. , —. 08035 WPfeifier. ftenT~ ‘inber: ■Konzert 687$ nents No. 166 •ißten Herrn C. Schmidt, Entree 40 Pfg, 5 ktz._______________ rten. ;ember: tnzert Mm W« flrttf 89.90 9885 2465 100.20 60.GÖ 100.00 9850 anhwW bto. aut 81.00 Är.«S,läwWiM* % i C. Krausse. Entree 50 Pfg» n Saal.__ gust 1899- x. Silberrente -sld'Mte giesen As-»--»-""" _ 169.55 4.167, .,ds 8 Uhr. * übtn di- MM «f* jrt Psrßaod. (Jlt i. Aentenb. OW« u3 Obl. jjgSSShrf**! 2416° Nr. 206 Zweites Blatt Samstag den 2. September 1S9» Meßmer Anzeiger Keneral-Un^eiger im»e»vxdi vierlrljährlich 2 Start 20 Pf«, monatlich 75 PfA mit vrmgerlotz«. Hfif Anze'grn.8rrmiNlu««-Se8m M In« und Äiil(a«H nehmen Snjeigen für len Gießener Anzeiger enlgo^,. • ene>ee een Anzeigen zu ler nochmittags für fcte hoigenlen U| erscheinenden Nummer Hl »orm. 10 Uhr. Bei Postbezug st Mark 50 Pf^. ^erteliäNrli* Me Gießener y«*i«iw*<4ttrr »erben bem Anzeiger »rchentlich viermol beigetogt. frf4dwt UgNch mit AuAn-hnx be» »»ntogs. Amts« und Anzeigeblatt fflt den Aveis Giefzen. Feuilletsn. »eUttün, Expedition und Druckerei: Ach«lßr«tze Ar. 7. Das Ausland und der Dreyfushandel. Man hat es in Frankreich übel vermerkt, daß das Ausland sich so lebhaft mit den dortigen Vorgängen beschäftigt, man meint, der Dreyfushandel und was mit ihm Zusammenhänge, sei ein häuslicher Streit, der die Welt nichts angehe, und man. ist entrüstet darüber, daß in dem Dreyfus- Prozeß die auswärtige Presse fast ausnahmslos für den Angeklagten Partei ergreift. Eine solche Beschwerde ist m unserem Jahrhundert des Telegraphen und des Telephons, die die Schranken des internationalen Meinungsaustausches niedergelegt haben, ein Anachronismus. Ereignisse, wie sie sich gegenwärtig in Frankreich abspielen, sind nicht mehr Nationalmonopol, sondern internationales Gemeingut, seit die Nachrichten, die sie verbreiten, auf dem elektrischen Funken den Weltraum durchfliegen, und das, was sich in Paris zuträgt, wenige Stunden darauf in Berlin wie in Aokohama gedruckt, gelesen und erörtert wird. Selten aber hat eine Angelegenheit so das menschliche Mitgefühl angeregt und in den vielfachen Ausläufern, die sie genommen, so das politische und psychologische Interesse gefesselt, wie das Schicksal des Artilleriehauptmanns, über das seine Kameraden in Rennes zu Gericht sitzen. Der Grund, weshalb sich heute die gesamte gesittete Welt mit dem jüdischen Hauptmann Dreyfus beschäftigt, liegt vielleicht in der folgenden Bemerkung des „Journal des Dsbats": „Es gibt wohl keine Nation der Erde, wo eine solche Angelegenheit solchen Umfang gewinnen konnte, wie die Dreyfussache in Frankreich es gethan hat. Dieser angestaunte Edelmut ist eine Ehre für Frankreich, zuweilen wird es jedoch auch sein Opfer." Vielleicht aber kommt cs auch daher, weil das Ausland andere Eigenschaften des französischen Volkscharakters mehr hervortreten und am Werke sieht, als gerade den Edelmut. Doch das ist am Ende nur eine verschiedenartige Auffassung hüben und drüben, genug, daß die ganze Welt sich gegenwärtig mit Frankreich beschäftigt und daß die Kritik, wenn man die Summe zieht, nichts weniger als wohlwollend ist. Durch Klagen und Beschimpfungen ist an dieser Thatsache michts zu ändern, und wenn man das Urteil des Auslandes in Frankreich peinlich empfindet — was ja durchaus erklärlich ist —, so ist das einzige Mittel, es umzustimmen, daß man das Uebel erkennt und seinen Wurzeln nachgräbt. Das Uebel aber wurzelt in Anschauungen und Zuständen, die gar zu weit von denen anderer Länder abweichen, um dort eine günstige Beurteilung zu finden; es wurzelt in dem nationalen Wahn, auf Schritt und Tritt vom Ausland verfolgt und verraten zu werden, in einer Ueberhebung, die blind macht für die eigenen Fehler, in einer Eigenliebe, die sich selbst als unvergleichlich höheres Wesen wertet, als die Leute draußen in der Welt, die Barbaren. Es ist die Eigenschaft, die man häufig bei hochentwickelten Nationen findet, die den Trägern der Kultur des klassischen Altertums anhaftete und der wir heute die Chinesen einen in unseren llreffe für Depeschen: Anzeiger ^U|au Fernsprecher Nr. 51. die Folgen auf sich zu nehmen und niemals hinter Lügen und Zweideutigkeiten Schutz zu suchen aus Furcht vor der Strafe. Feigheit, körperliche wie moralische Feigheit, ist der gerade Gegensatz dieses Ehrbegriffs. Wo er herrscht, da ist das, was man in Deutschland den Geist einer Truppe nennt, und er ist es, der das Volk dazu erzieht, die Schlachten des Vaterlandes zu schlagen. Auch in Rennes tritt uns dieser Geist in den Aussagen einiger ftanzösischer Offiziere entgegen, die Mehrzahl der militärischen Zeugen aber, und darunter gerade die höchstgestellten, geben ein so schlechtes Beispiel feiger Zweideutigkeit und zungengewandter Verschleierung bei der Erfüllung ihrer beschworenen Pflicht, die Wahrheit zu bekennen und nichts zu verschweigen, daß es jenen Geist, wenn er in der französischen Armee vorhanden ist, notwendigerweise zerstören muß. Man wird vermutlich in Frankreich von Betrachtungen solcher Art wiederum nicht erbaut sein und sie mit der bequemen Verleumdung, sie seien Bestellungen des „Syndikats", beiseite schieben. Das Ausland, besonders die Nachbarn der Republik, werden sich jedoch dadurch nicht abschrecken lassen dürfen, den Dingen ins Gesicht zu schauen; denn sie sind vielleicht für die staatliche Zukunft Frankreichs entscheidend und für seine Einschätzung als Machtfaktor im politischen Weltgetriebe zu bedeutsam, um französischer Eigenliebe zu Gefallen mit dem Mantel der internationalen Höflichkeit bedeckt zu werden. Köln. Ztg. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt Klätter für hessische Volkskunde.__ besitzes. Als der Zarbefreier, Alexander II, vor etwa 35 Jahren die Emanzipation der Leibeigenen durchführte, wurden zwei schwerwiegende Fehler begangen. Einesteils beraubte man den grundbesitzenden Landadel seiner Arbeitskräfte, ohne ihm dafür eine passende Entschädigung zu gewähren, wie sie beispielsweise dem preußischen Großgrundbesitz bei der vor 90 Jahren erfolgten Ablösung der Robot und Hand- und Spanndienste gegeben wurde; andernteils schuf man für jedes Dorf ein Gemeindeland auf geradezu sozialistischer Grundlage, indem man bestimmte, daß die Verteilung der Aecker nach jeweilig drei Jahren , aufs neue zu erfolgen habe. Die Wirkukg dieser Bestimmungen war, daß der russische Muschik, seinem indolenten Naturell entsprechend, sich auf die faule Haut legte, und, wenn ihm nicht das Messer der Not an der Kehle saß, auch gegen reichlichen Lohn kaum zu bewegen war, die Aecker der Gutsherren zu bebauen. Auf dem unter die Bauern aus die Dauer von drei Jahren verteilten Gemeindeland begann der wahre Raubbau. Es fiel niemanden ein, eine regel- mäßige Düngung vorzunehmen; wußte er 1)och nicht, ob ihm nach drei Jahren die gleichen Ländereien wieder zufallen würden, und nicht alle Meliorationen von ihm nur für den glücklichen Nachfolger gemacht fein würden, und auf alle Vorstellungen einsichtsvoller Köpfe, welche das Ende mit Schrecken voraussahen, folgte die m Rußland nun einmal stehende Redensart: „Nitschewo“, die Ueber- setzung des französisch-aristokratischen „Aprea noas le däluge in Bäuerlich-Russische. So ist denn das bis letzt unter den Pflug genommene Land zum großen Teil stark erschöpft Deutsches Reich. Berlin, 31. August. Der Kaiser hat, wie man der „Germania" aus Jerusalem meldet, dem katholischen deutschen Arbeiterverein in Jerusalem als Zeichen seiner besonderen Huld sein Bildnis verliehen. Es ist dies eine treffliche Kopie des Gemäldes von Max Koner: „Portrait Kaiser Wilhelms II.", 1 Meter 10 Centimeter hoch und 85 Centimeter breit, in prachtvollem Goldrahmen. Es wurde am 19. August auf dem Konsulate von dem neuen deutschen Konsul Rosen dem Vorsitzenden des Vereins, dem Franziskanerpater Bonaventura Lugscheider, überreicht. Die Freude über diesen neuen Beweis kaiserlicher Huld ist bei den deutschen Katholiken Jerusalems natürlich groß und wird für diese ein Sporn sein, sagt die „Germania", in Einigkeit mit den übrigen Deutschen Jerusalems zu wirken und das deutsche Wort, die deutsche Art und das deutsche Werk nach Kräften zu fördern. Berlin, 31. August. Der frühere preußische Kriegsminister General Bronsart v. Schellendorf veröffentlicht in der „Kreuz-Ztg." eine Erklärung, die sich auf den Prozeß Dreyfus bezieht. Nach einer Mitteilung in der „Libre Parole" sollte Bronsart v. Schellendorf bei einem Tischgespräch einem Engländer gegenüber geäußert haben. Augen oft so drolligen Ausdruck geben sehen. In China ist die erste Lebensregel, daß der Mensch dafür sorgen müsse, sein Gesicht d. h. seine Würde zu bewahren, den Anschein zu erwecken, daß er ein Ehrenmann sei, der stets den Regeln des Confucius nachgelebt und nie ein Wässerchen getrübt habe. Um diesen Schein zu erzielen, verwendet er die Lüge, den Betrug, die Verleumdung, kurz, alle Mittel sind ihm dazu recht. In diesem Sinn ist wirklich vieles, ! was sich jetzt in Frankreich zuträgt, recht chinesisch: die verletzende Art, in der man den Ausländer als outlaw, sein Ehrenwort als verdächtig, sein Zeugnis als erkauft behandelt, die Mittel, mit denen die Parteien ihren Kampf ausfechten und die einzelnen Persönlichkeiten ihr „Gesicht" zu bewahren suchen. Aus der Eitelkeit und Verblendung, aus der Unaufrichtigkeit und dem Mangel an Selbstzucht entspringt das Uebel und mit ihm der Kampf, der die Nation verheert. So lange hier nicht die Axt angesetzt wird, wird der greise Herr v. Freycinet mit seiner Mahnung, nun endlich Frieden zu schließen, ein Rufer in der Wüste bleiben. Man braucht wahrlich kein Pharisäer zu sein, wenn man sich angesichts der Dinge und Menschen, die jetzt in Rennes an uns vorüberziehen, an die Brust schlägt in dem Gedanken: wir Barbaren, wir Wilden sind doch bessere Menschen. Darin freilich mag Freycinet recht haben, daß ein solches Schauspiel geeignet ist, die Disziplin im Heere zu untergraben und das Vertrauen auf die Führer zu erschüttern, aber nicht dadurch stellt man cs wieder her, daß man in lügnerischem Vertuschen die Wahrheit auslöscht, sondern nur dadurch kann man im Heere und im Volke, das ein feines Empfinden für die Schattierungen der Gerechtigkeit besitzt und es sehr übel vermerkt, wenn mit zweierlei Maß gemessen wird, die Achtung vor den Führern und den Führenden wieder aufrichten, daß man ohne Ansehen der Person richtet und straft und daß aus den Kreisen, die sich zu Führern berufen glauben, wieder Männer erstehen, die jenen mit vorbildlichem Beispiel vorangehen in der Bethätigung der Disziplin, der Ehrenhaftigkeit, der Selbstzucht und Selbstverleugnung. Der gänzliche Mangel gerade dieser Eigenschaften aber bei den Personen, die aus hohen Staatsämtern oder im Kleide des Offiziers, unter dem man sie in erster Linie zu suchen und zu finden gewohnt ist, in Rennes an die Zeugenbarre treten, macht auf den Ausländer einen an Verblüffung grenzenden Eindruck des Staunens. Er kennt und schätzt grade den Offizier als den Mann, dem die Ehre über alles geht, nicht der äußere Schein, das Streben, sein „Gesicht" zu retten, sondern der Begriff der Ehrenhaftigkeit, der ihn zwingt, seine physische Persönlichkeit ganz der von diesem Begriff beherrschten ideellen Persönlichkeit unterzuordnen, jeden Augenblick sein Leben für die persönliche Ehre, die Ehre des Standes oder der Nation in die Schanze zu schlagen, unbeirrt die Verantwortung .für alle seine Handlungen um und giebt bei ungünstigem Welter eine gänzliche Mißernte, während in anderen glücklicheren Gouvernements das ausgedroschene Getreide häufig mangels genügender Transportmittel unter freiem Himmel verfault. Was übrigens von den 38 Millionen Rubel, die die russische Regierung in einem der letzten Hungerjahre zur Linderung der Not verausgabte, wirklich bis zu den Notleidenden gelangte und nicht in den Händen der korrumpierten Beamtenschaft hängen blut), weiß niemand. , c, Wenn in Mitteleuropa wirklich einmal die Getreide- preise um 50 Prozent steigen, so ist das zwar eine Kalamität, welche die nichtbesitzenden Volksklassen schwer drückt, aber immer noch keine eigentliche Hungersnot, von der man erst sprechen kann, wenn die Preise auf das fünf- bis zehn fache steigen. Eine derartige Katastrophe ist aber so gut wie ausgeschlossen. Gesetzt, daß von den Vogesen bis zur Memel und von der Eider bis zur Steiermark die gesamte Getreideernte verunglückte, so wäre das zwar ein Schaden von etwa 3 Milliarden; es stände aber immer noch der ganze Ertrag des Mais- und Kartoffelbaues zur Verfügung Außerdem ist es noch nie beobachtet worden, daß in allen Ackerbauländern der Erde gleichzeitig eine Mißernte eingetreten wäre. Ein großer Teil des Mehrbedarfs an Nahrungsmitteln Europas wird aber schon heute von den unteren Donauländern, von den Unionsstaaten, von Kanada und Indien her gedeckt, und die internationalen Saatenmärkte geben schon bei Zeiten ein Bild, wie sich die Bedürfnisse einige Monate später gestalten werden. Außerdem treten mehr und mehr die Produkte der sudamerikamschen Hungersnöte und ihre Veranlassungen. <®ine volkswirtschaftliche Studie zur Hungersnot in Rußland und Indien. Von Heribert von Hiller-Sternberg. (Nachdruck verboten.) (Schluß.) Als Ursache der allgemeinen Not sind in neuerer Zeit nur ausnahmsweise kriegerische Wirren zu bezeichnen, welche z. B. vor Jahresfrist auf der gesegneten paradiesischen Insel Kuba eine Hungersnot hervorriefen. In erster Linie stehen vielmehr Wetterschäden, welche die Aecker entweder durch Hitze oder durch Nässe zu gründe richten. Wo nun wie in China oder Indien die Bevölkerung fast ausschließlich von Reis lebt, muß eine totale Mißernte dieser Frucht ^grenzenlose Not Hervorrufen; denn es ist kein Ersatz da, und bis ein solcher vom Auslande herbeschafft ist, vergehen in Ermangelung ausreichender und schneller Kommunikationen Monate. Zu alledem gebricht es auch an den nötigen öffentlichen Mitteln und an der geordneten, thatkräftigen staatlichen Organisation, welche es nicht erst zum äußersten kommen läßt, sondern bei Zeiten Vorkehrungen trifft. Daß das fruchtbare südliche Rußland, welches so ziemlich alle Kulturpflanzen des westlichen Europas baut, trotzdem seit mehreren Jahren das Uebel am eigenen Leibe erfährt, /fegt übrigens an der mangelhaften Natur des Grund- Kskates und UrsvmMes. gesegnetes selten be- Stadt ist aber eine Hauptmann Dreyfus sei schuldig, er wäre ein Schurke und Spion. Diese Erzählung beruhe mit allen ihren weiteren Zusätzen auf freier Erfindung, die um so plumper sei, als er, Bronsart v. Schellendorf, englisch überhaupt nicht spreche. — Politische Beamte als Parlamentarier. Wie der „Reichsanzeiger" mitteilt, hat die königlich preußische Staatsregierung heute nachstehenden Erlaß an die sämtlichen Ober-Präsidenten gerichtet: Die königliche Staatsregierung hat zu ihrem lebhaften Bedauern die Wahrnehmung machen müssen, daß ein Teil der Beamten, welchen die Vertretung der Politik Seiner Majestät des Königs und die Durchführung und Förderung der Maßnahmen der Regierung Seiner Majestät obliegt, sich dieser Pflicht nicht in vollem Maße bewußt ist. Nicht nur die höheren politischen Beamten, sondern auch die königlichen Landräte dürfen sich in ihrer amtlichen Thätigkeit nicht durch die Stimmungen ihrer Kreise und die Meinungen der Bevölkerung über die Maßnahmen der Regierung Seiner Majestät • - . -. - . , o ,„M. beirren lassen; sie sind berufen und verpflichtet, die ihnen | vielfach zu wünschen übrig. Die Ernte von manchen Kornbekannten Anschauungen derselben zu vertreten und die © Vom Lande, 31. August. Die Erntearbeiten sind jetzt fast allerorts beendigt. Das überaus günstige Erntewetter ermöglichte es, daß der reiche Segen auch gut eingebracht werden konnte, was bekanntlich für die Qualität des Getreides von großem Vorteil ist. Der Körnerertrag ist durchschnittlich gut; nur derjenige des Roggens läßt Hamburg, 31. August. Die 200 Teilnehmer am alldeutschen Verbandstage haben sich mittelst Extrazuges nach Friedrichsruh begeben, um in der dortigen Gruft-Kapelle eine Trauerfeier abzuhalten und Kränze niederzulegen. | Gemünd, kauft 50 Waggon Mostobst. — G. Heilemann, Dreherei und Handlung, Wendlingen Station Unterboihingen, Württemberg, kauft 30 Waggon Mostäpfel. — Peter Ersfeld, Halfterfähre bei Eitorf, kauft 800 Ctr. Birnen zum Dörrn. — Aaron Kahn, Rheinbischofsheim, Baden, kauft einige Waggon Zwetschen zum Brennen. — St. Joggerst, Straßburg, Elsaß, Knoblochgasse 9, kauft 1000 Gentner Zwetschen, 100 Waggon Tafel- und Mostobst, 20 Waggon Einmachbirnen. — Joh. Wilh. Kolk, Kripp a. Rh., kauft [ große Posten Süßäpfel' und Birnen. — Nie. Sahl, Darmstädter Hof, Rüdesheim a. Nh., kauft Koch- und Tafeläpfel, Birnen, Zwetschen. — v. Derschau, Auerbach, Hessen, kauft gedörrte Zwetschen. - Bloch Freres, 1 Place d'Armes, in Ostende, kaufen Zwetschen. — F. A. Kantner, in Wilster, kauft Aepfel, Birnen, Zwetschen. — L. Seegers Delikatessenhandlung, Osterode a. Harz, kauft Aprikosen, Pfirsiche, Trauben, Aepfel, Birnen. — I. I. Rettinger, Wachenheim, Rheinpfalz, kauft einige Waggon Mostobst. — M. Böckler, Zollhaus, Nassau, kauft Preisselbeeren. — Aug. Busch, Obsthändler, Mannheim, kauft Preisselbeeren und Zwetschen. — Karl Rudi, Frankfurt a. M., Hotel Jacobi, kauft 100 bis 150 Waggon Mostäpfel und Mostbirnen gegen Kassa. — Wilh. Mundinger, Unteröwisheim, Baden, kauft Mostäpfel und Mostbirnen. — F. Schmutz, Hotel römischer Kaiser, Freiburg i. B., kauft Aepfel, Birnen, Zwetschen. — Ehr. Rall, Neckarsulm, Württemberg, kauft einige Waggon sauere Mostäpfel. — H. Menninger, Obsthändler, Andernach a. Rh., kauft Aepfel, Birnen, Zwetschen. — Karl Noll, Sattler in Hugsweiler, bei Lahr, Baden, kauft Tafelobst. — A. Faller, Wertheim a. M., kauft 10 Waggon Mostäpfel. — Konrad Beck, Obsthändler, Frankfurt a. M., Markthalle, kauft Zwetschen, Aepfel, Birnen. Obstdurch- schnlttspreise den 28. August 1899. (Die Preise verstehen sich bei sofortiger Lieferung). Himbeeren der Gentner Mk. 24, Mirabellen 40, Pfirsiche 45, Trauben 40, Reine- klauden 27, Frühbirnen je nach Sorte 12 bis 18, Frühäpfel je nach Sorte 10 bis 16, Frühzwetschen 20, Brombeeren 16. ? Vom Lande, 31. August. Durchaus nicht gegnet man der Redensart: Das Leben in der Neisse, 31. August. In der heutigen dritten und letzten geschlossenen Generalversammlung des Katholikentages wurde als Ort für den nächsten Katholikentag Bonn gewählt. x Grünberg, 31. August. Hier und in den umliegenden Ortschaften rüstet man sich zum Empfang der morgen mit Sonderzügen hier eintreffenden zahlreichen militärischen Gäste, die während 3 Wochen, bis zum 20 September, unsere Gegend beleben werden. — Den Landwirten ist Gelegenheit geboten, ihre Produkte wie Heu, Stroh und Kartoffeln an das hier vom 6. September an zu errichtende Manöver-Proviantamt abzusetzen. § Aus dem Ohmthale, 31. August. Die Grummeternte ist in vollem Gange. Das Grummetgras steht im astgemeinen recht gut. Nur die Wiesen auf trockenen Lagen haben geringeren Graswuchs, weil der Regen zu spärlich fiel. Regen zurzeit der Ernte will man aber auch nicht. Der Preis des Grummetgrases bei den jetzigen Versteigerungen ist ein recht billiger. Dessenungeachtet betrug der Erlös für Grummetgras auf den Domanialwiesen der Gemarkung R. mehr als im vorigen Jahre. Das Wetter zur Grummeternte ist zwar nicht beständig genug, aber es mangelt auch nicht an Sonnenschein und Wärme. An Dörrfutter fehlt es für den kommenden Winter ebensowenig wie im vorigen Jahre. Die Scheunen werden nicht blos von Futter und Stroh voll, nein, sie vermögen den Segen des Feldes und der Wiesen nicht alle zu fassen. Die Strohhaufen bei den Dörfern künden das. Schotten, 31. August. Unser Postgebäude scheint jetzt endlich bald in Angriff genommen zu werden. Das Grundstück des Herrn Hch. Ad. Pröscher an der Gederner Ghaussee ist von Herrn Bauunternehmer^Winn-Gießen erworben worden, der den Bau unseres neuen Postgebäudes übernommen hat. Offenbach, 29. August. Herr Baurat Raupp, der 35 Jahre an der Spitze des hiesigen Stadtbauamts gestanden und vor einiger Zeit zum Beigeordneten gewählt wurde, ist durch den Herrn Oberbürgermeister in sein neues Amt eingeführt worden. Die kürzliche Mitteilung, daß Herr Beigeordneter Justizrat Dr. Weber sein Amt aus Gesundheitsrücksichten niederzulegen beabsichtige, ist dahin zu berichtigen, daß nicht Herr Justizrat Dr. Weber, sondern Herr Privatier Weber gemeint ist. *t Frankfurt a. M., 28. August. Eentralstelle für Obstverwertung und Obst-Markt-Komitee Frankfurt a. M. Nachfragen. R. I. Mayer, Schwäb. teurer als auf dem Lande. Diese Meinung ist grundfalsche und sie kann nur jemand eigen fein, der die einschlägigen Verhältnisse nicht kennt. So wird sie oft auch zur Begründung des besseren Gehaltes der Lehrer in den Städten gegenüber ihren Kollegen auf dem Lande angewandt. Unter denselben Voraussetzungen ist Ihatsächlich das Leben auf dem Lande teurer, als in der Stadt. Wenn es trotzdem auf dem Lande weniger kostet, so liegt die Ursache oes weniger lediglich in dem schlechteren, genügsameren Leben hier. Würde man auf dem Lande so leben wollen, wie in der Stadt, so müßte man hier entschieden größere Ausgaben machen, als in der Stadt; würde man aber in der Stadt so frugal leben, wie auf dem Lande, so würde das Ersparnis ein so großes sein, wie man es auf dem Lande des schlechteren Einkommens wegen einfach nicht erzielen könnte. Für ein Pfund Wurst gewöhnlicher Sorte zahlt man auf dem Lande 80 Pfg., in der Stadt 60 bis 64 Pfg. Das Pfund Rindfleisch kostet auf dem Lande 64 Pfg., in der Stadt (Frankfurt a. M.) 60 Pfg., Kalbfleisch ist auf dem Lande in gleichem Verhältnis teurer; nur das Schweinefleisch zeigt ein umgekehrtes Preisverhältnis. Brod bleibt sich im Preisverhältnis zwischen Stadt und Land gleich. Milch und Butter sind nicht nur auf dem Lande seit der Gründung der Molkereien teurer, sie sind auch seltener zu bekommen. Eier halten sich im Preise gleich denjenigen in den Städten, weil man sie eben vom Lande nach der Stadt trägt. Weit würde die Aufzählung der vielen anderen Preise für Lebensmittel, die alle als Beweis unserer Behauptung dienen könnten, den Rahmen dieser Notiz überspringen, die an- gezogenen genügen auch, die Haltlosigkeit der Meinung vom billigeren Leben (unter gleichen Voraussetzungen) auf dem Lande darzuthun. äckern, die besonders vom Hagelwetter mitgenommen wurden, ist sogar so gering, daß die für das Schneiden und Aus- dreschen aufgewandte Mühe sich kaum lohnte. Der Strohertrag ist dafür umso reichlicher. Allenthalben türmen sich auf den Feldern die Strohhaufen auf, da alle Scheunen und Böden nicht ausreichen, die Vorräte zu bergen. Jetzt ist man eifrig mit dem Grummetmachen beschäftigt. Hält .die gute Witterung noch einige Zeit an, so dürfte sowohl Menge, als auch Güte des Grummets voll befriedigen. — Auch die Kartoffeln haben sich recht gut entwickelt und lassen eme gute Ernte erhoffen, Das Jahr 1899 dürfte somit unseren Landwirten als ein in jeder Hinsicht noch lange in Erinnerung bleiben. Vermischtes. I * Wiesbaden, 31. August. In verschiedenen hiesigen Tapetenhandlungen sind neue originelle Tapeten von Fr. Fischbach ausgestellt, welche auf lithographischem Wege von der Mainzer Verlags-Anstalt und Druckerei ausgeführt sind. Sie sind abwaschbar, schimmern wie Goldbrokat und werden besonders von Architekten bevorzugt. * Berlin, 31. August. Schutzleute sollen, wie die „Nationalzeitung" meldet, in größerer Zahl zum Herbst bei der Berliner Polizei eingestellt werden. Ein Teil der Unteroffiziere, die ihre Kapitulation nicht wieder erneuert haben, wird nun im Sicherheitsdienst der Reichshauptstadt Verwendung finden. Seit Jahren macht sich ein fühlbarer I Mangel an Personal für die Schutzmannschaft bemerkbar. Aus diesem Grunde wurde vor einigen Jahren von dem Grundsätze, daß zur Einstellung in der Schutzmannschaft der Besitz des Eivilversorgungsscheines Bedingung sei und nur eine neunjährige Militärdienstzeit die Qualifikation zum Polizei-Unterbeamten gewähre, abgegangen. Der Grund des Fehlens von Anwärtern liegt darin, daß die Beamten bei ziemlich hohen Anforderungen bezüglich der Gehaltsverhältnisse ungünstiger gestellt sind als das Personal anderer Behörden. * Lübeck, 28. August. Der Bau des Elbe-Trave- Kanals, der im Frühjahr nächsten Jahres beendet fein soll, schreitet rüstig vorwärts. Die in Lübeck selbst not. wendig gewordenen großen Brückenbauten sind bis auf zwei bereits dem Verkehr übergeben; die Fertigstellung der anderen ist in Bälde zu erwarten. Auch von hier bis nach Lauenburg ist der Kanal auf großen Strecken fertig und befahrbar. Die Erdbewegungen sind zum größten Teil beendet, es fehlen nur noch die Anschlüsse bei den Schleusen. Die Eröffnung des Kanals dürfte zum 1. April 1900 sicher zu erwarten fein. • Begnadigt hat der Kaiser, wie aus Metz berichtet wird, den Leutnant Schlickmann, der den Mühlenpächters- sohn Fillement anfangs Januar im Duell erschoß. Der Begnadigte hat von seiner Festungsstrafe bisher sechs Monate verbüßt. * Die Meldungen junger Mädchen, welche nach Südwestafrika übersiedeln wollen, sind so zahlreich bei der Deutschen Kolonialgesellschaft eingelaufen, daß der vorläufige Bedarf gedeckt ist. Weitere Bewerbungen sind daher zur Zeit zwecklos. * Eine wichtige Neuerung für Eisenbahnen ist neulich zum erstenmale an einem Zuge der Londoner Stadtbahn erprobt worden. Es handelt sich um einen Apparat, der dem Zugführer die Möglichkeit giebt, durch Bewegung eines Hebels von seinem Abteil aus alle Thüren des Zuges zu schließe«. Der Apparat, der die Bezeichnung Fraser Eisenbahn- thür-Kontroller führt, wird durch komprimierte Luft betrieben, die nach unter dem Wagen befindlichen Eylinder« hingepreßt wird. Durch eine Kombination von Hebeln und Federn schließen sich dann die offenen Thüren von selbst, und zwar geht dies so allmählich vor sich, daß keine Verletzungen von Passagieren vorkommen können. Wenn z. B. jemand die Hand oder einen Finger zwischen die Thürsug halten würde, so würde er keine Quetschung davontragen, sondern die Thüre würde einfach nicht ganz schließen, bis das Hindernis beseitigt ist. Der Apparat kann in Ver bindung mit der Lustbremse gesetzt oder durch eine besondere Luftpumpe betrieben werden. Besonders für die Verhältnisse der Berliner Stadt- und Vorortbahnen würde die Neuerung ohne Zweifel von größtem Werte sein, da jetzt immer so und so viele Beamte zur Verfügung stehen müssen, um das Schließen der Thüren zu überwachen. * Ein außerordentliches Duell, bei dem mit zwei Lokomotiven gekämpft wurde, fand letzten Samstag in den Durchführung ihrer Politik, insbesondere in wichtigen Fragen, zu erleichtern und das Verständnis für dieselben in der Bevölkerung zu erwecken und zu pflegen. In allen Beziehungen, in welche sie durch ihre amtliche Stellung mit dem öffentlichen Leben gebracht werden, haben sie sich gegenwärtig zu halten, daß sie die Träger der Politik der Regierung Seiner Majestät sind und den Standpunkt derselben wirksam zu vertreten haben, unter keinen Umständen aber auf Grund ihrer persönlichen Meinungen die Aktion der Regierung zu erschweren berechtigt sind. Sie würden im anderen Falle durch ihr Verhalten die Autorität der Staatsregierung schwächen, die Einheitlichkeit der Staatsverwaltung gefährden, ihre Kraft lähmen und Verwirrung in den Gemütern Hervorrufen. Ein solches Verhalten steht mit allen Traditionen der preußischen Verwaltung im Widerspruch, und kann nicht geduldet werden. Wir vertrauen, daß cs genügen wird, die politischen Beamten hierauf mit Ernst und Bestimmtheit hinzuweisen, und hoffen, daß nicht wieder ein Anlaß geboten werden wird, weitergehende Maßregeln zu treffen. Berlin, den 31. August 1899. Das Staats-Ministerium. Fürst zu Hohenlohe. Die Schlußwendung deutet darauf, hin, daß diesmal von weiteren Maßregelungen Abstand genommen werden soll. Hiernach würde Professor Jrmer das einzige Opfer bleiben. Das ist sehr bezeichnend! Wenn die Regierung der in obigem Erlaß niedergelegten Auffassung Ausdruck geben wollte, so hätte sie auch wirklich durchgreisen und die ja allerdings unausbleiblichen üblen Folgen, die Verschlechterung der Aussichten für' die Vorlage, in den Kauf nehmen müssen. Diese Konsequenz hat sie wohlweislich nicht gezogen. Warum dann aber gerade ein Beamter des Kultusministeriums der einzige sein mußte, der wegen einer fein Ressort gar nicht berührenden Abstimmung daran glauben mußte, ist schwer einzusehen. T. R. M.P.C. Berlin, 31. August. Bei Besprechung der । Kanalfrage ist neuerdings ganz außer Betracht geblieben, | daß die Gegnerschaft des Mittellandkanals sich außer aus den ostelbischen Landwirten auch aus den schlesischen Industriellen und vor allem aus den Vertretern der Saarindustrie zusammensetzten. Es handelte sich thatsächlich vielmehr um einen Kampf Krupp contra Stumm als um einen solchen der Industrie gegen die Landwirtschaft. M.P.C. Immer aufs neue lassen sich Stimmen Der* nehmen, die dazu raten, Deutschland thue besser, statt mit England Verträge abzuschließen, sich mit Rußland gut zu stellen. England würde uns um so leichter Konzessionen machen, je besser wir mit Rußland ständen. Auf diesem Wege müßten wir aber schließlich in eine große Abhängigkeit von Rußland kommen. Außerdem bleibt bei diesem Rat außer Betracht, daß Rußlands Politik in erster und in letzter Linie ebenso egoistisch ist wie die Englands. Wenn wir mit England speziell ein Abkommen wegen Afrika getroffen haben, so ist das geschehen, weil wir bei Rußland ein afrikanisches Interesse nicht wahrzunehmen vermochten. Noch weniger aber war in Rußland eine Neigung vor* Händen, unserer oder französisch-afrikanischer Sorgen wegen einen Konflikt mit England auf sich zu nehmen. Republiken auf den Markt, und endlich wird das südliche I Sibirien in der Getreideversorgung eine ungeahnte Rolle spielen, wenn die transsibirische Eisenbahn sich zu einem leistungsfähigen Verkehrsweg entwickelt hat, und die Schiff- | fahrt auf den mächtigen sibirischen Strömen zur Bedeutung gelangt fein wird. I Biel gefährlicher droht vielmehr die Lage zu werden, I wenn ein Staat, dessen Bevölkerung mehr Ackerbauprodukte braucht, als sie erbaut, mangels Absatz seiner industriellen Waren dauernd zu einer passiven Zahlungsbilanz kommt. I So lange die Krefelder Seidenweber, die westfälischen, I rheinischen und schlesischen Leinen- und Baumwollarbeiter I und Eisenarbeiter genügend Produkte fürs Ausland liefern, aus deren Erträgnis die Getreideeinfuhr bezahlt werden I kann, ist alles gut. Stockt aber dieser Absatz dauernd, I dann ist statt der akuten die chronische Hungersnot da, und das deutsche' Kulturvolk verarmt trotz aller seiner hohen Intelligenz. Die Engländer wissen darum auch sehr gut, warum sie auf jedes herrenlose Stück Land des Erdballes Beschlag legen und rücksichtslos über fremde Interessen Hinwegschreiten, wenn es gilt, ihren Handel und ihre In- dustne auszudehnen. Die staatliche Zukunft liegt nicht mehr in den engen Grenzen unseres alten Kontinents, son- I derii auf dem Wasser und jenseits desselben. Der Erdball I wird eines Tages zu klein werden, und aus dem Kampf I ums Dasein werden nur die wirtschaftlich starken Nationen I siegreich hervorgehen. *1800 (rlr „«ttt-e«. Ä'"«■ 'm ÖÄ 5’«?Ä ■ ’• in $■ Rettinqer 5* - ®{ ?ä»W i «VÄi t?.“;®'-hilft 10 Wag,m idnblet, JtMffutt a. M iOm öbftbur*: J «.(Di, Pich 6et, !)■ Nbeetm dir 6,nhl(t = to, Trauben 40, Ach. S°rt- 12 bis 18, M, SchZi°-W» 20, gram. tstrs. 5« betriebenen hiefigu riginelle Tapeten von Fr. luf lithographischem Wege t und Druckerei ausgeführt nmern wie Goldbrokat und i bevorzugt, chutzleute sollen, wie die ssößerer Zahl zum Herbst illt werden. Ein Teil der ion nicht wieder erneuert litnft ber ReichshaupW n mafy fuf) ein fitylbaia fätnannffyift btnierlfac. einigen Jahren von dm in der SäMiMW ,üneL Bedingung \i\ und stzeit die Qualifikation zm abgegangen. Der Gmnd gt darin, daß die Beamten en bezüglich der Gehalts- ; find als das Personal Bau des Elbe-Trave- chsten Jahres beendet sein Die in Lübeck selbst not« kenbauten sind bis auf zwer die Fertigstellung der an- zluch von hier bis nach itogen Streik« M) "™m l. «Pt« 1W> * ui, uu-Mtz bt*Ä , der dm «W*£ - im Duell erschoß- D ^strafe bich-rf--h-M°»°t- «s»w* Iw WM“’' “ ,jne8 Hebel! rw desM gjj(|tbi6«6 ub wA SW’*! Sagen 6e *« Ä £ Kombination * Gsi - -«X k-i«k «* ich vor sich' ° ^6nn Men f0"" nnbie Th« M ?ßl oder M bie Kerh-x fcäftts Stahlwerken von Cyfarthfa statt. Die Sache kam am Donnerstag gelegentlich einer Verhandlung heraus, bei der sich der Maschinenführer Hopkins, einer der beiden Duellanten, wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit zu verantworten hatte. Der Fall spielte sich folgendermaßen ab: Der Lokomotivführer Edwards wollte für seine Maschine Wasser einholen, aber Hopkins, der gerade seine Maschine mit Kohlen versah, verstellte ihm den Weg. Edwards rückte trotzdem mit seiner Maschine vor und bemühte sich, die Maschine Hopkins zur Seite zu stoßen. Hopkins seinerseits gab Dampf und drängte die Maschine Edwards auf ein anderes Geleise. Edwards versuchte noch einmal einen Vorstoß. Abermals wurde er zurückgedrängt. Ein dritter Versuch hatte nur den Erfolg, daß die Puffer der beiden Maschinen aufeinander prallten. Hopkins erklärte beharrlich, er wolle eher „zum Teufel gehen", als den Weg frei geben, bevor er seine Maschine mit Kohlen versehen hätte. Es dauerte geraume Weile, bis sich Hopkins endlich entschloß, den Weg freizugeben. Da er der provozierende Teil war, so hatte nur er sich gerichtlich zu verantworten. * Ein unbekannter Marsch von Franz Schubert. Das Wiener Tageblatt. meldet, daß der Privatier Palme in Heidelberg bei einer in Ziegelhausen stattgehabten Auktion eine kleine Bibliothek und Handschriftensammlung erstanden hat, in der sich unter anderen Raritäten das bisher gänzlich unbekannte Originalmanuskript eines Marsches für zwei Klaviere zu acht Händen von FranzSchubert vorfand. Die Komposition trägt nebst Schuberts Namenszug den Vermerk „Wien, im November 1825", in der rechten unteren Ecke den mit Bleistift geschriebenen Namen „Hüttenbrenner" und dabei das Wort „Schwammerl", ein Spitzname, mit dem Schubert von seinen Freunden vielfach geneckt wurde. * Allgemeine deutsche Sport-Ausstellung München 1899. Schon viele schöne Feste haben sich in der Ausstellung abgespielt, so das Radfahrerfest, das Alpenvereinsfest, der Turnertag und so manch andere Röunions. Diesen soll sich in nächster Zeit ein patriotisches Fest anreihen, indem am Sonntag, den 3. September, ein solches zu Ehren der Kriegsveteranen veranstaltet wird. An diesem Tage wird all denjenigen Veteranen, welche dekoriert sind, der Eintritt in die Ausstellung zu dem ermäßigten Preise von 30 Pfg. gestattet. Das reiche Programm sieht für Nachmittag und Abend Konzerte vor von dem 50 Mann starken Berliner Philharmonischen Blas Orchester (früher Bilse) und den vollständigen Musikkorps der beiden Münchener Feld- Artillerie-Regimenter. Daneben konzertiert noch das Italienische Mandolinen-, Guitarre- und Gesang-Ensemble „Addio Napoli" und der unverwüstliche „Papa Geis" wird das Publikum durch seine humorvollen Vorträge ergötzen. In der Festhalle werden abends lebende Bilder aus dem denkwürdigen und ruhmreichen Jahre 1870 in natur- und historischgetreuer Darstellung geboten werden und zwar 1. der Kampf hetz 10. bayer. Jäger-Bataillons mit den Turkos in den Weinbergen vor Weißenburg am 4. August, 2. eine Episode W der Erstürmung Bazeilles durch die Bayern und 3. eine Schlacht-Episode des 1. Bayer. Armeekorps bei Orleans. Nach Beendigung dieser Darbietungen werden sich den Aus- sicllungsgästen die Bauten und der Park im reichen Schmucke von Lampions und elektrischer Illumination zeigen. — Durch die Einrichtung der Ausgabe sog. „Ausstellungskarten", welche Samstags und Sonntags auf allen bayer. Eisenbahnstationen ausgegeben werden und die, wenn sie in der Ausstellung abgestempelt worden sind, zur freien Rückfahrt innerhalb 10 Tagen berechtigen, ist auch den auswärtigen Veteranen billige Gelegenheit geboten, die Ausstellung zu besuchen. * Zur Beurteilung der V o r - und N a ch t e i l e der verschiedenen Systeme von elektrischen Bahnen giebt eine Mitteilung des Internationalen Patentbureaus Carl Fr. Reichest, Berlin NW. 6, nach französischen Quellen folgende Anhaltspunkte. Man hat zu unterscheiden zwischen Bahnen mit Akkumulatorenbetrieb, solchen mit Zuführung des Stromes von außerhalb und 'dem gemischten System. Die Stromzuführung kann durch Lust- oder unterirdische Leitung, durch Kontaktkästen oder durch eine isolierte dritte Schiene erfolgen. — Dabei ergiebt sich, daß der Akkumulatoren- bctrieb, ebenso wie die unterirdische Stromzuführung, den Vorteil bietet, das Straßenbild nicht zu verunzieren, den Wagen unabhängig von der Krafterzeugungsquelle zu machen und die größte Regelmäßigkeit im Stromverbrauch zu sichern. Dagegen ist die Vermehrung des toten Gewichts außerordentlich groß, die Betriebskosten sind sehr hohe, und Ichließlich findet auch durch die Ausdünstung der Batterien eine Belästigung der Fahrgäste statt. Bei der oberirdischen Zuleitung sind die Anlage- und Betriebskosten verhältnismäßig gering, auch stellt sie das einfachste und deshalb sicherste System dar, das übrigens auf 95 Prozent aller elektrischen Bahnen der Erde in Anwendung ist. — Die unterirdische Stromzuführung macht Masten, Drähte rc. in den Straßen unnötig und bringt keine Störungen im telegraphischen und Telephonbetrieb mit sich, aber ihre Betriebskosten sind sehr beträchtliche. Das System der gemeinsamen Anwendung von oberirdischer Zuleitung mit Akkumulatoren oder Bodenzuführung ist im Jnnenverkehr der Städte und sür Untergrundbahnen das Empfehlenswerteste. — Die Korstaktleitung durch zwischen den Schienen in Entfernungen voll je einer halben Wagenlänge eingeschaltete Kontaktkästen vermeidet die Nachteile der erstgenannten Systeme, ist aber noch zu wenig erprobt, um eine gerechte Beurteilung zuzulassen. Das Dreischienensystem mit isolierter Zuführungsschiene, dessen Einfachheit und Billigkeit auf der Hand liegt, ist nur auf einem freiliegenden Bahndamm anwendbar, für den Straßenverkehr aber ausgeschlossen. * M. Bertillon und sein System. Im Wiener Extra- blatt liegen zwei Meinungsäußerungen von Wiener Graphologen über das Gutachten Bertillons vor dem Kriegsgericht in Rennes vor. Professor Franz Kirchner, Sachverständiger im Schreibfache für das k. k. Handelsgericht und sämtliche Civilgerichte Wiens, meinte: „Das System res Herrn Bertillon ist, um mich knapp und präzise auszudrücken, dieMethodedeshellenWahnsinns. Dieses System hat absolut keine Grunvlage, seine „Gedanken" sind die denkbar konfusesten und halten auch nicht der Harm« osesten Prüfung gegenüber stand. Das Ganze stellt sich als Hokuspokus schlimmster Art dar. Bertillon hat sich in diese fixe Idee verrannt. Ich habe mich intensiv mit dieser Angelegenheit befaßt und bin auf Grund eines im „Figaro" veröffentlichten Facsimiles der Schrift Esterhazys zur Ueberzeugung gekommen, daß Esterhazy der alleinige Verfaffer des Bordereaus ist. Ich habe diese meine Ueberzeugung auch seinerzeit wissenschaftlich begründet, dem französischen Senator Scheurer-Kestner brieflich mitgeteilt, wofür dieser mir seinen herzlichsten Dank aussprach. Es besteht nicht der geringste Zweifel, daß außer Bertillon keine lebende Seele auf dem Erdenrund sein System versteht." — Prof. Arthur Skallitzky, beeideter Sachverständiger beim Landesgerichte und Militär-Garnisonsgerichte, äußerte sich wie folgt: „Bertillon ist kein Sachverständiger; jedes Wort, jeder Satz verrät, daß er nicht vom „Fache" ist, und man sollte doch meinen, daß in einer so bedeutenden Affaire jemand vom Schreibfache unbedingt notwendig wäre. Ich mache durchaus kein Hehl daraus, daß ich schon beim Prozesse Zola, als ich Bertillons „Feststellungsplan" las, nicht aus dem Lachen herauskam. Und jetzt lache ich nicht, sondern muß verzweifelt den Kopf schütteln. Wenn ich ein Sachverständiger bin, so beweise ich den strittigen Punkt derart, daß ihn jeder intelligente Mensch versteht. Bertillon aber bewegt sich in absolut unverständlichen Ausdrücken, die weder ein . österreichischer, noch ein englischer oder amerikanischer, kurz, kein Schreibexperter der ganzen Welt begreift, was sage ich: „begreift", die kein Experter des Erdballs kennt! Es ist stets verdächtig, wenn man, wie Bertillon, aus Verzweiflung beständig die Beweistaktik ändert, es ist doppelt verdächtig, wenn man, um einen bestimmten Fall zu beweisen, erst ein funkelnagelneues System erfinden muß, das absolut nicht in allgemein verständlicher Weise erklärt werden kann, und es ist dreifach verdächtig, wenn man sich mitten im „Beweisen" dieser sensationellen Erfindung so unsterblich blamiert, daß man Den Mißerfolg mit dem schlechten Sitzen erklärt. Nein, nein, das gibt es nicht! Wenn man sich den Anschein gibt, in wissenschaftlicher Weise eine Sache zu demonstrieren, die sonst niemand anders erklären kann, dann darf es keinen Irrtum geben. Bertillon hat auch viel davon gesprochen, daß Dreyfus seine Schrift absichtlich verstellt hat. Ich erkläre decidiert, daß, um das Auge eines Sachverständigen zu täuschen, nur eine sehr geriebene Verbrechernatur jahrelang systematisch sich mit dem Verstellen und Fälschen abgegeben haben muß, um seine eigene Schrift in „erfolgreicher" Weise zu entstellen." • Langsam ist teuer. In' der Zeitung des Vereins deutscher Eisenbahnverwaltungen lesen wir: Man ist gewohnt, es als wohlbegründete Thatsache hinzunehmen, daß die Kosten für die Schnellzugbeförderung beträchtlich höher sind, als die für gewöhnliche Personenzüge. Bei näherem Augenschein jedoch drängen sich Zweifel hieran in verschiedenen Richtungen auf. Zwar ist das Wagenmaterial der Schnellzüge wertvoller, die Abnützung aller bei der Fahrt in Mitleidenschaft gezogenen Bahnteile größer, aber auf der anderen Seite bedingt die längere Fahrzeit des Personenzugcs einen Mehraufwand für Personal, Beleuchtung, Wagenheizung. Wie steht es nun mit dem Aufwand an Maschinenkraft und ihrer Quelle, dem Kohlenverbrauch? In Bezug auf diesen sind, wie der New-York Herald mitteilt, in Amerika sehr beachtenswerte Versuche gemacht worden, durch die man ermittelt hat, welche Kosten durch das Anhalten von Zügen auf kleineren Zwischenstationen verursacht werden. Die Versuche fanden auf einer Strecke von 198 Kilometer Länge statt, und zwar mit zwei Zügen, von denen der eine die ganze Strecke ohne anzuhalten zurücklegte, während der andere auf 14 Zwischenstationen zum Stillstehen gebracht wurde. Der Schnellzug legte 80 Kilometer in der Stunde zurück, während der Führer des „Bummelzuges" beauftragt war, die auf den Stationen verlorene Zeit nach Möglichkeit wieder einzuholen. Die Lokomotive des letzteren Zuges verbrauchte für Zurücklegung der gesamten Strecke 11,400 Pfund Kohlen, der Schnellzug dagegen nur 10,317 Pfund; ein Unterschied von nahezu einer halben Tonne Brennstoff. Für die nicht anhaltenden Züge ergaben sich somit nicht unbeträchtliche jährliche Ersparnisse. Universitäts-Nachrichten. — Berlin. Die Prioatdozenten in der philosophischrn Fakultät der hiesigen Universität, Professor Dr. Richard Sternfeld und Dr. Otto Hintze sind zu autzerordenllichen Professoren ernannt worden. ;0erItn hiesige Professoren begingen am 30. August, wie das Berliner Fremdenblatt mitteilt, einen akademischen Erinnerungstag. Der eine ist der Chemiker Geh. Regierungsrat P^of. Dr. RammelSberg, der andere Geh. Medizinalrat Prof-sior Dr. Fritsch. Jener wurde vor 25 Jahren zum Ordinarius, dieser zum autzerordentlichen Professor ernannt. — Freiburg. Der Privatdozent für innere Medizin an der hiesigen Universität Dr. Gustav Treupel ist zum außerordentlichen Professor ^efmdert wordm^^^ox der Mechanik an der Technischen Hochschule G-h. Regierungsrat Dr. August Ritter tritt am 1. Oktober in denRuhestanb. aufluft starb hier ber Rector ^gmficus Germanist Prof. Dr. Peter Jakob Cosyn (geb. 1840 zu Ryswick). Meratur, Wissenschaft und Kunst. — .Deutscher Soldateuhort^ Jllustrirte Zeitschrift für das deutsche Heer und Volk. Herausgeber: General-Lieutenant z. D. H. v. Below. Preis pro Quartal Mk.I.A). Verlag von Karl Steaismund Berlin SW., Dessauerstraße 13. 10. Jahrgang. Nr 34 nschien soeben und mthält: M-nöoergäste. Von H. Justi. - Mommtphotographie. Von Hugo Müller, Bibliotheks-Assistent an der Kgl. Technischen Hochschule in Charlottenburg. (Mit Abbildungen.) — Die „Schöne Else", die Stammmuttrr des deutschen Kaiserhauses. Don D. ColontuS. — Die Faltboote der deutsch n Kavallerie. (Mit Abbildungen.) — Die Vertreibung aus dem Para- dikse. Von W-lhelm Wiemann. — Noch eine Bismarck Erinnerung. Von Helling, Parana. Brasilien. — Skizzen aus der britisch indischen Armee. — Die Mannschaft detz französischen Kriegsschiffes „JbiS" in Geestemünde. (Bildertext.) — Eins Brockenfahrt. Von Pastor R. Reichhardt. — Wie es in vorgeschichtlich r Zeit in Deutschland autzssh. Kulturhistorische Skizze von Robert P. G. Wendlandt. — Vaterländische Gedenktage. — Vermischtes. — Splitter und Funken. — Rätsel. — Briefkasten. — Inserate. — Johannes Reuchlin und seine Werke. Man schreibt der „Frkf. Zlg." au§ Pforzheim vom 28. August: Die Bich v- und Al'ertumskommission der Stadt Pforzheim hat, wie den Lesern der „Frkf. Ztg." seinerzeit mitgeteilt worden, in einem Aufrufe sich zunächst an die Bürgerschaft gewandt, um durch Vermehrung der bereits vorhandenen Mittel die baldige Errichtung eines würdigen Standbildes für Johannes Reuchlin in seiner stets geliebten Heimat icherzustellen. Etz unterliegt keinem Zweifel, daß diese Anregung nicht nur hier am Orte von glücklichem Erfolge sein wird: steht doch der edle Gelehrte, den Altmeister Goethe als ein „Wanderzeichen" pries, allen denen nahe, die in ihm einen der frühesten Vorkämpfer für die Freiheit der Wissenschaft erblicken und müßen andererseits selbst die Gegner der reformatorischen Bewegung zugestehen, daß ReuchlinS Eintreten für religiöse Duldung — soweit damals dieser Begriff überhaupt schon vorhanden war — ihn seinem angestammten Kirchenglauben nicht untreu gemacht hat. Ein anderes Denkmal aber schuldet dem bedeutenden Manne noch immer die vaterländische Gelehrtenwelt: eine kritische Gesamtausgabe seiner Schriften, oder doch wen-gstenS eine# Neudruck derjenigen unter seinen Arbeiten, die entweder bezeichnend sind für seine Denkweise oder die alS Marksteine in der Entwicklungsgeschichte der Wissenschaft beti achtet werden können. Zu einem solchen Unternehmen haben die Geschichtsschreiber des Humanismus, vor allem Ludwig Geiger und Adalbert v. Hora« witz, nicht minder aber auch Eduard Borcking in seiner mit schier übertriebener Sorgfalt behandelten Ausgabe von HuttenS Werken die schätzbarsten Vorarbeiten geliefert. Bis jetzt sind gerade die Hauptwerke Reuchlins, die theosophischen Untersuchungen „De verbo mirifico“ und »De arte cabbalistica“, die „Rudimenta linguae Hebraicae“ u. a. m., sowie die zahlreichen, zuw Teil heute noch merkwürdigen Streit- und Flugschriften gegen die Kölner Dominikaner fast ausnahmslos nur in den immer seltener werdenden Drucken des 16. Jahrhunderts zugänglich. Sie besitzen aber immerhin so viel methodologische Bedeutung und gewähren in ihrer Gesamtheit ein so treues Bild von dem rastlosen Wirken des großen Gilehrtm, daß ihre Erneuerung den Studien zur Geschichte beS Humanismus und des hebräischen Sprachstudiums unzweifelhaft reiche Förderung bringen würde. — Das Goethe-Heft des «unstwarts (Herausgeber Ferdinand Aoenarius, Verlag Georg D. W. Esllwey, München) ist so reichhaltig geworden, daß der Verlag gezwungen war, den Einzelpreis diesmal auf 75 Psg. zu erhöhen. Es bringt dafür: Goethe. Vom Herausgeber. — Die Goethe Gesellschaft und Weimar. Don Adolf Bartels. — Goethe und das Theater. Von Ltonh. Lier. — Goethische Lieder in der Musik. Von R. Batka. — Goethe unb bic bildende Kunst. Von Paul Schumann. — Lose Blätter: Schülerszene, Auerbachs Keller unb Kerkerszene aus dem Ul sauft. — Rundschau: Friedrich Theodor Vischer. — Goethe-Biographien. — Leipziger Musik. — Dresdener KunstauSstcllung II. — Goethe Plakette.— „Mehr Licht"! — U. a. m. — Notenbeilagen: C. F. Zelter, Ich denke dein. F. Schubert, An Schwager Kronos. R. Schumann, Freisinnn. Hugo Wolf, CovhtischeS Lied II. — Biiderbeilagen: Goethebildnisse von Schmoll, Raabe und L. Sebbers. Was ist das DUM-DUM Geschoß ? Angesichts der vielseitigen Erörterungen, welche sich in letzter Zeit an dies englische, furchtbare Wirkungen hervorrufende Geschoß knüpften, besonders auch auf der Friedens-Konferenz im Haag, sei auf den inierreffanten, mit Illustrationen versehenen Artikel eines bekannten Militärschriftstellers hingewiesen, der sich im neuesten (27.) Hefte Der illustrierten Familien-Zeitschrift „Zur Guten Stunde" (Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Berlin W. — Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pf.) befindet- Es wird des Näheren berichtet, wie im Tschitralkriege die englischen Soldaten bemerkten, daß manche der von einem Geschoß durchbohrten Gegner noch im Stande waren, fortzustürmen und geraume Zeit kampffähig blieben, und wie die Soldaten dqnn zunächst eigenmächtig jene Aenderung an ihren Geschaffen vornahmen, die darauf von der Munit.onsfabrik in Kalkutta ausgenommen wurde. — Wir begegnen in demselben Hefte auch int übrigen wieder einer Fülle fesselnden Lesestoffes und vorzüglichen Bilderschmuckes. Während die Karte der Interessensphären und Elsenbahn- bauten in Ostasien, ein reich illustrierter Artikel über die Deutschen in Mexiko und anderes uns mitten hineinführen in das politische und Ser kehrsleben der Gegenwart, während die beiden größeren Werke „Irrwege" von Gustav Johannes Krauß und „Ohne Segen" von Philipp Wenger- Hoff sowie andere kleinere unterhaltende Beiträge unser Gemüt anregen und fesseln, weist die illustrierte Beilage „Für unsere Frauen" wieder praktische Belehrung und Ratschläge in großer Anzahl auf, und die Gratis-Beilage „Illustrierte Klassiker-Bibliothek, Meffternovellen des XIX. Jahrhunderts," wird mit E. T. A. Hoffmanns packendem Werke „Das Fräulein von Scudery" fortgesetzt. Der demnächst beginnende neue Jahrgang soll mit einem neuen Werk der bekannten Romanschriftstellerin E. Werner, der Versafferin von „Am Altar", „Um hohen Preis", „Gesprengte Feffeln", „Ein Gottesurteil" usw, betitelt „Hexengold", eröffnet werden, und gleichzeitig soll ein neuer Großstadtroman von Dora Dunker, „Die Glücksucher", beginnen. Eine elektrisch betriebene Maschine zum Aufbrechen beS Straßsnpftasters wird jetzt in Amerika mit bestem Erfolge angewendet, wenn es gilt, in möglichst kurzer Zeit den Zugang zu Gas-, Kanal-, Telegraphen- und sonstigen Leitungen un Untergründe von Straßen zu öffnen. Die eigenartige, sinnreiche Konstruktion ber ganz Außerordentliches an Arbeitseffekt leistenden Maschine wird durch Wort und Bild ausführlich erläutert in dem soeben erschienenen 3. Haste von , Für Alle Welt" (Deuffches Verlagshaus Bong & Co., Berlin W. 57 — Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pf.). In derselben Nummer finden sich noch weitere sehr intereffante Artikel über Fortschritte und neue Erfindungen auf den verschiedensten Gebieten der Technik, vielfach durch Illustrationen anschaulich dargestellt. Der unterhaltende und künstlerische Tell des Heftes ist nicht minder reich und anziehend. Heber das Leben und Lebensgewohnheiten des Erzherzogs Otto von Oesterreich, sowie über die innere Einrichtung seines herrlichen Schlaffes Schönau wird ber Leser burch einen prächtig illustrierten Aufsatz in der neuesten (25.) Nummer der „Modernen Kunst" (Verlag von Rich. Bong, Berlin, Leipzig, Wien, Stuttgart) auf das Beste unterrichtet. Auch wegen ihres sonstigen Inhaltes kann die besonders schöne Nummer der prächtigen Zeitschrift dringend empfohlen werden. Von den durchaus vorzüglichen bildnerischen und texllichen Beiträgen erster Autoren und Künstler seien noch folgende besonders hervorgehoben: Ueber das Leben und die Bedeutung Alexander Pötefis; über Spiegelphotographie. Eine interressante Abbildung führt Sarah Bernhardt in der Gesellschaft ihrer Lieblinge, einer Schlange und eines Tigers vor. Der laufende Roman „Blonde Teufel" von Günther von Freiberg, sowie ber sonstige novellistische Inhalt ist dem meisterhaften illustrativen Schmuck des Heftes ebenbürtig. Schisssnachrichten. — Der Dampfer „Aragonia" der „Red Star Linien Antwerpen ist laut Telegramm am 30. August wohlbehalten 'N Philadelphia angekommen. Aubiläums-Provinzial ZU /<7 <*-t****»H* 5596 6194 angenommen. peiherrl. ßiedesel’sche gurgbrauerei in 5757 SkiKtnrHtfmt (Pietsch erben) in Gieß«. Zahlreiche Betriebe in der Ausstellung. Wöchentlich 3 mal grosses Militärkonzert Eintrittspreis 1 Mark, an Nicht-Konzerttagen 50 Pfennig. Konzerte: Sonntag, Mittwoch und Freitag. in Qualität mindestens vollständig gleich Ferner ihr Spezial-Bier ,Burgbräu-Ausstich6 hochfeines und kräftiges Sanitäts-Bier, (Nur in Flaschen.) Alice-Kochschule. Der neue Koch-Kursus beginnt am 11. September. 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Kräuterwein beseitigt «tör- ungen in den Blutgesüfren, reinigt daS Blut von verdorbenen, krank- machenden Stoffen und wirkt fördernd auf die Neubildung gefunden Blute». Durch rechtzeitigen Gebrauch des K,Suter-Weine» werden Magenübel meist schon im Keime erstickt. Man sollte also nicht säumen, seine Anwendung anderen scharfen, ätzenden, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Symptome, wie: Kopfschmerzen, Auf- stotzen, Sodbrennen, Blähungen, Nebclkeit mit Erbrechen, die bei chronischen ^veralteten) Magenieiden um so heftiger austreten, werden ost nach einigen Mal Trinken beseitigt. tt A fttät'iTrtttf'ttttrt und deren unangenehme Folgm, wie Beklemmung, «olikschmerzen, Herzklopfen, Schlafloslakeit, sowie Blutanstauungcn in Leber, Milz und Pfortadersystem (Hämorrhoidalleiden) werden durch Kräuterwein rasch und gelind beseitigt. Kräuterwein behebt Unverdaulichkeit, verleiht dem PerdauungSsystem einen Aufschwung und entfernt durch einen leichten Stuhl untaugliche Siostc au» dem Magen und den Gedärmen. Kageres, bleiches Aussehen, Allut- mangek, Entkräftung v " " l O und einer krankhaften Zustande» der Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit unter nervöser Abspannung und Ge- müthSverftimmung, sowie häufigen Kopfschmerzen, schlaflosen Nächten, siechen ost solche Kranke langsam dahin. sw* Kräuterwein giebt der geschwächten Lebentkrast einen frischen Impuls Kräuterwein steigert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel kräftig an, beschleunigt und verbestert die Blulbtldung, beruhigt bk erregten Nerven und schafft dem Kranken neue Lebenslust. Zahlreiche Anerkennungen und Dankschreiben beweisen die». 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August 1899. 6242 Der Branddirektor: Traber. Pflichtfeuerwehr. Zu der in Gemäßheit des § 17 der Ortsfeuerlöschordnung Moutag ben 4. September stattfindenden Gesamt-Uebung hat die Pflicht- feuerwehr um 8 Uhr präzis am Turmhaus am Brand anzutreten. Gießen, den 25. August 1899. 6243 Der Branddirektor: Traber. ijiihlirfemig. Die Lieferung des Holzbedarfs unserer Gruben soll für die Zeit vom 1. Januar 1900 bis 31. Dezember 1900 vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen, sowie das Verzeichnis der Holzsorten und der ungefähren Bedarfsmengen können auf unserem Bureau Hierselbst ein- gesehen oder auch von uns bezogen werden. Offerten auf den ganzen Bedarf oder für den Bedarf einzelner Gruben oder auf die Lieferung bestimmter Holzarten sind in verschlosienen, mit der Aufschrift „Holzlieferung" ver- sehenen Couverts bis spätestens den 15. September 1899 bei uns einzureichen. 6347 Weilburg, den 30. August 1899. Kruppsche Kergvemaltung. 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