1809 Mita« den 3. März Sit. 53 Erstes Blatt. Amts- unb Anzeigeblatt für den Ureis Gietzen Amtlicher Teil »I 30 Alle Anzelgen-BermittlungSstellen b<8 In» und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. - Ich weiß n;t Köchin: .M Köchin genor, Mm innerung. e Liefermz. Redaktion, Expedition und Druckerei: Kchutftratze Nr. 7. Annahme von Anzeigen zu der uachmütagS für den fügenden La, erfcheinendrn Nummer bis vorm. 10 Uhr. Mk. Interessenten wollen sich rechtzeitig anmelden. Gießen, den 1. März 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Adreffe für Depeschen: Anzeiger Hiehrn. Fernsprecher Nr. 51. Gießen, den 1. März 1899. Betreffend: Den Wiesengang. Das Grohherzogliche Kreisamt Gießen au die Groffh. Bürgermeistereieu des Kreises. Nach Art. 7 der Wiesenpolizeiordnung ist in diesem Monat der Wiesengang von den Wiesenvorständen unter Zuziehung der Feldschützen und Wiesenwärter vorzunehmen. Wir beauftragen Sie deshalb, dieselben hierzu baldigst aufznfordern und uns die über den Wiesengang aufzunehmenden Protokolle bis längstens 15. April d. Js. vorzulegen. In diesen Protokollen haben die Wiesenvorstände, was Sie denselben noch besonders eröffnen wollen, hauptsächlich folgende Punkte aufzunehmen: 1) ob die Anordnungen, welche sie bei dem letzten Wiesengang getroffen haben, befolgt worden sind und welche nicht; 2) welche Anordnungen von den Wiesenvorständen zur Beseitigung der bei dem diesmaligen Wiesengang vorgefundenen Mängeln von ihnen getroffen worden sind oder vorgeschlagen werden; hierbei wird den Wiesenvorständen besonders empfohlen, ihr Augenmerk namentlich auch auf die Reinigung der Wiesen von Gestrüpp, Gesträuch, Moos rc., auf die Entfernung der Herbst, zeitlosen, des Erdauswurfs aus den Be- und Entwässerungsgräben, auf die Verebenung der Maulwurfshügel und dergleichen und auf die Unterhaltung der Be- und Entwässerungsgräben zu richten und hierbei nach den bestehenden Bestimmungen zu verfahren; 3) Verbefferungsvorschläge in Bezug auf größere Wiesenfluren, namentlich solche, zu deren Ausführung die Bildung von Wassergenossenschaften nach dem Gesetze vom 30. Juli 1887 über die Bäche und nicht ständig fließenden Gewässer (Regierungs-Blatt S. 159) erforderlich ist. Zu Nr. 2 erläutern wir, daß Sie in der Regel, inso- sern kein besonderer Anstand vorliegt, jedem der betreffenden Wiesenbesitzer speziell eröffnen wollen, welche Mängel der Wiesenvorstand vorgefunden hat und daß diese Mängel binnen -er vom Wiesenvorstand zu bestimmenden Frist so gewiß zu beseitigen wären, als sonst die nötigen Herstellungen auf -osten der Säumigen angeordnet würden. Nach fruchtlosem Ablauf der gesetzten Frist wollen Sie nach Anhörung des Wiesenvorstandes weitere Anträge stellen. Jedenfalls sind d.e von Ihnen getroffenen Anordnungen in den von Ihnen rinzusendenden Protokollen einstweilen zu erwähnen. Das Protokoll über den Rundgang ist von allen Teil- zehmern zu unterzeichnen. War ein Mitglied des Wiesendorstandes verhindert, am Rundgange Teil zu nehmen, so ist dieses am Schlüsse des Protokolles zu bemerken. Sollte der Wiesenvorstand, der außer dem Großherzog, lichen Bürgermeister oder Beigeordneten, noch aus der für Hre Gemeinden bestimmten Anzahl von Ortseinwohnern, reiche Wiesen besitzen oder solche zu benutzen oder zu ver- ralten haben, bestehen soll, nicht mehr vollständig sein, so »ollen Sie den Gemeinderat wegen Ergänzung des Wiesen- oirstandes vernehmen und uns die Anträge des Gemeinde- rnteß in besonderer Verhandlung vorlegen. v. Bechtold. Gratisbeilagen: Gießener Familienbtittter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde._________________ Abg. Wurm (Soz.) plaidiert gegen ein solches Hervorkehren landwirtschaftlicher Interessen. Seine Partei wolle, gerade wie in Bayern, alle Surrogate verboten wiffen. Eine Kommissionsberatung sei unnötig. Ministerialrat Ritter von Geiger bestreitet, daß Bayern für seine Bierexporte Ausfuhrprämien gewähre, wie Abg. Gamp die behauptet habe. Abg. Broemel (frs. Vg.) meint, eine Unterscheidung zwischen unter- und obergärigen Bieren bei dem Verbote würde schwer durchführbar sein. Die Stellungnahme des Abg. Gamp, eigentlich doch mehr gegen, als für das Ver. bot, sei um so unerwarteter, als die Partei desselben doch sonst Maßnahmen nicht blos billige, sondern sogar dringend fordere, welche den Konsumenten gegen geringwertige Nahrungsmittel schützen sollen. Abg. Hermes (frs. Vg.) ist ebenfalls dafür, die obergärigen Biere von dem Verbot auszunehmen. Der Titel wird genehmigt. Ueber die Resolutionen wird erst in dritter Lesung abgestimmt. Bei dem Etat der Stcmpelabgaben spricht sich Abg. Beckh (frs. Vg.) abfällig über das Staatslottene- wesen aus. Der Etat wird genehmigt. Es folgen nun Reste vom Etat des Reichsamts des Jnnnern. Auf eine Anfrage des Abg. Lingens (Centr.) erklärt Direktor Köhler vom Reichsgesundheitsamte bei ordnungsgemäßer Leichenbestattung hätten sich Unzuträglichteiten in Bezug auf Verbreitung von Infektionskrankheiten bisher noch nirgends ergeben. Ferner hätten die Untersuchungen unserer nach Indien gesandten Forscher ergeben, daß der Pesterreger in der Leiche sehr bald den Fäulnis-Bakterien unterliege, so daß bei vorsichtigem Umgehen mit den Leichen auch da unmittelbare Gefahren nicht beständen. Abg. Lingens (Centr.) meint, daß von den Freunde» der Leichenverbrennung in Bezug auf den Punkt — Gefahren aus Friedhöfen — ganz entgegengesetzte Anschauungen verbreitet würden, als sie der Vorredner dargelegt habe. Die Agitation für die Feuerbestattung sei zum Teil eine geradezu widerwärtige. Bei der Forderung einer ersten Rate für die Kosten der Herausgabe eines Werks über die Sixtinische Kapelle in Rom erklärt Abg. v. Hert- ling (Centr.), er und seine Freunde seien ursprünglich geneigt gewesen, den Titel abzulehnen; sie seien aber anderen Sinnes geworden. Abg. Graf Stolberg (kons.) äußert seine Befriedigung über die Sinnesänderung des Centrums. Staatssekretär Graf Posadowsky bezeichnet im Einklang mit dem Abg. v. Hertling als Voraussetzungen für ein Eintreten des Reichs auf dem Gebiete von Kunst und Wissenschaft: entweder, wenn es sich handle um eine Frage internationaler Repräsentation auf dem Gebiete von Kunst und Wissenschaft; oder wo die Voraussetzungen für das Unternehmen in allen deutschen Staaten vorliegen; oder drittens wo der Zweck allen deutschen Staaten zu gute kommt. Der Titel wird b'e w i l l i g t. Beim Titel „Ausschmückung des Reichstagshauses mit Malereien und Bildwerken, weitere Rate 100 000 Mk." hält Abg. Graf Kanitz (kons.) eine so große Summe für diesen Zweck nicht für erforderlich. Abg. Lieber (Centr.) führt aus, in der Verurteilung einer Malerei in der einen Vorhalle könne man gar nicht weit genug gehen; es sei das die reine Schmiererei, der reine Tintenklex. (Heiterkeit und Beifall). Und dafür seien 30 000 Mk. gezahlt'. Lieber seien ihm weißgetünchte Wände, als solche Malereien. (Heiterkeit.) Redner schildert sodann in humoristischer Form die geplanten beiden Urnen, jede zum Preise von 12000 Mk. Man müsse brechen mit der geschichtlichen Dankbarkeit gegenüber dem Baumeister des Hauses, und einen künstlerischen Leiter anstellen, der i» Berlin wohne. Staatssekretär Graf Posadowsky hält es für das richtigste, eine ganze Kunstschule für den Zweck der Ausschmückung des Reichstages heranzuziehen. Er hoffe, daß es der jetzigen Kommission gelingen werde, die Ausschmückung des Hauses würdig zu leiten. Abg. Broemel (frs. Vg.) kritisiert abfällig, daß m der Ausschmückung dieses Hauses alles vermieden sei, was auf den Zweck hindeute, dem das Haus dienen solle. Keinem anderen Parlament der Welt sei so etwas geboten worden. (Beifall links). Kitjugsprei» vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Brmgerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. ignd, »«4 Atr dich «W1’ erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener M«»tlie«v lätter Verden dem Anzeiger wgchentlich viermal beigelegt. Bekanntmachung. Wir machen darauf aufmerksam, daß auch in diesem Zähre an der Elektrotechnischen Lehr- und Untersuchungs- Anstalt des Physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M. ein -ursus über Anlage und Prüfung von Blitzableitern ab- gehalten wird, welcher namentlich dazu dienen soll, die be- tciCigten Beamten und Berufskreise mit den dafür maß- zebenden Gesichtspunkten vertraut zu machen. Der Unterricht findet in der Woche vom 13. bis 18. März er., täglich vormittags von 10 bis 12 Uhr und nachmittags von 3 bis 5 Uhr statt, so daß es den in den Aachbarstädten und Ortschaften wohnenden Jntereffenten ermöglicht ist, ohne allzu große Zeitopfer an dem Kursus Mzunehmen. Das Honorar für die Teilnehmer beträgt Deutscher Reichstag. 44. Sitzung vom 1. März. 1 Uhr. Zur Beratung steht zunächst der Etat der Biersteuer. Hiezu liegt ein Antrag Paasche-Roe- sicke (Resolution) auf Vorlegung eines Gesetzentwurfes behufs Verbots der Verwendung von Surrogaten, Süßstoffen und sogenannten Konservierungsmitteln bei der Bier- Amendement Hermes (frs. Vg.) und Gamp (Rp.) hierzu will das Verbot nur auf die untergärigen Biere erstrecken. p, r . w 4 Aba. Paasche (nl.) empfiehlt seinen Antrag. Aba Gamp (Rp.) meint, durch ein so allgemeines Verbot würden die landwirtschaftlichen Interessen schwer berührt. Er halte es für das Beste, diese Anträge an eine Kommission zu verweisen. Gießener Anzeiger General-Anzeiger LokalPolizeiReglement, betr.: Den öffentlichen Zettelanschlag in der Stadt Gießen. Nach Anhörung der Stadtverordneten-Versammlung wird mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums vom 9. September l. Js. zu Nr. M. I. 25073 für den Bezirk der Stadt Gießen verordnet wie folgt: § 1. Bekanntmachungen, gewerbliche Anzeigen, öffentliche Ankündigungen, insbesondere von Belustigungen, Versammlungen und Aufführungen, soweit dieselben nicht den öffentlichen Verkehrsinteressen dienen, dürfen innerhalb der Stadt Gießen und deren Gemarkung, vorbehältlich der Ausnahmebestimmungen in § 2 und § 3, nur an den von der Stadt Gießen errichteten Anschlagssäulen und angebrachten Tafeln angeschlagen werden, und .war nur durch die seitens Großherzoglicher Bürgermeisterei Gießen dazu berechtigten Personen. Diese bedürfen hierzu der Erlaubnis Großherzog, lichen Polizeiamts Gießen und haben einen aus Namen lautenden, von Großherzoglichem Polizeiamt Gießen auszustellenden Legitimationsschein bei sich zu führen. § 2. Im Uebrigen ist die Anbringung der in § 1 erwähnten Bekanntmachungen rc. nur mit Zustimmung des Eigentümers des betr. Gebäudes rc. und unter der Voraussetzung zulässig, daß die Plakate auf einer, von Großherzoglichem Polizeiamt Gießen hierzu für geeignet erklärten Anschlagstafel befestigt werden. § 3. Die Bestimmungen der §§ 1 und 2 beziehen sich nicht auf Bekanntmachungen, welche von Gründstückseigentümern oder Mietern ausschließlich in ihrem Privatinteresse an ihren eigenen Grundstücken, Häusern oder Mietsräumen ausgehängt oder angeschlagen werden. § 4- r , Zuwiderhandlungen gegen obige Besttmmungen sowie absichtliche Beschädigung, Beschmutzung und widerrechtliche Benutzung der Anschlagstafeln und Säulen, Abreißen von Anschlägen von denselben, werden unbeschadet höherer allgemeiner Strafbestimmnngen mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mk. bestraft. § 5. Vorstehendes Lokal-Polizei-Reglement tritt am 15. Oktober l. I. in Kraft. Gießen, am 6. Oktober 1896. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung, betreffend: den öffentlichen Zettelanschlag in der Stadt Gießen. Wiederholt ist bei uns darüber Klage geführt worden, daß die an den Plakattafeln und Säulen oft erst kurz vorher angeklebten Plakate sehr häufig in rücksichtsloser Weise abgerissen werden. Wir nehmen daher Anlaß, die in dem nachstehend abgedruckten Lokalpolizeireglement enthaltenen Bestimmungen, insbesondere diejenige im § 4 derselben mit dem Anfügen in Erinnerung zu bringen, daß die Schutzmannschaft angewiesen worden ist, jede Beschädigung oder Beschmutzung der Anschlagstafeln und Säulen, sowie das widerrechtliche Abreißen der Plakate uunachsichtlich zur Anzeige zu bringen. Gießen, den 25. Februar 1899. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Muhl. e(6f. \\t. Wt'Jii M btt MM SSS in driM »'*'**£ i lei dlWlM" jSÖft -ätt« llk k. ,. v' ‘ T)j, ■* «ÄS s b»**. ^entnbnetM ?r' die auj le die deS Schn,- N bem Schl> miert. ZurZr' rrhngestkllte^ Messer und r önge in der Mm inheitistdieg^ hergestelli, tmt b Zähigkeit gtw et ist. Außer k $ 38 Hilssdarnp die verschieden «K- jHWl*1*' .1 tzru»- #55* - ag", S U*> SS»*** .warnt! 3$ Der Titel wird bewilligt. Auch der Ausgabe titel für das R eichstagS- PrLsidial-Gebäude gelangt zur Annahme. Bei einem weiteren Titel erstattet Geh. Rat Richter als Kommissar für die Pariser Weltausstellung Bericht über den Fortgang der Arbeiten daselbst. Es sei zu erwarten, daß die deutsche Ausstellung eine wohlgelungene sein werde. Alsdann genehmigt das Haus noch die Forderung für Tiefsee-Forschungen und stimmt in Verbindung damit der von der Kommission beantragten Resolution zu, betreffs Einstellung einer Summe in den Etat für eine Südpolarexpedition. Nächste Sitzung morgen 1 "Uhr. Tagesordnung: Fortsetzung der Etatsberatung. Schluß 5s/t Uhr. Deutsches Reich. Berlin, 1. März. Das Abgeordnetenhaus begann heute mit der Beratung des Eisenbahn-Etats, Titel Personen- und Gepäckverkehr. Hierzu lag ein Antrag Wedekamp (frs. Volksp.) vor, der Regierung die Erwartung auszusprechen, daß bei den Staatseisenbahnen die Ausgabe von Arbeiter-Rückfahrkarten und Arbeiter-Wochenkarten mindestens in dem bisherigen Umfange beibehalten werde. Minister Thielen ging den Eisenbahn-Etat in seinen Einzelheiten durch und sagte am Schluß, ob die Regierung die Schienenwege erweitere oder die Wasserstraßen zu Hilfe nehme, oder ob die Regierung beide gleichmäßig entwickeln werde, das sei eine Frage, die die Regierung erst später bei anderer Gelegenheit erörtern wolle. Es sei das eine ernste Frage, so ernst, wie den Landtag seit langem keine andere beschäftigt habe. Nachdem noch eine Reihe von Abgeordneten das Wort genommen, vertagt das Haus die Weiterberatung auf morgen. Berlin, 1. März. Die Erklärungen des Herrn v. B ü l o w. Die „Times" bespricht die gestrigen Erklärungen des Staatssekretärs v. Bülow in einem Artikel, in dem sie schreibt: Bezüglich der Unterhandlungen für einen neuen Handelsvertrag hatte Staatssekretär v. Bülow nicht viel zu sagen, aber was er sagte, war in praktischem, friedlichem Geiste gefaßt, der dem Abschluß befriedigender Vereinbarungen förderlich ist. Die Bemerkungen des Ministers Aber die gegenwärtige Lage auf Manila sind geeignet, den Verdacht, den man jenseits des Atlantischen Ozeans über die Absichten Deutschlands auf den Philippinen hegte, zu mildern. Ebenso versöhnlich war die Erklärung des Staatssekretärs über den Stand der Dinge auf Samoa. Nichts kann verständiger oder freundlicher sein, als der Gesamtton seiner Darlegungen über die dortige Läge. Bis zur Erreichung einer endgiltigen Lösung werden England und Amerika, des sind wir sicher, mit Deutschland darin Zusammengehen, daß jede Macht sich mit der Aufrechthaltung ihrer eigenen Vertragsrechte begnügen und zugleich sorgsam die ihrer Mitbeteiligten achten müsse. Berlin, 1. März. Eine halboffiziöse Korrespondenz teilte dieser Tage mit, die von verschiedenen Seiten in Petitionen an den Reichstag angeregte Ausdehnung der Sonntagsruhe habe bei den verbündeten Regierungen nicht auf Zustimmung zu rechnen. Der Ursprung dieser Nachricht ist in dem schriftlichen Bericht der Petitionskommission des Reichstags zu suchen, die sich bereits am 1. Februar d. I. mit der Angelegenheit auf Grund von Petitionen zu beschäftigen hatte, welche von einer Kommission der Leipziger Droschkenkutscher, vom Verband der deutschen Barbier-, Friseur- und Perrückenmacher-Innungen, dem Verein der Kölner Spezialgeschäfte der Cigarrenbranche und der Kreissynode von Eylau an den Reichstag gerichtet sind. Die verschiedenen Petitionen von Gewerbetreibenden haben selbstverständlich in erster Linie die Interessen der in Betracht kommenden Gewerbe im Auge, während die Petition der Kreissynode Pr. Eylau die auf die Sonntagsruhe bezüglichen Bestimmungen der Gewerbeordnung auf sämtliche Schankstätten ausgedehnt wissen wollte. Im Verlauf der Kommissiousverhandlungen gab der Vertreter der verbündeten Regierungen die Erklärung ab, „daß den Wünschen der Petenten nur im Wege der Gesetzgebung entsprochen werden könne, von den verbündeten Regierungen aber eine Aenderung der auf die Sonntagsruhe bezüglichen Bestimmungen der Gewerbeordnung zur Zeit nicht in Aussicht genommen sei." Die Kommission beschloß unter Zustimmung des Regierungskommissars, zu beantragen, die betr. Petitionen dem Reichskanzler als Material zur Aenderung der Gewerbeordnung zu überweisen. — Zur Konzession von HaidarPascha. Das Jrade des Sultans wegen Anlegung eines Hafens mit Kais u. s. w. in Haidar Pascha als Ausgangspunkt der Anatolischen Eisenbahn rückgängig zu machen, ist dem französischen Einflüsse nicht gelungen. Doch hat er, wie es scheint, die Pforte dazu veranlaßt, die Konzession an lästige Bedingungen zu knüpfen, wenigstens wird der „Franks. Ztg." in diesem Sinne berichtet. Das Blatt schreibt nämlich l „Die Konvention über die Hafenanlagen in HaidarPascha, die in den nächsten Tagen der Direktion der Anatolischen Bahn ausgefolgt werden soll, enthält guten Informationen zufolge in der Tariffrage Bedingungen, die augenscheinlich *ur der französischen Kai-Gesellschaft zu gute kommen. Ferner befindet sich in der Konvention betreffs des Rücklaufes der Hafenanlagen die bedenkliche Klausel, daß der Rücklauf jeder Zeit der französischen Regierung offen stehen soll." Der „Hamb. Storr." läßt sich darüber aus Berlin schreiben: Es ist kaum anzunehmen, daß diese unter französischem Einflüsse diktierte Konvention von deutscher Seite angenommen werden wird. Die Folge davon dürften jedenfalls weitere diplomatische Verhandlungen fein." — Die Briefe des Freiherrn v. Stumm. Ein Berliner Blatt stellt den Vorfall, der den „Vorwärts" in den Stand setzte, die Briefe des Herrn v. Stumm zu veröffentlichen, wie folgt dar: Das Pult eines Redakteurs der „Post" ist erbrochen und daraus sind Briefe des Frhrn. v. Stumm gestohlen worden. Durch gleichzeitige Entnahme einiger Zigarren suchte der Dieb die Sache zu verdecken ... Die Sache wird ein gerichtliches Nachspiel haben und dabei werden hoffentlich Hehler und Stehler gebührend gebrand- markt und gestraft werdens — Schutz der deutschen Interessen auf den Philippinen. Das „R. B." meldet aus Washington: Auf Wunsch der deutschen Regierung läßt Präsident Mac Kinley den Schutz des Lebens und Eigentums der auf den Philippinen befindlichen Deutschen durch die Land- und Seestreitkräfte der Vereinigten Staaten ausüben. Deutschland will sein noch in den philippinischen Gewässern stationiertes Kriegsschiff für den Dienst an der chinesischen Küste verwenden. Wilhelmshaven, 1. März. Der Kaiser ist hier mittelst Sonderzuges kurz vor 12 Uhr eingetroffen. Am Bahnhofe wurde er von den Admiralen begrüßt. Er fuhr alsdann durch die festlich geschmückte Stadt zum Exerzierschuppen. Nach Betreten desselben schritt der Kaiser die Front der Rekruten ab. Nach einer Ansprache der beiden Oberpfarrer wurden die Rekruten vereidigt, worauf der Kaiser eine Ansprache hielt und Kontre-Admiral Hoffmann durch ein Hoch auf den Kaiser dankte. Nach der Rekruten-Vereidigung besichtigte der Kaiser die beiden Kreuzer „Viktoria" und „Louise", worauf er sich zum Frühstück ins Kasino begab. Wilhelmshaven, 1. März. Der Kaiser begab sich an Bord des Linienschiffes „Kurfürst Friedrich Wilhelm". In feiner Ansprache an die Rekruten ermahnte er dieselben zu treuer Pflichterfüllung, indem er gleichzeitig auf das tapfere Verhalten der Mannschaft der „Bulgaria" hinwies. Hamburg, 1. März. Bei der Rhederei Rob. M. Sloman, in deren Besitz die „Mvravia" kürzlich überging, sind vormittags Depeschen angekommen, die den thatsächlichen Verlust des Dampfers bestätigen. Es besteht noch die Hoffnung, daß die Besatzung das Schiff vor der Strandung verließ und von einem vorbeifahrenden Schiffe ausgenommen wurde. Die kanadische Regierung sandte einen Dampfer ab, um die Mannschaft aufzusuchen. Hamburg, 27. Februar. Auf die Anzeige von der Zuwendung von 10,000 Mk. an den Fonds zur Erbauung eines Seemannshanses in Kiautschon hat Hos- marschall Freiherr v. Seckendorff als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Gesellschaft, der die Seemannshäuser der kaiserlichen Marine unterstellt sind, mit folgendem, an die Direktion der Hamburg-Amerika-Linie gerichteten Dankschreiben geantwortet: „Kiel, 25. Februar. Die Direktion der „Hamburg-Amerika-Linie" hat Veranlassung genommen, zum dauernden Andenken an die glückliche Bergung der „Bulgarin" Kapitalsstiftungen zugunsten unserer deutschen Seeleute zu machen. In hochherzigster Weise ist auch uns eine abermalige Spende von 10,000 Mk. und zwar für das neu zu erbauende Seemannshaus in Kiautschou überwiesen worden. Das hehre Beispiel deutscher seemännischer Tüchtigkeit, welches die brave Besatzung der „Bulgarin" gegeben hnt, des Führers schlichte Treue bei der helden- hnsten Pflichterfüllung, dns tief Ernste und dns Schwere des Berufes, welches in der mit Gottes Hilfe glücklich und ehrenvoll bewirkten Rettung der „Bulgnrin" wieder hervorgetreten ist — nlles dies wird unserer Gesellschaft ein neuer Ansporn fein, unseren deutschen Seeleuten nllzeit und mit voller Hingebung zu dienen. Indern wir der „Harn- burg-Arnerika-Linie" den wärmsten Dank unserer Gesellschaft für die abermalige so hochherzige Spende barbringen, bitten wir auch unsere herzlichsten Glückwünsche zur Rettung der „Bulgarin" freundlichst entgegennehmen zu wollen." Aus ElsaßLothriugen, 25. Februar. Dem aufmerksamen Beobachter kann es nicht entgehen, daß in den letzten Jahren die Sympathien der Elsaß-Lothringer für Frankreich eine merkliche Abkühlung erfahren haben. Dies ist in den jüngsten Tagen wieder in der Art and Weise zu tage getreten, wie die Nachricht vom Tode des Oberhauptes der französischen Republik und der Wahl seines Nachfolgers ausgenommen wurde. Während vor einem Jahrzehnt noch bei jeder einigermaßen wichtigen Nachricht aus Paris überall auf den Straßen sich Gruppen von Eingeborenen bildeten, die einen lebhaften Meinungsaustausch pflegten, zeigte sich anläßlich der erwähnten Todesnachricht nicht die geringste Aufregung; man las die an den Straßenecken angeschlagenen Depeschen und ging ruhig seines Weges weiter. Damit will natürlich nicht gesagt sein, daß die Bevölkerung kein Interesse mehr an französischen Vorgängen habe; dagegen ist sicher, daß man ihnen kühler und gleichgiltiger gegenüber steht als früher, und daß man die hiesigen ruhigeren Verhältnisse mehr und mehr zu schätzen beginnt. Dieser Umschwung ist namentlich auch durch die mit der Dreyfus-Sache zusammenhängenden französischen Wirren gefördert worden, sowie durch den wirtschaftlichen Aufschwung, der sich hier neuerdings auf allen Gebieten bemerkbar macht. Ausland. Brux, 1. März. Heute vormittag stürzte im Habsburg- schachte infolge eines Maschinendefektes die Förderschale ab, wobei zwei Arbeiter schwere und fünf leichtere Verletzungen davontrugen. Rom, 1. März. Der Papst hat die Nacht unruhig verbracht. Heute früh 9 Uhr wurde Professor Mazzoni gerufen zur Vornahme einer Fistel-Operation. Das Fieber ist gering. Zur Erhaltung der Kräfte werden dem Patienten leichte Dosen Coffein gegeben. Das Leiden soll infolge eines bösartigen Ausschlages am linken Arme zum Ausbruch gekommen fein. Rom, 1. März. Das heute über das Befinden des Papstes ausgegebene offizielle Bulletin lautet dahin, daß eine Fistel-Operation ftattgefanben hat, welche der Papst gut überstanden habe, obwohl kein Chloroform angewendet wurde. Der Zustand des Patienten ist befriedigend. Rom, 1. März. Heute mittag erkundigte sich im Auf- trage des Königs Humbert Monsignore Anzino nach dem Befinden des Papstes. Abends 6 Uhr traten die Aerzte im Vatikan zu einer Besprechung zusammen. Rom, 1. März. Im Vatikan dementiert man kategorisch alle Gerüchte vom Tode des Papstes. Derselbe befinde fich im Gegenteil wohler. Rom, 1. März. Das Leben des jetzt 89 jährigen Papstes Leo XIII zeigte sich dieser Tage auf das erust- lichste gefährdet, doch sind die schlimmsten Besorgnisse wenigstens für den Augenblick beseitigt. Vom Mittwoch wird aus Rom darüber berichtet: Die Ursache der Krankheit ward anfangs darauf zurückgeführt, daß der Papst vorgestern ohne jede Vorsichtsmaßregel sich im Garten des Vatikans dem schneidenden Nordwind (der Tramontana) aussetzte. Sofort traten Fieberschauer und stechende Schmerzen in der Herzgegend ein. Doch weigerte der Papst sich, den Dr. Lapponi, seinen Leibarzt, rufen zu lasten, und ließ sich nur von einem Diener bewachen, mit dem Befehl: „II medico sarä chiamato domattina1' (Morgen wird der Arzt gerufen.) Niemand wagte sich dem zu widersetzen. Früh morgens erschien Lapponi und fand den Papst leicht rheumatisch, fast ohne Fieber. Dieser blieb bis Mittag im Bett, erhob sich dann aber für einige Stunden und legte sich erst um 2 Uhr auf wiederholtes Drängen Rampolla's zu Bett. Inzwischen erschien Lapponi ron neuem; er stellte eine Fistel an der linken Hüfte fest und beschloß, bei der verhältnismäßig kräftigen Konstitution des Patienten, wenn die nächtlichen Beobachtungen nicht schließlich noch dagegen sprechen, die Operation der Fistel. Diese wurde heute von Professor Mazzoni unter Beistand Lapponis vorgenommen. Nach außerordentlich glücklich gelungener Operation, wobei der Patient nicht chloroformiert wurde, stieg das Fieber von 37,4 auf 37,8 Grad, im übrigen war der Zustand befriedigend. Das Bulletin darüber ist für die Kardinäle und die Vertreter der fremden Mächte im Empfangssaale des Staatssekretariats ausgehängt. Die Fistel soll schon seit reichlich zwanzig Jahren bestanden haben. Wie die Aerzte erklären, ist das Fieber jetzt fast geschwunden und es ist Aussicht vorhanden, daß sich weitere Zwischenfälle nicht ereignen werden. — Die Empfänge an» läßlich des morgigen 89. Geburtstages Leos sind indes abgesagt, im Vatikan umfassende Maßregeln gegen den unbefugten Eintritt Neugieriger ergriffen, die heute in Menge hinströmen. Der Polizeidienst im vatikanischen Stadtteil ist verstärkt. — Der Eindruck, welchen die Nachricht über die Krankheit des Papstes gestern hervorrief, war in allen Kreisen der Bevölkerung ganz enorm. Im Vatikan selbst wurden nur Personen zugelassen, welche ihre Wohnung im päpstlichen Palast nachweisen können oder einen besondere» Paß hatten. Mittags erkundigte sich Monsignore Anzino im Auftrage des Königs Humbert nach dem Befinden des Papstes. „Tägl. Rundsch." Paris, 1. März. Präsident Loubet wird sich am 10. März nach der Riviera begeben, um die dort eintreffende Königin von England zu besuchen. Der Besuch dürfte günstige Rückwirkungen auf die englischfranzösischen Beziehungen ausüben. Paris, 1. März. Die große Frage, an welche der fernere Bestand des Ministeriums Dupuy geknüpft zu fein schien, ward durch den Gesetzentwurf über die Reform des Revisionsverfahrens gebildet. Die Deputiertenkammer hat bekanntlich den von Dupuy beantragten Entwurf, durch welchen die Rechtsprechung im Revisionsverfahren und besonders im Dreyfus-Prozeß der Strafkammer des Kassationshofes entzogen und der Gesamtheit der drei Kammern dieses obersten Gerichtes übertragen werden würde, bereits angenommen. Im Senate dagegen hatte sich gegen dieses Gelegenheitsgesetz vom Hause aus ein starker Widerstand geltend gemacht, der aber gegenüber dem Einflüsse der Regierung sich abschwächte, so daß die Senats-Kommission schließlich einen Anhänger der Vorlage zum Berichterstatter wählte. Die Vorgänge nach der Leichenfeier und insbesondere Doroulödes Versuch jedoch, die Truppen ihrer Pflicht abtrünnig zu machen, hatten die Opposition im Senate gegen das geplante Ausnahmegesetz wieder gestärkt. Die Stellung Dupuys war nun sehr schwierig, da er auch Rücksichten auf die Armee zu nehmen hat. Die Forderungen der Generale gehe» eben, wie ihr Blatt, die „France Militaire", noch unlängst unzweideutig ausgesprochen hat, dahin, daß Loubet und die Regierung der Republik sie von dem Dreyfushandel befreie, und in welchem Sinne diese Befreiung gemeint ist, kann niemandem zweifelhaft fein. Inzwischen hat sich der Wind nun aber wieder gedreht. Am ersten Tage der Erörterung machten die Reden der Senatoren Lecomte und Verenger gegen die Gesetzesvorlage großen Eindruck auf den Senat. Da Sprenger aber zum Schluß bemerkte, einige Chefs der Armee hätten große Fehler begangen, und die Vorlage sei eine Folge ihres politischen Einflusses, so errang der Kriegsminister Freycinet einen großen Erfolg mit der Erklärung, kein Chef der Armee habe jemals einen solchen Tadel verdient; er habe es niemals nötig gehabt, gegen irgend einen derselben einschreiten zu müssen. Dieser geschickte Zug vermehrte die Aussichten der Annahme um ein Bedeutendes. Am zweiten Tage faßte denn auch, nachdem der Justizminister Lebret und der Ministerpräsident Dupuy, letzterer unter Stellung der Vertrauensfrage, für die Vorlage gesprochen und aufs neue die Gesetzes- wie Vaterlandsliebe des Heeres betont hatten, der Senat mit 155 gegen 125 Stimmen den Beschluß, aus der Generalerörterung in die Einzelerörterung der Vorlage einzutreten. Rußland. Gegenüber den allarmierenden Kopenhagener Meldungen veröffentlicht jetzt auch der ungarische Welt- reisende Graf Eugen Zichy in Ofen-Pester Blättern einen 5,11 sLs “ x, „f Wrt * g -fff* Ö«. S"806,1 feiten. — Mckö » W btm ( Hoheit der Großh Jreiöamtmann bei ginget, $um ftäm H Innern, unter S runasrat", zu Derlei •• Dn siebente Mipi in der1 einer Reihe von Iln vergangener Ze Übung, und berühr lroinanischer Airchenbc im momtntakn Pri bai Suchen nach ein Das Aunsthandwetk ta Geschmack. Mn foil MchcchmrnK wiftotfl tytt t\n nenn, orna Ankunft haben und drängen werde. Z tragende die frem- Stellung dieser Ri hervor. Geblieben mal. Ein krilischc Denkmäler in Den; Leistung der Gegen: abzuschäßen. Das; der Malerei MM trag über „mobtrne < Msinden. " Menet $o(!9 m ^gelaufenen Mona tat Mfa MzchM <185 un Januar. Der Besuch im e Schwimmbad: 3511 55; Wannenbäder 1. 5 m n 2. Dampf- und fjetfi *1 bn« ® V*entöa( Bad von 40 0 Nmnonein. und Dhea^rvereinsvorstar B* leiten fiir h'r eint *438! Me u 2; Jögeme äF? Wien L > big l»*ll [0 4? fit ij ,7'fiiirfa 700f>'i ’lfej soj’te» 1 .^mme ton, IM 100» 9 9 ,■ i, ** ÖettJ ^Itei pSs- mit । e nt*’«« t " $mer einen besondtni Monsignore W hem Aefinden W Idgl. MW vet. wird ft- um die dort n iu besuchen. D auf bie engltz iy, an welche k >uy geknW )u ftn trouti über bit ens gtwt. tte n von WIT Rechtstem J® DreysM°zch°" zogen und der S' rsten Gerichtes u mnien. 3^ seitsgesetz w« J ' !cht, der aber O °b!chmD.-^ ; »Hanget te 1, Vorgänge w4 y LB-H 1‘* i «nie W«*‘9! m war nun 1 au die ilnnee . “t generale 9* Le«, ba ” ffS ** |BÄ" ” * wen 5 atort« U 6yr.: f ÄluLf et 1*5 O HS»-" L p x S*» »sri eine«!* »gelt E, qug UNI etn d-r ÄJ Itt Kokales und VrovinfieUes. Gießen, den 2. März 1899. • • AuS dem Großh. Ministerium. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog haben Allergnädigst geruht, den Sreisamtmann bei dem Kreisamte Mainz, Dr. Karl ü finger, zum ständigen Hilfsarbeiter bei dem Ministerium des Innern, unter Verleihung des Charakters als „Regie- run-israt", zu verleihen. Der siebente Mittwochsvortrag des Herrn Professors Philippi in der Aula des Gymnasiums ging aus von einer Reihe von Unterschieden zwischen der Kunst vergangener Zeiten und der heutigen Kunst- Übung, und berührte demnächst die heutige Architektur (romanischer Kirchenbau, italienische Renaissance und Barock tut monumentalen Profanbau, Privatbau meist ohne Stil), das Suchen nach einem neuen Stil, den Eisenstil u. s. w. Das Kunsthandwerk kann alles machen, und liefert für jeden Geschmack. Man solle sich mit dieser hohen Fähigkeit des Nachahmens einstweilen begnügen. Statt dessen erscheine hier ein neuer, ornamentloser Stil, der aber schwerlich eine Zukunft haben und den Reichtum der alten Zierformen verdrängen werde. Zur Skulptur übergehend, hob der Vortragende die fremde, trotz vielfacher Förderung einsame Stellung dieser Kunstgattung in unserem heutigen Leben hrrvor. Geblieben sei aus früherer Gewohnheit das Denkmal. Ein kritischer Ueberblick über die hervorragendsten Denkmäler in Deutschland führte zu einem Versuche, die Leistung der Gegenwart im Vergleiche zur Vergangenheit abzuschätzen. Das Interesse sei in unserer Zeit weit mehr der Malerei zugewandt, als der Plastik. — Der letzte Vortrag über „moderne Malerei", wird am 8. März, 5 Uhr, stattfinden. • * Gießener VolkSbad. Der Besuch des Bades ist auch im abgelaufenen Monat Februar zurückgegangen; immerhin wurden insgesamt noch 5838 Bäder abgegeben gegen 7185 im Januar. Der Besuch im einzeln hat sich verteilt wie folgt: Schwimmbad: 3516 Männer, darunter 7201 zu 553 Frauen, „ 125/ 10 Pfg., Wannenbäder 1. Kl. 202 Männer, 47 Frauen, „ 2. .. 481 „ 236 Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 129 Männer, 20 Frauen, Brausebäder zusammen 654. Die Personenwage wurde von 120 Personen benutzt, das Bad von 40 Personen besichtigt. • • Theaterverein. Die gestrige Vorstellung von Gutzkows »Zopf und Schwert" besuchten auf Einladung des Lheatervereinsvorstandes eine größere Anzahl von Schülern der Stadtknabenschule unter Führung ihrer Lehrer. Der Bericht über diese Vorstellung folgt in nächster Nummer. • • Stadltheater. Es sei nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß die berühmte Novität „Fuhrmann Hensch el" von Gerhart Hauptmann mit Herrn Hermann Leffler vom Hoftheater in Wiesbaden als Gast am Freitag dem 3. dss. Mts. einmalig zur Aufführung gelangt. Es gelten für diese Vorstellung erhöhte Preise. Abonnements- dillets sind mit Zuzahlung giltig. •• Die 2. allgemeine Geflügel- und Vogel-Ausstellung wurde heute nachmittag 1/23 Uhr in Gegenwart besonders geladener Gäste (u. a. des Herrn Provinzialdirektor v. Bechtold und der Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung, Vertreter der Landwirtschaft u. s. w.) er- vffnet. Die Ausstellung macht in den zeitgemäß ausge- ftaiteten Räumen des Etablissements „Windhof" einen sehr guten Eindruck; sie ist nach Zahl der ausgestellten Tiere doppelt so umfangreich, wie die vorjährige. Der Katalog weist zirka 700 Nummern auf, darunter in der Prämiierungs- ibteilung 206 Stämme Hühner, 35 Stämme Enten, 10 Stämme Gänse, zirka 200 Paare Tauben; in der Ver- kau.fsabteilung zirka 90 Stämme Hühner, 8 Stämme Enten, zirka 100 Paare Tauben, sowie eine große Anzahl Kanarienvogel und sonstige Singvögel, Papageien, ausgestopfte Vögel, ZMerartikel, Nistkästen u. s. w. ** Wetterbericht. Die Depression, welche gestern im iufierften Norden gelegen war, ist rasch auf südlicher Bahn vorgerückt, und zieht besonders die Osthälfte Europas in ihrsn Bereich. Gleichzeitig besteht aber im Westen das barometrische Maximum mit der nämlichen Intensität noch sorv, sodaß sich in westöstlicher Richtung ziemliche Druck- inftcrschiede geltend machen. Unter dem weiteren Einfluß [t8„ niederen Druckes wird der Himmel zunächst bedeckt bltäben. — Voraussichtliche Witterung: Zunächst lei st trübes Wetter mit stellenweisen Niederschlägen. Brief, worin er mitteilt, daß er vor vier Tagen im Petersburger Winterpalais vom Zaren in längerer Audienz empfangen wurde. Dabei habe Graf Zichy sich überzeugen können, daß Zar Nikolaus sich vollster Gesundheit, besten Wohlseins und geistiger Frische erfreue, indem sich der Zar mit dem Grafen Zichy mit lebhaftestem Interesse über die verschiedenen Fragen der Politik und Volkswirtschaft unterhalten habe. Graf Zichy versichert, daß alle ungünstigen Gerüchte unbegründet seien. — Zu den Vorgängen in Finland wird über Stockholm gemeldet: Der finische Senat hatte bekanntlich be- schlossen, bei dem Kaiser Nikolaus wegen des kaiserlichen Manifestes über die Wehrpflicht vorstellig zu werden. Die Antwort, welche auf diese Vorstellungen ergangen ist, hat nach einem den „Dageus Nyheter" zugegangenen Privattelegramm folgenden lakonischen Wortlaut: „Veranstaltet keine Veranstaltungen!" Madrid, 1. März. Infolge der Haltung des Senats in der Philippinenfrage demissionierte das Kabinett S a g a st a. Die Königin berief mehrere politische Persönlichkeiten. Aus der Zeit für die Zett. Dor 21 Jahren, am 3. März 1878, wurde zwischen Russen und Türken der Präliminarfriede zu St. Stefano abgeschloffen. — Später ließ sich die Petersburger Regierung bereit finden, diesen Friedensvertrag einem europäischen Kongresse zu unterwerfen, damit über die einzelnen Bestimmungen ein endgiltiges schiedsrichterliches Urteil erzielt werde. Der in Berlin tagende Kongreß löste seine Aufgabe dadurch, daß er den Vertrag seiner für die Türkei drückenden Bedingungen entkleidete._________________ Vermischtes. * Ein griechischer Krösus. Man meldet den „M. N. N." aus Athen, 27. Februar: Herr Syngros, der reichste Grieche, ist gestorben. Sein Hinscheiden verursachte an der Börse ungeheuere Aufregung. Syngros war Direktor mehrerer Banken und hatte großen Einfluß. Thessalische Werte sanken sofort um die Hälfte, und die Börse mußte schließen. Es geschah dies angeblich als Beileidskundgebung, that- sächlich wegen der ausgebrochenen Panik. Der Verstorbene hatte schon bei Lebzeiten mehrere Hospitäler, ein Volkstheater, Schulen, Asyle gebaut. Er hinterläßt für weitere wohlthätige Zwecke über zwanzig Millionen Mark. Für Errichtung von Volksschulen erhält die Regierung anderthalb Millionen, drei Millionen sind für ein neues Hospital bestimmt. Syngros hatte in einem früheren Testament dem König Georg große Liegenschaften, den Prinzen eine Million, und der Frau des früheren Ministerpräsidenten Trikupis eine halbe Million verschrieben. Nach dem Kriege gegen die Türkei zog er in einem Kodizill diese Vermächtnisse zurück, und man begreift die abfälligen Bemerkungen, die deshalb in der Bevölkerung gemacht wurden. * Bei den Bauarbeiten des Simplon-Tunnels wird die Firma Sulzer u. Co. in Winterthur das von Professor Linde in München erfundene Verfahren zur Herstellung flüssiger Luft mittelst Ausscheidung des Sauerstoffes anwenden. Die flüssige Luft soll dem Dynamit an Sprengkraft gleichkommen, während die Herstellung zehnmal billiger ist, als die des Dynamits. * Eine Wartburgbahn ist laut „Eisenacher Tagebl." im Projekt fertig. Die Bahn ist zumteil als elektrische Bahn geplant. Sie soll in Verbindung mit der elektrischen Straßenbahn am Bahnhof ihren Anfang nehmen, im Marienthal selbständig abzweigen und am Reutet-Haus vorbei durch das Hainthal als Zahnradbahn den Weg bis zur Höhe der Wartburg-Restauration nehmen, in deren unmittelbarer Nähe sie enden soll. Das Projekt hat die Genehmigung des Großherzogs erhalten und ist ebenso von allen maßgebenden Behörden gebilligt worden. * Den Rettern der „Bulgaria" widmet die Münchener „Jugend" folgenden Gruß: In Wetter und Not Stark, wie der Tod! So hielten sie aus Im Wogengebraus, Nicht bang, nicht müde durch Nacht und Tag Bis das Fahrzeug sicher im Hafen lag. WaS wollt Ihr mit Euerem Beifallstosen, Als wär's ein Wunder, was gescheh'n? Ein deutscher Mann ist der Kapitän, Deutsch ist das Schiff, deutsch die Matrosen — Daß die nicht wankten von ihrer Pflicht — Wundert eS Euch? — mich wundert'« nicht! Gingesandt. Gießen, 2. März 1899. Erwiderung! Auf daS „Eingesandt" in der gestrigen Nummer dS. Bl. erwidern wir ergebenst, daß eine Wiederholung von „Bartel T u r a s e r " kaum möglich sein wird. Dieses Stück, in welchem bekanntlich Herr Arthur Bauer von Frankfurt gastierte, würde eine Neubesetzung der Titelrolle durch eine hiesige Kraft bedingen, und es würben infolgedesien noch einige Bühnenproben notwendig werden. Für diese läßt sich aber keine Zeit gewinnen, da in dem kurzen Rest der Saison nach dem ausg.stellien Sptelplan ohnehin noch eine Fülle von Arbeit zu erledigen ist. Um indes den Interessenten unser Entgegenkommen zu beweisen, werden wir unS mit Herrn Bauer in Frankfurt wegen eines abermaligen Gastspieles des „Bartel Turaser' in Veibindung fetzten und behalten uns vor, eventuell demriächst auf bie Angelegenheit zurückzukommen. Hochachtungivoll Kruse u. Helm. Meratur, Wissenschaft und Kunst. Schrift- und Buchwesen in alter und neuer Zeit von Prof. Dr. O. Weise, geh. 90 Pf., geschmackvoll geb. Mk. 1,15. („Aus Natur und Geisteswelt." Sammlung wissenschaftlich-gemeinverständlicher Darstellungen aus allen Gebieten des Wissens. 12 monatliche Bändchen zu je 90 Pf., geschmackvoll gebunden zu je Mk. 1,15, oder 54 wöchentliche Lieferungen zu je 20 Pf.) Verlag von B. G. Teubner in Leipzig. Schreiben und Lesen sind wie der Anfang jeder höheren Kultur, so die notwendige Grundlage für jeden, der an ihr teilnehmen will. Mit Interesse wird darum jeder auch einmal hören, was wir über Entstehung und Entwickelung dieser beiden Künste misten, zumal wenn es in so gefälliger Form, in abgerundeten in sich geschlossenen Kulturbildern auf Grund der neuesten Forschungen geboten wird, wie in dem soeben erschienenen Bändchen über „Schrift- und Buchwesen in alter und neuer Zeit" der Sammlung wistenschaftlich gemeinverständlicher Darstellungen aus allen Gebieten des Mistens „Aus Natur und Geisteswelt". Der Verfasser, Prof. Dr. O. Weise, bekannt durch sein außerordentlich günstig aufgenommenes Büchlein über „Unsere Muttersprache, ihr Werden und ihr Wesen", verfolgt durch mehr als vier Jahrtausende die einschlägigen Erscheinungen; wir hören von den Bibliotheken der Babylonier, von den Zeitungen im alten Rom, vor allem aber von der großartigen Entwickelung, die „Schrift- und Buchwesen" in der neuesten Zeit, insbesondere seit Erfindung der Buchdruckerkunst, genommen haben. Das' Büchlein gliedert sich in drei Teile, von denen der erste die Entstehung und Bevollkommnung der Schrift sowie die zum Schreiben erforderlichen Gerätschaften, sodann die Geschichte und die verschiedenen Arten des Druckverfahrens schildert; der zweite die kleineren Schriftstücke (Briefe, Zeitungen, In- und Aufschriften) in ihrer allmählichen Ausbildung vorführt, und der dritte das Buchwesen (Buchhandel, Bibliotheken, Bücherliebhaberei) behandelt. Überall sind die im Laufe der Jahrhunderte gemachten Fortschritte betont, und wenn auch naturgemäß die Errungenschaften unseres Volkes in den Vordergrund gerückt werden, so ist doch durch vergleichende Zusammenstellung mit anderen Nationen rerchllch dafür gesorgt, daß man einen Überblick über die entsprechenden Zustände bei den wichrigsten Völkern unsere- Erdteils erhält. DaS Technische Durfte nicht ausgeschlossen werden, ist aber dem Kulturgeschjcht- on ariUr$n’f9 untergeordnet worden. Eine Auswahl von mehr also Abbildungen, die zum besseren Verständnis der erörlerien Ansichten menen, erhöht den Wert des Buche«, besten Preis im Vergleich zu dem Gebotenen em außerordentlich niedriger genannt werden kann und das nach Inhalt und Ausstattung aufs beste empfohlen werden darf. Pottrrdirust in der Synagoge. Samstag den 4. März 1899. 9 Uhr Haphtarah-Erklärung, nachmittags 8 Uhr, SabbathauSgang 6" Uhr. Gotte,Lirast der israelitischen Kelizionsgesellschast. Sabbathfeier am 4. Marz 1899. Freitag abend 6 Uhr, Samstag vormittag 8» Uhr, nachmittag 380 Uhr, Sabbathausgang 6“ Uhr. Nachmittag 3 Uhr Schrifterklärung Neustadt 13. Wochengottesdienst morgens 7 Ubr, abends 6 Ubr.___________ Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 2. März. Zu der Meldung der „Post", daß die vom „Vorwärts" veröffentlichten Briefe des Frhr. v. Stumm nach einem in der Redaktion der „Post" verübten Einbruchdiebstahl in den Besitz des „Vorwärts" gelangt seien und daß ein strafrechtliches Verfahren wegen Hehlerei bei der Staatsanwaltschaft gegen den „Vorwärts" beantragt fei, meldet der „Vorwärts", daß gestern nach- mittag in Berlin und Umgegend bei einer großen Anzahl Personen, die Beziehungen zum „Vorwärts" haben, Haussuchungen vorgenommen worden sind. Auf der Redaktion und in den Wohnungen der Redakteure des „Vorwärts" wurde nach den Briefen des Herrn v. Stumm gesucht, dieselben aber nirgends gefunden. Der „Vorwärts" bestreitet im übrigen die Nichtigkeit der Nachricht von einem Ein- bruchdiebstahl bei der Post. Berlin, 2. März. Die wirtschaftliche Vereinigung des Reichstages hat gestern abend beschlossen, die Interpellation wegen der Früh mär kte und Feenpalast-Versammlungen in Berlin erst nach Ostern einzubringen. Budapest, 2. März. Koloman Szell, sowie der Finanz- und Handelsminister werden in der nächsten Woche nach Wien reifen, um die Ausgleichs-Verhandlungen wieder aufzunehmen. Die Regierung hält an dem Standpunkte fest, daß das Bank-Privilegium bis 1910 dauern soll. Rom, 2. März. Dr. Mazzoni erklärte, daß trotz des guten Verlaufs der Operation der Zustand des Papstes andauernd bedenklich fei. Man werde sich erst in zwei Tagen genauer aussprechen können. Der Papst wird durch Bouillon und ein Getränk aus Eiern und Kognak ernährt. Er zeigt ein sehr heiteres Gemüt und erklärte den Aerzten, daß er auf alles gefaßt fei. Große Besorgnisse herrschen bei den Kardinälen, welche bereits von dem künftigen Konklave sprechen. Viel bemerkt wird die Agitation der Anhänger des Kardinals Parroeci. Das öffentliche Interesse ist gänzlich dem Vatikan zugewendet. In den Regierungsund diplomatischen Kreisen sind alle Vorbereitungen für den Eintritt einer Katastrophe getroffen. Gegen Abend hat sich der Zustand des Papstes verschlechtert. Die Aerzte rechnen mit einer Lungenentzündung oder einer Blutvergiftung. Im Vatikan sind bereits 18,000 Telegramme eingelaufen, die sich nach dem Befinden des Papstes erkundigen. Die Zeitung „Fanfulla" will erfahren haben, daß die Abnahme der Kräfte des Papstes stündlich zunehme. Der Papst liegt in Agonie und phantasiert. Er spricht fortwährend lateinisch. Brüssel, 2. März. Der Zustand der Königin ist nicht so besorgniserregend, wie mehrere Blätter zu melden wissen. Die Königin hütet zwar das Bett, die Aerzte sehen jedoch keine Komplikation voraus. Paris, 2. März. Gestern nachmittag fand eine zweite Haussuchung in der Liga der Menschenrechte statt. Der Kommissar öffnete im Beisein des Sekretärs der Liga den Geldschrank, den er morgens bei der ersten Haussuchung versiegelt hatte. Man fand indessen nur einige Papiere ohne jeden Wert und eine kleine Geldsumme. Paris, 2. März. Der Senator Trarieux kündigt eine Interpellation über die gestern stattgefundene Haussuchung bei der Liga der Menschenrechte an. Paris, 2. März. Heber die neuen Haussuchungen, die gestern bei verschiedenen Mitgliedern der Liga der Antisemiten, der Vaterländischen und der Menschenrechte vorgenommen wurden, wird der Abgeordnete Bernard die Regierung heute in der Kammer interpellieren. Paris, 2. März. Wie aus bester Quelle verlautet, werden in den nächsten Tagen gerichtliche Verfolgungen gegen die hervorragendsten Mitglieder und Anhänger der Patriotenliga eingeleitet werden. Die Zahl der Schriftstücke , welche am letzten Monat beschlagnahmt wurden, beläuft sich auf rund 500. Die meisten sind jedoch von sehr geringem Wert, andere hingegen geben interessante Einzelheiten über die durchgefallenen Umtriebe. London, 2. März. Ein Blatt veröffentlicht interessante Einzelheiten über falsche Dokumente, welche der frühere Minister des Auswärtigen in Paris, Hanotaux, angekauft hat und welche über die Pläne der Engländer in Bezug auf den Sudan-Feldzug Aufklärung geben sollten. Diese Dokumente stammten aus derselben Quelle, wie die Dokumente Panizzardis, welche auf die Dreyfus-Angelegenheit Bezug hatten. Madrid, 2. März. Man erwartet schon heute eine Lösung der Minister-Krisis. Wahrscheinlich wird Sagasta im Amte bleiben und nach der Bildung des neuen Kabinets die Neuwahlen für die Cortes ausschreiben. Petersburg, 2. März. Die Zarin sieht im Monat Mai einem freudigen Familien-Ereignis entgegen. Bald darauf wird sich das Zarenpaar mit den Kindern auf einige Zeit nach Darmstadt zum Besuch begeben. Rendant Heinr. Stroh 2lii 1920 Gies'sen, den 2. März 1899. I 7 Geschäftsstelle d. Bl. 1520 1909 Lollar, den 1. März 1899. Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 3 Uhr statt. Luh, Neuenweg 20. 1921 Der Vorstand. Gießen, den 1. März 1899. Unparteilichkeit? über: Gewerbegerichte 1898 Der Vorstand. Gießen, den 2. März 1899. 1912 Arten von Otto Schaaf, Jttbacnon: •*. Burtbarbt. — Druck untz Bnrlei ^er Brühl'sch« Um»CTrfU4tM5ud>- anb ötetnbnidcrd (Pietsch erben) in Gießen WMWWN Capitalien Verloren Nerschiedenes ; Offene Stellen Wietgesuche Vereine Vermietungen ff gn verlniufen Heute frische Schellfische, Gelegenheitskauf! Umzugshalber in mein neu getauftes Haus Bahn« boffiraße 25 verkaufe ich alle Möbeln bis zum 1. April d. Js. Ifl bebrtttenb hrtübnfffhfll örriku. Lum 1. April gesucht geraum. Wohnung ~ 7 " v r । von 4 bis 6 Zimmern. Nähe der höheren Schulen und Universität bevorzugt. Gartenanteil erwünscht. Offerten mit Preisangabe an die Exped. d. Bl. u. X. 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W dm Erlaß finläk Än.Ne, bm b« bis W t lieber F schreiben die M- N Es liegt ein gn 'der Tatsache, daß i sMismus, der rufst gleich!on)titutioneHe ftrftentuin ffinlanb,; Preußen bei weitem richtungen ein Lan Lultur, ist der Tri in btm auf der Selbst! Hie Art und Weife, 1 Mlle als GroMrfie gewiß brzeichuenb iüi Mrsn abtx üMru Siaais;ebc -aifer Aier.aub Schweden aus dm Landes beschwor, ui sowie die Privileg Konstitution gemäß weder der Kaiser n daß die Angliederui Landes an das al Gefahr bedeute. H Neste der liberalen nnb alles, was an <&t. kreise bestanden hat, büß der Abfolutismn als vor einen dunkel nehmen, daß fonalunion mit Nutzst ^indesgesehen verfas fftute als eine unge w alternde Selbsthe Lander I. den El ■ L-i« geiffigen Dr. med. K. Stroh, Assistenz-Arzt im 2. Nassauischen Infanterie-Regiment No. 88. Todes-Anzeige. Statt jeder besonderen Anzeige Verwandten und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsere liebe Gattin, Mutter, Schwester und Schwägerin Frau Margaretha Rieh»,. geb. Geißler, heute morgen 5 Uhr nach nur eintägigem Krankenlager im Alter von 63 Jahren in ein besseres Jenseits abzurufen. Im Namen der trauernden Familie: Heinrich Riehm. .... sUM Cafe Ebel. über: Umbau des hiesigen Bahnhofs, woran sich Diskussion anschließen wird Bei der großen Bedeutung, welche dem fraglichen Gegenstände für die Entwickelung unserer Stadt zukommt, darf ohne Zweifel auf zahlreiche Teilnahme gerechnet werden. Einführung von Gästen ist gestattet. "VW 191 D Nationsllibemler Verein. Nächsten Samstag den 4. März, abends 8'/, Uhr, hält Herr Professor Dr. Sommer in der Restauration zum Andres einen. Stöbt. MiMaus. Freibank. 1856 Heute und morgen: Ochsenfleislh 54 M Schweinefleisch 50 Pfg. Donnerstag and Freitag: 10 Mark (Goldstück) am Dienstag verloren. 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