108 «MM> **"i «»"ät™ *Äelto MÄ8L ,WJ unh auch teilweise •" 985 ®lorqen Wald, ,en fak Der Waid tann 'MtwerdeL^ 3e o zur Siwerbunz emez is Landgut mit den ®t; ih können etwa M Moraen en- Es sind große sckön- ist eine beliebte Sommer; ]e. — Das Gut ist von Nedevach soll im kommen- i erteilt jede nähere Aus- 6048 jxtrakt^ -*■ *ia INS 6(1 an in 34 Narm°r,r»°dst-m. Lgnntaas von 8-10 Uhr. jaule Bahnhofstraße 60. Siegler , bauer Leihgestern AnferttMg von Ä* "Ge@&. w 5‘»‘*S $** i preisgekrönt irantiert beste ■Putzmittel Gegenwart sser als Putzpomade! h fuhrt zu dauernder lenutzung. 3738 d 25 Pfg. überall vorrätig, ikjim.,Leipzig. die Aechtheit des gWül-lJM lange nur ,anoliH'Cpf »rr 206 Erstes Blatt. Samstag den 2 September 1899 Weßener Anzeiger Heneral-Anzeiger Bk' Postbezutz 2 Mart 50 Pf,, vierteljährlich. gtpifltprtto vierteljährlich 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 Pf, mit Brmgerloh». LSe Anjeiqen.Berm'ttlungSstellen M In- unb ÄulltobN nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger cntgeg«, U|fi4 eit 1h»m*hk bei Montag» Ww Gießener HewWt*M*tlcr »erbrn dem Anzeiger »tetzeutNch viermal bd| aufge- lorbert, bei allen Durchmärschen von Truppen durch Ortschaften von selbst möglichst viele Eimer und Gefäße mit HmtlicherIeil. Bekanntmachung. Betreffenb: Die Herbstübungen ber Großh. Hessischen (25.) Division in 1899. Die Herbftübungen ber Gr. Hess. (25.) Division finben in der Zeit vom 1. bis 20. September statt und werden sich fast auf den ganzen Kreis erstrecken. Um Flurschäden und Unglücksfälle möglichst zu verhindern, empfehlen sich bte nachstehenden Maßnahmen, welche zu ergreifen die Interessenten ersucht werden. . r .. T., 1. Die reifen Feldfrüchte sind, soweit ohne Schaden möglich, vor den Hebungen abzuernten und nach der Aberntung möglichst bald eiuzusahre« bezw. ans Schober zu Die Anmeldungen sind .auf Formular bei den Vorsitzenden der beiden Zuchtvereine zu erstatten. Der Aussteller erhält auf die Anmeldung von mir einen Zulassungsschein, der beim Auftrieb vorzuzeigen ist und eine Nummer, welche dem Tiere auf die Stirne zu binden ist. Die Herren Vorsitzenden der Zuchtvereine bitte ich, mir alsbald und spätestens bis Dienstag, 5. September die Anmeldungen zu übermitteln. Die Preisrichter sind vom Ausschuß des Kreiszuchtvereins gewählt worden. Es werden folgende Preise ausgesetzt: Bekanntmachung. Nachdem die Bezirksbullenschau wegen der Seuchen- aefahr verschoben worden ist, findet die vorgesehene Orts- schau für die Zuchtvereine Grünberg mit Umgegend und Lauter am Montag, 11. September dS. Js. .zu Orüubera allein statt. Der Auftrieb der Tiere beginnt um i/28 Uhr und muß um y,9 Uhr auf dem Grünberger Viebmarktplahe vollendet sein, da um 9 Uhr mit dem Richten begonnen wird. Jedes Tier wird beim Auftrieb durch den Großh. Kreisveterinärarzt von Grünberg untersucht. Die Vorsitzenden der beiden Zuchtvereine müssen mit Bescheinigungen der Großh. Bürgermeistereien versehen sein, daß die Gemarkungen Grünberg und Lauter seit 4 Wochen seuchen- srei sind. Die Viehbesitzer aus den Orten Queckborn, Göbelnrod, Beltershain, Stockhausen, Weickartshain, und Stangenrod müssen ebenfalls sämtlich mit bürgermeisteramtlicher Bescheinigung über Seuchefreiheit des Ortes seit vier Wochen versehen sein. , Bullen müssen mit Nasennng versehen oder an beiden Vorderfüßen mit Fallseilen gefesselt sein. Es werden nur Herdbuchttere zugelafseu, welche im Eigentum von Mitgliedern der beiden Zuchtvereiue Grüuberg und Lauter stehen. Ein- aesührte Tiere werden nur zugelassen, wenn sie nach Bescheinigung der Bürgermeisterei bereits 6 Monate in der Wirtschaft des Ausstellers zur Zucht gehalten worden sind. Für Kühe mit höchstens 2 Kälbern: 30 Mk. 4. Kalbinnen, erkennbar tragend: Ein 1. Preis Drei 2. Preise L 15 Mk. . Drei 3. „ ä 10 „ . gutem Trinkwasser längs der Marschstraße aufzustellen, so- )aß die Truppen an möglichst vielen Stellen gleichzeitig Wasser schöpfen können. Gießen, den 21. August 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Gießen, den 24. August 1899. Betreffend: Wie oben. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen es die Grotzh. Bürgermeistereien bei Kreises. Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie in Ihren Gemeinden, soweit sie davon betroffen werden, ortsüblich veröffentlichen und durch eigene Anregung für deren Ausführung Sorge tragen. Das Polizei- und Feldschutzpersonal wollen Sie anweisen, gemeinsam mit den den Truppen zugeteilten Gendanneriepatrouillen dahin zu wirken, daß Flurschäden durch Zuschauer auf den Uebungsfeldern und namentlich in der Nähe ber Biwacksplätze unter allen Umstänben verhinbert werben. Auch bie Großh. Genbarmerie wirb zur Mitwirkung angewiesen werben. v. Bechtolb._____ >« »Hw«. >»« bi. ».»«ich.. sich »<» I» b„ ei«»l »b« — «•» “• *■ tXT.SJ.'Ä“ b» *- <.» bi. W .« «ch „t - «- * VU“ ®“' Ä™ S* «K f fÄ.“ Ä'S m 'S die Wohlfahrt bes Volkes und leben besser als unsere Väter, aber ber Genuß ber Lebensfreuden barf fein Fluch werben. Emp gut, soll gelten, die Tugenb für keinen Preis feil sein, unb der Herr im Himmel unseres Volkes Heiland bleiben.__________________________ Summa 440 Mk. Außerdem sind dem Preisgericht 50 Mk. zur Zuerkennung an geeignete, nicht prämiierte Tiere im Betrage von 1 bis 3 Mk. pro Stück zur Verfügung gestellt. Die Auszahlung der Preise findet am Schluß ber Schau bei ber Vorführung ber preisgekrönten Tiere statt. Besucher aus verseuchten Orten unb Viehhänbler werben auf bem Platz nicht zugelassen. Gießen, am 31. August 1899. Der Direktor des Kreiszuchtvereins. ____________Boeckmann. Türkische Finanzschwierigkeiten. Augenblicklich weilt bekanntlich das montenegrinische Fürstenpaar am Goldenen Horn. Schon vor Antritt der Reise ist mehr oder minder überzeugend versichert worben. 25 Mk. 45 „ 30 ., 100 daß der Fahrt jeglicher politische Zweck fehle. Das mag auch richtig sein, denn wie ziemlich bestimmt verlautet, und bisher unwidersprochen geblieben ist, liegt der Reise eine viel realere Absicht zu Grunde: Fürst Nikita will bei dem Großsultan eine Anleihe machen. Die Zeiten sind vorüber, wo die Fürsten der Schwarzen Berge eine durchaus anspruchslose Lebensweise führten, wo sie noch nicht nötig hatten, große Summen für Repräsentationszwecke zu opfern, wo man am Hofe von Cettinje mit den schmalen Einkünften Haus hielt und auch damit auskam. Für Anleihen bietet Montenegro nicht die nötige Gewähr, und deshalb ist der Fürst in der schlimmen Lage, aus Pump ausgehen zu müssen. Früher hat der Zar immer reichlich ausgeholfen und sich seinen „einzigen Freund" manche Million Rubel kosten lassen. Auch der Kaiser von Oesterreich soll häufig seiner Sympathie für das Volk der Schwarzen Berge in klingender Münze Ausdruck verliehen haben. Aber bei seinen steigenden Bedürfnissen mußte Nikita seine Schritte weiter lenken, und da er sicherlich von der Richtigkeit der Behauptung überzeugt ist: „Der Sultan lebt in Saus und Braus", so hat er sich denn hilfesuchend nach Konstantinopel begeben. Da der Sultan sich geschmeichelt fühlen wird, daß jemand in Europa so gute Meinung von seinen Finanzen hat, so dürfte Fürst Nikita nicht unverrichteter Sache nach Cettinje zurückkehren. Ja, dem Sultan persönlich wird es wohl auf einige Millionen nicht ankommen, aber die Finanzen seines Reiches befinden sich fortgesetzt in jämmerlichem Zustande, und die Finanzschwierigkeiten wollen kein Ende nehmen. Wie schlimm die Situation ist, wird am besten durch die Meldung illustriert, daß der Finanzminister den ihn hart bedrängenden Staatsgläubigern durch eine Hinterthür entschlüpfen mußte. Schon seit einer Reihe von Jahren hat die Pforte kein Budget mehr veröffentlicht, und insbesondere über die aufgenommenen Anleihen schweigen die offiziellen Berichte. Das ist jedenfalls ein böses Zeichen und rechtfertigt keinerlei optimistische Anschauung. Schon im Jahre 1881 betrug die türkische Schuld 220 Millionen Pfund, zu denen bis zum Jahre 1892 noch mindestens 75 Millionen Pfund neue Anleihen traten. Seitdem fehlt jeder Anhalt, um den heutigen Stand der Dinge zu erkennen. Außer allen vorgenannten Beträgen hat die Pforte auch noch eine Schuld an Rußland zu tilgen: 100 Jahresraten von je 320,000 Pfund. Mit der Zahlung der Raten ist man jedoch erheblich im Rückstände, woraus ein politisches Abhängigkeitsverhältnis der Türkei von Rußland resultiert. Fragen wir nach den Gründen für die immerwährenden Finanzkalamitäten der Pforte, so sind dieselben nicht etwa in geringer Ertragsfähigkeit des Landes zu suchen, sondern in der geradezu verderblichen Mißwirtschaft auf jedem Gebiete. Es thäte dem Lande wahrlich ein Miquel not oder noch besser gleich mehrere solcher Finanzgenies; denn einer allein würde kaum Erhebliches leisten können. Die Schwäche der Türkei liegt hauptsächlich in ihren schlechten Finanzen, wie das ja auch mit Spanien der Fall ist, und ehe hierin nicht eine Gesundung eingetreten sein wird, bleiben alle Bemühungen, das türkische Reich vor dem Zerfall zu bewahren, umsonst. (xx) Prozetz Dreyfus. Rennes, 31. August. Die heutige Sitzung des Kriegsgerichtes begann um 6 Uhr 30 Minuten, und zwar war sie anderthalb Stunden lang eine geheime, in welcher die auf die technische Diskussion des Bordereaus bezüglichen Dokumente geprüft wurden. Um 9 Uhr wurde das Publikum in das Lyceum eingelassen, doch erst gegen 9y2 Uhr begann die Vernehmung des Hauptmanns Lebrun-Renault. Derselbe soll über die Geständnis-Szene aussagen. Er erzählt, als er am 5. Januar Dreyfus vom Gefängnis abholte, um ihn in die Militär-Schule zu bringen wo die Degradation stattsinden sollte, habe Dreyfus zu ihm und zum Hauptmann Attel von seinem gestörten Glücke gesprochen und hinzugefügt, er sei rein. Er habe eine aussichtsvolle Carriöre gehabt, was hätte ihn denn eigentlich zum Verrat treiben sollen. Ich bin unschuldig, sagte Dreyfus weiter, in zwei oder drei Jahren wird man sehen, daß ich unschuldig bin. General Mercier weiß, daß, wenn ich Dokumente an Deutschland verkauft habe, diese ohne Wichtigkeit waren und daß ich es nur gethan habe um ernstere zu erhalten. Zeuge bekundet weiter, Dreyfus habe ihn noch gebeten, die Ceremonie der Tressenlösung so schnell als möglich zu beschleunigen und Lebrun-Renault habe dies auch aus Gefühlen der Humanität gethan. (Während dieser Bekundungen scheint Dreyfus sehr nervös. Die Röte steigt ihm bis zu den Schläfen.) Zeuge sagt weiter, daß er die Worte Dreyfus einer ganzen Anzahl Personen mitgeteilt habe, darunter auch dem Obersten Guörin, den Generalen Gonse und Mercier und auch dem Präsidenten der Republik, Casimir Pepier. Dieser (Casimir Perier) habe ihn, den Zeugen, gefragt, ob er Verbindungen mit Journalisten habe. Es sei eine Indiskretion begangen worden. Verschiedene Blätter hätten einen Bericht unter der Ueberschrift: „Geständnisse Dreyfus" gebracht. Zeuge habe geantwortet, vielleicht hätten die Journalisten gehört, was ich zu verschiedenen Personen davon gesprochen habe. Er selbst habe zu keinem Journalisten etwas gesagt. Es sei ihm dann befohlen worden, zu niemanden etwas zu sagen. Im Juli 1898 habe Minister Cavaignac über die Geständnis-Scene ihn gefragt, worauf er dem Minister ein Notizblatt übergab, auf dem die Szene aufgeschrieben war. Beisitzer Broguiart fragt den Zeugen, ob er dieses Blatt noch besitze. Lebrun-Renault antwortet mit nein. Er habe es zerissen. Dreyfus erhält nunmehr das Wort zu einer Entgegnung auf die Aussagen Lebrun-Renaults. Er wiederholt nochmals die Worte, die er zu dem Zeugen gesagt, und zwar: Ich bin unschuldig, ich werde es dem Volke ins Gesicht sagen. In zwei oder drei Jahren wird man meine Unschuld erkennen. Mit bewegter Stimme protestiert Dreyfus dann gegen das Vorgehen Lebrun-Renaults, welcher seine Worte in ein Geständnis umgcwandelt habe. Dies könne allen ehrlichen Leuten nur Entrüstung einflößen. Der nächste Zeuge ist Hauptmann Antoine. Er wird über die Mitteilung des Geständnisses vernommen, wie er sie von dem inzwischen verstorbenen Hauptmann Attel erhielt. Er sagt, er könne sich der Worte Aitels nicht mehr erinnern. Der Sinn derselben sei aber der gewesen, daß Dreyfus ein Geständnis abgelegt habe. Nachdem der Präsident wie Labori an den Zeugen verschiedene Fragen gerichtet, wird Oberst Guörin über die Vorgänge bei der Degradation vernommen, bei der er zugegen war. Lebrun-Renault habe ihm, Guörin, kurz vor der Degradation das Geständnis Dreyfus' mitgeteilt mit denselben Worten, wie er dies stets gethan habe. Es bekunden nun noch verschiedene militärische Zeugen, daß sie teils von Lebrun- Renault, teils von Attel oder aus drittem Munde von den Geständnissen Dreyfus' gehört haben. Es wird jetzt der frühere Gefängnisdirektor Forzinetti verhört. Derselbe erzählt, daß Lebrun-Renault ihm auf seine Frage erklärt habe, Dreyfus habe ein Geständnis nicht abgegeben. Auch Hauptmann Attel habe ein gleiches gesagt. General Roget bemerkt, Hauptmann Attel habe Forcinetti nichts gesagt, weil er mit ihm nicht sehr befreundet war. General Boisdefsre bekundet, Forcinetti habe gesagt, daß er ihm (dem General) erklärt habe, er halte Dreyfus für unschuldig. Daran könne er (Zeuge) sich absolut nicht mehr erinnern. Dreyfus bittet, den Zeugen Forcinetti zu fragen, ob der Angeklagte ihn nicht gebeten habe, Madame Dreyfus in seinem Namen zu ersuchen, alles aufzubieten, damit seine Unschuld an den Tag komme. Forcinetti bestätigt dies. Desgleichen bestätigt er, daß Dreyfus nach seiner Verurteilung sich habe erschießen wollen. Nunmehr werden Forcinetti und Lebrun einander gegenübergestellt. Letzterer erklärt, wenn er Forcinetti nichts gesagt habe, dann sei es geschehen, weil er die erhaltenen Befehle befolgen mußte. Nunmehr wird die Sitzung auf morgen vertagt. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die heutige Verhandlung für Dreyfus ungünstig war. Die Dreyfus-Gegner sind über den Verlauf der Sitzung hoch erfreut. Deutsches Reich. Berlin, 31. August. Der Kaiser hörte heute morgen von 9 Uhr ab die Vorträge des Kriegsministers v. Goßler und des Chefs des Militärkabinets v. Hahnke. Zur gestrigen Mittagstafel war der Fürst zu Wied und der Botschafter v. Radowitz geladen. An der heutigen Abendtafel werden teilnehmen die Kronprinzessin von Griechenland, Prinz Leopold von Bayern, der griechische Gesandte, der bayerische Geschäftsträger und der bayerische Militürbevollmächtigte am hiesigen Hofe, sowie Staatssekretär Graf v. Bülow und Gesandter Graf v. Plessen. Berlin, 31. August. Zur Kaiserparade bei Stuttgart werden außer dem Kaiser folgende Fürstlichkeiten erscheinen: der König von Sachsen, der Großherzog von Baden, der Großherzog von Sachsen, der Großherzog von Hessen, Prinz Albrecht von Preußen, Prinzregent von Braunschweig, die Prinzen Ludwig und Leopold von Bayern, der Erbgroßherzog von Baden, der Fürst von Hohenzollern, Fürst Hohenlohe-Langenburg, Prinz Maximilian von Baden und Fürst Egon zu Fürstenberg. Berlin, 31. August. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des Provinzialschulrates Professor vr. Waetzold zum vortragenden Rat im Kultusministerium. Berlin, 31. August. Ein eigentümlicher Prozeß steht in Jena bevor. Auf dem im Juli in Greiz abgehaltenen Thüringer Städtetag wurde über die Einrichtung von Volkslesehallen verhandelt. Der Vertreter der Stadt Jena, Oberbürgermeister Singer, hatte sich lebhaft dagegen ausgesprochen, und zwar unter Hinweis auf die in Jena bestehende, mit der bekannten Karl Zeiß-Stiftung verbundene Lesehalle, in der auch der sozialdemokratischen Literatur ein Platz eingeräumt ist. Hierbei hatte er auch die Aeußerung gethan: „Leider ist in unserem Jena eine größere jährliche Zuwendung aus einer unter staatlicher Aufsicht stehenden Stiftung davon abhängig gemacht worden, daß auch sozialdemokratische Zeitungen und Werke in der Lesehalle aufliegen." Gegen diese Aeußerung ist nun der Vertreter der Karl Zeiß-Stiftung, Prof. Abbe, sehr energisch vorgegangen. In einer öffentlichen Erklärung führt er aus, der Oberbürgermeister habe, indem er die Stiftung als eine „unter staatlicher Aufsicht stehende" Anstalt bezeichnete, seinen Worten die Bedeutung gegeben: „Es könnten Handlungen, die gesetzlich durchaus unanfechtbar sind, aber vom Standpunkt gewisser Parteianschauungen mißfällig oder anstößig erscheinen, dieser Stiftung kraft „staatlicher Aufsicht" verwehrt werden, wenn die betreffende Staatsbehörde es nur wollte." Prof. Abbe erklärt weiter: Es giebt keine besondere staatliche Aufsicht über die Karl Zeiß-Stiftung d. h. keine, die irgend einem anderen Zweck als dem dienstbar gemacht werden könnte, daß die Verwaltung der Karl Zeiß-Stiftung dauernd mit dem Inhalt der Stiftungsurkunde übereinstimmt; und es giebt auch keine staatliche Behörde, die der Karl Zeiß-Stiftung und ihren Organen etwas gebieten oder verbieten könnte, was nicht dieselbe Behörde mit Grund der Gesetze auch jedem anderen gebieten oder verbieten kann. — Prof. Abbe will nun durch Richterspruch feststellen lassen, welches thatsächliche Rechtsverhältniß zwischen der Karl Zeiß- Stiftung und dem Staat im Punkt der Aufsichtsführung besteht — und zwar unter dem Klageanspruch: „Herrn Singer zu verurteilen, daß er bei gerichtsseitig festzusetzender Strafe bei jedem Zuwiderhandlungsfall in Zukunft zu unterlassen habe, Aeußerungen zu verbreiten, welche inhaltlich besagen : es könnten der Karl Zeiß-Stiftung oder deren Organen kraft staatlicher Aufsicht Handlungen verboten oder geboten werden, die nach den Gesetzen anderen nicht zu verbieten- oder zu gebieten sind, und die auch nach dem Statut der Stiftung dieser und ihren Organen frei stehen; das Urteil- gegen Sicherheitsleistung seitens der Karl Zeiß Stiftung für vorläufig vollstreckbar zu erklären." Berlin, 31. August. Der verantwortliche Redakteur des „Vorwärts" August Jacobey, gegen den neulich das Herrenhaus die Klage wegen Beleidigung beschloß, ist gestern als er, vom Urlaub zurückkehrend, aus der Eisenbahn stieg, vom Herzschlag getroffen plötzlich gestorben. Berlin, 31. August. Die Zuspitzung des Konflikts zwischen England und Transvaal gibt einigen Blättern Veranlassung, unter Berufung auf die Stammesverwandtschaft zwischen Deutschen und Buren der Reichsregierung ein Zusammengehen mit anderen Festlandsmächten zum Schutze Transvaals gegen britische Uebergriffe nahe zu legen. Hierzu schreibt die „Post": Selbst wenn ein Zusammengehören der Festlandsmächte, etwa Deutschlands, Rußlands und Frankreichs, im gegenwärtigen Augenblick als wünschenswert erscheinen sollte, so fehlt jede Grundlage hierfür, weil man in Petersburg sowohl als auch in Paris keine Geneigtheit bekundet, sich für Transvaal zu engagieren. Deutschland allein hätte also mit seinem Schild den Angriff Englands gegen Transvaal abzuwehren. Ein solches Opfer wird aber selbst der größte Burenfreund nicht von uns zu fordern wagen. Und wie die Dinge liegen, dürfte auch Präsident Krüger wissen, daß zur Zeit ein Eingreifen einer europäischen Großmacht zu Gunsten Transvaals nicht zu erwarten steht. Sollte Transvaal den Waffengang mit England wagen, so hat es sich sicher offenbar den allerungünstigsten Zeitpunkt ausgesucht. Denn nirgends ist sein Gegner im Augenblick engagiert; er hat vielmehr seine Hände frei und kann die kleine Republik erdrücken. Berlin, 31. August. Der Majestätsbeleidig- ungsprozeß des „Vorwärts". Ueber die kürzlich mitgeteilte Angelegenheit, die Einleitung einer Untersuchung wegen Majestätsbeleidigung auf Grund eines mit dem bekannten Denunziantenvers von Hoffmann von Fallersleben überschriebenen Artikels, schreibt der „Vorwärts": Unsere Beschwerde gegen die wegen der Zitierung des Denunzianten- verses erfolgte Konfiskation des „Vorwärts" ist abgelehnt worden. . . . Einstweilen müssen wir uns damit begnügen, mitzuteilen, daß die Gründe denen entsprechen, die der Untersuchungsrichter gegenüber unserem Redakteur entwickelt hat. Den Sinn und den Treffpunkt des Denunzianten- verses hätten, so wird gegen unsere Beschwerde eingetoenbet, doch nur diejenigen einsehen können, die den Vers kannten. Die Leute aber, die den Vers nicht kannten, hätten ihn auf den Kaiser beziehen müssen, da keine andere Erläuterung in der Notiz aufzutreiben wäre. Das sei die objektive Majestätsbeleidigung. Nun ist aber die handelnde Person der Notiz gar nicht der Kaiser, sondern auf der einen Seite die Majestätsbeleidiger, auf der anderen die Denunzianten. Wenn man also schon die Spitzmarke nicht kannte, und sie nicht auf die Denunzianten beziehen wollte, so bliebe noch die Wahl, sie auf die Majestätsbeleidiger zu münzen. Aber das nur beiläufig: Die Hauptsache ist, daß kein Leser des „Vorwärts" jenen tausendfach wiederholten Vers nicht kennt. Wenn es aber- wirklich solche Ignoranten in unserem Leserkreis geben sollte, so ist der „Vorwärts" doch nicht verantwortlich für alle denkbaren Mißverständnisse möglicher Leser. — Dazu schreibt die „Tägl. Rundsch.": Wir können nur wiederholen, daß wir in diesem Falle das Vorgehen gegen den „Vorwärts" für höchst bedauerlich halten. Es muß gerade auf Angehörige der staatserhaltenden Parteien unendlich peinlich wirken, wenn sie sehen, wie die berufenen Vertreter des Rechts sich einer unsterblichen Blamage aussetzen. Selbst wenn der Ausgang der Sache formell nicht zu einer solchen führen sollte, — was wir trotz aller üblen Erfahrungen mit dem dolus eventualie hier für sehr unwahrscheinlich halten, — wird die Anklage doch in den Augen aller unbefangenen Gebildeten zu einer moralischen Niederlage der Anklagebehörde und einer schweren Erschütterung des Vertrauens zu unserer Rechts- pflege führen. Die Behauptung, daß die Ueberschrift jenes Artikels von Leuten, die den in der sozialdemokratischen Presse zum Ueberdruß zitierten Vers nicht kannten, auf den Kaiser hätte bezogen werden müssen, ist eine Ungeheuerlichkeit, da diese Deutung bei dem Inhalt des Artikels ganz unmöglich ist, also nur aufrecht erhalten werden kann, wenn man überhaupt von jeder Logik absieht. Nach dieser Theorie kann jedes Huldigungsgedicht an den Kaiser vom Staatsanwalt verfolgt werden; letzterer braucht nur die Behauptung aufzustellen, daß irgend ein Leser das Gedicht möglicherweise ironisch aufgefaßt haben könnte! Wohin geraten wir da? Die Sozialdemokratie wird nicht bekämpft, wenn die Justiz sich ihr eigenes Grab schaufelt! (Vgl. Neueste Meldungen). Wilhelmshaven, 31. August. Der bekannte frühere Gouverneur deö Gebietes von Kiautschou, Kapitän z. S. Rosendahl, erhielt das Kommando des Linienschiffes „Brandenburg". — Koloniales. Die Meldung, daß der deutsche Dampfer „Leutwein", der bisher nur von Kapstadt nach Swakopmund fuhr, seine letzte Reise bis nach dem portugiesischen Mossamedes ausgedehnt hat, ist recht erfreulich. Das portugiesische Westafrika war bisher recht isoliert; es hatte weder eine regelmäßige Verbindung nach dem benachbarten Deutsch-Südwest-Afrika noch nach Kapstadt. Mit Genugthuung ist es zu begrüßen, daß gerade von einem deutschen Dampfer diese Verbindung zum ersten Male hergestellt worden ist. Sie kann sich zu einer regen und vorteilhaften entwickeln, auch bildet diese Linie eine nicht zu unterschätzende Ergänzung der geplanten Vermehrung der deutsch-afrikanischen Postdampfer-Linien. Man sollte auch den früheren Plan nicht aus dem Auge verlieren, Deutsch- Südwest-Afrika mit Mosfamedes durch einen Telegraphen nicht rn fr« fttben- S lut dkl ÄS' >- W toeottt y/jegtn ■“ttb »Ä*J 8 9et* fStfÄht Sla««"e»i; ?$lr= «»♦ »Smaite ”2Ä- SrfS TN- r?»s «Tranwaais nicht m Wt Offenbar den aller- ^nn nirgends ist fein "hat vielmehr seine 'publik erdrücken. 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Stürlack und Lehrer Zmoydzin in Wosnitzen haben den Adler der Inhaber des Hausordens von Hohenzollern erhalten. Die masurischen Lehrer hätten nur gewünscht, der Minister hätte auch solche Ortschaften besucht, wo die alten jämmerlichen Schulgebäude so dringend eine Besserung heischen. Ausland. Wien, 31. August. Hier geht das Gerücht, daß der Militärattache Oberst Schneider nicht mehr auf seinen Posten in Paris zurückkehren werde. Wien, 31. August. Dem „Deutschen Volksblatt" zufolge erhob der deutsche Botschafter bei der österreichischen Regierung Beschwerde, weil einige deutsche Teilnehmer an der Versammlung des katholischen Universitätsvereins von Klagenfurter Demonstranten mißhandelt wurden. Prag, 31. August. Von czechischen Blättern werden die Gerüchte über Aufhebung der Sprachenverordnungen als unsinnig bezeichnet, da Graf Thun, solange Dr. Kaiß als Repräsentant der Czechen dem Kabinett angehöre, so etwas nicht wagen werde. Budapest, 31. August. Der wegen Unterschlagung steckbrieflich verfolgte Viehhändler Kaliwoda aus Roßbach, sowie der Buchhalter Binder aus Hamburg sind verhaftet worden. Paris, 31. August. Der Prozeß gegen Zola und die „Aurore" ist auf den 23. November vor dem Schwurgericht von Versailles anberaumt worden. Paris, 31. August. Der Präsident des Senates Fallieres ist hier eingetroffen, um mit der Regierung über die Einberufung des Staatsgerichtshofes zu beraten. — Die Untersuchung in der Complotangelegenheit macht schnelle Fortschritte. Bei zwei jungen Royalisten fanden Haussuchungen statt, die sehr kompromittierende Schriftstücke zu Tage förderten. Die Royalisten, deren Namen man nicht nennt, sind vorläufig noch nicht in Haft genommen worden. In einem Hotel wurde Haussuchung bei zwei Mitgliedern der antisemitischen Jugend aus Caön vorge- nommen, worüber ein Protokoll ausgenommen wurde. Wahrscheinlich werden neue Vorführungsbefehle erlassen werden, jedoch, um Indiskretionen zu vermeiden, mit Umgehung der Polizeipräfektur direkt an die Beschuldigten gerichtet. Kowno, 31. August. Der 19 Jahre alte Graf Kossa- kowski erschoß seine siebenzigjährige Mutter. Villach, 31. August. Im unteren Gailthal tritt die Ruhr und Diphtheritis in bedenklicher Weise auf; in Feistritz sind 60 Personen an der Ruhr erkrankt. Kokates und DroviuMes. Gießen, 1. September 1899. ** Höheres Schulamt. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 30. August den Lehrer am Gymnasium zu Mainz Dr. Christoph Wittich zum Lehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Michelstadt mit Wirkung vom 11. September 1899 an, — den Lehrer an der höheren Bürgerschule zu Dieburg Dr. Franz Faust zum Lehrer an dem Gymnasium zu Mainz mit Wirkung vom 11. September 1899 an, — den Lehrer am Gymnasium und der Realschule zu Worms Professor Dr. Franz Staudinger zum Lehrer an dem Ludwig-Georgs-Gymnasiums zu Darmstadt mit Wirkung vom 1. Oktober 1899 an, — den Lehrer an dem Gymnasium zu Bensheim Karl Berger zum Lehrer an dem Gymnasium und der Realschule zu Worms mit Wirkung vom 1. Oktober 1899 an zu ernennen. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung Sr König!. Hoheit des Großherzogs vom 12. August d. I. den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Laubenheim: Jakob Hoß II., Jakob Spies III., Johann Kaltenbach, Heinrich Kaltenbach, Johann Hoß, Casimir Sand und Jakob Schmitt. •• Manöver. Mit dem heutigen 1. September beginnen in unserer Gegend die Herbst Übungen. Sowohl in hessischen, wie in den benachbarten preußischen Gemeinden sind Truppenabteilungen eingetroffen, vorerst solche der 21. Division. In den nächsten Tagen folgen die Truppen unserer hessischen (25.) Division. Das Infanterie- Regiment Kaiser Wilhelm hält bis zum 5. September noch die wegen der Truppenschau in Mainz verlegten Schießübungen im Gelände bei Groß.Rechtenbach, um danach auch den anderen Truppenteilen in das Manövergebiet zu folgen. * ° Eiuschräukuug der Fahrpreis-Ennaßigung. Die „Köln. Ztg." meldet: Wegen der im September stattfindenden großen Manövertransporte und der dadurch bedingten starken Inanspruchnahme der Betriebsmittel werden von der Eisen- lrahnverwaltung in der Zeit vom 10. bis Ende September k eine FahrpreiserMäßigungen für Gesellschaftsfahrt en bewilligt. * * Verunglückt ist heute vormittag der an einem Neu- b»au beschäftigte Zimmerlehrling Pitz von Steinbach. Derselbe fiel vom Dachstock durch das Treppenhaus. Durch mehrmaliges Aufschlagen auf Leitern u. s. w. wurde der Fall gemildert, doch trug der Verunglückte anscheinend innere Verletzungen davon, sodaß er in die Klinik gebracht werden mußte. * • Beleuchtet die Haustreppen! Bei dem jetzt schon wieder früher eintretenden Beginn der Dunkelheit seien die Hausfrauen, und vor allem die Hausbesitzer, in ihrem eigenen Interesse an die Beleuchtung der Treppen und Flure erinnert. Für jedes aus dem Fehlen der Beleuchtung entstehende Unglück ist der Hauseigentümer haftbar. Butzbach, 30. August. Zum Andenken an den im Jahre 1848 im Gefängnis angeblich freiwillig aus dem Leben geschiedenen Pfarrer Weidig soll demnächst im Weidigshain auf dem Schrenzergipfel eine Feier stattfinden. Man hofft auf zahlreiche Beteiligung ehemaliger Schüler Weidigs. W. A. W. Ans der Wetterau, 31. August. „Auch eine vorzügliche Aepfelernte hat man in der Wetterau zu erwarten," heißt es in Nr. 200, zweites Blatt, Ihrer geehrten Zeitung vom 26. ds. Mts. Einsender ist ein Wetterauer, wohnt in einem der dort benannten Orte, besitzt über 200 Stück Obstbäume, wovon die Hälfte Aepfelbäume, und wird, weün es rum und um kommt, 6 Zentner Aepfel bekommen. Wer ist nun der „man", der die vorzügliche Aepfelernte zu erwarten hat? An der großen Staatsstraße stehen junge Bäume von 15 bis 20 Jahren, die Aepfel haben, auch anderwärts findet man welche; doch die großen, alten Bäume, die wirkliche Massen liefern, stehen leer. Um ein richtiges Urteil zu haben, genügt es nicht, eine Gegend blos von der Straße aus zu sehen. Ich gebe diese Be- richtigung um deswillen, damit die Städter nicht irre geleitet werden, wenn das Obst im Herbste teuer wird, und es wird teuer, trotz „der unzähligen (?) Stützen unter den schwerbeladenen (?) Obstbäumen". — Die Grummeternte ist zwar durch die Gewitterregen der letzten Tage etwas verzögert worden, aber doch bald beendigt. Das Futter fällt sehr schön aus. n. Friedberg, 31. August. Der gestrige Ferkel markt war von Käufern stark besucht, brachte aber doch nicht die erhoffte Steigerung, weil der Auftrieb ein ungemein großer war. Das Paar 7 Wochen alter Ferkel galt je nach Qualität 10—24 Mk., 10 Wochen alte und ältere 30 Mk. und darüber. — Der Preis für fette Schweine ist eine Kleinigkeit angezogen. Für das Pfund Schlachtgewicht werden eben bis zu 53 Pfg. bezahlt. Darmstadt, '31. August. Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Hessen begiebt sich, wie die„Darmst. Ztg." meldet, zur Teilnahme an den Kaisermanövern am 6. September nach Stuttgart und dann nach Karlsruhe. Mainz, 31. August. Zur 500jährigen Geburtstagsfeier Gut.enbergs wurde in einer gestern abend stattgehabten Kommissionssitzung der Organisationsplan definitiv festgestellt und die Ausschüsse gebildet. Letztere bestehen aus einem Zentralausschuß, aus einem Ehrenausschuß, aus einem geschäftsführenden Ausschuß, aus einem litterarischen Ausschuß, aus einem Ausschuß für die akademische Feier und das Gutenbergmuseum, sowie einem Fest- und Empfangsausschuß. Für sämtliche Ausschüsse sind bekannte Männer der Bürgerschaft in ahnsehnlicher Zahl normiert worden. Erwähnung verdient, daß die Festleitung bemüht ist, den Altmeister Verdi zur Komposition der Festkantate zu bewegen. Der zur Begehung des Festes erlassene Aufruf ist von 162 hervorragenden Persönlichkeiten unterzeichnet, worunter sich 99 Deutsche und 63 Ausländer befinden. Vom Rhein, 31. August. Der Umstand, daß die Stadt Mainz ähnlich wie Mannheim beabsichtigt, ihre Fäkalien in den Rhein zu leiten, hat lebhafte Proteste einer großen Reihe am Rhein gelegenen Ortschaften besonders des Rheingaues hervorgerufen. In einer von den Gemeinden Bingen, Rüdesheim, Eltville, Erbach, Weinheim, Gaulsheim, Gottenheim, Deidesheim, Mombach, Walluf, Winkel, Geisenheim, Mittelheim, Oestrich und Schierstein unterzeichneten Eingabe an den Reichskanzler wird das Ersuchen gestellt, vor Begutachtung der Zulässigkeit durch die vom Reichstag dem Bundesrat durch Beschluß empfohlene Reichskommission eine Einführung der Fäkalien der Stadt Mainz in den Rhein auf Grund der Verfassung Art. 4 Ziffer 9 und 15 untersagen zu wollen. Ans drr Zett für die Zett. Vor 136 Jahren, am 2. September 1763, wurde zu Göttingen eine der geistreichsten Frauen ihrer Zeit, Karoline Schelling, geboren. Durch ihre leidenschaftliche Parteinahme in den Kreisen der alten Romantik spielte sie eine große Rolle und hatte auf Schlegels Rezensionen und Shakesspeare-Übersetzungen einen entschiedenen Einfluß. Sie starb am 7. September 1809 auf einer Reise in Maulbronn. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 3. September. 14. nach Trinitatis. Kirchliche Feier des Sedanfestes. Gottesdienst. In der Stadttirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schlosser. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde. Vormittags 9*/a Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Dr. Grein. Nächstkünftigen Sonntag, den 10. September, findet ,m Hauptgottesdienst Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäus- und Markusgemeinde gemeinsam statt. Anmeldung dazu wird vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrassistent Dr. Heußel.. Kollekte zum Besten der Kaiser Wilhelm-Stiftung für deutsche Invaliden. Katholische Gemeinde. Samstag den 2. September. Nachmittags um 2'/, Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag den 3. September. 15. Sonntag nach Pfingsten. Schutzengelfest. Vormittags von 61/« Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Meste; vor und in derselben Austeilung der heil. Communion; Vormittags um 8 Uhr: die zweite heil. Meffe; „ um 91/2 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2>/, Uhr: Andacht mit Segen. Gottrrdirnst in der Synagoge. Samstag den 2. September 1899. Vorabend 6" Uhr, morgens 8»o Uhr, nachmittags 4 Uhr, Sabbathausgang 7" Uhr. Gottesdienst der israelitischen ArligionsgeseMchast. Dienstag den 5. und Mittwoch den 6. September 1899; Neujahrsfest. 1. Tag: Vorabend 6«, morgens 6®o Uhr: Predigt. Nachmittags 4 Uhr. 2. Tag: Vorabend 78& Uhr, morgens 630 Uhr, nachmittags 4 Uhr, Festesausgang 7« Uhr. Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 1. September. Heute morgen findet auf dem Tempelhofer Felde vor dem Kaiser, dem Prinzen Leopold von Bayern, der Kronprinzessin von Griechenland und der anderen hier anwesenden Fürstlichkeiten die große diesjährige Herbstparade der Garde-Regimenter statt. Berlin, 1. September. Das Verfahren gegen den „Vorwärts" wegen Majestäts-Beleidigung ist eingestellt worden. Die in Beschlag genommenen Stücke werden ihm zurückgegeben. Wien, 1. September. Der Statthalter löste den Verein der evangelischen Glaubensgenossen augs- burgischer Konfession in Wien auf. Rom, 1. September. Blättermeldungen zufolge, bezweckt die Reise des Ministerpräsidenten Pelloux nach Turin, die Befehle des Königs einzuholen, hinsichtlich gewisser Verhandlungen der Dreibundmächte in der Dreyfus- Sache. Selbstverständlich werde, falls ein Schritt der Dreibundmächte in dieser Angelegenheit erfolgen sollte, alles geschehen, damit die berechtigten Gefühle Frankreichs geschont bleiben. Paris, 1. September. Die im Umlauf gesetzte Meldung, wonach der Herzog von Orleans mit seiner Dacht an der Nordküste Frankreichs angekommen sei und sich irgendwo in Frankreich oder gar in Paris verborgen halte, wird von der Regierung anscheinend ernst genommen. Sie beauftragte den Unter-Präfekten von Brest mit einer diesbezüglichen Untersuchung. Paris, 1. September. Nach einem Briefe aus St. Louis ließ der Hauptmann Voulet den Obersten Klobb und den Leutnant Meunier aus persönlicher Rache wegen langjähriger Feindschaft niederschießen. Leutnant Chanoin und die übrigen Offiziere seien an jenem Tage auf einer entfernten Sendung und bei dem Gemetzel nicht zugegen gewesen. Paris, 1. September. Es erscheint als feststehend, daß in dem heutigen Ministerrat unter dem Vorsitz Loubets die Einberufung des Staatsgerichtshofes definitiv beschlossen werden wird. Waldeck-Rousseau konferierte gestern deshalb mit dem Justizminister Monis und dem Senats- Präsidenten Falliöres. Zugleich wird vermutlich entschieden werden, die Kapitulation der Festung Guerin mit Waffengewalt zu erzwingen. Für Gusrin langte gestern ein Korb mit lebenden Enten an, wurde ihm aber nicht ausgehändigt. In der Umgebung seines Hauses befinden sich nur wenig Neugierige. London, 1. September. „Daily Telegraph" meldet aus San Francisco, daß eine Feuersbrunst zwei Quadrat-Kilometer der Stadt Ao ko Hama zerstört hat. Mehr als 30 Personen sind in den Flammen umgekommen. London, 1. September. „Daily Telegraph" meldet aus Madrid: In karlistischen Kreisen herrscht eine große Bewegung. Man glaubt, daß eine allgemeine Aktion der Karlisten bevorsteht. Die Regierung erklärt jedoch, sie habe keinerlei Befürchtungen. London, 1. September. Aus Prätoria wird gemeldet, daß die Uitländer nach wie vor auswandern. Die Mitglieder des Volksraad in Prätoria sind der Ansicht, daß der Krieg nicht vermieden werden werden kann. Unterdessen dauern die Verhandlungen zwischen Prätoria und London fort, doch wird strengste Geheimhaltung bewahrt. Oporto, 1. September. Gestern nachmittag versammelte sich eine große Menschenmenge vor der Handelskammer, wo der Vorsitzende der Handelskammer auf Befehl der Regierung die Erklärung abgab, daß es bis auf weiteres untersagt sei, in diesem Gebäude Versammlungen abzuhalten. Die Menge protestierte heftig gegen diese Erklärung. Gensdarmerie mußte einschreiten und die Menge auseinandertreiben. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. Belgrad, 1, September. Den zahlreichen hier eingetroffenen Zeitungs-Korrespondenten wurde bekannt gegeben, daß die Eröffnung der Verhandlungen im Attentatsund Verschwörungs-Prozeß neuerdings auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Zahlreiche Offiziere und Beamte wurden teils ihres Dienstes enthoben, teils pensioniert. eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee 8 W* Grosse Preisermässigung -ME | 8 bis Mitte September auf sämtliche Waren. z 15 Mausburg 5. Hermann l£a,tz. 5 Mäusburg 5. | 8 Manufaktur-, Seidenwaren, Damen-Konfektion und Heppiche. • •••••••••••©•••••^••©•••eoj8®eeoeeeeee»eeeeeeeeeeeeesese6@9®eoe KckMiNijMM Der unterm 15. Juni 1898 gegen den Zimmermann Wilhelm Pfeifer- geboren am 1. Februar 1864 zu Großen - Buseck, Kreis Gießen, erlaffene Steckbrief wird hiermit erneuert. 3 V. U. 57/98. Hagen, 28. August 1899. 6370 Königliche Staatsanwaltschaft. eliLan-Apotyeke, H. Dornberger. Riebelesuppe rc., zu haben bei +K 4 A für 7, Liter kräftiger Suppe, a III Dfn binnen wenigen Minuten nur JLV rTö" mit Wasser herstellbar. — In rx 50 verschiedenen Sorten, tote: da- «afetchen Erbs-, Kartoffel-, Gries-, Gerste-, H. F. Nassauer, Neuenweg. Offene Stellen Mehrere Kmmergesellea und ein Manu, der mit Kreissäge zu fchueiden versteht, bei hohem Lohn gefucht. NamMgewerk und Mnurskschäft Georg Schubecker. Ein tüchtiger Schreiner findet dauernde Beschäftigung. 6378 Karl Schäfer, Wallthorftr. 59. 6375] Ein Hausbursche gesucht. _________H. Krämer, Kreuzplatz 11. Bursche zu einem Pferd gesucht. 6371 _________H. E. Jnghardt. Havsbursche für sofort gesucht. 6321 Louis Katz, __56 Selterstoeg 56. 6363] Gesucht zum baldigen Eintritt ein gewandter LV Hausbursche im Alter von 15 bis 18 Jahren. Oberleutnant Busse, Südanlage 4. 6364] Mädchen von 15 bis 16 Jahren für einige Stunden des Tages sofort ge- suckt.________________Bleichftratze 18. 6334] Junges Mädchen im Alter von 14 bis 16 Jahren tagsüber sofort gesucht. Otto Scheel, Bahnhofstraße 50. 03040] Laufmädchen sofort gesucht. Näheres Steinftratze 15, II.__________ FchMchkii gesucht. 6365 C. Röhr & Cie. Mrschiedeilts 03036] Ein Hühnerhund zugelaufen. Neustadt 11. 1 Thüringisches Technikum Ilmenau Höhere u. mittlere Fachschule für : Elektro- und Maschinen-Ingenieure ; Elektro- u. Maschinen-Teclinlkt r und Workaurtatcr.. Direktor Jen)zen. Verloren Schriftstücke verloren. 6379 Abzugeben in der Expedition d. Bl. Steins Garten. Sonntag den 3. September: Grosses Militär-Konzert auBgeführt von der 637fr Anfang 4 Uhr. Entree 40 Pfg. Bier per Glas 12 und 15 Pfg. 6374 Der Worstaud. Portugiesen Mexicaner 4 Monopol-Griechen von 1887 Stadt Darmstadt v. 1891 Stadt WormS unk. b. 1901 99.00 88.75 96.15 000.00 000.00 8 6 4 8 3 Procenl 47, Oesterr. Silberrente 4 Ung. Gold-Rente 99.90 98 85 24 65 100.20 50.00 100.00 98 50 des Grossh. Anfang 8 Uhr. Bei Kapelle des Infanterie-Regiments No. 166 unter persönlicher Leitung ihres Stabshoboisten Herrn C. Schmidt Steins Garten. Mittwoch den 6. September: Grosses Konzert M Kesten hilfsbedürftiger Töchter verstorbener Miere auBgeführt von der Kapelle des Grossh. Hess. Inf.-Regiments Nr. 116, Kaiser Wilhelm unter persönlicher Leitung Musikdirektors Herrn C. Krausse. Bier im Glas. Entrtie 50 Pfg. schlechtem Wetter im Saal. M Pktenueu-Uereiu Gieße«. M Der Einladung des Kriegervereinr zur Sedau- feier am 2. September, abends 8 Uhr, — im Cafö Leib zahlreich Folge zu leisten, werden die Mitglieder ersucht- Kursbericht dm J. Kui % & <3o.5 Gießen, Kahvhofstraße 63. Frankfurter Börse vom 31. August 1899. Sßroctnt 37, Deutsche ReichSar'.l. 8 Preuß. EonsolS 37, Sr. Hessische Obl. Oesterr. EtaatSbabn v. 1885 85.40 4 Eisenb. Rentenb. Obl. Jtal. staatSgar. Eisenb. 67.85 4 BuderuS Obl. 37, Frankftr. Hyp. Bk unk. b. 1906 96.00 87, Frkf. Hyp. Sred.B. unk. b. 1906 96.10 4 dro. unk. b. 1907 101.20 4 Deutsche Grdsch.B. unk. b. 1904 101.20 Hambrgr. Hyp Bk. unk. b. 1905 Preuß. Hyp. A. Bk unk. b. 1900 Pomm. HypA.Bk. unk. b.1904 FrkfLdw.Ered.Bk.unk.b.1900 101.50 100.50 101.50 98.95 20 FrankM'St. Enal. Sovereigns Dollars in Gold Brief 16.21 20.42 4.20 «etdsorterrr «rld 16.17 Franz. Banknoten 20.38 Oesterr. bto. 4.16 Americ. »rief Seid —81.00 —169.55 —- 4.167, Darmst. Bk.'Nctien AVendeourser 150.30 | Oesterr. Eredit-Actien 241 50 Vereine 000000 0000 000 6376 Montag den 4. Septemder 1899t Gesamt Uebuug. Antreten 8 Uhr am Turmhaus. Das Kommando. OOOO OOOOOOOOO Arliüerie-Ierein Gießen. Sonntag den 3. Septemderr Sedanfeier bei Kamerad Lenz, Felsenkeller. Bon 4 Uhr abr Kamrchchuflliche Sofammtgfamfi mit Familie. 6377 Der Dorftand. R