Marken; Mk. i.9o 2.20 ersichtlich. «rolle Ifi« Preise«, ittgel, 7148 g^gtemari» i-Creairi fjij? ibe kate ui und tut HuW' ►rst, Kielen, d Kunststein-Fabrik. 98.11 91Ü 24- 41? lOOj 000 25. u- wird billigst besorg/. Auch - VMung. 7607 u*1 _ . öa^lkN K. ele' iiflrfüggB- richt , ZloMber l80 ‘ '«SS'. l Se/iusfer'1 aÄfra MinnlS\ 6SS1 's. Vfo. 1.05 —,6q US —.65 und Drogerie«- !m J «h.h,"w*, Sä-.m' L>° ' Ut0h kein Parfüm "Pr«- gt* ,1«*« **d!SÄtS S »>y . Samstag den 4 November L8SS Nr. 260 Erstes Blatt. Gießener Anzeiger General-Anzeiger Bei Postbezug 2 Mark 50 Psg. vierteljährlich. Bezugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Alle Anzeigen.Vermittlungsstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Annahme von Anzeigen zu der nachmittag« für den Agenden Tag erscheinenden Nummer bi8 vorm. 10 Uhr. Erscheint täglich aut Ausnahme deS MontagS. Die Gießener Aamilienvläller werden dem Anzeiger »Schentlich viermal brigrlrgt. Amts- und Anzeigeblatt für den Tkreis Giefzen. 1. 2. 3. «edaktion, Expedition und Druckerei: Kchnlstraße Ilr. 7. zu einer allgemeinen hessischen Kunstausstellung, die unter Allerhöchstem Protektorat Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs gegenwärtig in sämtlichen Räumen des Darmstädter Kunstvereinsgebäudes am Bahnhofe stattfindet und mit Recht weitgehendes Interesse erweckt. Alle hessischen Künstler sind zur Beschickung eingeladen worden, und fast alle sind auch dem Rufe freudig gefolgt und haben ihr Bestes gesandt. So ist eine Ausstellung zustande gekommen, die sich denen großer Städte recht wohl an die Seite stellen kann und manche an Intimität gewiß übertrifit. Vor allem erkennen wir in ihr, welche Menge künstlerischer Kraft im Hessenlande steckt, wie viele der meistgenannten modernen Künstler dem Hessenlande entstammen. Zur Ausschmückung der Räume, 7 Kabinette und 2 große Oberlichtsäle, deren einer zum Zwecke dieser Ausstellung dem Kunstvereinshause eigens angebaut wurde, ist das heimische und auswärtige Kunstgewerbe in ausgedehntem Maße herangezogen worden. Die Ausstellung hat dadurch einen ungemein anheimelnden nnd gemütlichen Charakter bekommen. Von der reichen Zahl der kunstgewerblichen Arbeiten wollen wir besonders erwähnen die Wohnzimmer-Einrichtung von Riemerschmid-München mit ihren einfachen, aber sehr geschmackvollen Möbeln, ferner das prächtige Büffet, das Alois Beck-Offenbach entworfen und Ludwig Alter- Witterung Paletot). Reservisten, sowie die zur Disposition der Truppenteile und der Ersatzbehörden Entlassenen aller Waffen. zu Ulfa (Kreis Schotten) amtlich festgestellt und Gehöste- sperre angeordnet worden. Die Räude unter den Schafherden zu Köddingen und Stumpertenrod (Kreis Schotten) ist erloschen und die verhängten Sperren aufgehoben worden. Die Maul- und Klauenseuche ist in Kirtorf (Kreis Alsfeld) amtlich festgestellt und Gemarkungs- sowie Gehöftesperre angeordnet worden. Unter einer Schafherde zu Heskem (Kreis Marburg) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und Gemarkungssperre angeordnet worden. Die Maul- und Klauenseuche in Hachborn (Kreis Marburg) ist erloschen. Die Ortssperre ist aufgehoben, dahingegen bleibt die Gehöftesperre für die vom Ort entfernt liegende Goldmühle bestehen. In Krofdorf (Kreis Wetzlar) ist in acht Stallungen die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und Gemarkungssperre angeordnet worden. Gießen, den 31. Oktober 1899. Großh. Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Darmstadt ausgeführt hat. Auch die von den Firmen Glückert und Trier - Darmstadt ausgestellten Möbel zeichnen sich durch verständige Anwendung der modernen Kunstprinzipien aus. Es würde zu weit führen, alle die Gegenstände der Wohnungseinrichtung, die die Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk in München gesandt haben, einzeln zu würdigen. Außer dem bereits genannten Riemerschmid-Zimmer wollen wir noch Hinweisen auf den schönen Schrank von Bruno Paul- München, den prachtvollen Wandschirm von Otto Ubbe- lohde-München und die Keramiken von Theo Schmutz- Baudi ß-München. An Keramik ist überhaupt die Ausstellung besonders reich und giebt eine fast vollständige Uebersicht über diesen Zweig der modernen angewandten Kunst. Das Verdienst, diese Kollektion zusammengebracht zu haben, gebührt der rührigen Firma E. Ekerts Nachf. L. Krauß- Darmstadt. Neben Arbeiten bekannter Meister wie Max Läuger-Karlsruhe, L. C. Tiffany-Ncw-Aork, Elisabeth Schmidt - Pecht - Konstanz, Emile Galls-Nancy und Alexandre Bigot - Paris können wir hier mit Anerkennung auch hessische Töpferarbeiten erwähnen, die E. Ekert's Nachf. L. Krauß Herstellen läßt. Weitere gute Leistungen einheimischen Kunstfleißes sind die Möbel von Kimmel-Erbach und Schultz ebendort, sowie die Lederarbeiten von Wolf Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Iandwirt, Mittler für hessische Volkskunde._________________ Gießen, den 20. Oktober 1899. Betr.: Herbst-Kontrollversammlungen. Das Großherzogliche Kreisamt Gieße» a* Nie Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Nachstehende Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntnis bringen. v. Bechtold. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. Versammlung nicht zu erscheinen. Nachstehend ist angegeben wo und zu welcher Zeit die Kontrollpflichtigen anzutreten haben. A. Zu Gießen am 6. November 1899, in Oswaldsgarten, für die Bewohner von Annerod, Burkhardsfelden, Gießen mit Schiffenberg und Herrnwald, Heuchelheim, Kleinlinden, Oppenrod und zwar: 1. Appell vormittags 9 Uhr: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve, sowie sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren1892, 1893 und 1894 eingetreten sind. 2. Appell nachmittags 2 Uhr: Sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1895, 1896, 1897, 1898 und 1899 eingetreten sind. Am 7. November 1899. 1. Appell vormittags 9 Uhr: Sämtliche zur Disposition der Truppenteile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen, sowie sämtliche Reservisten der Garde, Jäger, Kavallerie, Feld- und Fußartillerie, Pioniere, Eisenbahn-, Telegraphen- und Luftschiffertruppen, des Trains (einschl. Krankenträger), Sanitäts- und Veterinärpersonal, Büchsenmachergehilfen, Oekonemiehandwerker, Marinemannschaften und alle übrigen im Reserve-Verhältnis stehenden Mannschaften. 2. Appell nachmittags 2 Uhr: für die Bewohner von Allendorf a. d. Lahn, Großenlinden, Langgöns, Leihgestern, Watzenborn und Steinberg, Hausen. B. Zu Lollar am 8. November 1899, vormittags 8 Uhr 45 Minuten, an dem Bahnhof für die Bewohner von Allendorf a. d. Lumda, Altenbuseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubringen mit Heibertshausen, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lumda, Trohe, Wieseck. C. Zu Grünberg am 9. November 1899, vormittags 9 Uhr 15 Minuten, am westlichen Ausgange auf der Straße nach Gießen für die Bewohner von Allertshausen, Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickelsmühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Zicgelhütte, Latzmühle, Hattenrod, Harbach mit der Kolbenmühle und Sommermühle, Kesselbach mit der Rabenauischen Papiermühle, Lauter mit der Artztmühle, Bingmühle, Georgen- hammer, Strellesmühle und Walkmühle, Lindenstruth, Londorf mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schmittmühle, Reitzenmühle und Ziegelhütte, Lumda (Groß und Klein), Odenhausen mit Appenbörnerhof, Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Veits- berg und Wirberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain mit dem Hainer-Hof, Winnerod. D. Zu Hungen am 10. November 1899, vormittags 9 Uhr 30 Minuten, an der Post für die Bewohner von Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Muschenheim mit Hof-Gill, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof-Graß, Röthges, Stein« heim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen. E. Zn Lich am 10, November 1899, nachmittags 3 Uhr, in der Amts- gerichtsstraße für die Bewohner von Albach, Birklar, Dorf- Diejenigen der Landwehr 1. Aufgebots angehörigen Mannschaften, welchen ein besonderer Gestellungsbefehl zum Erscheinen bei der Herbst - Kontrollversammlung zugegangen ist. Die Ersatz-Reservisten haben bei der Herbst-Kontroll- Amtlicher Keil. Bekanntmachung. Nachdem zur Ausführung einer Entwässerung von Grundstücken in den Fluren IV., V., IX und XI der Gemarkung Lich Antrag auf Bildung einer öffentlichen Wassergenoffenschaft gestellt worden ist, die Großherzogliche Obere landwirtschaftliche Behörde als fachliche Zentralbehörde das beabsichtigte Unternehmen als zweckmäßig und zulässig erachtet und die Einleitung des Verfahrens zur Bildung einer öffentlichen Wassergenossenschaft angeordnet hat, wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Vorarbeiten hierzu vom 13. bis 27. November l. Js. auf dem Bureau der Großherzoglichen Bürgermeisterei Lich zur Einsicht sämtlicher Grundeigentümer, deren Grundstücke in die zu verbessernde Fläche fallen, offenliegen. Gleichzeitig werden diese Grundeigentümer zur Verhandlung und Beschlußfassung, sowie zur Wahl ihrer Vertreter für das weitere Verfahren auf Donnerstag den 30. November I. Js., vormittags 9 Uhr, in das Gemeindehaus zu Lich vorgeladen, unter Androhung des Rechtsnachteils, daß die Nichterscheinenden, sowie die Nichtabstimmenden als dem beantragten Unternehmen beistimmend, mit der Wahl der Vertreter einverstanden angesehen und mit ihren Einwendungen gegen die Art der Ausführung später nicht mehr gehört werden. Diejenigen Grundeigentümer und Wasserbenutzungsberechtigten, die an dem Unternehmen nicht unmittelbar beteiligt erscheinen, werden hiermit aufgefordert, etwaige Einsprachen gegen das Unternehmen in der vorerwähnten Tag- sahrt geltend zu machen, widrigenfalls die Einsprachen nach Ablauf der Frist nicht mehr berücksichtigt würden und nur noch privatrechtliche Entschädigungsansprüche gegenüber dem Unternehmen geltend gemacht werden könnten. Gießen, den 30. Oktober 1899. Großh. Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Nieder- Ohmen, Kestrich undZeilbach (Kreis Alsfeld) erloschen ist, ist die Gemarkungs- bezw. Gehöftesperre aufgehoben worden. . Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Kohden unter der Gemeindeschafherde, sowie inNieder-Mockstadt, Oberau und Stockheim (Kreis Büdingen) ausgebrochen ist, ist über diese Ortschaften Orts- und Gemarkungssperre verhängt worden. Nachdem die Maul- und Klauenseuche tn Burg- Gr äfenro de, Nied er-Flor st adt undNieder-Wöll- stadt (Kreis Friedberg) festgestellt worden ist, ist die Sperre über diese betr. Gemarkungen verfügt worden. Die Maul- und Klauenseuche ist unter dem Viehbestand Gießen gehörigen: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve. (Kleiner Dienstanzug: Mütze, Waffenrock, Achselstücke, lange Hosen oder hohe Stiefel beliebig, bei schlechter Feuilleton. Kesstsche Kunstausstellung in Darmstadt. Man hat vielfach geweissagt, auf das 19. Jahrhundert, das Zeitalter der exakten Wissenschaft, werde in dem 20. Jahrhundert ein Zeitalter der Kunst folgen. Es scheint, als ob diese Weissagung sich tatsächlich ersüllen wolle. Allerorten beginnt frisches künstlerisches Leben zu pulsieren, ünt) zwar nicht nur in den Weltstädten und altbekannten Kunstzentren, sondern auch in kleineren Städten, die seither auf dem Gebiete der Kunst so gut wie gar keine Rolle hielten In Darmstadt, der stillen und recht konservativen Residenzstadt konstituierte sich im vorigen Jahre eine „freie Vereinigung Darmstädter Künstler", die, worerst aus nur acht Mitgliedern bestehend, es sich zur Aufgabe machte, dem Darmstädter Publikum gute Kunstwerke moderner Richtung vorzuführen und dadurch das Ju- btreffe für die Fortschritte der Kunst zu wecken. Die von b«er Vereinigung im vorigen Herbste veranstaltete Ausstellung liieß, .obgleich sie sich in bescheidenen Grenzen hielt, durch itzren großen Erfolg deutlich erkennen, wie zeitgemäß das Programm der Vereinigung war, und ermutigte zu weiterem WorwärlSschreiten. So entschloß sich denn die Verewigung Bekanntmachung. Bei den diesjährigen Herbst - Kontrollversammlungen im Kreise Gießen haben zu erscheinen alle zum Hauptmeldeamt Gill, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Garbenteich, Grüningen, Holzheim, Lich mit Albacher-Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münster, Nieder-Bessingen, Ober-Bessingen, Ober-Hörgern, Steinbach. Befreiungsgesuche sind bis längstens 8 Tage vor dem Appell auf dem Dienstwege (durch das Hauptmeldeamt) einzureichen und müssen durch die Bürgermeisterei bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein, werden über nur im dringendsten Notfälle genehmigt. Die Leute haben in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen. Stöcke, Schirme, Pfeifen und Zigarren sind vorher wegzulegen. Die Militärpapiere (Paß- und FührrrrrgS- zerrguis) müssen zur Stelle fein. Sämtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen Kontrolltages bis einschl. Mitternacht unter dem Militärgesetz. Gießen, den 18. Oktober 1899. Großherzogliches Bezirks-Kommando Gießen. D et r i n g, Oberstleutnant und Kommandeur des Landwehrbezirks Gießen. Bekanntmachung. Betr.: Die Abhaltung von Körterminen zwecks Aufnahme der Zuchttiere in das Provinzialherdbuch im 1. Kör- bezirk. Die Körkommission des 1. Körbezirkes (Vogelsberger Dich) wird nachfolgenden Körtermin abhalten: Mittwoch den 8. November 1899, vormittags 10t/2 Uhr, in Heuchelheim. Die Züchter von Vogelsberger Vieh, welche ihre Tiere in das Herdbuch eintragen lassen wollen, werden ersucht, ihre betr. Tiere an dem von betr. Großh. Bürgermeisterei hierzu bezeichneten Ort aufzustellen, damit die Arbeiten der Kommission ohne Aufschub erledigt werden können. Anmeldungen zur Körung sind an den Vorsitzenden dieser Kommission, Herrn Oberamtmann Hoffmann in Hof-Güll zu richten, oder dem Geschäftsführer, Herrn Oberverwalter Bei Ist ein in Laubach, direkte Mitteilung zu machen. Laubach, den 31. Oktober 1899. Der Präsident des landw. Vereins für die Provinz Oberhessen. ______Friedrich Graf zu Solms-Laubach.______ * Die geschlagenen Engländer. Gießen, 3. November 1899. Tiefe Niedergeschlagenheit herrscht in ganz England. Eben erst hatten die Depeschen vom Kriegsschauplatz gewaltige Siege verkündet, in reicher Glorie sah man das Bild Altenglands erstrahlen und schon träumte man davon, daß Ohm Krüger als zerknirschter Büßer über Berg und Thal und weite Meere nach Windsor pilgern werde, Gnade und Verzeihung von der mit Recht so beliebten Königin zu erflehen. Hieß es doch in den Depeschen, die man an den Londoner Straßenecken jubelnd umdrängte, daß der alte, zähe Präsident des freien Burenstaates bedingungslos seine Unterwerfung angeboten habe. Aber Lügen haben kurze Beine, und gar wundersam hat die Wirklichkeit den Phantasiegebilden widersprochen: Heute steht England am Abschluß eines total verunglückten Feldzugs, seine stolzesten Truppen, Mannschaften, die in Indien und auf all den Schauplätzen, die für den friedsamen Sinn der Queen zeugen, siegreich gewesen, sind geschlagen und zum Teil sogar aufgerieben, Tausende besinden sich in der Gefangenschaft der Buren, und England, das große, mächtige England, dessen Diplomatie so überaus geschickt zu arbeiten verstand, steht vor dem Verluste seines südafrikanischen Reiches. Allerdings bedeutet in Stunden der Gefahr ein einzelner Mann zuweilen mehr als eine Armee, und wohl weist die Geschichte darauf hin, daß in schwerer Zeit besiegte Nationen sich aufgerichtet haben an der Thatkrast eines Helden. Aber selbst wenn der General Buller einer von jenen Gottbegnadeten wäre, deren Namen durch alle Jahunderte leuchtet, so steht er doch und Scheuen stuhl in Offenbach a. M. und die Kunststickereien von Pauline Braun-Darmstadt. Last not least noch ein Wort über die ausgezeichneten Goldschmiedearbeiten der Firma PH. Wondra in Darmstadt. Leider werden sie anscheinend durchaus nicht so beachtet, wie sie es verdienen. Es offenbart sich in ihnen sowohl feinstes Stilgefühl als auch künstlerisch vornehme Behandlung und Verwendung des Materials. Von den rund 150 ausgestellten Gemälden können wir natürlich hier auch nur eine Auswahl nennen. Die Darmstädter Maler haben auf den im vorigen Jahre errungenen Lorbeeren nicht geruht. Bei allen merkt man emsiges Streben nach höherer Vollendung. Als durchaus reifer Künstler zeigt sich wieder Wilhelm Bader in seinen farben- kräftigen nnd stimmungsvollen Aquarellen und den poetisch empfundenen Frav.enköpfen. Von Adolf Beyer sehen wir tüchtige Porträts und ein flott gemaltes Stillleben, betitelt „Anemonen". Richard Hölschers „Spinnerin" und „lesende Frau" sind hervorragende Leistungen. Paul Ripperts Landschaften zeugen von feinem Stimmungsgefühl, in dem sie noch übertroffen werden von August Wondras „Nacht", das uns anmutet, wie ein altes Volkslied in seiner Schlichtheit und Tiefe. Curt Kemp ins Bildnis der Hofschauspielerin Amalie Cramer zeigt den jungen Künstler als begabten Porträtisten, auch Ludwig Meckels Herrenbildnis verrät tüchtiges Können. Von den auswärts lebenden hessischen Malern hat Eugen Br acht- jetzt vor einer Aufgabe, deren Lösung übermenschliches Leisten erfordert. Denn die Wahrheit ist nicht mehr zu verhüllen: die Armeen der Generale White und Aule sind dezimiert, die Stellungen, die noch die Möglichkeit eines Angriffs gegen die Grenzen des feindlichen Landes boten, mußten geräumt werden, die britischen Streitkräfte sind auf die Defensive beschränkt. Und zu allem tritt der moralische Eindruck, die tiefe Depression, die sich der Anhänger Englands bemächtigt hat, die Verstärkung der Widerstandsgelüste, die sich in dem Herzen aller Afrikander, aller nicht unter Englands Sonne geborenen Elemente, regen und schon jetzt auf ein waffenkräftiges Vorgehen drängen. Welche unabsehbare Gefahr, wenn Natal, wenn das Kapland sich erhebt und den Stammesgenossen, die unter der Orangefahne und dem Viererbanner von Transvaal kämpfen, die Hände reichen! Wenn dann die eingeborenen Stämme sich erheben, um das Joch des Goldes und der Aktie abzuschütteln, und wenn weithin über den Erdkreis zu allen Unterdrückten die Kunde dringt, daß es ein Märchen sei, das von Englands Unbesiegbarkeit erzählt! Oft ist die reale Wirkung einer Niederlage nicht so tiefgehend, als der moralische Eindruck, und schon jetzt mögen die Gramont und Olivier des britischen Reiches, die Salisbury und Chamberlain, im stillen Busen den Wunsch hegen, daß die Erleuchtung, die jetzt über sie kam, ihnen früher zu Teil geworden wäre! „Ich bin allein verantwortlich, die Stellung war unhaltbar", so hat General White seinen Bericht geschlossen, als die Gefangennahme einer Brigade durch die Buren nicht mehr verschwiegen werden konnte. Man mag dem unglücklichen Besiegten seine Sympathien schenken, und man mag jene Ehrenhaftigkeit, die alle Schuld auf sich nimmt, mitleidsvoll anerkennen. Aber wie einst Benedek seinen Feldherrnruhm und seine soldatische Ehre preisgeben mußte um Anderer Schuld, so hat auch White es auf sich genommen, die Last der wahrhaft Schuldigen zu tragen. Denn diese vor der Weltgeschichte und dem Weltgerichte wahrhaft Schuldigen sind jene englischen Politiker vom Schlage Chamberlains, die Gold für Blut erkaufen wollen und doch in den entscheidenden Tagen nicht einmal die Kaltblütigkeit des Verbrechers zu bewahren wußten. Nur durch den Erfolg können große Verbrechen in der Geschichte legitimiert werden. Wer einen Sprung wagt, ohne die Entfernung zu messen, wird leicht verunglücken. Schon heute aber steht außer Zweifel, daß Chamberlain die Widerstandskraft der Buren unterschätzt, die Leistungsfähigkeit der englischen Truppen und ihrer Führer bei weitem überschätzt hat. Denn an der Seite der Buren kämpft die Vaterlandsliebe, die Sorge um Haus und Herd, der goldige Freiheitsdrang. Was hat der Söldner, der in Englands Reihen kämpft, dagegen einzusetzen? Kaum anderes, als das soldatische Pflichtgefühl, das auch im Kampfe für eine widerwillig aufgenommene Sache lebendig bleibt. „Für welches Ziel bist Du gestorben?" — wenn diese Frage auf die Lippen des sterbenden Engländers tritt, dann wird er vergebens nach einer Antwort suchen und mancher Fluch auf Chamberlain und Rhodes mag aus den steinigen Geländen von Glencoe und Ladysmith zum Himmel steigen, während der sterbende Bure noch mit seinem letzten Hauche sein Vaterland segnet. Es scheint zuweilen, als sollten die wenigen Sympa- thieen, die in der Welt für England herrschen, noch künstlich zerstört werden. Oder kann die Unaufrichtigkeit, um nicht zu sagen die raffinierte Verlogenheit der englischen Kriegsberichte solche Sympathieen verstärken? Das Bild, das von der jüngsten Schlacht von Ladysmith gezeichnet wurde, ist geradezu klassisch. Da verwandelte sich der glänzende Sieg zunächst in einen siegreichen Rückzug, dann gestand man einige Verluste ein, durchgehende Maultiere haben ein Paar Kanonen zu geheimnisvollem Verschwinden gebracht, einige Zufälligkeiten führten Fatalitäten herbei, und langsam, ganz langsam erst erhielt die Welt die Kunde von einer vernichtenden Niederlage, die nicht einem Detachement, sondern den sämtlichen Streitkräften des Generals White zugefügt worden ist. „Nach mehrstündigem Kampf wurden die Buren zurückgeworfen, die Verluste betragen auf englischer Seite hundert Mann", so hieß es in dem ersten Bulletin. „Der rechte Flügel vertrieb die Buren aus ihrer festen Stellung, doch war es nicht möglich, den Erfolg weiter auszunützen", so heißt es in der zweiten Depesche, die schon mit der Mitteilung schließt, daß General White der Infanterie befohlen habe, „sich nach und nach zurückzuziehen." In einer neuen Depesche wird schon zugegeben, daß das Feuer der Buren vortrefflich und die Verluste der Engländer sehr schwer gewesen seien, und es wird hinzugefügt: „Während der Nacht gingen einige Maultiere der feuernden Batterie mit ihren Geschützen durch." Die nächste Depesche verkündet bereits, daß zwei Bataillone nicht zurückgekehrt seien, aber am Abend zurückerwartet werden. Trotzdem wurde „der Feind mehrere Meilen zurückgetrieben." Und merkwürdig: „Nachdem der Kampf mehrere Stunden gedauert hatte, zog ich die Truppen zurück." Jetzt wurde auch der Verlust von zwei Geschützen eingeräumt. Aber wie sehen diese Verluste in Wirklichkeit aus? General White selbst räumt schließlich ein, daß die gesamte „etwa" 2000 Mann zählende Infanterie des linken Flügels nebst einer Bergbatterie gefangen und außerdem sieben Geschütze verloren gegangen seien. Wem kommt nicht all diesen, von der höchsten Großmütigkeit bis zum tiefsten Kleinmut variierenden Berichten gegenüber die Geschichte von den Steifleinenen des würdigen Falstaff in den Sinn? Und bei alledem wird man das Gefühl nicht los, daß England erst am Anfang einer Reihe von Katastrophen steht. Sollte ihm aber dennoch der letzte Sieg verbleiben, so werden die Opfer so enorm sein, daß selbst in Chamberlains eisiges Herz ein Gefühl der Reue einziehen wird. Dann wird er vor einem Trümmerfelde stehen. gritutos rmtz Vrssdyirües. Gießen, den 3. November 1899. ** Ernennung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 25. Oktober den Schutzmann Johannes Schädel in Gießen zum Universitätsdiener an der Landes-Universität mit Wirkung vom 1. November 1899 zu ernennen. •* Aus dem Gerichtsdienst. Durch Entschließung des Großh. Ministeriums der Justiz wurden der Gerichtsassessor Schulz in Darmstadt mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Darmstadt I, der Gerichtsassessor vr. Maurer in Darmstadt mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Staatsanwalts am Landgericht der Provinz Rheinhessen und der Gerichtsassessor vr. H eyer in Darmstadt mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsanwalts bei dem Amtsgericht Darmstadt I beauftragt. — Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 1. November den Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Schotten Karl Bauer zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Langen, den Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Darmstadt I Wilhelm Molter zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Schotten zu ernennen. — Ernannt wurden: am 1. November der Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Herbstein Wilhelm Steller zum Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Darmstadt I; der Gerichtsschreiber- Aspirant Christoph Heinrich Friedrich zu Lorsch zum Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Lorsch; der Gerichtsschreiber-Aspirant Karl Johannes Grünewald zu Berlin eine große Kollektion von Landschaften gesandt, die im Gegensatz zu seiner früheren Art schlichte Naturaus. schnitte, manchmal fast zu schlicht, in großem Stile und breiter Technik vorführen. Von Karl Bantz er-Dresden sehen wir außer stimmungsvollen Landschaften, virtuos gemalte Bilder aus dem oberhessischen Volksleben, darunter die im Besitz der Berliner Nationalgalerie befindliche große „Abendmahlsfeier in Hessen." Auch Ludwig von Hc>f- mann's-Berlin eigenartige Kunst ist charakteristisch vertreten und Paul Meyer-Mainz in München hat zwei sehr pikant gemalte Genrebilder ausgestellt. Von Landschaftern erwähnen wir noch Karl Küstner-München, W. G. Ritter- Dresden und O. H. Engel-Berlin mit hervorragenden Arbeiten, von letzterem speziell das große Triptychon „von de Waterkant". Engel ist außerdem ein hochbegabter Genremaler, wovon das köstliche Bild „die neue Freundin" vollgültigen Beweis ablegt. Prächtig sind auch die Gemälde und Zeichnungen, die der allbekannte Edmund Harburger-München ausgestellt hat. Bon den Blättern der Schwarz-Weiß-Abteilung wollen wir wenigstens die meisterhaften Radierungen Peter Halms- München erwähnen, sowie die architektonischen Entwürfe von Kritzler-Berlin und Zeller-Darmstadt. Unter den Werken der plastischen Kunst steht obenan Ludwig Habichs Figur „der Sieg" für das Kriegerdenkmal in Gießen, eine ungemein groß und schwungvoll erdachte und ausgeführte Gestalt. Habichs Bronzestatuette eines hessischen Offiziers aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts ist ein neuer Beleg für des Künstlers anerkannte Meisterschaft auf dem Gebiete der Kleinplastik. Eduard Schmahl-Mainz verrät in seinem großen Relief für den Schlachthof in Mainz gesunden Humor und gediegenes Können. Dasselbe gilt von seinem köstlichen Zierbrunnen „Froschvase". Georg Busch- München zeigt sich in der Büste Martin Greifs als vorzüglichen Porträtisten und in den Holzskulpturen: Marien- sänger, Meditation und Charitas als Künstler von tief religiösem Empfinden. Auch die nicht namentlich angeführten Künstler haben durchweg gute Arbeiten ausgestellt. Alles in allem bietet die Darmstädter Kunstausstellung außerordentlich reichen Genuß und mannichfaltigste Belehrung, und es ist dringend zu wünschen, daß das Publikum die großen Bemühungen und Opfer, die die freie Vereinigung Darmstädter Künstler aufgewandt hat, nicht nur durch zahlreichen Besuch, sondern auch durch Ankäufe lohnen möge. Der Erfolg dieser Ausstellung wird lehren, ob Heffen für das Verständnis der modernen Kunstintentionen so reif ist, daß es der Mühe wert erscheint, auch in Zukunft solche Revuen über die Leistungen der modernen, speziell der hessischen modernen Kunst zu veranstalten. Die Ausstellung ist bis zum 12. November täglich von 10 bis 7 Uhr geöffnet, und abends sind sämtliche Räume elektrisch beleuchtet. ‘ M.-H. 3‘ bel 9"'Vjie sggs allmählich Prof SS* gAi* weiteren wH" W“ Ä* «4 «”s Steins Garten erf wird, da der großes Ms später als > Verein zur Vrrfügu Programm verfpm rchgmstrechn^ " Wiftte l 18. ArmeloO. < Kommissar, 2000. heim, Mrgermeiste Dienstkleidung. - Wächter, 500 Mk. flirt a. M., Lant gesetzliche Wohnung munalkasse, Vollzieh amt, Polizei-Wacht MtSeMMdigung IM M. § Bm M' um diese Zeit - Schöne Altweiber aber selten solche Wärme. War bi nun der Novembi das schlechte Wet lung ist dieses sch Landwirt noch sei tritt eines frühen r Der Syrechve hndvrn M Darmstadt f Der Sprech Deidesheim, fcürty *Mt, Lmdm Rasens. St. eröffnet. Darmstadt Samstag Gießen ’ÄS Step» 41 N8Stt Ri wird ö- Ae T^^ «■>45 $9”Sib6tf * ®diao . J?snbe 9'tab " iabt« ei» laIit51'Mtt6t b k 9'bt* ®elt die 8»h h*», einem S 606 Ä-r E" bes ©etutou'!®nl' *D"‘ «ttlufte leh; "«de» 6™titb die B»„. * V ? «w b,n 4; $«![*■-** ■ W Md dee Bkckste dir Ulb « wirb ^itijunj, Sitnäife ^«B°,°L»e «ichi Mj. tttuderiDarfet werbt». ■m ®'iltn iutüigeltiebeu." 11 Miete Stabe« *™ E" Jetzl toutbe ^EWtzen eingeräumt. Aber Wirklichkeit aus? 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M.-0' Wald-Michelbach zum Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Herbstein; der Gcrichtsschreiber-Aspirant Heinrich Konrad Wilhelm Fauldraht zu Gießen zum Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgerichts Gießen und der Gerichtsschreiber-Aspirant Johannes Huppert zu Höchst zum Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Höchst. Die Versammlung der akad. evangelischen Vereinigung am letzten Dienstag wies einen stärkeren Besuch auf als je. Wir zählten 70 Teilnehmer, darunter erfreulicherweise auch viele Nichttheologen, ein Beweis dafür, daß unsere Sache allmählich weitere Kreise der Studentenschaft zu interessieren beginnt. Herr Professor D. Krüger entwarf ein fesselndes Bild vom Charakter und Wirken des Mainzer Bischofs Ketteler, dieses ernsten, willenskräftigen Kirchenfürsten, der in seiner zähen Energie selbst mit Bismarck verglichen werden kann, und in dem sich das Prinzip des Katholizismus in seltener Weise verkörperte. — Hoffen wir, daß auch unsere weiteren Versammlungen einen gleichen Erfolg haben werden, wie diese erste. ♦♦ Evangelischer Arbeiterverein. Unsere Mitglieder seien auch an dieser Stelle darauf aufmerksam gemacht, (siehe auch Inserat), daß die Feier unseres diesjährigen Stiftungsfestes am Sonntag, dem 5. November in Steins Garten erst um 81/, Uhr ihren Anfang nehmen wird, da der große Saal — eingetretener Umstände wegen — etwas später als bei den seitherigen Festfeiern unserem Verein zur Verfügung steht. Das reichhaltig ausgestattete Programm verspricht auch in diesem Jahr wiederum einen recht genußreichen Abend. •• Erledigte Stellen für MUit'äranwärter im Bezirk des 18. Armeekorps. Fechenheim, Bürgermeisteramt, Polizei- Kommissar, 2000 Mk. und freie Dienstkleidung. — Fechenheim, Bürgermeisteramt, Polizeidiener, 1200 Mk. und freie Dienstkleidung. — Fechenheim, Bürgermeisteramt, Nachtwächter, 500 Mk. jährlich. — Ober-Postdirektion Frankfurt a. M., Landbriefträger, 700 Mk. jährlich und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß. — Niedermarsberg, Kommunalkasse, Vollziehungsbeamter. — Wetzlar, Bürgermeisteramt, Polizei-Wachtmeister, 1300 Mk. Gehalt, 180 Mk. Mietsentschädigung und 120 Mark Kleidergeld, Summa 1600 Mk. § Vom Laude, 2. November. Hochsommertemperatur um diese Zeit — das ist eine meteorologische Seltenheit. Schöne Altweibersommertage hat es schon mehr gegeben, aber selten solche, wie den heurigen unter sommerlicher Wärme. War der Oktober durchaus wunderschön, so setzt nun der November dieses schöne Wetter fort. Der durch das schlechte Wetter im September verspäteten Herbstbestellung ist dieses schöne Wetter alles wert. Nun vermag der Landwirt noch seine Stoppelfelder zu stürzen, die beim Eintritt eines frühen Winters ungepflügt hätten liegen bleiben müssen. Ueberhaupt lassen sich die Arbeiten im Freien ungestört fortsetzen wie im Sommer. Ein solch einzig schöner Herbst spart aber auch Futter für das Vieh und Brennmaterial für die Oefen. In den Ortschaften, darinnen die Dreschmaschinen noch brummen, dankt man dem herrlichen Wetter eine viel bessere und angenehmere Arbeit, als bei nasser Witterung. Die Dreschmaschine fährt eben hier von Hof zu Hof. Die Frucht wird meistens auf Haufen außerhalb der Scheune aufgesetzt. Was nun ein solcher Ausdrusch bei schönem Wetter im Vergleich zu schlechtem, regnerischem bedeutet, läßt sich leicht ermessen. Verwendet doch der Landmann den größten Fleiß und die größte Sorgfalt darauf, seine Frucht trocken in die Scheune zu bringen. — Im Felde weben die Spinnen ihre glänzenden Fäden, den Altweibersommer. Die warme Luft wirbelt sie empor und trägt sie in das kahle Gezweige der Bäume. Der Wald hat sich in die bekannten Farben des Herbstes gekleidet und das Laub fällt zu Boden. Bald steht auch er entlaubt ba. Längst ist der Gesang der Vögel verstummt. Also der Winter vor der Thüre. Aber sommerliche Wärme spendet die Novembersonne, als wolle sie siegreich den Winter von uns fern halten. §§ Ober Ohmen, 2. November. Die Molkereigenossenschaft „Nied er-Ohmen" hat in unmittelbarer Nähe unseres Ortes eine zweite Rahmstation, eine befindet sich in Groß Eichen, erbauen lassen. Gestern wurde das Gebäude seiner Bestimmung übergeben und heute der Betrieb darin eröffnet. Das Molkereigebäude stellt einen schmucken Bau dar, der in seinem Innern sehr zweckmäßig eingerichtet wurde. Die Betriebskraft liefert eine Dampfmaschine. Das Ohmthal, das seine Milch seither in das Nachbarthal nach Groß-Eichen oder weiter hinab nach Nieder- Ohmen fahren lassen mußte, hat nun Gelegenheit, die Milch in nächster Nachbarschaft absetzen zu können. Dadurch dürfte sich der Fuhrlohn für die Milch verbilligern, was den Lieferanten selbstredend zu gute kommt. Lauterbach, Ende Oktober. Die schulpflichtigen Kinder unserer kleinen Nachbargemeinde Blitzenrod besuchten seither teils die Volksschule zu Lauterbach, teils zu Frisch - born. Für die kleineren Schüler war dies zur Winterzeit mitunter ein recht beschwerlicher Weg. Von den Eltern schulpflichtiger Kinder wird es darum mit Freuden begrüßt, daß diesem Uebelstande durch Errichtung einer Schulstelle zu Blitzenrod abgeholfen ist. Die Einweihung des neuerbauten Schulhauses fand am 29. Oktober nachmittags um 3 Uhr statt. Herr Pfarrer Schuster von Frischborn wies in einer längeren Rede nach, daß wahrhaft gediegenes Wissen nicht von Gott entferne, vielmehr zu ihm hinführe. Als Beweis hierfür nannte er Männer, wie Kopernikus, Kepler, Newton, Virchow u. a., die als Leuchten der Wissenschaft anerkannt sind, und dabei doch wahre und fromme Christen waren. Herr Kreisschulinspektor Andres hob in einer Ansprache die Aufgabe und Bedeutung der Volksschule hervor, und Herr Kreisrat Dr. Wallau betonte, wie unser allverehrter Landesfürst allezeit unserem Schulwesen großes Interesse entgegenbringe. Aufgabe der Schule müsse es darum auch sein, Liebe zu Fürst und Vaterland in die Herzen der Jugend einzupflanzen. Zum Schlüsse brachte er ein dreifaches Hoch auf Seine Königliche Hoheit den Großherzog aus, in welches die Versammelten begeistert einfielen. — Nach Ueberreichung des Schlüssels wurden die schönen Räume des Hauses besichtigt, worauf sich die Fest- teilnehmer bei Gastwirt Möller zu gemütlichem Zusammen- sein vereinigten. (D. Z.) A Seligenstadt, 2. November. Nachdem der städtische Polizeidiener Bauer nach langjähriger Dienstsührung im Greisenalter sein Amt quittierte, wurde in der jüngsten Sitzung des Stadtvorstandes unter 25 Bewerbern, der Schreiner Michael Burkard, Veteran des deutsch- französischen Feldzuges, zum dritten Polizeidiener gewählt. Unter den vielen Bewerbern, um den einträglichen Gemeindeposten, befanden sich zahlreiche gewerb- treibende Bürger. — Das um den Preis von 31,500 Mk. von dem Steinbruchsbesitzer Re eh aus Dillenburg käuflich erworbene Bahnhofs-Hotel dahier, ging gestern an seinen neuen Besitzer über. Der bisherige Eigentümer, Schäfer, hat das Gut „Johanneshof" bei Gernsheim zur Selbstbewirtschaftung angekauft. — Der 9jährige Sohn hiesiger Bürgersleute stürzte von der Umfassungsmauer des Synagogen-Vorgartens und erlitt trotz der geringfügigen Höhe einen schweren Bruch des rechten Oberarmes. Kirche und Schute. Weimar, 1. November. Dem am 6 d. M. zusammentretenden Landtag wird, wie man unS aus Weimar mltteilt, eine Vorlage der R gierung zugchen, betr. die Abänderung der Bestimmungen des Volksschulgesetzes über die Ortsschulaussicht, die bestimmt ist, vielbeklagten Unzuträgltchkeiten ein Ende zu machen. Der Ortsschulaufseher soll nach dem neuen Gesetz vom 1. Januar 1900 nicht mehr durch den Schulvorstand gewählt, sondern von der obersten Schulbehörde ernannt werden. An gegliederten Schulen soll die Aussicht im Namm des Staate» der Rektor bezw. der erste Lehrer führm, falls nicht ausnahmsweise ein besonderer Ortsschulaufseher ernannt ist. Herren-, Knaben- und- Kinder-Garderobe. IMF Spezialität: Kinder-Anzüge- Anfertigung nach Maaes in eigener Werkstätte. 7640 Markus Bauer 11 Kirchenplatz 11 gegenüber der Stadtkirche. gegenüber der Stadtkirche. Bekanntmachung. Der Sprechverkehr zwischen Gießen einerseits und Dillenburg und Herborn (Bez. Wiesbaden) ist eröffnet worden. Darmstadt, den 31. Oktober 1899. Kaiserliche Ober-Postdirektion. Maier._______________________ Bekanntmachung. Der Sprechverkehr zwischen Gießen und den pfälzischen Orten Deidesheim, Dürkheim, Edenkoben, Frankenthal, Grünstadt, Kaiserslautern, Lambrecht, Landau (Pfalz), Ludwigshafen (Rhein), Neustadt (Haardt), Pirmasens, St. Ingbert, Speyer und Zweibrücken wird am 1. November eröffnet. Darmstadt, den 28. Oktober 1899. Kaiserliche Ober-Postdirektion. I. V.: Albrecht.________________________ Mürgermeister Konferenz für den Kreis Gießen am Samstag den 4. Zlovemöer, nachmittags 3 Uhr, zu Gießen im Gasthaus zum Löwen (©Ho Inft). Kages-Ordnung: 1. Ueber Neuordnung der Büreaukosten, sowie über die „Ehrenämter" der Bürgermeister. (Referent: Bürgermeister Köhler). 2. Erneutes Vorgehen gegen das Notariat und Resolution gegen die Werstempetvvg der ortsgerichtlichen Jmmobiliar - Versteigerungen. (Referent: Bürgermeister Leun.) 3. Vorschläge zur Begründung einer Mrgermeister-Zeitnng. (Referent: Bürgermeister Köhler.) 4. Maßregeln gegen die Maul- und Klauenseuche. (Referent: Name wird noch bekannt gegeben, wahrscheinlich aber Herr Oberst Spohr.) 5. Die Gemeindenutzungen an den Kreisstrahen. (Referent: Bürgermeister Meyer- Großen-Buseck.) Zutritt haben nur die Mitglieder und die vom Vorstand ein- g ladenen Gäste. Langsdorf, den 31. Oktober 1899. 7733 Der erste Sprecher: Köhler, Bürgermeister. 11‘iiipfdilumuii Cacao garantiert rein ,err Pfund 1.50, 1.80, 2—, 2.40 Mk. empfiehlt 7624 Fr. Leo NachfL, C. Herber, Seltersweg 71. Arische Sendung süßer Traubenmost angekommen. 7753 Sehotts Weinstube, Bahnhofstraße. Raupen-Ijelm Pergamentstreifen, Kordel erhält man in der Löwen-Drogerie. W. Kilbinger. 7508 Neue Linsen per Pfund 20, 24 und 30 Pfg., vorzüglicher Kochart, neues Grünkorn ganz und frisch gemahlen, 7542 neues Sauerkraut, neue Gurken ‘“Robert Stuhl, Neustadt 23. I Milch- | III Zucker ■ garantiert chemisch rein, | empfiehlt die 7518 ■ Löwen-Drogerie | von __W. 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Zjg Depesche", bie bin bie Depesche des j gemeint sei und dc der Besudelung VMS btWfyn 5 Dir erinnern uns 1 Roheit etwas gehör wir glauben, daß Kundgebung des „ Regiments etwas' rber weiß man in Mng. Dadurch, ?uf sie hinzuweisen halte man bie bei W-nentskommand, J* für ein M “rüget, zwingt fi-h itai i'V"" i» er W«8 bie Neic erfüllen, verstäi verstärkt die Nusla weiter ^rei Ugland den grübst w Sorberunnen a*-n ni4 "vh6te »s S<*‘ ^ann ^tsendux w N _ Bahnhofstraße 33, im Putzladen. 7462J Laven mit Wohnung zu ver- "ueten.Neuen-Bäue 1. 20.39 Oesterr. dto. ________H. Sack, 58 Ufüfiinifß 58. Kursbericht m J. Kurz & Co.5 Gießen, Kahuhosßratze 63. Frankfurter Börse vom 2. Novmeber 1899. Für alle Hustende find Kaisers I Brust-Caramellen I aufs dringendste zu empfehlen. ■ notariell beglaubigte W ti*EQU Zeugnisse liefem den I schlagendsten Beweis als uuüber- I troffen bei Husteu, Heiser- I leit, Catarrh und Ber- I schleimuug. Paket 25 Pfg. bei W A. Sf G. Wallenfels, Markt 21, Telephon 46, Chr. 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