50 Pfennig 6S" ich md Freite 11 Demker. * * MM ________6194 L'Schnk .......Ji U' Sepfentßet. flfpr. fc^tctin. _ iandetsschule 6a* »• M., Saifeijhaie li. eene,) Mr.-tteilvill. Heeresdienst gilti-r individuelle Behandlung, i iU'eErsolge. Prospekte sendet der • W. Schlottmann. idende! 5| tlahmg bei Ülogtti, dmch Anrufe taltn epfi|en ober durch untfgeU ifirompf, g oder verschleim«- fcbltn, befien »rzSglichr Biitagen tetmtr lißungsmittel, der fränterwein istia bttunbtnm »tiultttt >ro BnbavMtzbortzavdtzmu» fttäuUTtotta MW yil; ut m »ttbotbtm, ttanu HtubUbune^uebtnBlutti. 1 oerbtn YRigenübel meist föon ta intnbung anbtim 14* ätzenden. E wie: eu!: ÄSÄ igL Jhäuteroeta behebt Nu°« Sj^nng und entfernt durch einen > ten Sedirmw. f -«ä'Ä fit”: ffläun kede-'kttst *sgäst w»1" cird gewarnt.' L 'frä“terwei"' SSgB gjm (hsW'oUxy1, 1041 iß Hessen 6755 gier, e«) ''sener»'» tfBrS« W* , ...n Biere? •SSsT* Sonntag den 3. September Nr. 207 Erstes Blatt. 1S99 Gießener Anzeiger General-Anzeiger Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf,, vierteljährlich. Annahme von Lnzeigen zu der nachmittag- für den (ifvlgeAden Ta, erscheinenden Nummer bi- vorm. 10 Uhr. MczugipreiL vierteljährlich 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 Pf,, mit Bringerlohn. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen bei In« und Ausland«- nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgeye« -rfcheinl tSgllch mir Ausnahme deS Montags. Die Gießener AamltienLttlter tverdm dem Anzeiger - wöchentlich viermal beigelegt. Anrts- und Anzergeblntt fut den Ttveis Gietzen. Aedaktivn, Expedition und Druckerei: K4»tstrahe Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Ktätter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hiehs». Fernsprecher Nr. 51. ______LL—SB AmtUche^Eeil. Gießen, den 1. September 1899. Betr.: Die in der Provinz Oberhessen im Herbst 1899 stattfindenden Truppenübungen; hier die Abschätzung der Flurschäden. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grosth. Bürgermeistereien des Kreises. Unter Hinweis auf die Bestimmungen im Neichsgesetz- blatt Nr. 32 aus 1898 S. 934 zu § 14 beauftragen wir Sie, die Grundbesitzer alsbald, nachdem die Hebungen innerhalb Ihrer Gemarkung beendet sind, durch ortsübliche Bekanntmachung zur Anmeldung ihrer Flurschäden aufzufordern. Zu der von Ihnen zu fertigenden Zusammenstellung der angemeldeten Schäden ist das vorgeschriebene Formular zu verwenden, welches als Beilage E zur Instruktion in dem vorgenannten Reichsgesetzblatt S. 969 ff. abgedruckt ist. Die daselbst gegebenen Anmerkungen sind genau zu beachten. Das Formular wird Ihnen auf Anstehen durch uns übersandt werden. Sie wollen dasselbe, sobald Schadensanmeldungen bei Ihnen erfolgen, unter Angabe der ungefähren Zahl der beschädigten Grundstücke schleunigst von uns erbittern In dem Formular sind die erfolgenden Anmeldungen nach Flur und Nummer geordnet durch Ausfüllen der Spalten 1—5 mit Tinte einzutragen, während die Spalten 6 u. 7 mit Bleistift auszufüllen sind. Die Spalte oa, Forderung des Beschädigten, ist nur auszufüllen, und zwar mit Tinte, wenn der Beschädigte thatsächlich einen bestimmten Anspruch erhebt. Bei Ausfüllung der Spalte 7 empfiehlt sich Angabe des Verlustes von Körnern, Heu, Kartoffeln rc. in Zentnern. Die Spalte 7 ist so auszufüllen, daß die Entschäoigungs- beträge im Wege der Berechnung genau ermittelt werden können. Unmittelbar nach eingetretener Beschädigung haben die Beteiligten Ihre Enscheidung darüber anzurufen, ob und inwieweit die Aberntung der beschädigten Felder einzutreten hat. Letztere ist von Ihnen anzuordnen, insoweit beim Verbleiben der Früchte auf dem Felde ein höherer, als der durch die Truppen verursachte Schaden entstehen würde, namentlich also bei Früchten, welche dem Verderben ausgesetzt sind. Wird die Aberntung demgemäß vor dem Eintreffen der Abschätzungskommission angeordnet, so haben Sie sofort unter Zuziehung zweier, der Abschätzungen dieser Art kundigen, unparteiischen und unbeteiligten, ortseingeseffenen Personen den Stand der beschädigten und abzuerntenden Felder, das Quantum (Fuder usw.) und die Qualität der übrig gebliebenen Früchte und deren etwaige weitere Verwendbarkeit, (z. B. als Viehfutter) und den sich hiernach ergebenden Umfang des Schadens, nicht aber die Höhe der Entschädigungssumme, festzustellen. Es wird hierbei unter besonderem Hinweis auf unser Amtsblatt Nr. 7 vom 26. Juli 1899, dessen Vorschriften aufs genaueste zu beobachten sind, ausdrücklich bemerkt, daß diesen Bestimmungen nicht entsprechende Abschätzungen keine Berücksichtigung finden können, und daß von denselben (Anordnung der Aberntung der Felder nebst Feststellung des Schadensumfanges) nur in den Fällen Gebrauch zu machen ist, in welchen dies zur Verhütung eines höheren Schadens unbedingt nötig erscheint. Neber den Befund ist ein kurzes Protokoll aufzunehmen, von Ihnen und den zugezogenen Ortseingesessenen zu unterschreiben und der Nachweisung beizuschließen, in welcher das Ergebnis der Abschätzung mit besonderer Erwähnung Ihrer Verfügung wegen des Aberntens in Spalte 10 einzutragen ist. Zur Abschätzung sind die Beschädigten zu laden. Für ihre Thätigkeit in Flurschadenangelegenheiten beziehen die Großh. Bürgermeister keine Vergütung. Die Teilnahme bei der Abschätzung gehört zu ihren Pflichtgeschäften. Indem wir noch auf unser Ausschreiben vom 24. März 1893 (Kreisblatt Nr. 73) verweisen, wonach die bei Ihnen zur Anmeldung kommenden Schäden in dem Formular einzutragen sind, ohne daß Sie die Feldgeschworenen wie früher zm vorläufigen Abschätzung herauziehen, beauftragen wir Sie, die nach Maßgabe der vorstehenden Bestimmungen ausgefüllten Nachweisungen thunlichst bald und spätestens bis zum 23. September d. Js. an den von Großh. Ministerium des Innern zum Regierungskommissar für die Flurschädenabschätzung im Kreise Gießen bestellten Großh. Kreisamtmann Frhr. Schenck zu Schweiusberg unter der Bezeichnung „Militaria" mit Beidruck des Dienstsiegels ■.einzusenden. Sollte bis dahin die Zusammenstellung noch nicht beendet sein, so ist uns jedenfalls anzuzeigen, daß Flurschäden zur Anmeldung gekommen sind. Im Anschluß daran werden Sie darauf hingewiesen, daß zur Vermeidung von Weitläufigkeiten Wünsche, welche Manöverangelegenheiten betreffen, der Division nur durch Vermittlung der Kreisämter zur Kenntnis gebracht werden können und diesbezügliche Gesuche zur weiteren Veranlassung uns vorzulegen sind. __________________ v. Bechtold._____________________ Bekanntmachung. Samstag bett 23. September l. Js., vormittags 10 Va Uhr, findet im Regierungsgebäude dahier eine öffentliche Sitzung des Provinzialtags der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: Tagesordnung:^ 1. Prüfung der Ergänzungswahl zum Provinzialtag aus dem Kreise Lauterbach. 2. Prüfung der Rechnung der Provinzialkasse und Erstattung des Rechenschaftsberichts pro. 1897/98. 3. Festsetzung des Voranschlags der Provinzialkasse für 1899/1900. Gießen, den 1. September 1899. Der Vorsitzende des Provinzialtags. v. Bechtold. Bekanntmachung. Betr.: Maul- und Klauenseuche zu Villingen. Nachdem die Maul- und Klauenseuche in der gesperrten Schafherde in Gemarkung Villingen erloschen ist und die Desinfektion des Pferchs und der Geräte stattgefunden hat, haben wir die Sperre der Weide im Einvernehmen mit Großh. Kreisveterinäramt Grünberg wieder ausgehoben. Die Sperre der Gemarkung und der betreffenden einzelnen Gehöfte bleibt bestehen. Gießen, 2. September 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung. - Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Hachborn, Kreis Marburg, sich auf mehrere Gehöfte verbreitet hat, ist für Hachborn Ortssperre angeordnet worden. Gießen, den 30. August 1899. Großh. Kreisamt Gießen. ____________________v. Bechtold.____________________ Bekanntmachung. Die wegen Maul- und Klauenseuchverdacht angeordnete Sperre eines Gehöfts in Tiefenbach, Kreis Wetzlar, ist aufgehoben. In Mudersbach, Altenkirchen, Ebersgöns und Atz bach, Kreis Wetzlar, ist die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt und in ersterem und letzterem Orte Gemarkungssperre und in den zwei anderen Gehöftsperre angeordnet. Unter den Rindviehbeständen des Christian Müller III. und Jakob Haffer IV. in Gönnern, Kreis Biedenkopf, ist die Maul- und Klauenseuche festgestellt und Gehöftsperre angeordnet worden. Gießen, den 31. August 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold.__________________ Bekanntmachung. Wegen der in 15 ländlichen Ortschaften und in der Stadt Wetzlar herrschenden Maul- «ud Klauenseuche und da die Seuche in den angrenzenden Nachbarkreisen m gefahrdrohender Weise besteht und noch weiter um sich greift, sehe ich mich genötigt, die auf den. 7. September ds. Js. in Ehringshausen, „ 12. „ „ „ „ Hohensolms, „ 13. „ ,, „ „ Wetzlar anstehenden Viehmärkte hiermit aufzuheben. Die Herren Gemeindevorsteher des Kreises ersuche ich, die vorstehende Anordnung auf ortsübliche Weise in der Gemeinde sofort bekannt machen zu lassen. Wetzlar, den 29. August 1899. Der Königliche Landrat. Bekanntmachung. Gießen, den 1. September 1899. Betr.: Errichtung und Einrichtung der Fortbildungsschulen. Die Großh. Kreis-Schulcommission Gießen au die Schulvorstände des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 1. August l. Js. (Gießener Anzeiger Nr. 181) noch nicht nachgekommen sind, werden an alsbaldige Erledigung erinnert. ____________________v. Bechtold. __________________ Bekanntmachung, betr.: Antrag auf Feldbereinigung des auf dem rechten Lahnufer gelegenen Teils der Gemarkung Gießen. Nachdem seitens einer Anzahl beteiligter Grundeigentümer die Einleitung des Verfahrens der Feldbereinigung und der Anlage von Wegen in den Baumstücken und Gärten in dem Teile der Gemarkung Gießen, welcher rechts der Lahn liegt und von der preußischen Landesgrenze, der Heuchelheimer Gemarkungsgrenze und dem Lahnflusse begrenzt wird, mit Ausschluß der in den Jahren 1881 bis 1883 bereinigten Gewanne: „An der alten Leimenkaute'^ „Am Wismarer Weg", „Zwischen dem Krofdorfer und Wismarer- Weg" und demjenigen Teile der Gewann „An der Weilburger Grenze", in welchem die Grundstücke nicht auf den Krofdorfer Weg stoßen, beantragt worden ist, und nachdem dieser Antrag von der Großh. Oberen Landwirtschaftlichen Behörde für zulässig erachtet und der Unterzeichnete zum Kommissär zur Leitung der Abstimmung ernannt worden ist, so wird hiermit Tagfahrt zur Abstimmung der beteiligten Grundeigentümer über den erwähnten Antrag auf: Montag, bett 25. September 1899, Vormittags IOV2—M1/« Uhr in den Saal auf Lonys Felscnkeller (Schanzenstraße) zu Gießen besttmmt. Diejenigen beteiligten Grundbesitzer, welche in der anberaumten Abstimmungstagfahrt weder persönlich noch durch gehörig Bevollmächtigte abstimmen, werden als für das Verfahren stimmend angesehen. Gleichzeitig fordere ich hiermit die außerhalb des Bereinigungsbezirks wohnenden Ausmärker auf, zur Wahrung ihrer Interessen einen im Bereinigungsbezirk wohnenden Bevollmächtigten zu bestellen, da eine weitere besondere Zuschrift im Laufe des Verfahrens nicht mehr erfolgt. Friedberg, den 29. August 1899. Der Großh. Bereinigungskommissär: S ü f f e r t, Kreisamtmann.________________ Gefunden: 1 goldene Brosche, 1 Korallenkette, 1 Kinderjäckchen, 1 Lockenscheere, 1 Hornlöffel, 1 Häkelzeug, 5 Steigbügel und 1 Handtuch mit Badehose. Gießen, den 2. September 1899. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. _________ Muhl. _______ Deutscher Katholikentag. * Die letzte geschlossene Versammlung am Donnerstag wurde eröffnet durch den Erbprinzen von Löwenstein. Nach der „Germania" wurde eine Resolution angenommen, welche der Zentrumsfraktion für die Vertretung der berechtigten Interessen aller Berufsstände dankt und unentwegtes Fortschreiten auf dieser Bahn erhofft. Der Schlußversammlung wohnte von Beginn an Fürstbischof Kardinal Kopp bei. Der Geistliche Rat Werthmann in Freiburg i. B. sprach über die Bedingungen der christlichen Charitas und verlangte eine umfassendere rationellere Organisation in der Ausübung der Charitas im Interesse der Armen und der Kirche und stellte drei Forderungen auf: mehr Publikation, mehr Studium, mehr Organisation. Pater Rößler sprach populär über die Frauenfrage. Die Schlußrede hielt, da Abg. Lieber wegen schmerzhafter Krankheit abgesagt, Präsident Spahn mit einem Rückblick auf die Verhandlungen des Katholikentages, wobei er die Sammlung eines Peterspfennigs empfahl. Der Neisser Katholikentag sei eine der schönsten, wenn nicht die schönste Versammlung gewesen, vorzüglich wegen ttycer Wirksamkeit, wenngleich andere Versammlungen vielleicht 1000 Teilnehmer mehr gehabt hätten. Möge das kommende Jahrhundert allen Teilnehmern den Gottesfneden. bringen. Kardinal Kopp drückte seine Freude darüber aus, daß er die Pflichten eines Hausvaters von Schlesien diesem Katholikentag gegenüber erfüllen könne. Er sei stolz auf seine Schlesier, stolz auf die Bischofsstadt Neisse; er sei erfreut und entzückt über die Teilnahme aus dem ganzen Reiche. Der, Versammlung sei der Charakter einer Agitationsversammlung vorgeworfen worden, aber sie habe nur für die gute Sache agitiert und werde dafür weiter agitieren. Er scheide mit dem Vorsatz, die Anregungen dieser Versammlung nicht unbenutzt zu lassen. Kardinal Kopp erteilte zum Schluß den bischöflichen Segen. Darauf erhoben sich, nach der „Germ.", stürmische Hochrufe, und ganz spontan wurde der Lobgesang: „Großer Gott, wir loben Dich" angestimmt. Nach einem Hoch auf den Kardinal Kopp wurde der Katholikentag durch den Präsidenten Spahn geschlossen. Zum Schluß wollen wir noch die Auffassung der „Franks. Ztg." über die Bedeutung derartiger Veranstaltungen in der Gegenwart wiedergeben. Das Blatt schreibt Eingangs seines letzten Leiters: „Der Katholikentag ist eine alte Institution und hatte einmal eine große Bedeutung, nämlich zurzeit des Kulturkampfes, als die Zentrumsleute in scharfer Opposition zur Regierung standen. Heute aber ist die Wichtigkeit der Katholikentage eine viel geringere, trotzdem oder richtiger weil die Zentrumspartei zuMacht gelangt ist und bisweilen eine ausschlaggebende Nolle spielt. Es ist ja eine alte Erfahrung, daß Parteitage und ähnliche Veranstaltungen hauptsächlich für diejenigen etwas bedeuten, die in der Opposition, in der Minorität sind und einen harten Kamps kämpfen müssen, mag dieser Kampf nun ein gerechter sein oder nicht. In solchen großen Versammlungen ist der Ort, sich gegenseitig zu begeistern, sich wirkliche und vermeintliche Verfolgungen vorzuführen, und die Stimmung, die so entsteht, wird dann von den Teilnehmern auf ihre Kreise übertragen. Aber einer Partei oder Gruppe, die bereits an der Krippe sitzt, bemächtigt sich leicht ein gesättigtes Gefühl, und das ist dem Aufschwung nicht günstig. Den Katholiken geht es nicht anders. Zwar fehlte es auch in Neisse nicht an tönenden Worten und lautem Beifall, aber das ganze war lange nicht das, was es einst gewesen ist ... ." Prozeß Dreyfus. Rennes, 1. September. In der heutigen Verhandlung des Kriegsgerichts, welche um 6 Uhr 35 Min. begann, wurden zunächst eine Anzahl Zeugnisse der Behörden des Heimatsortes des Herrn du Breuil (des Zeugen, welcher Dreyfus mit einem fremden Attache bei Madame Bodson gesehen haben will) verlesen. Die Zeugnisse lauten höchst ehrenhaft für den Zeugen du Breuil. Er bittet, den Angeklagten zu fragen, in welcher Epoche seine Beziehungen mit Madame Bodson abgebrochen sei. Dreyfus erwidert, er glaube, daß er Madame Bodson 1887 nicht mehr gesehen habe, sicher aber nicht mehr 1889. Zeuge du Breuil bekundet, er könne zwei Personen bringen, die im stände seien, bestimmt über die Verbindung Dreyfus mit Frau Bodson auszusagen. Es seien zyiei ehemalige Kammerdiener (Gelächter). Zeuge verliest den Brios eines der ehemaligen Diener, in welchem es heißt, Dreyfus sei noch 1887 in das Haus Bodson gekommen, und zwar hauptsächlich nachmittags, wenn Herr Bodson abwesend war. (Gelächter). Dreyfus bezeichnet es als unwürdig, daß diese persönlichen Beziehungen hier erörtert werden. Er erklärt nochmals, daß er niemals mit einem fremden Militär- Attacho diniert habe. Zeuge Stallmeister Germain bekundet, er habe Dreyfus bei den deutschen Manövern in Mülhausen gesehen. Er erzählt, er sei eines morgens um 5 Uhr von dem Reitstallbesitzer Kullmann beauftragt worden, zwei fremde Herren mit Pferden vom Bahnhofe abzuholen. Einer der Herren sei dann auf einen deutschen General zugeritten und habe ihn begrüßt. Später habe er diesen Fremden im Bois getroffen und zwar in der Uniform eines französischen Ar- tillerie-Ofsiziers. Von Hauptmann d'Jnfreville habe er erfahren, daß der Offizier Dreyfus heiße. Verteidiger Demange läßt ein den Zeugen betreffendes Urteil verlesen, aus welchem hervorgeht, daß Germain wegen Vertrauensmißbrauch mit 6 Monaten bestraft ist. Dreyfus erklärt, vor dem Paßzwang sei er jedes Jahr in seiner Vaterstadt Mülhausen gewesen. Er habe auch Pferde gemietet, aber er habe nie amtlich oder nichtamtlich einer deutschen Feldübung beigewohnt. Zeuge Hauptmann d'Jnfreville sagt aus, er sei öfter mit Germain ins Bois geritten. Aus einem dieser Ritte habe Germain ihm von einem Fremden, der von Mülhausen nach dem Manöverselde geritten sei, erzählt und sein Erstaunen ausgedrückt, daß er denselben ^dann in Paris in der Uniform eines Artillerie-Offiziers wiedergesehen habe. Den Namen des Dreyfus habe der Zeuge nicht genannt und auch nicht nennen können, denn er habe Dreyfus vor 1894 gar nicht gekannt. Präsident Jouaust fragt den Zeugen Germain, ob er wohl wisse, wer ihm den Namen Dreyfus genannt habe. Zeuge Germain erwidert, er sei der Meinung, Hauptmann d'Jnfreville sei es gewesen, aber er könne sich ja irren. Gefragt, ob er in dem Angeklagten den Fremden wiedererkenne, den er zum Manöver begleitet habe, antwortet Germain, Dreyfus betrachtend, er war etwas gesunder, es sind aber dieselben Züge. Dreyfus wiederholt seine obige Aussage. Der Reit- Jnstitutbesitzer Kullmann aus Mülhausen, eine durchaus preußische Erscheinung, bezeichnet die Aussage Germains von dem Abholen des Dreyfus vom Bahnhofe und dessen Ritt in das Manöver als völlig unwahr. Er stellt dieser Behauptung das formellste Dementi entgegen. Er habe niemals für Dreyfus Pferde nach dem Bahnhofe geschickt und ihm niemals Pferde vermietet. Dreyfus habe er gekannt, weil man seine Familie in Mülhausen kenne. Gefragt, ob Oberst Sandherr einmal den deutschen Manövern beigewohnt habe, erwidert Zeuge Kullmann, er habe es nicht selbst gesehen, aber Oberst Sandherr habe es ihm erzählt, daß er einem Manöver beigewohnt habe. Zeuge Hauptmann Lemonnier bekundet: Es sei am 1. August 1894 gewesen, als in dem Bureau von den Grenztruppen gesprochen und erörtert worden sei, was am Tage nach der Kriegserklärung zu geschehen habe. Dreyfus habe nach der Karte des Grenzgebietes einen Platz zwischen Mühlhausen und Belfort gezeigt, bei Altkirch, welcher, wie er meinte, geeignet sei, die Deutschen aufzuhalten. Er kenne die Position, weil er eines Tages den deutschen Manövern zu Pferde gefolgt sei. Sämtliche Offiziere seien sehr darüber erstaunt gewesen, daß ein französischer Offizier ungehindert habe deutschen Manövern folgen können. Er wiederholt sodann, daß er Dreyfus habe sagen hören: Ich bin deutschen Feldübungen zu Pferde gefolgt. Wenn Dreyfus das bestreite, sage er nicht die Wahrheit. Gefragt'^vann dieses Manöver stattgefunden habe, erwidert Zeuge, das wisse er nicht. Dreyfus bleibt wieder dabei, daß er niemals einem Manöver beigewohnt habe. Er kenne die Gegend von Mülhausen sehr gut und habe deshalb mit Hauptmann Lemonnier von dem Platze bei Altkirch sprechen können. Der nächste Zeuge ist Herr Villon, derselbe, der im Central-Hotel in Berlin das Gespräch zweier preußischer Generale gehört haben will. Er erklärt, er sei 1894 im Speisesaale im Central-Hotel gewesen und in einem Nebensaale hätten zwei deutsche Generale gesessen, welche ihn jedoch nicht sehen konnten. Beide Offiziere hätten in französischer Sprache über die französische Armee gesprochen und zwar von der hydraulischen Bremse und anderen ar- tilleristischm Fragen. Der eine der Offiziere habe gesagt: Es ist doch ekelhaft, einen französischen Generalstabs Offizier sein Vaterland verraten zu sehen. Der andere habe darauf erwidert: Wir haben den Vorteil davon, Du weißt, daß wir in den nächsten Tagen den Mobilmachungsplan von Dreyfus erhalten. (Schallendes Gelächter.) Villon bemerkt ganz rot im Gesicht: Ich gebe mein Ehrenwort, daß ich das im Central-Hotel gehört habe. Der Zeuge, pensionierter General Sebert führt aus, das Bordereau könne nicht von einem Artilleristen geschrieben sein. Dafür habe er verschiedene Beweise. Ich bin, so sagt Zeuge, überzeugt von der Unschuld des Dreyfus. Ich bin glücklich, zu seiner Rehabilitierung beitragen zu können. Ich bin voll Vertrauens, daß hier fern von allen Leidenschaften der begangene Irrtum wieder gut gemacht wird. Zeuge, Hauptmann Ducroz, kennt Dreyfus von Beginn seiner Offiziers-Laufbahn an. Er bekundet, Dreyfus habe niemals indiskrete Fragen gestellt. Zeuge, Hauptmann Hartmann, will über die ihm gestern von General Chamoin vorgelegten artilleristischen Dokumente des. geheimen Dossiers sprechen, was ihm jedoch der Präsident verweigert. Zeuge bittet alsdann, morgen wieder zeitweilig die Oeffentlichkeit auszuschließen. Des weiteren sucht er nachzuweisen, daß das Bordereau nicht von einem Artilleristen geschrieben sein könne. Die Vernehmung des Zeugen Hartmann wird morgen fortgesetzt. Deutsches Keich. — Herr von Miquel. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Eine Auslassung der „Münchener Allgemeinen Zeitung" beschäftigte sich dieser Tage mit dem Befinden des Vizepräsidenten des Staatsministeriums, Finanzministers Dr. von Miquel. Unter anderem hieß es dort, nach seiner eigenen Bekundung sehe der Minister „dem Zeitpunkt, da er seines schwierigen uud verantwortungsreichen Amtes endlich enthoben sein werde, mit Sehnsucht entgegen." Aus dieser, möglicherweise auf eine gelegentliche, bei dem hohen Alter des Ministers leicht verständliche Aeußerung zurückzuführende Angabe sind in der Presse allerlei Meldungen über angebliche „Amtsmüdigkeit" des Finanzministers und dergleichen entstanden. Daß von einer Amtsmüdigkeit des Ministers in dem Sinne, als ob er sich außer stände fühle, den Anforderungen seines Amtes weiterhin gerecht zu werden, nicht die Rede sein kann, läßt sich unseres Erachtens schon aus dem Maße der Teilnahme des Ministers an den parlamentarischen Arbeiten der verflossenen Session, nicht nur im Plenum des Parlaments, sondern auch in den verschiedenen Kommissionen, schließen. — Das Kaiserabzeichen für Jäger und Schützen. Um das vom Kaiser gestiftete Abzeichen für Jäger und Schützen, das aus einem Zwölfender Geweih mit dem Hubertuskreuz besteht, kämpfen alljährlich sämtliche preußische Jäger-Bataillone. Verliehen wird es derjenigen Kompagnie, welche sich mit ihrer Gesamtleistung als die tüchtigste erweist. Diesmal hat die 3. Kompagnie unter Hauptmann Freiherrn von Nauendorff das Kaiserabzeichen errungen. — Ausländische Offiziere werden beim Kaisermanöver zahlreich vertreten sein. Von den beim Deutschen Reiche beglaubigten Attaches werden teilnehmen, und zwar für Amerika: Major Allen, für Chile: Oberstleutnant Saerdin Alcade, für England: Oberstleutnant Grierson, für Italien: Oberst und Flügeladjutant Prudente, für Japan: Major Ohard, für Oesterreich-Ungarn: Major und Flügeladjutant Graf Sturgkh, für Rußland: Oberst Prinz Enga- litscheff, für Schweden: Hauptmann Bar6, für Spanien: Oberst Comte de Tennon de la Vega, für die Türkei: Rittmeister und Flügeladjutant Enver Bey, während die „Grande Nation“ keinen Vertreter zu den Manövern entsenden wird; desgleichen China, Portugal und die Balkan- staaten. — Zum Studium der Pest in Oporto be- giebt sich vom Berliner Institut für Infektionskrankheiten Professor Dr. Frosch in den nächsten Tagen im Auftrage der deutschen Regierung in die verseuchte Stadt. Profeffor Frosch, der Geheimrat Koch auf seiner Reise zum Studium der Malaria in Italien begleitet hat, ist erst vor wenigem Tagen in Berlin eingetroffen. — Zum Kaiser besuch in Straßburg wird berichtet, daß der Monarch, über Lauterburg kommend, am Montag, 4. d. Mts., morgens 9 Uhr 35 Minuten auf dem Neudorfer Bahnhofe eintrifft, woselbst kleiner Empfang befohlen ist. Sofort nach der Ankunft begiebt sich der Kaiser mittels Hofwagens nach dem Polygon, steigt dort zu Pferde und nimmt nach Begrüßung der erschienenen Fürstlichkeiten 20. die große Parade ab, nach deren Beendigung er an der Spitze der Fahnenkompagnie in Straßburg einreitet und im Kaiserpalast absteigt. Daselbst findet um 6^/, Uhr abends große Militär-Paradetafel statt. Für Dienstag abend sind vom Kaiser die Spitzen der Civilbehörden von Straßburg zur Tafel nach dem Kaiserpalast befohlen worden. — Der Kaiserpalast wurde von dem Monarchen zuletzt am 18. und 19. Oktober 1895 bewohnt und zwar anläßlich der Denkmalsenthüllung auf dem Schlachtfelde bei Wörth. Der Kaiser nimmt zwar ungern in dem Palaste Wohnung, weil die innere Einrichtung seinem Geschmacke wenig entspricht und weil sich das Gebäude zur Unterbringung eines größeren Gefolges nicht eignet. Die von dem Kaiser zu bewohnenden Räumlichkeiten liegen im linken Flügel nach der Universität zu und sind sehr einfach ausgestattet. Im Arbeitszimmer des Kaisers steht ein schmuckloser, mittelgroßer Schreibtisch ohne Aussatz; Schreibzeug, Kerzenhalter, Briefbeschwerer und Weckeruhr 2c. sind ans Bronze gefertigte Die ans gepreßtem Leder mit Golddruck hergestellte Tapete trägt als einzigen Schmuck ein Bild, Kaiser Wilhelm I. bei Sedan darstellend, und eine alte Urkunde mit Abbildungen. Die Empfangs-, Wohn- und Schlafzimmer sind ebenfalls nicht luxuriös ausgestattet, indessen sind die Kamine aus echtem französischen Marmor gearbeitet und mit herrlichen Spiegeln versehen. — Die Abreise des Kaisers und seines Gefolges nebst Gasten von Straßburg in das weitere Manövergelände erfolgt über Röschwoog-Rastatt am Mittwoch mittag um ll/z Uhr vom Zentralbahnhofe aus. — An der Küste von Deutsch-Südwestafrika ist, wie ausSwakopmund gemeldet wird, das Telegraphenkabel am 7. Juli wieder gebrochen, vermutlich an derselben Stelle, wo schon Mitte Mai ein Bruch erfolgte. Die Stelle liegt etwa acht Meilen von der Walfischbar entfernt, das Kabel hat sich hier infolge seiner Schwere im Meeresboden eingebettet; man neigt der Ansicht zu, daß sich durch ' vulkanische Einflüsse Gase entwickelt haben, die zur Explosion gekommen sind und eine Zerstörung des Kabels bewirkt haben. Ausland. — Die Pest in Portugal. Donnerstag wurde ein verdächtiger Krankheitsfall gemeldet. Der Ausschuß der kaufmännischen Vereinigung richtete an den König und den Gouverneur Eingaben, in welchen um Antwort auf die vorgebrachten Beschwerden gebeten wird. Einige Geschäfte in der Stadt sind geschlossen. Nachmittags verlas der Präsident der kaufmännischen Vereinigung vor einer großen Volksmenge eine Verfügung der Regierung, durch welche Versammlungen verboten werden. Die Menge widersprach in lärmender Weise, Gendarmen zerstreuten sie und nahmen mehrere Verhaftungen vor. Lokales und UrovinMes. Gießen, 2. September 1899. • * Militärischer Besuch. Aus Anlaß der in der Umgegend stattfindenden Truppenübungen sind hier eingetroffen und int „Hotel Großherzog von Hessen" abgestiegen: der kommandierende General des 18. Armeekorps, Exzellenz v. Lindequist, Generalleutnant Exzellenz v. Schilling- Cannstadt und General v. Ploetz. * ♦ Die Sedanfeier wurde hier in der üblichen einfachen Weise begangen. Oeffentliche und private Gebäude sind beflaggt. Heute morgen um 7 Uhr wurde von einer Zivilkapelle ein Choral vom Turme der Stadtkirche geblasen. Die Krieger- 2c. Vereine halten ihre besonderen Feierlichkeiten heute abend, bezw. am morgigen Sonntag. * * Vom Vogelsberger Höhenklub. Da der diesjährige Gesamtausflug auf den Hoherodskopf am 1. Juli gänzlich verregnet war, beabsichtigt der Verein, wie bereits mitgeteilt, statt des projektierten HerbftauSfluges nach Hirzenhain einen solchen am 10. September auf den Hoherodskopf zu veranstalten, wozu er Einladungen an die Zweigvereine ergehen läßt. Aus den Beschlüssen der letzten Generalversammlung heben wir als wichtigen Punkt hervor: die Erbauung eines massiv steinernen Turmes auf dem Taufstein, der als Erinnerung an den größten Staatsmann Deutschlands den Namen „Bismarckturm" erhalten wird. Ein Ausschuß zur Betreibung der Angelegenheit ist unter Vorsitz des Herrn Geheimen Regierungsrats Schönfeld in Schotten bereits gewählt worden. * * Die Freie Vereinigung der Krankenkassen im Groß- Herzogtum Hessen hat in ihrer kürzlich abgehaltenen Generalversammlung beschlossen, bei Großh. Staatsregierung zu befürworten, daß die Dienstboten durch landesgesetzliche Bestimmung der Krankenversicherungspflicht unterworfen würden, wie dies in Baden, Württemberg und Sachsen der Fall sei. Der Antrag wird hauptsächlich damit begründet, daß Dienstboten im Falle der Erkrankung der Armenunterstützung anheimfielen. Die Großh. Staatsregierung läßt nun durch dje Kreisämter bei sämtlichen Gemeinden Erhebungen anstelle!«, ob ein Bedürfnis zur landesgesetzlichen Einführung der Versicherungspflicht der Dienstboten in der Gemeinde hervorgetreten ist. * • Eine bemerkenswerte Neueinrichtung in Bezug auf den Transport unverpackter Fahrräder besteht seit einiger Zeit im Bereich der Eisenbahnen in Elsaß-Lothringen. Besondere Abteile, die äußerlich durch ein Schild mit der Aufschrift. lü>. al. Donnerstag wurde ein 'M Der Ausschuß der -te an btn König unb -en um Antwort auf bit vor- ird. Einige Geschäfte ixi i mn tzev'tzn MMngl «ch welche Versammlungen widersprach in lärmender ; und nahmen mehrere Brr» romMs. «, 2. September 1899. us Anlaß der in der Um- anaen sind hier eingetroffen i Men« abgesteegen: der 18, Armeekorps, Ellenz -t Exzellenz v. 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Auf diese Art ist den Wünschen der Radfahrer, ihr Eigentum selbst bewachen zu können, Rechnung getragen; es werden dadurch auch Beschädigungen und sonstige Verluste an den Rädern vermieden. Darmstadt, 2. September. Die Ankaufskommission des landwirtschaftlichen Provinzialvereins für Starkenburg, bestehend aus den Herren Bürgermeister Höhn-Heppenheim, Kraft-Bruchhof, Zuchlinspektor Dettweiler- Darmstadt und Herrn Kreistierarzt Dr. Güngerich-Bens- heim, hat auf den Hochalpen des Simmenthales 22 Bullen, 73 Kühe und Minder, sowie 61 Ziegen angekauft. Die Tiere sind in dreizehn Waggons mit Sonderzug Donnerstag früh Vs5 Uhr in Darmstadt eingetroffen und wurden heute früh im städtischen Holzhof versteigert. Es ist dies der größte Transport von Zuchtvieh, der jemals aus der Schweiz nach Deutschland gegangen ist. N. H. V. △ Mainz, 1. September. Die schon seit langer Zeit zwischen der städtischen Verwaltung hier und dem Militär- siskus wegen Austausch militärfiskalischen Geländes mit städtischem Terrain schwebenden Verhandlungen, die wegen der hohen Ansprüche der Militärverwaltung immer nicht vom Flecke kommen wollen, sind neuerdings wieder aufgegriffen worden und werden zurzeit sehr lebhaft betrieben. Wenngleich auch bei den neuen Verhandlungen auch noch nichts Greifbares zustande gekommen ist, so macht sich doch das Bestreben bemerkbar, daß der Militärfiskus jetzt geneigter ist, die Sache zu einem Ende zu führen, was um so notwendiger erscheint, als die Stadt über Gelände, das sie in Kauf geben will, nur noch kurze Zeit disponieren kann. — Die Stadt Mainz ist eingeladen worden, sich an den eben im Gange befindlichen Taxationen des in Kastel freiwerdenden Festungs- geländes zu beteiligen. Die städtische Verwaltung hat dieses Ansinnen rundweg abgelehnt und zwar mit dem Bemerken, daß die Stadt Mainz unter den gegebenen Verhältnissen weder an den Taxationen, noch an der früher im Flusse gewesenen Eingemeindungsfrage irgend welches Interesse habe. — Die gestern hier stattgehabte Wander- versammlungderSüddeutschenPhotographen hat den einstimmigen Beschluß gefaßt, bei der nächsten allgemeinen Versammlung zu beantragen, die nächstjährige, mit einer großen Ausstellung verknüpfte Versammlung hier in Mainz abzuhalten. Aus -er Zett för die Zett. Vor 153 Jahren, am 3. September 1746, wurde zu Gotha Friedrich Wilhelm Gotter, einer unserer fruchtbarsten Operettendichter des 18. Jahrhunderts geboren. Seine zahlreichen Stücke vertreten den französischen Geschmack; sie sind zierlich und amüsant, doch fehlt ihnen oft die theatralische Kraft der Gestalung. Erwähnt sei sein Drama „Medea". Gotter starb am 18. März 1797 in seiner Vaterstadt. Vor 29 Jahren, am 4. September 1870, wurde in Paris die dritte Republik unter dem wachsenden Zudrange der städtischen Volksmassen ausgerufen und bis zum Zusammentritte einer neuen konstituierenden Versammlung eine provisorische Regierung zur nationalen Verteidigung eingesetzt. Die erste Handlung dieser neuen revolutionären Regierung war die Auflösung des gesetzgebenden Körpers. Vermischtes. * Londons heißester Tag. Der 25. August war, wie aus der britischen Metropole geschrieben wird, der heißeste Tag, den man dort seit Jahren erlebt hat. Die Temperatur stieg in der Sonn? auf 130 Grad Fahrenheit, nahezu 42 Grad Rsaumur, und im Schatten auf 94 Grad Fahrenheit. Am heißesten Tag im Juli dieses Jahres hatte man nur 126 bezw. 89 Grad zu verzeichnen gehabt. Die im meteorologischen Bureau eingezogenen Erkundigungen haben ergeben, daß dieser August mit seinem beständig wolkenlosen Himmel eine seltene Ausnahme bildet. Sämtliche Londoner Pferdebahn und Omnibus - Gesellschaften erließen am 25. August gegen 10 Uhr vormittags an ihre Angestellten die Verordnung, daß man ganz unbekümmert um die Zeitversäumnis den Pferden jede Sorgfalt ange- deihen lassen sollte. Hunderte von Männern wurden speziell dazu angestellt, den Tieren an verschiedenen Haltepunkten Hafer und Wasser zu verabreichen. Die Mehrzahl der Pferde war mit Sonnenhüten ausgerüstet worden und die Vierfüßler schienen die Kopfbedeckung auch sehr angenehm zu finden. — In den Hospitälern im Norden und Osten der Millionenstadt mußten mehr als ein Dutzend Personen ausgenommen werden, die vom Hitzschlag getroffen waren. Ein Patient ist, bald nachdem man ihn bewußtlos auffand, gestorben. UnioerßMs Nachrichten. * Berlin, 1. September. Professor Otto Pfletderer, der ausgezeichnete Theologe und Religtonsphilosoph, beging heute seinen sechzigsten Geburtstag. PfleidererS Heimat ist Stetten bei Kanstadt und in der schwäbischen Universität hat er unter Baur auch seine theologische AusbUdung erhalten. Nach weiteren Studien in England und Schottlanv wurde er Stistsrepetent in Tübingen unb begann hier 1865 seine akademische Lehrtätigkeit, die er indes auf ein Jahr mit einer pastoralen Wirksamkeit in Hellbronn unterbrach. Dann folgte er 1870 einem Rufe als Oberpfarrer in Jena, nahm aber alsbald nach seiner Ernennung zum ordentlichen Professor in d-r thüringtsch-n Musenstadt seine Lehrthättgkeit wieder aus, der er 8® von da ab ausschließlich gewidmet hat. Seit 1875 gehört Pfletderer als Nachfolger Twestens im Ordinariat für systematische Theologie der Berliner Universität an. 1894 wurde er nach Edln- burg berufen, um dort an der Universität die Gifford- Borlesungen zu halten. Im Studienjahre 1894/95 stand er als Rektor an der Spitze unserer Hochschule. Seine Werk« über Glaubens- und Sittenlehre, ReligionSphilosophie, sowie über die Entwickelung ber Religion und der Theologie rc. erfreuen sich gebührender Anerkennung. Auszug aus den Standesamtsregistern der Stadt Gießen. Aufgebote. August: 23. Joseph Theodor Schäfer, Glaser dahier, mit Elisa Vierheller Hierselbst. 24. Heinrich Johannes Kramer, Friseur dahier, mit Elisabetbe Dietrich hterselbst. 26. Karl Hermann Schenk, Friseur dahier, mit Marie Philippine Elisabethe Horn hterselbst. 28. Dr. Paul Römer, Assistenzarzt dahier, mit Charlotte Alwine Marte F-llgentreff zu Bernburg. 29. Karl Stammel, Schlosser dahter, mit Katharine Marie Henriette Kuhl hterselbst. 29. Wilhelm Haupt, Spengler dahter, mit Margarethe Marie Henriette Magdalene Schlaudroff hterselbst. 29. Paul Ernst Friedrich Noack, Spengler dahter, mit Charlotte Auguste Louise Hellweg hterselbst. September: 1. Johann Wilhelm Gustav Mund, Oberkellner dahier, mit Helme Wagner zu Darmstadt. «heschlietzuugeu. August: 26. Heinrich Marx, Uhrmacher dahier, mit Theodore Wilhelmine Amanda Emma Lotz hterselbst. 26. Franz Joseph Conrad, Friseur dahter, mit Marie Katharine Elisabeth Dotzenrodt hterselbst. 26. Wilhelm Jullmann, Kaufmann dahier, mit Anna Margarethe Luise Frtebrl Hierselbst. 26. Wilhelm Christian Schmidt, Fuhrmann dahter, mit Elisabeth Wagner Hierselbst. 26. Ludwig Daniel Rühl, Bäckermeister dahier, mit Helene Georgine Katharine Pirr hterselbst. 26. Josef Siegler, Schlosser dahier, mit Anna Maria Katharina Elisabeth Jung Hierselbst. 31. Johann Heinrich Wolf, Schutzmann dahier, mit Margarethe Becker hterfelbst. Geborene. August: 22. Dem Etsenbahn-Bau-Jnspektor Wilhelm Horstmann ein Sohn. 24. Dem Fabrikarbeiter Ludwig Käs eine Tochter, Elisabethe Susanne. 25. Dem Hutmacher Rudolf Richter eine Tochter, Frida Louise Margarethe. 25. Dem Hilfsbahnwärter Heinrich Albach ein Sohn, Karl Philipp. 25. Dem Bahnwärter Heinrich Heß eine Tochter. 25. Dem Sattlermeister Friedrich Groß eine Tochter, Marie Elisabethe. 27. Dem Privatgelehrten Dr. Walther Stein ein Sohn. 27. Dem Dachdecker Adolf Dillmann eine Tochter, Anna Lina Katharina. 28. Dem Kaufmann Georg Mooh eine Tochter. 28. Dem Hilfsbremser Wilhelm Schneider VI. eine Tochter, Elisabeth. 28. Dem Hauptmann Grorg v. Stösiel ein Sohn, Georg SigiLmund Wolfgang. 30. Dem Schreiner Johannes Vogel II. ein Sohn. 30. Dem Kaufmann Louis Schäfer ei» Sohn. Gestorbene. August: 25. Friedrich Enz, 1 Jahr alt, Sohn von Eisendreher Karl Enz hterselbst. 25. Emilie Henriette Gerhardt, 4 Monate alt, Tochter von Friseur Gustav Gerhardt dahier. 25. Margarethe Hofmann, geb. Hammel, 84 Jahre alt, dahier, Witwe von Landwirt Ludwig Hofmann. 26. Gerhard Meckelburg, 11 Monate alt, Sohn von Lokomotivh-izer August Meckelburg dahier. 27. Christine Fink, geb. Schmidt, 51 Jahre alt, Ehefrau von Untererheber Karl Fink zu Bad Salzhausen. 28. Anna Justine Karoline Jakobine Billasch, 34 Jahre alt, Schneiderin dahier. 30. Johannette Mannberger, geb. Bellof, 62 Jahre alt, Witwe von Weißbtndermeister Joseph Mann- bergcr hterselbst. 30. Wilhelmine Lotz, 81 Jahre alt, ledig, Privatin Hierselbst. 30. Christiane Ebert, geb. Krämer, 63 Jahre alt, Ehefrau von Landwirt Friedrich Ebert zu Odersbach. 30. Christian Lohr, 17 Jahre alt, Steindecker von LaubuS-Eschbach. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getränte. Matrhäusgemeinbe. Den 26. August. Wilhelm Christian Schmidt, Fuhrmann zu Gießen, und Elisabethe Wagner, Tochter des Schmied Johannes Wagner zu Kirchvers. Den 27. August. Franz Joseph Conrad, Friseur zu Gießen, und Marte Katharine Elisabeth Dotzenrodt, Tochter drs Lokomotivführers Heinrich Dotzenrodt zu Gießen. Den 31» August. Johann Heinrich Wolf, ein Witwer, Schutzmann zu Gießen, und Margarethe Becker, Tochter deS verstorbenen Privatmanns Ludwig Becker zu Gießen. MarkuSgemrinde. Den 27. August. Ludwig Daniel Rühl, Bäckermeister zu Gießen, und Helene Georgine Katharine Pirr, ^Tochter deS Metzgermeisters Ludwig Pirr zu Gießen. JohanneSgemeinde. Den 26. August. Heinrich Marx, Uhrmacher zu Gießen, und Theodore Wilhelmine Amanda Emms Lotz, Tochter des verstorbenen Bäckermeisters Johann Friedrich August Lotz zu Bad EmS. Denselben. Josef Siegler, Schlosser zu Gießen, und Anna Jung, Tochter des verstorbenen Wirts Georg Jung zu Gießen. Denselben. Wilhelm Jullmann, Kaufmann zu Gießen, und Anna Margarethe Luise Friedel, Tochter des verstorbenen LohndienerS Philipp Friebel zu Gießen. Getaufte. MarkuSgemeinde. Den 27. August. Dem Dachdeckermeister Martin Müller eine Tochter, Else, geboren den 6. April. Den 27. August. Dem Metzger Ernst Fleck ein Sohn, Heinrich Karl, geboren den 27. Mat. Den 31. August. Dem Gastwirt Heinrich Berndt eine Tochter, Minna, geboren den 15. Juli. LukaSgemeinde. Den 27. August. Dem Maschinenmeister Johann Georg Albrecht eine Tochter, Barbara, geboren den 11. August. Denselben. Dem Techniker Ludwig Weiß ein Sohn, Ludwig Wilhelm, geboren den 2. August. Den 31. August. Dem Wirt Johann Seibel ein Sohn, Johann Alwin, geboren den 5. Juli. JohanneSgemeinbe. Den 30. August. Dem Schutzmann Richard Reinhard eine Tochter, Frieda Carola Wilhelmine, geboren den 13. Juli. Den 1. September. Dem Schuhmacher Heinrich Döll eine Tochter, Luise, geboren den 4 Juli. Beerdigte. MatthäuSgemeinde. Den 27. August. Margarethe Hofmann, geb. Hammel, Witwe des zu Bersrod verstorbenen Landwirts Ludwig Hofmann, 84 Jahre alt, starb den 25. August. LukaSgemeinde. Den 30. August. Anna Justine Karoline Jakobine Billasch, Tochter des Schlossers August Billasch, 34 Jahre alt, starb den 28. August. Den 31. August. Wilhelmine Lotz, Tochter deS verstorbenen Oberförsters KaSpar Lotz, 81 Jahre alt, starb den 30. August. JohanneSgemeinde. Den 1. September. Johannette Mannberger, geb. Bellof, Witwe deS Weitzbindermeisters Joseph Mannderger, 62 Jahre alt, starb den 30. August. Verkehr, Hand und Vsikswirtsthast. Gieße«, 2. September. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 1.10—1.20, Hühnereier per St. 7—8 2 St. 14—15 Enteneier 1 St. 0—0 Gänse- eiet per St. 6—00 Käse 2 St. 5—7 H, Käsematte 2 St. 5—6 H, Erbsen per Liter 19 Linsen per Liter 30 Tauben per Paar 0-60-0.80, Hühner per St. x 1.00-1.40’ Hahnen per Lück ** 0.60—0.85, Enten per St. X 1.80—2 20, Gänse per Pfund v* 0.00—0.00, Ochsenflellch per Pfd. 68—74 Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62-64 A Schweinefleisch per Wb 60-72 4, Schwein? fleisch, gesalzen, per Pfd. 76 L, Kalbfleisch per Pfd^ 60—66 H Hammelfleisch per Pfd. 50-70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 4.50 big 6-00 X, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Ctr. X 5.50—6.50 Milch per Liter 16 * , Dauer der Marktzeit von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nach» mittags. Während der ersten s Stunden der Marktzeit darf im llmherzieben nicht feilgeboten werden - tzottrsdirnst in der Synagoge. Dienstag den 5. und Mittwoch den 6, September 1899: Neujahrsfest. 1. Tag. Vorabend 6" Uhr, morgens 7“ Uhr, Predigt um 9 Uhr, nachmittags 4 Uhr. 2. Tag. Vorabend 7" Uhr, morgens 7" Uhr, Predigt um 9 Uhr, nachmittags 4 Uhr, Festesausgang 7«5 Uhr. Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold'. Berlin, 2. September. Wie ans kolonialen Kreisen geschrieben wird, ist es nun festgestellt, daß zwischen Brüssel und Berlin freundschaftliche Unterhandlungen im Gange sind Über die Abtretung von Landstrichen am Tanganyka-See betreffs des Striches zwischen Nusip- See und Owa-See. Der Kongostaat ist geneigt, diesem Wunsche Deutschlands nachzukommen und dieses von ihm schon mehrere Jahre besetzte Gebiet aufzugeben, wenn er an anderer Stelle einen entsprechenden Ersatz an Land erhält. Berlin, 2. September. Die „Deutsche Tages-Zeitung" schreibt über die Maßregelung der politischen Beamten im Abgeordnetenhause. Mit derselben sei die Bahn des Sachlichen verlassen. Die Verantwortung Über alles Geschehene trage die Regierung und sie werde schwer daran tragen. Ein Gutes aber habe dieser Tag, an dem diese Verfügungen beschlossen worden sind: Er wird klären und befreien. Die konservative Partei hat erst von den Schlacken des Gouvernementalismns befreit werden müssen, und dadurch sind ihr die Herzen des Volkes wiedergewonnen worden. Der Erlaß habe hunderttausende, die schwankend waren, gefestet und hunderttansende, die kühl bei Seite standen, herangezogen. Der Widerstand gegen den Kanal werde allgemeiner und fester und erbitterter. Das Blatt schließt mit den Worten: Wir haben bisher nie von einer Niederlage gesprochen, jetzt hat die Regierung sich selbst die schwerste zugezogen. Leipzig, 2. September. In der Spar - undV 0 rschuß- kasse der Gemeinde Lommatzsch wurden große Unterschlagungen entdeckt. Der Kassen-Vorstand ist verhaftet. Die Staatsanwaltschaft verfügte die Beschlagnahme der Bücher. Die Unterschlagungen sollen 15 Jahre zurückreichen und sehr bedeutend fein. Wien, 2. September. Der ungarischeMinister- Präsident Koloman Szell trifft morgen zu mehrtägigem Aufenthalt hier ein und wird vorn Kaiser, der ebenfalls vom Manöver hier eintrifft, mit anderen politischen Personen empfangen werden. Allgemein herrscht die Ansicht vor, daß in den nächsten Tagen sehr wichtige Beschlüsse betreffend die innerpolitische Lage gefaßt werden dürften. Paris, 2. September. Die Belagerten in der Rue Chabrol scheinen Flucht zu planen. Siebohren seit Drei Tagen eine Oeffnung in die Wand des Nachbarhauses und hoffen offenbar, wenn die Bresche geschlagen ist, zu entkommen. Gendarmen wachen jedoch in dem betreffenden Zimmer, um die Ausbrecher in Empfang zu nehmen. Durch die nur dünne Scheidewand bat Guörin die Gendarmen um Brot. Die Gendarmen erwiderten, angesichts der strengen Bewachung nichts thun zu können. Der Pater Chandelonbes besuchte in Begleitung eines Kommissars und eines Arztes seinen Sohn. Man fand noch zwei Kranke und der Arzt verschrieb drei Rezepte. Der Präfekt Lepine behielt sich die Entscheidung über die Zulassung von Medizin vor. Paris, 2. September. Der Liberlö zufolge wurde das Dekret auf Einberufung des höchsten Gerichtshofes auf besonderes Verlangen Loubets noch nicht unterzeichnet. Der Präsident wies nämlich auf die Notwendigkeit hin, vorsichtig vorzugehen und dem Senat nur bann die Komplotts-Affaire zu unterbreiten, wenn alle Unterlagen für eine Verurteilung vorhanden seien. Man dürfte nämlich dabei nicht übersehen, welchen Eindruck es Hervorrufen könnte, wenn das Verfahren wegen mangelnder Beweise eingestellt werden müßte. Rennes, 2. September. Der hiesige Journalist Petit sollte wegen republikanischer Propaganda verhaftet werden. Er wollte Gusrin nachahmen und verbarrikadierte sich in einem Hotelzimmer, gab aber den Widerstand nach einer halben Stunde auf. Rennes, 2. September. Cavaignac ist gestern abend hier eingetroffen. Er konferierte sofort längere Zeit mit den Generalen Roget, Chanoine und Gonse. Man erwartet neue Überraschungen. Opvrtv, 2. September. (Pestgefahr.) Die Aerzte der Stadt hielten mit den ans Lissabon hier eingetroffenen Aerzten im Sanatorium Beratungen ab. Die Kaufleute sind über das Nichteintreffen der Antwort der Regierung auf ihre Reklamation betreffend die baldige Erleichterung der getroffenen Maßnahmen sehr entrüstet. Viele haben ihre Magazine geschlossen. Der Bürgermeister hat demissioniert. Die Truppen sind konsigniert. Man hofft aber, daß gleich nach Eintreffen der Antwort der Regierung die Ruhe wieder hergestellt werden wird. Prätoria, 2. September. 200 Deutsche hielten gestern eine Versammlung ab, in welcher beschlossen wurde, die Transvaal-Regierung in dem Krieg mit England zu unterstützen, und die Regierung von Transvaal zu ersuchen, daß sie den Deutschen erlaube, unter Leitung ihrer eigenen Führer kämpfen zu dürfen. 6406 Gießen, den 2. September 1899. ••••®®®®®IWNro®®®®®®©®®®@®®®®®®®®®®®®® Um zahlreiche Beteiligung der Mitglieder wird gebeten. 6419 zufrieden zu stellen. 03062 Hochachtungsvoll Karl Schmidt. SdjIüjTrrmtiftet. Der Vorstand. 6423 Stahl. 6417 03068 ladeureiner 6414 Gießen, den 1. September 1899. einzureichen. 6390 dieses Blattes 03049 schlossen 6418 J. 1ML SchuUiof Zum Reiseonkel". 03045 Metzger, Kirchenplatz 4. 03065 Möbelfabrik. 03051 Annerod—Steinbach. 6412 03047 Der Stadlauflage unserer heutigen Ausgabe liegt ein Prospekt de» akad. TanrlebrrrS Emil Orth bei. 03067 6407 Der Turvwart verschiedenes : Die Beerdigung findet Sonntag den 3. September, nachmittags 3x/a Uhr, vom Sterbehause, Frankfurter Hof, aus statt. Montag den 4. September wird in der Lahrrftratze Nr. 5, bei Oekonom Geizer, ein uicht- 2. Stock, freundlickst entgegen genommen. Konorar 12 Mark. in welchem schon seit vielen Jahren eine Schlosserei mit bestem Erfolge betrieben wurde, verlegt habe. 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WlebaeNMi • Berti erWL — ve* Srtfatg der Br-bl'scheu Q«ber#£4tM!to4- »ab Ctdnbntiteel (Pietsch Erbe«) in Gieße«. Die Heutige Wummer umfaßt 14 Seite« WWWW Vergebung von Sauarbeiten. Die zur Renovierung der evangelischen Kirche zu Treis a. d. Lda. erforderlichen Arbeiten und Lieferungen und zwar: Maurerarbeiten, einschließlich Materiallieferung, veranschlagt zu Mk. 25.-, Weißbinderarbeiten, einschließlich Materiallieferung , veranschlagt zu Mk. 445 11, Dachdeckerarbeiten, einschließlich Materiallieferung , veranschlagt zu Mk. 65.- sollen nächsten Donnerstag den 7. September!. I., vormittags 10 Uhr, im Gemeindehause zu Treis, im Wege schriftlichen Angebots, vergeben werden. Offerten sind bis zu gleichem Termine bei Großh. Bürgermeisterei Treis, woselbst Voranschlag und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, einzureichen. Gießen, 2. September 1899. Der Großh. Kreisbauinspektor: Vermietungen Todes-Anzeige. Freunden und Verwandten die traurige Mitteilung, daß unser lieber Gatte, Vater, Bruder, Schwiegersohn und Schwager Prokop Schadeck gestern abend 91/» Uhr sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Mehl-ReiiEHier gesucht für eine bei der Bäckerkundschaft gut eingeführte bedeutende Firma der Pfalz. Reflektanten, nur beste Kräfte, belieben ihre Offerten unter F. L. 4147 an Rudolf Moffe, Ludwigshafen a. Rh., wozu ergebenst einladet Gastwirt Valentin Zum schwarzen Walfisch Zu verkaufen: £ 2 gut erhaltene einsp. Wagen, sowie ein Doppelspänner mit Zubehör billig abzugeben. 1 Ladeneinrichtung das. billig zu verk. G. Nauheimer, Bleickstr. 15. 6385] Eine Ziegelbrennerei mit sämtlichem Inventar und ein Stück Land, guter Lehmboden, steht zum Verkauf bet Georg Speier Wwe. __________in Witzmar bei Gießen. 8 Wirtschasts-Uedrrnahme. j Einem geehrten Publikum, sowie meiner werten Nachbarschaft zur gefl. Notiz, daß ich d am 1. August l. 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