Mrödjen iu M »irbf, 7068 0 0 0 0 0 0 0 11. 1 südliche NachM, daß ^'^6el,ebte Gattin, unsere chvester und Tante 8 tUittiH i ' Jahren zu fich zu rufen. ittnbtn WeMrhenen'. Ma^ Mger. 1. Dltober MS. Höbet, vormittags 11 Uhr, iu8 statt. 7U74 ; * "ns g. nähme bei Sem HinscheiSen inb DntelS iuning Mn Pfarrer Dr. Heußel, innigsten Dan! i HmteMedenen.^ eau befinden fich jeht re ' tioo oerilp»lti,leD^hios^t,ich itr *Ä> eben * m 238 Zweites Blatt DieMa« den 3. Oktober 180» Keßener Anzeiger Keneral-Anzeiger NttugspreiL vierteljährlich 2 Mark 20 Pf,, monatlich 76 Pfz. mit Bringerloh». Bei Postbezu, 2 Mark 60 Pf^ vierteljährlich. R»»»h»« Mn Anzeigen zu der u»chmittag- für de» felyeten t«| erscheinenden Nummer Hl vor». 10 Uhr. Alle Anzeigen-BermittlungSstelleu des In« und AulUurHL nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgeh«. Wie Gießener merken de» Anzeiger »Kchentttch viermal bdyk,L frMdet »glich ■rit Ausnahme des «»»tags Anrts- unb Anzeigeblatt fiw den Ttveis Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: -ch»kßr»ße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener FamMenvlätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde. WMWMWWWWWWWWWM»MWWN»!SMUVS«>L»S^ »»16^ 'WWLW^«MWk«»Wri IT IB— 9 11 Hill IW........................................ Adresse für Depeschen: Anzeiger Kie-s». Fernsprecher Nr. 51. ■■ * Der Kabinettswechsel in Oesterreich. Gießen, den 2. Oktober 1899. Der Kaiser Franz Josef hat in einer Audienz persönlich erklärt, es solle ein „Beamt en Ministerium" gebildet werden, das die Sprachenverordnungen auf« hebe. Der Ausdruck „Beamtenministerium" deutet auf ein politisches Jnterimisticum hin; das Kabinett hat die Aufgabe, den Weg frei zu legen für eine neue Aera. Solche „Beamtenministerien" sind in Oesterreich schon öfter dagewesen, das letzte war das des Herrn v. Gautsch. Nach einigen Monaten verschwand es wieder, und auch das neu zu bildende Kabinett dürfte ein kurzes Leben haben. Mit der Bildung des neuen Kabinetts ist, wie wir meldeten, der steierische Statthalter Graf Clary- Aldringen betraut. Steiermark ist ein liberal gesinntes Kronland, deshalb kommen dort meist liberalere Statthalter hin als z. B. nach Böhmen und Tirol. Auch Graf Clary steht im Rufe eines gemäßigten Liberalismus. Er entstammt einem alten Geschlechte, dessen Chef ein Fürst ist. Sein Ahn, Bernhard von Clary, war florentinischer Abkunft und erhielt von Kaiser Karl IV. das österreichische Jndigenat. Ein späterer Nachfolger, Hieronymus mit Namen, heiratete die Schwester des Reichsgrafen von Aldringen, der bei Wallensteins Tod eine Rolle spielte; seitdem nannte sich die Familie Clary-Albringen." Der Stammherr, Fürst Clary- Aldringen, hat kolossale Besitzungen in Böhmen, darunter die 88 Quadratkilometer große Fideikomißherrschaft Teplitz mit 12 000 Einwohnern. Das neue „Beamtenministeri'um" wird einen deutsch liberalen Anflug tragen; darauf deutet nicht nur die Wahl des Ministerpräsidenten, sondern auch die beabsichtigte Ernennung v. Körbers; denn in Oesterreich giebt nach alter Gepflogenheit der Minister des Innern einem Ministerium das Gepräge. Vom deutschenStand- punkte aus können wir es also freudig begrüßen; ob es ihm aber möglich sein wird, den Staatswagen aus dem Sumpfe zu ziehen, ist sehr die Frage. Hierzu erhalten wir noch folgende Nachrichten: Wien, 30. September. Der deutsche Parteiführer Abg. Pergelt legte gestern dem Kaiser dar, daß die Aufhebung der Sprachenverordnungen allein nicht genüge, sondern daß eine Bürgschaft für bie nationale Zukunft des deutschen Volk es durch allerbündigste Zusicherung dahin gegeben werden müsse, daß in Sprachen- und Nationalitätsangelegenheiten nie wieder der Verordnungsweg betreten werden wird. Der Kaiser soll sich hierzu zustimmend geäußert haben. Auch gegen die Anwendung des § 14 drückte der deutsche Parteiführer ernste Bedenken aus. Prag, 30. September. Die gesamte tschechische Presse kündigt der neuen Regierung denKampf an. Die „Lideve Novine" schreibt: Die Rechte betrachtet die Aufhebung der Sprachenverordnungen als einen gegen sie geführten Streich. Freilich würden die einzelnen Gruppen der Rechten die Opposition nicht in gleicher Stärke ausüben, sondern je nach ihrem Temperament. Die entschiedenste Sir Redvers Buller NM ■ -v.v ist zum Oberstkommandierenden der englischen Truppen gegen Transvaal ausersehen. Er verläßt in diesen Tagen England und begiebt sich nach Südafrika. Wir führen unseren Lesern das Bild des englischen Heerführers nach einer Photographie von Ellist and Sen in London vor. Opposition sei von feiten der Tschechen und der Südslaven zu erwarten. Auch sei die Hoffnung vorhanden, daß sich die Rechte enger zusammenschließen werde. Der für Montag einberufene Jung-Tschechen Klub wird die Parole zum Kampf ausgeben. — Die „Narodni Listy" melden, daß die tschechischen Gemeindevorsteher des Bezirks Welwarn beschlossen haben, die Opposition in allen ihnen übertragenen Wirkungskreisen insgeheim einzuleiten. Wien, 1. Oktober. Die Klubs der deutschen Fortschrittspartei und der deutschen Volkspartei sind für Dienstag eingeladen, um zu beraten, auf welche Weise man der bisherigen Zersplitterung der deutschen Parteien entgegenarbeiten müsse, und ob eventuell eine große einheitliche Partei gebildet werden könne. Wien, 1. Oktober. Der zurücktretende Ministerpräsident, Graf Thun, soll das Großkreuz des Stephansordens erhalten, während den übrigen scheidenden Ministern der Orden der eisernen Krone 1. Klasse verliehen werden soll. Males «ad MsvmMes. Gießen, den 2. Oktober 1899. ** Von der Universität. Bei dem am 3. Oktober beginnenden 12. internationalen Orientaliste»-Kongreß zu Rom wird auch unsere Hochschule vertreten sein, und zwar durch den ordentlichen Professor des Sanskrit und der vergleichenden indogermanischen Sprachwissenschaft Dr. Bartholomä. •* Im höheren Schulwesen hat sich, veranlaßt durch die Fälle Dettweiler-Soldan, eine wichtige Aende- rung vollzogen. Während nach Aufhebung der Ober- Studiendireknon 1874 das Ministerium, Abteilung für Schulangelegenheiten, aus einem Referenten und zwei Räten bestand, ist nunmehr der Vorsitzende ein Schulmann, zwei oder mehr Räte müssen die Befähigung für das höhere Lehramt, das Richteramt oder das Verwaltungsamt besitzen. Mit Einschluß des Vorsitzenden müssen zwei Mitglieder die Befähigung für das höhere Lehramt besitzen. *’ Preisausschreiben. Im vorigen Monat hatte bie Großh. Zentralstelle in Darmstabt ein Preisausschreiben veröffentlicht, nach welchem für bie Entwürfe einer Mobiliar -Einrichtung bes Arbeitszimmers eines höheren Staatsbeamten brei Preise ausgesetzt worben waren. Das Preisgericht einigte sich nach ein- gehenber Beurteilung ber eingelaufenen Entwürfe bahin, baß bei aller Anerkennung ber vorliegenden Leistungen ein erster Preis nicht erteilt werden könne, da keiner der Entwürfe dem Ausschreiben vollständig entsprach. Es wurden demgemäß zwei zweite Preise den Entwürfen „Eule" und „Ernst Ludwig" und dem Entwurf „Gothisch" ber britte Preis zuerkannt. Nach Oeffnung ber Briefumschläge sinb bie Namen ber Verfasser folgenbe: „Eule": Franz Behrens, Zeichner für Kunstgewerbe in Mainz; „Ernst Lubwig": Heinrich Kimmel, Fachlehrer in Erbach i. O.; „Gothisch": Johann Busch in GroßSteinheim. ** Dem Rechenschaftsbericht des Fischerei Vereins für das Großherzogtum Hessen über das abgelaufene Rechnungsjahr entnehmen wir, daß in dieser Zeit in den Rhein, den Main, den Neckar zirka 50,000 Zander-Eier, 60,000 Karpfenbrut und zirka 10,000 einsömmerige Regenbogenforellen, Bachforellen, Zander, Leder- und Spiegelkarpfen eingesetzt worden sind. Das Einsetzen von Zandern in den Rhein hat sich ganz vortrefflich bewährt, und sind Zander von 8—10 Pfund gar keine Seltenheit. Es wird nunmehr mit dem Einsetzen von Regenbogenforellen und Aeschen in den Rhein begonnen, und versprechen sich bie Fachleute bavon einen so glänzenben Erfolg, wie bei ben Zanbern. Hier soll aber ber Versuch mit einer größeren Anzahl Laichsischen gemacht werben. Die nächstjährige Generalversammlung bes hessischen Fischerei-Vereins soll in Mainz abgehalten werben. ** Die Neuregelung der Arbeitsbedingungen bei den staatsseitig zu vergebenden Lieferungsaufträgen durch den französischen Handelsminister, Genossen Millerand, hat bereits dazu geführt, daß die Bewerber um Staatslieferungen einfach wegbleiben. Am 18. September sollte eine größere Lieferung von Ledermaterial für die Armeebedürfnisse zur Vergebung gelangen. Sie konnte aber nicht effektuiert werden, ebensowenig wie eine andere, zum 25. ds. Mts. ausgeschriebene, weil die bisherigen Unternehmer, die bereits gegen das Vorgehen des Ministers Millerand protestiert hatten, der Kriegsverwaltung mitteilten, sie seien angesichts der von Herrn Millerand erlassenen sozialistischen ArbeitsFeuilleton. Aas Ende des Ittanenritts. v. 8. Hannover, 30. September. Heute, Samstag Mittag, ist das 13. Ulanen-Regiment von seiner fast sechswöchentlichen Rheinfahrt glücklich, aber doch nicht so ganz wohlbehalten, in seine Garnison Hannover zurückgekehrt. Für den Laien bot das Regiment, wie es mit seinen fünf Schwadronen, das Trompeterkorps voraus, bei prächtigem Herbstsonnenschein durch die Stadt ritt, einen recht stattlichen Anblick; wer aber genauer prüfend die einzelnen Eskadrons musterte, der sah doch, wie jener zerstreute Professor, recht viele, die nicht da waren. Am Tage vor dem Einzuge des Regiments, draußen auf den Dörfern vor Hannover, hatte Herr Major v. Heyden- Linden die Reservisten, etwa 30 Mann in jeder Schwadron, im ganzen also gegen 150 Mann, entlaffen, und mithin ebensoviele Pferde freibekommen, die naturgemäß den Hannoverschen Einzugsmarsch nicht mitmachten. Es gab schließlich doch recht viele gedrückte Pferde im Regiment, die inn Ernstfälle, wenn sie jetzt vor dem Feinde ständen, ja »ohl mehr oder weniger versagen würden. Der Sattel- druck ist eben ein Uebel, das sich auf langen Friedensmärschen immer unangenehm fühlbar macht. Um das wertvolle Material, Königliches Dienstpferd genannt, nach Möglichkeit zu schonen, werden stets, und so auch hier, die Marschziele für einen Tag so nahe gesteckt, daß sie selbst für nicht Berittene keine allzugroße Anstrengung bedeuten würden. Die kurzen Wegstrecken aber, und das halten wir entschieden für einen Fehler, werden in meist viel zu langsamem Tempo geritten. Namentlich das Schrittreiten ist auf Märschen aller Laster Anfang, es wirkt langweilend und ermüdend auf die Mannschaften, schwerer, zum Teil wohl auch nachlässiger, sitzen sie im Sattel, und so wird das tote Gewicht dem Rücken verhängnisvoll, und was an Husen und Sehnen geschont wird, wird auf einer anderen Stelle wieder verdorben. Aber Erfahrungen sind ja bekanntlich dazu da, daß sie gemacht werden, und man darf in die rühmlichst bekannte reiterliche Tüchtigkeit des Kommandeurs der 13. Ulanen das Vertrauen setzen, daß kein Fingerzeig, den der fast sechswöchentliche Ritt bietet, unbeachtet bleiben wird. Durchweg ausgezeichnet, mit nur wenigen Ausnahmen, war der Gesundheitszustand der Mannschaften. Zwei Pferde hat das Regiment verloren, eins verunglückte während der Manöver und eins auf der Bahnfahrt von Süddeutsch- land nach Butzbach während der Fahrt durch einen Tunnel. Nicht nur au Erfahrungen und Erlebnissen reich, sondern auch reich bedacht wieder mit Ehren und Auszeichnungen von Seiten des Kaisers, kehrten heute die 13. Ulanen in ihre Ganison zurück. Auf der Parade in Straßburg, auf der großen Massenattacke — leider stand eine solche wieder auf dem Manöverprogramm — trug der Kaiser die Uniform seiner Königsulanen. Wiederholt ist auf dem historischen Boden Straßburgs das Regiment zu repräsentativen Zwecken herangezogen worden, und schließlich verlieh ihm der oberste Kriegsherr, als dauernde Erinnerung an die Kaiserparade in den Reichslanden gelb-weiße Fahnenbänder in den historischen Farben Althannovers, die heute beim Einzug in die Stadt lustig im Winde flatterten. Alles in allem aber sind das doch eine Menge Aeußerlichkeiten, und wir können schließlich doch nicht ganz den Gedanken unterdrücken, daß ber große Aus- toanb an Zeit, Gelb unb ber nnvermeibliche Verlust am Materialwert nicht ganz im richtigen Verhältnis zu bem praktischen Gewinn steht, ben ber große Ritt bem Re- gimente unb burch seine Erfahrungen ber Allgemeinheit gebracht hat. Die« Da dm betrete außer stände, zur Uebernahme von Liefernngen für Armeezwecke als Bewerber aufzutreten. Da nun andere Submittenten nicht erschienen waren, so sind die Termine vorläufig vertagt worden. I wohnen» des sog. gekrönten Kreuz in der Birnbaumsgasse die Wohnung, in welcher sie 52 Jahre lang hintereinander gewohnt hat. Die jetzige Einwohnerin erblickte dort da- Licht der Welt, die Eltern des Fräuleins sind daselbst verstorben und nun ist die Wohnung der einzelnen Dame zu I groß geworden und sie verläßt dieselbe, nachdem sie dir Wohnung über ein halbes Jahrhundert inne gehabt hat. - Für die Uebernahme der Verwalterstelle des Genesungsheims der Mainzer Ortskrankenkasse bei Langenbrombach, die in kürze besetzt werden soll, haben sich, wie der „M. A." berichtet, ca. 100 Personen aller Stände gemeldet. Bingen, 30. September. Bei Anlage der Kanalisation am Hospital wurden in der Nähe der alten Stadtmauer verschiedene Altertümer, wie ein gut erhaltener Brustharnisch, ein eisernes Gesäß, mehrere Schwerter und 15 Silbermünzen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts gefunden. Die Gegenstände bilden eine erwünschte Bereicherung unserer Altertumssammlung. Worms, 30. September. Ein bedeutender Einbruchsdiebstahl wurde in dem Laden des Damenkonfektionsgeschäftes von Benno Schwabe in der Kaiser Wilhelm- Straße verübt. Es wurden nach der „W. Ztg." eine große Partie Seidenwaren im Werte von 8000—9000 Mk. gestohlen. Im Kontor sind sämtliche Schlösser der Behältnisse mittels Nachschlüssels geöffnet, ohne daß irgend etwas beschädigt ist. Von dem Thüter fehlt jede Spur. Nürnberg, 29. September. Wegen Mordes verurteilte I heute das Schwurgericht den Dtenstknecht Schmidt und die Witwe Groppel von Trendel, Bezirksamt Gunzenhausen, zum Tode. Die Witwe Schröppel hatte Schmidt behufs Heirat zur Ermorduug I ihres kränklichen Mannes, des Gemeindearmen Schröppel. anaesttftet. I Schmidt hatte diesen im Beisein der Schröppel im Bach ertränkt. I Heilbronn, 30. September. Vor dem Schwurgericht begann I heute vormittag unter starkem Andrang der Prozeß gegen den Raub- I ui örder Franz Vogl von Habelsbach in Niederbayern, einem ae« I lernten Metzger und Bierbrauer, der Ende Mai die 23 Jahre alte I Lehrerin Gretha Gilbert von Schlüchtern, eine Lchrerstochter, zwischen I den eine Viertelstunde von einander entfernten Ortschaften Großgartach I und Schlüchtern auf einer sonst stark frequentierten Landstraße am Hellen | *-fl9e iu der Absicht, sie zu berauben, durch einen Schnitt in den Hals I flötet hat. Der heutige Verhandlungstag war mit der Vernehmung I des Angeklagten ausgefüllt. Befragt, wie er dazu komme, ein wehrloses Mädchen hinzumordcn, ränmt er ohne Rückhalt ein, daß er die That vollbracht habe, um in den Besitz ihrer Wertsachen und ihrer Uhrkctte zu kommen, die verführerisch in der Sonne gcklitzcrt habe. Ohne die geringste Spur von Rene gibt er dann eine Darstellung über die Ausführung dec That in allen ihren Einzelheiten. Nachdem er die Dame, die nach Heilbronn ivollte, um Einkäufe zu machen, durch den Zuruf I "Ha"" gestellt hatte, habe diese die Flucht ergreifen wollen. Im Nu sei sie tcdoch wieder m seinen Krallen gewesen, er habe sie zu Boden geworfen, sich auf sie gekniet und den tätlichen Schnitt gemacht, „gerade wie man ein Schwein absticht". Am Montag beginnt die Zeugenvernehmung. Wie die „Fft. Ztg." meldet, sind über 70 Zeugen, darunter einige Sachverständige zu vernehmen. Heittgenstadt (Eichsfeld), 29. September. Von der hiesigen Strafkammer wurde der Kirchendieb Schlosscrgesellc Joseph Höppner zu 6 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Angeklagte hat Nachts die Opferstöcke der katholischen Kirchen in Dingelstädt, Breitenbach, Silberhausen und Helmsdorf erbrochen und beraubt. Straubing, 30. September. Der katholische Pfarrer Moosauer von Pocking wurde wegen Anstiftung zum Meineide und sechs Verbrechen aus § 174 Abs. 1 und 2 und § 183 des Strafgesetzbuches zu zehn Jahren Zuchthaus und den Neben strafen verurteilt. Sein Hauptopfcr, die 17 jährige Söldnerstochter Gimpl, wurde freigesprochen, da sie die zur Erkenntnisfähigkeit erforderliche Einsicht nicht besaß. Die noch mitangeklagten, der Anstiftung zum Meineide der Gimpel bezichtigten Schreiners-Eheleute Markus und Emerentia Neulinger von Pocking wurden ebenfalls freigesprochen. (Der Skandalprozeß, welcher am Samstag sein Ende erreichte und weit über Bayern hinaus große Sensation erregte, hat so ungeheuerliche Dinge zu Tage gefördert, daß wir Bedenken tragen, ausführlich darüber zu berichten. Z. B. sind allein 97 Zeugen, meist Schulkinder, Jungfrauen, junge Frauen, sowie Greisinnen, fast sämtlich Opfer des Wüstlings, vernommen worden. Der Staatsanwalt geißelte das Treiben des Pfarrers mit den schärfsten Worten. Er nannte ihn einen moralischen Brunnenvergifter, der ganze Generationen moralisch ruiniere, der den Beichtstuhl, die Kanzel, die Schule, seine heilige Mission in schändlichster Weise zur Fröhnung seiner niederträchtigen Gelüste unter dem Mantel ärztlicher Behandlung und seelsorgerischer Thätigkeit mißbrauche und von dem man mit Recht sagen könne: „Während er mit der rechten Hand das Allerheiligste spendete, verübte seine linke Hand unzüchtige Handlungen." Er zeichnete ein treffendes Bild von der Verworfenheit des Pfarrers und der Mutter der Gimpl, die ihre Tochter nicht schone, von den Sittenzuständcn in Pocking, von der armen Gimpl, die der Pfarrer, nachdem er sie moralisch ruiniert, auch noch auf die Bahn des Verbrechens gedrängt habe, um seine Schändlichkciten zu verdecken. (Für Interessenten bemerken wir, daß die „Münch. N. N." ausführlich darüber berichten. D. Red.) I einem durch eine Thür mit dem Saal verbundenen Neben- I zimmer, lieber die Ausstellung selbst können wir sagen, daß I fie ebenso gelungen ist wie die Friedberger, die vom 22. bis I 26. d. M. stattfand. Es sind rund 85 Aussteller, darunter I Einzelaussteller, Gemeinden, Kreisstraßenverwaltungen und I Ortsgruppen, mit verschiedenen Nummern vertreten. Das I Obst aus den besseren Lagen von Büdingen zeichnet sich I durch schöne Färbung vor dem der anderen Obstlagen von I Oberheffen aus, dagegen scheint es etwas empfindlicher zu I sein. Das Obst von der Ortsgruppe von Büdingen zeigt I darum ganz vorzügliche Entwicklung und Schönheit, aber I auch das aus anderen Gemarkungen, wie Calbach, Echzell, I Bleichenbach, Herrnhag u. a. verrät guten Boden und gute Pflege. Demgegenüber hat das Obst aus dem Kreise I Schotten, aus dem sogar das hochgelegene Götzen ausgestellt I hat, unscheinbareres Aussehen, aber größere Festigkeit. Die daher eingelieferten Sortimente aus Schotten, Eichelsachsen, I Rainrod, Glashütten u. a. liefern den Beweis, daß man sich auch dort die Baumpflege sehr angelegen sein läßt. Auffallend ist es, daß die Wiederkehr derselben wertvollen i Sorten in den einzelnen Sortimenten, wie wir sie bei anderen Ausstellungen des Oberhessischen Obstbauvereins gewöhnt sind, nicht in gleicher Weise vorhanden ist. Es mag den Preisrichtern, als welche die Herren Obergärtner Wellmann- I l Sachsenhausen, Slovak-Gelnhausen und Kreiswandergärtner I Hotox-Homburg v. d. H. fungierten, recht schwer geworden I fein, bis fie von all dem Schönen und Guten das Beste I gefunden hatten. Zur Verfügung stand ein Preis Sr. Erlaucht des Grafen von Solms Laubach im Betrage von I 50 Mk., welcher der besten Leistung von Ortsgruppen des I Oberhessischen Obstbauvereins gewidmet war und der Orts- I gruppe Büdingen zufiel. Außerdem standen zahlreiche Diplome zur Verfügung. Es konnten verteilt werden: 42 Diplome erster Klasse, 34 zweiter Klasse und 15 lobende Anerkennungsdiplome. Das zeigt, daß die vom Verein gestellten Aufgaben gut gelöst wurden. Diese waren dieselben wie für die Friedberger Ausstellung (vgl. Nr. 227 d. Bl.). Der Besuch der Ausstellung ist fortgesetzt ein sehr reger. Mtt großem Interesse werden die einzelnen Sorten und Sortimente betrachtet, und wer mit Aufmerksamkeit Vergleichungen anstellt, der wird leicht finden, welche Sorten er bei Neuanpflanzungen zu wählen hat. Und das zu zeigen ist ja wohl eine Hauptaufgabe der Ausstellung. Der Schluß derselben findet Montag den 2. Oktober statt. imii • 30.1 iotn 15,80-17,00, Men A 00,00-00,01 00.00, tetoffd '** Zu Amerika verstorbene Heffen. In San Francisco, C., Heinrich Kitzler, 75 Jahre alt, aus Hessen- Darmstadt. — Daselbst: Witwe Katharina Lechens, 77 Jahre alt, aus Lang-Göns. — Daselbst: Wilhelm Gimbel, 41 Jahre alt, aus Lang-GönS. — In Evans- Dille, Jnd., Elisabeth KappS, geb. Paul, aus Mainz. — Daselbst: Dr. John Lawal, 74 Jahre alt, aus Alzey. — In Chicago, Jll., Hermann Felsenthal, 65 Jahre alt, aus Offenbach. — In Racine, Wis., John Wuertz, 73 Jahre alt, aus Pfeddersheim. — In Berlin, Kanada, Witwe A. E. Rinn er, geb. Meisner, 72 Jahre alt, aus Ober-Breidenbach. — In East Zorra, Kan., Heinrich Schierholz, 90 Jahre alt, aus Nieder- Ofleiden. — In Fruitvile, Cal., Frau Helena Schmidt aus Offenbach. ~ — - - — ~ - - - - Marten st ein □ Romrod, 1. Oktober. Des Kindes Schutz- I engel! Das 3jährige Söhnchen eines hiesigen Arbeiters entfernte sich gestern kurz vor Nacht, jedenfalls um sich zu I seinen noch auf dem Felde beschäftigten Eltern zu begeben. I Es kam aber bei denselben nicht an und wurde erst bei bereit Heimkehr vermißt; die unverzüglichen Nachforschungen I in der Nachbarschaft waren ohne Erfolg. Man bot nun I die gesamte Einwohnerschaft auf, welche mit Laternen das Feld absuchte, aber auch vergebens Endlich fand sein I Vater heute morgen, nachdem es Tag geworden, das Kind auf den Aeckern unweit der Zeller Gemarkungsgrenze. Es I war sehr beschmutzt und bei seinem Umherirren endlich I liegen geblieben und eingeschlafen. Die Freude des Vaters I kann man sich denken, als er bei dem Suchen auf seinen I Ruf auf einmal die muntere Antwort erhielt, „Papa, hier bin ich". Auch die Kälte der Nacht scheint dem Knaben I nicht geschadet zu haben. Darmstadt, 30. September. An Stelle des Herrn Rechtsanwalt Gallus, welcher fein Mandat als Verteidiger des Redakteurs der „Frankfurter Zeitung", Alexander Giesen, niedergelegt hat, ist nunmehr Herr Rechtsanwalt Muser ans Offenburg (Baden) getreten. Wolfsgarten, 1. Oktober. (Vom Hofe). Nachdem gestern die Prinzessin Ludwig von Battenberg mit Kindern j und Prinzeß Aribert von Anhalt im hiesigen Hoslager ein- I getroffen, ist heute Prinzeß Christian von Schleswig-Hol- stein angekommen und wird das Treiben immer lebhafter. Da das Wetter abwechselnd immer noch schöne Stunden und Tage bietet, beabsichtigen die hohen Herrschaften, den Aufenthalt nach Möglichkeit auszudehnen unb jede Stunde auszunützen. Heute fuhren die russischen Herrschaften zum I Kirchenbesuch in Wiesbaden; voraussichtlich wird auch heute die Bestimmung über den Tag der Einweihung der I neuen Kapelle in Darmstadt erfolgen. Morgen Montag sollen die Glocken der russischen Kapelle geweiht werden. *• Sprendlingen, 29. September. Dem Vernehmen nach steht der Fürst von Jsenburg-Birstein im Begriffe, die um Sprendlingen und Isenburg liegenden Waldungen zu verkaufen. Das Großh. Kreisamt empfiehlt den Gemeinden, diese Waldungen, in denen sie umfangreiche I Nutzungsrechte, wie Streu, Weide, Stock- und Abfallholz, I Reiser u. s. w. besitzen, eigentümlich zu erwerben, und es I fragt sich daher, ob dieser Erwerb in pekuniärer Hinsicht I von Vorteil sein wird, da die Verwaltung bedeutende Kosten in Anspruch nimmt. Die Kaufsumme soll, wie das „Lang. Wochenblatt" hört, für Isenburg 2 Millionen und für Sprendlingen etwa 5 Millionen Mark betragen; für Zinsen I wären also jährlich zu drei Prozent 150000 Mark zu entrichten. Einer vorläufigen Berechnung nach ist für Verkauf von Holz 2C. eine jährliche Einnahme von etwa 170000 Mk. zu erzielen. Bringt man von dieser Summe die beträchtlichen Kultur- und Verwaltungskosten noch in Abzug, so würde der Gemeinde kein Vorteil, sondern ein erheblicher Nachteil in Aussicht stehen, sodaß es wünschenswert erscheinen möchte, wenn der hessische Fiskus als Käufer auftritt. Lampertheim, 30. September. Wie man erfährt, war Kommerzienrat H. Lanz aus Mannheim mit der hiesigen Gemeinde in Verbindung getreten, um ein großes, irn I sandigen Teil der Gemarkung gegen Neuschloß hin gelegenes I Ackergebiet zu kaufen, damit er seine ausgedehnte Ma- I schinenfabrik hierher verlegen könnte. Leider war in I Bezug auf die Bodenpreise keine Einigung zu erzielen. Mainz, 30. September. Eine treue Mieterin. — I Viele Bewerber. Am 1. Oktober verändert eine Ein- I Oerichtssaal. cki 30 September. Ein mehrfach vorbellraster FlasLenbterhändler kaufte bei einem Fahrradhändler in Offenbach ein Fahrrad für 240 Mk. gegen Ratenzahlungen, von denen er nur i. n Höhe Don 50 Mk. leistete, dann aber verkaufte er das mit Eigentumsoorbehalt belastete Vehikel; geradeso machte er es mit iw" weiteren ihm von derselben Seite verkauften Rädern, auf die er auch nur je einen Teil deS Kaufpreises bezahlt hatte. Zwei Fahrrabhändler betrog er in gleicher Weise um 160 bezw. 230 Mk., wvem er die nach Anzahlung von 150 Mk. erhaltenen Räder ins Pfandhaus brachte. Die Geschädigten würden sich nicht mit ihm eingelassen haben, wenn er ihnen nicht vorgespiegelt hätte, daß er ein K! Landes Flaschmbiergeschäft besitze, während er dasselbe in Wirklichkeit bereits verkauft hatte, und zwar that er da« ohne Ermächtigung der betreffenden Brauerei, welche ihm das Inventar gestellt hatte, das er mitverkaufte. Hierdurch hat er sich auch der Untreue schuldig gemacht, und gestern stand er nun vor der Strafkammer. Ein Einwand, geisteskrank zu sein, wird durch das Gutachten eines Sachverständigen widerlegt. Er wird zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt. Arbeiterbewegung. m ... Part-, 1. Oktober. Aus Le Creuzot wird gemeldet, daß der Präfekt dem Direktor Schneider folgende Bedingungen der Arbeiter unterbreitet hat: 1. verlangen die Arbeiter für alle, gleichviel ob syndi- krerte oder nicht syndikierte Arbeiter in- und außerhalb der Werkstätte vollständige Gleichstellung der Behandlung seitens der Aufseher, 2. fordern sie vom Direktor, er müffe sich verpflichten, keinen Arbeiter wegen Ausstandsbewegung zu maßregeln; nur dann würden sie die Arbeit wieder aufnehmen. Es wird hinzugefügt, daß der Präfekt im eigenen, sowie im Namen der Regierung bei dem Direktor einwirken wird, damit dieser die Bedingungen annehme, andernfalls würde der Direktor für die kommenden Ereignisse verantwortlich gemacht werden. — In Roß Valley, Cal., Jakob . 84 Jahre alt, aus Obernheim. — In Byron, Cal., Adam Heiser, 54 Jahre alt, aus dem Großherzogtum Heffen. — In Petrero, Cal., Anna Hildebrand, 53 Jahre alt, aus Nieder-Weisel. — In Findlay, Ohio, Witwe Adam Rettig, 79 Jahre alt, aus Schlierbach. — In Wheeling, W. Va., Witwe Hermann Laupp, geb. Conradi, 76 Jahre alt, aus Breitenbach. ** Aus Heffen, 29. September. In verschiedenen Teilen unseres Großherzogtums, namentlich aber in der Provinz Starkenburg, hört man bei ver- schiedenen Gelegenheiten oft die seltsame Redensart gebrauchen: „Wann nortz (wenn nur) der Klowe hält, baß die Fahn net fällt!" lieber den Ursprung dieses sonderbaren Spruches wurden wiederholt Untersuchungen angestellt, zu einer befriedigenden Lösung konnte man jedoch bisher nicht gelangen. Wie nun aber aus dem trefflich geschriebenen Werk „Geschichte von Bürgel und Umgegend", verfaßt von Bürgermeister Lammert, hervorgeht, entstammt der berühmte Spruch dem Jahre 1848, und zwar ist der Ort seines Ursprungs Bürgel am Main. Herr Lammert schreibt: „Der hiesige Turnverein, der stark im Verdachte war, .freiheitliche Bestrebungen zu verfolgen, wollte „im Hose" ein Fest, natürlich ein patriotisches, feiern. Bei der Dekoration des Saales kamen auch einige schwarzrotgoldene Fähnchen zur Verwendung. Es kam alsbald von Offenbach ein Polizeiorgan, das die Fähnchen konfiszierte. Zum Verhör geladen, gab einer der Turner (Philipp Stamm) auf die Frage, was er denn beim Be- I feftigen des corpus delicti gedacht habe, dem untersuchenden Beamten den berühmten Spruch zur Antwort!" —- Dies ber authentische Hergang der Sache! Bemerken wollen wir noch, daß der vom Bürgeler Turnverein heute noch bei festlichen Gelegenheiten mitgeführte Kloben diesem in den 60 er Jahren von einem Offenbacher Gesangverein als „Wahrzeichen für Bürgel" geschenkt und feierlich überreicht wurde. A Heuchelheim, 1. Oktober. Abschiedsfeier. Wie bekannt, haben die Herren Fabrikbesitzer Busch u. Mylius I ihre Fabriken zu Heuchelheim und Waldgirmes verkauft und I gehen dieselben mit dem heutigen Tage an die neuen Besitzer I (Rum u. Cloos) über. Daher waren am Samstag Abend I sämtliche Fabrikarbeiter nach dem nahen Windhof zu einer I Abschiedsfeier eingeladen. In dem großen geräumigen I Saale hatten sich nicht nur sämtliche Arbeiter aus der I Heuchelheimer Fabrik eingefunden, sondern auch von Wald- I girmes war eine große Anzahl Fabrikarbeiter herbeigeeilt, I um an diesem Feste Anteil zu nehmen. Herr Fabrikant Mylius dankte sämtlichen Anwesenden, welche ihrem Geschäft I bisher irgend welche Dienste geleistet, und die beiden Werk- I fuhrer, Schmidt zu Heuchelheim und Ruhl zu Waldgirmes wurden durch wertvolle Geschenke noch ganz besonders aus- I gezeichnet. An Speise und Trank konnte sich jeder der Anwesenden nach Herzenslust ergötzen und war auch für Musik gesorgt, sodaß jeder sein Tanzbein schwingen konnte. I Die wohlgelungene Feier dehnte sich vis zum frühen Morgen aus und ist so recht ein Beweis dafür, daß hier zwischen Arbeitgebern und Arbeitern ein inniges Verhältnis bestanden hat. Für alle Zeiten wird uns der gestrige Tag in gutem I Andenken bleiben. = Ober Widdersheim, 30. September. Der von hier I gebürtige Dienstknecht Wilhelm Kaiser, welcher seiner Zeit wegen schwerer Körperverletzung mit fünfzehn Monaten Gefängnis bestraft, ist als Strafgefangener am 27. d. Mts. in Gießen bei der Außenarbeit entwichen. Heute I wurde derselbe durch Herrn Wachtmeister Schmidt in Nidda verhaftet und in das Amtsgerichtsgefängnis daselbst abgeliefert. Derselbe soll schon drei Monate Strafe abgemacht haben. Von zwei weiteren Sträflingen, welche gleichzeitig I auf dem Außendienst durchgingen, fehlt bis jetzt jede Spur, I oieielben sollen in der Richtung nach Hanau am Main ihre I Reiseroute genommen haben. 11 Ebingen, 30. September. Gestern morgen um I 11 Ubr wurde die Obstausstellung hier für die Kreise Edingen und Schotten durch den Präsidenten des Ober- , hessischen Olytbauvereins, Herrn Kreisrat, GeheimeRegierungs- I rat Dr. Braden von Friedberg, feierlich eröffnet. Der I @roffnung8feier moljnten bei Se. Durchlaucht Fürst Bruno I ju Dlenburg Büdingen, Se. Durchlaucht Prinz Alfred von I 1 |)|eiiburg Tübingen, Graf Oriola von Büdesheim, die Herren I aßmiftem ral Sraun von Darmstadt, Provinzialdirektor v. Bechtold in Gießen. Kreisrat, Geh, Regiernnqsrat < Schonfeld in Schotten und Direktor Dr. v. Peter in Fried- t berg. — Die Ausstellungsräume befinden sich in unserem ' Rathanse. Der große Saal vermochte indessen nicht alles I ZU fassen, obgleich die Tischreihen einen fünftägigen Aufbau ! haben und so geordnet sind, daß jedes Plätzchen benutzt ist. I Wir finden darum noch einen großen Teil des Obstes in I ' 8 ^Werfen ge, w beft/r C ^auFS? ift 7 i MK; MM SWtlg AB M A Mit SU rf- ff & J Laie bM > § e* u«b Bir-S 1 f „ B man« W1' i,r grol Aegierung, der g । Kinton* Ach Di-M iq I Beamten aus I Haltung des M Punkte und Striche a hervorgebracht, indem die andere negativ e. Löchern in dem S! Strom an die End Papierstreisens sind! Großartige der Erst durch Bürsten weite' dessen Membran, obn Millimeter betragen, bewegen, einmal rec reflektierte Licht fällt hermetisch angepaßte ein empfindlicher Pa. der Telegrammstreife wird, entzündet sich die Trommel rotiert; 400000 Zeichen obe Ehr dir Erfindung i Erfinder auch die Er automatisch besorgen höchste überrascht, wi und wollen sofort w ehileiten. Direktor Gesellschaft leitete Patriotische Assekuranz - Compagnie Gegründet 1820. Ludwigflraße 31 co jjeue Specialifät? T W' BAH LS EN «C ABRIK- Vermietungen Offene Stellen ö[_EIBNIZ-/, Proz., den Lombard-Zinsfuß von 6 auf 6Vi Proz. f _ - «Utter, «äse und Eier. Berlin. Hof- und Genoffenschaftsbutter la. Qualität 109 Mk., Ila. Qualität 107 Mk. Illa Qualität — Mk.. do. Abfall 102 Mk. — Königsberg i. Pr 100 bis 102 Mk. für 50 — Hamburg. Butter, 1. Klasse 106,02 Mk, 2. Klasse » n m Mk' lür 50 Kg. netto, reine Tara. — Nordhausen. Landbutter 2,20 Mk., Speisebutler 2,30—2,40 Mk., feinste Gutsbutter 2,50—2,60 Mk. für 1 Kilo. Eier 3,40-3,60 Mk. für 60 Stück, 1,14-1,20 Mk. für 1 Kilo. Käse 4,50—5,00 Mk. für 60 Stück. — Magdeburg. Eßbutter 2'2Q~?'6t° Mk- für 1 Kg. Eier für 60 Stück 3—4 Mk. — Kempten. Süßrahmbutter 98 Mk., Sennbutter 95 Mk. für 50 Kg. im engros- A"kaus. Käse. (Im Großhandel an Produzenten bezahlte Preise.) Algäuer Limburger Käse 12-24stünd. Monatskäse 28-29 Mk., do. t3Ä- Monatskäse 26-27 Mk. - Würzburg Butter 0,90 bis o s lür r- v9'nT=2?ann9eim- Die Eier preise steigen fortwährend. ®lc knapp und kosten heute frische deutsche Eier Stuck 55 Mk., steyerische Eier 59 Mk., bayrische Eier 60 bis 62 Mk-, rtalrenische Eier 70—75 Mk. zu ^-77 Kartoffeln. Infolge der regnerischen Witterung war das Geschäft m der abgelaufenen Woche sehr belanglos. Trotzdem hofft man, daß die kommende Woche etwas mehr Leben bringt, da das Angebot seitens der Produzenten sehr rege ist und der Winterbedarf allenthalben eingelegt zu werden beginnt. Magdeburg. Eßkartoffeln 4,50-5 Mk. für 100 Kilo — Stettin. Kartoffeln 3—4 Mk für 100 Kilo — Nordhausen. Kartoffeln 4,50-5 Mk. für 100 Kilo. — Konstanz. Kartoffeln 1,20 Mk. für 20 Lit. - Freiburg. Kartoffeln 1,10 Mk. für 20 Lit. — Offenburg. Kartoffeln 0,80 Mk. für Lit. - Mann- Gtr‘n3 3,50-4 Mk- - Stuttgart. Kartoffeln per — Obst. In vergangener Woche wurden in Stuttgart mehrere Waggon Obst aus dem Rheinland, O-sterreich, Böhmen, Holland und Italien engros zum Preise von Mk. 920—980 per 200 (Str., detail zu Mk 5,15 bis Mk. 5,45 per (Str. verkauft, während man in Plochingen für italienisches Mostobst nur Mk. 4,40 bis Mk. 5,— per (Str. zahlte. In Tübingen wurden für den (Str. Aepfel Mk. 6,00—6,50, für gemischtes Obst (meistens Früh- und Aufleseobst) Mk. 5,50 bezahlt. In Ravensburg kostete der (Str. Aepfel Mk. 5,00—6,50, Birnen Mk. 5—6 per (Str. Pflaumen, Südfrüchte. Seit unserem letzten Berichte hat sich in feinen Sultaninen, Rosinen und Corinthen, ebenso m Rosinen für Weinzwecke, Thyra Stiel Candta nichts geändert, «ranzfeigen sind billiger geworden und kosten heute Mk. 22,— ab Xrieft. Llmerik. Aepfel in Kisten und Fässern unverändert. Serb. Pflaumen wesentlich billiger. Man notiert heute 110,20 Mk. 23 — 90 100 Mk. 27,—, 80/5 Mk. 36,— per 100 Kg. ab Sape Station' ~ Ueber die Beteiligung Deutschlands an der Pariser Weltausstellung tm Jahre 1900 bringt der „Matin" folgende Angaben: 3000 deutsche Industrielle und Kaufleute werden sich an der Ausstellung beteiligen und insgesamt über 20 Millionen Franks hinein- stecken. Die Aussichten sind für Deutschland besonders günstig, weil die Ausstellung m der Hauptsache nicht nach „Sektionen" für die verschie- "cn®n ^kaater., sondern nach Gegenständen eingerichtet wird, sodaß jede Klasse die Erzeugnisse der verschiedensten Länder auf demselben Gebiete nebeneinander zeigt. Dadurch wird die Vergleichung — die einzige Hamburg. Aktien-Kapital 2400000 Mk. Aus der Welt der Technik. Ein neuer Schuellielegraphie-Apparat, mit dem jetzt die -ersten Proben angestellt werden, wird bald viel von sich reden machen. Er stellt alles in den Schatten, was der Laie bisher für möglich gehalten hat; die Zahl der Worte, die darauf in einer Stunde telegraphiert werden können, bewegt sich in geradezu schwindelhafter Höhe. Es wird darüber unterm 29. September aus Budapest geschrieben. Die gestern und heute von der Vereinigten elektrischen Gesellschaft mit dem Schnelltelegraphie - Apparat der Ingenieure Pollak und Birag angestellten Versuche sind glänzend gelungen. Es waren u. a. Vertreter der französischen Regierung, der großen amerikanischen Telegraphen-Gesell- schaften zugegen. Die Apparate wurden stundenlang ausprobiert, das Resultat war immer gleich vorzüglich. Es läßt sich in Zahlen dahin zusammenfassen: Achtzigtausend Worte in der Stunde, mit der Möglichkeit, die Geschwindigkeit auf Hunderttausend zu steigern. Der Apparat ist höchst einfach. Die Telegramme werden von einer beliebigen Anzahl Beamten auf Papierstreifen ausgestanzt, unter Beibehaltung des Morse-Alphabets. Nur werden statt der Punkte und Striche auswärts und abwärts gerichtete Striche hervorgebracht, indem zwei Bürsten, wovon die eine positiv, die andere negativ elektrisch ist, durch eine Doppelreihe von Löchern in dem Streifen das Metall berühren und den Strom an die Endstation senden. Die Abwickelung des Papierstreifens findet auf elektrischem Wege statt. Das Großartige der Erfindung ist die Art der Aufnahme. Der durch Bürsten weitergegebene Strom geht in ein Telephon, bcffcn Membran, obwohl die Schwingungen nur eintausendstel Millimeter betragen, einen mittels Magnets befestigten Spiegel bewegen, einmal rechts, einmal links. Das vom Spiegel reflektierte Licht fällt durch ein elektrisches Lämpchen in eine hermetisch angepaßte Oefinung einer Trommel, in welcher €tn empfindlicher Papierstreifen rotiert. Im Augenblick, wo der Telegrammstreifen zur Abwicklung in Bewegung gesetzt Wirt), entzündet sich am Aufnahmeapparat die Lampe und die Trommel rotiert; alles mit einer Geschwindigkeit von 400000 Zeichen oder 80000 Worten in der Stunde. — Ehe die Erfindung praktisch angewendet wird, wollen die Erfinder auch die Entwickelung der photographischen Schrift automatisch besorgen. Die fremden Vertreter waren aufs höchste überrascht, wie tadellos die neue Erfindung funktionierte, und wollen sofort wegen deren Verwertung Unterhandlungen einletten. Direktor Pinter von der vereinigten elektrischen Gesellschaft leitete die Versuche. 6819] 1 bis 2 Schuhmacher sucht Th. Eibfeller, Bahnhofstraße 27. - -rl-'O-rt, >md babei kann noch SorS to! nna .Deutschland nur profitieren. Ein weiterer bie beuttoe ®9flern der Kollektivausstellungen, für daS eigne-d eles^Skst^m V SolidaritäksgefühlS besonders Mn Lrä ! Shstem werde aber in der nächstjährigen Ausstellung ganz ich "w d ”ThnbUnj! ,Cmm,en- ™eil dadurch Raum-npo-nis -rmdg- X i bec£ Raum Ist diesmal so kostbar! - Einen Haupt- Äftde ^Ä bnar3n6raum ^dd> M W- hrftat tut Stmoito; Minbeamen Schr'ovPlt, «ngesttst^ der Schiöpv-l im Lach eckinft Lor dem Schwurgerichts Tang der Prozeß gegen den Saal- rizboch in 9liebttbahtm, raum g" der Ende Mai di-AM f uchlcrn, eine Lchrcr§icch'er, * tr entfernten Lrtschch" Srch-M der Sonne gM^ ' 6 M nkäuse zu machen. % nt Mcht Ah !fn gema-bk en tothtyn sbic aengtnW 29. ©eptember ®öppnet io3al,”’S«*,nN« *«t?1***8ff t 8rtai®lS,“J.,«n(WW4 I® tzSW Äs -L'-Sr- Ititf $un®- >-ßh,t" . Grösster Erfolg! 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I-VIII . do. v. 85 . . 99.40 100.70 4 Bad. Th. 100 . Bayer. Th. 100 Donau-Regul. Cöln-Minden. Madrider. . . Mein. Th. 100 Oesterr.v.1860 141 — 6 «uUftttbtftD«. Lriech.E.B. v. 1890 .... Griech.Monop. Italiener Rte. do...... 4 372 87, 37, 4 Lt-dte.»«. Darmstädter . do 101.— 4 3 3 99.50 85*20 99.40 89.80 4 37, Creditverein do. Ser. 27 . do. Ser. 28, 99.40 100.70 Berliner Hand. Darmstädt. Bk. Deutsche Bk. . 165.70 148.20 204 30 163.40 147.90 201.30 4 6 87, 3 4 5 128*— 135.10 89.— 135.70 141.— 128 50 13510 39.20 136.— 140 10 4 5 8 40.20 39.70 4850 92.45 Gießener (alte) do. v. 96 . . Mainzer . . . 93.50 93 50 101.70 3 3 3 do. Erg.-Retz Prag-Dux 96 . Raab-Oedenb. (alte) . . . do. v. 97 . . Rudolf Gold . Jtal. gar.E.B. 87.05 79.40 75.80 74.50 100.10 57.65 86.90 79.— 76.50 74.70 99.85 57.40 87, 4 4 37, 37, 30, 33 . . . do. Ser. 29 . Ldw.Cred.-Bk. Hambg. Hypbk. Ser.141-250 do. 46—190 Meining. Hyp. 95.— 96.— 98.95 94.80 96.— 98.95 Dt. Genoffbk.. Disct.-Comm. Dresdener . . Mitteldt. . . . Nationalbk. . . Oest.Cred.-Act. 116.40 192.40 162 90 115.20 143 40 232 80 115.90 190.05 160.60 114.90 142 40 226.80 4 U/v 4V. Oest.Goldrte.. Oest. Silberrte. Portug. Staat 99.95 99.50 37.50 99.50 99.20 36.85 37, 4 4 87» do...... Offenbacher. . Wormser . . . I 1 I I 1 j fl 1 1 M j j 3 4 3 100.— 94.50 95.— 100 — 94.50 95.— 3 27, 3 Oldenb. Th. 40 Raab-Grazer . Türk. fts. 400 129 90 101.60 119.90 130 20 116.— ö 5 do...... Rum. am. Rte. 24.50 97.90 96J0 4 4 Lissaboner . . 94.50 78.80 67.55 94.45 3 4 Livorneser . . Sicil. v. 91 . 60.45 96.10 95 80 4 37, do. neue . . do. unk. 1907 100.30 96.30 100.30 96.— ?lld»ßrie.Arües Kleyer Fahrrad 218 — 217.— per Stück bi Mk. Ansbacher st. 7 38.85 38 60 i Ruffen v. 80 . 99.50 99.20 47, 5 Toöcanier . . 99.10 4 Pomm. Hypbk. 100.— 100.— Henninger Augsburg, st. 7 25 45 25.45 31/2 Schwedens 80 99.10 98.— 3tabt«ljTl.JnL • 4 Ruff. Südost . —.— 4 Preuß. Hypbk. Brauerei. . 139.— 139.- Brschw.Thlr20 127.40 127.50 I Serben v. 95 . 59 70 59.05 4 do. Südwest —— —— 98.90 vin-xii 100.— 100.— Farbw. Höchst. 399.— 398.— Freiburg, fs.10 26.20 25.85 4 Spanier . . . —.— 60.10 4 S.-Braunf. . . —-e— 4 Rjäsan-Urals! 98.90 — 4 do. neue. . . 101.50 101.50 Nordd. Lloyd . 117.50 116 60 Mailänd. fs.10 12 60 13.— 5 Türk.Zoll-Obl. 99.40 99.10 87, do...... —.— —.— 4 Wladikawkas . —. — 3V, do. 1905 . . 95.— 95 — Bochumer Guß 261.50 255.10 Meininger st. 7 24.40 2430 1 do. corroJjit.C. --— —.— 87, do. Lich . . . 5 Anatolier. . . 99 35 98.20 S7e Rhein. Hypbk. Gelsenk. Brgw. 198.— 194.60 Pappenh. st. 7 24 25 —- I do. Lit.D. —.— —.— 31/, Dsnbg.-Bierst. 88.50 89 10 3 Salon.-Mon. 57.20 57.— unk. 1904 . 93.80 93.80 Harren. Brgw. 194.20 194.60 Venediger L. 30 23.25 23 20 Äm Belehr««- über i breit««g< 1) Di- W >st e“ MM d°dmch h« SrMHMem (die Pes gefunden hat. 8) Sie 1 allgemeinem llebelbestnv dar, welches in der Meh lich zwischen dem drittel Tode führt und bei ber. minder schwere Nachkran! pflegen unter auffallent jpannung und Vermehrt! rasch in hochgradige T verfallen. Nach dem S heil sind verschiedene F Am häufigsten isi die welche durch fchmnzhast Lymphdrüsen, besonder Achselhöhle und dem Die Höhe der Erkran ersten Tage erreicht. , in der Regel zu Bl (Blusharnen), Entleeru brechen und Stuhlgang nicht bereits in ben erf bie Drüsengeschwulst in L übergehn. Sei einet Wei täten eine6 Naschens c welchem sich das biswk zersivrungen führende Pe wickelt, das charasterisi verlaus ist hin im ail WM Die L«, fsotzltch beginnenden s< laust fast ausnahmslos enthält Pestbazillen in an chronischen Lungenk IcM sind für die 4 Der in ber M Zerstörungen des j Kronpr Ä, £ einige in Ä srrrZr überreichte ei "Mein, wie- __ lagt U '-»-Ile selb»' h0" d» « mit e n,?. Wie 5 >11®'"’ Ne g-r, Nk L""6 ttlin .Ä't’s seh ?" und fie|Ä er wutn