beschule °h,0|gerin ern iff*»**» 80 PI,. ’® *« ®efW hielten Specialitätt fumsohl&ge Bedarf ietsch firben) altmeS Lamearad ju Ungebote unter Nr.orssr n dieses Blattes. VtdtlltS gelber [5661 crhun- ta^abwb vm MrÜ- cschwuvdeu. Dm eine gute Belohnung. i der Expedition d. Bl- OOOOOOODDOO .tu Wohnung befindet ist bei Hausmann Lind, enplatz 10. ie Schirmann. rlngfsohes--* M Jlmenao .rntne kost* •T^wJen^^e rtäkornrnlsäan^^ ssss^- Heiniid»" *-3‘ kum Bingen 100^ löflO6 25 100.5t' nn ioaO« oe§> 1899. .ilberrenle biente 'N '»«M* V* * •*L 8& Freitag den 4 August ISO» Nr. 181 Erstes Blatt. Gießener Anzeiger General-Anzeiger 8»ne$wt Lnzeigen zu der oiuhmittagr für de» ^»ißeud« L»ß erscheinend« Nummer bi» vor«. 10 Uhr. Nezug-prel» vierteljährlich 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 Pf>. mit Bringerloh». Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf,, vierteljährlich. Alle Anzeigrn-BermittlungSstellen de« In« und »uilaaHt nehmen Anzeigeu für den Gießener Anzeiger tatyy»r fiMH*t »glich mit Audnahrne M Montag«. Di« Gießener »erden dem Anzeiger »dcheMItch viermal d eigelegt. Aints- unb Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: Ach»lstr«ße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Glätter für hessische UolKsKunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße». Fernsprecher Nr. 51. AmtlicherWl. Bekanntmachung. Der Kriegerverein zu Rödgen hält am 6. August ein Scheibenschießen auf dem Gelände vor dem Ziegenberg etwa 400 Meter oberhalb des Ortes ab. Wir bringen dies hierdurch zur öffentlichen Kenntnis und warnen vor dem Betreten des betreffenden Geländes. Gießen, den 2. August 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ___________________v. Bechtold.___________________ Gießen, den 1. August 1899. Betr.: Die Errichtung und Einrichtung der Fortbildungsschulen. Die Großh. Kreis-Schulcommission Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Wir erinnern Sie daran, daß die Schülerlisten in rubr. Betreff bis Ende des Monats an uns einzusenden sind. Wir machen Sie darauf aufmerksam, daß nach § 6 pos. 2 a. b. c. d. des Ministerialausschreibens vom 13. Juli 1875 in die Listen alle schulpflichtigen Schüler einzutragen sind und bei von auswärts Eintretenden die betr. Gemeinde anzugeben ist. Die aus Ihren Gemeinden in andere Gemeinden übertretenden Schüler sind getrennt von den anderen aufzuführen und dahinter ist zu bescheinigen., daß die nötige Mitteilung an den Schulvorstand der betr. Gemeinden erfolgt ist. pos. 2 c. Die Verzeichnisse sind nicht, wie vereinzelt geschehen, durch die Lehrer, sondern durch die Vorsitzenden der Schulvorstände mit Begleitbericht an uns einzusenden. Zugleich fordern wir Sie auf, etwa einlaufende Gesuche um Dispensation vom Besuche der Fortbildungsschule, auch spätestens bis zum 1. September d. I. an uns gelangen zu laffen, da wir später einlaufende Gesuche nicht berück- flchtigen können. ____________________v. Bechtold.____________________ Bekanntmachung. Betr.: Maul- und Klauenseuche zu Heuchelheim. Nachdem die Maul- und Klauenseuche in mehreren Gehöften zu Heuchelheim ausgebrochen ist, wird hiermit die ganze Gemarkung Heuchelheim unter Sperre gestellt. Gießen, den 3. August 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Wegen Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche ist in Griedelbach, Kreis Wetzlar, die Gemarkungssperre angeordnet, gleichzeitig sind die Gehöfte des Peter Müller und des Philipp Heeb daselbst gesperrt worden. Aus gleichem Grunde sind in Kröffelbach, Kreis Wetzlar, die Gehöfte des Handelsmannes Kallmann Abraham und Äes Friedrich Claudi gesperrt. Gießen, den 1. August 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Betr.: Das Befahren der Hollergasse. Wir haben Veranlassung, nachstehende Bekanntmachung in Erinnerung zu bringen. Gießen, den 31. Juli 1899. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Muhl. Bekanntmachung, Das Befahren der Hollergaffe wird bis auf weiteres nur den Eigentümern der an sie grenzenden Grundstücke, soweit sie der Hollergasse als Zufuhrweg benötigen, gestattet; für alles übrige Fuhrwerk ist das Befahren der Hollergaffe verboten. W Zuwiderhandlungen werden nach § 366 Pos. 10 des Reichsstrafgesetzbuchs mit Geldstrafe bis zu 60 Mk. oder nit Haft bis zu 14 Tagen geahndet. Gießen, den 22. Dezember 1898. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Muhl. Bekanntmachung. Die Gestellung von Vorspann zur Fortschaffung der Verpflegungs- und Biwaksbedürfnisse während der diesjährigen Herbstübungen der 21. Division in den Kreisen Marburg, Wetzlar, Dill, Biedenkopf und Friedberg soll an mindestfordernde Unternehmer verdungen werden. Zu diesem Zweck ist Termin auf den 11. August, vormittags 9 Uhr, in dem Geschäftszimmer der unterzeichneten Intendantur, Hochstraße Nr. 18, anberaumt. Kautionsfähige Unternehmer, welche genügenden Ausweis der Ortsbehörde über ihre Leistungsfähigkeit vorlegen können, werden ersucht, ihre Angebote, versiegelt, mit der Aufschrift: „Angebote aus Vorspanngestellung während der Hebungen der 21. Division" versehen, bis zu dem gedachten Termin bei der Intendantur, woselbst auch die Bedingungen zur Einsicht ausliegen, einzureichen. Frankfurt a. M., den 31. Juli 1899. Königliche Intendantur 21. Division. Deutsches Reich. Berlin, 2. August. In der heutigen zweiten Verhandlung des 40. Genossenschaftstages wurden die Angelegenheiten der Kreditgenoffenschaften und der Konsumvereine erledigt, und zwar in getrennten Sitzungen. In dem großen Saale der Philharmonie tagten die Vertreter der Kreditgenossenschaften unter dem Vorsitze des Verbands- dircktvrs Klinkert-Breslau. Bei Punkt 1 der Tagesordnung referierte der Verbandsrevisor Dr. Schneider-Potsdam über die Befugnisse der für die Krediteinschätzung der Aufsichtsratsmitglieder eingesetzten Einschätzungskommission, welche vielfach auf Widerspruch stieß, von anderer Seite jedoch so lebhafte Fürsprache fand, daß der Antrag betr. die Einschätzungskommission schließlich mit großer Mehrheit angenommen wurde. Verbandsrevisor Kuckuck-Meiningen und Bankdirektor Peter-Karlsruhe empfehlen, bei den Genossenschaften Einrichtungen zu treffen, welche eine Vergleichung der Sparkassenkonten auf ihre Uebereinstimmung mit den Sparkaffenbüchern durch den Aufsichtsrat ermöglichen. Direktor August Schall-Waldenburg referierte über die Einrichtung der Prolongationen. Im kleinen Saale der Philharmonie tagten die Vertreter der Konsumvereine. Die Geschäftsführer der Großeinkaufsgefellschaft deutscher Konsumvereine E. Scherling-Hannover und Verbandssekretär H. Haentschke-Charlottenburg berichteten über die Entwickelung des gemeinschaftlichen Wareneinkaufes, der sich nur sehr langsam entwickelt habe, und zu dessen erfolgreichem Ausbau es noch weiterer Agitation bedürfe. Die Wareneinkaufsvereinigungen müßten, so führten beide Redner aus, denSchluß- ftein der genossenschaftlichen Organisation bilden. Es wurde eine Erklärung angenommen, worin zur Bildung von Wareneinkaufsverbänden nachBezirken aufgefordert wird, mit derMaß- gäbe, daß die leitenden Konsumvereine die Bestellungen sammeln und die Waren verteilen. Dr. Wernicke-Charlottenburg regte eine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit an, gegen die sich Anwalt Dr. Krüger wendet. Nachdem sich die Herren Dietrich-Rudersdorf und Geißler-Breslau sehr scharf gegen die Beschäftigung mit politischen Fragen ausgesprochen hatten, wurde einstimmig eine Resolution angenommen, in der den Konsumvereinen empfohlen wird, an dem altbewährten Grundsatz der Barzahlung festzuhalten und zur Beseitigung des schädlichen Borgsystems beizutragen. Darauf wurde der zweite Verhandlungstag geschlossen. — Nationalsozialer Parteitag. Professor L. Brentano hat sich bereit erklärt, auf dem Parteitag der Nationalsozialen in Göttingen am 2. Oktober das Hauptreferat über den „Schutz des gewerblichen Arbeitsverhältnisses" zu übernehmen. Damit ist das Programm des Parteitages in der Hauptsache festgestellt. Es fehlt nur noch die Auswahl des gewerkschaftlichen Korreferenten neben Professor Brentano. Das Programm enthält folgende Punkte: Geschäftsbericht: Sekretär Wenck; Politischer Jahresbericht: Pfarrer Naumann; Die Entwickelung des Staatsgedankens in Deutschland: Professor Sohm; Der Schutz des gewerblichen Arbeitsverhältnisses: Professor Brentano; Das nationalsoziale Kommunalprogramm: Fabrikant und Stadtverordneter Koppelmann und Redakteur Damaschke. Der Parteitag beginnt Sonntag, 1. Oktober, abends und endigt voraussichtlich Mittwoch, den 4. Oktober, mittags. — Einschränkung der Lustbarkeiten. Wie in der letzten Sitzung des Vereins der Industriellen des Regierungsbezirks Köln mitgeteilt wurde, ist man auch im preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe von der Notwendigkeit zweckentsprechender Maßnahmen zur Einschränkung der öffentlichen Lustbarkeiten, wie sie namentlich in Rheinland und Westfalen auftreten, Überzeugt. Frankfurt a. M., 2. August. Die „Franks. Ztg." meldet aus NewAork: Präsident Figuereo in St. Domingo hat sein Kabinett gebildet. Sobald die konsularische Benachrichtigung eintrifft, erfolgt Anerkennung Figuereos durch die Washingtoner Regierung. Frankfurt a. M , 2. August. Die „Frkf. Ztg." meldet aus dem Haag: Die gestern stattgehabten Verhandlungen der Rheder mit den Führern der streikenden Maschinisten und Heizer führten noch zu keinem Ergebnis, da in der Frage der Sonntagsruhe keine Hebereinstimmung zu erzielen war. Die Bundesabteilungen der Ausständigen werden heute über die Annahme eines neuen Vermittelungsvorschlages zu befinden haben. Die Lage ist für die Streikenden günstig; die Zahl der mit Frachten auf dem Strom liegenden Rheinschiffe hat gestern wieder stark zu- genommen. — Kulturerfolge in Kamerun. Der kaiserliche Gouverneur von Kamerun berichtet im „D. Kol.-Bl." über die Zustände bei den Bakwiris am Kamerunberg, deren Unterwerfung mit großen Schwierigkeiten verknüpft gewesen war: Die Bakwiristämme sind gründlich unterworfen, sie haben keine Waffen; Speer, Bogen und Pfeile sind ihnen fremd geworden, die ehedem berühmte Buöa-Armbrust existiert nicht mehr. Diese an recht freie Bewegung gewöhnten Leute sind so sehr auf ganz veränderte Lebensbedingungen eingegangen, daß sie gern auf den neuen Plantagen arbeiten und dadurch überreichlich ihren Lebensunterhalt verdienen, während Weiber und Kinder, wie früher, die eigenen Farmen bearbeiten oder als Lastträger zwischen Viktoria und den Stationen auf dem Gebirge gehen. Intelligentere Häuptlinge, wie Efesua von Boujongo, ein Baptistenchrist, legen in ihren neuen Dorfgebieten Kautschuk- und Kakaopflanzungen an, und während die Leute früher irgendwo im Urwalde, häufig weit ab von ihren Gehöften, ein winziges Stückchen Land mit Mais, Bohnen und dergleichen bepflanzten, bauen sie jetzt ihre Nährpflanzen in der unmittelbaren Nähe ihrer Hütten und führen eine ordentliche Wirtschaft. So hat sich das sehr große, früher über einen unendlichen Flächenraum verstreut liegende Dorf Soppo willig in ein großes Dorf mit regelrechter Dorsstraße Zusammenlegen laffen; die Hütten stehen in Reihen zu beiden Seiten der Straße, numeriert und von Gärten umgeben, in denen die erwähnten Nahrungsmittel gezogen werden. Die Soppo- leute sind sehr stolz auf das neue Aussehen ihres Dorfes, und jetzt kommen von allen Seiten Gesuche an die Station Buea, andere Dörfer auch so schön zu machen. — Ostafrika. Nach Berichten aus Ostafrika ist es erforderlich gewesen, gegen den im Hinterlande von Mikin- dani sitzenden Häuptling Machemba wegen wiederholter Un- botmäßigkeit eine Expedition der Schutztruppe auszurüsten. Da Machemba ziemlich großen Anhang besitzt, wurde es für wünschenswert gehalten, die Kompagnie in Lindi, die ihrem Standorte nach in erster Linie für die Durchführung der Aufgabe in Betracht kam, durch die in Dar-es-Salaam stehende Kompagnie zu verstärken. Nach einem jetzt vorliegenden Telegramm des Gouverneurs Siebert ist Machemba nach leichtem Kampfe vertrieben und die Ruhe wieder hergestellt worden. Die 5. Kompagnie ist nach Dar-es-Salaam zurückgekehrt. Ausland. Wien, 2. August. Der Kultusminister wies das Gesuch des Vereins Ko men ski ab, um die Erlaubnis des öffentlichen Hnterrichts für die von diesem Verein in Wien errichtete tschechische Volksschule. Brüssel, 2. August. Am Montagabend hielt der niederländische allgemeine Verband in Brüssel eine Versammlung ab, um gegen die Haltung Englands gegenüber Transvaal zu protestieren. Im Ausschuß befanden sich Vertreter aller Schattierungen; es wurde eine Tagesordnung angenommen, in welcher die Anwesenden den Buren ihre wärmste Sympathie ausdrücken. — Einer weiteren Drahtmeldung aus Brüffel zufolge wird das neue Kabinett am Mittwoch noch nicht gebildet werden. Die Verzögerung rührt daher, daß man sich bemüht, als Kriegsminister für das neue Kabinett eine Persönlichkeit zu gewinnen, welche dem Heere selbst angehört, und deren Programm die allgemeine Wehrpflicht umfaßt. Smet de Nayer erklärt, alle Mitglieder des Kabinetts würden für das Proportionalwahlsystem eintreten und den Antrag des Deputierten Theodor, der eine vollständige proportionale Vertretung im ganzen Lande fordert, nach Vornahme einiger geringfügiger Aenderungen annehmen. Paris, 2. August. Aus Rennes wird gemeldet: Demange und Labori wurden verständigt, daß ihnen im Sitzungssaale unter den Augen des Präsidenten des Kriegsgerichts vor Beginn der eigentlichen Verhandlungen Einsicht in die Geheimakten des Generalstabes gewährt werden würde, um für die zu erwartenden Ausführungen Merciers entsprechend gerüstet zu sein. Dieses nur bei verschlossenen Thüren mögliche Aktenstudium könnte leicht den ganzen Montag in Anspruch nehmen. In diesem Falle findet erst Dienstag die erste öffentliche Sitzung statt. Heute abend wird die Entscheidung in der Sitzungssaal-Frage fallen. Paris, 2. August. Der Gymnasial-Professor Weill, welcher während des Unterrichts Propaganda für Dreyfus machte, wurde für drei Monate vom Amte suspendiert. Paris, 2. August. Waldeck-Rousseau hat während der Abwesenheit des Minister Delcaffs dessen Portefeuille interimistisch übernommen. Paris, 2. August. Der „Temps" veröffentlicht heute abend die offizielle Liste der Zeugen, welche von der Dreyfuspartei vorgeladen sind. Unter diesen befinden sich Lebrun-Renaud, der frühere Justizminister Trarieux, Scheurer-Kestner, Hartmann, der erklärt hatte, Dreyfus habe das Bordereau nicht schreiben können, der Kapitän Freystätter, Mitglied des Kriegsgericht von 1894, der frühere Leiter des Militär-Gefängnisses Cherche Midi, Forzinetti. sowie mehrere Professoren der Akademie und mehrere Journalisten, sowie Anwalt Labori und Demange, welche ebenfalls das Verhör vor allen Zeugen seitens Beaurepaires verlangen. Madrid, 1. August. Die Nied erläge der Spanier bei Santiago de Cuba führt gerade nach einem Jahre zu einem traurigen Nachspiel. Bei den Verhandlungen vor dem Obersten Kriegsgericht in Madrid betreffend Uebergabe von Santiago des Cuba brachte General Pareja zu seiner Verteidigung vor, daß es in der Stadt an Lebensmitteln mangelte und die Verteidigung unmöglich war. Die Kämpfe, welche geführt wurden, seien blutige gewesen; jedoch könne Mut allein in den Kriegen der Neuzeit nichts ausrichten. General Toral bestätigte, daß es in Santiago an Mitteln zur Verteidigung gefehlt habe. Marschall Blanco sei mit der Uebergabe einverstanden gewesen. General Escario erklärte, er habe, als er nach Santiago gekommen, drei Viertel der Soldaten krank vorgefunden. General Pando sagte aus, von Havana hätten Verstärkungen gesandt werden müssen. Marschall Blanco behauptete, er habe stets zum Widerstande geraten; General Toral habe, ohne Befehl dazu erhalten zu haben, kapituliert. — Der Verteidiger des Generals Toral führte aus, Toral habe, da er unter dem Befehl des Oberkommandierenden Marschalls Blanco stand, nicht selbstständig handeln können. Blanco habe sich bezüglich der ihm zugegangenen Befehle der Regierung in Schweigen gehüllt und, nachdem die Kapitulation bereits erfolgt war, gegen die Bedingungen derselben protestiert. Der Verteidiger fügte hinzu, die Stadt Santiago habe auf keine Hilfe rechnen können, und beantragte schließlich vollständige Freisprechung Torals.___________________________________________________ Lokales und Provinzielles. Gießen, den 3. August 1899. • • Empfang. Se. Königl. Hoheit der Großherzog empfingen am 2. August u. a. den General der Infanterie, v. Lindequist, kommandierenden General des 18. Armeekorps, den Geh. Medizinairat Professor Dr. Riegel von Gießen. * “ Ruhestandsversetzung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 2. August den Oberlandesgerichtsrat bei dem Oberlandesgericht, Johannes Heß, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen, treuen und ersprießlichen Dienste, mit Wirkung vom 15. September 1899 an, in den Ruhestand zu versetzen. • * Ordens-Verleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 2. August dem Oberlandesgerichtsrat bei dem Oberlandesgericht, Johannes Heß, das Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen. • • Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 2. August dem Obersten Beck, Kommandeur des Großherzoglichen Gendarmeriekorps, die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser und König von Preußen verliehenen Königlichen Kronenordens 2. Klasse Allergnädigst zu erteilen geruht. * • Ernannt wurden am 24. Juli d. I.: 1) der Haupt- fteueramtsrevisor Steuerassessor Schäfer zu Emmerich, 2) der Kontrollvorsteher bei der Main-Neckar Eisenbahn, Steuerassessor Schmidt zu Darmstadt, 3) die Steuerkontrolleure Steuerassessoren Dölp zu Friedberg, Hoos zu Büdingen, Köhler zu Lauterbach, Korfmann zu Friedberg, Mees zu Mainz, Meisinger zu Gießen, Müller zu Darmstadt, Tag zu Worms, Walther zu Babenhausen, Wenzel zu Groß-Gerau, 4) die Hauptsteueramtsassistenten Steuerassessoren Pflug zu Gießen, Schwarz zu Bingen, 5) die Steuerassessoren Balser zu Darmstadt, Bangel zu Groß-Umstadt, Dr. Becker zu Darmstadt, Berres zu Darmstadt, Böß zu Mainz, Breitwies er zu Darmstadt, Buttron zu Worms, Grünig zu Eberstadt, Hofmann zu Mainz, Hofmann zu Friedberg, Dr. Jost zu Darmstadt, Klingelhöffer zu Offenbach, Knab zu Worms, Knöß zu Darmstadt, Kratz zu Mainz, Kritzler zu Darmstadt, Krug zu Darmstadt, Lindenstruth zu Atzenhain, Lohnes zu Darmstadt, Lony zu Gießen, Lorenz zu Darmstadt, May zu Mainz, Metz zu Mainz, Michel zu Wald-Michel- bach, Nicolai zu Darmstadt, Offenbächer zu Darmstadt, Platz zu Lich, Pullmann zu Darmstadt, Reim- Herr zu Darmstadt, Schenk zu Darmstadt, Schreiner zu Darmstadt, Schudt zu Friedberg, Schul zu Darmstadt, Scriba zu Darmstadt, Störger zu Darmstadt, Wallenfels zu Gießen, Weisel zu Laubach — zu Negierungsassessoren. * * Von der Universität. Der ord. Professor in der juristischen Fakultät, Dr. R. Frank, hat den an ihn ergangenen ehrenvollen Ruf an die Universität Halle — als Nachfolger Franz Liszt's — angenommen, jedoch erst für die Zeit vom kommenden S o m m e r semester an. Für das Wintersemester 1899/1900 bleibt er der hiesigen Hochschule noch erhalten. * * Mainzer CornetOuartett. Wie bereits kurz angedeutet, findet morgen Freitag Abend in Steins Garten das Konzert des Mainzer Cornet-Quartetts statt. Genanntes Quartett konzertierte kürzlich nur in den ersten Bädern rc, und werden die Vorträge als ein eigenartiger Kunstgenuß hingestellt. Das Programm ist ein sehr reichhaltiges, u. a. kommen zur Aufführung: Ouvertüre zur Oper „Joseph in Egypten", Fantasie aus der Oper „Freischütz"; die Quartette: „Zieh hinaus" von Dregert, „Grüße an die Heimat" von Kromer, „Verlassen" von Koschat; außerdem Solis für Cornet. • • Georg Adam Strohecker f. In Frankfurt ist am Mittwoch Morgen das Mitglied des Frankfurter Schauspiels, Herr Georg Adam Strohecker, der auch hier durch mehrmaliges Auftreten bestens bekannt geworden, an den Folgen einer Darmoperation im Alter von 54 Jahren gestorben. Strohecker, ein echtes Sachsenhäuser Kind, ist als Mensch wie als Künstler gleich vortrefflich gewesen, uno sein Ableben hinterläßt wie in dem Institute, dem er durch lange Jahre angehörte, so auch in dem weiten Kreis seiner Freunde eine Lücke, die nur schwer auszufüllen sein dürfte. §§ Bermuthshain, 1. August. Der heute hier abgehaltene Vieh markt war infolge der vielfach in hiesiger Gegend herrschenden Maul- und Klauenseuche verhältnismäßig schwach befahren. Aufgetrieben waren etwa 300 Stück Schweine, meistens Sommerferkel, wovon das Paar, 6 bis 8 Wochen alt, 20 bis 30 Mk. kostete; das Paar 8 bis 12 Wochen alte kostete 30 bis 40 Mk. Frühjahrs-Ferkel, sogenannte Einlegeschweine, wurden das Paar mit 70 bis 100 Mk. durchschnittlich, je nach Güte, bezahlt. Fette Schweine und Zuchtschweine waren nicht aufgetrieben. Allgemein war der Handel gut, die Preise sind etwas zurückgegangen. §§ Bermuthshain, 2. August. Gestern fand in dem benachbarten Lichenroth Bürgermeisterwahl statt. Gewühlt wurde einstimmig der schien 32 Jahre im Dienste befindliche seitherige Bürgermeister Herr Herchenröder. Laug-Göus, 31. Juli. Am gestrigen Sonntag hielt Herr Pfarrer Walz, welcher nach Darmstadt-Bessungen berufen ist, seine Abschiedspredigt. Das Gotteshaus war schon vor Beginn des Läutens so überfüllt, daß sich viele mit Stehplätzen begnügen mußten, denn jeder wollte Herrn Pfarrer Walz vor seinem Weggang von Lang-Göns noch einmal hören. Aber nicht nur Hiesige, sondern auch Auswärtige hatten sich zu diesem Gottesdienst eingefunden. Das Scheiden des Herrn Pfarrer Walz aus unserer Gemeinde, in der er neun Jahre gewirkt, fällt vielen sehr schwer. Er legte seiner Predigt die Worte zugrunde, welche Paulus bei seiner Wegreise aus Ephesus zu den Aeltesten sprach (Apostelgesch. 20, Vers 32): „Und nun, liebe Brüder, ich befehle euch Gott und dem Wort seiner Gnade, der da mächtig ist, euch zu erbauen und zu geben das Erbteil unter allen, die geheiligt werden." Herr Pfarrer Walz hat auch in hiesiger Gemeinde viel Gutes gewirkt; wir wollen nur die Kleinkinderschule, welche er ins Leben gerufen, herausnehmen. Kein Wunder daher, daß sein Scheiden von allen Bewohnern so schwer empfunden wird. Der hiesige Posaunenchor unter der bewährten Leitung des Herrn Boller ließ es sich nicht nehmen, Herrn Pfarrer Walz am Abend ein Ständchen zu bringen, denn er war ein treuer Freund und Gönner auch dieses Chores. Wir wünschen Herrn Pfarrer Walz und feiner Familie ein herzliches Lebewohl, und es mögen die guten Worte, die er ausstreut, immer aus fruchtbaren Boden fallen. Als Nachfolger des Herrn Pfarrer Walz ist Herr Pfarrverwalter Offenbächer aus Darmstadt ernannt. Vorläufig besorgt Herr Pfarrer Kalbhenn von Kirch-Göns die Amtsgeschäfte. D. T. A. Butzbach, 2. August. Das hier in Garnison stehende 2. Bataillon des 168. Regiments rückte heute früh um 6 Uhr zu einem Uebungsmarsch aus und kehrte um 1 Uhr bei einer tropischen Temperatur hierher zurück. Beim Einrücken brach ein Mann vor dem ^aufe des Kaufmanns Wießler infolge eines Hitzschlages zusammen und wurde in die Wießler'sche Wohnung gebracht. Friedberg, 1. August. Der Johanniterorden hat den Beschluß gefaßt, in Langenhain eine Siechenanstatt zu errichten. Sollte aber eine solche Anstalt von der Provinz erbaut werden, dann würden die für Langenhain bestimmten Mittel eben für andere Zwecke Verwendung finden. M. Aus der mittleren Wetterau, 2. August. Ein lustiges Stücklein ereignete sich kürzlich in unserer Gegend, und zwar folgendes: Ein gesunder junger Mann und tapferer Esser erhielt kürzlich einen Brief aus Nauheim mit der Aufforderung, sich demnächst in letzterem Badeorte zu melden, und zwar bei einem ausländischen Herrn, der gerne einen Gesellschafter beim Essen haben möchte. Bedingung zur Aufnahme wäre, daß der Aufzunehmende etwas Tüchtiges in der Eßkunst zu leisten vermöchte, und um den Beweis dafür zu liefern, müßte vorher eine Probe abgelegt werden. Der Eingeladene erklärte sich zu einer Probe bereit, und die Spaßvögel, die den Ulk vorbereitet halten, schossen eine kleine Summe zusammen, und ließen den Verzehrungslustigen in ein Wirtshaus einlaben, wo die Probe auch wirklich stattfand. Hierbei zeigte es sich, daß der Eingeladene zehn Handkäse mit Butter und drei Portionen Schwartenmagen nebst einem halben Laib Brod zu vertilgen vermochte, welche Speisen mit drei Flaschen Bier angefeuchtet wurden. Nachteilige Folgen stellten sich nicht heraus, am andern Morgen verzehrte der Eßkünstler sein Frühstück mit gutem Appetit. Ob daraufhin die Einladung nach Nauheim erfolgen wird, muß abgewartet werden^ E. Eichelsdorf, 2. August. Ihre Zeitung teilte im vorigen Jahre mit, daß die Vogelsberger Wälder teilweise mit Nadelholzarten aus Holstein bepflanzt würden. Nun ist im hiesigen Revier eine Probe gemacht worden, edle Holzarten aus der Pfalz, von der forstwirtschaftlichen Anlage Knittelsheim, zu verwenden, und es wurden Fichtenpflänzlinge, Weymuthskiefern und Douglastannen, zusammen etwa 175000 Stück, angeschafft und verwandt. Die Pflanzen sollen schön angegangen sein und freudig emporwachsen. Auch hieraus ergiebt sich, wie sehr die Forstverwaltung in unentwegter Weise bestrebt ist, unsere Berge und Wälder zu kultivieren. Darmstadt, 2. August. Die Sozialdemokraten haben in einer am Sonntag stattgefundenen Versammlung, für die bevorstehenden Landtagswahlen folgende Kandidaten aufgestellt: In dem bisher durch Dr. Osann Vertretenen Kreis Groß-Gerau (Land) den Cigarrenmacher Raab aus Pfungstadt, für den Wahlkreis Darmstadt-Land (bisheriger Vertreter Professor Friedrich) den Schuhmacher Friedrich und für den Wahlkreis Pfungstadt-Gernsheim, den feit Jahren der Präsident der Zweiten Kammer, Herr Geheime Regierungsrat Haas vertrat, stellen die Sozialdemokraten den früheren Schuhmacher und jetzigen Buchhändler Bert- hold in Darmstadt auf. Gastwirt Cramer wird wieder im Wahlkreis Langen kandidieren. Von der Bergstraße, 1. August. Das anhaltende sonnige Wetter fördert die Erntearbeiten ungemein. Die Reife der einzelnen Früchtearten folgt rasch aufeinander und es wird nicht lange währen, so werden die Felder geräumt fein. — In den Weinbergen haben sich die Trauben staunenswert entwickelt, und ist es nur sehr zu bedauern, daß so wenige Trauben vorhanden sind. — Eine reiche Kartoffelernte steht in Aussicht, indem die Knollenansätze sehr zahlreich sind. A Mainz, 2. August. Heber die Abreise des Zaren von Petersburg nach Darmstadt, erfährt das „Mainzer Tageblatt" aus bester Quelle, daß dieselbe Anfang Oktober, wahrscheinlich den 5. oder 6. erfolgen werde. (?) — Gestern abend konstituierte sich hier ein Zweigverein der Christlichen Holzarbeiter-Gewerkschaft (Holzarbeiter und verwandte Branchen) München. — Der vor einigen Tagen erfolgte Tod des Frankfurter Malers Adolf Schreyer ruft die Erinnerung an ein Vorkommnis wach, das sich vor einigen Jahren hier abfpielte, die öffentliche Meinung von Mainz derzeit lebhaft beschäftigte und ein Mitglied der hiesigen Stadtverordnetenversammlung und Museumsdeputation zwang, seine öffentlichen Aemter niederzulegen. Der betreffende Stadtverordnete — derselbe, der unter allgemeinem Gelächter veranlaßte, daß das bekannte Bild von Dürer im hiesigen Museum „Adam und Eva" mit einem Vorhang verhüllt wurde — hat nämlich seine Stellung als Museumsdeputationsmitglied dazu benutzt, das in der hiesigen Gallerie befindliche Gemälde von Schreyer „Heimkehrende Beduinen" für sich kopieren zu lassen. Als die Sache öffentlich bekannt wurde und allgemeine Entrüstung hervorrief, sah sich der kunstsinnige Stadtverordnete unter dem Drucke der öffentlichen Meinung veranlaßt, die Kopie der Stadt zu überlassen. Vermischtes. * D. Frankfurt a. M., 3. August. Im Zoologisch en Garten fand gestern die Abhalfterung der Giraffe statt, da dieselbe jetzt in den Besitz des Zoologischen Gartens übergegangen ist. Der Preis derselben ist wohl der höchste der jemals für ein Tier — außer zu Sportszwecken — gezahlt worden ist. Von sämtlichen deutschen Zoologischen Gärten besitzt allein der Garten in Berlin noch Giraffen, und sonst dürfte auf dem Kontinente nur noch in Antwerpen eine lebende Giraffe sein. — Die Straußherden des Herrn Menges (auf der früheren Büffelwiese und im Känguruhhause) erregen fortgesetzt das lebhafte Interesse der Besucher des Gartens, denn das überaus anziehende Bild, daß mehrere Dutzend junger, kaum über meterhoher Straße sich auf einem Platze tummeln, tanzen, springen und durcheinanderrennen, ist in unserrn Vaterlande jedenfalls noch nicht geboten worden. — Sonntag, den 6. August ist der Eintrittspreis in den Garten am Vormittag von 6 bis 12 Uhr auf 20 Psg. (Aquarium ebenfalls 20 Psg.) ermäßigt. Nachmittag und abend ist Doppelkonzert der Gartenkapelle mit der Musik des Jns.- Regts. Nr. 81. — Am Sonnabend, dem 5. August, veranstaltet die Gartenkapelle einen „französischen Komponisten- Abend". • Die Leiche des bei Düsseldorf während einer Hebung verunglückten Pioniers ist bei Duisburg gelandet und inzwischen nach Hochfeld, dem Heimatort des Verstorbenen, geschafft worden, wo Dienstag unter Beteiligung einer Kompagnie Pioniere die Beerdigung stattfinden sollte. Ein militärischer Untersuchungsausschuß ist an die Unsall- ftätte gereist, um festzustellen, ob der int Kahn befindliche Feldwebel Stallmann wirklich keinerlei Rettungsversuche unternahm. Der verunglückte Pionier diente im letzten Jahre und sollte in zwei Monaten in seine Heimat entlassen werden. * Appenzell, 31. Juli. Das gefährliche Edelweiß- pflücken hat schon wieder ein Opfer gefordert. Am Sonntag morgen stürzte am Säntis der 17jährige Sohn eines » einer 'M es sich ® lt» Md ß bt«=«i6 Bw 7«°L *9 Wit i® "g" $«lbtt 6fPf!anjt toütben. 9ema(|t h)Ot^en ’ '»Wien ”nntM«famiittii • ®»Wr» ;l9 e^ortoa^en ^rstverwaltung in t9t nnd Wälder zu ialdemokraten "en Serfflinmlunq tz-»d- Äanbibaten vertretenen Mer Raab aus >t=2anb (bisheriger °Mer Friedrich -rnsheim, den seit ler, Herr Geheime Sozialdemokraten MhändlerBert- mcr wirb wieder anhaltende sonnige mein. Die Reise seinandn und es >ie Felder geräumt i sich die Trauben : sehr zu bedauern, d. — Eine reiche indem die sollen-- lbreise des Zaren hrt das „Mainzer be Anfang Oktober, erde. (?) - Gestern erein der Christ- iaft (Holzarbeiter Der vor einigen Malers Adolf Vorkommnis mach, eile, die MMche und ein nversammlung und lichen Ämter nieder- iete - derselbe, der , daß das bekannte ' „Dam und Eva" . hat nämlich seine ;eb dazu benutzt, das malte von Schreyer eren zu lassen. M nb allgemeine Ent- niae Stadtverordnete mung veranlaßt, die $S'S K»x ** «raff'"' unb ' ■ ,«S* ff*SS ru-s? ach aus e> vj tn »ä«.- t geboten tfflI sprerslN W 20 abend ist 5»"^* ■i ®“* 3bi» ’S-ffS» i»«“"* ff bell”1’ k# •*el 7jo9rt» Beamten in St. Gallen von einem Felsen etwa 150 Mtr. hinunter. Er wurde zwar von seinen Kameraden noch lebend aufgefunden, aber bald trat der Tod ein. Die Leiche wurde von Hilfsmannschaften nach Appenzell gebracht. * NewYork, 1. August. Ein heftiger Orkan richtete am 28. Juli einen großen Schaden auf San Domingo an. Auf der Rhede von San Domingo sind drei Schiffe untergegangen. Von der Bemannung der drei Schiffe wurde ein Mann gerettet. * Interessante Mitteilungen über die Entwickelung einer aus Arbeiterkreisen hervorgegangenen Baugenossenschaft bietet der Geschäftsbericht des Wittener Spar- und Bauvereins für 1898, das vierte Jahr seines Bestehens. Die Zahl der Mitglieder wuchs in den Jahren 1896 bis Anfang 1899 von 38 auf 228. Die von diesen Mitgliedern geleisteten Einzahlungen betragen 16181,90 Mk. Die 228 Mitglieder verteilen sich auf folgende Berufsgruppen: Arbeiter 32, Handwerker, die in Fabriken beschäftigt sind, 144, selbstständige Handwerksmeister 13, Beamte 26, Kaufleute und Wirte 2c. 10. Auf die Werke verteilt ergibt sich folgendes Resultat: Kgl. Haupt-Eisenbahnwerkstatt und -betrieb 140 Mitglieder, Gußstahlwerk Witten 33 Mitglieder, Post 2 u. s. w. Die von der Genossenschaft zu verzinsenden Hypothekenschulden betragen 3'37 000 Mk., die aus Staatsmitteln zur Verfügung gestellt sind und zu 3 Prozent verzinst werden. Der Verein hat jetzt in 8 großen Familienhäusern 100 Wohnungen, nämlich in 2 Häusern je 10, in 2 Häusern je 11, in 3 Häusern je 14 und in 1 Hause 16 Wohnungen; davon sind 2 Wohnungen fünfzimmerig, 24 vierzimmerig, 72 dreizimmerig und 2 Wohnungen zwei- zimmerig. Außer 13 Wohnungen sind sämtliche mit Vorflur versehen, also von anderen abgeschlossen. Die Mieten für die Wohnungen sind sehr mäßig und bewegen sich zwischen 140 und 294 Mk. In diesem Jahre werden 2 neue Häuser zu je 11 Wohnungen gebaut. Der Reingewinn im vorigen Jahre betrug 2499,66 Mk. Aus der Zeit ffir die Zeit. Vor 127 Jahren, am 4. August 1772, wurde zu Hamm der Mediziner Rademacher geboren. Seine Lehren bezweckten einen vollständigen Umsturz der bisherigen Heilwissenschaft. Das Suchen nach spezifischen Heilmitteln für jede Krankheit war der Kern seiner Theorie, die seinerzeit, trotz ihrer Widersinnigkeit, zahlreiche Anhänger gewonnen hatte. Er starb am 7. Februar 1849 in Goch an der holländischen Grenze. Universitäts Nachrichten. — Marburg. Zum Rektor der diesigen Universität für das AmtSjahr 1899/1900 wurde Geh. Med. Rat Professor Dr. Friedrich Ahlfeld gewählt. — Berlin. Der Botaniker Geh. Regierungsrat Profesior Dr. Ludwig Wtttmack beging am Montag das 25jährige Jubiläum als Unioersttätslehrer. — Berlin. Zum Rektor der hiesigen Universität wurde der Profesior der Mathematik Dr. Immanuel Lazarus Fuchs, Mitglied der Akademie der Wissenschaften gewählt. FuchS, geboren 1833 zu Mofchin (Provinz Pofen), hat sich 1865 in Berlin habilitiert, wo er 1866 ernt außerordentliche Professur erhielt. Von 1869 bis 1874 war er ordentlicher Professor tn Greisswald, 1874 bis 1875 in Göttingen, 1875 bis 1884 in Heidelberg, seiidem tn Berlin. Seine mathematischen Abhandlungen sind in Fachzeitschriften gedruckt. Einige feiner Arbeiten behandeln zahlentheoretische Probleme; die meisten find algebraischen und funkttonen-theoretischen Inhalts. Die letzteren betreffen besonders daS Studium der Funktionen, welche durch Differential-Gleichungen definiert werden. — Berlin. Dem Observator der Königlichen Sternwarte, Pcivatdozenten Dr. Hans Battermann ist das Prädikat Professor beigelegt worden. — Breslau. DaS fünfzigjährige Doktorjubiläum beging am Montag der Professor der Augenheilkunde an der medizinischen Fakultät unserer Universität, Geheimer Mediztnalrat Dr. Richard Foerster. — Straßburg. Von der Kaiser Wilhelm-Universität wird soeben eine neue Preisaufgabe für die Lamey-Sttftung ausgeschrieben: „Die anakreonttsche Poefie des 18. Jahrhunderts in Deutschland in ihrem Verhältnis zu der französischen Gesellschafts-Poesie." Der Preis beträgt 2400 Mk. Die Eintieferung der Arbeiten muß bis zum 1. Januar 1901 erfolgen, die Verkündigung des Preises findet am 1. Mat 1901 statt. — Bern. Das bakteriologische Institut der hiefigen Hochschule erhält in nächster Zeit zwei neue Abteilungen. Die eine ist der Behandlung von Patienten gewidmet, die von wutkranken Hunden gebtffen wurden, also ein Pasteur'sches Institut; die andere verfolgt den nämlichen Zweck, den das Institut HacctuS in Lancy bei Genf hat: die Herstellung von tierischer Lymphe. Dieses Institut wird auf Rechnung einer Gesellschaft betrieben. — Fräulein Ehrendoktor. Die bekannte Archäologin Fräulein Sophie Torma, welche in Siebenbürgen zahlreiche Ausgrabungen gemacht bat, erhielt als erste in Ungarn mit königlicher Genehmigung das Ehrendoktorat. Wteratur, Wissenschaft und Kunst. — Das Märkische Provinzialmuseum in Berlin sammelt auch Ansichtspostkarten aus der Mark Brandenburg, wie wir aus einem Artikel in Nr. 30 des »Bär", Illustrierte Wochenschrift für Geschichte und modernes Leben (Verlag von Friedrich Schirmer, Berlin SW., 13, Neuenburgerstratze 14a), ersehen. Herr Geheimrat Friedel schildert darin die Methode der Sammlung und die Einteilung der Postkarten. Die ungefähr 3000 Ansichtspostkarten der Städtischen Sammlungen sind säst ausnahmslos Geschenke und werden fortgesetzt vermehrt. Ihre Ordnung ist nach folgendem Einteilungsplan, der für jede größere Sammlung angewendet werden kann, aufgrstellt: 1. Gruppe: »Sachen; 2. Gruppe: Personen; 3. Gruppe: Ereignisse; 4. Gruppe: Verschiedenes. Unter „Sachen" sind bewegliche und unbewegliche zu verstehen. Unter die letzteren — Gebäude, Häusergruppen, Landschaften, Ansicht u. dergl. — fallen naturgemäß die meisten und die dankbarsten Aufnahmen. Die Personengruppe umfaßt daS Anthropologische und Ethnographische vom Kaiser und König, von der königlichen Familie bis zum schlichten Pfahlbürger der Kleinstadt, bis zum Landmann und Arbeiter, ja bis zu den in Berlin und der Provinz Brandenburg typischen Bettler- und Land- stretcherfiguren- Die vom Mäikischen Museum gewählte Gruppeneinteilung entspricht dem Bedürfnis, wie es bei einem der LandeS- und Heimatkunde gewidmeten öffentlichen Institut empfunden wird. Ganz selbstverständlich lasten sich noch andere Einteilungsprinzipien aufstellen; sobald der Sammler sich über ein landschaftlich abgegrenzteS Gebiet hinauSbegiebt, alsdann können geographische und ethnographische Gruppen zweckmäßig sein. Den lesenswerten Artikeln in der intereffanten Wochenschrift „Der Bär" sind zwei Tafeln mit Postkarten in verkleinertem Maßstabe *18 Illustrationen betgegeben. — Wer das jüngst erschienene 13. Heft von »Aus fremden Zungen", der Stuttgarter Zeitschrift für die moderne Erzählungs- lilteratur des Auslands, in die Hand bekommt, wird zugeben müssen, daß es sich für den Lttteraturfreund in hohem Maße lohnt, sich tn den Inhalt dieses Heftes zu vertiefen. Fünf weltberühmte Schriftsteller und Dichter sind darin mit größeren ober kleineren Werken vertreten, allen voran Emile Zola mit den ersten drei Kapiteln feines neuen Romans „Fruchtbarkeit"; an zweiter Stelle der greise Leo Tolstoj, dessen neuester bereits vielbesprochener Roman „Auferstehung" seit einiger Zeit von „Aus fremden Zungen" deutsch veröffentlicht wird; drittens der Engländer Rudyard Kipling mit einer ebenso feinen und sinnigen, wie humorvollen Erzählung: „Wie das Sch'fs sich selber sand". Die Rubrik „Lose Blätter" enthält ein zugleich launiges und geistvolles Feuilleton, „Jagderinnerungen" von dem Schweden August Strindberg, und — last not least — drei höchst originelle, einer genialen Phantasie entsprungene „Nachdichtungen von Musikstücken" von dem italienischen Dichter Antonio Fogazzaro. — Von „Aus fremden Zungen" erscheinen monatlich 2 Hefte von je 48 Seiten. Preis jede« Heftes 50 Pfg. — Das neue Shakespeare-Jahrbuch ist vor kurzem zur Versendung gekommen. Druck und Verlag des für jeden Shakespeare- Forscher unentbehrlich gewordenen Hilfsmittels sind nunmehr, nachdem sie 35 Jahre lang sich in Weimar befanden, an Langenscheidt in Berlin übergegangen. An Stelle des verdienten langjährigen, am 30. Juni 1898 in Glion am Genfer See verstorbenen Professors Friedrich August Leo, dem Albert Cohn einen warmen Nachruf widmet, haben die Herren Professor Dr. Alois Brandl in Berlin, Privatdozent Dr. Wolfgang Keller in Jena die Herausgabe des neuen, im alten, würdigen Gewände erscheinenden Jahrbuches übernommen. Eröffnet wird das Jahrbuck, nach dem Abdruck des in vielfacher Hinsicht sehr erfreulichen Jahresberichts für 1898/99, mit dem schon früher aus Anlaß der letzten Shakespeare-Versammlung in Weimar am 22. April d. I. auck in der „Köln. Ztg." kurz skizzierten Vortrage von A. Brandl über „Shakespeares Vorgänger", der hier in erweiterter Gestalt erscheint. Die Lektüre der geistvollen Darstellung bietet erneuten Genuß; indessen erscheint in der gedruckten Vorlage manche Einzelheit etwas weithergeholt und der genügenden Begründung entbehrend. Von hervorragendem Interesse ist sodann die Ausgabe eines im Jahre 1870 von I. Halliwell zum erstenmale nicht ganz sorgfältig nach dem Egerton M. 8. des Britischen Museums abgedruckten Dramas „Richard H." aus Shakespeares Zeit, das W. Keller mit einer gründlichen litterarischen Einleitung versehen hat. Alsdann beantwortet E. Keppel die Frage „War Shakespeare in Italien?“ im Gegensätze zu Gregor Sarrazin („W. Shakespeares Lehrjahre", Kap. 5) auf Grund litterarischer Nachweise mehr im verneinenden Sinne. Der nächste Aufsatz aus der Feder Gr. Sarrazins ist der Abfassungszeit von „Viel Lärm um nichts" gewidmet; mit großem Scharfsinn ist darin nachgewiesen, daß dieses Lustspiel „unter dem Eindrücke von Verhältnissen verfaßt worden ist, die sich im Jahre 1589 in Shakespeares Bekanntenkreise abspielten". Es ist daher unrnöglick, das Stück mit Francis Meres „Love’s Labor’s Won“ zu identifizieren. Auch hat Sarrazin sehr reckt, wenn er bemerkt : „Die Erörterung der Abfassungszeit (dieses Stückes) hat zu einem neuen Einblick in Shakespeares dichteriscke Werkstätte geführt." Es stellt sich ja nach neueren Untersuchungen immer mehr heraus, daß der große Dramatiker doch viel mehr für seine Zeit und aus seiner Zeit heraus gedichtet hat, als früher wohl angenommen wurde, insbesondere daß er das Leben am Hofe der Königin Elisabeth und die Schicksale seiner vornehmen Freunde und Gönner mit regem Anteil verfolgte und dichterisch widerspiegelte. Emen sehr dankenswerten, wenn auch keineswegs erschöpfenden Ueberblick über den „heutigen Stand der Hamlet-Forschung" gibt A. Schröer, wobei er es sich versagt, selbst eine neue Hypothese aufzustellen. Dann handelt Rickard Garnett über „Entstehung und Veranlassung vom Sturm", indem er im Anschluß an Tiecks und Meißners Vorgang und an einen Artikel von Goldwin Smith in Macmillans Magazine (Januar 1887) mit innern und äußern Gründen zu erweisen versucht, daß „the Tempest“ in der zweiten Hälfte des Jahres 1611 gedichtet wurde. In einem „George Chapman und das italienische Drama" überschriebenen Aufsatze polemisiert A. L- Stiefel durch Vergleichung des englischen Lustspiels „May-Day" (1611) und der italienischen Vorlage „Aleffundro" des Jnironaten A. Piccolimini (16. Jahrhundert) gegen eine die relative Unabhängigkeit Chapmans von italienischen Vorbildern behauptende Bemerkung Emil Kloeppels, die dieser Gelehrte in den „Quellen und Fortsetzungen", Bd. 82, S. 79 ff., aufgestellt hat, und gegen die sich daranschließenden ästhetischen Bemerkungen Kloeppels über die Bedeutung Chapmans als Lustspiel- und Tragödiendichter. In einem eingebenden Essay behandelt W. v. Würzbach Leben und Werke Pbiliv Massingers, woran sich eine ästhetische Würdigung sowie ein Vergleich mit Shakespeare und endlich eine Besprechung eines seiner besten Dramen („The Virgin-Martyr“) anschließen. Wilhelm Oechelhäuser bespricht zwei neue Bühnenbearbeitungen der „Bezähmten Widerspenstigen", nämlich die von Robert Kohlrausch und Eugen Kilian. Den ersten Teil des Jahrbuches schließen endlich ab verschiedene überaus beherzigenswerte „Regiebemerkungen zum Shakespeare" von Julius Eserwinka. Im zweiten Teile des Jahrbuches begegnen wir unter den „Kleinen Mitteilungen" zumeist recht lesenswerten, mehr oder minder umfangreichen auf Shakespeare und die zeitgenössische Litteratur bezüglichen Auslaffungen aus der Feder E. Koepels, W. Kellers, Im. Schmidts, A. Brandls, I. Schicks u. a. Sehr reichhaltig ist endlich die dritte Abteilung, die der Kritik, der „Bückerschau" überschriebenen Besprechung mehr oder weniger bedeutender Werke von Deutschen, Engländern und Franzosen gewidmet ist. Daran schließen sich die „Zeit- schriftenschau" von Wilhelm Dibelius, die „Theaterschau", so u. a. ein bemerkenswerter Aufsatz von M. v. Kaulbach über die „Shakespeare-Bühne in München", ferner der „Statistische Ueberblick Über die Aufführungen Shakespearescher Werke auf den deutschen und einigen ausländischen Theatern im Jahre 1898" von Armin Wechsung sowie ein interessanter Hinweis auf das Wesen und die Geschichte der „Elizabethan Stage Society in London" von Wolfgang Keller. Ein Verzeichnis der Mitglieder sowie ein gewissenhaft zusammengestelltes „Wort- und Sachverzeichnis" zu Band XXXV bilden den Abschluß. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 3. August, zwischen 11 u. 12 Uhr mittag»; Wasser 17°, Luft 18Va°. Rübfamen'sche Badeanstalt. Verkehr, Km-- und Volkswirtschaft. Lisrdue'S 2 August. Frachtmarkt. Rorcc Weze- X 13,50, weißer Weizen X 13.35, Rom X 10 81, Gerste X 0 00, Hafer X 7.32 Neueste Meldungen. Depesckm des Bureau „Herold". Berlin, 3. August. Der Kaiser unternahm gestern, wie aus Kiel gemeldet wird, auf der Segel Aacht „Iduna" einen Ausflug nach der Außensöhrde und kehrte abends 7 Uhr aus die „Hohenzollern" zurück. Kiel, 3. August. Der Kaiser hat für die Dacht »Hohenzollern" verschiedene bauliche Aenderungen in Aussicht genommen. Es soll der Besanmast herausgenommen und der Großmast 6 Mtr. nach hinten verlegt werden. Das Schiff wird also künftig nur zwei Masten führen. Hamburg, 3. August. Der Kaiser beauftragte den General der Kavallerie, v. Massow, den Kommandeur des 9. Armeekorps, mit seiner Vertretung bei den Beisetzungsfeierlichkeiten für die Herzogin Wittwe Ädelhaid zu Schleswig- Holstein Sonderburg-Glücksburg. Die Trauerfeier beginnt am Freitag vormittag in Itzehoe. Alsdann wird die Leiche mit der Bahn nach Schleswig überführt, wo sie im Dom an der Seite ihres 1885 verstorbenen Gemahls, des Herzogs Friedrich beigesetzt wird. Wien, 3. August. Tschechischen Blättern zufolge hat die Regierung endgiltig beschlossen, das vom niederösterreichischen Landtage geschaffene, von den Liberalen und Sozialisten heftig bekämpfte Wahlgesetz der kaiserlichen Sanktion zuzuführen. Klaufenburg, 3. August. Der bekannte hiesige Schauspieler, Dichter und Uebersetzer deutscher Dramen, Kovac, erlitt bei einem Vortrage in Schäßburg einen Sonnenstich, woran er nach drei Tagen gestorben ist. Budweis, 3. August. Nach der Meldung eines in kirchlichen Dingen gut unterrichteten hiesigen tschechischen Blattes ist die Ernennung des Budweiser Bischofs Dr. Riha zum Erzbischof von Prag als Nachfolger des Grafen Schönborn bereits vollzogen. Mailand, 3. August. Der „Corriere della Sera" versichert, die Unternehmungen Italiens in China haben lediglich handelspolitische Zwecke, ohne das politische Ziel einer Besetzung und Gebietserweiterung. Salvator Raggi sei als ordentlicher Gesandter an Stelle de Martinos ohne besondere Mission nach China gegangen. Italien sei auf dem Wege, die Sanmun-Bai gänzlich aufzugeben. Die handelspolitischen Unterhandlungen seien indes noch nicht völlig abgebrochen. Das italienische Geschwader werde nicht vermehrt werden. Zürich, 3. August. Beim Schimbergbad in Entlebuch im Kanton Luzern stürzte infolge Scheuwerdens der Pferde ein Wagen mit Touristen ab. Ein Herr konnte sich durch abspringen retten. Vier Damen aus Deutschland gerieten unter den Wagen und wurden schwer verletzt. Brüffel, 3. August. Die Ministerkrise ist noch durch das Aufwerfen der Heeres -Reformfrage komplizierter geworden. Der König will die Gelegenheit des Ministerwechsels benutzen, um den persönlichen Heeresdienst durchzusetzen. De Smet de Naeyer nimmt dieses Programm an. Die extreme klerikale Fraktion unter Führung Woestes intriguiert heftig gegen die Kombination de Smet. „Kourier de Bruxelles", das Organ des Erzbischofs von Mecheln, greift de Smet gleichfalls an. Antwerpen, 3. August. Französischen Blättermeldungen zufolge soll der aus Geestemünde kommende französische Aviso „Ibis" den hiesigen Hafen anlaufen. Die Meldung bedarf aber noch der Bestätigung. Paris, 3. August. Aus Rennes wird gemeldet, der Präsident Jouaust wolle den Wünschen der Verteidigung willfahren und alle Gewährsmänner Beaurepaire's kommissarisch vernehmen lassen, damit nichts unterbleibe. Paris, 3. August. Die Verlegung des Prozeß-Lokales in den Hörsaal des Gymnasiums in Rennes ist wahrscheinlich. Dreyfus ist allen Berichten zufolge außerordentlich geistig frisch und rüstig. Er hofft bestimmt, alle Lügen und Ränke aufzudecken. Paris, 3. August. „Jntransigeant" versichert, aus bester Quelle zu wissen, daß General Mercier von der Wiederverurteilung Dreyfus' durch das neue Kriegsgericht zu Rennes überzeugt sei. Paris, 3. August. Präsident So übet wird am 17. September nach Beendigung der Manöver der in Tours stattfindenden Truppenschau beiwohnen. Paris, 3. August. Die Regierung hat die Ersetzung des Generals N e g r i e r folgendermaßen beschlossen: General Garnier erhält das Kommando im Kriegsfälle über das östliche Armeekorps und die Inspektion der Armee. Die Befugnisse Negriers als Mitglied des obersten Kriegsrates sind dem General Pierron zugeteilt worden. Derselbe ist ein Verwandter des bekannten katholischen Journalisten Veuillon. Petersburg, 3. August. Der Finanzminister Witte begiebt sich demnächst nach den südwestlichen Provinzen, um sich über eine Erweiterung der Südwestbahn zu entscheiden. Belgrad, 3. August. Infolge der vom Untersuchungsrichter gesammelten erdrückenden Beweise soll der ehemalige Minister Tauschanowitz eingestanden haben, mit serbischen in Neusatz sich aufhaltenden Radikalen konspiriert zu haben, und an der Verschwörung gegen die Dynastie Obre- novitjch beteiligt zu sein. Alexandrien, 3. August. Hier sind sechs neue Pest- fälle zu verzeichnen. Die Gesamtzahl der Erkrankten beträgt bis jetzt 80. Kunst-Ausstellung. ausstellung im Turmhaus am Brand ist täglich von 11 bis 1 Uhr mittags mit Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen. Eintritt für Nichtmitglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg. Drucksachen, Wechrmngeu, Kacturen, Kircutare, Arieföogeu, Mmschtäge mit Iirmeudruck fertigt billig §r«hl'sche Umv.-M-n. Mudruckttki, Schulftratze 7. 5749 5509 Prof. Haupt. 5721 Vergebung von Schlosserarbeiten Anfang 8 Uhr. Enträe a 60 Pfg. Zu erfragen Wiesenstraße 2, III. < Abfahrt nach Kntzbach Sonntao den 6.1. Ms., mittags 12 Uhr 13 Min Zusammenkunft am Bahnhof 6740 Gin Kausöursche ges. IlnisnrlilliliT 6293 Mäusburg 12 kauft zu guten Preisen 5730 dieses Blattes 5674 Ch, gesucht. 02703 31. 7. ! 180] i, 1 21. 9. s 10. j 4. c Kaasbarsche sofort gefacht 5692 Eberhard Metzger. 3. U. 81 6 Uhr morgenS. 5760 •hbaltiew E. 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