Freitag den 3. Februar 1809 m Schubert. Amts- unb Anzeigeblatt für den Areis Gietzen Schubert. Irahnu, SCÄ53 khamaoD, »ereilt, r pünktlich, oft PM M 'arides, S* c°* vM ^vchack ■m über Mi Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den sehenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Alle Anzeigen-BermiltlungSstellen deS In- und Ausländer nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. roiRenfW er AWk M iben anMP> i Verhandle ilen. w- / Rrdafkian, Expedition und Druckerei: Schulstrahe Mr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Zamilienblätter, Der hessische Landwirt, Ktätter für hessische UstKsKunde._________ Verminderung der Belastung der kleinen und mittleren politischen Blätter zu erstreben sei. Berlin, 1. Februar. Die „Köln. Ztg." schreibt: „Die englische Nachricht, daß der Sultan dem Geheimen Regierungsrat Dr. Zender in Konstantinopel, Direktor der Anato lischen Bahnen, die Genehmigung zur Legung und zum Betrieb eines unterseeischen Telegraphenkabels von Konstantinopel nach Constanza, dem rumänischen Hafenplatze am Schwarzen Meere, endgiltig erteilt hat, wird uns bestätigt." Es handelt sich ja hier nur um eine kurze Strecke; es ist aber immerhin eine bedeutungsvolle Errungenschaft. Sonst besitzt Deutschland nur noch zwei überseeische Kabel, nämlich Emden-Valencia (Irland) und Emden-Vigo (Nordwestküste Spaniens). Uebrigens wird jetzt beabsichtigt, eine große Kabel-Gesellschaft zu errichten, die zunächst ein Kabel von Deutschland nach den Vereinigten Staaten legen soll. Die Herstellung des Kabels, über die schon vor längerer Zeit verschiedene Abmachungen mit den amerikanischen Kabel-Gesellschaften getroffen sind, soll in England erfolgen, und das Kabel selbst soll über die Azoren gelegt werden. Die Verständigung mit den amerikanischen Gesellschaften sichert dem neuen Kabel die Benutzung für amerikanische Depeschen nach Deutschland, und andererseits soll auch mit der deutschen Reichspost ein Uebereinkommen getroffen sein, durch das dem neuen Unternehmen die Benutzung für eine bestimmte Zahl von Worten zugesichert sein' soll. — Der Herzog von Altenburg hat sich dieser Tage einer Staar-Operation auf dem linken Auge unterzogen. Wahrscheinlich stammen daher die falschen Berichte über sein Befinden. Die Operation verlief glücklich. — Die Prinzessin Heinrich wird ihre Rückreise von Schanghai aus nach Deutschland im April antreten. Der beabsichtigte Besuch Japans ist von dem Prinzen und der Prinzessin Heinrich aufgegeben worden, da nach einer Meldung des „Ostas. Lloyd" die japanische Regierung auf eine vorläufige Anfrage hat durchblicken lassen, daß sie nicht imstande sei, für die persönliche Sicherheit des Prinzen zu bürgen. — Der Hafen in Haidar Pascha. Die seit längerer Zeit schwebenden Verhandlungen der Anatolischeu Eisenbahngesellschaft mit der türkischen Regierung zur Erlangung der Konzession für die Anlegung eines großen Handelshafens in Haidar Pascha sind endlich so weit zum Abschluß gebracht, daß das Jrade des Sultans nun zu erwarten ist. Der von der deutschen Gesellschaft erzielte Erfolg ist zugleich ein Erfolg der deutschen auswärtige« Politik und damit zugleich der Orientreise des Kaisers, die das Ansehen und den Einfluß Deutschlands im Orient gehoben und sie in den Dienst der wirtschaftlichen Jntereffen des Vaterlandes gestellt hat. Krefeld, 1. Januar. Der Krefelder Weberstrike scheint seinem Ende entgegenzugehen, und sein Ausgang wird wiederum einen Mißerfolg der Arbeiter bedeuten. In erster Linie ist es der Geldmangel, der den Strikenden verbietet, auf ihren Forderungen zu beharren. Natürlich hat man sich allenthalben im sozialdemokratischen Heerlager mit ihnen solidarisch erklärt, aber dabei ist es auch geblieben, über die Freundschaftsversicherungen ist man im allgemeinen nicht hinausgegangen, und die Summen, die zur Unterstützung der Ausständigen eingelaufen sind, genügen nicht, um die notwendigsten Bedürfnisse zu befriedigen. So lassen, sich denn immer mehr Stimmen vernehmen, die zur Wiederaufnahme der Arbeit unter jeder Bedingung raten. Der Zentralvorstand des christlichen Textilarbeiterverbandes rät ebenfalls zur Versöhnung, zumal der Ausstand „nach den augenblicklichen Verhältnissen nicht nur in der Konjunktur, sondern auch nach den Verbandsmitteln als höchst unklug zu bezeichnen ist". 8 5 Uhr, freit,. ' Adresse für Depeschen: Anzeiger Htetze«. Fernsprecher Nr. 51. fc fr- anke- e CP o a> ine. Nr. 29 Erstes Blatt wreiti Ift. s,50) rustCh* weh bei Her Recht der Thronbesteigung au das vollendete 18. Lebensahr geknüpft. Da könne doch auch das Wahlrecht mit 18 Jahren beginnen, falls man nicht etwa meine, daß zum Besteigen eines Thrones weniger Einsicht und Erfahrung gehöre, als zum Wählen. Die Abgg. Werner (Antis.), v. Scheele-Wunstorf und Ernst (frs. Vg.) treten für den Antrag ein. Letzterer bespricht eine Reihe von Wahlbeeinfluffungen zu Gunsten konservativer Kandidaten. Abg. Graf Limburg-Stirum (kons.) widerspricht dem Antrag. Der vorgeschlagene Wahlmodus sei unpraktisch und mit dem Charakter der Lächerlichkeit behaftet. Abg. Dasbach (Centr.) beleuchtet namentlich die Wahlbeeinflussungen in Saarbrücken, im Bereich der v. Stumm- schen Verwaltungen. Wenn der Bundesrat heute nicht hier erscheine, obwohl doch ein jeder anständige Mensch auf eine Anfrage zu antworten pflege, so liege das offenbar daran, daß die Gründe, die etwa der Bundesrat hier gegen den Antrag Rickert vorlegen könne, so fadenscheinig seien, daß er sich schäme, sie hier vorzubringen. (Beifall, Unruhe rechts.) Präsident GrafBallestrem ruft den Abg. Dasbach wegen dieser Ausdrücke zur Ordnung. An de't weiteren Debatte beteiligen sich noch die Abgg. Liebermann v. Sonnenberg (Antis.), Freiherr v. Stumm (Rp.) und Dasbach (Centr.) Der Antrag Rickert wird gleich in zweiter Lesung angenommen gegen die beiden konservativen Parteien. Nächste Sitzung: Freitag 1 Uhr. Tagesordnung: Postetat. Schluß gegen 7 Uhr. , im neu. Hstv» Schlapp' . WeHer' fleibert8' »aseo- b»rd. gS8: N Hamburg. Atzugspreir vierteljährlich 2 Mark 20 Pfs- monatlich 75 Psg. mit Bringerlohu. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Ausland. Wien, 1. Februar. Die heute erfolgte Vertagung des Reichsrats hat unter den Abgeordneten aller Partei-Schattierungen große Aufregung hervorgerufen. Die Linke will eine gemeinsame Protestkundgebung der deutschen Oppositionsparteien an die Wählerschaft richten. Die deutschen Oppositionsblätter kündigen an, daß die Deutschen, ohne die zu regieren in Oesterreich unmöglich sei, nunmehr alle Wege, die gegen sie führen, rücksichtslos verschließen werden. Wien, 1. Februar. Das österreichische Abgeordnetenhaus hat am Dienstag nach einer lebhaften, die allgemeine Lage berührenden Erörterung eme Abend- Meßmer Anzeiger Heneral-Anzeiger Erscheint täglich eit Ausnahme deS Montags. Die Gießener AsmitieuVtätler «verüen dem Anzeiger v-chmtlich viermal beigelegt. Deutsches Deich. Berlin, 1. Februar. Der Großherzog von Baden empfing nach einer Meldung der „Post" am 30. Januar den Staatssekretär, Staatsministcr Grafen Posadowsky in längerer Audienz. Berlin, 1. Februar. Der Entwurf einer Fernsprech- gebühren-Ordnung ist der „Nordd. Allgem. Ztg." zufolge dem Bundesrate heute zugegangen. Berlin, 1. Februar. Die „Post" dementiert die Nachricht des „Berliner Tageblatts", daß man auch an den maßgebenden Stellen einer Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland näher trete. Berlin, 1. Februar. Die Budget-Kommission des Reichstages setzte heute die Beratung des Militär- Etats bei den Einnahmen fort und genehmigte dieselben ohne Erörterungen. Es folgten die fortdauernden Ausgaben. Auf Anfrage des Abgeordneten Müller-Sagan erklärte der Kriegsminister, die Meldung, daß Detmold die Garnison verlieren solle, für falsch. Abgeordneter Basser- mann richtete an den Kriegsminister eine Anfrage wegen der Spieler-Affaire in Hannover. Es müffe doch der Militär- Verwaltung möglich fein, die Ausbeutung der jungen Offiziere durch Wucherer zu verhindern. Der Kriegsminister sprach sein Bedauern über derartige Vorkommnisse aus und versicherte, daß der Kaiser rücksichtslos durchgreife, um diese Schäden auszurotten. Es müsse dies auch gelingen. Die an die Offiziere herantretenden Geldanerbietungen seien oft geradezu schamlos. Es werde erwogen, ob es sich nicht empfehle, den Offizieren die Anzeige derartiger Anerbietungen zur Pflicht zu machen. Jedenfalls werde es müt- tärischerseits nicht an dem nötigen Ernste fehlen. Einzelne Kapitel wurden bewilligt. Am Dienstag soll die Debatte fortgesetzt werden. , _ t Berlin, 1. Februar. Die Meldung, daß der Präsident der Seehandlung, v. Burchard, demnächst in den Ruhestand trete, scheint auf Thatsache zu beruhen. Die Vermutung, daß die Rücktrittsabsichten mit der Art, tote die neue Reichs- und preußische Anleihe begeben wurde, in Zusammenhang stehen, wird der „National-Zeitung" als unzutreffend bezeichnet. .. Berlin, 1. Januar. Zum Postzettungstartf. Gestern tagte hier der Vorstand des Vereins deutscher ^eitungsverleger und beschäftigte sich in eingehender Beratung mit dem neuen Postzeituugstartf. Es wurde beschlossen, sofort nach offizieller Bekanntgabe des Postzeitungs- tarifs eine General-Verfammluug abzuhalten. Der Vorstand war in seiner überwiegenden Mehrheit der Ansicht, daß an der Grundlage des Vereinsvorschlages, dem der bekannt gewordene Inhalt der Vorlage in der Hauptsache entspricht, unbedingt festzuhallen sei, daß aber unter Umständen durch Aenderungen der Höhe der einzelnen Sätze nach Beseitigung der in der Vorlage vorgesehenen festen Jnkaffogebühr eine Deutscher Reichstag. 23. Sitzung vom 1. Februar. 1 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen nur Initiativanträge, zunächst in dritter Lesung die Anträge (Gesetzentwürfe) Hompesch (Centr.) betr. Aufhebung des Jesuitengesetzes, sowie Rickert (frs. Vg.) und Lim bürg- Stirum (kons.) betr. Aufhebung nur des § 2 des Jesuiten- zesetzes. Abg. Schädler (Centr.) befürwortet den Zentrums- sntrag. Abg. Rickert (frs. Vg.) kommt auf eine Aeußerung -es Abg. Lieber, die Schweiz betreffend, zurück und bemerkt dabei, Deutschland sei mit der Schweiz durch Gefühle der Freundschaft so verbunden, daß er glaube, dies hier zur Sprache bringen zu müssen. Herr Lieber habe sicher nicht im entferntesten daran gedacht, die Schweiz beleidigen zu nollrn. Abg. Lieber (Zentr.) entgegnet, daß es ihm in der Thal ferngelegen habe, das schweizerische Volk zu beleidigen. <$u habe blos beabsichtigt, einen etwaigen Hinweis auf die Schweiz als Vorbild für das Asylrecht in einem Augen- fclitte, wo alles noch unter dem Eindruck eines furchtbaren, in der Schweiz begangenen Verbrechens gestanden, zurückzu- »efe u. Abg. Graf Limburg-Stirum (kons.) wendet sich gegen den Abg. Rickert, wobei er bemerkt, daß die heutigen Aeußcrungen des Herrn Rickert wieder ganz mit dem Eindruck übereinstimmten, der von seiner ganzen politischen Auffassung existiere. Das hielten die Herren links für national! --Abg. Bebel (Soz.) meint, die Aeußerung des Abg. Lieber, die derselbe kürzlich über die Schweiz gemacht, daß sch dort Frauen- und Königsmörder frei herumtrieben, habe mhl Erregung in der Schweiz Hervorrufen müssen, denn das Attentat auf die Kaiserin von Oesterreich sei das erste politische Attentat in der Schweiz gewesen. Daß das Asylrecht der Schweiz dem Grafen Limburg ein Dorn im Auge sii, sei ja klar. Er möge aber daran denken, daß das Asylrecht der Schweiz auch dem Herzog von Braunschweig, dem Grafen Arnim, ferner den Sprößlingen der Bourbonen md Orleanisten zugute gekommen sei. Abg. Rickert (frs. Vg.) bedauert, wie Graf Limburg- Slirum auch diese Gelegenheit wieder benutzt, seinen überreisten Nationalismus kundzugeben und der linken Seite dek Hauses Mangel an nationaler Gesinnung vorzuwerfen. Gr finde keinen parlamentarischen Ausdruck, um diese Ver- drchtigungen nach Gebühr zurückzuweisen. Abg. Lieber (Centr.) dankt dem Abg. Rickert für Krisen Anregung. Er, Redner, habe nur notorische That- Ichen festgestellt, und er bemerke nochmals, daß er das sstimizerische Volk nicht habe beleidigen wollen. Abg. Sattler (nl.) führt aus, er habe die Worte Äd Abg. Lieber überhaupt nicht so schwer genommen und fit seiner Erregung zu gut gehalten. Abg. Bebel (Soz.) meint, der Abg. Lieber könne dch schon aus dem Eintreten der sozialdemokratischen Hartei für vorliegenden Antrag entnehmen, wie diese Partei Ütiifc und wie sie nur von dem Gefühl der Gerechtigkeit geleitet werde. Abg. Lieber (Centr) dankt dem Abg. Sattler für W Eintreten für seine Redefreiheit. Das Centrum werde P» dieselbe auch nicht nehmen lassen. (Beifall). Die Gesetzentwürfe Lieber einerseits und Dickert-Limburg andererseits werden hierauf ange- Ji'mmen. Debattelos wird sodann in 3. Lesung der Gesetzentwurf Hachem — Münch-Ferber betr. Verzollung von Hcngee-Seidengeweben angenommen. Es folgt die 1. Lesung des Rickert'schen Ge- s'h entwurfes zum Schutze des Wahlgeheim- riises. (Einführung von Jsolierräumen und Abgabe der Stimmzettel in Kouverts). Abg. Rickert (frs. Vg.) empfiehlt den Entwurf, Abg. v. Stumm (Rp.) bekämpft denselben. Abg. Schädler (Centr.) tritt namens seiner Partei lebhaft für den Gesetzentwurf ein, weil derselbe für die loyale Durchführung der Wahlfreiheit sorge. Die Abgg. Bassermann (nl.) und Kopsch (frs. Bp.) laichen gleichfalls die Annahme des Antrages. Abg. Auer (Soz.) ist gleichfalls mit dem Antrag ein* ^tauben. Redner wünscht aber, daß der Zeitpunkt, mit atm das Wahlrecht beginne, herabgesetzt werde auf den vu ft, wo die Wehrpflicht beginne. Werde doch auch das fltzung beschlossen und in dieser den Antrag der Minderheit, Aach welchem das Gesetz mit rückwirkender Kraft vom 1. Januar 1899 au in Kraft treten soll, mit 150 gegen 149 Stimmen angenommen. Das Ergebnis der Abstimmung wurde von der Linken mit großem Beifall ausgenommen. Inzwischen ist nun am Mittwoch die Vertagung des Reichsrats auf Grund Allerhöchsten Auftrages ausgesprochen worden. . . Wien, 1. Februar. Das neue bulgarische Minr- sterium wird von der „Neuen Freien Presse" äußerst sympathisch begrüßt. Das Blatt bezeichnet die Mitglieder desselben als solch vertrauenswürdige Personen, welche die Eigenschaft besitzen, der inneren Partei-Zerklüftung Einhalt zu thun und die Angelegenheit der Orientbahn zu einem guten Ausgange zu führen. Brussel, 1. Februar. Trotzdem der Kongostaat die neuerlichen Schreckensnachrichten ableugnet, scheint es doch zweifellos zu sein, daß die Aufständischen in weiteren Gesechten sowohl am Tanganjika-See gegen DHanis ebenso wie am Zusammenfluß des Ubanghi und Kongo gegen Lothaire gesiegt haben. Letzterer soll selbst schwer verwundet und gefangen genommen worden sein. In beiden Gefechten sind viele Weiße gefallen. Da DHanis und Lothaire 1400 Kilometer von einander entfernt sind, so scheint der Aufstand der Batetelas nunmehr das ganze Aequatorial-Gebiet ergriffen zu haben. Paris, 1. Februar. Die Rechtspflege geht im ftan- zösischen Parteikampf unter. Das ist die bedeutsame, für die Republik verhängnisvolle Thatsache, die jetzt nur in einem neuen Abschnitt hervortritt. Dem Justizminister läßt sich daraus nicht einmal ein Vorwurf machen. Die Thatsache bestand vom Anfang der Dreyfussache an und muß daher auch deren Abschluß bilden, einen Abschluß, der wahrscheinlich alle Formen des Gesetzes abstreisen und den Kampf der Parteimächte in unverhüllter Rohheit zeigen wird. — Die französische Regierung unterhandelt mit englischen und sranzösischen Bankhäusern wegen einer Anleihe von acht bis zehn Millionen Pfund Sterling, die hauptsächlich zur Vergrößerung der Flotte, jedoch auch zu Armeezwecken bestimmt sei. Belgrad, 1. Februar. Die im Auslande verbreiteten Gerüchte von einer angeblichen antidynastischen Beweg u n g in einzelnen Bezirken Serbiens sind vollständig unbegründet. Konstantinopel, 1. Februar. Wie jetzt bekannt wird, erhob der türkische Vertreter in Bukarest Einspruch gegen die Zulassung des bulgarischen Agenten zum Neujahrs-Empfang, indem er geltend machte, daß die Vertretung Bulgariens allein der Türkei zukomme. Amerika. In letzter Zeit hat die Vorlage wegen Vermehrung des Vereinigten Staaten-Heeres das Repräsentantenhaus zu Washington befchästigt. Der wesentlichste Paragraph fetzte die Präsenzstärke auf 100000 Mann fest. Gegen diese Bestimmung wie gegen mehrere andere erhob sich aus beiden Seiten des Hauses Widerstand. Zunächst wurde der Artikel, welcher den Rang eines Generalleutnants schafft, gestrichen; es wird auch fernerhin keinen höheren Rang in der Armee geben, als den eines Generalmajors. Die republikanischen Führer erklärten sich bereit, den Paragraphen über die Stärke des Heeres dahin «bzuändern, daß sie mindestens 50000, höchstens 100000 Mann betragen solle; der gegenwärtige Jstbestand von 64000 Mann möge beibehalten werden, dem Präsidenten aber Vollmacht gegeben werden, im Falle der Not die Zahl auf das Höchstmaß zu bringen. Schließlich hat das Haus die Vorlage mit der Maßgabe angenommen, daß die Präsenzstärke mindestens 57 000, höchstens 75000 Mann betragen solle. — Damit ist das Gesetz aber noch keineswegs gesichert. Der Senat wird jedenfalls die Vorlage verstümmeln und wahrscheinlich ganz ablehnen. Weil man diesen Fall besürchtet, wird nun schon von vornherein der Vergleichs- Vorschlag gemacht, das Heer ein Jahr lang in seiner gegenwärtigen Stärke bestehen zu laffen. — Die Absendung von Verstärkungen nach den Philippinen soll laut einem in Washington soeben gegebenen Befehle neuerdings noch beschleunigt werden. Das ist kein gutes Zeichen. Aus Madrid wird ferner gemeldet, die nordamerikanische Regierung habe der spanischen den überraschenden Vorschlag gemacht, sie wolle die spanischen Truppen, sowie alle spanischen Gefangenen, welche sich noch auf den Philippinen befinden, auf Kosten der Vereinigten Staaten nach Spanien zurückbesördern. Offenbar befürchtet man in Washington, daß die fernere Anwesenheit von Spaniern auf der Inselgruppe die Philippiner in ihrem Widerstande bestärken könne. — Zur kubanischen Frage wird aus Washington berichtet, Robert Porter sei im besonderem Auftrage nach Cuba gegangen, um sestzustellen, ob die cubanischen Truppen bereit sind, sich auszulösen, wenn sie einen Sold im Betrage ■ von 3 Millionen Dollars empfangen. Die Cubaner verlangen allerdings nicht weniger als 30 Millionen. Males und MovmMes. Gießen, den 2. Februar 1899. •• Empfang. Se. König!. Hoheit der Großherzog empfingen am 1. Februar u. a. den Oberstleutnant a. D. Cramolini, Präsident des Landesverbandes der militärischen Vereine, „Kriegerkameradschaft Hassia", den Hauptmann Ehrhardt vom Jnsanterie-Regiment Nr. 140, den Amtsrichter von Psister von Orlenberg, den Pfarrer Schulte von Beuern, den Professor Sauer von Gießen. Ruhestandsversehung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog habenAllergnädigst geruht, am 28. Januar den Lehrer an der Augustinerschule zu Friedberg, Dr. Albert Schöl, auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. April I. Js., in den Ruhestand zu versetzen. ♦ * Eruenuuug. Seine Königliche Hoheit der Groß- herzog haben Allergnädigst geruht, am 28. Januar dem Forstwart der Gemeinde-Forstwartei Beffunger Tanne, Georg Bollhardt zu Bessungen, aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand den Charakter als „Förster" zu verleihen. • • Aus dem Gerichtsdieust. Durch Entschließung Großherzoglichen Ministeriums der Justiz vom 30. Januar ist der Gerichtsaffessor Dr. Heß in Darmstadt mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters bei Großherzoglichem Amtsgericht Darmstadt I und der Ge- richtsaffeffor Schnitzspahn in Alsfeld vom 1. Februar d. Js. an mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters bei Großherzoglichem Amtsgericht Darmstadt II beauftragt worden. • • Gießener Volksbad. Der Besuch des Bades im ab- gelaufenen Monat Januar ist — wie zu erwarten — namentlich an den kälteren Tagen zurückgegangen gegen denjenigen des Vormonats; immerhin wurden insgesamt noch 7185 Bäder abgegeben, gegen 7823 im Dezember, und gegen den höchsten Januar-Besuch des Offenbacher Bades mit 5981 Bädern. Dagegen hat der Samstag, der 21. Januar d. Js., den seit Bestehen des Bades höchsten Tagesbesuch ergeben mit zusammen 593 Bädern, worunter 405 Schwimm-, 88 Brause- und 94 Wannenbäder. Der Monats besuch im einzelnen hat sich verteilt wie folgt Schwimmbad 4447 Männer, worunter 9591 zu „ 869 Frauen, „ 198/ 10 Pfg. Wannenbäder 1. Kl. 171 Männer, 2. Kl. 492 Männer, „ 1. „ 53 Frauen, 2. „ 280 Frauen, Dampf- und Heißlustbäder zusammen 117 Männer, „ „ „ 25 Frauen, Brausebäder zusammen 731. Die Personenwage wurde von 140 Personen benutzt, die Anstalt von 38 Personen besichtigt. * * Stadttheater. Als zwölfte Volksvorstellung ging am Dienstag abend das bereits mit Clara Drucker als Gast in dieser Spielzeit gegebene Birch-Pfeiffer'sche Charakterbild „Die Grille" in Szene. An Stelle Clara Druckers gab Frl. Alice Schloß die Fanchon Vivieux mit gutem Erfolg. Erreichte ihre Grille in Darstellung und Spiel auch nicht die ihrer hochgeschätzten Vorgängerin, so zeigte sich Fräulein Schloß auch in dieser Rolle als begabte Künstlerin, die gewonnen zu haben unserem Stadttheater sicher zum Vorteil gereichen wird. Das Haus war, wie bei den sogen. Volks- vorstellungen Üblich, übervoll. — Das sür gestern abend angesetzte Benefiz des Herrn Hubert Dietzsch wandelte ich insofern in ein Malefiz, als infolge eines gelegentlich »er letzten Probe zwischen dem Helden und der Direktion ausgebrochenen Zwistes das zahlreich herbeigeströmte Publikum in des Wortes verwegenster Bedeutung heimgeschickt wurde. Von sich freuenden dritten wurde in diesem Falle nichts bemerkbar, dagegen machte sich ber Unmut über die erfahrene Unbill zuweilen recht drastischLuft, und dürfte das Theater durch diesen unverkennbaren Mißerfolg kaum gewonnen haben. Stadttheater. Wie bereits bekannt, kommen die Verfasser des „WeißenRößl", Blumenthal und Kadel- burg, morgen (Freitag) mit ihrem neuen dreiaktigen Lustspiele „Auf der Sonnenseite" zu Wort. Der große Erfolg, den das Stück überall errang, wird ihm auch hier treu bleiben. Der ungewöhnlich hohen Honorarkosten wegen läßt die Direktion eine kleine Preiserhöhung eintreten. ein Gegenstand des lebhaftesten Zntereffes für alle Einwohner unserer Stadt ist ohne Zweifel die in Aussicht genommene Kanalisation derselben. Unsere Nachbarstadt Marburg ist uns in dieser Richtung bereits vorangegangen. Zu hören, welche Erfahrungen man dort mit der Kanalisation gemacht hat, wird deshalb vielen gewiß erwünscht fein. Der nationalliberale Verein hat es sich angelegen sein lassen, einen dortigen sachverständigen Herrn sür Abhaltung eines Vortrages über fraglichen Gegenstand zu gewinnen, woran sich in öffentlicher Versammlung eine lebhafte Diskussion anschließen dürste. Wir machen hierauf einstweilen aufmerksam mit dem Bemerken, daß über Zeit und Ort der Versammlung, welche wahrscheinlich in nächster Woche stattfinden wird, Anzeige in diesem Blatte bevorsteht. • * Kunstverein. Unter den etwa 90 ausgestellten Gemälden, welche gegenwärtig die Ausstellung im Turmhaus am Brand ausweist, befinden sich nach Gegenstand und Aussührung sür den Kenner, wie den Laien interessante Stücke. Vorerst nennen wir die beiden Gemälde von A. Weinberger- Wiesbaden, „Hasenlager" und „Birkhahnbalz", welche als recht gelungen zu bezeichnen sind und namentlich sür Jagd- freunde besonderen Reiz bieten. — Tief ergreifend in feiner schlichten Darstellung ist daneben „Das Lied vom Leid" von R. Jaumann-Maxlau; sreundlicher und recht ansprechend sind zwei andere Genrebilder „Alte Bekannte" von A. Rieper und „Heimkehr vom Markt" von C. Mali-München. — Einen „Oberitalienischen Weinkeller" zeigt uns A. Leu- Deffau mit feinem Bilde, an welchem der zarte weiche Ton angehm auffällt. — „Fuldaer Bäuerin am Brunnen" von L. v. Rößler-Frankfurt a. M. bietet einen besonderen Reiz durch die ungemein wirksamen Lichteffekte. — „Studien- köpse" sind von I. Zeniseck - Prag und G. Brosch- Venedig ausgestellt. Wir geben letzterem den Vorzug; von selbigem Künstler finden wir noch ein Bild, welches den „S. Giovaniplatz" in Venedig darstellt. Auch die Landschaft ist recht schön vertreten, besonders gefallen uns „Mondnacht" von L. Douzettö-Barth (Ostsee) und die beiden Bilder von R. Frefenius-Cronberg „Flußlandschaft" und „Beim Fischen". In Perspektive, Lust und Stimmung sonderlich gut getroffen ist „Schleuse im Winter" von H. v. Stegmann-Stein-Heinrichsau, „Schaft am Neckar" von I. Kornbeck-Oberensingen und „Motiv aus dem Rhön- gebirg" von I. Hoffmann-Frankfurt a. M. Ferner sollen nicht unerwähnt bleiben „Fischer in einer Waldbucht" von A. Kappis-Stuttgart, „Hessische Mühle" von W. Barthel- Düffeldors, „Buchwald" von H. Schnabel-München und ] „Am Brunnen" von I. Braubach-Cronberg. Unter den i Künstlern, welche die Ausstellung mit „Stillleben" und ; „Blumenstücken" beschickt haben ist in erster Linie Ilse Müller-Gotha zu erwähnen, welche mit einer Kollektion von circa 20 Bildern vertreten ist, die auch saft durchweg das Interesse der Beschauer beanspruchen dürfen. Auch §. Mertens-Celle hat ein Blumenstück „Lilien" ausgestellt, welches ebenfalls besondere Beachtung verdient. Voraussichtlich wird schon kommende Woche ein teilweiser Wechsel der Gemälde stattfinden, sodaß baldiger Besuch der Ausstellung ratsam erscheint. * • Der hessische Landwirtschaftsrat hat aus staatlich ge- I währten Mitteln 6000 Mk. für die im Juni ds. Js. in I Frankfurt a. M. stattfindende Landwirtschaftliche I Ausstellung, und speziell sür die Tierabteilung, als Preisstiftung festgelegt, ferner werden noch weitere 2000 Mk. nach Kenntnisnahme des Umfanges der Tierbeschickung für denselben Zweck bereitgehalten. • • Unberufene Versmacher. In letzter Zeit wurden wiederholt öffentliche und Privatgebäude durch Beschreiben derselben mit Kreide beschmutzt und Verse unsittlichen Inhalts angeschrieben. Gestern gelang es, drei dieser Vers- künstler (drei Bäckerjungen) abzufaffen und zur Anzeige zu bringen. * • Befitzwechsel. Das von Herrn Hinkler in dem Hause Westanlage 21 neu eingerichtete Hotel „Großherzog von Hessen" ging heute mit sämtlichen Aktiven und Passiven an den Eigentümer des Hauses, Herrn Bauunternehmer Nauheimer, käuflich über. Das Hotel wird üt unveränderter Weise weitergeführt. • • Die Zahl der Todesfälle, ausschließlich der Totgeborenen, betrug in der Woche vom 8. bis 14. Januar in Mainz 24, in Darmstadt 28, in Offenbach 20, in Worms und Gießen je 7, zusammen 76, davon 20 im ersten Lebensjahre. Todesfälle pro Jahr und 1000 Einwohner kamen auf Mainz 15,5, auf Darmstadt 21,1, Offenbach 12,2, Worms 10,1 und auf Gießen 14,8. — Die Todesursache anbelangend, verstürben an Diphtherie 1 (Darmstadt), an Unterleibstyphus 1 (Mainz), an Diarrhöe und Brechdurchfall 5 (je 1 in Mainz, Offenbach und Gießen, 2 in Worms), an Lungenschwindsucht 10 (6 in Mainz, 3 in Darmstadt, 1 in Worms), an akuten entzündlichen Krankheiten der Atmungsorgane 12 (je 2 in Mainz und Gießen, I 6 in Darmstadt, je 1 in Offenbach und Worms), an Gehirn- Apoplexie 5 (je 1 in Mainz, Offenbach und Gießen, 2 in Darmstadt), an sonstigen Krankheiten 39 (11 in Mainz, 16 in Darmstadt, 7 in Offenbach, 2 in Worms, 3 in Gießen); gewaltsamen Tod erlitten 3 Personen (2 in Mainz, 1 in Worms). 0 Ortenberg, 1. Februar. Unsere Vogelsberger Steine | erhalten immer weiteren Rus, und erlangen dadurch -—®a£ I sür uns die Hauptsache ist — einen immer höheren Wert. Als Beweis dafür ist anzusehen, daß ein einziger Morgen I Land, den man vor wenigen Jahren vielleicht noch um etliche hundert Mark hätte kaufen können, kürzlich für ein Pachtgeld von tausend Mark, aber nur für ein einziges Jahr verpachtet wurde, weil er wertvolles Steinmaterial birgt. Der Pachter ist ein unternehmender Herr aus dem Kreise Offenbach. Wenn er eine weitere Fläche haben will, kann er sie gegen dasselbe Pachtgeld, d. h. 1000 Mark für den Morgen, erhalten. Daneben giebt er dem Staate das Chaussierungsmaterial für die dortigen Straßen aus den Abfallsteinen umsonst. Solche erfreuliche Ergebnisse mit unfern Vogelsberger Steinen erinnern einigermaßen an das I Thonlager in Klingenberg a. M. E Echzell, 1. Februar. Ein mit großer Schlauheit ausgeführter Einbruchsdiebstahl setzt die Gemüter unserer Dorfbewohner in Bewegung. Es wurde einem hiesigen Ehepaare, während cs abends auswärts war, ein Betrag von nahezu 150 Mk. aus der Kaffe entwendet. Letztere besitzt nicht einmal ein Schloß zum Abschließen, sondern nur einen Knops zum Ausziehen der Schublade. Dem Dieb, der jedenfalls in dem Hause sehr bekannt sein muß, war das Handwerk recht bequem gemacht. Man ist dem Gauner aber schon aus der Spur. Von der untern Bergstraße, 30. Januar. Wie in vorhergehenden Jahren, so werden auch in diesem Winter bit noch vorhandenen wenigen Exemplare älterer Nuß' bäume erheblich gelichtet, sodaß in kurzer Zeit diese schattenspendenden Bäume säst gänzlich von der Bildfläche verschwunden fein, und unsere Gegend eines schönen Schmuckes I beraubt sein wird. Für das vielbegehrte Holz wird allerdings ein hoher Preis gezahlt. Darmst. T. A. Mainz, 1. Februar. Die junge Amerikanerin, welche mit dem Juwelenschwindler in dem .Hotel Continental" verhaftet worden ist, wurde gestern Nachmittag von i der Staatsanwaltschaft außer Verfolgung gesetzt, und von dem amerikanischen Konsul in einem hiesigen Hotel untergebracht. Der Konsul wird für das Fortkommen des auf so schändliche Weise betrogenen Mädchens Sorge tragen. Oppenheim, 31. Januar. In einer gestern abend ab- gehaltenen Versammlung des Lokal-Weinbauvereins standen mehrere wichtige Gegenstände aus der Tagesordnung. In der ersten Sache, welche die Abänderung des Reichs weingesetzes von 1892 betrat, wurde folgende Resolution angenommen: 1. Die Fabrikation von Kunstwein ist bei süngnisstrafe zu verbieten; 2. der Zusatz von Zuckerlösung zum Traubenmost soll bis Ende Dezember des betreffenden Jahres erlaubt sein. Den Herren Oekonomierat Wernher, Gutsbesitzer Weitzel und Weinhändler Harth, welche die Provinz Rheinhessen bei der demnächst in Berlin stattfindenden Konferenz zur Vorberatung wegen Abänderung des Gesetzes vertreten, soll der Wortlaut dieser Resolution zur gefälligen Benützung mitgeteilt werden. In einer zweiten Frage, Sä* for 46 I tet E 9 Der bt*" sich der D'ch> hdmnzudeick" Mrrhck Mzufiihren-/ seinen toi* Ion anzuschlage Mütterchen". * geboren. * -taM findet in Magde 1899 tw HÄ MV Arannei- und Aragen sind Magdeburg, H tyfenbnng non • Der Rei -ernement Sie 15,000 preußiscl in den Landscha Ma bildet bei S'N tw7 ei btiten W,eb( «'N । ralt - Men, 2 ttf»* ÄÄ n krbschast. ♦ Der Ach mische Lorprob sarbstoffen in Wi Harm. Central salirMofung, ir bu\tx Mttg zi jftC&V, bt wentnektdieU man den fftrds desselben buxi wert ist nach ine Kayillara Farbstoffe. * Ein n «chuß der St- '.'egung der 'i«Mg/e für bi Mmtbtiifm MW Severbe/o ^nnheimer Mei u Paris ausgeft M Hebung des . ' ww lut der Papst bc iM proklamieren. Weihnachten 1901 j* Vffl. 1'131 (Mio) abgehalten . * Witttinii habe E« Laster Erhalten mit *tn und n m solche Adi Breslau, T^tofeldern ve keine u meniqe & SN Hfi äs »4 Z 9,bg* IW W* JNfi ei, * eh, ■"«X* V unter hh fr« “ 2ln,e M ^Eon vor durchweg boi en- Auch t r wm < Voraus ?eifet Wechse! M der Aur 18 staatlich »ni bi. Jz. j, "gastlich Abteilung, ab Uere 2000 M beschickung ffi» Zeit toutbti ech Betchreibl! «ft unsittlich, 'ei dieser 8er- M Anzeige - in bem Haui! droßherz«, i Mven ur irm Hotel toiti ßlich der L 14. Januar: 20, in WorL 20 im ersiu 00 Einwohin ,1, Offenbai - Die TÄV itrit \ (Dw Diarrhö! si ich und GM 5 in Mainz, 3 ündlichen -rar linz und Gicsi ms), an Gehn: id Gießen, 2 j (11 in U.- 8, 3in®?: n Mainz/ ' lsberger Sler , ^nen einziger 9N noch um etl.i h für ein fei ein einziges 3- jnnakrial bin' aus dem ^r: Haden will, U dem Stillt^ StraP . Ergebnch * ^ermaßen an öfter S-Hlach jt die Geml 6, wurde twc zwiiris war, ° Fasst entlvB MAbich'5 n der sehr bekannt' zemacht. M uar. Wie in" M« KldPch- Darmst- *•, «-•*5= ig fttel -estfLd^ ii*‘S fh«Me(ä^ KU«« tofol» folg«1? S W .tz her t । ,6 haupten, die Toten feien schon, bevor sie ins Leben getreten, „im Himmel" oder „in der Hölle gewesen", um so mehr, als das Lied ursprünglich ein im Jahre 1267 gedichteter und komponierter Klosterhymnus war. Der Widerspruch im Texte scheint bisher nicht aufgefallen zu fein, denn Generationen haben die zweite Strophe in der obigen Gestalt gesungen. Bei Gelegenheit des Straßburger Universitätsjubiläums machte ein Philologe auf die offenbar „korrupte" Stelle aufmerksam und gab zugleich des Rätsels Lösung. Die Interpretation des Textes ist dort völlig verkehrt. Setzt man hinter inferos einen Punkt ober Ausrufungszeichen, hinter ubi ein Fragezeichen, so ist offenbar der richtige Text hergrstellt, der dann einen ganz guten Sinn ergiebt: „Sucht sie bei den Himmlischen, sucht sie in der Unterwelt! Wo find sie (ubi) ? Gestorben (jam fuere) 1 Noch richtiger stände vielleicht „Ubi sunt ? Euere!" ♦ Eine ergötzliche Geschichte von einem pflichtvergessenen Hamburger Nachtwächter erzählt der Hamburger Landschafts- und Tiermaler Verend Goos im zweiten Bande feiner „Erinnerungen aus meiner Jugend". Dem Polizeiherrn, Senator Abendroth, kam einst zu Ohren, daß das Unwesen der Nachtwächter, aus Kosten ihrer Dienstpflicht sich bem Fremdenführeramt zu widmen, sehr im Schwünge sei. Er beschloß deshalb, als ein zweiter Harun al Raschid sich persönlich von der Wahrheit solcher Aussagen zu überzeugen. Er legt also ein ihn vor Erkennen schützendes Gewand an und redet als angeblicher Franzose einen ihm begegnenden Nachtwächter an: „Ah! meine liebe Freund, saggen er mir, wie ich komme ßu meine Hotel, Alte Stadt London." — „Je, min goode Herr, bat is miet von hier, aber wenn't den Herrn nich op'n Drinkgelb ankümmt, so künn ick ihnen ja sicht hennwiesen." — „Ah! — charmant!" sagt der Franzose, „ick werde gebben Ihnen ein guter Douceur vor das." — Nun, die beiden ziehen ab, und unser Nachtwächter, nachdem er fein Geld empfangen, bedankt sich und wünscht „Wollslapen Nacht." Am nächsten Tage jedoch wird er vor den Polizeiherrn gerufen und scharf ausgefragt: „Seg mal, Petersen, is bat wahr, bat Du bet Nachts Dinen Posten verlätst?" — „Ick minen Posten verlaten? Ne, wohlweiser Herr, de bat fegt, de lüggt bat gottslästerlich." — „Petersen!" fährt Abendroth auf, „nimm Di wahr, wat Du fegst; — hest Du nich güstern abend um halwtg twolf en Fremden na de olle „Stadt London" brögt?" — Dem Wächter wirds doch schwül bei der Sache, er dreht seine Mütze verzweiflungsvoll zwischen den Händen und nimmt einen höchst weinerlichen Ton an: „Du leber Gott ja, bat t« bat ene mal well, aber wohiweiser Herr — bat wör — nehnun S^'l nich öbel — ’o’n befapneö Swin, be künn mch op sien Beenen stahn, un but wöc nich mehr als Christenpflicht, dat'ck ben to HuS bröcht." Wöchentliche lleberjicht der TodeSsälle in Gießm. 4. Woorc. «Born 22. Januar d>s 2d. Januar 1899. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24 100 (fad. 1600 Mann Militär). SlerdltchketlSziffcr: 28 05, nach Abzug der OrtSircmden 21,58'/r. starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom Lungenschwindsucht 1.Lebensjahr: 2.—1b.Jahr 1 1 — — Lungenentzündung 1 (1) — - 1 (1) Gehir-.schlagfluß 1 1 Magengeschwür 1 1 — — Nierenentzündung 2 (1) 1 1 (1) Rose 1 — 1 — Streb 6 2 (1) 2 (1) — — Emboltn 1 1 _ — Rbachtttö 1 — 1 — Alter sswwäche 1 1 — — Unbekannte Krankh. 1 1 — — Summe 13 (3) S (1) 2 2 (2) Anm. Die in Klammern gesetzten Z ffern geben an, rote viele der TodeSsälle in der betreffenden Keankhrtt aus von auSwärlSnach Gießen gebrachte Kranke kommen. Kirchliche Nachrichten, üvaugelifche Gemeinde. Im Konfirmandensaal, Neustadt Sir Donnerstag den 2. Februar, abends 8 Uhr: BivelstUUde, Phil. 4. Pfarrer Dr. Grein. Hottrsdirnst irr der Synagoge. Samstag den 4. Februar 1899. Borabend 5W Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 3 Uhr Schrifterklärung, Sabbathausgang 6" Uhr. Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast. Sabbathfeier am 4. Februar 1899. Freitag Abend 5 Uhr, Samstag Vormittag 8" Uhr, Nachmittag 3 Uhr, Sabbathausgang 610 Uhr. Wochengottesdienst Morgens 7 Uhr, Abends 5 Uhr. Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 2. Februar. Von früheren Setzern und Druckern des Lokal-Anzeigers sind beim hiesigen Gewerbe- gericht massenhaft Klagen gegen den Verleger des Blattes eingegangen, die schon in den nächsten Tagen zur Verhandlung kommen. Die Ursache des Setzer-Ausstandes dürfte in diesem Termin zur Sprache gelangen und öffentlich dargelegt werden. Budapest, 2. Februar. Von oppositioneller Seite wird die Meldung verbreitet, daß die Friedensverhandlungen schon heute abgebrochen werden sollen. Budapest, 2. Februar. Der Ort Groß-Dobroz wurde von einer furchtbaren Feuersbrunst heimgesucht. 300 Wohnhäuser mit Ställen und Scheunen wurden ein Raub der Flammen. Triest, 2. Februar. Die Kronprinzessin Stefanie wurde auf der Straße von Miramare bei einer Radtour von anderen Radfahrern umgeworfen. Ihr Rad ging in Trümmer, während sie selbst mit einigen kleinen Verletzungen davonkam. Brüssel, 2. Februar. Das Einzel-Wahlsystem scheint das ganze Land in eine furchtbare Aufregung versetzt zu haben. Aus vielen Städten der Provinz laufen Berichte ein von Protestversammlungen gegen das Wahlsystem. Paris, 2. Februar. Die HaltungDupuysist vielen Politikern nicht klar. So wurde gestern versichert, die Anti-Revisionisten dürsten sich schließlich über die Absichten Dupuys gewaltig täuschen. Dupuy sei über die Untersuchung der Kriminalkammer in der Dreyfus-Angelegenheit genau unterrichtet und wisse, daß das Ergebnis der Untersuchung für Dreyfus günstig ablaufen müsse. Das Zeugenverhör hätte dies bestätigt, und deshalb wolle er, daß das Urteil von den vereinigten drei Kammern des Kassationshofes gesprochen werde, damit niemand auch nur im geringsten Zweifel an der Unparteilichkeit der Richter haben könne. London, 2. Februar. „Daily Chronicle" meldet aus Washington, die Panama-Gesellschaft wird die Abtretung ihrer Konzession zuerst den Vereinigten Staaten anbieten. Sollten diese sich ablehnend verhalten, so werde die Gesellschaft die Konzession den Großmächten Rußland, Frankreich, Oesterreich und Deutschland anbieten. London, 2. Februar. Die Morgenblätter melden, daß Cecil Rhodes heute Abend London verläßt und sich nach Paris begiebt. In der gestern Abend hier abgehaltenen Kabinets-Sitzung wurde über die Vorschläge Cecil Rhodes bezüglich der inneren afrikanischen Eisenbahnen beraten. Wie verlautet, hat das Kabinett beschlossen, die Pläne Cecil Rhodes zn unterstützen. Sofia, 2. Februar. Die feierliche Ueberführung )er Leiche der Fürstin findet am nächsten Dienstag statt, wie es heißt in die große katholische Kirche in Phi- lippopel. Sie bleibt dort, bis eine Fürstengruft in Sofia erbaut ist. Es sind viele hohe Gäste, Familienmitglieder, Vertreter fremder Höfe und viele Deputationen aus der Provinz zu der Trauerfeier angemeldet. Authentisch ver- autet, daß die Fürstin bereits seit dem 20. Januar an jeftiger Influenza verbunden mit hochgradigem Fieber gelitten hatte. Es trat Athemnot und vollständiger Verfall ein. Am Montag früh begann die Agonie und vollständige Bewußtlosigkeit. Man beschlennigte die Geburt, um wenigstens das Kind zu retten. Frankfurters!rasse 74. 0370 1,651.70. ## tt Smmeuthaler' j Edamer- | ## ZrWöliiskäsk per SIM 10 Jlfg. Lanolinseife Hofpächter Dr. Dieffenbach. 1066] 1060 t Kablian nnb Zchellßfche frisch im Rebstock. 336 V ii». Delikatessengeschäft. 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