Nr. 54 Zweites Blatt Samstag den 4. März 1899 Gießener Anzeiger General-Anzeiger Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Aezugsprei« vierteljährlich 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 Pfg. mit Lringerloh«. Annahme von Anzeigen zu der nachmittag» für den folgend« Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Alle Snzeigen-BermittlungSstellen deS In- und Ausland«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. erscheint täglich mit Ausnahme deS Montag». Die Gießener Aiamtlienvtätter werden dem Anzeiger toSchentlich viermal beigelegt. Amts- unb Anzeigcbl^tt für den Ureis Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: Kchnlstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Kietz«. Fernsprecher Nr. 51. Die Erklärungen des Staatssekretärs von Bülow. In der Budgetkommission des Reichstags pflegt die Negierung über die auswärtige Politik interpelliert zu werden, und den Aeußerungen des Vertreters der verbündeten Regierungen mißt man um so größere Bedeutung bei, als derartige Kundgebungen nicht allzu oft erfolgen. Jr der Dienstagsitzung der Budgetkommission wurden allerhand interessante Dinge erörtert. Schon oft ist die Frage aufgeworfen worden, wie sich einmal unser handelspolitisches Verhältnis zu England gestalten werde, nachdem bekanntlich der Handelsvertrag gekündigt worden war. Nach den Ausführungen des Staatssekretärs von Bülow hat anscheinend der von der britischen Regierung vorgelegte neue Entwurf nicht die Zustimmung unserer maßgebenden Faktoren finden können, sonst wäre ja ein deutscher Gegenentwurf nicht nötig gewesen. Worin die Differenzpunkte bestanden haben, Hal Herr von Bülow nicht gesagt, jedenfalls wird eine völlige Einigung nicht so leicht sein, insbesondere nachdem Deutschland mit England auf fast allen industriellen Gebieten in so scharfe Konkurrenz getreten ist. Wir wissen ja, wie schwer England diese Konkurrenz empfindet, die ja schon mehrfach den Grund zu einer politischen Gereiztheit uns gegenüber gegeben hat. Angesichts des Umstandes, daß zwischen beiden Ländern im letzten Herbst ein politisches llebereinkommen abgeschlossen worden ist, steht übrigens zu Haffen, daß auch auf handelspolitischem Gebiete schließlich eine Verständigung erfolgt. Interessiiert hätte uns noch eine ausführliche Darlegung der Vorgänge auf Samoa. Die Angelegenheit scheint noch sehr der Klärung zu bedürfen, sonst läge natürlich kein Grund vor, der großen Oeffentlichkeit den Stand der Dinge MzuenthaUen. Entweder befand sich unser Konsul in Apia int Unrecht, dann sehen wir nicht ein, weshalb das nicht offen zugestanden wird; oder aber es liegt eine Vergewaltigung des deutschen Vertreters seitens Englands oder der Vereinigten Staates vor, dann hegen wir zu unserer -ieichsverwaltung das feste Vertrauen daß sie Genugthuung fordert und energisch gegen fremde Anmaßungen auftritt. Die Samoa-Angelegenheit schwebt nun schon eine geraume Zeit, es wäre deshalb angebracht, dem großen Publikum dcn wahren Thatbestand mttzuteilen. In dieser Beziehung hat uns der Staatssekretär am Dienstag enttäuscht, während Mir seinen sonstigen Ausführungen unfern Beifall nicht versagen können. Deutsches Keich- Darmstadt, 2. März. Der „Darmst. Ztg." zufolge ist dis Vorgehen im Kreise Worms gegen die Sammlung van Beiträgen in der Weinsteuerbewegung weder vom Ministerium veranlaßt noch gut geheißen worden. Berlin, 2. März. Der Kaiser hat den Platz vor -kr Kroll'schen Oper für das Richard-Wagner-Denkmal nicht genehmigt, sich vielmehr Vorbehalten, einen geeigneteren Platz tic das Denkmal selbst zu bestimmen. Feuilleton. „Geflügelte" Worte. Ornithologische Plauderei .jclegentlich der 2. großen allgemeinen Geflügel- und Bogel- Ausstellung am 3., 4. und 5. März 1899 in Gießen. Von Hermann Robolsky-Golha. (Schluß.) Seitens des preußischen Ministers für Landwirtschaft m-fc in neuerer Zeit auch mit allen Kräften angestrebt, die Tkflügelzucht auf den Standpunkt zu bringen, wie solcher in Frankreich und Galizien bereits seit Jahren besteht, und Jitgi hier in erster Linie die Absicht vor, dahin zu wirken, iic jährlich nach dem Auslande wandernden Millionen dem liciche zu erhalten. Staatliche Prämien sollen für die ^flügel-Ausstellungen bereitgestellt werden; ferner Brut- vaschinen, sowie Geldunterstützungen zur Errichtung von Walter-Ausstellungen, Mastställen, zur Beschaffung von Sutem Zuchtmaterial geliefert werden. Welch großes In- ttreffie der Geflügelzucht von allen Seiten zugewandt wird, zchtt daraus hervor, daß der deutsche Kaiser erst im ver- Eigenen Jahre dem so fördernd wirkenden Vereine „Fortuna" in Berlin die silberne Königsmedaille verliehen hat. Der M»gistrat der Reichshauptstadt aber stiftete demselben Ver- «int zu seiner Februar-Ausstellung einen Ehrenpreis der Berlin, 2. März. In der Budget-Kommission des Reichstages wird die zweite Lesung der Militär- Vorlage in nächster Woche voraussichtlich am Dienstag beginnen. Berlin, 2. März. In der Reichstags-Kommission für die Novelle zum Bankgesetz ist heute die erste Lesung zu Ende gelangt. Bis auf geringfügige Aenderungen betreffend den Diskontosatz der Privat- Notenbanken und des Nennwertes der nen aufzunehmenden Bank-Anteile ist die Vorlage angenommen worden. Berlin, 2. März. Die Erklärungen des Herrn von Bülow. Der „Times" wird aus New-York berichtet: Die Ausführungen des Staatssekretärs v. Bülow in der Budgetkommission des Deutschen Reichstages und die neuerlichen offiziösen Kundgebungen aus Washington geben eine zwiefache Versicherung von den freundschaftlichen Beziehungen, die zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten entstanden sind. Deutschland, so meint man hier, hat ein kluges Verfahren eingeschlagen, indem es sich an die Vereinigten Staaten um Schutz der Deutschen auf den Philippinen wandte. In diplomatischen Kreisen ist man der Ansicht, daß der Schritt Deutschlands, falls Schwierigkeiten eintreten, Verlegenheiten für Amerika im Gefolge haben kann, und es wird bereits darauf hingewiesen, daß die Vereinigten Staaten sich selbst haftbar machen für den Schaden, der Deutschen aus der eigenen Aktion der Amerikaner erwächst. Jedoch ist die Gewißheit, daß eine Kollision mit Deutschland wegen Manilas nicht eintreten wird, alle etwa entstehenden Kosten wert. Was Staatssekretär v. Bülow bezüglich Samoas sagt, hätt man für eine Bekundung seiner Bereitwilligkeit, die ganze Frage sowohl in Bezug auf das, was geschehen ist, als auf das, was noch geschehen wird, in freundschaftlicher Weise zu behandeln. Die Aussichten auf eine dauernde Regelung der Angelegenheit haben sich bedeutend gebessert. — Der bayerische Senat beim Reichsmilitärgericht. Die „Münchener Allg. Ztg." erklärt wiederholt mit Bestimmtheit, daß die Vorlage wegen Errichtung eines bayerischen Senats beim Reichs-Militärgerichtshof Bundesrat und Reichstag bereits in allernächster Zeit beschäftigen werde. Das Blatt ergänzt heute noch seine Mitteilungen über den Stand des Gesetzentwurfs dahin, daß die sämtlichen für die Beratung des Gesetzentwurfes nötigen Verhandlungen beendet sind und zu einem völlig befriedigenden Resultat geführt haben. — Der Krefelder Ausstand dauert noch fort. Eine geheime Abstimmung bei sämtlichen 13 im Strike befindlichen Sammetwebereien ergab, daß alle Arbeiter mit zwei Ausnahmen gegen die Fabrikantenlohnliste stimmten. Die vereinigten Arbeiterausschüsse erlassen eine Erklärung, daß sie von ihren Forderungen nicht abweichen werden. Wilhelmshaven, 2. März. Der Kaiser traf heute vormittag 10 Uhr auf dem Torpedo-Excrcierplatze hier ein und besichtigte daselbst die in Tropen-Uniform aufgestellte Kiautschou-Truppe. Nach dem Abschreiten der Front hielt der Kaiser eine längere Ansprache, in der er zu gutem Stadt Berlin von 300 Mk. Hoffentlich wirken all diese Aufmunterungen befruchtend auf die deutsche Geflügelzucht, und ist die Zeit nicht weit, wo wir mit unserem Bedarf an Schlachthühnern, Eiern rc. nicht mehr auf das Ausland angewiesen sind. Während andere Haustiere oft große Neigung zeigen, wieder zu verwildern, verspürt man bei Frau Kratzfuß derlei Freiheitsbestrebungen gewiß nur sehr selten. Wenn Hennen wirklich mal ihre Eier etwas abseits in Hof und Garten legen, so geschieht das doch wohl namentlich nur deshalb, damit sie ungestört brüten können. Frau Kratzfuß ist die Begleiterin des Menschen überallhin geworden und will es auch bleiben. Professor Dr. Masius (früher in Leipzig) sagt in seinen interessanten „Naturstudien" so treffend vom Huhn: „Der erste Vogel, den der Mensch zum Haustier umgeschaffen, war sicherlich das Huhn. Die Kunst, es zu mästen und fett zu machen, darf als eines der erfreulichsten Geschenke angesehen werden, welche uns zuteil wurden. Auf dem Erdboden zu wandeln bestimmt, harmlos Körner pickend, und gesellig sich scharend, steht sein Geschlecht in ähnlicher Weise den Wiederkäuern parallel, wie Gans und Ente dem Schweine. Beschränktheit und Unter» würfigkeit ist des Huhnes Natur. Das sagt sogleich der erste Blick. Auch war Frau Kratzfuß nie für geistreich bekannt. Wie oft hat Reinecke die liebe Einfalt berückt und Verhalten im Auslande ermahnte. Darauf brachte der Führer der Kiautschou-Truppe ein Hoch auf den Kaiser aus. Sodann fand Parade vor dem Kaiser statt. Ausland. Wien, 2. März. In einer Weinstube der Josefstadt. insultierte nachts der kroatische Student der Medizin, Lausch, ohne jede Ursache die anwesenden deutschen Studenten. Von letzteren zur Ruhe verwiesen, zog er das Taschenmesser und verwundete den deutschen Studenten Andorf.^Lausch wurde verhaftet. Budapest, 2. März. Das Abgeordnetenhaus wählte heute den früheren Minister des Innern, Perczel, mit 244 von 319 Stimmen zum Präsidenten des Abgeordnetenhauses. Prag, 2. März. In Planitz weigerten sich die Mitglieder der Rekruten-Kommission, die deutsch aufgestellten Militärlisten zu unterschreiben und sandten an das Ministerium ein Protest-Telegramm des Inhalts, daß die deutsche Abfassung dieser Listen dem Rechte des tschechischen Volkes widerspreche. Cett'mje, 2. März. Die geplante Reise des Herzogs von Montenegro nach Konstantinopel ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Rom, 2. März. Mazzoni erklärte heute mittag, das subjektive Befinden des Papstes sei gut, die Wunde schmerzlos, die Temperatur 37,4 Grad, die Ernährung ist reichlicher als gestern, sodaß eine günstige Prognose nicht gewagt erscheine. London, 2. März. Nach Meldungen aus Washington verstarb dort der P r ä s i d e n t der resultatlos auseinandergegangenen Canada-Konferenz. Sein Leichenbegängnis wird zu großen anglo-amerikanischen Verbrüderungs-Demonstrationen benutzt werden. London, 2. März. „Daily Telegraph" meldet aus Petersburg, man sei ohne bestimmte Meldung überden Tod des Emirs von Afghanistan. Man will jedoch wissen, daß sein Zustand sehr besorgnißerregend und der Tod bevorstehen soll. In hiesigen politischen Kreisen versichert man, daß wenn England keine aggressive Politik ergreife, Rußland keine Aenderungen in Afghanistan Hervorrufen werde. Petersburg, 28. Februar. Die St ud entenunruhe« nehmen allmählich ein bedenkliches Aussehen an. Die höheren Lehranstalten, wie die Universität des Bergkorps, die mediko-chirurgische Akademie usw. sind geschlossen, aber nicht auf Veranlassung der Behörde, sondern die Studierenden gehen nicht hinein. Die Mehrzahl der Professoren steht auf Seiten der studierenden Jugend und tadelt entschieden das brutale Vorgehen der Kosaken und der Polizei. Einer der bekanntesten Professoren der mediko-chirurgischen Akademie sagte einem der Studenten, der im letzten Semester steht und in'des Professors Klinik erschien: „Schämen Sie sich nicht, sich von ihren Kommilitonen zu trennen?*" Ein Klub von Marine-Offizieren hat der Studentenschaft eine tote erbarmungslos ihr mitgespielt! — Wie blind ist sie gegen die Untreue ihres Herrn und Gatten! — Wie verlieren die Glucken alle Fassung, wenn ein Kind an ihrem Haufen vorübergeht! Ratlos stürzen sie durcheinander, immer und immer wieder gegen die Wand, die Mauer, den Holzstoß anrennend. Aber mit eben dieser Beschränktheit, scheint es fast, hängen auch die anderen Züge ihre« Charakters zusammen, ihre Gutmütigkeit, ihr Eifer und ihre Zucht." Man hat, um ein neues Wild zu schaffen, mehrfach Versuche gemacht, Haushühner auszusetzen und verwildern zu lassen. Das Ding ging aber nicht an. Das Huhn kann die Unterstützung des Menschen nicht mehr entbehren: von Freiheit und Unabhängigkeit mag es nichts wissen. ES würde sich selbst nicht mehr ernähren können. — Freude erregte cs bekanntlich vor etwa einem Decennium, namentlich in Jägerkreisen, als sich in einigen Gegenden Deutschlands etliche Paare des asiatischen Steppenhuhns eingefunden hatten. Man schonte die fremden Vögel und hoffte auf ihr Bleiben. Unsere klimatischen Verhältnisse mußten aber den Tieren nicht zusagen; sie sind längst wieder verschwunden. Ausgestopft habe ich eins der Steppenhühner gesehen; ich möchte den Vogel beinahe als Taube ansprechen. Der Umstand, daß die Paare auch immer nur zwei Eier produzieren und ausbrüten, weist auf Taubengepflogenheit hm. Zustimmungs-Adresse übermittelt. Als der Stadthauptmanu von Lleigels beim Rektor der Universität erschien, um sich des näheren zu informieren, verlangte dieser, daß der Stadthauptmann sich die Namen der Haupträdelsführer unter den Studenten auf sein Diktat hin notiere. Auf die Gegenbemerkung des Stadthauptmanns, daß er dazu keinen Grund habe, wiederholte der Rektor seine Forderung. Von Rädelsführern kann eigentlich nicht die Rede sein, da Polizei und Kosaken den Studenten, die am Jahrestage der Gründung der Universität diese verlassen wollten, einfach jeden Ausweg versperrten und einhieben, wobei die Studierenden aus Notwehr zu Messern griffen. Auf anderen Universitäten im Reiche sind die Vorlesungen ebenfalls geschlossen oder sie werden wenigstens nicht besucht. Frkf. Ztg. Manila, 28. Februar. Heute vormittag wurden die spanischen Kommissare ermächtigt, durch die amerikanischen Linien zu gehen, um mit Aguinaldo über die spanischen Gefangenen, die in Malolos zurückgehalten sind, zu beraten. Die Kommissare kamen in Caloocan wieder zu den amerikanischen Linien und hatten versiegelte Depeschen für die spanischen Behörden. Sie erklärten, Aguinaldo und Sandico, die sich beide in Malolos befinden, seien geneigt, friedliche Vorschläge entgegen zu nehmen. Wenn sie die spanischen Gefangenen nicht frei lassen könnten, so wären sie doch bereit, zwei amerikanische Gefangene frei zu lassen, unter der Bedingung, daß man ihnen 150 Pesetas für deren Ernährung und Bekleidung vergüte Kurz darauf entsandten die Aufständischen einen Parlamentär und einen Offizier zu den Amerikanern. Der Offizier erklärte, 8000 Mann seiner Truppen seien des Kampfes müde und wollten sich ergeben. Die Verluste der Amerikaner belaufen sich bis heute auf 432 Mann, wovon 83 Tote und 349 Verwundete. Die Aufständischen in Malolos haben auf das amerikanische Kanonenschiff Callao gefeuert, während eines Besuches des Admirals Dewey an Bord des Kreuzers Monadnock. Letzterer feuerte drei schwere Geschosse ab, wovon eines in die Kirche von Malolos cinschlug und eine große Anzahl Eingeborener tütete. Times. Manila, 28. Februar. Die spanische Regierung hat General Rios ermächtigt, der philippinischen Regierung 500 000 Dollar für die Freilassung der spanischen Gefangenen anzubieten. Das Anerbieten wurde jedoch abgelehnt, da die Philippiner 7 0 0 0 0 0 Dollar verlangen. Zwanzig englische Bürger, darunter mehrere Frauen und Kinder, befinden sich in der Operationssphäre der Aufständischen nördlich von Manila eingeschlossen. Man ist von ihnen ohne Nachricht seit dem 5. Februar. Die Nachrichten, wonach die Aufständischen Friedensvorschläge gemacht hätten, sind unrichtig. General Rios hat Aguinaldo erklärt, er werde die philippinische Republik als eine Banditenrepublik ohne Gesetz und Treue darstellen, die nur die Zerstörung beabsichtige, wenn Aguinaldo die Freilassung der spanischen Gefangenen verweigere. N.-A. Herald. Sitzung der Stadtverordneten am 2. März 1899. Anwesend die Herren Oberbürgermeister Gnauth, Beigeordneten Georgi, Grüneberg und Wolff, von feiten der Stadtverordneten die Herren Brück, Euler, Faber, Flett, Dr. Gaffky, Grünewald, Habe- nicht, Hanau, Heichelheim, Helfrich, Huhn, Jughardt, Keller, Krumm, Leib, Löber, Loos, Orbig, l)r. Schäfer, Scheel, Schiele, Schmal! und Wallenfels. Vor Eintritt in die Tagesordnung bemerkte Herr Oberbürgermeister Gnauth, daß ihm von der Brühl'schen Druckerei eine Anzahl Exemplare des Schriftchens „Die Kanalisation der Stadt Marburg" zur Verteilung an die Herren Stadtverordneten zugestellt worden sei. Er halte sich für ermächtigt, gen. Druckerei für diese Dedikation den Dank der Versammlung abzustatten. Die Versammlung wurde hierauf von einer Einladung des Gastwirtevereins zu der am Montag den 6. März stattfindenden Versammlung in betreff der Weinsteuer in Kenntnis gesetzt. Das Gesuch des Herrn Gg. Schäfer um Erlaubnis zur Errichtung eines Backsteinmacherhäuschens am Wismarer Weg wird ausnahmsweise und widerruflich auf die Dauer von zwei Jahren befürwortet. Die verschiedenen Haushühner werden miteinander gekreuzt, und hofft man, auf diese Weise schließlich das für unsere deutschen Verhältnisse passende Normalhuhn zu schaffen, also ein Tier, das fleißig ist im Eierlegen und auch durch sem Fleisch als ganz besonders nutzbar gelten kann. In ersterer Beziehung erfreuen sich ja die „Italiener" ern^ guten Rufes. Vor mehreren Jahren waren die Cochinchina Hühner recht „Mode geworden"; man sicht sie mdes schon lange nicht mehr. Die Hennen zeigten sich zu brüteluftig; als sehr fleißige Eierleger konnten sie auch gerade nicht gelten. Interessant waren die mächtigen Hähne die fast wie „kleine Kameele" auf dem Hühnerhofe umherlatschten. Ihr Krähen hörte sich aus gewisser Entfernung wie das Brüllen eines Untieres an. Sehr hübsch sahen die „Halbschläger"-Hähne aus. - Unser kleines Haushuhn mit wilden, z. B. Rebhühnern, zu paaren, geht nicht an Kultur soll auch Gesittung bringen. Bei den Hühnern trifft das aber nicht zu, denn während die wilden Arten fast durchweg in geordneter Ehe leben, kann man das von unseren zahmen gerade nicht sagen. — Ein Produkt von interessanter Hühnerkreuzung habe ich im Jahre 1890 gelegentlich der damals in Wien stattgehabten allgemeinen land- und forstwirtschaftlichen Ausstellung gesehen, nämlich einen Bastardvogel von Fasaneuhahn und Haushuhn. Ich hörte später, daß solche Naturspicle gerade nicht selten wären. Der bekannte Ornithologe Dr. Baldamus teilte Herrn Wilhelm Orbig soll gestattet werden, hinter seinem Hause in der Schulstraße einen Massivbau zur Unterbringung einer Druckerei mit Lagerräumen usw. zu errichten, ohne daß Gesuchsteller die vorgeschriebene Durchfahrt anzulegen gehalten sein soll. Herr Aug. Scheppelmann beabsichtigt seinen an der Wallthorstraße zu errichtenden Neubau um 3 Meter hinter die Straßenflucht zu stellen, um einen Vorgarten anlegen zu können. Die Versammlung sprach sich für Genehmigung des Gesuches und die Erteilung des Dispenses bezüglich der beabsichtigten Ausführung des zweiten Obergeschosses in Holzfachwerk aus. Herr Louis Lotz hat um die Erlaubnis nachgesucht, die Scheidewände seines Neubaues an der Bahnhofstraße:f in Eisenfachwerk ausführen zu dürfen. Die Versammlung befürwortete das Gesuch, auch hinsichtlich des geplanten Erkervorbaues. Herr Jakob Schmidt hat, um der Bestimmung über die Anlage von Vorgärten an der Grünbergerstraße entsprechen zu können, einen ca. 15 Quadratmeter umfassenden Streifen ehemaligen Straßengeländes nötig. Die Versammlung sprach sich für Ueberlassung des Geländes unter Festsetzung des Preises auf 10 Mark pro Festmeter aus. lieber das Gesuch des Fabrikanten Julius Hahn um Abtretung städtischen Geländes an der Wiesenstraße konnte noch nicht verhandelt werden. Der Voranschlag des Stadterweiterungsfonds für 1899/1900, der in Einnahme und Ausgabe mit 14 842 Mk. balanciert, wurde genehmigt. Die Erbauung von zweiWieseckbrücken, und zwar im Zuge der Goethestraße und im Zuge der Moltkestraße, wurde genehmigt und die Voranschläge von 20000 Mk. bezw. 14 000 Mk. gutgeheißen. Zufolge einer Anregung des Herrn Huhn, die Trottoirs der Brücke in der Goethestraße über das beantragte Maß (2y8 Meter) hinaus zu verbreitern, soll es in das Ermessen der Baudeputation gestellt werden, ob hier von der geplanten Breite abgewichen werden soll. Der jetzige Lauf des Klingelbachs kollidiert mit den im südöstlichen Stadterweiterungsgebiet vorhandenen Bauquartieren. Es ist deshalb beantragt, den Bach in die neu anzulegenden Straßen zu leiten, in eine Sohle zu fassen und zu überwölben. Die Kosten sind auf 120 Mk. per laufenden Meter veranschlagt, was für die Strecke von der Oberhessischen Bahn bis zur Stephanstraße einem Kostenaufwand von 44000 Mk. entsprechen würde. Die Kosten für die Ueberwölbung des Baches von der Stephanstraße bis zur Bruchstraße sind auf 12000 Mk. veranschlagt. Die Versammlung beschließt Bewilligung der 44000 Mk. für die erstbezeichnete Strecke, desgleichen 12000 Mk. für die Strecke Stephanstraße-Brnchstraße, sofern die Interessenten gegen Ueberlassung des Geländes an dieselben 3000 Mk. dazu beitragen und sich ferner verpflichten, der Stadt das zur Regulierung des Baches nötige Gelände zur Verfügung zu stellen. Einem Antrag der Direktion des Gas-undWasser- werks entsprechend, soll der große Kandelaber auf dem Marktplatz, dessen Entfernung ohnedies wegen der Aufstellung des Kriegerdenkmals notwendig geworden wäre, entfernt und die Beleuchtung des Marktplatzes und der Schulstraße teils durch die bereits vorhandenen Wandlaternen, teils durch Neuaufstellung von Straßenlaternen verbessert werden. Nach angestellten Erhebungen wird das auf bemalten Friedhof noch vorhandene Gräbergelände bis Ende Oktober ds. Jahres verbraucht sein, so daß Beerdigungen in Reihengräbern dort nicht mehr stattfinden können. Die Hoffnung, den neuen Friedhof bis zur völligen Belegung des alten fertig zu stellen, hat sich sonach nicht erfüllt, so daß nach Antrag der Friedhofskommission die Wiederbelegung eines Teiles des alten Friedhofs, obgleich ein einer solchen entgegenstehender Beschluß vorliegt, ins Auge zu fassen wäre. Hierzu sind die auf der Höhe der Leichenhalle befindlichen Gräberfelder Nr. 8 und 9, welche zwischen den Jahren 1853 und 1865 belegt wurden, ausersehen, und soll hierbei Rücksicht auf Erhaltung derjenigen Gräber genommen werden, welche von Hinterbliebenen noch unterhalten werden. Herr Schmal! spricht sich gegen jede Wiederbelegung älterer Friedhossteile aus, da es möglich zu machen sei, bereits auf dem neuen Friedhof ein Provisorium durch Errichtung eines Quadrats zu schaffen. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt dem gegenüber, daß die Ingebrauchnahme des neuen Friedhofes von besonderen Vorkehrungen und der Umgestaltung des Beerdigungswesens abhängig sei. Herr Dr. Gaffky vertritt die Ansicht, daß man die Wiederoclegung eines Friedhofsteiles einem Provisorium auf dem neuen Friedhof vorziehen solle, der Uebergang zur neuen Art der Bestattung würde dann weniger schwierig werden. Herr Beigeordneter Georgi gibt der Erwägung anheim, ob man nicht den oberen Teil des Friedhofes durch Einbeziehung anderen Geländes so erweitern könne, daß man bis etwa zum Herbst des nächsten Jahres damit auskomme; er stellt den Antrag, die Beschlußsaffung bis zur Entscheidung dieser Frage auszusetzcn. Die Versammlung beschloß hierauf Zurückweisung an die Kommission. Eine Rechnung über 875 Mk. für Schlackcnsand rc. zur provisorischen Herstellung des Viehmarklplatzcs wird ge- nchmigt. Zur Aufforstung von Blöscn und gering bestockten Flächen im Stadtwald werden 2730 Mk. bewilligt. Die Konzessions-Gesuche von Friedrich Pfeiffer (Wirtschaftsbetrieb aus der „Germania"), Gottlieb Nauheimer (Hotelbetrieb im „Großherzog von Heffen") und Carl Reh (Ausschank von Flaschenbier im Hause Wagengasse 1) werden durch Bejahung der Bedürfnisfrage befürwortet. Lokales und ProvinMes. □ Ruppertenrod, 2. März. Bei der gestern erfolgtet Holz Versteigerung in unserer Gemeindewaldung wurden folgende Preise erzielt: Tannen-Schnittholz kostete pro Festmeter 21,90 Mk., Bauholz 16 Mk. und Stangenholz 6 Mk. Das Buchenholz wurde bezahlt mit 5,60 Mk. für den Raummeter Scheitholz, 4,60 Mk. für Prügel, 1,20 Mk. für Reisig. Eichenholz galt 2,60 Mk. der Raummeter Prügel und 50 Pfg der Raummeter Reisig. In Nadelholz kostete der Raummeter Scheit 3,60 Mk., Prügel 3,10 Mk., Stöcke 2,20 Mk. und BengelrciS (von den Nadeln befreites Tannenreisig) 1 Mk. In Anbetracht des überaus gelinden Winters, der wenig Brennmaterial beansprucht, sind die Preise als nicht niedrig zu bezeichnen. Schnitt- und Bauholz ist wie auch anderwärts gegen früher viel höher im.Preise. + Nidda, 2. März. Der im Februar 1896 dahier gegründete Verein „Krankenpflege" hat einen bemerkenswerten Aufschwung erfahren. Infolge zahlreicher Zuwendungen ist das Kapitalvermögen am 1. Januar bereits aus 2008 Mk. angewachsen gewesen, und hatte der Verein Ende vorigen Jahres schon 255 Mitglieder, obwohl die Beiträge seinerzeit von 50 Pfg. auf 1 Mk. erhöht worden sind. Auch die Thätigkeit der Krankenschwester ist als eine sehr segensreiche zu bezeichnen. Offenbach, 1. März. Die hiesige Handelskammer hat sich zu dem Antrag der Handelskammer Worms, die Errichtung einer Handelshochs chule in Darmstadt betreffend, in einer Eingabe an das Großh. Ministerium des Innern unter ausführlicher Begründung dahin geäußert, daß sie die Gründung einer solchen Hochschule im Großherzogtum nicht befürworten könne. Die Kammer hält es jedoch für dringend erforderlich, daß staatsseitig die Errichtung höherer Handelsschulen im Anschluß an die bestehenden Real-Gymnasien und Ober-Realschulen gefördert werde. -n. Worms, 1. März. Der62. Kursus der Wormser Brauerschule, diesmal von 33 Brauern besucht, wurde dieser Tage in zweckentsprechender Weise geschloffen, wobei die Prüfung der von den gegenwärtigen Besuchern der Anstalt erzeugte Probesude durch 30 Fachgenossen von WormS und Umgegend stattfand. Sämtliche von verschiedenen Methoden dargestellten Biere wurden fast alle als sehr gut und gelungen bezeichnet. Ebenso fanden die schriftlich anS- gearbeiteten Probesude und die ausgestellten Nachzeichnungen allgemeinen Beifall. Die Anstalt, welche seit ihrem Bestehe« die Frequenzzahl 2638 erreicht hat, kann sonach umsomehr mit Befriedigung auf ihre Leistungen zurückblicken, als eine große Anzahl der gegenwärtigen Besucher in hervorragende Stellungen eintreten, zugleich aber schon jetzt wieder zahlreiche Anmeldungen für den am 1. Mai d. I. beginnende« Sommerkursus eingelaufen sind. mir damals auf meine Anfrage über diesen Punkt mit: | „Der Edelfasan paart sich mit Silber- und Goldfasanen- I Henne, selbst mit dem Haushuhn und der Puterhenne, auch in der Gefangenschaft." — Ein anderer Kenner sagt: „Die Fasanenarten paaren sich fast alle miteinander." — Im zoologischen Garten zu Hannover befindet sich ein Bastard vom Königs- und Silberfasan, ebenso ein solcher vom Königsund gewöhnlichen Jagdfasan. Die Wildgans, so scheu sie sonst ist, befreundet sich mit ihrer zahmen Verwandten. Ich kenne einen solchen Fall, der ebenfalls in der Gegend der Elbe vorgekommen ist. Da hatte sich ein wilder Ganser am Telegraphendraht einen Flügel arg lädirt. Ein Herr nahm den Vogel mit nach Hause und setzte ihn auf seinen geräumigen Hof. Später gesellte der Eigentümer dem nordischen Gaste auch ein Weibchen, ein nudeldickes Hausgänschen, als Gesellschafterin zu. Nach Jahr und Tag haben sich die Tiere wirklich gepaart und auch mehrmals Junge zuwege gebracht. Ob diese aber zur Mast paßten, habe ich leider nicht erfahren. Nicht uninteressant möchten auch die nachfolgenden Aufzeichnungen über Kan arie nbastarde sein. Ich verdanke sie sachkundiger Hand. Es sind schon wiederholt Versuche gemacht worden, frisch gefangene Kanarienhähne t>on Teneriffa mit zahmen Weibchen zu paaren. Der Versuch gelang regelmäßig. Betreffs der Kreuzung der Kanarien mit anderen Vögeln empfing ich folgende Auskunft: „Der Kanarienvogel kann gekreuzt werden mit bem Hänfling, Stieglitz, Zeisig und Dompfaffen. Die beide« letztem Fälle sind seltener. Auch mit dem Girlitz kann eine Kreuzung stattfinden, da der Kanarienvogel zu de« Girlitzarten gehört. Man nimmt bei Kreuzungen stets das Männchen vom wilden Vogel und das zahme Kanarienweibchen." — Einem Artikel des Blattes „Der Kanarien- züchter" zufolge, kämen auch Bastarde sogar vom Sperling, vom Flachsfink, von der Goldammer, vom Buch- und Bergfink vor. Wegen der herrlichen Zeichnungen wird der Stieglitzbastard am liebsten und meisten gezogen. Der Hänflingsbastard weist mitunter sehr schöne Farbenzeichnungen auf. Die schönste ist die, wenn Flügel, Mantel und Schwanz die graue Färbung des Hänflings haben, und Leib, Brust und Kopf gelb gefärbt sind Die Farbe des Girlitzbastards ift graugrün ober gelbbunt. Der Gimbelbastard ist etwa- größer als der Kanarienvogel. Was den Gesang aller dieser Bastarde anbetrifft, so ähnelt derselbe stets dem des betreffenden Männchens. — Die Statistik ergiebt, daß jährlich in Deutschland 2—3 Millionen Kanarienvögel gezüchtet werden, welche, einen durchschnittlichen Wert von 15 Millionen Mark repräsentieren. Der Handel mit diesen Vögeln ist ein sehr lebhafter, und viele Tausende derselbe« werden ins Ausland befördert. Nach Amerika z. B. werden alljährlich ca. 110000 Kanarienhähne von Deutschland aus exportiert. Mid AW JU« L i» Herolde tun yslw; 13. in man g fite BI®9 “gtitaiti SHr. 21- § Vr AuianuwW J wn Jahre j?,. husarenregimenl. «difiancMlm Herren. ■einiger Reiter (w W der Spitze des trotzen Kurfürsten n und Mannschaften d 158 Personen Mckchr nach der Ei »insgrsührt von Offiz .unb 24, zusammen 4 her Friederieianifchen - ffechs Offizieren des Fe KW aus Darmstadt jiiert eine reitende Bat skltillerieregiinents Nr Hlung bildet eine M nu4 der Frankfurter1 «Mt ein Svnnnerd' ! LMmanvver, ans i regiments Nr. 13. i ritten von Damen u' 'sowie zum Schluß s Zweiten: acht Schl ! Die in Frankfurt, I tigttn echten Kostün i von 25 000 Marl; I tititbaf/n, Herrich/n? > vcrai/sMn. Die i Programm Don gnjolj Btonbtn in Knfprndj. Mr Zeit in Dhätigk Wagoner, sowie als s *u den Auszügen uni oder 81 er und das Ti bringt dasselbe^ I Zeilen und dritten: lh,n9 "ach Darmstadt, Bi bie Lchalterdieust Ke J" St,ÄS*W Ä 1 ! ii Poft und Teltar, ifi »Ä9rief« Wtaö® Wttta r A^'eferer **’ 4s.iei 9e|' •WJJJ"“ °°ge 6 Abgang Nang ’S ^it6^ad «*•! Aitanz pro 31. Dezember 1898. v4L 3. Balser. 1926 Betriebs- Rücklage 10811.62 981 marke erhältlich. i' llrluuuitnuiiljiiiigen -Vkrstkigrrinliu'il QUAKER Mmpfelilungen 1930.26 4218.82 4. 5. 231.59 4344.86 86.09 4 180 6000 10 6 1000 4 6 1000 30 ö L Der Anfang ist zur bestimmten Stunde auf der Kieisstraße Albach— Hattenrod am Eingang des Walde«. Albach, am 3. März 1899. Großh. Bürgermeisterei Albach. 709.- 4397.74 Passiva: 1. Geschäftsguthabm der Genossen 2. Wareufchulden Zugang in 1898 Demnach Bestand Ende 1898 Treis a. d. Lumda, den 26. Februar Mitgltederstand Ende 1897 Abgang in 1898 Holzversteigerung. Dienstag den 7. März 1. I, Morgens 9*/3 Uhr an« fangend, kommen in den Waldungen der Gemeinde Albach, Distrikt Dachs« berg und Stangenheege, nachstehende Brennholzsortimente zur Versteigerung: Aetiva: 1. Kaffenbestand 1 Warenvorrat 1 Inventar A Aufgenommene Kapitalien 4. Ausstände bei Genoffeu KMeratur, Wissenschaft und Kunst. — Rote Rasen. Es ist nichts neues, dah bei dem Inhaber, ja selbst der Inhaberin einer roten Nase meistens eine gewisse Vorliebe für alkoholische Getränke vorausgesetzt wird, und datz es gerade dieser Verdacht ist, welcher den Betreffenden seinen Schönheitdsebler doppelt schwer empfinden läßt. Es ist daher nicht ohne Interesse, die Gründe für die Entstehung und die Art der Behandlung der Nasemöte aufzudecken, wie es im neuesten Hefte der allbeltebten illustrierten Familien,eitschrist „ZurGutenStunde" (Deutsches Derlagshaus Bong & Co, Berlin W. 57. Preis beS Vierz-Hntags- hesteS 40 Pfg.) in einem von einem bekannten Spefiala'zte geschriebenen gemeinverständlichen Aufsatze geschieht. Außerdem bringt Wiesbaden nach den Vorstellungen Extrazüge abgehen zu lassen, falls sich hierzu genügende Beteiligung findet. — Schriftliche Bestellungen von Plätzen, sowie Geldsendungen nimmt der Finanzausschuß für das Reiterfest, Neue Mainzerstraße 81 (im Lokale des Rennklubs), entgegen. # Schiffszusammeustöße. Die öffentliche Meinung beunruhigt sich mit Recht über die stets wachsende Zahl der Schiffszusammenstöße, bei denen Hunderte von Menschenleben zu Grunde gehen. Die wichtige Frage, was zur Verhütung dieser Katastrophen und Verminderung ihrer Schrecken gcthan werden könnte, wird in zwei Artikeln aus der Feder des rühmlichst bekannten Vizeadmirals a. D. Reinhold Werner in Nummer 7 und 8 der „Gartenlaube" erörtert. Der Verfasser dringt vor allem auf die Aenderung des internationalen Gesetzes über das Seestraßcn- recht. Die Fassung des § 16 der bestehenden Verordnung: „Jedes Schiff, ob Segel- oder Dampfschiff, muß bet Nebel, dickem Wetter oder Schneefall mit mäßiger Geschwindigkeit fahren", erscheint ihm mit Recht zu unbestimmt gehalten. Das Wort „mäßig" läßt eine subjektive Auslegung zu; für ein Schiff, das wie unsere modernen Passagierdampfer 20 bis 22 Knoten fährt, kann eine mäßige Fahrt auch eine Geschwindigkeit bedeuten, welche die größten Gefahren des Zusammenstoßes in sich birgt. Das verhängnisvolle Wort sollte durch eine bestimmte Geschwindigkeit und zwar eine solche von 5 bis 6 Knoten ersetzt werden. Ferner wendet sich der Verfasser gegen das immer mehr überhandnehmende Bestreben, möglichst schnell zu fahren, ohne Rücksicht auf die Sicherheit des Schiffes und der Passagiere durch Nebel und Schneetreiben zu preschen. Er wägt streng die Pflichten der Kapitäne und der Rheder ab und weist auf noch bestehende Mängel im Bau und der Bemannung der Schiffe hin. — In dem zweiten Artikel bespricht Vizeadmiral a. D. Reinhold Werner verschiedene Hilfsmittel, die auf Schiffen zur Rettung von Menschenleben nach cingetretener Katastrophe vorhanden sein sollten. Außer den Rettungsbooten und Rettungsbojen verdient das vom Kapitän Wram in Altona erfundene Floß besondere Beachtung. Nach diesem Vorschlag sollen die Kommandobrücken aus zwei Teilen einem oberen beweglichen und einem unteren festen bestehen. Den oberen stellt ein seefähig gebautes mit Rudern, Segeln u. a. versehenes Floß dar, das im Augenblick der Katastrophe sich leicht von seiner Unterlage loslösen und zu Wasser bringen läßt. — Die Ausführungen des Verfassers beweisen, daß in der That zur Verhütung der Schtffs- zusammenstöße noch viel geschehen könnte. Hoffentlich werden die nötigen Reformen nicht lange mehr hinausgeschoben werden! 1896] Die am 1. April 1899 fälligen Coupons unserer Pfandbriefe werden bereits vom 15. März er. ab an unseren Kaffen in Neustrelitz und Berlin, sowie an den bekannten Zahlstellen kostenlos eingelöst. Mecklenburg-Strelihsche Kypothetreubnb. Die am 21. Februar d. I. im Bahnhof Gießen abgehaliene Versteigerung von abgängigen hölzernen Bahnschwellen und Brennholz wurde genehmigt. 1942 Gießen, den 1. März 1899. Großh. Betriebs-Inspektion 1. Noch zu deckende Ausgaben Reservefonds Kühbacher ZuchtmehmarKt. I nnc?ti » Mk. 1 — (Zieh. 16. Märzs UvUüv empfiehlt 1768 Bich. Bachacker Ncuenbäuen 11. Schisssnachrichten — Der Postdampfer „Southwark" der „Red Star Linie' in Antwerpen ist laut Telegramm am 1. März wohlbehalten in Newyork angekommen. Das beste und billigste Nahrungsmittel ist unstreitig Quäker Oats, die in der ganzen Welt bekannte amerikanische Haferspeise. Sehr nahrhaft (16% Eiweisskörper) , vorzüglich verwendbar zur Herstellung von Suppen, Brei, Puddings, Mehlspeisen etc. Frei von allen Hülsenteilen, brauchen sie deshalb nicht durchgeschlagen zu werden. Nur in gelben Paketen mit der „Quäker“-Schutz- Bekanntmachung, feie Schalterdienftstuudeu an Sonn- und aDgemeinen Feier- tagen betreffend. 1. An Sonntagen, 2. an allgemeinen Feiertagen (Neujahr, Karfreitag, Ostermontag, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, erster und weiter Weihnachtstag), 3. an den Geburtstagen Sr. Maj stät des Kaisers inb Sr. König!. Hoheit des Groftherzogs werden bei den hiesigen Post- . hntern 1 und 2 vom 1. März ab die Schalterdieuststundeu für post und Telegraphie bis 9 Uhr vormittags, wie an den Werktagen, inb dann nur noch von 12 bis 1 mittags abqehalten. Bei geschlossenen Schaltern findet die Annahme von Telegrammen m an dem Briefannahmefchalter des Postamtes 1 in der Bahnhofstraße jatt, woselbst auch Einschreibsendungen und gewöhnliche Pakete gegen eine besondere, im Voraus zu entrichtende Einlieferungsgebühr von 20 Pfg. rufgeliefert werden können. Die Auflieferer der vorbezeichneten Sendungen und Telegramme »erden ersucht, bei geschlossenem Schalter an dem an der Eingangsthüre w Briefannahme angebrachten Druckknopf zu klingeln, worauf Einlaß krsolgen wird. Kaiserliches Postamt 1. Ritsert. Photographie Chemikalien, Präparate, gebrauchsfertige Lösungen als.' Entwickler, Fixier- tmd Tonbäder, Spezialitäten und sonstige Gebrauchsgegenstände empfiehlt 1915 Otto Schaaf. rm Buchen-Scheiter, „ Buchen'Knüppel, Stück Buchen-Wellenreisige, rm Buchen-Stockholz, , Eichen-Knüppel, Stück EtcheN'Wellenreisige, rm EichewStockholz, „ Nadel-Knüppel, Stück Nadel'Wellenreisige, rm Nadel-Stockholz. ieller. : gestern erfolg!, dewaldung tourte lz kostete pro Fss Stangenholz 6 U für den Rana ö M. für Reisig, 'iigel und 50 Pfg chete der Raun . M rites TmemH inben Mus, ter iie Preist di ch uholz ist in auft) Preise. mar 1896 Wer at einen bratdtnfr zahlreicher Huimd- Zanuar bneils aus lte der Lettin Gnbt obwohl die Britch worden sind. N ls eine sehr segck jandelskamMt h : Wvrms, dir f in DarmM Aroßh. Minister ung dahin geärf'N. Hochschule im M Die Sammer M6 [taattfeitig die 6r- W an bie bt> ilfäulcn gefördert ; her Vvrmier xn besucht, tvurdt Besuchern der w nassen von Wowr von verschiede»» « alle nn M "ft »er in in j-tz> ai d.J-WT daS reichhaltige und elegaMe Heft eine Fülle von interrffanten Aus« fätzrn. Im unterhaUrndrn teil werbtn die beiden spannenden Ro» mane forlgrfitzt, zu brnrn S;& Nistkästen für Stare, Meisen und Rotschwänzchen sind billig zu haben. Asterweg 9. lldwirtschastl. Konsum-Verein Treis a. d. Lumda eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. Der Vorstand: 1935 Istzeit, Direktor. Schick, Stellvertreter dcs Direktors. Kehr, Rendant. | Beim 3. Bataillon Jnfanterie-Regimenls Kaiser Wilhelm Nr. 116 sollen die Abfälle an Gespül und Knochen aus dem Küchenbetrieb vom 1. April l. I ab auf die Dauer eines Jahres neu vergeben werden Bedingungen liegen auf dem Geschäftszimmer des Bataillons zur Einsicht offen. Offerten sind der Küchenverwaltung obengenannten Bataillons bis zum IS. März er. einzureichen. 1927 Die Kücken-Verwaltung 3 Kaiser Wilhelm. Bekanntmachung. Die Gemeindejagd von Krofdorf- Gleiberg , umfassend 525 Hektar Wald und 867 Hektar Feld, soll am Montag, dem 6. März d. I., nachmittags 3 Uhr, im Sitzungssaale des Bürgermeisterei. Hauses Hierselbst öffentlich auf sechs bezw. neun Jahre verpachtet werden. Die Verpachtung geschieht in vier Revieren, eventl. auch in einem Ganzen zusammen. Die Jagd ist gut, namentlich in Bezug auf Rothund Rehwild, und bequem von dem Bahnhofe Krofdorf - Gleiberg, der mitten in derselben liegt, sowie von der nahe gelegenen Stadt Gießen zu erreichen. Krofdorf, 20. Februar 1899. (bei Gießen) Der Bürgermeister. Lichtenthäler. 1651 HC »HEMICHH UUU. t S Grundkapital 5000000 Mark gegründet 1865 Schrauth’s Gemahlene Äni 992 1510 7/erlobung Westanlage. 1893 Unparteilichkeit? 73rü/rscfie burschen. Cllnii).-'ßuc/i- u. Sfteindructerei 1326 Procent 1887 Er. Hhp. Bk unk. b.1906 98 00 31/, iqp.6reb.S.unt.b.i906 98.00 4 HO. Geldsortenr «L60 Anfang 8 Ubr. Darmst. Bk.-Lctien Ende nach lOVg Ubr. *• — Druck und »ert«, »er vr»tzt'sch«a U«»erfirttt-Vuch. un6 ©««Onttfmi (Pietsch «eben) tn »ietzen. Uerslyitdenes Vermietungen Wretgeluche Offene Stellen 4 4 3 -V. 4 4 3 3 101.50 92.80 100.00 101.00 100.30 Englische Beitstellen Patent-Bettstellen Abrndeourser 154 80 > Oesterr. Eredit-Actteu Wie reimt sich das zusammen?? Pferde-Makler, Pferde Händler und Taxator einer Pferdeverficherung. empfehlen in großer Auswahl C.Röhr&Co gesucht. Marburgerstrabe 35. Schiffenbergerweg 17. Näheres durch die Geueralageutur Gießen Adolf Bieler, Weftanlage 44. 1656] Ein Hausbursche vom Lande gesucht. H. Krämer, Kreuzplatz 11. Nie frankfsrttr Traasport-, Nsfall- nnb GIas-Nkrfi>herungs- Akties-Gescllsihast ill frnnkfürt a. M. betreffen! Ossenhe '•uab Slauenseuch -Sperrmaßregeln ant Gießen, bin. GrGey W. Kilblnger, Löwen-Drogerie. Abilin. übernimmt zu billigsten Prämien und koulanten Bedingungen Versicherungen gegen Einbruch-Diebstahl. fertige Hauöhaltpolieeu über Mark: 5 000, 10 000, 20000 Versicherungssumme bei Mark: 5, 10, 20 jährlicher Prämie, alle Gegenstände und Werthe im Haushalt, auch Schmucksachen und Baargeld, sowie Boden und Keller umfassend, für Verlust und Beschädiaung geltend. Versicherung jeder Wertsumme lm Haushalt, in Geschästeu und Kontoren; auf Wunsch Bruchteiloerftcherung bei vollem Ersätze bis zur Höhe der Versicherungssumme. abzugeben. 1881 __________Puth, Marburgerstraße 24. Hochachtungsvoll Fr. Äug. Helfenbein, Zchottstraßl 19. Marten und Briefe, Tfermätlungsangeigen mit und ohne ‘Hlonogramm und rfaju passende ‘Umschläge fertigt in geschmackvoller Ausstattung und su billigen Preisen bei schnellster Lieferung bto. unk. b. 1907 102.00 31/, Deutsche Grdsch.B. unk. b. 1904 101.dO 4 »ambrgr. Hyp Bk. unk. b. 1908 lreuß.HyP A. Bk unk. 6.1900 lomm. Hyp.A.Bk. unk. b.1906 irkf.Ldw.Sred.Bk.unk.b.1900 Giessener Stadttheater. Freitag, den 3. März 1899 t (Erhöhte Preise.) Gastspiel des Herrn Hofschauspielers Kermann Leffler vom Hoftheater in Wiesbaden, fuljrimu Paschel. Schauspiel - Novität in 5 Akten von Gerhart Hauptmann. Procent 31/, Deutsche ReickSanl. Preuß. LonsolS ; ®r. Hessische Obl. Stadt Darmstadt v. 1891 JIÄ" & T,u$ -limtiid) bngeltflt M ikrsahgesä Mstnma t Gießen -nachbeimnten Tagen l- Zu 8i ^«lag den 6.3 Aetr.: Die Jahre der Kranke W GtHelz n, die Grohh. Bül der ©fmtiubdm stände -er eiliges t es Kreise-, -er ve herMai-.Weser-Hi Busch Sl M Unter Bezugnahme 2 Januar 1899 rann «>