^Mtoauliiie 5. "*:Nii 1°8 K^°benen»^. te'-gä ÄSlSÄv1 äuk $ | rdicht 1 tbiirste , ln^ Armee Weh, sauber, unver- ?’J? ’D Bür8te be- Crocken. Wichse con. 1 DDd macht 68 duL ltr?blank d cht. Die Wichse färbt 7l der Bürste „hellgelb“ Aquarelle, Baupläne u.8,w, llcut bearbeiten, ohne dass J verwischen' Leder-Stühle, »erfapeten und Eichenmöbel )e bearbeitet, werden wie füglich für Hausdiener in Sattelzeug eto. gelb M braun ! kenntlichen Handlungen, 1 ' (Rheinpfalz). ank,Lederhandlung. franko. "W 7558 lesellschaft Maden Jedem Umfange, ,er Bedarfs-krtikel i tast*'. i» liessen 6,Mai«■ | Choc°ladl' j Gebäcke' { orten“11 ,(I(j tt8 vorrätig' 37t. 258 Grstcs Blatt. Donnerstag den 2 Novemb« 18»» Gießener Anzeiger General-Nuzeiger Anrts- und Anzeigeblutt fiiv den Tlveis Gieren Klczugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf- monatlich 75 Pf-. mit Bringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf,, vierteljährlich. 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Seine linke Flanke ist dadurch völlig entblößt, und es bleibt wenig Aussicht, daß er überhaupt noch einige Trümmer feiner Streitmacht nach dem Süden retten kann. Vernichtet sind dieselben Truppenteile, von denen schon in den heute nacht eingegangenen Telegrammen gemeldet wurde, daß sie vermißt öder „noch nicht zurückgekehrt" seien. Die Einzelheiten dieser Kapitulation, die die Buren durch ihre altbewährte Taktik, wohlgezieltes Feuer aus sicherer Deckung heraus, erzwungen haben, und den Cinoruck der Katastrophe in England schildern folgende Telegramme: London, 31. Oktober. Die irischen Füsiliere, das Gloucester-Regiment und die zehnte Gebirgsbatterie, welche die linke Flanke der Stellung bei Ladysmith decken sollten, kämpften gestern gegen eine furchtbare Uebermacht und erlitten schwere Verluste. Schließlich ergaben sich die Ueberlebenden. Einige von ihnen kamen unter Parlamentärflagge in das Lager bei Ladysmith, um Hilfe zur Bestattung der Toten zu erbitten. General White billigte die Uebergabe-Bedingungen und tadelte die Kapitulation nicht, da die Stellung der englischen Truppen unhaltbar gewesen sei. Die Buren nahmen mit den Mannschaften zweiundvierzig Offiziere und einen Zeitungskorrespondenten gefangen. . London, 31. Oktober. Das schwere Unglück bei Lady- schmith erregt tiefe Bestürzung in London. Daß General White die Verantwortung für die Kapitulation übernahm, wird als ein Zeichen dafür angesehen, daß er seine Abberufung wünscht. Die englischen Verluste waren sehr schwer, da das gefangen genommene Korps sich nicht eher ergab, als bis es ganz umzingelt und durch das Gewehrfeuer des gedeckt stehenden Feindes dezimiert war. Die Schlacht bei Ladysmith. Auch der gestrige Kampf der H a u p t m a ch t des Generals White gegen die Buren war für die englischen Waffen sehr ungünstig. Es liegt dem ..B L.-A." ein genauer Bericht hierüber in folgendem Telegramm vor: London, 31. Oktober. Ueber den gestrigen Kampf vor Ladysmith telegraphiert der dortige Times-Korrespondent folgende Details: Der Feind halte in geschickter Weise Artilleriepositionen, welche die nördlichen und westlichen Zugänge beherrschen, eingenommen. Nachdem die Kavallerie die Hauptposition des Feindes festgestellt hatte, gingen am Abend vorher drei Kolonnen ab, um den Schlag gegen die Position des Feindes 5 Meilen nördlich von Ladysmith an der Straße nach Elandslaagte auszuführen. Oberst Grirnwood nahm eine Brigade aus dem ersten und zweiten Bataillon der Ktngs Royal Riffes, ferner von den Leicestershire und Liverpool- Regimentern und den Dubliner Füsilieren, um den Unken Flügel des Feindes anzugreifen. Oberst Hamilton mit bem Devon-Regiment, Gordon mit den Highlanders, dem Manchester-Regiment und dem zweiten Bataillon der Riffe-Brigade kam später an, unterstützt von dem Gloucester- und dem irischen Füsilier-Regiment und der Bergbatterie, um den rechten Flügel anzugreifen. General French nahm eine Kavallerie-Brigade und berittene Infanterie, um auf unserm rechten Flügel zu operieren. Das Ziel unseres. Angriffs stellte sich als unbesetzt heraus. Der Feind bewirkte einen Frontwechsel und machte einen Scheingegenangriff gegen unsere linke Flanke. Der Feind war zahlreich und hatte Maxim-Feldgeschütze, und zwar 37 Millimeter-Geschütze. Die fünften Lanciers ritten mutig an der feindlichen Front vorbei und simulierten einen Rückzug, um den Feind hervorzulocken, doch vergeblich, da der Feind nur mit Granat- feuer erwiderte. Die Flankenattake entwickelte sich derart, daß die englische Rechte verstärkt werden mußte. Die englische Artillerie wechselte die Front und unterstützte die verstärkte Infanterie kräftig. Zwei Batterien blieben in Aktion, rückten der feindlichen Position näher und hielten mittels Schrapnels das Feuer der auf Ladyshmit gerichteten Belagerungsgeschütze nieder. Um 9 Uhr mußten die drei Bataillone des Obersten Grirnwood, nachdem sie die Rille fünf Stunden gehalten hatten, plötzlich über offenes Terrain auf ihre Artillerie zurückgehen. Die 53. Batterie jagte mutig vor, um den Rückzug zu decken, wobei sie schwere Verluste erlitt. Die Kavallerie, ohne Unterstützung gelassen, mußte ebenfalls zurück. Jetzt begann ein allgemeiner Rückzug auf Ladysmith. Die Geschütze, welche die Infanterie bedeckt hatten, beschützten jetzt kräftig den endgiltigen Rückzug. Der Feind drängte nicht nach, aber erschien dafür auf seinen alten Positionen in großer Zahl. Hierbei fand er bei seiner Rückkehr die Flottenbrigade vom Kreuzer „Powerful" angekommen. Zwei Schnellfeuer - Geschütze wurden sofort unter Deckung einer Redoute aufgestellt, und mit fünf Salven brachten sie den feindlichen Vierzigpfünder zum Schweigen, welcher seit Tagesanbruch elf Granaten nach Ladysmith hineingeworfen hatte, ohne ernsten Schaden anzurichten. Die Truppen kehrten um 2 Uhr zurück. Auf der linken Flanke wurde unsere Bewegung dadurch gehindert, daß die Maulesel der Feldbatterie in der Nacht nach der feindlichen Position durchgegangen waren. Die Bergbatterie auf der linken Flanke berichtete, daß sie infolgedessen gelitten habe. Doktor Jameson und Sir John Willoughby kamen gestern in Ladysmith an und beobachteten die Schlacht. Der Kriegskorrespondent des „Daily Telegraph" erklärt, die Buren hätten Hundertpfünder. White avanzierte vor Tagesanbruch mit allen Truppen nach Tintwanyone zu. * * * Kapstadt, 31. Oktober. General Buller ist heute nacht hier eingetroffen. Zu seinem Empfange waren großartige Vorbereitungen getroffen. London, 31. Oktober. Das 1. königlich e Dragoner- Regiment schiffte sich auf dem Transportschiff „Manchester Port" ein, welches gestern abend unter großer Begeisterung unter den Klängen der Rule Britannia absegelte. Unter den hervorragenden Gästen, welche dem Regiment Lebewohl sagten, war der Kriegsminister und seine Gemahlin. Das Regiment bestand aus 27 Offizieren, 561 Mann und 516 Pferden. Loudon, 31. Oktober. Aus Prätoria kommt die Meldung, daß 200 Verwundete aus Dundee erwartet werden. Die Schulen wurden als Lazarette eingerichtet. Nach einer Meldung aus Lorenzo Marquez ist das deutsche Korps bei den Truppen von Ladysmith. Deutsches Keich. Berlin, 31. Oktober. Der Kaiser empfing am Sonntag den Herzog von Ratibor, welcher in seiner Eigenschaft als Präsident des in der Pfingstwoche im Reichstagsgebäude abgehaltenen Tuberkulosenkongresses den Bericht über denselben überreichte. Der Kaiser gab hierbei von neuem sein lebhaftes Interesse für die auf die Bekämpfung der Tuberkulose gerichteten Maßnahmen kund. — An dem Umstande daß der Reichskanzler Fürst Hohenlohe sich von Baden-Baden nach Schillingsfürst begeben hat und der Staatssekretär Tirpitz gestern zum Vortrage beim Kaiser nach Liebenberg gerufen wurde, werden Krisen-Vermutungen geknüpft, die, wie die „National- Zeitung" meldet, völlig grundlos sind. Seit vielen Jahren pflege der Reichskanzler das Allerheiligen-Fest mit seiner Familie in der Heimat zu verleben. Auch Staatssekretär Graf Bülow hat mit seiner Gemahlin eine Einladung nach Liebenberg erhalten. Ludwigshafen a. Rh., 31. Oktober. Die „Pfälzische Rundschau" erfährt aus bester Quelle, daß am kommenden Donnerstag in Stuttgart eine Konferenz unter dem Vorsitz des Staatssekretärs von Podbielski stattfindet, in der über die Einheitlichkeit der Postwertzeichen in ganz Deutschland beraten werden soll. Die Fortsetzung der Verhandlung soll in München stattfinden. Dresden, 31. Oktober. Prinz Friedrich August, an dessen Krankenbett gestern der königliche Leibarzt Geheimer Medizinalrat Dr. Fiedler erschien, hat die Nacht gut verbracht. Heute ist das Bewußtsein klar, der Brechreiz ist geschwunden. Temperatur und Herzschlag sind normal. Baden-Baden, 31. Oktober. Heute mittag um 12 Uhr 30 Min. ist das russische Kaiserpaar in Begleitung der großherzoglich hessischen Herrschaften mit Sonderzug in Baden-Baden eingetroffen. Am Bahnhofe waren zum Empfang erschienen: Der Großherzog von Baden, das Erb- großherzogspaar, der Großherzog von Oldenburg, Großfürst Michael Nikolajewitsch, Prinzessin Wilhelmine von Baden und Prinz Max von Baden, ferner der Geheime Ober- regierungSrat Haape und Oberbürgermeister Gönner. Die Fahrt vom Bahnhofe, der festlich geschmückt war, nach dem Schloß erfolgte in fünf offenen Hofwagen. Nach der Ankunft im Schloß war Fürstentafel, an diese schloß sich Marschalltafel an. Später beabsichtigt das Kaiserpaar die russische Kapelle zu besuchen, worauf die Rückreise nach Darmstadt erfolgt. _____________________________________ Ausland. Wien, 31. Oktober. In der Angelegenheit der bevor- tehenden Einberufung der Delegationen wurde Graf Clary ;eute vormittag vom Kaiser in Audienz empfange». Nachmittags sollte Graf Goluchowsky empfangen werden. Wien, 31. Oktober. Einer Washingtoner Meldung der „Pol. Korr." zufolge, arrangiert der pensionierte Major Arnes, ohne daß die Regierung es hindern kann, ein Flibustierkorps für Transvaal, welches er der siegreichen Partei zur Verfügung stellen will, um so Einfluß auf den Mineralreichtum in Südafrika zu gewinnen. Budapest, 30. Oktober. Von hier wird einem Berliner Blatte gemeldet, Erzherzog Franz Ferdinand werde in allernächster Zeit, vielleicht schon am nächsten Samstag, die Gräfin Chotek morganatisch und geheim heiraten. Die Gräfin werde vom Hofe zurückgezogen auf einem Gute ihrer Familie in Böhmen leben. Nach dem „Berl. Tageblatt" hat Kaiser Franz Joseph seine Einwilligung zu der Heirat gegeben. ' Rom, 31. Oktober. Der in das englische Haupt- Quartier nach Südafrika kommandierte Major wurde von Visconti Venosta in längerer Audienz empfangen. Smyrna, 31. Oktober. In den nächsten Tagen trifft hier ein französisch-italienisch-österreichisches Geschwader ein. Petersburg, 31. Oktober. Der Generalstabsoberst Leontowitsch wurde zum Militär-Attache in Belgrad ernannt. ____________________________________ Lokales und VrovilyieUes. ♦ Gießen, den 1. November. ** Geschichtskalender. (Nachdruck verboten.) Vor 53 Jahren, am 1. November 1846, starb zu Wrxiö-Bischof der Dichter EsaiaS Segnet. In ihm verehrt Schweden seinen größten Poeten. Sri« Romanzykluk, die „Fcltbjofs-Saga", ist die Nationaldichtung de« schwedischen Volkes gewo den, die in alle europäischen Spraaen, allein achtzehmmO ins Deutsche, übersetzt wurde. An Vollendung seines Epos „Geeda" hmderte ihn schwere Umnachtung des Geistes. T. wurde am 13. November 1782 zu Kyrkeroud geboren. •• Auf dem Zweirad! Ein norwegisches Blatt macht seinem Unwillen Luft über die schlechte Körperhaltung, die die Herren der Schöpfung auf dem Rade beobachten. Diese Bemerkungen haben auch für die heimischen Verhältniffe Geltung. Es heißt da: „Wenn man einen Krüppel krumm und gebeugt durch die Straßen wandern sieht, wird man von Mitleid erfaßt. Aber wenn man hundert und aber hundert kräftige und geradegewachsene junge Leute mit krummem Rücken und schlechter Haltung auf dem Rade reiten sieht, wird man ärgerlich. Unsere Jugend sollte viel zu viel Schönheitssinn haben, als daß sie sich dazu versteht, wie ein Heer von Bücklingen auszuschauen, die man auf Zweiräder gesetzt hat. Wir wissen sehr wohl, daß die Herren Radler glauben, daß es sportsmännisch aussiehr, wenn man wie ein lendenlahmer Pavian im Sattel sitzt; denn die Professionals auf der Rennbahn befleißigen sich ja auch dieser Haltung, wenn es einen Rekkord von einer tausendstel Sekunde gilt. Aber es ist etwas anderes, wen« man durch die Straßen einer Stadt fährt, da ist das Raisonnement nicht mehr stichhaltig. Es ist mehr als thöricht, wenn die Radler zum Spazierenreiten einen Sitz wählen, dank deffen sie sich kaum von Meerkatzen unterscheiden. Auch hier heißt es: „Kopf hoch! Brust heraus!" Das ist gesünder und sieht auch weit schneidiger aus, als die abscheuliche Haltung mit vornüber gebeugtem Kopfe und krummem Rücken. Nehmt Euch ein Beispiel an de« Damen, ihr Herren der Schöpfung, sie sitzen weit eleganter im Sattel, als Ihr!" •• Vortrag über Kamerun. Auf diesen Vortrag, der Freitag abend 8 Uhr in der Stadtkirche gehalten werden soll, möge auch an dieser Stelle aufmerksam gemacht werden. Herr Missionar Bohner, der schon seit langen Jahren im Dienste der Basler Mission in Kamerun thätig ist, hat große Reisen im Hinterland von Kamerun gemacht und ist ein genauer Kenner von Land und Leuten. Unter den Freunden der Arbeit in Kamerun ist er durch seine be- OMre/cher■ 8itri*.b beul gdaba dkuGSstm |e ben Sebanten bet ßtifierl zu, geloben il Impft um bie beutflh Sechen bie Srwortunc Sieg entschieben ift Zum Rhein-Maiu-Gautag in Mainz. Der Vorstand des Rhein-Main Gauverbandes hat uns durch Vermittelung der Ortsgruppe Gießen deS Alldeutsche» Verbandes den Wortlaut sämtlicher am Sonntag abgegangener Drahtungen mitgeteilt, den wir hiermit wieder- geben. Drahtung des geschäftsführenden Ausschusses an den Kaiser. Ew. Majestät bringt der heute in Mainz tagende geschäftsführende Ausschuß des Alldeutschen Verbandes aus Anlaß der von Ew. Majestät genehmigten weiteren Vermehrung der deutschen Seekriegsmacht seine ehrftirchtsvolle Zustimmung und dankbare Huldigung dar. Der Alldeutsche Verband hat seit 4 Jahren die Forderung einer starken Vermehrung der deutschen Seemacht in der Oeffentlichkeit vertreten und die Flottenvorlage'd. I. 1898 lediglich ali eine Abschlagszahlung betrachtet. Nachdem die Ereignisse der zwei letzten Jahre die Unzulänglichkeit des gegenwärtigen Flottenbauplans weiter dargethan, hat unser Verband unbekümmert um Anfeindungen und Verspottungen von neuem den Kampf für weitere Flottenverstärkungen ausgenommen. In diesem Bestreben hat am 30. August der Alldeutsche Verbands. tag zu Hamburg eine „beschleunigte Durchführung des bestehende« Flottenplanes und ieine neue aus die Schaffung einer den steigende« Seeinterefsen des Reiches entsprechenden Flotte gerichtete Vorlage" gefordert. 'i- So begrüßen wir Alldeutschen die weitausschauenden Worte, die Ew. Majestät zu Hamburg am 18. Oktober gesprochen, und in deren Erfüllung di« neue Flottenvorlage. Wir geloben Ew. Majestät, unsere ganze Kraft für das große von Ew. Majestät begonnene Werk einzusetzen. Wir vertrauen, daß das deutsche Volk an dem Ziele Ew. Majestät Mitarbeiten wird: der Schöpfung des I. Deutschen Kaisers, unser« ruhmreichen Landheere eine große deutsche Flotte an die Sette zu stellen. Die Hauptleitung und der geschäftsführende Ausschuß des Alldeutschen Verbandes Hasse. Drahtung der Versammlung an den Kaiser. Ew. Majestät danken viertausend zu einer öffentlichen Versammlun- vom Rhein-Main-Gau des Alldeutschen Verbands berufene deutsche Frauen und Männer dafür, daß von höchster Stelle aus unserem Volke der einzig gangbare Weg zur Erhaltung seiner Machtstellung und zur Wahrung seiner Lebensintereffen in klaren Umriffen vorgezeichnet wurde. lehrenden, lebendigen, anschaulichen und oft höchst ergötz' liehen Schilderungen seiner Reisen und des Kameruner Lebens wohlbekannt. Die großen und schwierigen Aufgaben, die unserem deutschen Reiche für die Kultivierung und Zivilisierung jener Kolonie erwachsen, und an deren Lösung auch die Mission mit an erster Stelle beteiligt ist, erfordert die Teilnahme weitester Kreise unseres Volkes. Sie wachzurufen, soll auch dieser Vortrag dienen. •* Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. In der Hauptversammlung am 30. Oktober, die im großen Saale des Gasthofs zum „Großherzog von Hessen" abgehalten wurde, gab der Vorsitzende zunächst eine Reihe von geschäftlichen Mitteilungen. Darauf wurde der bisherige Vorstand durch Zuruf wiedergewählt und das Vortrags-Programm für den Winter erörtert. Sodann hielt Herr Prof. Dr. Sievers einen kurzen Vortrag über die politische und wirtschaftliche Entwicklung der Burenstaaten. Redner faßte den gegenwärtigen Vorgang, den Versuch Englands, sich der Burenstaaten zu bemächtigen, als das Endglied einer langen Reihe von Bemühungen auf, das niederländische Element in Südafrika durch das britische zu erdrücken und zu ersetzen. Er besprach die langsame Verdrängung der holländischen Kolonisten aus dem Kapland und Natal in den dreißiger Jahren, die Annektierung des 1842 entstandenen Oranje-Freistaats durch England 1847 bis 1854 »nd die Einverleibung des Transvaal-Staates in das englische Kolonialgebiet 1877 bis 1881 (1884), der erst ein für die Buren glücklicher Defensiv-Krieg 1880/81 ein Ziel fetzte. Bis zu dieser Zeit waren die Burenstaaten wirtschaftlich schwach, Viehzuchtstaaten mit geringer Bevölkerung und mäßigem Handel. Immerhin versandte der Oranjestaat anfang der 80 er Jahre alljährlich 22 bis 27 Mill. Pfund Wolle, der Transvaalstaat dagegen weit weniger. Um das Jahr 1870 begannen die Diamantensunde im Gebiete des Oranjestaates, die bereits 1871 zur Annexion des Kimberley-Distrikts durch England führten, dem Oranjestaate aber immer noch jährlich etwa 9 Mill. Mark einbringen. Eine noch größere Umwälzung fand in dem Transvaal seit 1882 durch die Goldfunde statt, zunächst an der Ostgrenze I auf den De Kaap Feldern bei Barbirten, wo sie Veran- lasiung zur Erbauung der Delagoa-Eisenbahn 1887 gaben, dann auf dem Witwatersrand, wo seit 1886 Johannesburg zu einer Stadt von über 100000 Einwohnern herangewachsen ist- Während alle südafrikanischen Häfen von 1871 bis 1888 nur Gold im Werte von 3% Mill. Mark ausführten, produzierte die südafrikanische Republik 1893 bereits für 116 Mill., und würde es ohne den Krieg 1899 auf über 400 Mill. Mark gebracht haben, wovon etwa 90 Prozent auf Witwatersrand kommen. Man schätzt den Wert des I hier noch vorhandenen Goldes auf 7154 Mill. Mark. I Französisches, englisches und deutsches Kapital ist in den Goldminen am meisten festgelegt; die Franzosen sollen angeblich 11/*, England l»/8, Deutschland % Milliarden Franken in Transvaalwerten angelegt haben, sodaß Frankreich und Deutschland zusammen das doppelte Kapital im Lande haben als England. Die Folgen des reichen Gold- I bergbaues waren zweierlei Art. Das Land nahm einen großen Aufschwung, es entstand ein Eisenbahnnetz, große I industrielle Unternehmungen, und die Einnahmen des Staates I Transvaal hoben sich von i y, Millionen Mk. in 1881 auf I 71 Millionen in 1895. Anderseits reizte der Goldreichtum I die Begehrlichkeit der Engländer und führte eine Menge I Fremde ins Land, die in dem etwas primitiven Staats- I wesen nach und nach größere Rechte verlangten. Diese I gewiß berechtigte Bewegung benutzte England zum Druck I auf die Südafrikanische Republik, der jetzt zum Kriege ge- I führt hat. ES wäre aber falsch, diesen als einen reinen I Raubkrieg zu betrachten, sondern es handelt sich um den I endgiltigen Austrag der Frage, welches nationale Element hie Vorherrschaft in Südafrika haben soll, das nieder- I ländische oder britische. Auch wir Deutschen werden von I diesem Kampfe nahe berührt, teils als Nachbarn der kämpfenden Parteien in Südwestafrika, dann weil voraus- I sichtlich viele Buren im Falle der Niederlage nach Deutsch- I Südwestafrika treffen werden, und endlich, weil wir mit I dieser Kolonie das einzige störende Element in der Aus- I breitung der englischen Herrschaft über Südafrifa sind. Darin liegt der Keim zu einem Konflift mit England. Hoffentlich läßt dieser aber noch recht lange auf sich warten; denn zurzeit fehlt uns noch das allernotwendigste, um einen solchen mit Aussicht auf Erfolg bestehen zu können, nämlich eine Flotte. *• Feierabend für Lehrlinge. Am nächsten Sonntag, dem 5. November, abends 6 Uhr, beginnen wieder im alten I Rathaussaale die regelmäßigen Zusammenkünfte des „Feier- I zxbenbs für Lehrlinge". Derselbe bezweckt, jungen Leuten I in den Sonntagabendstunden von 6 bis 10 Uhr eine Stätte I fröhlichen Zusammenseins und edler Erholung zu bieten. I As Mittel hierzu dienen Gesellschaftsspiele aller Art, gute I Unterhaltungslektüre, von Zeit zu Zeit Vorträge, Auf- I sührungen 2c. Endlich ist eine Bibliothek zur kostenlosen I Benutzung vorhanden, aus der Bücher für die Woche aus- gegeben werden. Der Feierabend — derzeit unter der I Leitung des Pfarrer Dr. Grein — besteht nun schon eine I längere Anzahl von Jahren und erfreut sich in jedem Winter I »on neuem eines sehr zahlreichen Besuchs; die Zahl der Besucher an einem Sonntag schwankt zwischen 50 und 120. I tm ganzen verkehrten daselbst im letzten Winter 141 junge £cute. Die Lehr- und Dienstherren unserer Stadt feien hierdurch noch besonders gebeten, ihre Lehrlinge aus diese gute Einrichtung aufmerksam zu machen und sie zum Besuch I derselben zu veranlassen. ** Heber das vom Saalbauverein zum Konzert für I den 2. November gewonnene Quartett Übel schreiben die I »Hamburger Nachrichten": Es gibt eine sehr komische L Zeichnung von William Hogarth : „The laughing audience“ I — Das lachende Parterre, ein Blatt, auf welchem alle : Grade der Heiterkeit, vom stillen Schmunzeln bis zum | । I prasselnden, dröhnenden Gelächter dargestellt find. An ‘ I dieses Hogarth'sche Bild erinnerte ich mich, als ich das , lachende Parterre schaute, das den Vorträgen des Udel- > I Quartetts aus Wien lauschte. Ein Rausch von Heiterkeit I I und Lachen schien sich auf die tausendköpfige Versammlung : I herniedergesenkt zu haben; der harmlose Witz, der behag- I liche Humor, der köstliche parodistische Zug, die feine I musikalische Art ihres Gesanges, die hinreißende Originalität ihres Vortrages, kurz alles das, was dem Udel-Quartett I die besondere Physiognomie gibt, überkam mit seiner befreienden und lösenden Gewalt die Herzen der Zuhörer, I und sie lachten und waren beglückt, daß sie noch so herzhaft lachen konnten. Die musikalischen Allotria, welche die I Herren deS Mel-Quartetts treiben, zeichnen sich durch einen gewiffen genialen Schwung aus; in ihrer Art find die Leistungen des Udel-Quartetts klassisch: Es ist nicht nur das Relief von Komik, das an ihrer Kunst so sehr in die I Augen fällt. Komische Leistungen sieht und hört man ja I auch in den Chantants und den Operettentheatern und wie I die Tempel alle heißen mögen, in denen die Musen möglichst unbekleidet sich offenbaren. Die Leistungen des Udel- I Quartetts aber tragen einen musikalisch-künstlerischen Cha- I rafter: musterhafte Deklamation, eine tadellose Reinheit der Intonation, ein ausgezeichnet schönes und klangvolles Piano I und weicher Wohllaut der Tongebung gereichen ihnen zur I Zierde. Was uns gestern die Wiener Gäste bescherten, I war erquickend wie Mairegen oder, besser gesagt, war er- I frischend wie Champagner, ein Gleichnis, das allen denen I gewidmet sei, die Champagner höher stellen als den schönsten Mairegen. Einzelne Nummern entfesselten einen wahren I Qrkan von Gelächter, und die bloße Erinnerung an die ungeheure Komik, die das Udel-Quartett hier entfaltet hat, I bringt das Zwerchfell von neuem in Aufruhr. Als köstliche I Leistung trat neben dem reizenden, gemütvollen Solovortrag des Herrn Udel — „Spatz und Spätzin" — das parodistische Quartett „Der Tod des Verräters" von Peter Cornelius hervor, ein Stück, in dem mit überlegenem Humor Opernensembles von jenem Zuschnitt verspottet werden, wie sie in der italienischen und französischen seriösen Oper gäng I und gäbe waren. Man verließ das Konzert, von Humor und Geist durchtränkt und herzlich dankbar gegen die Wiener Gäste, die mit der Gottesgabe ihres Humors die Menschen I und die Welt zu erfreuen nicht müde werden. F. Pfohl. ** r Stadttheater. Der beispiellose Erfolg, den das „Weiße Rössel" auf fast allen Bühnen erzielte, hat es den Herren Blumenthal und Kadelburg schwer gemacht sich von den dem ganzen hiesigen Theater- I Publikum lieb und vertraut gewordenen Herrschaften, die i I "Weißen Rössel" so lustig agieren, zu trennen. Die Kinder ihrer Muse und Muße sind den Verfassern ans Herz gewachsen und so kamen sie auf den nicht unglücklichen Gedanken, die lustigsten von ihnen in einem zweiten Stück zu verwerten — verwenden wäre wohl richtiger gesagt. „Als ich wiederkam" betitelt sich das dreiaktige Lustspiel und ist eigentlich eine Fortsetzung des „Weißen Rössels". Rechtsanwalt Siedler und seine Frau, geborene Giesecke, rüsten sich zur Sommerreise, von der sie mehr Gelegenheit zum „Alleinsein" erhoffen, als von ihrem Daueraufenthalt in Berlin, wo ihnen der allzu liebreiche Schwiegervater I ledes tete ä tete mißgönnt. Sie wollen an's Nordkap, der I alte Giesecke ebenfalls, durch eine List suchen sie ihm zu entgehen und reisen heimlich in's Salzkammergut zum | „Weißen Rössel". Aber der Schwiegerpapa, der diesmal I auf die Gesellschaft der Tochter und den Skat mit dem I Schwiegersohn verzichten will, reist ebenso heimlich gleicherweise in's „Weiße Rössel", so daß sich dort wieder die Gäste I des vorigen Sommers treffen: dieselben und doch verändert. Giesecke geht auf Freiersfüßen, eine junge Malerin hat's ihm angelhan, aber auch ein junger, fescher und gemütlicher I österreichischer Husarenlieutenant findet Geschmack an der jungen Dame und trägt natürlich den Sieg davon. Das ist I in kurzen Zügen die ziemlich dünne Handlung des Lust- I spiels. Die Figuren sind sämtlich zu bekannt — und I nicht nur aus dem „Weißen Rössel" — um großes Interesse zu erregen, aber man lacht, und wahrschein- I Uch die Verfasser auch. Die letzteren sind viel zu gewiegte Kenner der Bühne und des herrschenden Geschmacks, viel zu gewandte Praktiker, als daß sie etwas lieferten, das I in der Wirkung völlig versagte. Mit einem guten Theater- I erfolg ist aber ihr Zweck wohl erreicht. Von einem littera- rischen, künstlerischem Werte ihrer Produkte kann ernsthaft nicht die Rede fein. Auch in der Fortsetzung des „Weißen Rössels" werden so und so viele im voraus fertige Possenscherze in notdürftigen äußerlichen Zusammenhang gebracht und der Lustspielabend ist fertig. Gelacht wurde denn auch tüchtig, und die Heiterkeit des Publikums wirkte mehrere Male gefahrdrohend auf die Darsteller, die über den blühenden Unftnn oft selbst lachen mußten. Es wurde flott und sicher gespielt; auch die Rollenverteilung war eine dem Spezialfach der Darsteller angemessene. Auf die Einzelleistungen der letzteren kommen wir noch zurück. Leider war die Vorstellung, die der Direktion nicht unerhebliche Tantiöme- unkosten verursacht, nicht so gut besucht, als man hätte erwarten sollen. Die „erhöhten Preise" werden wohl der Hauptgrund für die klaffenden Lücken des Parketts und der Galerie gewesen fein. Die Darstellung ist, wie gesagt, für eine kleinere Provinzbühne eine ganz brauchbare, und so hoffen wir, daß der vortreffliche Vertreter der Haupt- I roöe des Stückes, Herr Direktor Helm, nach der ersten I Wiederholung beim Kassenrapport in Wirklichkeit sagen kann: „Del Geschäft ist richtig." •• Unsere Sammlung für die Ueberschwemmten in Sud. dentschland hat im ganzen 542.66 Mk. ergeben. Die Restsumme von 7 Mk. ist am 25. Oktober nach München abgegangen. Die letzten Eingänge finden unsere Leser an gewohnter Stelle. Wir schließen hiermit die Sammlung, I indem wir gleichzeitig allen Gebern im Namen des Münchener Centralkomitees unseren besten Dank aussprechen. Polizeibericht. Gestern abend gegen 7 Uhr wurde I der Händler Wilhelm Brück im Tiefenweg von einem geschobenen Kinderwagen angefahren, sodaß er zur Erde fiel und einen doppelten Beinbruch erlitt. — Drei Fuhrleute, welche einem Zuge der Bieberthalbahn an der Rodheimerftraße dahier auf wiederholtes „Achtungs- fignal" nicht auswich en, wurden zur Anzeige gebracht. „ ** 3° der ev. Kirche zu Klein Linde» wird Sonntag den 5. November, 3 Uhr präcise, der blinde Organist und Sänger ans der Wiesche, Mülheim, einer der bedeutendsten Orgelvirtuosen der Zeit, mit der Oratoriensängerin Frl. Wente, Hannover, ein geistliches Konzert geben, wozu ei» äußerst gewähltes Programm vorliegt. Nm allen den Besuch zu ermöglichen, wird nur ein geringes Eintrittsgeld erhöbe». Da beide Künstler vorzügliches leiste», dürfte auf eine reiche Beteiligung zu hoffen fein. Herr a. d. W. ist blind geboren | und befaß sieben blinde Geschwister. Klei» Gerau, 30. Oktober. Gestern abend um ®/410 U^r brach in der vor einigen Jahren neuerbauten Hof- raite des Landwirts Reinheimer dahier mitten in der Scheuer, wo der Dreschwagen stand, Feuer aus. Die Scheuer selbst war bis obenhin mit Frucht gefüllt, welche von heute an gedroschen werden sollte. Die Frucht bot dem Feuer reichliche Nahrung, so daß Scheuer und Stallung bis ans Haus eingeäschert wurden. An Vieh sind die Hühner, dem Vernehmen nach auch Schweine verbrannt. Dem schnellen, thatkräftigen Eingreifen der Groß-Gerauer, sowie auch der hiesigen Feuerwehr und Einwohnerschaft ist es zu verdanken, daß bei dem jetzt herrschenden Winde dem entfesselten Elemente Einhalt geboten wurde. Neber die Entstehungsursache ist bis jetzt noch nichts bekannt. Der Dreschwagen und die Fruchtvorräte sind versichert. („N. H. B.") Mainz, 31. Oktober. Gestern wurde hier ein gewisser Steinebach ans Wiesbaden wegen eines in einer Wohl- thätigkeitsanstalt in Mannheim verübten Silber - diebstahls verhaftet. Frankfurt, 30. Oktober. Der Tod auf der Reise. Heute nachmittag um 2 Uhr starb im Hauptbahnhof plötzlich am Herzschlag der Londoner Advokat Archibald RogerS. Er wollte sich von einer längeren Nauheimer Kur nach seiner Heimat zurückbegeben. Fran Rogers löste gerade die Fahrkarten, als ihr Gatte tot znsammenstürzte. Der Der storbene war 65 Jahre alt. Wiesbaden, 31. Oktober. Ein räuberischer Ueber« fall ist in der verflossenen Nacht auf einen Mann aus Kiedrich verübt worden. Derselbe hatte hier Geschäfte z» besorgen und geriet danach in irgend einem Wirtshaus in böse Gesellschaft. Seine Zechkumpane hatten bemerkt, daß der Mann Geld hatte, und lockten ihn, als er ziemlich betrunken war, in die Gegend der Blücherschule, woselbst sie chn zu Boden schlugen und ihm seine ganze Barschaft vo» 63 Mk. raubten. Die Räuber waren bereits im Dunkel der Nacht verschwunden, als der Beraubte einen Schutzmann traf. Da er völlig mittellos war, wurde ihm für bie Nacht Obdach im Polizeigefängnis gewährt. Heute vormittag sind ihm verschiedene verdächtige Individuen vorgestellt worden; doch vermochte der Beraubte keinen als de» Thäter zu bezeichnen. Er ist wegen seiner Trunkenheit auch gar nicht in der Lage, sich darauf zu besinnen, wo er gestern überhaupt gewesen ist. Drahtung an Bitrtanfenb beu tzri Hein-Wm-GE jemmtlt habm. st"' tnb DüiWn be *bf” bie @ 0- 0« ? nnW in r $ u l f I ^effeckn /^"ber c Jhk;a’/öll9erz bellen EH -4* Kj, |Br eine stack Meil ‘«ein, 31. § Polizeiverord gebirgeS, in Teil Lreises Steinbr angelegt oder der Verschönerung doch gewiß herrliö tmfhing durch bie recht sowie die Er galten hat, wurdet brühe angelegt u Aweärn gebildet, entgegen und bild Schlag gegen die * Vo« der \ Ernte-Aussic meinen jagen, dc Mgerren Jahre, worden als IM in den nächsten ! Herbst einen bra. »st erheblich größt Gegenden sehr v Ä das Oibium ""geschrankt. Im Obermosel auf rechnen dürsen. D N wie m letzt, M Mug daw vuder diejenigen, genug geschwefelt Plauen, 30. hübten Postdj Nafüftenter * Wolßadt, MmmeUtig jn so t,c Büst •ftW« 6o; Morfin. • «etlin, 31, M'Matbie« InJ* bet- 06 wird, biitf 'M»«-' fein1 . «r(h, 3i ^rden unb b 8 M-lden ( in bet «is fi?on Wem leib L r? Weh elegant gArlich v« S'«i b«P» Ai MD A Mir 9fn - "AchtUkW g-d-° ^.ckndÄ'"^ “« ' d-r ötatoriS b!"ltntlfta M'äSonjett $tl Erliegt, nmnfi n\tö0^ eil junges '? leisten, bürÄ •et^obei )en a.d.W jaÄ^rch vifter. 'll^dgebom ——. i «6=nb to i/10 «T*2d? en itanb\.,, w rüL5L •y* d.r @toHt ™ Wtjt utib etntwfottföaft j» .Fit 6-nfNb.S; njolt geboten wurde. Hebet ”* Mf noch nichts bekam mchtvorriite sind versichert. (»N. H. «.«) ejtetn wurde hier ein gevisier 1 n>egen eines in einer Bobb «heim verübten Silber^ Der Tod au^ der 3U\\t, taxb m haMdühchvf MM er Advokat Archidakd Roger! längeren Nauheimer Kur nach Frau Rogers löste gerade bi; ot zusammenftürzte. Der Bn . Ein räuberischerUeber- Nacht auj einen Mann anl nselbe hatte hier Geschäfte ji in irgend einem Wirtshaus i» tyumpane falten bemerkt, baj ocften ihn, als er ziemlich bebet Bliicherschule, woselbst sie hm seine ganze Barschask vv, er waren bereits im Dunkel der Beraubte einen Schch attrkivs war, wurde ihm sm äzeigesängnis gewährt. Heule jene verdächtige Individuen m. chte der Beraubte kcken alS dn Z wegen seiner Trunkenheit auch daraus zu besinnen, wo er gestern „Kautag in Maiuz. IfljR* toi* ° b" »s aus ° ftlm , der deuM eeemtiP anftwe (in, it seit < *tt? vtt- R eine Abschlag g, 1898 l-tiM «ahre die UW»nM Wlfl1 V tfcnn hat mis« „hm Worte, d" ;r* «"rf -" i-rs «1««9 ><* jU nn«t \. berufene Ä- Sie danke» ferner Ew. Majestät Regierung dafür, daß die Vorlage einer bedeutenden Verstärkung unserer Seemacht nunmehr dem Reichstage vor- gelegt werden soll. Angesichts der Notwendigkeit, die Zukunft unseres Geliebten Vaterlandes sicher ,u stellen, werden alle Bedenken schweigen, »ir sprechen die zuversichtliche Hoffnung aus, daß da« deutsche Volk die für eine starke deutsche Flotte erforderlichen Opfer willig tragen **>• Allezeit Heil dem Kaiser I I. A. Claß Rechtsanwalt. Drahtung an Staatssekretär Dr. Leyds. viertausend deutsche Männer und Frauen, die sich auf Einladung des Rhein-Main-GaueS des Alldeutschen Verbands heute in Mainz versammelt haben, sprechen ihre tiefste Entrüstung über den gott- und rechtlosen Angriff der Engländer auf die Unabhängigkeit Transvaals aus und wünschen den tapferen todesmutigen Buren Sieg und Freiheit. I. A. Claß Rechtsanwalt. Oesterreicher Kundgebung. viertausend deutsche Männer und Frauen jubeln dem unter ihnen »eilenden deutsch-österreichischen Reichsratsabgeordneten Wolf, in dem He den Gedanken der deutschen Gemeinbürgschaft verkörpert sehen, be- Geistert zu, geloben ihren Brüdern in Oesterreich in ihrem schweren Kampfe um die deutsche Vormachtstellung Treue bis in den Tod und sprechen die Erwartung aus, daß sie ausharren im Kampfe, bis der Sieg entschieden ist.__ Vermischtes. * Köln, 31. Oktober. Die Regierung veröffentlicht eine Po ltzeiverordnung, wonach im Gebiet des Siebengebirges, in Teilen des Siegkreises, sowie des Bonner Kreises Steinbrüche, Fabriken usw. nicht mehr neu angelegt oder errichtet werden dürfen. Nachdem der Verschönerungs-Verein für das Siebengebirge, um diese doch gewiß herrliche Rheinlandschaft vor einer weiteren Verwüstung durch die Steinbrüche zu retten, das Enteignungsrecht sowie die Erlaubnis für mehrere Lotteriekollekten erhalten hat, wurden in den letzten Tagen massenhaft Steinbrüche angelegt und größere Konsortien zu spekulativen Zwecken gebildet. Die Verordnung tritt diesem Treiben entgegen und bildet einen heimlich vorbereiteten wuchtigen Schlag gegen die schamlosen Spekulationen. * 33on der Mosel, 31. Oktober. Ueber die Wein- Ernte-AuSsichten an der Mosel läßt sich im allgemeinen sagen, daß das Wachstum besser ist als im vergangenen Jahre. Wenigstens sind die Trauben reifer geworden als 1898, und wenn das gute Wetter während der in den nächsten Tagen bevorstehenden Lese anhält, wird der Herbst einen brauchbaren Wein bringen. Auch die Menge ist erheblich größer als im Vorjahre, wenn auch in einzelnen Gegenden sehr verschieden. An der unteren Mosel hat z. B. das Oidium viel geschadet und das Mengeverhältnis eingeschränkt. Im Durchschnitt wird man an der Mittelund Obermosel auf einen halben bis zweidrittel Herbst rechnen dürfen. Der Sauerwurm hat sich nicht so sehr gezeigt wie im letzten Jahre, obgleich einige Gemarkungen auch genug darunter gelitten haben. Es find dies aber wieder diejenigen, in denen nicht oder doch nicht sorgfältig genug geschwefelt worden ist. Plauen, 30. Oktober. Der Thäter des vor acht Tagen verübten Postdiebstahls von 8600 Mk. ist in der Person be$ Postassistenten Espig entdeckt worden. * Rudolstadt, 30. Oktober. Die Denkmäler-Ver- stümmelung in Berlin macht Schule. In Rudolstadt wurde die Büste des Schillerdenkmals auf der Schillershöhe von ihrem Postament gehoben und zu Boden geworfen. • Berlin, 31. Oktober. Gegen das freisprechende Erkenntnis im Prozeß gegendenKlub derHarm- loseu hat die Staatsanwaltschaft Revision angemeldet. Ob dieselbe aufrecht erhalten und begründet werden wird, dürfte sich erst entscheiden, wenn das Urteil ausgefertigt sein wird. * Berlin, 31. Oktober. Der 15 jährige Arbeitsbursche Franz Wegener, der seine 83 Jahre alte Großmutter zu ermorden und berauben versuchte, wurde zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. * Rheinfelden (Baden), 29. Oktober. Gestern abend 8 Uhr wurde in der Nähe der Stadt die 11jährige Bertha Zipfler von einem fremden Mann vergewaltigt und als sie sich zur Wehr setzte, durch einen Stich in den Unterleib lebensgefährlich verletzt. Der ruchlose Thäter wird als elegant gekleideter Mann im Alter von 30 bis 35 Jahren beschrieben. Die Staatsanwaltschaft hat auf seine Ergreifung eine Belohnung von 500 Mk. ausgesetzt. * NewHork, 30. Oktober. Der Dampfer „City of Augusta" stieß in North River mit einem Fährboot zusammen. Letzteres sank. 120 Menschen fielen ins Wasser, davon sind vielleicht 60 ertrunken.________ Kirche und Schule. Essen, 30. Oktober. Wie die „Rhem.-Westf. Ztg." mitteilt vecden die Schulferien in Rheinland und Westfalen »anmehr in folgender Weise abgeändert werden: Die großen Spätsommerferien beginnen 14 Tage früher und zwar am 3. August und lauern 8 Taae länger, also fünf Wochen. Für Ostern werden 14, für silingsten 8 Tage festgesetzt. Damit werden die Ferien in Rheinland und Westfalen auf denselben Umfang gebracht wie im übrigen Preußen, dem sie bisher um 3 bis 4 Tage nachstanden. Die Provinzialschulbe- hiocden Rheinlands und Westfalens haben sich bereits grundsätzlich über di e obige Abänderung mit einander geeinigt, nur daß Westfalen die -r-oßen Ferien schon ein paar Tage vorher, also Ende Juli, begonnen sehen möchte. Nach Einigung über diese sekundäre Frage dürfte die Zu- p.mmung des Ministeriums, an das die Eingabe bereits unterwegs ist, «liSbald erfolgen. Von einer zeillichen Zusammenlegung der rheinisch- vsstfälischen Ferien mit denen der übrigen Monarchie dürfte zunächst ab- je lehen werden.__ Universität und Hochschule. Errinnyt: Dr. P. Duden, Privatdozent der Chemie an der llniiversität Jena zum außerordentlichen Profeffor. — Der außerordentliche Proseffor in der philosophischen Fakultät Kiel Dr. Sarrazin zum ordentlichen Profeffor für neuere Sprachen. Berufenr Dr. jar. H. Schuhmacher in Berlin als außer, ordentlicher Professor an die Universität Kiel. Er soll an derselben die staatswiffenschaftlichen Disziplinen in Vorträgen und Hebungen neben den beiden Fachprosefforen vertreten. Diese Berufung kommt über, raschend, da die Professoren Seelig und Hasbach das Fach der Staatsund Kameralwissenschast in ausgezeichneter Weise gelehrt haben. Ihnen steht auch noch Dr. Tönnies, der bekannte Soziologe zur Seite. — Der Profeffor Dr. Mez aus Breslau zum außerordentlichen Profeffor der Botanik an die Universität Halle. Er tritt an die Stelle von Prof. Dr. Zopf, der nach Münster geht. Habilitiert: In oer naturwiffenschaftlichewmathematischen Fakultät Heidelberg Dr. M. Bodenstein. Gestorben: Dr. med. Kroner, Dozent für Frauenheilkunde an der Breslauer Universität. Kroner war 1854 geboren. Verschiedenes: Der Direktor der chirurgischen Klinik zu Gießen Professor Dr. Bose kam aus Gesundheitsrücksichten um seine Pensionierung ein. — Herrn Dr. Liebmann wurde auf Grund seiner Probevorlesung von der philosophischen Fakultät der Universität Leipzig die venia legendi für Mathematik erteilt. — Wie die „Allg. Ztg." erfährt, gedenkt der städtische Bauamtmann Gr ässe! einer Berufung an die Münchener Technische Hochschule als Nachfolger deS kürzlich verstorbenen Professor Dr. Wittmann keine Folge zu leisten. — Der ordent- l'che Professor an der Universität Halle, Dr. Strauch, ist zur Wiederherstellung seiner Gesundheit für diesen Winter beurlaubt. — Bei dem am 31 Oktober, vormittags 11 Uhr, tn Leipzig statt- fwdenden R ktoratSwechsel geht das Reklorat der UnioeisitSt von H-rrn Geh. Ktrchenrat D. Hauck auf Herrn Geh. Hosrat Professor Dr. Kirchner über. Die Dekanate der vier Fakultäten gehen in andere Hände über. Vom 1. November ab werden Dekane: In der theologischen Fakultät an Stelle des Herrn Profissor D. Rtetschel Herr Professor D Hetnrici, in der jurist.schen Faku tät an Stelle des Herrn Geh. Hof rat Professor Dr. Sirohal Herr G.h. Hofrat Dr. Binding, •n der medizinischen Fakultät an Stelle des Herrn Geh. Rats Pro- f ssor Dr. H>8 Herr Geh. Medizinalrat Professor Dr. Hofmann und in der philosophischen Fakultät an Stelle des Herrn Proseffor Dr. Mayer Herr Proseffor Dr. Sievers. Kirchliche Nachrichten. «vaugelische Gemeinde. Donnerstag den 2. November, abends 8 Uhr, im unteren Saal des neuen Gemeindehauses (Kirchstraße): Bibelstundt. 1. Brief des Petrus, Kap. 1, Vers 1 bis 12. Pfarrer Dr. Grein. Donnerstag den 2. November, abends 6 Uhr, im oberen Konfirmarrdensaal, Kirchstraße, Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde, wozu auch die Neukonfirmierten eingeladen werden. Freitag den 3. November, abends 8 Uhr, in der Stadtkirche: Vortrag des Herrn Missionars Bohner aus Kamerun über die deutsche Kolonie Kamerun und die Ausgabe der Mission daselbst. Für die Baseler Mission werden freiwillige Gaben beim Ausgang aus der Kirche entgegengenommen. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Frankfurter Börse vom 31. Oktober. Wechsel auf New-York zu 4.19i/2-201/2- Prämien auf Kredit per ult. November 1.95 / , do. per ult. Dez. 3.50V , Diskonto Kommandit per ult. Nov. 1.60'/ , do. per ult. Dez. 2 5Op/o, Lombarden per ult. Nov. 0.750/», do. per ult. Dez. 1.20-/o> Staatsbahn per ult. Dez —.—o/o. Notierungen: Kreditaktien 232.20-231.50, Diskonto-Kommandit 192.20-10, Staatsbahn 142.20-10, Gotthard 143.—, Lombarden 32.70, Ungar. Goldrente 97.60, Italiener 92.90, 6prozentige Mexikaner —, 3proz. Mexikaner 25.70, Oesterr. Coupons 84Vr, Amerik. Coupons 4.18V«, Privat-Diskont 51/4/0 G. 11/4 bis 23/4 Uhr: Kredit 231.50-231-221.30 Diskonto Kommandit 192.20-191.80, Staatsbahn 142.10, Lombarden 32.60-50, Cazo Hegenschiedt —.—, Limburg a. d. Lahn, 31. Oktober. Frucht markt. Durchschnittspreis pro Malter. Roter Weizen 13.30 Mk., Weißer Weizen 11.60 Mk., Korn 10.10 Mk, Gerste Mk., Hafer—.— Mk., Erbsen Mk., Kartoffeln -.- Mk. — Viehmärkte. In der abgelaufenen Berichtswoche herrschte auf allen süddeutschen Märkten ein sehr lebhaftes Geschäft. Der Zutrieb an vollfleischigen, ausgemästeten Tieren war an allen Plätzen ein sehr zufriedenstellender und fand diese Ware auch glatten Absatz. Aber auch in mäßig genährtem jüngeren Vieh war große Auswahl vorhanden, und fand gerne Abnehmer. Feinste Mastkälber und Saugkälber, sowie auch 2. Qualität waren genügend vorhanden und wurden gerne genommen. Mastlämmer, Masthämmel, ältere Mastschafe, Schweine, vollfleischig und gut gemästet waren überall sehr begehrt und wurden schlank abgesetzt. Die Preise anziehend und fest auf dem Niveau der Vorwoche sich haltend. Zahlungseinstellungen. Konkurseröffnungen: Fritz Hohmann & Co., Berlin; Sommer & Saphir Nachf., Berlin; Ackerer Nik. u. Job. Ketzinger, Hessdorf (Busendorf); F. C. Alfr. Lauenstein, Ober-Ramstadt (Darmstadt); Tischler Emil Schäfer, Dresden; Mühlenbesitzer Hermann Gottlieb Hartenstein, Künsdorf (Elsterberg); Nachlass des Lor. Prudhomme, Rommelflngen (Einstiegen); Herdfabrikant Joseph Fillian, Zeiskam (Germersheim); Schuhwarenhändler Alb. Kowalski, Hof; Gastwirt Casimir Bendzinski, Inowrazlaw; Schneider Heinrich Glingener, Letmathe (leerlohn); Ingenieur Jos. Engels, Krefeld; Fischer & Oethig, Glashütte i. 8. (Lauenstein); Gärtner Franz Rich. Knauer, gen Seyderhelm, Limbach; Kaufmann William Walter Martin Lössnitz; Sohachtmeister Karl Friedrich Ludwig Hass, Bredebro (Lügumkloster); Spezereihändler Joseph Deicheibohrer, Mannheim; Händler Karl Schlegel, Nürnberg; Maler Ernst Jetter, Pirna; Kaufmann Ludwig Kausch, Saarbrücken; Seifenhändler Max Illing, stollberg i. Erzgeb ; Restaurateur Joh. Löffler, Stuttgart; Zapfwirt Ignaz Wiedomer, Villingen; Kaufmann Herrn. Goldstrom, Wittenberg; Kohlenhändler Emil Maier, Ingenheim a. d. B. (Zwingenberg, Hessen). Wöchentliche Üebersicht der Todesfälle in Gießen. 43. Woche. Dom 22. bis 28. Oktober 1899. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24 500, inkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 6,36, ohne Abzug der Ortsfremden 2,120/^. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjvhr: 2.—15. Jahr: Gehirnentzündung 1 — — — 1 Unterleibsentzündung 1 (!) 1 (1) — — Unterleibstyphus 1 (1) 1 (1) — — Summa: 3 (2) 2 (2) — 1 21 nm. Tne in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. 111 - ■ 1. _ I W—' 1 — Neueste, Meldungen. Depeschen des Bureau .Herold'. Berlin, 1. November. Der Kaiser ist gestern abend kurz nach 10 Uhr im Neuen Palais bei Potsdam ein- getroffen. Hamburg, 1. November. Ein englischer Werber versuchte gestern abend einen Altonaer Kutscher für Südafrika anzuwerben und versprach ihm den Unter- ofsizters Rang und hohen Solo. Als nach einem Schutz- manne geschickt wurde, flüchtete bet Agent. Wien, 1. November. Der Pionier-Hauptmann Trimmel wurde zum Militär-Delegierten Oesterreichbeordert" * inS fische Haupt-Quartier nach Südafrika Wien, 1. November. Zahlreiche dalmatinische Gemeinden wandten sich telegraphisch an den Minister des Aeußern, damit derselbe für die vielen in den Minen Transvaals und Kapstadts beschäftigten dalmatinischen Arbeiter interveniere. Brünn, 1. November. Der Ausschuß des deutschnationalen Vereins in Brünn sprach den Buren seine vollste Sympathie aus und beschloß die Ein leit ung von Geldsammlungen für die Buren. Rom, 1. November. Die sensationelle Beschlagnahme des Osservatore Romano erfolgte wegen eines Artikels, der direkt die Staatsform angriff. Mons, 1. November. Einige hundert Grubenarbeiter von Paturages sind seit gestern aus- ständig und fordern 20 Prozent Lohnerhöhung. Paris, 1. November. In politischen Kreisen wird die Niederlage der Engländer lebhaft erörtert. Man behauptet, daß die Engländer infolge dieser großen Niederlage eine neue Taktik gegen die Buren einschlagen werden, nämlich, daß sie von Lorenzo Marquez Besitz ergreifen werden, um ihre Truppen von dort aus nach Transvaal zu schicken. Bom Kriegsschauplatz. London, 1. November. Nach einer Meldung aus Ladysmith von Montagnacht haben die Buren nach dem Rückzug der Engländer alle Stellungen wieder besetzt, aus denen sie verdrängt worden waren. Gestern eröffneten die schweren Geschütze der Buren, von denen man geglaubt hatte, daß sie zum Schweigen gebracht seien, ihr Feuer von neuem und warfen Granaten in die Stadt. — Nach einem „Daily News-Telegramm" aus Prätoria beträgt die Zahl der gegenwärtig dort untörge- brachten englischen Gefangenen einschließlich der Husaren - Schwadron 250 Mann. (?) — Nach einer Meldung der Central-News aus Kapstadt haben die dortigen Behörden alle feindlichen Kundgebungen gegen den Obersten Schiel, der als Gefangener gestern dort eintreffen sollte, streng untersagt. — Nach einem „Dalziel- Telegramm" aus Lorenzo Marquez ist eine starke portugiesische Truppenmacht an der Transvaal-Grenze eingetroffen. In London selbst wirkten die letzten authentischen Meldungen geradezu niederschmetternd. Ein in der veröffentlichten Form unverständlicher Passus der White'schen Depesche, wonach ein irischer Soldat mit der Parlamentär- flagge in der Hand um Hilfe bei der Beerdigung der Toten bat, wird dahin ausgelegt, daß es sich in Wahrheit nicht um die Gefangennahme, sondern um die völlige Aufreibung der beiden Bataillone und der Batterie und Gefangennahme der Ueberlebenden handelt. Besondere Besorgnis erregt der enorme Verlust von 42 Offizieren. Die englische Stellung in Natal gilt für verloren. Man ist auf die Nachricht von der Einnahme von Ladysmith und einen entscheidenden Sieg des Generals Joubert gefaßt und befürchtet einen Afrikander-Aufstand in der Kap-Kolonie. Einige hochgestellte Persönlichkeiten, welche gestern im Kriegsministerium vorsprachen, kamen sehr niedergeschlagen heraus. Man glaubt, das Kriegsministerium halte mit Besorgnis erregenden Details zurück. Loudo«, 1. November. Der Minister Chaplin hielt in Manchester eine Rede, in welcher er sagte, Deutschland habe zweifellos eine freundliche Haltung gegenüber England gezeigt. Auch der deutsche Kaiser habe den Wunsch nach englischer Freundschaft an den Tag gelegt. Das sei eine große Gewähr für die Erhaltung des Friedens. London, 1. November. Zwischen dem Kriegsamt, dem Kolonialamt und Kapstadt findet ein reger Depeschenwechsel statt. Weitere Truppenabteilungen werden zur Einschiffung nach Südafrika bereit gehalten. London, 1. November. Zwei Bataillone von Aldershot erhielten Befehl, sich zur Einschiffung nach Südafrika bereit zu halten. Das Kriegsamt hat den Befehl gegeben, daß die ersten Bataillone der Regimenter Suffolk, Essex und Derbyshire für den Krieg in Südafrika mobil gemacht werden. London, 1. November. Vor dem Gebäude des Kriegsministeriums harrt eine große Menge von Angehörigen der in Afrika kämpfenden Mannschaften auf die Verlustliste. Viele Frauen und Kinder sind darunter, deren Anblick herzzerreißend ist. London, 1. November. Das Kabel zwischen Lorenzo Marquez und Mozambique ist zerrissen, ob absichtlich oder zufällig, ist unbekannt. Ein Schiff ist von Durban zur Reparatur abgegangen. Die „Castern Tele- izraph-Kompany" erklärt, daß diese Störung keinen Verzug bedeute, da die Depeschen aus dem westafrikanischen Kabel geschickt werden können. Für die vom Hochwasser Beschädigte» sind noch eingegangen: Dr.H.B. 3JL, Bremfer Kn.l^L, Ung,rannt I JL Summa o Insgesamt 542.66 JL Herren-, Knaben- und- Kinder-Garderobe. Spezialität: Kinder-Anzüge« Anfertigung nach Maae» in eigener Werkstätte. 7640 Markus Bauer 11 Kirchenplatz 11 gegenüber der Stadtkirohe. gegenüber der Stadtkirche. int Alter von 18 bis 20 Jahren suchen C Röhr Co. 7742 7732 wird - Gebhardt verlegt. iiu I®!** 21 Peter Herr, Eintritt frei. 03980 *Aer S H- Graeber wozu ergebenft einladet 7740 1. 2. 3. zur billigst 6984 7710 A. & G. Wallenfels, Emil Fischbach, Srlterswez. Markt LI. Telephon 46. Original-Fläschchen werden mit Maggi billig nachgefüllt. Iberfiessen Neuling. 7734 I) 836 frisch im Rebstock. die Expedition dieses Blattes. Verantwortlicher Redakteur: H. Koegler. Bit uerkiuifen lickiiiiiitnuuljiiiißen MAGGI Verein o (fin pfeli hi Urten Uerttnetüttgen Wietgeluche verschiedenes Gst'ene Stellen 7766] Ein brauner, langhaariger, deutscher Jagdhund, auf den Namen „Unkas" hörend, ist am 24. v. Mts. in der Nähe von Weitershain entlaufen. Es wird gebeten, denselben gegen Belohnung abzuliefern an Oberförster Schwör er, Keffelbach bei Londorf. Der Hund trug ein Halsband mit dem Namen „Leutnant Becker, Marburg". Versteigerung: Eine große Partie Brennholz; ca. 400 Petroleumfäffer, die sich vorzüglich zu Waschbütten und Jauchefäffern eignen; ca. 60 Thüreu; eine große Anzahl eichene Gartenpfosten; eine große Anzahl alte Bretter und dergleichen. 7744 Heute Mittwoch, den 1. November, 9 Uhr abeudsr Kauptmonatssthung Vereinslokal Kaiserhof. Tagesordnung: Bereinsangelegenheiten Eingänge. Vortrag: Eine Tour durch Skandinavien. tZ. G. Rauscher.) Bei gutem Wetter Sonntag deu 5. November: Scktionstour mit Damen. Dünsberg. Abfahrt 1.20 Uhr Bieberthalbahn. 7741 Restaurant zum Perkes. Donnerstag den 2. Wovernöer, von aöends 7 Mr an: zu Gießen im Gasthaus zum Löwen (0tfo Luft). Tagesordnung: lieber Neuordnung der Büreaukosten, sowie über die „Ehrenämter" der Bürgermeister. (Referent: Bürgermeister Köhler). Erneutes Vorgehen gsgen das Notariat und Resolution gegen die Nerstempetung der ortsgerichtlichen Jmmobiltar-Versteigerungen. (Referent: Bürgermeister Leun.) Vorschläge zur Begründung einer Aürgermeister-Aeitung. (Referent: -flßntt Lw W*\ Neuester vervollständigter Placat-Fahrplan enthaltend die Fahrzeiten der auf den Stationen Giessen, Frankfurt a. M., Cassel, Marburg, Friedberg, Lollar, Fronhausen, Wetzlar, Coblenz, Deutz, Fulda, Alsfeld, Gelnhausen, Nidda, Stockheim, Gedern, Schotten, Laubach und Londorf ankommenden und abgehenden Eiaenbahnzüge, sowie die Fahrzeiten der Bieberthalbahn, zum Preise von 20 Pfg. in der Expedition des Giessener Anzeigers vorräthig. — Der Fahrplan kann auch durch die Austräger des Giessener Anzeigers bezogen werden. aus Rücksicht für den Theaterverein auf Mittwoch den 15. Movemöer d. I abends 8 Uhr, Tropfen genügen. 2U haben bei Bürgermeister Köhler.) 4. Maßregeln gegen die Maut- und Klauenseuche. (Referent: Name wird noch bekannt gegeben, wahrscheinlich aber Herr Oberst Spohr.) 5. Die Gemeindenutzungen an den Krcisstraßen. (Referent: Bürgermeister Meyer-Großen Buseck.) Zutritt haben nur die Mitglieder und die vom Vorstand etn- geladenen Gäste. Langsdorf, den 31. Oktober 1899. 7733 Der erste Sprecher: Köhler, Bürgermeister. Gesucht gegen hohen Lohn ein gesetztes, solides Mädchen, welches selbständig gut kochen kann und einen Teil der Hausarbeit übernimmt. 7735 Fran Georg Landfried, Dillenburg. NS'^Wechtsöureau Sprechzeit nur vorm. von 8 bis 12. Vergebung von Grundlieferung. Die zur Auffüllung des Hofes beim neuen Amtsgerichtsgebäude zu Glünberg nötige Grundlieferung wird hierdurch unter H-nweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung auf dem Sub- missionsweg ausgeschrieben. Die Aussührungsbedingungen und Arteitsbcschreibungen liegen in unserem Amtslokal zur Einsicht offen, und können letztere, mit Vordruck zu dem bezüglichen Angebotsvermcrk versehen, daselbst zum Selbstkosten- preis in Empfang genommen werden. Angebote sind bis zum 15. November l. IS., vormittags IO Uhr, versiegelt und mit ent» sprechender Aufschrift portofrei an uns abzugeben. Zuschlggsfrist 3 Wochen. Gießen, den 1. November 1899. Großherzogl. Hochbauamt. Ein bis zwei hübsch möblierte Zimmer in ruhiger Lage gesucht. 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Die Heutige Kummer umfaßt 10 Setten. Aürgermeifler -Konferenz für de« Kreis Gieße« am Samstag den 4. Aovemöer, nachmittags 3 Mr, Allen Hausfrauen und guten Köchinnen empfehle ich denn es ist das beste und sparsamste Mittel zur Verbesserung von Suppen und Saucen und ersetzt mit Vorteil das Aussteden von Suppenfleisch Wenige Cokesgries, welcher sich beim Zerkleinern und Durchsieben der Garcokes ergiebt und insbesondere zum Beimischen mit anderem Heizmaterial benutzt werden kann, wird zum Preise von 50 Pfg. für deu Ceutuer, jedoch nur bei gleichzeitiger Abnahme von mindestens 10 Ceutueru bis auf weiteres abgegeben vom 7164 Städtischen Gas- md wasskmttk Gießt,. Bekanntmachung. Der Sprechverkehr zwischen Gießen und Hadamar, Wallmerod Westerburg, Marienberg und Hachenburg wird am 30. Oktober eröffnet werden. Darmstadt, den 28. Oktober 1899. Kaiserliche Ober-Postdirekt'on. I. V.: Albrecht. Herren oder Damen, die sich eine Existenz gründen wollen, flnden lohnenden lsr- werb. 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