Sonntag de» 2. April ISO» Kweites Blatt ®c^08ter Anrts- unb Anzeigebltttt für ben Ttreis Gietzeir. ;e abends 8 L •tage: n& t Sotftae» arg' Alle Anzeigkn.BernrittllnrgSstrllca bet In- tmb Äutlaobet nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. C. Krauwe. Entree $• [ IBtkhten, Lspedition und Druckerei: ^ch.rar.tze Ar. 7. ionn jb Jauerkt^ nachvnttazr^ eben. C. Kram cbmittags um 4 stand ist infolgedessen allenthalben der denkbar ungünstigste; bic Aerzte kommen fast nicht mehr zur Ruhe. Alles krankt an der Influenza und ihren Nachwehen. Ihre Opfer nimmt ie meist aus der Reihe älterer Leute. — Aus dem benach- larten Ulfa kommt die Kunde von einem Unfall, der wiederholt zur Vorsicht mahnt. Ein junger Mann wollte em Pferd ausspannen; dasselbe schlug, durch ein andres Pferd erschreckt, aus und traf den betreffenden an den Unterleib. Trotz ärztlicher Hilfe starb er nach mehrtägigen, schmerzvollen Leiden. - △ Mainz, 29. März. Mit Anfang des Monats Ium wird hier eine zweite Trajektverbindung nach Kastel errichtet werden Dieselbe wird auf der Mainzer Seite von der Neustadt aus, etwas oberhalb des Hafens ausgehen und erhält in Kastel ihre Landungsstelle unmittelbar unterhalb der Straßenbrücke vor dem sogenannten „Ankerthor". Die Verbindung wird blos probeweise gemacht und zwar geschieht das auf direktes Verlangen der Regierung, welche dem Pächter Der bereits bestehenden Trajektanstalt diese Auflage gemacht hat. /\ Vom Rhein, 29. März. Etwas oberhalb RndeS- heim stieß heute ein größeres Floß mit dem Anhang des zu Berg fahrenden Schleppdampfers „Industrie" zusammen. Das Floß ging in Trümmer und konnten die einzelnen Teile erst weit stromabwärts gelandet werden. Uni« rtut »en Anzeigen zu der nachmittags für den fntltfnln Lag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Adresse für Depeschen: Anzeiger chiatza». Fernsprecher Nr. 51. Gratisbeilagen: Gießener Lamition blätter, Der hessische Landwirt, Matter für hessische Volkskunde._________________ Frankfurt sprach ! — Die Wintersaison geht zur Neige, jsomzert. — Theater. — Vorträge und Kunstsalons. Dr- M. Vor 25 Jahren würde man gefragt haben: spricht Frankfurt noch immer? Jetzt in unserer ras Mi gen Zeit, die bei einem Ereignis kaum so lange veuMt wie das Kind in seinem Bilderbuch blättert, muß mam schon ganz entschieden die Vergangenheitsform^an- iirfl- Von einem Reiterfest, wie es jüngst Frankfurt a. M. in l'iDitni „Hippodrom" gesehen, würde man früher den GiHiächsstoff für mindestens ein halbes Jahr bezogen haben, zulMl ein Fest von dieser Großartigkeit, das sich auch nur Lokales und Provinzielles. Nidda 28. März. Wohl selten hat ein solch greller Temperaturwechsel stattgefunden, als vom 25. bis 27. März. Während in der Nacht vor dem 25. die Temperatur noch 6 Grad unter Null stand und der 26. einen Schneesturm brachte, wie noch keinen in diesem Winter, herrschte am 27. das reinste Frühlingswetter Der Gesundheitszu- el. iWi Feuilleton. Arankfurter Brief. Ortgtrralbericht für den „Gießener Anzeiger*. (Nnckidrvls nf" wn.) gStjegsprd» vierleljädrlich 2 Mark 20 Psg monatlich 75 Psg. mit vriagerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Gießener Anzeiger General-Anzeiger age: zeit lie ijB iolbalb kaum stattfinden dürfte, da es fraglich ist, ob dem Eliser in Anbetracht der vielen, den Dienst selbstredend beEircichtigenden Proben, die ein solches Arrangement rrk^chlt, wieder seine Erlaubnis dazu geben wird. Über von dem kühnen „Hunnenritt", dem pompösen „Em;ug des Großen Kurfürsten in Warschau", der prächtigen , L-^Iitäenfahrt" und den sonstigen historischen Gruppen ha!: um auch in Frankfurt a. M. nicht viel länger geredet alc üe Pastetchen frisch waren, welche die liebenswürdigen BvMairnen, die sich gleichfalls in Kostümen bewegten, die mir: dmr. Geist der Soldateska des ganzen Festes harrno- metitin, ihren Gästen in der großen Pause verabreichten. Immerhin hatte der Zirkus Schumann allen ©ihBiö, mit einiger Besorgnis auf den beS „AitziMrom" zu schauen, denn wo fand >ich die Moglich- teb:, biiitfe Masienentfaltung historischer Aufzüge zu überbiet! Schließlich übt die Dressur und Bravour des berufsmäßigen Kunst- und Schulreitens aber doch immer die gewohnte Anziehungskraft aus, zumal man nicht vergessen darf, daß sich die Herrlichkeiten im Zirkus Schumann schon für 1 Mark genießen lassen, während die Pforten zum Hippodrom sich hauptsächlich der Finanzwelt Das „Panorama" am Hauptbahnhof erhält ein neues Rundgemälde von aktuellem Interesse: das Begräbnis des Präsidenten der französischen Republik. Es ist kein Zweifel, daß derartige Panoramenbilder auch instruktiv auf den Volksgeist wirken können, ebenso rote es sicher ist, daß alles, was ungesunde Kolportagephantasie um schnöder Spekulation willen ausheckt, die Volksseele vergiften muß. Dahin gehört die erbärmliche Reklame, die mit dem Verbrecherportratt getrieben wird. So kann man jetzt in Frankfurt mit riesengroßen Lettern angezeigt lesen, daß im Panoptikum, das sich im gleichen Gebäude rote das Restaurant „Tannhäuser" befindet, der Mörder der Kaiserin von Oesterreich als lebensgroße Wachsfigur zu ^Cn$ßa5 soll das? Giebt es auch nur die geringsten Milderungsgründe für eine solche Spekulation auf die ödeste Sensationslust?! Muß ein solches Verbrecherkabinett/ dem verworrenen und ungebildeten Kopf nicht am Ende wie eine Art „Ruhmeshalle" erscheinen und ihn zu ähnlich herostratischen Thaten anstacheln?! Im Schauspiel hat man eine ganze Serie harmloser Novitäten gebracht, über welche die Kritik sich weder im Guten noch Schlimmen zu erhitzen brauchte. Die Einakter Otto Erich Hartlebens und „Auf Der Sonnenseite" von Lindau waren das Bemerkenswerteste daruitter. Opernkräften in Szene gesetzte Wiedergabe des Werks des neu entdeckten italienischen Maestro, unter welchem man sich schon einen zweiten Tinel oder einen geistlichen Mascagni versprochen hatte, „Die Auferweckung des Lazarus" von Lorenzo Perosi, hatte feinen großen Erfolg. Die an deutsche Oratorien» musik gewöhnten Ohren fanden die Mache des venetia- nischen Geistlichen nicht nur weltlich, sondern auch etwas dürftig. In Vorträgen haben die verschiedenen „Vereine" in Frankfurt, und außerdem noch viele Private in diesem Winter Tüchtiges und Hervorragendes geleistet. Unter den Frauenvereinen sind es besonders die Ortsgruppen des Lehrerinnenvereins und des allgemeinen deutschen Frauen- vereins, die ihren Mitgliedern in dieser Richtung viel geboten haben. Aus der letzten Zeit möchten wir vor allem zwei Abende im „Lehrerinnenverein" herausheben, den einen, an welchem die bekannte und beliebte Schriftstellerin Frau Elisabeth Mentzel über die „Neuberin" sprach, und den vorhergehenden, an welchem ihre ganz moderne Kollegin Fräulein Leonie Meyerhof (Leo Hildeck) einem zahlreichen Publikum die „Fr auen gestalt en Ibsens" in geistvoller Weise erklärte. Für Ibsen erwacht gegenwärtig das Verständnis im hohen Grade. Hat man doch aus Frankfurter Kreisen an die Intendanz der Frankfurter Stadttheater eine Petition gerichtet, des Inhalts, den Werken des großen Norwegers einen größeren Raum im Spielplan zu gönnen, als bisher. Wir hatten noch die Auseinandersetzungen der Hildeck über „Ibsens Frauen" im Kopfe, als wir Schneiders Kunstsalon betraten, und sofort von zwei weiblichen Köpfen Meister Lenbachs und Meister Kaulbachs gefeffellt wurden. Sollte nicht ein innerer, notwendiger Zusammenhang zwischen der modernen Porträtkunst und der Menschen darstellung im modernen Drama bestehen? Hätten die Maler des 18. Jahrhunderts wohl je solche rätselvollen, verschlossenen und meditierenden Frauengesichter malen können oder wollen? „Hedda Gabler", „Rebekka West" könnte man ohne weiteres unter diese Porträts setzen, und Name und Ausdruck würden einander decken. Bedingung irgend einer ständigen Aktion an, und habe den amerikanischen Vertreter auf Samoa angewiesen, eine frcund- ' iche und versöhnliche Politik gegenüber den Vertretern der deutschen Interessen auf den Inseln einzuschlagen und alles zu vermeiden, was falsch verstanden werden, oder Uebel- wollen verursachen könnte. Es bleibt abzuwarten, welche Thaten diesen Worten folgen werden Bemerkenswert ist )as in dem Londoner „Morning Leader" mitgeteilte Urteil eines englischen Kapitäns, Roger Turpin, der seit 40 Jahren die Südsee befährt. Er äußert sich: Es würde ein wirklicher Wohlthätigkeitsakt sein, wenn zwei der Regierungen (Deutschland, Amerika und Großbritannien) auf Die Seite treten und zu der anderen sagen würden: „Regiere Du die Samoaner." Die Regierung könnte sicher irgend einer der Drei Regierungen anvertraut roerDen, aber niemals roirD irgenD etwas wie eine Wohlfahrt vorhanDen fein, bis eine Regierung allein Die Zügel ergreift. Der Berliner Vertrag hat trauriges Fiasko gemacht. Für mich ist es klar, Daß Mataafa König sein muß. Er ist ein Mann, der weiß, was er will, und er ist imstande, seinen Willen durchzusetzen. Ich kannte Malietoa auch, aber er war eine bloße Puppe — seine Herrschaft war nur nominell. Persönlich bin ich dafür, daß Deutschland das Szepter führe. Deutschland ist, soweit der Handel in Betracht kommt, die Pflegemutter von Samoa gewesen. Ich kann mich gut der Zeit erinnern, wo nur die deutsche Flagge im Hafen von Samoa sichtbar war. Vor 30 Jahren war das Geschäft thatsächlich in den Händen der Deutschen, und alle erwähnenswerten Pflanzungen wurden durch deutsche Geschäftsfähigkeit auf ihren jetzigen Zustand gebracht. Meinem Dafürhalten nach würde es für Großbritannien ein Akt des ehrlichen Spieles sein, zu sagen: „Wir sehen keinen Grund, warum die deutsche Flagge nicht über Samoa wehen sollte." Ich wiederhole, daß es im Interesse von Samoa gebieterisch ist, daß zwei von Den drei Regierungen sich gänzlich zurückziehen." ltgnq arir I nähme deS hrtagfl. ■ Ct «Hießener A-Mteustütter -.veutHchland- Fahrräder • u.Zubehortheile e besten unddabei lerbilligsten sind. ._et' •« irurrverkünfer gesucht. L Haupt-Katalog gratis & franco. August Stukenbrok, Einbeck Deutschlands grösstes Special-Fahrrad-Versand-Hans. Willi. 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