Donnerstag den 2. November Nr. 258 Zweites Blatt Gießener Anzeiger Generat-^Unzeiger Anrts- unb Anzeigeblcrtt für den Ureis Meszen. chmiitzs 2 Mr ob, schwichtigend hervorlugen. Nur keine Aufregung, nur keine Feuilleton lenefrwe »»» Anzeigrn ju der «achmittagZ für de« leigoAte t«| rrfchNnenden Nummer HA vor». 16 Uhr. Nir Anzeigrn.Bcrmittlungsstrllcn des In- und aullenHß nehmen Anreisen für dm Giehrner Lnzriger ratyga», ÄtMtien, Expedition und Druckerei: Fch-lstrste Ar. 7. 100 Pitrolmms^rr, die sich lssem eiflntp ; u. 50 Thäreo; kn; eine tztotze 2n$1 alte 7744 Gratisdeilagen: Gießener Farnitienblütter, Der hessische Kandwirt, Ktätter für hessische Volkskunde. *^Der Kaiser und die Flotte. Gießen, 1. November 1899. In hohem Maße ist unser Volk gegenwärtig von politischen Fragen in Anspruch genommen. Die Reise des Kaisers, die Vermehrung der Flotte, der Streit um Samoa, der Freiheitskampf der Buren — welche Menge wichtiger, für unser politisches Leben, wie für unsere nationale Entwickelung und Machtstellung hochbedeutsamer Fragen! Aber während sonst rege Thätigkeit auch frohe Stimmung schafft im alltäglichen wie im politischen Leben, will eine rechte Freudigkeit jetzt gar nicht zum Durchbruch kommen. Im Gegenteil, die Stimmung ist flau, gedrückt, nicht gerade verzagt, aber auch nicht thatenfroh. Aeußere Hindernisse und Widerstände können den nationalgesinnten deutschen Mann nicht schrecken und aufhalten; aber wenn dicke Luft und dichte Nebel ihm den offenen Blick auf den Feind versperren, das freie Atmen erschweren, die Bewegungsfreiheit der kraftschwellenden Glieder lähmen, dann ist Gefahr, daß auch dem deutschen Manne der Mut sinkt. Solchem Zustande ist die Stimmung unserer Tage verzweifelt ähnlich: wir empfinden es mit untrüglicher Gewißheit, daß Gefahren nahe sind, daß Feinde unserer warten, daß die Ehre und Größe des Vaterlandes mutige, kampfbereite und opferfreudige Männer fordert; aber wir vermissen die Führung, deren auch die tapfersten Scharen nicht entraten können. In den letzten Tagen freilich sind wir zu der Ueberzeugung gekommen, daß auch in den leitenden Kreisen rege Thätigkeit herrscht: Die gleichzeitigen Vorträge der Chefs des Auswärtigen Amtes und der Flotte bei dem Kaiser waren sichere Zeichen dafür. Aber wir lauschen vergeblich auf irgend ein klärendes Wort, irgend einen Fingerzeig, irgend ein Feldgeschrei. Ja, es waren herrliche Worte, die wir in Hamburg aus dem Munde des Kaisers vernahmen. Aber in Deutschland ist schon allzuoft die Erfahrung gemacht worden, daß die Begeisterung, die des Kaisers Reden entfachte, schnell verflog, nein, daß sie erstickt wurde von den Offiziösen. Kann es ein jammervolleres Bild geben, als diese Presse? Aus jeder einzelnen ihrer Kundgebungen sieht man den verknöcherten, saftlosen, bebrillten, bureaukratischen Geheimrat mit Vatermördern, engen Aermeln, Cylinder und Regenschirm be- laute Begeisterung; so etwas macht im Auslande keinen guten Eindruck, was sollte vor allen Dingen England davon denken I * Es ist wirklich so. Der Kaiser sagt: Bitter not thut uns eine starke Flotte. Der Geheimrat aber erklärt bedächtig in der „Norddeutschen Allgemeinen": Der Haushaltplan für die Marine hält sich genau innerhalb des Rahmens des Flottenbaugesetzes; es werden sogar noch 1V2 Millionen gespart. Was soll man von solchem Kommentar denken? Wenn des Kaisers Worte nicht einmal mehr für die Beamten des Staates die strengste Regel und Richtschnur bilden — für wen dann? Woher kommen solche Zustände? Wenn nicht ausschließlich, so doch zum guten Teile daher, daß es an der scharfen Aufsicht und an der straffen Zucht mangelt, durch die unser Beamtentum tüchtig und zuverlässig geworden ist, ohne die es aber selbstherrlich und vorlaut wird. Man könnte ja Bände darüber reden, was für ein Unterschied auch darin gegen früher eingetreten ist. Man erinnere sich nur daran, wie früher alle Reichsämter streng in einem Geleise geleitet wurden, wie aus allen einzelnen Ressorts die Fäden in einer einzigen mächtigen Hand zusammenliefen. Heute aber wird dem einzigen verantwortlichen Beamten des Reiches im günstigsten Falle hinterher mitgeteilt, was die Staatssekretäre anzuordnen für gut befunden haben. In den hohen Beamtenkategorien wie in den unteren ist der Grund der Lockerung derselbe: der Mangel einer verantwortlichen kraftvollen Persönlichkeit. Ohne ihren Schutz arbeiten auch die tüchtigsten Einzelbeamten ihre beste Kraft auf vor der Zeit und ohne — Erfolg. Aus solchen Zuständen kann ja dann natürlich nichts weiter sich ergeben als allgemeine Verwirrung. Diese aber greift zusehends um sich. Sogar Blätter gut nationaler Richtung geraten in Gefahr, aus dem richtigen Kurs zu kommen. Alles arbeitet, spricht und schreibt, ohne klar zu sein über Zweck und Ziel. So die angebliche Reise des Kaisers nach England. Wir würden sie, wie wir sattsam betont haben, tief bedauern; denn wir sind nach wie vor und bleiben unter allen Umständen fest davon überzeugt, daß sie in aller Welt, bei Freund und Feind zum Nachteil des Kaisers und zum Schaden des nnm empfehle ü e uni) ipaisanche SDMtel zur Ser- ppen unb Saucen unb ersetzt M rven m SucptiW WE u M bei ischbach, ÄR- Kaiser und Heneral. In Richard Fleischers „Deutscher Revue" (Deutsche DerlagSanstalt in Stuttgart und Leipzig) erzählt General Izzet Fuad Pascha, Kommandant der kaiserlich ottomanischen Kavallerie in Aleppo (Syrien), eine Episode aus der ersten Orientreise Kaiser Wilhelm II. Dieser Bericht enthält einige höchst amüsante Einzelheiten, die hier in Kürze wreder- gegeben seien. Der türkische General schildert zunächst den Ritt des Kaisers, den dieser am ersten Tage seiner Anwesenheit in Konstantinopel nach Tschamlidja auf dem Berg Bul- zurbu unternommen. „Es war, glaube ich, nach Zurücklegung des zweiten LilometerS, als der Kaiser, dem unmittelbar v. d. Goltz Pascha und General Hobe folgten, sich im Sattel umwendet unb einen Befehl geben will. Ich sprenge im Galopp heran, und während ich an Hobe vorbeireite, empfange ich von dessen Pferd einen Hufschlag gegen die Mitte meines rechten Schienbeines, einen fürchterlichen Schlag, der auf meinem Stiefel, glücklicherweise einem äußerst soliden New Macquett- Stiefel, wie ein Keulenschlag schallte. Dem Kaiser entfuhr eint „Uff!" und er lächelte mir mit seinem reizenden und gutmütigen Lächeln zu. Das war meine Herzstärkung, denn sonst wäre mein Schmerz derartig gewesen, daß ich dcavon unfehlbar zu Boden gefallen wäre. . . . Beim Herab- ic-iten vom Berge verschlimmerten sich meine Schmerzen bedeutend. Die vier Kilometer wurden im Trab zurückgelegt. Am ries, eben der Garcoles ergiebt md hmterial benutzt werben kam, eu Centn«, stboch nut H ) Cevtoeru bis auf weitere? 7164 ii Wimd 6iiM vierteljährlich 2 Mark 20 Pf, monatlich 75 Pf, mit Bringerloi;». Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf, vierteljährlich. «Perkes. "V6^ 7 w an: Landeplatze von KadüKeny bestieg der Kaiser mit seinem Bruder und einigen Generalen ein Dampfboot. Ich wandte mich nach einem anderen Boote, welches das kaiserliche Gefolge aufnehmen sollte. Ich schritt, auf einen Kameraden gestützt, einher, als ein kaiserlicher Adjutant herankam und mir sagte, Seine Majestät erwarte mich auf ihrem Fahr- zeug. In dem Augenblick, als ich die kleine 9)nd)t betrat, saß der Kaiser vor einem Tisch, auf dem das Frühstück serviert war. Er lehnte sich auf seiner Bank etwas zurück, streckte seinen Degen vor uud sagte: „Voyons! Colonel, sautez-moi cela!“ Und trotz der tausend Nadelstiche, die ich in meinem Bein verspürte und die es ganz starr machten, würde ich auf einen so liebenswürdigen, so von Güte und teilnahmvollem Wohlwollen erfüllten Befehl hin über das Fahrzeug und über den Bosporus gesprungen sein! „So", sagte Seine Majestät zu mir, „das läßt mich hoffen, daß der Unfall keine Folgen haben wird; aber legen Sie sich dorthin (in eine Kabine, die an die seinige stieß) und vor allem, rühren Sie sich nicht." Ich streckte mich sofort auf die Bank aus. Lieber Leser, ich merke, daß Du neidisch wirst, und ich weiß, daß Du Dich gern einem zwei-, drei-, ja zehnmal größeren Unfall ausgesetzt haben würdest (wie ich übrigens ebenfalls), um in Deinem Leben einmal einer so großen Ehre teilhaftig zu werden, um Dir eine so reizvolle Erinnerung zu wahren, und eines Tages sagen zu können: „Mir stieß einmal ein Unfall zu, und der deutsche Kaiser pflegte mich!" Denn mir, neidischer Leser, geschah das; der Kaiser nahm sich meiner an, wie er sich meiner angenommen hätte, wenn ich auf dem Schlachtfelde verwundet deutschen Volkes aufgefaßt werden würde. Die englische Presse hat ja schon Proben genug dafür geliefert, wie sie die Reise sür englische Interessen politisch verwertet. Trotzdem verhehlen wir uns nicht, daß vielleicht höhere politische Rücksichten walten, die dieReise unvermeidlich machen und somit einOpfer vom Kaiser wie vom Volke fordern. Ist das der Fall, dann würden wir uns natürlich, wenn auch schweren Herzens, in das Unabwendbare fügen müssen; dann ist es aber unerläßliche Pflicht der Regierung, wenigstens irgend ein Wort der Aufklärung und der Belehrung verlauten zu lassen! Der größeren Sachkenntnis und dem natürlicherweise viel weiteren Ueberblick würden wir ja den Platz räumen müssen. Ebenso liegt die Sache mit der Flottenfrage. Wohl wird jetzt allseitig angenommen, daß es sich bei den Vorträgen der beiden Staatssekretäre um diese Frage gehandelt hat. Aber wer will und kann die Verantwortung dafür tragen, daß in einer Sache, in der jeder einzelne Mann aus dem Volke für die verbündeten Regierungen von Wert ist, das ganze Volk im Dunkeln gelassen wird? Wer kann den Schaden verantworten, der daraus entsteht, daß uns die Flottenfeinde tagtäglich ihre Tiraden vorsingen, während ein klares Wort von Regierungsseite genügte, um ein millionenfaches freudiges Echo im Volke zu wecken, ein Echo, das jene Unkenrufe gründlich verstummen macht! Darüber dürfen sich die verbündeten Regierungen doch nicht täuschen, daß erstens eine kleine Vermehrung der Flotte uns nichts nützt, daß aber deren Forderung bei den prinzipiellen Gegnern eines seemächtigen Deutschlands schon denselben erbitterten Widerstand finden würde, wie die einer großen; daß aber außerdem eine umfassende Vermehrung unserer Flotte mit dem gegenwärtigen Reichstage nicht durchzusetzen ist, und daß deshalb ev. Neuwahlen nötig werden. Unzweifelhaft werden sich diese unter der Parole der Flottenvermehrung vollziehen. Kann der Kaiser, dem doch packende Worte und Gedanken in reicher Fülle zu Gebote stehen, nicht einen zündenden Aufruf erlassen? Fürst Bismarck sagte einmal: „Es ist hart, wenn zwischen Mutter und Tochter, zwischen Bruder und Schwester eine Landesgrenze als Scheidelinie der Interessen liegt" — er sprach von dem preußischen Kronprinzenpaar und dem englischen Königshaus; er hat aber nichts gesagt von „Großmutter und Enkel"! eit BhAmHk des •te Meßrner MtVn ton Anzeiger tetyfeft Mg- «'scheu Bad-anM i. minle rt'»a Mniijer b.) _?eterHerr. Mrstag abend: uPpe H« Graeber. ^5'“ -DH- r-U rW'd 1 ) Mm e GcjMchcn * W"?* jnfanlt °h« **•’ ielerant, Erf^t ihrff. I D««0, schotten, * G*”’ ändert16 Mgever anrcb abrp1»11 werden- .eiger* Wf Adresse für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51. worden wäre! Während ich auf der Bank ausgestreckt lag, brachte mir der Kaiser eine Platte mit Litern Fleisch und allem, was zum Essen gehört. Niemals ist mir ein Frühstück so ausgesucht vorgekommen, und niemals habe ich mit so viel Appetit gegessen. Aber ich hatte ja Befehl, mich nicht zu rühren, und ich rührte mich nicht. Ich hatte Befehl zu essen, und ich aß für viere! Eine Flasche Champagner nebst einem Glase folgte der Platte. Ich trinke, ich leere den Champagner auf das Wohl des würdigen Nachkömmlings des großen Friedrich, und einen Bleistift aus der Tasche ziehend, setze ich auf die weiße Etikette der kostbaren Flasche das Datum dieser „reizvollen Episode". Der Kaiser aber hatte sich erhoben, um das Meer zu betrachten, und schwärmte. Man sah es seinem Acußern an, daß er wie ein Seemann, wie ein „Yachtmann“ schwärmte. Endlich legte das Dampfboot am Landungsplätze von Makry Keny an. Der Kaiser springt behend ans Land, sieht Militär aufgestellt und hat mich vergessen. Ich aber verharre ruhig in meiner Lage! Hatte ich nicht kaiserlichen Befehl, mich nicht zu rühren? Aber ich merke, daß man mich vollständig vergißt, und, meinen ganzen Mut zusammennehmend, bitte ich den letzten, der das Schiff verläßt, Seine Majestät zu fragen, ob ich ewig in meiner Lage verharren müsse. Einige Minuten darauf kommt man, mich abholen, und ich klettere auf eines der zahlreichen Pferde, die Seine kaiserliche Majestät der Sultan für die Teilnehmer an dem Ausflug geschickt hatte. Der Kaiser sprengt im Galopp davon. Am Landeplatz am Goldenen Horn an* gelangt, finden wir daselbst die Kaiks und Dampfboote Endlich die Samoafrage. Herrv.Richthofen, der begeisterte Verehrer Englands und Vertreter des Grafen v.Bülow, sobald der in der Sommerfrische weilt, war jetzt in England. Es kann kaum etwas schwächlicheres gedacht werden, als der klägliche Ableugnungsversuch der offiziösen „Norddeutschen Allgemeinen", er habe sich nur zur Erholung auf der Insel Wight aufgehalten. Er hat tiefes Verständnis für englisches Wesen, große Empfänglichkeit für englische Höflichkeiten und Liebenswürdigkeiten; sollte er da für englische politische Deduktionen jedes Verständniffes bar sein? Wir halten es sogar für sehr wohl denkbar, daß Herr v. Richthofen — sagen wir auf der Insel Wight — zu der Einsicht gelangt ist, Samoa, besonders Upolu sei für England wichtiger als für uns, wir hätten wenigstens an einem Besitz in der Südsee genug, einer sei daher entbehrlich: Samoa oder Neuguinea. Und als Herr v. Richthofen zu dieser Weisheit durchgedrungen war, da wurde ihm leichter ums Herz, und er erholte sich zusehends, und seine Nerven stärkten sich von Tag zu Tag. Das deutsche Volk denkt aber ganz anders über diesen Punkt: wo so viel deutscherBesitz ist, so viel deutschesBlut geflossen, so viel deutfcher Fleiß aufgewendet ist, hat Deutschland ein gutes Recht an diesem Besitz. Dieses Recht will eS verteidigen und behaupten, aber nicht erkaufen! Am allerwenigsten aber hat Deutschland irgendwelche Veranlassung, den EngländernEntgegenkommen zu zeigen — so denkt das Volk, ob auch Herr v. Richthofen, das wissen wir nicht. Ein Volk, das auf dem ganzen Erdball keine fremden Rechte anerkennt, sondern nur brutale Gewalt übt; ein Volk, das uns Krieg und Vernichtung mit höhnischen Worten ankündigt, gleichsam zur Begrüßung des Deutschen Kaisers auf englischem Boden- ein Volk, daS rücksichtslos den Weltverkehr unter seine Kontrolle zwingt, weil es das kann infolge seiner unseligen Uebermacht im Kabelbesitz — das verdient wohl unsere wachsame Aufmerksamkeit, aber weiter nichts. „Frankreich und Deutschland und die anderen (kleinen) Staaten können erwarten, nur eine kleine Rolle in der späteren Politik des nächst en Jahr hunderts zu spielen, während die Zukunft zu liegen scheint bej unserem eigenen Volke, beim gegenwärtigen britischen Reiche und bei den Vereinigten Staaten von Nordamerika und bei den Russen" — so erklärt Sir Charles Wentworth Dilke wörtlich auf Seite 2 des 1. Bandes seines in England ungeheuer populären Werkes „Problems of Greater Britain“. Fast scheint es, als bedeute der Krieg gegen Transvaal den ersten Schritt zur Verwirklichung so wahnwitziger Großmachts- und Welthcrrschaftspläne. Vorläufig haben die Briten gegen die Buren noch keinen Lorbeer erfochten; lange kann sich der Krieg noch hinziehen, möglich, daß die tapferen niederdeutschen Männer endlich der angelsächsischen Uebermacht erliegen. Aber wir wollen es abwarten. Doch dafür mehren sich die Anzeichen zusehends: ist der Sieg über Transvaal erst einmal errungen, dann wird sich der von wirtschaftlichem Neid geschwollene Brite gegen Deutschland wenden, das Land, das ihm auf kolonialem, industriellem und kommerziellem Gebiet „auf Schritt und Tritt im Wege steht", wie der Londoner „Standard" in seinem frechen, gegen Deutschland gerichteten Angriff, sagt. Im Vorwort zu dem Werk „Geschichte meiner Zeit" sagt Friedrich der Große: nicht vor, die noch vor uns hätten dort eintreffen sollen. Es hatte ein Mißverständnis wegen des genauen Zeitpunktes gegeben, und am Landeplatze waren nicht nur die erforderlichen Fahrzeuge nicht vorhanden, sondern es gab dort auch nichts, was dem erlauchten Reisenden als würdiges Obdach hätte dienen können. Es hat sich gut ein Musterherrscher, ein Souverän seiner Zeit, ein geduldiger und wohlwollender Kaiser sein — wenn es sich um das Warten handelt, wird man etwas Ludwig XIV. Es entging mir nicht, daß der Aufenthalt nicht nach dem Sinne Seiner kaiserlichen Majestät war. Ich wußte wohl, daß binnen wenigen Minuten die Fahrzeuge kommen würden, aber, was bis zum Ablauf dieser Minuten beginnen? Ich war abgcstiegen und stand ganz ratlos neben dem Pferde des Kaisers, der im Sattel geblieben war. Da kam mir plötzlich ein Gedanke. Ich gewahre ein altes türkisches CafS, ich gehe in dasselbe hinein und komme mit einer Handvoll „Cckas" (Bonbons) zurück. Ich halte dem Pferde Seiner Majestät ein Stück hin, und das edle Tier nimmt cs und verschluckt es. Jetzt war für die Minuten, die es noch zu warten galt, gesorgt: der Kaiser nahm mir die sämtlichen Bonbons Stück für Stück aus der Hand, und es machte ihm sichtlich Vergnügen, sic seinem alten Liebling zu reichen! Das letzte Stück Zucker war noch nicht verschluckt, als die Boote zur Stelle waren. Abends nahm ich trotz meiner Beinschmerzen an der Tafel im Yildiz- Kiosk Teil, wo mir noch die besondere Ehre widerfuhr, daß ich den Kaiser mir sein GlaS cntgegenheben sah! Nach Tisch übergab mir ein Adjutant den Roten Adlerorden mit Brillanten. Mehr Glück an einem Tage kann man wohl nicht haben." „Die Vernunft schreibt uns ein Gesetz vor, von dem, meiner Meinung nach, kein Politiker abweichcn darf, nämlich: die Gelegenheit zu ergreifen, und so lange sie günstig ist, etwas zu unternehmen; aber nicht sie zwingen zu wollen, indem man alles aufs Spiel setzt. Es giebt Augenblicke, wo man seine ganze Thätig- f eit aufbieten muß, um sie zu benutzen; aber es giebt auch andere, wo die Klugheit uns befiehlt, unthätig zu bleiben." Ist jetzt die Zeit für solche Unthätigkeit? Gewiß nicht. Kein vernünftiger Mensch fordert, daß wir mit dem Schwert in der Hand für Transvaal in die Schranken treten. Aber für unseren kolonialen Besitz, für unseren Handel, für unsere Ehre müssen wir auf der Hut sein. Darum kein zaghaftes Beschwichtigen mit den Offiziösen, sondern „alle Mann auf Deck" zu dem Kaiser und um den Kaiser!______________ z-KÄrs ruld VrsvkkMes Gießen, den 1. November 1899. ** Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Zwangszögling Wilhelm Berg aus Münzenberg wegen Entweichens aus dem RettungShaus Hühnlein vom Großh. Kreisamt Büdingen; Russenmacher Martin Birlenbach aus Kann wegeu Diebstahls von Großh. Staatsanwaltschaft Gießen; Müllerbursche, zuletzt Hotel-HauSbursche Richard Ebe aus Grüningen wegen Diebstahls von der Polizeiverwaltung Worms; Schiffsmatrose Peter Friesling aus Neckar-Gerach, Künstler Jakob Nock laus Karlsberg und Maschinenführer Anton Werz aus Limburg, sämtlich wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Oppenheim; Dienstknecht Georg Peter Gerhardt aus Erbach, zuletzt in König i. O., wegen Strafvollstreckung von Großherzogl. Staatsanwaltschaft Darmstadt; Spinner Joh. Heim aus Fechberg und Bäcker Joseph Trais er aus Neuhausen, beide wegen Diebstahls vom Großh. Polizeiamt Darmstadt; Monteur Karl Kaufmann aus Frankfurt a. M., Agent Franz Xaver Theobald Thiel aus Frankfurt a. M. und Georg Herth aus Klein-Bieberau, sämtlich wegen Einbruchsdiebstahls von Großh. Staatsanwaltschaft Mainz; Taglöhner Heinrich Koch aus Heftrich, zuletzt in Vilbel, vermutlich auch unter falschem Namen Adam Henning aus Oberstöckern wegen Diebstahls vom Großh. Amtsanwalt zu Friedberg; Former Wilhelm Löhr aus Hachenburg wegen Beleidigung und Bedrohung von Großh. Staatsanwaltschaft Darmstadt; Bierbrauer Franz Albert Nauer aus Hägg- lingen, Brückenbauer Albert Schmitz aus Holthausen, Metzger Karl Katelke aus Emden und Seemann Karl Schröder aus Marburg, sämtlich wegen Diebstahls vom Großh. Amtsanwalt zu Zwingenberg; Former Karl Seife aus Kaiserslautern wegen Strafvollstreckung Pom Großh. Amtgericht Taglöhner Gottlieb Silberborn aus Eßlingen, zuletzt in Bürgel, und Taglöhner Johannes Mück aus Ofterdingen, beide wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Offenbach, Kunstmaler August Stolz aus Mannheim wegen Diebstahls von der Polizeiverwaltung Worms; Friedrich Getty Ehefrau Marie geb. Munschau aus Küttolsheim, Metzger Emil Buchhaupt aus Mainz, Prostituierte Klara Louise Theis aus Mainz, Dienftknecht Georg Mißbach aus Groß-Ostheim, Schreiner Adolf Kohl aus Mainz und Schiffsheizer Philipp Weh rum aus Mainz, sämtlich wegen Strafvollstreckung vom Großh. Amtsgericht Mainz. •* Neue Postwertzeichen. In Ergänzung der bisherigen Meldungen über neue Postwertzeichen geben wir heute den nachstehenden Artikel der „Deutschen Verkehrszeitung" wieder, der aus amtlicher Quelle stammt und darum Anspruch auf unbedingte Zuverlässigkeit hat. Das Blatt schreibt: Im Reichspostgebiet werden zurzeit bekanntlich folgende Markenwerte zur Frankierung der Postsendungen verwendet: 3, 5, 10, 20, 25 und 50 Pfg., sowie im inneren Verkehr der Postanstalten 2 Mark. Der Aufschwung, den der Postverkehr im letzten Jahrzehnt allgemein genommen hat, namentlich aber die bedeutende Zunahme des Packetverkehrs und dessen Ausdehnung auf immer weitere Gebiete des Auslandes haben das Bedürfnis gezeitigt, die niederen Fran- kierungswerle um die Beträge zu vermehren, die bei der Versendung von Postanweisungen, Wertbriefen und Packeten am meisten benötigt werden, und weiter auch Postwertzeichen zu noch höheren Beträgen als bisher dem Publikum zur Verfügung zu stellen. Die seit dem 1. Oktober 1889 im Gebrauch befindlichen Postwertzeichen, die einfarbig, ohne Prägung und ohne Unterdrück im gewöhnlichen Buchdruck hergestellt werden, stehen hinsichtlich ihrer künstlerischen Beschaffenheit hinter den Freimarken anderer Länder zurück und bieten auch keine ausreichende Sicherheit gegen Nachahmungen. Diese Mängel sind hauptsächlich darauf zurückzuführen, daß das Markenbild ungünstig gewählt ist. Der im Mittelfelde der Marken zu 10, 20, 25 und 50 Pfg. verwendete Reichsadler ist in seiner feststehenden stilisierten Form wenig geeignet, in eigenartiger künstlerischer Weise aufgefaßt und dargestellt zu werden, zumal der kleine Maßstab eine individuelle Behandlung erschwert. Bei der Herstellung der neuen Postwertzeichen ist deshalb von der Verwendung des Reichsadlers abgesehen worden. Bei den Erwägungen über die Wahl des neuen Bildes wär man sich darüber klar, daß sich die Wiedergabe eines Kopfes am besten eignen würde. Ein Kopf läßt eine künstlerische Darstellung zu und bringt eine schöne Wirkung im Markenbilde hervor; er ist verhältnismäßig schwer nachzuahmen, und in Nachahmungen werden selbst geringfügige Abweichungen leicht erkannt, weil das Auge auf eine Veränderung des Gesichtsausdruckes, besonders bei einem Portrait mit den charakteristischen Gesichtszügen, viel empfindlicher reagiert, als auf die Verschiedenheit in dieser oder jener ornamentalen Linie. Es läge ja nun nahe, das Bild des Deutschen Kaisers als Markenbild zu verwenden. Hiergegen walten indes ähnliche Bedenken ob, wie solche s. Z. bei Erlaß des Gesetzes über die Ausprägung von Reichsgoldmünzen und bei Erlaß des Reichsmünzgesetzes dafür maßgebend waren, daß die Reichsmünzen nicht einheitlich das Bild des Kaisers, sondern die Bildnisse der Landesherren und die Hoheitszeichen der freien Städte tragen. Es kommt hinzu, daß das Reichspostgebiet sich mit dem Umfang des Deutschen Reiches nicht deckt. Als neues Markenbild ist das Brustbild einer Germania gewählt worden. Das Haupt des idealen Frauenbildniffes trägt die Kaiserkrone, unter . der das Haar bis auf die Schultern herabwallt. Die Brust ist gepanzert, die rechte Hand hält Schwertknauf und Oelzweig. Der Kaiser, dem Probeabdrücke vorgelegt worden waren,, hat seine Freude Über die treffliche Ausführung zu erkennen gegeben. Die Werte bis einschließlich 20 Pfg. werden in einfarbigem Buchdruck, die von 25 bis 80 Pfg. in zweifarbigem Buchdruck hergestellt. Die Farben sind: 3 Pfg. braun, 5 Pfg. grün, 10 Pfg. rot. 20 Pfg, blau, 25 Pfg. Eindruck (das Bild der Germania, die Bezeichnung „Reichspost" und der Wertbetrag): schwarz, Rahmen: orange, Papier gelb, 30 Pfg. Eindruck: schwarz, Rahmen: orange, Papier: chamois, 40 Pfg. Eindruck: schwarz, Rahmen: karmin, Papier: weiß, 50 Pfg. Eindruck: schwarz, Rahmen: violet, Papier: chamois, 80 Pfg. Eindruck: schwarz, Rahmen: karmin, Papier: rötlich. Die Marken sind 251/2 Millimeter hoch und 211/2 Millimeter breit; sie haben in der Breite 15, in der Höhe achtzehn Zcihne. Als Einführungstermin ist der 1. Januar 1900 in Aussicht genommen ; natürlich werden die alten Vorräte aufgebraucht, ehe die neuen Marken zur Ausgabe gelangen. An höheren Werten sind Marken zu 1, 2, 3 und 5 Mark in Aussicht genommen. Die Anfertigung ist im Gange, wird jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da die Marken in Kupferstichmanier hergestellt werden müsien. Für die höheren Werte sind Darstellungen aus der neueren Geschichte All-Deutschlands vorgesehen. Es hegt ferner in der Absicht, für die deutschen Post- anstalten im Auslande und in den Kolonien eine besondere Freimarke herzustellen, durch deren Bild „Deutschland zur See" versinnbildlicht werden wird. Sämtliche Arbeiten bei Herstellung der neuen Marken werden in der Reichsdruckerei ausgeführt, nicht in England ober von einem Engländer, wie in einer kürzlich von einer Berliner Korrespondenz gebrachten Notiz behauptet worden war. Vielleicht hat die Thatsache hierzu Veranlassung gegeben, daß ein Deutscher, der in einer englischen Kupferstich- Anstalt gearbeitet hatte, in der Gravier-Abteilung der Reichsdruckerei beschäftigt werden sollte, nachdem er seine Befähigung in der Kleinkunst des Stechens nachgewiefen hätte. Sein Können sollte er durch den Stich einer Vorlage beweisen, die für ein Markenbild der höheren Werte in Aussicht genommen war. Der Mann kam, sah die Vorlage, und die Augen gingen ihm über; er setzte seinen Wanderstab weiter unv ward nicht mehr gesehen. □ Ruppertenrod, 31. Oktober. Ein fast vollständig nacktes Reh wurde vorgestern von dem hiesigen Jagdpächter Geiß erlegt. Das Reh, ein gesundes, ausgewachsenes Tier, war am ganzen Körper so glatt wie ein Aal. Nur der Kopf und die Beine zeigten noch schwache Spuren der Behaarung. Jedenfalls hat das Reh eine Haarkrankheit durchgemacht, wodurch es sein schützendes Oberkleid verloren. Ein derartiges Reh dürfte sonst aber zu den seltenen Jagdbeuten gerechnet werden. A Ober Ohmen, 31. Oktober. Am vorgestrigen Sonntagabend bot sich unseren Kirchspielbewohnern Gelegenheit, einem ebenso seltenen, als erbaulich interessanten Gottesdienste beizuwohnen. Von dieser Gelegenheit ward denn auch so fleißig Gebrauch gemacht, daß die sehr große Kirche bis auf den letzten Platz besetzt blieb. Gottesdienste, durch Missionare abgehalten, haben immer ein eigenartiges Interesse. Letzteres erhöht sich aber viel mehr, wenn der Missionsvortrag durch vortreffliche Bilder nach der Natur belebt wird. In dieser Weise verfuhr Herr Missionar Groh von Bermutshain am vorgestrigen Abend. Mittelst einer Later na magica führte er eine Reihe von Bildern aus dem Missionsleben vor. Vom Baseler Missionshause bis zur Goldküste Afrikas, dem Wirkungskreise des Vortragenden, vorbei an hohen Leuchttürmen der Meeresgestade und felsigen Klippeninseln bis zur Überreichen Vegetation der Goldküstc und der Kultur ihrer dem Christentum gewonnenen Bewohner führten die trefflichen Bilder die gespannt lauschende und zusehende Zuhörer. Wie für die Erwachsenen von hohem Interesse, so von nicht zu untere schätzender unterrichtlichen Bedeutung für die Schulen müssen die vorgeführten Bilder bezeichnet werden. Erhält doch hierdurch die Kapitalforderung des modernen geographischen Unterrichtes, „Kulturgeographie", ihre Kapitalstütze: Anschauung, wie das Kapitel „Mission" thatkräftige Unterstützung. Eingeleitet wurde der zweistündige Vortrag durch Gesang und Gebet und in eben dieser Weise geschlossen. Die am Schluffe der Missionsbetrachtung erhobene freiwillige Kollekte schien recht gut ausgefallen zu sein. Wir können derartige Vorträge, wie sie Herr Missionar Groh hier gehalten, auf das beste empfehlen. Schiffsnachrichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten: Carl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 30. Oktober. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben - Schncllpostdampfer „Kaiser Wilhelm der Große" Capitän H. Engelbart, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist am 28. Oktober 11 Uhr vormittags wohlbehalten in Baltimore angekommen. pidpnstnffp kauft teb» Dam« am b-ft-n UN» ^5ByiUC,,SlU,,e> pr-i-werthest-n direkt vsu Sammle von Elten & Keussen ^FUnd VelVetS WftM Mrt< nnfer' MufUrfortlmmt. Das out Herk ^Trieboiertll' 7 Stücke Land t 1 Stück Gelandk 1 - * fMonks Di i 1«?*wlt Zufammenkul SST* 5 b® e®* das Gelände am - Gießen, be Die für das 1900|l901 i«G' walb etforbed Wegbau-uubG alt: 1. Aufräumen v.G 2. Anfertigung von graben 3. Lieferung von Bi steinen 4. Aufsitzen derselb 6. Wegplanterung 6. Lhaussterarbeitel 1. ArstMtzMN lleirWag 8. Herstellung v.! lfö.wrajolten einschl.derBese von Dörnern v kraut sollen Samstag im 4 vormittag im Saale bei öffentlich vergeben Wen, ben 80. Mgem Gnat t.®1'6» ein,.. W ÄÄf H Vetter Är b. Win 4* b[» KL Ä’ tiL & ktau Aus btm Bw Deputation ist 1080 Mark bot Schreibgehilfen b vewber a. e.; Bewerber, meld ^rm thätig nt ihrer Gel un9 bl« zum 6. s reichen. btn 3C ®r* 3ürgtn Eh ba86g”b*=n, bal en- Es u«1, Hohnts- bt® HuTUT ba6 « Starten® ? > bie tzW b!« D-M ÄgVÄß’wSj ‘»•w VS“ 19(j0 'N Aussicht qt nSorrite ausgebraucht, ehe bie neuen 2- 3 und 5 Mark in Aus- ÜÄT’SS1*'* peinige V m Kupserssichmanitt KeraesieL Werte sind Darstellungen auS bet 1 vorgesehen. wty. für bie deutschen Post n den Kolonien eine besonder! deren M „DeuWand zur wird. ferfteHung der neuen Warfen i auSgefthrt, nicht in Entzlnnd wie in einer türM non einer achten Notiz drhanytet wordru chache hinzu Veranlassung gt> r in einer englischen Kupserftih er Gravier-Abteilung der Reiche sollte, nachdem er seine Be )es Stechens nachgewiesen hätte irch den Stich einer Vorlag! tenbilb der höheren Werte ii er Mann kam, sah die Borlag! über; er setzte seinen Wander mehr gesehen. Mir. Ein saft vvMndu .estern von dem Men Jagd ih, einachndeS,auSgewachsen6 k lv glatt wie ein Aal. 3hn intnt °°ch Ich«°ch- SP--», ° M boi R-h -i°- $««** tinlÄenbeiObtrM* ™n(t aber ju btn (eltenett 3agb i ■**?.** •" te^ jftober. Am vorgestrigen Sm Kirchspielbewohnern Gelegen e-' erbaulich interessanten Gotte. abetX «6«* 8 xt L« ®lf* W-'I- SRilt* im Dorgeftr'9« ® „„ Silben )rte er ttB'S ’r. $om$Äie bes$« , bem ” at*irto«t* *'* Hi F Mental» S> 5 »«*•»?» Bebemung bt ^ält W sfe SJJ« m/titung -C L Bekanntmachung. Das mit Herbst d. I. leihsällig werdende ftädische Gelände und zwar: 119 Triebviertel, 7 Stücke Land auf dem Seltersberg, an der Klinik- und Crednerstraße 1 Stück Gelände am Wißmarerweg und der Lahn, 1 „ n n Leihgesternerweg — 600 qm, 5 „ „ „ Hamm, neben der Neumühle, soll Montag den 6, November d. I. an Ort und Stelle ander- weit verpachtet werden. Zusammenkunft ist vormittags 9 Uhr an der Landmannstraße mit Fortsetzung des nachmittags 3Vi Uhr mit dem Stück Gelände am Leih- gefternerweg neben der Aktienbrauerei, während um 4 Uhr das Gelände auf dem Seltersberg, alsdann das Gelände auf dem Hamm und sodann das Gelände am Wißmarerweg zum Ausgebot kommt. Gießen, bett 30. Oktober 1899. 7717 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. lii,liiniiitiiiiid)iniiirn Dekanntmachung. Die für das Rechnungsjahr 1900/1901 iw Gießener Stadtwald erforderlichen Kultur-, Wegbau-undGrabeuarbeiteu, als: veranschlagt zu 1. Aufräumen v. Gräben 107,60 2. Anfertigung von Neugräben 231,— „ 3. Lieferung von Basaltsteinen 3475,— „ 4. Aufsttzen derselben 262,— „ 5. Wegplanierung 2854,— „ 6. Chaussierarbetten 2280,— „ 7. Lieferung von Basaltkleinschlag 740,- „ 8. Herstellung v. 18000 lfo. m rajolten Riefen einschl.derBeseitigung von Dörnern und Unkraut 810,— „ sollen Samstag de» 4. November d. I., vormittag- 10 Uhr, im Saale des alten Rathauses öffentlich vergeben werden. Gießen, den 80. Oktober 1899. Großh. Bürgermeisterei Gießen. _________Gnauth._____7718 Bureaugehilfe. Auf dem Bureau der Armen- Deputation ist die bisher mit 1080 Mark dotierte Stelle eines Schreibgehilfen bis zum 15. November a. e. zu besetzen. Bewerber, welche bereits auf einem Bureau thätig waren, wollen unter Angabe ihrer Gehaltsansprüche, sowie unter Beifügung ihrer Zeugniffe und eines Lebenslaufes ihre Meld- ung bis zum 6. November a. e. an die unterzeichnete Behörde einreichen. Gießen, den 30. Oktober 1899. Großh. Bürgermeisterei Gießen. ________J.V.: Wolff. 7719 Dekanntmachung. Die Stelle eines Hilfstechuikers beim Stadtbauamt Gießen ist neu zu besetzen. Verlangt werden zeichnerische Fähigkeiten, saubere Handschrift und Gewandtheit im Rechnen. Die Stellung ist nicht als dauernde zu betrachten, bietet aber einem jungen, strebsamen Techniker Gelegenheit, sich weiter auszubilden. Anmeldungen, unter Beifügung eines Lebenslaufes und von Zeug- niffen, find unter Angabe der Gehalts- ansprüche bis zum 15. November b. Js. an den Unterzeichneten zu richten. Stadtbauamt Gießen. 7708 Schmandt, Stadtbaurat. ITrvIlctßrriiurtcn jreitag bett 3. November l. I., nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale zwangsweise versteigert: 29 Flaschen Sherry, 16 Flaschen Rüster Ausbruch, 20 Flaschen Marlowitzer Rotwein, 35 Flaschen ungar. Süßwein, 90 Fl. dgl., 8 Flaschen ungar. Wermuth u. a. Die Versteigerung findet bestimmt «att. 7 706 Geißler, Gerichtsvollzieher. Mobiliar-Derstkigeruns. DouuerStag den 2. Novbr., nachmittags 2 Uhr, werden Grüu- bergerstr. 18, III, Eingang im Hofe, folgende Mobiliar- rc. Gegenstände gegen gleich bare Zahlung versteigert: Mehrere Sofas, Kommoden, 1 polierter Glas- schränk, 1 Sessel, eiu- und zweithür. Kleider- schräuke, ovale und viereckige Tische, Stühle, Bilder, Spiegel und Lampen, 2 Blumentische, Porzellan- und Glas- Waren, eine große Partie Weißzeug, 1 Küchenschrank mit Glaeaufsatz, eine Partie Nußkohlen und Breun- Holz, sowie Haus- und Küchengeräte jeglicher Art; ferner: mehrere vollst. Betten. I. A.: Schneider. Als vonögliche MW* empfehle: pr. Fl. o. Gl Gardener Mosel.....50 Pfg. Hraacher „.....70 „ Aetttrrger „.....90 „ Arauneöerger,,.....100 „ «Zauöerchetmer Aheirr ... 60 w Oppenheimer ,, .... 75 v Niersteiner „ . ... 100 „ Atal. Notwei»......60 „ Warca Atatia......90 „ Bei 10 Flaschen und bei Faßbezug Preisermäßigung. 4013 Louis Lind, Weinhandlung, Ki r chenplatz 19. Gemse-Kmserm Wie 7587 Stangenspargel Brechspargel Junge Erbsen, div. Dualitäten, Junge Schnittbohnen, div. Qualit., Brechwachsbohnen Junge Erbsen mit Karotten Champignons re. re. empfiehlt in vorzüglicher Qualität Fr. Leo Nachfl., C. 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Er ist die» dar bekannte Aerdauungs- und ZLlutreinigungsmittel, der Hubert Ullrich’sche Kräuterwein Dieser «rSukerweln ist auS vorzüglichen, l)«ilkrLftia befundenen «rüukern mit gutem Wein bereitet und stärkt und belebt den BerdauungSorganiSmuS des Menfchen ohne ein Abführmittel zu fein. KrSuterwein beseitigt Störungen in den Blutgesästen, reinigt daS Blut von verdorbenen, krank- machenden etofltn und wirkt fördernd auf di« Neubildung gefunden vluteS. Durch rrchizeiilgen Gebrauch de« Keüuier-Weine« werden Magenübel meist schon im Keime erstickt. Man sollte also nicht sSumm, sein« Anwendung anderen scharsen, ätzenden, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Symptome, wie: Kopfschmerzen, ktuf- stosten, Sodbrennen, Blüstungen, Nebelkeit mit Erbrechen, die bet chronischen ^veralteten) Magenleiden um so hestiger aufirden, werden oft nach einigen Mal rrinken beseitigt. und deren unangemhme Folgen, wie Beklemmung, AdrUgivkrttOpfUlIg Aolikschmerzen, Herzklopfen, Schlaflostgkeit, sowie Blutanstauungen in Leber, Milz und Psortadersystem (HÜM0rrt)0idall«ld«n) werden durch Kräuterwein rasch und gelind beseitigt. Äräultrmtüi beliebt Unver- daulichkeit, verleiht dem Derdauungisyslem einen Ausschwung und entfernt durch einen leichten Stuhl untaugliche Stoffe aus dem Magen und den Gedörmen. Kageres, öteiches Aussehen, Blutmangel, Entkräftung Leber. Bei gSnzlicher «ppetitloflgkeit unter nervöser Vbspannnng und Ge- mütl)Sverstimmung, sowie häufigen Kopsschmerzen, schlaflosen Nächten, fiecheu ost solche -rank« langsam dahin. fiJV Kräuterwein giebl der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impala S9V Kräuterwein steigert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel kräftig an, beschleunigt und verbeffert die Blutbildung, beruhigt die erregten Nerve« und schafft dem Krankm neue LtbenSlust. Zahlreiche Anerkennungen und Dankschreiben beweisen die». Kräuter-Wrin ist zu habm in Flaschen ä Mk. 1.25 und 1.75 in den Apotheken von «i«he>i, Groh«,i-Lindkn, Wetzlar, Fronstausen, Brauns«!», Butzbach, vrandoberndorf, Gladenbach, Weilburg, Grotzen-Busech, «llcndorf, Grünberg, Sich, Hungen, Laubach, Bad-Nauheim, Marburg u. s. w., sowie in ganz Deutschland in den Apotheken. 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