eintritt 20 Ntg- Vorzügliche Speisen. Arima Ater. Heinrich Bernhardt, Wirtschaft zum Wernyardtshäuser Kos. Im Verlage von _ Für etn pnma Ob,ekt suche an erster TWalfi L Stelle ca. äMR Ski- Pis 40000 K»oth in ©teßttt Mark aufzunehmen. ist erschienen: Offerten unter Nr. 04014 an die Ex- pieAnstedlnng deutschcrLandwirte pebition _ Feier des 7. Stiftungsfestes Sonntag den 5. Yovernöer, abends 8V2 in Steins Garten. Mitglieder und deren Angehörige haben freien Zutritt. Eingeführte Gäste zahlen 20 Pfg. pro Person. 7768 Veretnsabzeichen.Der Vorstand. Theater-Verein. 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November, 9 Uhr abends pünktlich: Vortrag des Herrn Dr. theol. et phil. Paul von Zimmermann Evangelischen Pfarrers und Universitäts-Dozenten in Wien über: Die evangelische Aewegung in Hesterreich. Eintritt 20 Pfennig. 7776 Stadt. SHtaHtlMs. Freibank. 7699 Heute und morgen: Kuhfinfch 45 -pfg. Schminchtisch 50 Kfg. Frisch seschojsklüWlftll, sowie neues Sauerkraut empfiehlt H. Klotz, Mäusburg 17. Vergiftet die 7777 Mze in Garten und Feld mit meinem nach erprobtem Verfahren hergoBtellten Strychnin Weizen. Stets frische Ware vorrätig in jedem Quantum. W. Kilbinger, Löwen-Drogerie. Klein-Linden. Sonntag den 5. November, nachmittags 4 Uhr: Saal-Einweihung verbunden mit 04002] Möbl. Zimmer zu vermieten. ____________________Hessischer Hof. 04008] Großes, gut möbl. Zimmer zu vermieten. Seltersweg 00, III. 04011] Mtttelschlags,Pferd, treu und zuverlässig, zu verkaufen. 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