1899 Dienstag den 4. Juli Amtlicher Heil bei machung. Die Alle Anzeigen-VermittlungSstellen deS In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Kitznlstraße Ar. 7. 4) Genaue Angabe des Truppenteils, Regiment, Compagnie rc., bei welchem der Eintritt erfolgt ist, und Datum des letzteren, 5) Bezirk des Landwehrbataillons. Bei Lehrern oder Schulverwaltern, welche bereits früher uns reklamiert haben, bedarf es der Angaben 1—5 nicht, selben < zur Einsicht der Beteiligten offen. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hier- Adresie für Depeschen: Anzeiger Hietzea. Fernsprecher Nr. 51. Gesunde«: 1 gold. Hemdenknöpfchen, 1 silb. Ring, 1 Spazierstock, 1 Regenschirm, 1 Schere mit Futteral, ein Kinderschuh, 1 Shlips, 1 Schürze, 1 Brille, 1 Kinderkragen, 1 Stück Zinkdrath und 1 Deckchen eines Kinderwagens. Gießen, den 1. Juli 1899. Großherzogliches Polizeiamt. Muhl. gegen findet statt: Dienstag, den 18. Juli 1899, vormittags 9-10 Uhr im Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Garbenleich, wozu ich die Beteiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Einwendungen sind schriftlich abzufassen, zu begründen und auf Papier in Aktengröße (mindestens 1/2 Bogen) einzureichen. Friedberg, den 17. Juni 1899. Der Großh. Bereinigungskommissär: Merck. Bezugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Mg monatlich 75 Psg. mit Bringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Psg. vierteljährlich. es genügt hier einfache Meldung. . Abwesende Lehrer oder Schulverwalter, die als alleinstehende Lehrer zur Reklamation berechtigt find, wollen Sie sofort benachrichtigen. v. Bechtold. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt Matter für hessische Datkskunde. Großh. Kreis-Schulcommission Gießen au die Schulvorstände des Kreises. Sie wollen die Lehrer oder Schulverwalter einklassiger Schulen, welche militärpflichtig sind, darauf aufmerksam machen, daß Gesuche um Zurückstellung un Falle einer Mobilmachung innerhalb 8 Tagen bei uns einzureichen sing. Später einlaufende Gesuche können nicht berück- sicht werden. In den Gesuchen ist anzugeben: 1) Civilstellung, 2) Vor- und Zunamen, 3) Militärcharge und Truppengattung, Rr. 154 Erstes Blatt Drulsches Kelch. Berlin, 1. Juli. Dem „Berliner Tageblatt" wird aus Lübeck gemeldet: Der Kaiser hatte heute morgen in Travemünde eine lange Unterredung mit dem Fürsten Herbert 1 § Herne, 2. Juli. Das Militär bleibt vorläufig 14 Tage. Gestern abend herrschte Ruhe. Der Stab und drei Kompagnien sind gestern nach Recklinghausen verlegt worden. In Bruch war gestern abend eine Versammlung anberaumt, die aber nicht abgehalten wurde, denn die Wirtschaften wurden geschlossen. Für morgen werden Zusammenstöße zwischen Militär und Streikenden befürchtet. RmueS, 1. Juli. Heute mittag besuchte Frau Dreyfus ihren Gatten im Gefängnis. Unter allen Anzeichen tiefster Gemütsbewegung verließ sie das Gefängnis, nachdem die Unterredung eine Stunde gedauert hatte. Rennes, 2. Juli. In der Unterredung, welche Madame Dreyfus gestern mit ihrem Gatten hatte, konnte sie diesen noch nicht über die letzten Ereignisse unterrichten. .Freunde der Famlie Dreyfus versichern, der Kapitän befinde sich wohl und sei von der Reise nicht sehr ermüdet. Dreyfus ignoriert die Zwischenfälle der letzten Jahre vollständig. Er spricht mit großer Ehrfurcht von seinen Vorgesetzten, dem General Mercier usw. Dreyfus ist der chauvinistische Offizier geblieben, der er früher war. Rennes, 2. Juni. Die Advokaten Labori und Demange sind heute früh hier eingetroffen, werden aber erst morgen, Montag, ihre erste Unterredung mit Dreyfus h Brüssel, 2. Juli. Hier geht das Gerücht, der König habe bereits mit den Ministern Beernaert und Naeyer Rücksprache genommen, um sie eventuell mit der Bildung des Kabinetts zu betrauen. . Brüssel, 2. Juli. Es wird die Thal, ache sehr bemerkt, daß gestern bereits von den Artillerie-Wagen alle Streich- Patronen, die bekanntlich nicht so scharf geladen sind, wie die übrigen Patronen und die in den Lokalen der Miliztruppen niedergelegt waren, wieder zurückgeholt worden scheint täglich mir Ausnahme des MontagS. Die Gießener AamikienvtLtter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. einander. ~ , Ostasien. Mc Kinley ist am 27. Ium abends nach W a s h i n g t o n mit seiner schwer kranken Gattin zurückgekehrt und hat nach einer kurzen Konferenz mit Präsident Alger und den Generalen Corbin und Bird ein Dekret unterzeichnet, welches den Kriegssekretär ermächtigt, die Armee arff 100,000 Mann zu bringen, wovon 65,000 Mann nach Schluß der Regenzeit sofort nach den Philippinen gesandt werden sollen. Die Verstärkung soll durch die Rekrutierungsämter aufgebracht werden, um die formelle Einberufung Freiwilliger durch den Präsidenten zu vermeiden. 10,000 Mann sollen sofort aufgeboten und baldmöglichst nach den Philippinen befördert werden. Ob es leicht sein wird, diese Befehle auszuführen, steht um so mehr dahin, als der am 27. Juni eingetroffene und ofsizieü veröffentlichte Bericht des Generals Otis bereits die letzthin nach Manila gesandten Truppen als „nicht brauchbar im Felde, weil von nicht hinreichend geeigneten Offizieren befehligt", erklärt. Wenn die Verstärkungen dieses Monats, die noch unter regulären Offizieren eingeschifft wurden, bereits den Anforderungen der dortigen Kriegsführung nicht genügen, so fragt es sich, woher Offiziere für jene 65,000 Mann überhaupt genommen werden sollen; es muß dabei nicht außer Acht gelassen werden, daß ein unverhältnismäßig großer Prozentsatz der gegenwärtig in Kuba und auf den Philippinen befindlichen Offiziere im Lazarett liegt oder auf Rekonvaleszentenurlaub sich befindet. Besonders die höheren Offiziere haben sich als am wenigsten widerstandsfähig gegen die Strapaze" und das Klima gezeigt. Der Bericht des Generals Otis hat nicht nur in der Presse und der öffentlichen Meinimg, sondern auch in Regierungskreisen einen höchst peinlichen Eindruck hervorgerufen, und zwar, weil derselbe auch mes- mal im vollsten Widerspruch gegen die zweifellosesten That- fachen sich befindet. OtiS erklärt den Feind ür entmutig , seine Truppenkörper aufgelöst und in die Walder geflüchtet, I und das angesichts der Thatsache, daß er selbst zugwt, „seine Truppen hätten sich auf Manila zurückgezogen und behaupteten dort ihre Stellungen trotz der fortgesetzten Am griffe der Filipinos". Was die Auflösung der Tagcücn- Truppen betrifft, so illustriert dieselbe am besten der Bericht Mc Arthurs, der ausdrücklich erklärt, seiner Division steh I Aguinaldo an der Spitze eines 7000 Mann starken Korps Ausland. Lim, 2. Juli. Ein furchtbarer Wolkenbruch richtete im Eusthale große Verheerungen an. Sämtliche Gebirgsbäche sind aus den Ufern getreten. Das Avße Sensenwerk in Laussa gleicht einer Ruine. Mehrere Bauerngehofte und einige kleinere Werke sind arg bedroht. Mehrere Per- sonen sind ertrunken. Paris, 2. Juli. Das Nationalfest am 14 ds. wird wie alljährlich gefeiert. Der Truppenschau wird der Prasident^Loubet beiwoh 1$^ Regiernngs-Kommissar beim Dreyfns'-Prozeß, Oberst CarriSrc, wird, wie verlautet, 37 Belastungszeugen vorladen. , Rennes? 1 Juli. Madame Dreyfus hat drei b-. deutenden Aerzten den Auftrag erteilt den Gesnndheits- zustand ihres Gatten eingehend zu prüfen. Bekanntmachung, betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Garbenteich. In der Reit vom 4. Juli d. I. bis einschließlich 17. Julid. I. liegen auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Garbenteich die Arbeiten des 1. Abschnittes rubr. Feldbereinigung, nämlich: 1. der allgemeine Meliorationsplan, 2, Erläuterungsbericht und Prüfungsprotokoll zu dem- Bekanntmachung. , Die bezüglich eines Gehöfts in Lehrbach, Kreis Alsfeld, seither noch bestandene Sperre ist aufgehoben worden. Gießen, den 29. Juni 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtolds Kichmer Anzeiger NMLLLLEW Amercck -^tHeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Gieren Antwerpen, 2. Juli. Hier fand gestern abend eine ähnliche Kundgebung statt wie in Bruffel. Etwa 200 Sozialist-n und Christlich-Soziale durchzogen die Straßen । der Stadt unter den Rufen: Es lebe die Republik. Die ; I Kundgeber machten vor den klerikalen Zeitungslokalen und vor der Wohnung des Gouverneurs Halt und stießen feindliche Rufe aus. In Lüttich wird im Laufe des heutigen Tages eine große Kundgebung veranstaltet. Madrid, 2. Juli. In Badalona stürmte eine erregte Volksmenge das Rathaus, in das eine mißliebige neue Stadtverwaltung eingezogen war. Einzelne Kundgeber schossen auf die Garde, die mit einer Salve antwortete. Auf beiden Seiten gab es viele Tote und Verwundete. Der offizielle Bericht verzeichnet vier Tote und sieben Schwerverletzte. Truppen-Abteilungen trieben die Menge aus- Gießen, den 27. Juni 1899. Betr.: Herbeiführung einer einheitlichen Buch- und Rechnungs- I ] führimg und Beseitigung bestehender Mißverständniffe I , bei den örtlichen Jnvaliditäts- und Altersversicherungs- I stellen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen a« die Großh. Bürgermeiftereie« und Kranken kasseuvorstäude des KreiseS. Behufs Herbeiführung einer einheitlichen Buch- und I Rechnungsführung bei den örtlichen Jnvaliditäts- und Altersversicherungsstellen und Beseitigung von m dieser Beziehung bestehenden Mißverständnissen hat sich der Vorstands- I Vorsitzende der Versicherungsanstalt, Herr Regierungsrat I Dr. Dietz von Darmstadt, auf unsere Einladung m dankenswerter Weise bereit erklärt, Vorträge zu halten, und werden I diese stattfinden: 1. in Hungen: den 5. Juli 18 99, vormittags 9^ Uhr, im Gasthause „Zum Solmser Hof" für die Gemeinden des Kreises der Amtsgerichtsbezirke Hungen, Lich und Nidda. 2. in Grünberg: den 6. Juli 1 899, vormittags 9»/4 Uhr, in der Wirtschaft „Zum wilden Mann" von Ferdin. Jmmhäuser für die Gemeinden des Kreises der Amtsgerichtsbezirke Grünberg, Laubach und Homberg. I 3. in Gießen: den 10. Juli 18 99, vormittags 10 Uhr, in der Wirtschaft „Lonys Bierkeller" von Ehr. Kruse (Schanzenstraße ^8) für die Gemeinden des Kreises der Amtsgerichtsbezirke Gießen Sie^wollen dies den Rechnern der örtlichen Jnvaliditäts- und Altersversicherungsstellen und denjenigen Rechnern von Krankenkassen, mit welchen die Geschäfte der Jnvaliditäts- und Altersversicherung verbunden sind, alsbald bekannt geben und sie anweisen, pünktlich zu dem Vortrag an dem für Ihre Gemeinde bestimmten Orte zu erscheinen. Auch Sie selbst wollen sich hierzu eiusiudeu. v. Bechtold. Nach dem Vortrage soll jedesmal in dem betr. Gasthause ein gemeinschaftliches, einfaches Mittagessen stattfinden. Gießen, den 1. Juli 1899. Betreffend: Die Herrichtung der Schullokalitäten während der Ernteferien. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Wir machen Sie darauf aufmerksam, daß wir die pünktliche Erfüllung der Vorschriften in rubr. Betreff von Ihnen erwarten. Der Anstrich der Wände in den Schul- zimmern muß mindestens alle 2 Jahre erneuert werden. (Ausschreiben Gr. M. d. I. und d. I. A. f. Sch. A. vom 29. Juli 1876. Zum Anstrich der Wände muß Leimfarbe verwendet werden, die nach dem Trocknen nicht abfällt oder stäubt. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Gießen, den 1. Juli 1899. Betr.: Zurückstellung unabkömmlicher Beamten, hier von Lehrern und Schulverwaltern im Falle einer Mobil- sammelten aussprach, fand seinen besonderen Ausdruck in S. der Humanität ebenso wie der christlichen Liebe, denn dadurch wird tausenden unserer leidenden Brüder und kommnung an die Schützen gerichtet, brachte er ein stürmisch aufgenommenes Hoch auf den deutschen Schützenbund aus. — Der Ungunst des Wetters wegen waren die Festbesucher darauf angewiesen, sich in der Festhalle und in den Bierhallen so gut zu unterhalten, als es eben ging, immer noch die Hoffnung hegend, daß der kommende Sonntag ein freundliches Gesicht zeigen werde. In der That sandte denn auch am frühen Morgen die Sonne ihre Strahlen auf die Feststadt Gießen. Doch in den Vormittagsstunden schlug das Wetter um, und Regentropfen fielen nieder auf die herrlich geschmückten Straßen und auf die sich in denselben bewegen** 17. Verbands-Schießen des Badischen Laudes-Schützen- Vereins und des Pfälzischen und Miltelrheiuischeu Schützen- bundes. Die Befürchtung, daß der gestrige „Hauptfestsonntag" verregnen würde, hat sich leider bestätigt. Es ist sonach über das, was auf dem Festplatz vor sich gehen konnte, wenig zu berichten. Am Samstagabend wurde, nachdem die ersten Schützengäste gebührend empfangen worden, das Fest mit einem Bankett in der Festhalle eröffnet. Die erste Begrüßung der Schützen fiel dem geschäftsführenden Ausschuß zu, der durch Herrn Stadtverordneten Schmal l den Gästen ein herzliches Willkommen entgegenbringen ließ. Herr Schmall gab der Freude über das zahlreiche Erscheinen der Festgenossen Ausdruck; es gelte, ein Fest zu feiern, durch das nicht die gewaltigen Waffenthaten verherrlicht werden sollten, sondern es stelle als Ziel das Streben hin: Höchste Kunst im Gebrauch der Waffen zur Erlegung edleren Wildes, Hebung von Auge und Hand zu festem sicheren Gebrauch, Bildung des Herzens im Umgang miteinander, und in Wort und Leben zu treffen den, der noch gedenkt, der freigeborenen Menschheit geistige und leibliche Fesseln anzulegen. Redner zeichnete des weiteren trefflich die Gedanken und das Streben, die seit langen Jahren die Herzen der deutschen Schützen bewegt, ihren Drang nach der endlich erreichten Einheit des deutschen Vaterlandes, gedachte auch der ferner liegenden Zeit, wo der Schützenbund seine Mannen entsandte zu mancher völker- geschichtl^h entscheidenden Stunde, der Hoffnung Ausdruck gebend, daß sich derselbe auch für die Zukunft erweisen werde als kraftvoller Sohn unseres treuen germanischen Geschlechts, als ein Hüter und Hort deutscher Freiheit. Langer Jahre werde es allerdings noch bedürfen, ehe Gottes Sonne stehe über Menschen, welche als das beste Mittel zur Verteidigung erkennen und führen: die Waffen edlen freien Menschengeistes. Fern jeder politischen Partei, treu stehend zum Reich, das uns alle eint, solle der deutsche Schützenbund vor allem ins Auge fassen, und aufs Korn nehmen, und meisterhaft in Gesinnung und Wandel hochhalten, daß Freiheit, Friede, Glück und Wohlfahrt nur dann ! das Geschenk eines gütigen Geschickes sein können, wenn sie unter eigener, saurer Arbeit gehegt und gepflegt werden. Indem Herr Schmall nochmals herzliche Worte der Bewill- einer Kollekte für die ärztliche Mission, die den in Anbetracht der kleinen Schar von Zuhörern recht ansehnlichen Betrag von fast 70 Mk. ergab. Wir hoffen, daß Herr Dr. Liebendörfer noch einmal zu einer günstigeren Zeit bei uns ein- kehren werde. Inzwischen nimmt Herr Pfarrer Schlosser Anmeldungen zu dem Verein für ärztliche Mission entgegen. Schwestern ihr Los erleichtert. Der Dank, den Herr Pfarrer Schlosser dem Vortragenden im Namen der Ver- I aus: Wo Deutsche sich zu Festen versammelten, gedächten I sie immer des Kaisers und des Fürsten, in dessen Lande I ein Fest gehalten. Das Sehnen nach Einheit in unserem I Vaterlande habe sich aus den französischen Schlachtfeldern I erfüllt. Die Einigung Deutschlands erinnere uns an die I Heldengestalt des Kaisers Wilhelm L, ihm schloß sich der I uns allen ebenso unvergeßliche leider uns zu früh durch I den unerbittlichen Tod entrissene Kaiser Friedrich an. Mit starkem Arme und weitem Blicke regiert seit über einem Jahrzehnt Kaiser Wilhelm II., der, besorgt für Wohlfahrt, I Ansehen und Macht des deutschen Vaterlandes, das Vorbild eines Regenten giebt, um das uns die anderen Völker beneiden. In der Reihe der deutschen Fürsten stehe als einer der treuesten unser Großherzog da. Mit Freude wurde die Nachricht ausgenommen, daß er das Protektorat über das Verbandsschießen übernommen, dem er aber zu unferm Leidwesen infolge Erkrankung fern bleiben mußte. Die zum Feste Versammelten könnten ihm nur ihre Glückwünsche zur Genesung schicken. Redner forderte die Versammlung auf, das, was alle in dieser Stunde bewegt, zusammenzufassen in dem Rus: Se. Majestät der Kaiser, Se. Königliche Hoheit der Großherzog, sie leben hoch! Begeistert stimmte die Festversammlung in das Hoch ein, dem die erste Strophe der Nationalhymne folgte. Die nun folgende, ebenfalls mehrfach von Beisalls- ! kundgebungen begleitete Ansprache hielt Herr Oberbürgers ' meister Gnauth: Keine leichte, aber eine dankbare Aufgabe sei ihm geworden, in schlichten Worten das zu bestätigen, was in farbiger Bildersprache der Schmuck der Stadt und die Blumengrüße der Frauen und Jungfrauen bereits verkündet, ferner zu sagen, wie sehr Gießen sich gefreut, als es im Vorjahre zur Feststadt des Verbandsschießens erwählt worden. Der wärmsten Ausnahme auch im Norden Hessens Hube er im voraus die Gäste versichert, er hoffe, die Gäste würden finden und zum Teil gesunden haben, daß die Bürgerschaft Gießens das Wort ihres Bürgermeisters einlöse, daß alle Kreise der Bevölkerung wetteifern, zu zeigen, wie man baS Fest nicht betrachtet als eine Angelegenheit des Schützenvereins für sich, sondern als eine Sache der Stadt. Kein Wunder auch, wenn heute noch die Schützen, die Träger und Pfleger der altgermanischen Sitte des Waffenspiels, die Vertreter von Gießens Bürgertum aller Sympathien sich erfreuen; seien auch die Zeiten vorüber, in denen der Gedanke der nationalen Einheit Ausdruck in gemeinsamen Festen finden mußte, eine schöne Aufgabe sei dem Verein geblieben: im Innern unseres Vaterlandes zu pflegen die Annäherung der benachbarten Stämme und das wechselseitige Verständnis für die Eigenarten jedes derselben. Wir begrüßen im Nordende des Verbandsbezirkes die Gäste alle von Herzen, möge es ihnen recht gefallen in der Stadt, die seit Jahrhunderten im Kern ihrer Bürger eine Schützengesellschaft besitzt. „Den Willkommengruß, welchen Ihnen die Veranstalter des Festes, welchen die Bürger der Stadt Ihnen entbieten, den bitte ich meine Gießener zu kleiden in den Ruf: „Unsere Gäste, die fremden Schützen, sie leben hoch!" Für die herzliche Bewillkommnung der Gäste dankte im Auftrage derselben der Vorsitzende des Verbandes, Herr Göbel-Landau. Man habe schon beim Betreten der Feststadt Gießen aus dem Schmuck der Häuser und unter den Blumengrüßen der Damen die Ueberzeugung gewonnen, daß die Schützen hier gern gesehene Gäste seien. Er bitte den Herrn Oberbürgermeister, den Dank der Gäste an geeigneter Stelle zum Ausdrucke zu bringen. Nicht als , ± ci- ; r . Hessen, Bayern, Badenser, Preußen seien die Schützen erden, trotzdem sestlich gestimmten, Menschen. Weitere Gäste schienen, sondern eingedenk der schönen Sitte daß Schützen- fnmpn «« h.t 1 feste immer nationale Feste seien, als gute Deutsche. Redner gab des weiteren dem Bedauern darüber Ausdruck, daß die vielen Gießener Freunde unter der Ungunst der Witterung zu leiden hätten, sein Hoch würde dem Regengott gelten, könnte er ihn damit bannen; sein und aller Wunsch sei es, daß der Regengott heute nur Abschiedsthränen vergießen möge. Dem heben Gießen rufe er „nur Mut" zu, seinen als Gäste hier weilenden Schützenbrüdern aber die Bitte, ihre Schützenbrüderlichkeit nicht nur durch Worte, sondern auch durch Thaten zu beweisen. Alle Wünsche aber, die sein Herz bewegen, wolle er zusammensassen in der Aufforderung, mit chw einzustimmen in den Ruf: die Feststadt Gießen und ihre Bewohner, insbesondere die lieben Schützenbrüder in Gießen, sie leben hoch! /zl2 Uhr setzte sich der lange, imposante Festzug durch die trotz des Regens dicht mit hiesigen und zahlreich aus der Provinzherbeigeströmten Zuschauern besetzten Straßen nach dem Festplatze zu in Bewegung. Angesichts des Jubels, her ihn überall empfing, erfreut durch reiche, von zarten Händen gewundene und geworfene Blumenspenden, angeregt durch die unermüdlich aufspielenden Musikkapellen, kam schließlich auch der Humor zum Durchbruch, und als endlich auf dem vom Regen durchweichten Festplatze der Zug sich auflöste und bie unverdrossen gebliebenen Zugteilnehmer Musterung über sich und ihre Umgebung halten konnten, fiel manche drastische Bemerkung, war aber auch manche am Tage vorher hübsch gewaschene, gebügelte und geputzte Toilette dahin Die Beteiligung an dem um 2 Uhr begonnenen Festmahl war sehr zahlreich. Den ersten Trinkspruch brachte der derzeitige Rektor unserer Ludoviciana, Se. Maq- mficenz Herr Geheime Medizinalrat Prof. Dr. Löhlein sollte, nahm der Regen an Heftigkeit so zu, daß auf dem Festplatz nicht zu verkehren, geschweige denn zu verweilen war, weshalb denn auch der Juxplatz verödet lag. Trotzdem wanderte Alt und Jung aus der Stadt hinaus nach dem Festplatze, um wenigstens zu sehen, „was da los war". In der Festhalle konzertierten abwechselnd die beiden Militärkapellen, und trugen ihr gut Teil zur Hebung der Feststimmung bei. Eines regen Besuches hatte sich die bayerische Bierhalle zu erfreuen. Als in vorgerückter Abendstunde der Regen nachließ, wurde im Freien noch getanzt. — Das Konkurrenzschießen nahm gegen 5 Uhr seinen Anfang und wurde bald recht lebhaft. Nachstehend teilen wir die ersten Treffer mit. A) Stand sch eib e: 1. Roth- Frankfurt 14,10, 2. Becker-Bockenheim 18,15, 3. Horbach- Offenbach 18,25, 4. Clenz-Landau 19,21, 5. Kilbinger- Gießen 23,55, 6. Braun-Pfeddersheim 25,00, 7. Diehl- Mainz 26, 8. Nosascheck-Mainz 30,15, 9. Hoffmann-Heidelberg 33,10, 10. Cron-Neustadt 35,20. B. Konkurre nz- Fel dscheibe: 1. Friedr. Jak. Bradtels-Wiesbaden 14, 2. Ad. Jung-Frankfurt 14%, 3. A. Jllig-Bockenheim 15%, 4. C. Brauns-Offenbach 15%, 5. C. A. Gauß-Mainz 17, 6. Carl Srba-Heidelberg 24, 7. W. Frosch-Frankfurt 34%, 8. Wilh. Penk-Worms 53%. — Wir lenken unsere Schritte heute zurück zur Feststadt Gießen. Da finden wir denn, bei regenfreiem Wetter betrachtet, daß sie sehr schön geschmückt ist. Einzelne Häuser am Markt, auf der Müus- burg, dem Seltersweg, in der Schulstraße und an der Wallthorstraße haben sich geradezu hervorgethan, und die Einheitlichkeit in der Ausschmückung, wie sie der Seltersweg und die Bahnhofsstraße zeigen, fanden den ungeteilten Beifall der Fremden und Einheimischen. — Heute Montagmittag 1 Uhr gelangten an folgende Schützen Becher zur Verteilung: Standscheibe: Böhler-Ludwigshafen; Feldscheibe: Kuppenheim-Pforzheim; Heidelberger-Mannheim. * * 17. Verbands Schießen des Badischen Landes Schützen- Vereins und des Pfälzischen und Mittelrheinischen Schützen- bundes. Der geschäftsführende Ausschuß hat heute vormittag beschlossen, den Fe st platz in guten, passierbaren Zustand zu setzen. * * 17. Verbands-Schießen des Badischen Landes-Schützen- Vereins und des Pfälzischen und Mittelrheinischen Schützenbundes. Wie aus dem Anzeigenteile ersichtlich, ist für Sonntag den 9. Juli eine Wiederholung des Fest- zuges geplant. Hoffentlich ist diesmal das Wetter günstiger. * * Polizeibericht. Arretiert wurde: 1) ein hiesiger Straßenkehrer, welcher in seiner Wohnung fast sämtliches Mobiliar zerschlug und alsdann auf der Straße fortgesetzt Skandal verübte; 2) ein hier beschäftigter Taglöhner wegen fortgesetzter Ruhestörung. — Zur Anzeige kamen: 1) ein hiesiger Glasergeselle wegen Körperverletzung; 2) ein hiesiger Glasergeselle wegen Sittlichkeitsverbrechen. — Am gestrigen Tage wurde in hiesiger Stadt ein Taschendieb stahl ausgeführt. □ Darmstadt, 2. Juli. Der aus dem Amte durch Pensionierung geschiedeneVorsitzende derMinisterial-Abteilung für Bauwesen Geheimrat Dr. Theodor Schäffer hat in sehr langer Thätigkeit viel Gutes geschaffen und recht ersprießlich gewirkt. Er wurde seiner Zeit von. der Technischen Hochschule, wo er das Fach des Eisernen Brückenbaus und der Theorie der Konstruktionen vertrat, ins Ministerium berufen. An der endgiltigen Gestaltung der Pläne für die Brücken bei Mainz, und Worms hat er u. a. hervorragenden Anteil. Die Stelle Schäffers ist nunmehr mit einem Juristen besetzt worden. A Mainz, 2. Juli. Der neue hessische Gesetzentwurf betr. Einführung der Feuerbestattung in Hessen hat dem hiesigen Verein für Reform des Bestatiungswesens Veranlassung gegeben, der Regierung mit einer ganzen Reihe zum Teile sehr wesentlicher Abänderungsvorschläge an die Hand zu gehen. Diese Vorschläge sind sowohl von der Ausschußmehrheit wie auch von der Regierung durchweg angenommen worden, wodurch der Gesetzentwurf eine Fassung erhalten hat, die genau den Wünschen entspricht, welche die Anhänger der Feuerbestattung schon vor vielen Jahren der Regierung in unzähligen Petitionen unterbreitet haben. Mainz, 2. Juli. An den gegenwärtig in Zürich tagenden 6. Deutschen Journalistentag ist seitens des Mainzer Journalisten- und Schriftstellerverein telegraphisch die Einladung ergangen, mit Rücksicht auf das das nächste Jahr hier stattfindende Gutenbergfest den kommenden Journalisten- und Schriftstellertag am 24. Juni 1900 hier in Mainz abzuhalten. Eine Antwort ist auf diese Einladung bis jetzt noch nicht erfolgt. Mainz, 2. Juli. Die meisten hier gegründeten Zwangsinnungen verwandeln sich wieder in freie Innungen. Man hat hier sehr schlechte Erfahrungen mit den Zwangsinnungen gemacht. Aus der Zeit für die Zeit. Vor 123 Jahren, am 4. Juli 1776, erfolgte die Un- abhängigkeitserklärung der nordamerikanischen Kolonien nach Jeffersons Entwurf, in welchem das Recht der Amerikaner in ein so Helles Licht gestellt wurde, daß ihr Kampf in Europa allgemeine Teilnahme fand, und daß alle Herzen dem Ausgange eines Krieges erwartungsvoll entgegenschlugen, den man als Kampf der Vernunft und Menschenrechte gegen verjährte, angemaßte Ansprüche betrachtete. Temperatur der Lahn und Luft nach Reimmur gemessen am 3. Juli, zwischen 11 u. 12 Uhr mittag«: Wasser 14°, Luft 12°. ________________________Rübsamen'sche Badeanstalt. Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold'. Berlin, 2. Juli. Fürst Herbert Bismarck erhielt, wie das „Kleine Journal" meldet, den Botschafterposten zu Washington angetragen. Der Fürst sah sich jedoch aus persönlichen Gründen genötigt, dieser Berufung vorläufig nicht Folge zu leisten. Es ist nicht ausgeschlossen, daß der Fürst erst dann wieder in den aktiven Staatsdienst treten wird, wenn sich hinsichtlich des Londoner Botschafterpostens eine Aenderung vollzieht. Alle Versionen, welche den Fürsten mit irgend einem Ressort im preußischen Staatsministerium in Zusammenhang bringen, erweisen sich, wie das genannte Blatt mit Bestimmtheit mitteilen kann, als durchaus unzutreffend. Berlin, 3. Juli. Anläßlich der Arbeiterunruhen im Kohlen-Revier hat die Berliner polnische Sozialisten- Partei einen Aufruf an ihre streikenden Landsleute in den westfälischen Bergwerksbezirken erlassen. Darin werden die polnischen Arbeiter ermahnt, sich zu keinen Ausschreitungen hinreißen zu lassen. Der Vorstand der polnischen Socialisten- Partei verwahrt sich auf das entschiedenste gegen die Behauptung, der Streik in Herne sei auf seine Agitationen zurückzuführen. Wien, 3. Juli. Der Sonn- und Montags-Zeitung zufolge beabsichtigt die Negierung eine neue Verständigungs- Aktion in der Sprachenfrage Anfang August einzuleiten und dann die Einberufung des Reichsrates und der Delegationen zu bestimmen. Wien, 3. Juli. In der Praterstraße fand gestern mittag eine stürmische Demonstration der Sozialdemokraten gegen den Bürgermeister Lueger und die übrigen christlich-sozialen Führer statt, worauf eine wilde Prügelei zwischen den christlich-sozialen und den Sozialdemokraten auf der Straße folgte. Der Landtags-Abgeordnete Schnabel, der zum Pfarrer der Johanniskirche ernannt ist, wurde gestern vormittag installiert. Anwesend waren in der Kirche Bürgermeister Lueger, sein Stellvertreter Strobach und viele christlich-soziale Stadträte und Abgeordnete. Die Sozialdemokraten, welche in einem nahen Gasthause eine Versammlung abgehalten hatten, zogen dann vor die Kirche und brachen, als Lueger, Strobach und die übrigen die Kirche verließen, ick die Rufe aus: „Pfui Lueger 1 Pfui Strobach! Pfui die Jesuiten!" Der städtische Galawagen wurde vor der Kirche angespieen. Da vor der Kirche auch viele Christlich-Soziale versammelt waren, entstand eine Prügelei mit Fäusten, Stöcken und Schirmen. In der breiten Praterstraße war der Verkehr vollständig gehemmt. Unbeteiligte Passanten flüchteten. Die Polizei nahm zahlreiche Verhaftungen vor. Graz, 3. Juli. Anläßlich der Auflösung einer sozialistischen Volksversammlung kam es gestern zu großen Demonstrationen. Dem die Versammlung auflösenden Polizeikommissar wurden Gläser und Deckel an den Kopf geworfen, sodaß er flüchten mußte. Auf der Straße wurden die Demonstrationen fortgesetzt. Die Polizei mußte wiederholt einschreiten. Paris, 3. Juli. Sehr bemerkt wird eine gestern von Daroulede gehaltene Ansprache auf einem Bankett in St. Cloud, welchem mehr als 500 Personen beiwohnten. Coppee hielt zuerst eine Ansprache, worin er die Geschworenen der Seine beglückwünschte, weil sie Deroulöde freigesprochen haben. Hierauf nahm letzterer das Wort. Er sagte etwa folgendes: Wie früher, so halte ich auch jetzt noch an der Schuld Dreyfus fest. Ich gestehe aber zu, daß sich Beweise der Unschuld annehmen lassen, wenn sie von dem Kriegsgericht in Rennes festgestellt werden. In diesem Falle aber wären keine Maßregeln scharf genug, die 6 Kriegsminister, welche dieSchuld ohne Beweis anerkannt haben, zu bestrafen. Wie auch der Ausgang des Prozesses sein möge, eine parlamentarische Wirtschaft, welche vier Jahre gebraucht habe, um die Schuld oder Unschuld Dreyfus' zu beweisen, sei eine Organisation, welche abgeschafft werden müsse, weil sie dem Lande keine der Genugthuungen und Reformen geben kann, welche es ungeduldig erwarte. Diese Worte wurden im ganze Saale mit dem Rufe: „Es lebe die Armee!" begrüßt. Paris, 3. Juli. Der Dreyfus-Prozeß ist auf den 31. Juli festgesetzt. Bisher sind 40 Zeugen geladen. Dreyfus wird vor dem Kriegsgericht in derselben Uniform erscheinen, die er bei der Degradation trug. Frau Dreyfus hat die Knöpfe, welche anläßlich der Degradation abgerissen wurden, wieder angesetzt. Die Mitglieder des Kriegsgerichts erhielten anonyme Drohbriefe, worin ihnen für den Fall des Freispruches der Tod angedroht wurde. Dreyfus wird erst durch ein Memorandum seines Advokaten Demange die Ereignisse der letzten Jahre erfahren. London, 3. Juli. Die Transvaal-Angelegenheit nimmt wieder einen sehr ernsten Charakter an. Zwei Regimenter sollen Befehl erhalten haben, sich einzuschiffen. Petersburg, 3. Juli. In hiesigen diplomatischen Kreisen verlautet, der Großfürst Thronfolger Georg beabsichtige wegen seiner andauernder Krankheit zu Gunsten seines jüngeren Bruders, des Großfürsten Michael auf die Thronfolge zu verzichten. Alexandrien, 3. Juli. Seit Donnerstag sind hier zwei neue Todesfälle an Pest und sieben Erkrankungen vorgekommen. Jeder Dame gefallen unsere garantirt soliden schwarzen, weissen und farbigen Seidenstoffe, die wir direct an Private zu billigsten Preisen bemustern. Danz & Co., Barmen 282 Statt besonderer Anzeige 5100 Die Beerdigung findet Mittwoch den 5. d. M., nachmittags 21/. Uhr, vom Sterbehause, Bahnhofstrasse 42, aus. statt. Dr. Heinrich Schudt, Else Schudt, geb. Brückner, Maggie Schudt, geb. Wilson und drei Enkelkinder. Heute vormittag verschied, sanft nach längerem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Frau Susanne Schudt geb. Brückmann. Giessen, den 3. Juli 1899. 17Werkaiiüs-Schiej;en € ccs (grj.) Traber. 5099 •eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee d. Bl. 5096 5089 Gießen, den 3. Juli 1899. Die Beerdigung findet Mittwoch den 5. Juli, vormittags 10 Uhr statt. fort gesucht. Liebigstraße 58II. Brave Kellnerin kann sofort eintreten. 02365 Harnmsttaße 7 (Zur Hammstadt). Wenemveg 58 II. Sack. WeustadtSI Der Bürgermeister. 5097 50941 Ein kleines Mansardenlogis an ruhige Leute zu vermieten. Seltersweg 36. ♦) (• (Offene Stellen Ih'rll'eigi’rinineii, Stellen-Gelnche Olnipffhluiiflen Zu verkniifcn Vermietungen Perslhiedenes Akltktts, juiittlässigks Mädchtll sucht Stelle zu Kindern ob. zu leichter Haus- arbeit. Näheres Grünbergerstr. 34, II. Mitgliedskarten, Eintrittskarten, Loosenummern, Programme in der Brühl’schen Univ.-Druckerei (Pietsch Erben) Giessen, Schulstrasse 7. Kistenschreiner. Ju einer hiesigen Cigarren- sabrik wird ein tüchtiger Kisten- schreiner bei gutem Lohn gesucht. Wo? sagt die Exped. Bäckerei. In Friedberg ist ein Haus mit sehr gut gehender Bäckerei und Konditorei alsbald unter günstigen Bedingungen zu ver- kaufendurchW.Hild, Bahnhof str. 15.5087 In das Firmenregister des unterzeichneten Gerichts wurde heute eingetragen: 1. Christian Jokel in Hungen betreibt daselbst unter der Firma Chr. Jokel ein Handelsgeschäft mit Spezerei- und Wollenwaren, sowie mit Zementwaren und Holz. Seine Ehefrau Marie, geb. Bender, besitzt Prokura. 2. Georg Lein in Hungen betreibt daselbst unter der Firma seines Namens ein Handelsgeschäft mit Galanterie-, Wollen« und Kurzwaren. 3. Israel Katz zu Inheiden betreibt daselbst unter der Firma seines Namens ein Handelsgeschäft mit Rindvieh, Manufattur-, Kolonial- und Kurzwaren. Sein Sohn Levi Katz in Inheiden besitzt Prokura. Hungen, den 1. Juli 1899. 5082 Großherzogliches Amtsgericht. Bautechnische —■—> Fachschulen Arnstadt i.Th. 1. Baugewe-k-, 2.Eisen bahn-Technik er u. Bahnmeister- u. 3. Strassen u. Tief bau-Schule. * Lehrpan" 4 Semester Staatsaufsicht, durch Staatskommissar Die Gemeinde Niederkleen hat einen schönen, 3 Jahre alten, noch dienstfähigen Bullen, Vogelsberger Risse, zu verkaufen. Kaufliebhaber haben sich zu wenden an den Gemeinde-Vorsteher zu Niederkleen. Angebote sind an denselben bis spätestens den 20. Juli ds. Js. einzureichen. Der Bulle kann aber erst nach dem 24. August ds. Js. abgeholt werden. Groß-Rechtenbach, den28. Juni 1899. 5077 Das Bürgermeister-Amt. Todes-Anzeige. Gestern abend um 8 Uhr verschied sanft nach kurzem Krankenlager unsere innigstgeliebte Tochter Marie Schindler im Alter von 9 Jahren. Die trauernden Eltern und Geschwister. 17. Verbands - Schützenfest des §ad. Faudes-Kchjitzeuvtteins, des Wh. uub Mittrlrh. ZWenbundtS zu Gießen, 2. bis 9. Juli 1899. Diejenigen Knaben, welche beim gestrigen Feftzuge die Vereins- usw. Schilder trugen, wollen sich behufs Entgegennahme einer Vergütung bei Herrn Oberlehrer Hahn melden. 5098 Der Zug- und Ordnungs-Ausschuß. Redacno.: I Burkhardt. - w* ter vrühl'schru Unwerfitätt-Buch- u«d Steindruckern (Pietsch Erben) in Gießen. Are heutige Wummer umfaßt 12 Seiten Neue holl. Vollheringe soeben eingetroffen. 5092 Fr. Leo Nachf., C. Herber, Seltersweg 71. Wrdkvklstkigkruug. Donnerstag, den 6. d. Mts., vormittags 10 Uhr, sollen im Großherzoglichen Hofmarstalle dahier 2 ausrangierte Land- gestütsbeschäler — der eine davon nur unter der Bedingung des sofortigen Abschlachtens — versteigert werden. Darmstadt, den 1. Juli 1899. Großherzogl. Landgestüts-Dtrektion. von Millich. 5083 Mittwoch 6en 5. Juli 1. nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Bieker'scken Saale: Möbel aller Arten, 1 Nähmaschine, 1 Linoleumbelag, 1 Bücherregal, 1 Schreibtisch, 5 Damenuhren, mehrere Fahrräder, 1 Partie Sckuhwaaren u. a. m. 5095 Geißler, Gerichtsvollzieher. Es liegt eine Krone im grünen Rhein, Gezaubert von Gold und von Edelstein; Ich habe sie neulich genau mir besehn. Und habe gestaunt, wie sie funkelt so sckön. Doch all ihr Gefunkel kommt lange nicht gleich Dem Glanz meiner Stiefel, den schnell ich erreich' Mit wenigen Strichen ganz leicht und bequem, Seitdem ich nur „Gentner s Wichse" jetzt nehm. In roten Dosen mit dem Kaminfeger in den meisten Geschäften zu haben. 346 Fabrikant: Karl Gentner in Göppingen. Goldene Medaille. Bruch leidenden Karis 1896. empfehle meine nachweisbar von Tausenden mit Vorliebe getragenen, solid und dauerhaft gearbeiteten Gürtelbruchbänder ohne Federn, Leib- nnd Vorsallbinden. Für jeden Bruchschaden Extra-Anfertigung, deshalb jeder Versuch befriedigend. Kem Druck wie bei Federbändern. Mein Vertreter zeigt Muster vor und nimmt Bestellungen entgegen in Gießen Samstag den 8. Juli, 8 bis 12 Uhr, Restauration Riegelmann; in Wetzlar Samstag den 8. Juli, 1 bis 6 Uhr, Hotel Kaltwaffer. 5085 L. 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August 1899 geltend zu machen, als sonst dem Antrag auf Löschung der Beschränkung stattgegeben werden wird. Gießen, 26. Juni 1899. Großherzogl. Amtsgericht. Neuen ha gen. 5080 An der Eisenbahnüberbrückung — Strecke Lollar—Wetzlar — im Wege Gleiberg—Gießen, sollen vom 4. bis 7. Juli er. größere Reparaturen ausgeführt werden, weshalb die Brücke in diesen Tagen für alles Fuhrwerk und für Reiter gesperrt ist. Krofdorf, 3. Juli 1899.