Sonntag den 2. April 1^99 *en 2^ ^S'Zs. 2(mts» und Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren. Co 9 1881 Preisen jn-Seife 1 e Scli-- Asse Aitzeigen-BermittlungSstelle« des In« und Ausland«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. marke» a inlitüt Dfl> /' •Imotme von Anzeigen zu der nachmittags ftr bat fOIpbrn Lag erscheinenden Nummer bis vor«. 10 llhr. Reto Ition, Expedition und Druckerei: Kchnksiraße Ar. 7. nfels inen auf» ein unanfechtbarer, durch gerichtliche Erkenntnisse anerkannter Rechtsboden. Bis hierher handelt eS sich um die Sozialdemokratie. . . Des weiteren handelt es sich aber auch nur um die Sozialdemokratie. Das deutsche Kriegervereinswcsen kennt nur diesen einen Gegner. Wenn wir von denjenigen Kreisen absehen,! welche nach der Wiederherstellung des Königreichs Polen, Königreichs Hannover und der dänischen Herrschaft streben und dafür wirken, so sind die Angehörigen aller bürgerlichen Parteien, die auf dem Boden der Treue zu Kaiser und Reich stehen und die staatsrechtlichen Verhältnisse ihres engeren Bundesstaates anerkennen, gleichmäßig zum Eintritt in die Kriegervereine berechtigt. Wohl mögen in vereinzelten Fällen allzueifrige Politiker unter unseren Freunden diesen Grundsatz nicht beachtet haben. Ueberall aber, wo Fälle dieser Art zu unserer Kenntnis kamen, sind wir stets und mit aller Entschiedenheit eingeschritten; handelte es sich um falsche Schritte unserer Organe, so haben wir selbst für Abhilfe gesorgt und dem Betreffenden sein gutes Recht verschafft; handelte es sich um ein falsches Vorgehen einer Behörde, so haben wir an der maßgebenden Stelle Vorstellungen erhoben, und cs ist uns regelmäßig recht gegeben worden. Man wird auch nicht einen einzigen Fall uns nachweisen können, wo die berufene und allein maßgebende Vertretung unseres Bundes, der Abgeoronetentag und der Bundesvorstand, es gebilligt hätte, wenn die Anhänger irgend einer der bürgerlichen Parteien politisch beeinflußt worden wären . . . Wir wollen alle unsere Kraft einsetzen, daß das deutsche Kriegervereinswesen immer mehr an innerer und äußerer Kraft gewinnt, wir wollen der Mahnung des Allerhöchsten Protektors des Preußischen Landes-Kriegerverbandes eingedenk, immer mehr dafür sorgen, daß alle ehemaligen Soldaten in den Kriegervereinen versammelt und in treuer Gesinnung zu Kaiser und Reich gestärkt und erhalten werden, damit das Kriegervereinswesen immer mehr das wird, was es sein soll, ein starker Wall gegenüber der Sozialdemokratie. MPC. Pariser-Weltausstellung. Man schreibt uns aus Paris: Hier ist man einigermaßen gespannt, ob der deutsche Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe seinen Aufenthalt in Baden-Baden dazu benutzen dürfte, um auf einige Tage auch nach Paris hinüberzufahren, um sich persönlich davon zu überzeugen, welche Fortschritte die Vorbereitung der das nächste Jahr in Aussicht genommenen Weltausstellung seit dem vorigen Jahre gemacht hat. Damals nahm der Fürst von allen Plänen an Ort und Stelle Kenntnis, und das große Interesse, das er dabei zu Tage treten ließ, wurde nicht nur von der Pariser, sondern auch von der Provinzpresse als ein neues Unterpfand dafür betrachtet, daß es sich der Fürst angelegen sein lasse vor wie nach, im Sinne der Erhaltung des Friedens und womöglich der immer weiteren Besserung der Beziehungen zwischen den beiden Nachbarmächten thätig zu sein. — Unvergessen ist es hier, wie gelegentlich der Eröffnung der Pariser Weltausstellung im Jahre 1878 zum erstenmale wieder von herzlichen Beziehungen gesprochen werden konnte, welche zwischen Deutschland und Frankreich beständen. Zunächst hatte bekanntlich die deutsche Reichsregierung im Dezember 1876 auf die auch an sie ergangene Einladung Frankreichs zur Beschickung aus industriellen und politischen Gründen ablehnend geantwortet. Als später die französische Regierung den dringenden Wunsch aussprach, daß Deutschland sich wenigstens an der Ausstellung der Werke der Kunst beteiligen möchte, gab der Kaiser am 5. März 1878 seine Zustimmung, daß die deutschen Maler und Bildhauer ihre Werke in Paris ausstellten und beauftragte den Direktor der Akademie der bildenden Künste in Berlin, Anton von Werner mit der geschäftlichen Leitung der Sache. Fürst Hohenlohe eröffnete am 11. Mai die deutsche Ausstellung, bei welcher 155 Gemälde und 23 Skulpturwerke ausgestellt waren und sprach dem französischen Minister Teisserene de Bors den Dank Deutschlands aus für den Empfang, der den Deutschen in Paris zu Teil wurde. Der französische Minister bezeigte seine Freude über die Beteiligung Deutschlands und sah darin ein Unterpfand der herzlichen Beziehungen, die zwischen den beiden Ländern beständen. — Zu den Vorgängen auf Samoa schreibt die „Deutsche Warte": Eine offizielle Bestätigung der Gerüchte liegt nicht vor, daß die Deutschen Apia verließen, daß eine Granate ins deutsche Konsulat eingeschlagen hätte. So bedauerlich die Feindseligkeiten gegen den provisorisch bestätigten König Mataafa von englischer und amerikanischer Seite auch sind, so sind diese Feindseligkeiten doch nicht gegen Deutsche gerichtet und werden deshalb die deutsche Regierung in ihren Bemühungen nicht beeinträchtigen, ihre tu* frn dem Anzeiger 1»**^ viermal i rigelegt. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Mittler für hessische Volkskunde. l*i, MM . Billige PA Adresse für Depeschen: Anzeiger chieße«. Fernsprecher Nr. 51. Mw«. 1» W- Berlin, 30. März. Wie aus Kiel gemeldet wird, tritt Prinz Adalbert, der dritte Sohn des Kaiserpaares, Ende Juni eine Reise um die Welt an, welche etwa zehn Monate dauern wird. Die Fahrt, welche mit dem Schulschiff Charlotte ausgesührt wird, soll sich über Süd-Europa, Egypten, Ost-Afrika, Südwest-Afrika, Süd-Amerika und Westindien erstrecken. Berlin, 30. März. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die allerhöchste Verordnung betreffend die Uebernahme der Landeshoheit über das Schutzgebiet von Neu- Guinea durch das Reich. Berlin, 30. März. Der an einem Halsübel nicht unbedenklich erkrankte deutsche Gesandte am Hofe zu Peking, Freiherr v. Heyking, wird, wie die „Post" erfährt, voraussichtlich nach seiner Wiederherstellung einen längeren Urlaub antreten. Berlin, 30. März. Amtlich wird mitgeteilt, daß am 1. April der Fernsprechverkehr zwischen Berlin einerseits sowie Antwerpen und Brüssel andererseits eröffnet wird. Die Gebühr für ein gewöhnliches Gespräch bis zur Dauer von drei Minuten beträgt 3 Mark. Berlin, 30. März. Wie der „Kreuzzeitung" aus R o m berichtet wird, hat man daselbst Nachrichten aus Peking erhalten, denen zufolge der dortige englische Gesandte Macdonald, dem ursprünglich nach der Abberufung Martinos auch die provisorische Leitung der italienischen Gesandtschaft übertragen werden sollte, von dem Urlaub, den er unterdessen angetreten hat, nicht mehr auf seinen Posten zurückkehren werde. Berliu, 30. März. Deutschland und Marokko. Es bestätigt sich, daß die marokkanische Regierung gegenüber dem von Deutschland auflgeübten Drucke nachgegeben hat. Die deutschen Ansprüche werden binnen wenigen Tagen erledigt werden. — Koloniales. Der Oberführer der deutsch-ostafrikanischen Schutztruppe Major von Natzmer hat den Rückmarsch von seiner Expedition nach dem Nyaffa-See angetreten, nachdem er mit dem Bezirksamtmann von Elpons von Langenburg aus das Seengebiet bereist hat. In seinen Berichten spricht Herr von Natzmer sein Erstaunen über die schnelle kulturelle Entwicklung jener Gegend aus, es sei ihr eine glänzende Zukunft sicher, sowohl was den Kaffee- und den Tabak- als auch den Baumwoll-Bau anbetrifft. Ein glänzendes Zeugnis stellt er namentlich den am Nord- westende des Sees ansässigen Wakonde aus. Diese mit — für einen Neger höchst selten — gutem Charakter ausgestatteten Leute zählen wenige Männer unter sich, die nicht würdig wären, in die Leibkompagnie des ersten Garde- Regiments einrangiert zu werden. Wenn die sehr wohlhabenden Wakonde nicht zu stolz und selbstbewußt (im guten Sinne) wären, gäben sie das vorzüglichste Material für eine Musterschutztruppe. Ihnen ist aber ein solch eingefleischter Widerwillen gegen jede dienende Stellung eigen, daß es wohl schwer halten dürfte, sie zu regulärem Militärdienst heranzuziehen. Major von Natzmer hat auch Uhenge und Uhehe besucht und die politische Lage daselbst den Umständen angemessen befriedigend gefunden. Berlin, 31. März. Die Kriegervereine und der Reichstag. Der Vorstand des Deutschen Kriegerbundes erläßt einen kräftigen Protest gegen die Steuerungen des Abg. Dr. Müller-Sagan im Reichstage. Letzterer hatte bekanntlich von „Kriechervereinen" gesprochen und sich wegen dieses Ausdrucks damit entschuldigt, er habe von „einer gewissen Sorte von Kriegervereinen" gesprochen. Dagegen erhebt der Vorstand des Deutschen Kriegerbundes zunächst Einspruch, da alle Kriegervereine in ganz Deutschland nach einheitlichen Grundsätzen handeln. Weiter heißt es in der Erklärung u. a.: Mehr als 20000 deutsche Kriegervereine sehen es als ihre vornehmste Aufgabe an, die Liebe und Treue für Kaiser und Reich, Landesfürst und Vaterland bei den Mitgliedern zu pflegen, zu betätigen und zu stärken; das Nationalbewußtsein zu beleben und zu stärken. Das schließt die Anhänger der Sozialdemokratie von vornherein aus. Der Eintritt in unsere Vereine ist ein freiwilliger. Niemand ist gezwungen, ihnen beizutreten. Wer aber einem Kriegerverein beitritt, der verpflichtet sich auf die Satzungen und ihre Zweckbestimmungen. Wer also Anhänger der Sozialdemokratie ist und dies verheimlichend, Mitglied eines Kriegervereins wird, oder wer später zur Sozialdemokratie übertritt, oder wer deren Bestrebungen unterstützt und dennoch im Kriegerverein bleibt, der muß es sich gefallen lassen, daß man ihn als einen Heuchler, als einen Mann ohne Ehre ansieht, und daß man ihn ausschließt, wenn man ihn seiner sozialdemokratischen Gesinnung überführen kann. Das ist Attugspret« vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 PsG. mit vrnigerloh«. vei Postbezug 2 Mark 50 Uff. vierteljährlich » lxint täglich pa Ausnahme des ÄtontagS. ht Gießener Konfirmation. „«er die Jugend hat, der hat die Zukunft." — Das w«i lange Zeit ein vielgebrauchtes Schlagwort. Man hört e«I |ut Zeit seltener; es ist abgebraucht. Das was man braut hat sagen wollen hat sich in sehr geringem Maße eaffiüt Wer hat die Jugend, die in diesen Tagen vor ver- sawMltl! er Christengemeinde ihr Glaubensbekenntnis ablegt? JWi hat sie das Elternhaus, noch hat sie die Schule, noch birtfit die Kirche. Das sind die drei Mächte, die bisher >ll.»s unsere Kinder die größte Einwirkung ausgeübt haben: Ffeuilx. Schule und Kirche. Werden diese drei Mächte sie .nix} in Zukunft haben? Wer in der Seele der Kinder le|'en bi rfte und könnte, der würde heute lesen können, ob bi n |'t br ei Mächte einheitlich und einig ihre Wirksamkeit berichtig» haben, ober ob sie sich gegenseitig bekämpfenb bie frwMidp Entwicklung bcs Kinbes gestört haben. MlS heute unsere Kinber bekennen und geloben, ist in Worten nichts anderes, als daß sie Menschen Gottes fe rn uni bleiben wollen, geschickt zu allem guten Werk. Ist zairS wirklich das Ziel unserer erziehlichen Arbeit gewesen? iw in it öchte bie Kinder glücklich Preisen, die Kirche, Schule Ul.'d H.lus gleichmäßig diesem Ziele zuzuführen bemüht wsie werden vom heutigen Tage den größten Eindruck m: l ivczinehmen; sie werden mit kindlich reinem Gernüte, milbcn Segen Gottes begnadet, ihren Weg weiterziehen *irbim stände sein, sich ihr kindlich reines Herz bewahren; ftd ml en auch ferner noch willig und gerne sich leiten lassen vct« »t: che. Schule und Haus. Wie ists aber mit denen, beetnüt ben emporwuchs unter einer zwiespältigen Erziehung? ki jenen der Gegensatz, der in ihr junges Herz hineinge- dnM wurde, immer stärker sich entfaltet? Aus ihren Reihen foi r®t >ie große Zahl derer, deren Fortentwicklung wir mit Skchki wahrnehmen müssen. Sie hält weder Schule noch RHtyt n och Haus. Sie treiben der Masse zu, die im Strudel bec Welt untergeht, wenn sie sich nicht unter schweren M.vpsem durch besondere Lebensführungen zu neuem Leben cmiporrimgen. , ,. . Dm- neue Faktor, der in das Leben der Heranwachsenden Jl1d.«end wirksam eingreift, ist die menschliche Gesellschaft. MGkm darum alle, denen das Heranwachsen einer gesunden, goMfi rchtigen, leistungsfähigen Jugend am Herzen liegt, fktyauj die Verantwortung besinnen, die sie der Jugend gehinüber haben. Gewissenlos handelt der, der den Kindes- qlMiibm mit Füßen zertritt, denn er bringt solch' junges W.&i mm seine sittliche Kraft. Gewissenlos handelt der, beerbet heraiireifenden Jugend den Lebensgenuß als höchste MÄHei l preist; denn er bringt solch' junges Leben um seine phjyM Kraft, und macht das Herz wüste raubt ihm den fitrl:i:k:.i Halt! Mr bie Jugenb wirklich lieb hat, wer sie fest unb ftcM eichen will für den Kampf des Lebens, dessen heiligstes yWjen muß es sein, die jugendlichen Herzen zu bewahren imi glauben der Kirche, die idealen Ziele des Lebens mit Wu nd That ihnen vor Augen zu stellen und durch ein we-iP Vorbild der Selbstzucht und Mäßigung ihnen diese 3M:li ^reichen zu helfen. Mochten solcher Jugendfreunde sickh ucht viele finden, möchten aber alle, die mit der Jugend zu-, im haben, sich merken: Zerstören ist leichter als auf- Lcckm! Wer aber nicht bauen kann, der lasse das Zerstören. r. 78 Drittes Blatt W ilier Z«. Deutsches Reich. Kttlin, 30. März. Der 1. April war diesmal ein hier überall, wo deutsche Herzen schlagen, wehmutvolle unuvlchmerzliche Erinnerungen weckte, während wir uns sonst an ihii»n>it anderen in froher, festlicher Stimmung vereint haben, uniAtm Fürsten Bismarck zu seinem Geburtstage zu hinein und ihm unsere Verehrung und unfern Dank zu bc’dirkn. Auch diesmal sanden vieler Orten Feiern statt, abriii über denselben lagerten die Schatten der Trauer um beii:nlritenen unersetzlichen Verlust des unvergeßlichen, großen MüM-s. Der Tag der Freude und des Jubels ist zu etmsr. Tag des Schmerzes und der Klage geworden. Aber niflijtbex Trauer allein soll er fortan geweiht sein, er soll umSvie-lmehr im Sinne des Heimgegangenen mahnen, an de ^Grundsätzen und Lehren, die er dem deutschen Volk alar-bst bares Erbteil hinterlassen, festzuhalten. Möge allezeit drs Fürsten Bismarck Geist weiter wirken in unserem V'kllk, Daß alle, die deutsch empfinden, in Liebe und Treue, in n Uftferfeit und starkem Pflichtbewußtsein sein Werk bettutitsn unb in unwandelbarer, über Partei und Einzel- intnrnifc: hinausgehobener Hingabe feststehen zu Kaiser und Stetig im Dienste des Vaterlandes. _ NET! VolltaÄ Wch-EMis* rlin 8.0.16. ngest übertriff t Zusammenseins, u Glycerinphosphortii pvenkraft, eciii '■rlscbe. - Brt ifrei. Leicht lt& I bewährt gefor;- ie Reco empföhle '.20, 60 Gr- N ro^uetlen. Gießener Anzeiger General-Anzeiger Rechte auf Grund der Berliner Samoa-Konferenz auf diplomatischem Wege zu wahren. Eine Aufteilung der Inseln ist zur Zeit nicht erstrebenswert,-^sondern — wie unser Blatt durch Informationen an maßgebender Stelle bereits mitzuteilen in der Lage war — erhofft die deutsche Regierung, daß durch neue Vertreter der drei Mächte stabile friedliche Zustände auf Samoa baldigst eintreten werden. — Wenn auch der Generalkonsul Rose — seit 1896 der deutsche Vertreter auf Samoa — manche unliebsame Kritik von englischer oder amerikanischer Seite beffer vermieden hätte, so hat doch die deutsche Regierung das Selbstbewußtsein, betreffs Samoa stets loyal gemäß den Satzungen der Samoa- Konferenz vom 14. Juni 1889 gehandelt zu haben und wird sich durch die bedauerlichen Vorgänge auf Samoa nicht zu gewaltsamen Unternehmungen verleiten lassen, sondern auf diplomatischem Wege zielbewußt und nachhaltig ihre Rechte auf Samoa zu wahren wissen. Angesichts der gespannten Weltlage wird das deutsche Volk der Regierung für deren unbeirrte Friedensliebe und Besonnenheit Dank wissen. Krefeld, 30. März. Das Ende des Weber streiks steht bevor; es scheint wenigstens endlich eine Einigung über gewisse Bedingungen stattgefunden zu haben. Demgemäß soll der Zusatzlohn, welcher bis zu zehn Pfennige pro Meter für schadenlose Ware bezahlt werden sollte, als fester Lohn dem Lohn zugeschlagen werden. Sämtliche Weber haben, der „Franks. Ztg." zufolge, der sozialen Kommission ihr Einverständnis zu erkennen gegeben. Dasselbe haben auch die Fabrikanten gethan. Sie machten jedoch ihr Einverständnis von der Bedingung abhängig, daß eine Einigung in den einzelnen Fabriken darüber erzielt wird, wie hoch der Zusatzlohn jedesmal bemessen werden soll. Im Uebrigen sind weitere Streikbewegungen im Gange, auch die Stoffarbeiter sind mit erhöhten Forderungen an die gemischte Kommission herangetreten und es verlautet, daß mit dem 1. April ein Streik in dieser Branche ausbrechen werde. Straßburg, 27. März. Annäherung zwischen Elsässern undAltdeut^chen. Zwischen der einheimischen und eingewanderten Bevölkerung bestand anfänglich infolge der verschiedenen politischen und sonstigen Anschauungen eine große Kluft, die auch jetzt noch nicht vollständig überbrückt ist. Durch den Einfluß der Zeit und den täglichen Verkehr find jedoch heute, wie dem aufmerksamen Beobachter nicht entgehen kann, die schärfsten Gegensätze ausgeglichen. Daraus erklärt es sich, daß bei den Wahlen in den letzten Jahren vielfach die Einheimischen mit den Eingewanderten Hand in Hand gingen, und daß auch die frühere gesellschaftliche Absonderung im Schwinden begriffen ist. Ein weiteres Zeichen, daß die Verschmelzung der beiden Bevölkerungsschichten Fortschritte macht, ist die verhältnismäßig große Zahl der Eheschließungen zwischen Altdeutschen und Altelsässern. In hiesiger Stadt wählten z. B. im abgelaufenen Jahre von den in den Ehestand getretenen 882 Mädchen 213 oder etwa 25 Prozent Altdeutsche zu Lebensgefährten, nämlich 95 Preußen, 48 Badenser, 24 Bayern, 24 Württemberger und 22 sonstige Reichsdeutsche. Mit Ausländern verheirateten sich nur 23. Von den in Elsaß'Lothringen geborenen Männern schlossen einen Ehebund mit Mädchen, von denen 47 in Baden, 21 in Bayern, 16 in Württemberg, 10 in Preußen, 5 im übrigen Deutschland und 23 im Ausland geboren sind. Es wäre nicht uninteressant, wenn diese Statistik auf das ganze Land ausgedehnt würde. Bautzen, 30. März. In der Pulverfabrik von Kranz u. Co. fand eine große Pulver-Explosion statt, durch welche sechs Pulverhäuser total zerstört wurden. Vier Arbeiter sind bei der Katastrophe schwer verletzt worden. Austand. Wien, 31. März. Das Gerücht von einer bevorstehenden Verlobung des Kaisers Franz Josef, welches seit drei Wochen hier zirkuliert und sich erhält, obwohl seine Unglaubwürdigkeil längst erwiesen ist, wird jetzt von der „Deutschen Zeitung" reproduciert. Es ist dies bas erste Mal, daß ein Wiener Blatt davon Notiz nimmt, was Aufsehen erregt. Ein Gerücht nennt nun die spanische Infantin Maria Mercedes oder eine Schwester der verstorbenen Fürstin von Bulgarien. Wahrscheinlich wird nun endlich ein Dementi erfolgen, wozu aber die Zustimmung des Kaisers nötig ist. Wien, 31. März. Das österreichische Kriegsschiff „Saida", welches sich bereits auf dem Wege nach Amerika befand, hat infolge neuer Weisungen seinen Kurs geändert und die Richtung nach Ostasien eingeschlagen. Die „Saida" begiebt sich zunächst nach Hongkong. Wien, 30. März. Die Fürstin Metternich veröffentlicht in den Abendblättern eine Erklärung, in welcher sie den von der „Nouvelliste de Bordeaux" veröffentlichten Brief, in welchem über ein angebliches Gespräch der Fürstin mit dem deutschen Kaiser über Frankreich berichtet wird, als vollständig apokryph bezeichnet. Die Fürstin erklärt werter, mit dem Kaiser Wilhelm seit dem Jahre 1895 nicht mehr gesprochen zu haben. Wien, 30. März. Die tschechischen Blätter melden aus informierter Quelle, daß bei der letzten Konferenz des deutschen Botschafters mit dem Minister Kaizl die Differenzen, welche die Diskussion über den Dreibund hervorgerufen hatten, vollständig beseitigt worden sind. Die tschechischen Abgeordneten erklärten, gegen keine auswärtige Politik auf- treten zu wollen, welche der Kaiser im Interesse des Reiches unternehme. Wien, 31. März. Das „Neue Wiener Tageblatt" widmet dem Reichskanzler F ü r st e n Hohenlohe zu seinem heutigen 80. Geburtstage einen äußerst sympathisch gehaltenen Artikel, in welchem demselben das Zeugnis ausgestellt wird, daß er sein Amt als deutscher Kanzler bisher ganz und in vornehmster Weise ausgefüllt und stets treu geblieben sei der eigenen politischen Vergangenheit sowie der Vergangenheit seines Geschlechts. Brüffel, 30. März. Der Abgeordnete Baron Bethune, welcher in der gestrigen Kammersitzung den sozialistischen Abgeordneten Journez durch einen Zuruf beleidigt hatte, hat diesem ein Entschuldigungsschreiben mit dem Ausdruck des Bedauerns gesandt. Ein Duell wird also nicht ftattsinden. Paris, 30. März. Die heutigen Blätter melden, der Kriegsminister habe beschlossen, den Generalstabschef Ge- lannes ebenfalls zur Abrüstungs-Konferenz nach dem Haag zu senden. Der Kolonieenminister wird in dem nächsten Ministerrat ein Dekret vorlegen, betreffend die Ausrüstungs-Gesellschaft am Ubangi und am oberen Congo. Paris, 30. März. Hier hat sich ein Comits von 19 Mitgliedern gebildet, darunter der frühere Justizminister Trarieux, sowie Pressenss und andere, welche eine Subskription eröffneten, deren Ertrag dazu verwendet werden soll, die Schriftstücke der Untersuchung und die Debatten des Kassationshofes in der Dreyfussache so schnell wie möglich der Oeffentlichkeit zu übergeben. Paris, 30. März. Die Regierung hat beschlossen, Marchand zum Kommandeur der Ehr en-Legion zu ernennen. Marchand wird wahrscheinlich am 28. April die Rückreise antreten und zuerst in Marseille eintreffen. Paris, 31. März. Die Zeitungen nehmen bezüglich des Samoa-Handels für Deutschland Partei und hoffen auf ein energisches Vorgehen der deutschen Diplomatie gegen die angelsächsischen Uebergriffe. Die Erbitterung gegen England ist wegen der Herausforderung britischer Matrosen in Nizza stärker denn je. Paris, 31. März. Der „Figaro" beginnt heute die Veröffentlichung des Textes der ersten Untersuchung des Kassationshofes im Revisionsverfahren. Der erste Teil der Veröffentlichung umfaßt die Untersuchung gegen Esterhazy. Es befindet sich darin der Bericht des Obersten Schreyer. Paris, 29. März. Bei der Beratung über den Haushalt des Münzwesens in der Deputiertenkammer veranlaßte der sozialistische Abgeordnete Breton einen Zwischenfall, indem er seine Verwunderung aussprach, daß auch auf dem Rande der jüngst neu ausgegebenen Louisdors die Devise „Dieu protdge la France“ beibehalten sei. Da er dieselbe „grotesk" nannte, unterbrach ihn Präsident Deschanel mit der Bemerkung, diese Bezeichnung müsse verschiedene seiner Kollegen verletzen; Redner möge doch die Gewissensfreiheit mehr achten. Breton nahm diesen Verweis hin, brachte aber nichtsdestoweniger einen Antrag ein, die Regierung solle zu erreichen suchen, daß Frankreich nicht mehr unter den Schutz irgend einer Gottheit gestellt werde. Finanzminister Peytral erwiderte, er habe geglaubt, das Althergebrachte nicht verändern zu dürfen auf die Gefahr hin, dadurch Anstoß zu erregen. Die Devise „Dieu protäge la France“ stamme vom Konsulat her, und wenn sie eine Zeit lang beseitigt gewesen, so sei dies gerade unter der Restauration geschehen. Damals sei sie durch die Worte „Domine salvum fac regem“ ersetzt worden. Uebrigens hätten andere republikanische Staaten, wie die Vereinigten Staaten und die Schweiz, ähnliche Devisen auf ihren Münzen, letztere z. B. „Dominus providebit“. — Bretons Antrag fand schließlich nur 166 Anhänger und wurde mit 315 Stimmen verworfen. Paris, 31. März. Die Erörterungen über den Dreyfus- handel sind neuerdings von dem öden und erbitterten Streit von Person zu Person zu der Frage zurückgekehrt, in der das Ausland von Anfang an das hauptsächlichste Interesse an dieser Angelegenheit erblickte, zu der Frage nämlich, ob es in Frankreich möglich ist, daß ein Angeklagter ohne sein und seines Verteidigers Wissen auf Grund geheimer Beweisstücke verurteilt wird. Ein Richter des Kriegsgerichts von 1894 hatte dem Advokaten Salles mitgeteilt, daß Dreyfus auf diese Weise verurteilt worden sei; General Mercier ist bis heute auf die dahinzielende Frage Laboris im Zolaprozeß die Antwort schuldig geblieben; hinterlassene Briefe eines Freundes Felix Faures, des Dr. Gibert, behaupten, Faure selbst habe Gibert den Vorgang als That- sache bestätigt; der jüngste der Kriegsrichter, der Hauptmann Freystätter, hat nicht leugnen können, daß er noch am 12. März d. I. vor mehreren Zeugen davon geredet habe, und der Behauptung des Voltaire, Casimir-Perier habe erklärt, daß Mercier ihm von der Vorlegung des geheimen Schriftstücks Mitteilung gemacht habe, ist nicht widersprochen worden. Zu alle dem kommt, wie der Figaro erinnert, die Thatsache, daß gegenwärtig der Cassationshof mit der Prüfung der geheimen Aktenstücke beschäftigt ist, daß der Verteidiger Dreyfus' diese Aktenstücke nicht kennt, daß also durch diese Thatsache allein schon jene Frage in bejahendem Sinne beantwortet ist. ' K. Z. Cherbourg, 30. März. Die Marinetruppen werden heute eine große Festlichkeit den Offizieren und Matrosen des russischen Schulschiffes Herzog von Edinburg geben. Das Schiff liegt im hiesigen Hafen und wird mehrere Tage hier bleiben. Loudon, 30. März. Nach einem Telegramm aus St. Louis flog der Dampfer „Tyler" auf dem Missouri in die Luft. London, 30. März. Zu den neuerdings stattgefundenen Kämpfen auf den Samoa-Jnse.ln wird gemeldet, daß auf Anweisung des amerikanischen und britischen Konsulats die Kriegsschiffe „Philadelphia" und „Royalist" am 15. März 1 Uhr Mittags das Feuer auf die umliegenden Dörfer von Apia eröffneten, nachdem die Mataafa-Leute begonnen hatten, die Stadt anzugreifen. Loudon, 30. März. Die gestrigen Versuche mit dem Telegraphen ohne Draht haben ein so günstiges Resultat ergeben, daß man heute Versuche zwischen Dieppe und Newhaven anstellen wird. Gestern wurde der Versuch auf die Zahl der Worte gemacht. Es gelang Maconi, zehn Worte in der Minute zu übermitteln. Tunis, 30. März. Das Kriegsgericht hat gestern eia* Franzosen und einen Deutschen namens Meißner weq?-, Thätlichkeit gegen einen Vorgesetzten zum Tode ver- urteilt. Sidney, 30. März. Zwischen Engländern und Ameri. kauern und der Bevölkerung der Insel Samoa haben neu? Gefechte stattgefunden. Die Engländer und Amerikaner haben Truppen gelandet, und verschiedene Dörfer befehl Bei dem Gefecht wurden drei englische Soldaten getötet Die Deutschen enthielten sich jeden Eingreifens. Die eur^ päischcn Ansiedler flüchteten sich auf die Kriegsschiffe. Meratur, Wissenschaft und Kunst. — Die $ofbu±brurferel Greiner & Pfeffer in Stutlaait-t,^ soeben eine Reihe AnfichlS« und Räiselpostkarten bereu«, in Steindruck, sondern ein der Buchdruckp»esse in Aquaiellwvi^ bergest,llt. Die Karten sind recht hübsch auSgestattet, und h-, namentlich der Gruß aus Marbach, den oberen Thorturw. tn SchillerdauS und Schillerdenkmal zeigend als besonders geiw. ' bezeichnet werden. Diese Karte ist ein Beweis für die torisches Entwickelung des Farbendruckes auf dcr Buchdruckpreffe und als solcher sicher gebührend gewürdigt werden. — Don Deutsche Kunst und Dekoration, Verlag t3l Alexander Koch, Darmstadt, (jährlich 12 Hefte Mk. 20, ßlnrelh Mk. 2,) erschien soeben das 7. Heft de- 2. Jahrganges. Dass« enthält: Textbetträge: Heinrich Vogeler, Worpswede. Von Dr. i L. Sponsel-DreSden. Germanischer Stil und deutsche Kunst, ko» Dr. Ludwig Wtlsir-Heidelberg. Außerdem Wettdrwerb-SuSschieiblw, und Entscheidung. Bücherschau, Kleine Mitteilungen. Dantbu farbige Beilagen, Vollbilder und Illustrationen im Texte, fiuifr ferner und -Liebhaber werden auch an diesem reichhaltig« fi* ihre Freude habm. — Deutsche Rundschau für Geographie und etattßtk. Unter Mtlwt'kung hervorragender Fachmänner h-rautzgegebm ocu Prof. vr. Fr. Um lauft. 21. Jahrgano. 1898/99. (A Hartlebkos Verlag in Wien, jährlich 12 Hefte zu 85 Pfg., Pränumeration (dcI Franko-Zusendung 10 Mk.) Jedem, welche» sich für Gecgrapbie i» weitesten Sinne interesitert, ist die „Deutsche Rundschau für graphie und Statistik", die bereits im 21. Jahrgange erscheint, auf das Wärmste zu empfehlen, da man durch diese Zeitschrift stets an1 dem neuesten Stande erdkundlichen Wissens erhalt,» wird, Heft bringt in seinem allgemeinen Teile gediegene Aufsützr gr Länder- und Völkerkunde, über geographische Reisen und fetto ungen. Daran schließen sich kleinere Beiträge astronomischen, fon kaltsch'geographtschen und statistischen Inhaltes, Biographien hmn ragender Geographen und Reisenden, sowie Mitteilungen au« all* Erdteilen. Ein frischer, lebendiger Ton geht durch die ganze Zck schrift, welche über zahlreiche treffliche Mitarbeiter verfügt. Dilselk ist auch vorzüglich illustriert und jedem Hefte eine wertvolle Äetu betgegeben. Der Inhalt deS eben erschienenen siebenten HesteS vom 21. Jahrgange ist folgender: Statistik und geographische Verbreitunz des jugendlichen Verbrechertums. Von W. D. Morrison. — Wodeni. Von Adolf Struck in Salonik. (Mit 2 Abb.) — DaS Nation»!. petränk der Mexikaner. Don Heinrich Lemcke. (Mit 1 Sbb.) - Glaziale Erscheinungen vom Hartgebirge. Von Prof. Dr. C. Mehlis in Neustadt a. d. Hart. (Mit 1 Abb.) — Erklärung geographischer Namen auS der Südpolarwelt. Von Edmund Oppermann In Braunschweig. — Astronomische und physikalische Geographie. Selma- logische Studien auf Grund der photographischen Hufnabmm hei MondeS zu Paris, lieber das Klima des R’onltftflcbkitfi. — politische Geographie und Statistik. Die SBehenprotnitAw der Erbe Von Franz Hetdertch. — Berühmte Geographen, Natuttv^chn und Reisende. Josef Parisch. (Mit einem Ponrät.) — Geographische Nekrologie, Todesfälle. — D. Franzisko Coello de Portugal p Gut sada. (Mit einem Porträt.) — Kleine Mitteilungen auS allen l-rd teilen. — Geographische und verwandte Vereine. — Vom Bücher tisch. — Kartenbetlage: Karte der Philippinen. Südl. Blatt. Maßstid 1:500,000. Diese Inhaltsangabe läßt erkennen, wie viel die „Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik" bet ungemein niedrigem Pränumerationspreise ihren Lesern bietet. — Die soeben erschienene Lieferung 24 des großen kullm- geschichtlichm Werke«: »DaS neunzehnte Jahrhundert in BUd- Nissen", herausgegeben von Karl Werkmeister, Verlag der Pbol»- graphtschen Gesellschaft, Berlin, enthält in ihrem tllustrattvm Irilt wiederum acht schöne neue Bildnisse (Nr. 185 bis 192) zur Portiil- geschichte deS neunzehnten Jahrhunderts. DaS Bild Friedrich Karl von Savtgnys ist ein ausgezeichnetes Werk von der Hand Fr«, KrügerS, des mit der alten Berliner Kunst eng verknüpstm Malus, das Porträt des großen National Oekonomen Friedrich List wird nach der vortrefflichen Lithographie Joseph Kriehubers gegeben, General Aorck erscheint nach dem Originalgemälde von Gebauer (im Hohenzollern-Museum.) Von den folgenden Dichtettöpfm Id genannt daS Bleistiftporträt Theodor Körners von der Hand feinet Schwester (au« dem Körner-Museum in Dresden); ihm folgt et» wundervolles Porträt Friedrich Hebbels (gemalt von Karl Rahl) aus dem freien deutschen Hochstist in Frankfurt a. M., Aleffandre iRar- zoni nach dem Stiche von Vendrami u. a. m. AlS dankenswerte Beigabe zu den Bildnissen gtebt der biographische Teil wie stets die litterartschen Bilder auS der Frder ausgezeichneter Fachmänner. Wir erwähnen hier besonders den Aufsatz Paul Dertmennl übtr den Meister deS römischen Rechte« Savtgny, den knapp« charaste- ristischen Essai des Historikers Max Lehmann — Göttingen - Aork, den feinsinnigen Aufsatz von Max CorniceliuS über BW® und die Schilderung deS mächtigen Dramatikers Friedrich fctbbA durch Paul Warncke. Alles in allem wiederum eine reite Fundgrube für bildliches und biographisches Material zur Geschichte 6(1 neunzehnten Jahrhunderts. Bei der Redaktion eiugegangeue Bücher. Die Wohnungsnot und ihre Abhilfe durch ein Reichs' WohNUNgSgefetz. Von Prof. Dr. Kamp, Schriftführer de« Antw» „Reichswohnungsgesetz" in Frankfurt a. M. Kommissionsverlag von Joh. Alt, Frankfurt a. M. Bisherige Gesamtauflage 30,000 Der „Berliner Herold" schreibt unternt 20. November 1890: Frankfurt a. M. hat sich ein Verein gebildet, der den Namm .WM* wohnungSgesetz" führt: einen zwar etwa« ungewöhnlichen, av« praktischen, kurzen, bezeichnenden Namen. Sämtliche Parteien von den Konservativen bis zu den Sozialdemokraten gehören dem veren an; Vertreter sämtlicher Parteien sitzen einmütig im Vorstande, o Presse aller Parteien ist ihm wohlgesinnt. Er will, wie st« dem Namm ergiebt, Stimmung machen für eine allgemeine Reform beB Wohnungswesens im ganzen Reiche. Er will daS auf on* Grunde eines Reichsgesetzes, da es keinen Sinn hätte, eineso « gemeine Sache erst in 26 Einzellandtagen durchzusprechen unb outor zuberaten; wozu haben wir denn daS Reich'? Er will alle Ver und Korporationen, die ähnliche Tendenzen verfolgen, die evangem« wie die katholtschm Arbeitervereine, die Mieter vereine, die genossenschastm u. s. w. heranziehen, mit ihnen Meinungen lauschen, von ihnen Hilfe empfangen und ihnen HUfe btom. ist der Ansicht, daß Konfession und Partei nicht« mit der P thun habm, daß Protestant wie Katholik, Jude wie Freigl 1* gleicher Weise dafür interessiert sein mflffen, gesunde, dm jwjg; ltchen Anforderungen entsprechende Wohnungen zu billigen v zu hab«. Die Sttüe ei Xen bwdite Wollen- (tuellager. S, wstden ö H. E 711 Sdlkh find, HUT « durch einfach ZM bi cudtt ii, mit, bl gMlen, t: He!« H m I CIO Fi Zu haben lljj fflll Nam INPachti Ne'Z N;:v6 1 fr Neuestek ■ tait vorzüglicher । "§chießwesen Schwarz Br MÄ 1898 Am 1 tolli (piiifi * «ft "Vertreter t ItmenT .-^^Nusbegj D RG.M. N? 67949 Lern-1 Apparat Rattr- 2666 Herd Ofen Kamin (D ö 161 im Stark mit Wasner zu verdünnen,' Ueberall verkäuflich. 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Der Unterricht wird in 5 monatlichen Kursen gegeben, doch sollen, verschiedenen Wünschen entsprechend, auch Schülerinnen monatlich ausgenommen werden. Zur Ausbildung von Handarbeitslehcerinnen findet in diesem Sommer auch wieder ein Kursus statt. Die Schule beginnt Moutag de« 17. April. Aufnahme der Schülerinnen um 9 Uhr. Anmeldungen nimmt entgegen 2806 L, Moeser, Höerleyrerin, Kartenstraße 30. 17. VerbMs-Fchikßcll des Kad. Faudes-Schlihen- Vereins, des Ml;, vvd Miiteirhein. SihShen- Kundrs in Gießen 1899. Vergebung von Bauarbeiten. Die bei Herstellung der Festbauten erforderlichen Bauarbeiten, wie Zimmer-, Dachdecker- und Schlosserarbeiten, sollen, in Lose geteilt, auf den Wege öffentlichen VerdingS vergeben werden und zwar: Los I: umfassend die Festhalle; „ II: „ 2 Eckbierhallen und Gabentcmpel; „ III: ,, Wein-, Kaffee- und Fahrradhalle, sowie Musik- tempel; „ IV: ,, 2 Längsbierhallen; n V: „ 2 Aborte, 2 Tanzböden, Maschinenschuppen und Einfriedigung des Festplatzes; z/ VI: „ Straßenüberbrückung und Eingänge. Die Zeichnungen und die sonstigen erforderlichen Unterlagen liegen auf dem Bureau der Herren Architekten Stein und Meyer Hierselbst, Seltersweg 89, vom 20. d. M. ab zur Einsicht offen. Die Verdingungsanschläge nebst Bedingungen werden gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben bezw. versandt. Die Angebote sind verschloffen, portofrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Mittwoch den 5. April d. I. daselbst einzureichen. — Zuschlagsfrist 8 Tage. Gießen, den 17. März 1899. Der Vorsitzende des Bauaussch«fses. Zimmer 2435 Großh. Brandverficherungsinspektor. WagenvcrKauf in Butzbach. Neue, leichte Laudauer, Mylords, Halbverdecke, mit und ohne Bock, leichte Selbstfahrer, Geschäfts- und Jagdwageu, Amerikauer-Wageu, 4- und 2-rädrig, und Breaks stets vorräthig. An gebrauchten Wagen auf Lager: Ganz leichte Laudauer, Halbverdecke, Pritschenwageu, Dogarte und sog. Lauterbacher Wage», als Neuheit: elastische Zugwageu zu billigen Preisen. 16 Fr. Grauer, Wagenöauer. TMtklI reichhaltigstes Lager in allen Preislagen. Resten. altere Muster zu bedeutend ermäßigten Preisen. Ernst Bloedner, Seltersmrg. 1612 aushaltungsbürstk« u. Kefen. Thürvorlagen, Schwämme. Fensterleder re. Zahn-, Kopf- und Kleiderbnrgen. Seifen und Parfümerien. Toiletteartikel re. A. Welz, Sektersweg 2. Zur Germania. Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich obige Wirthschast übernomU- habe und bestrebt sein werde, dieselbe in solidester Weise zu führen. P gute Speisen und Getränke ist gesorgt. 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(nach auswärt» emschliei- lrch 20 Pfg. für Porto gegen Einsendung von 70 Pfg. in Sriefnunta ebendaselbst bezogen werden. Bewerber wollen Angebote schriftlich postfrei nach Maßgabe dec dingungen, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum LS. April er., vormittags 11 Uhr, bei dem Unterzeichneten einreichcn. Gießen, März 1899. 2778 Der 2ötr*f *3 - Ausschuß Jean Kirch, Vorsitzender. —— Ziehung sehen 11, lü„ 17., 18. und 19. April zu Berlin. * Wohlfahrts-LotterieDeutschen Schutzgebiete G^Geld-Lotterie 16870 Geldgewinne im Betrage von Jit 575 000 100 000 XLooseü^ Porto u. Liste 30 Pf. mehr, empf. u. vers. auch unter Nachnahme, d. General-Debit Lud. Müller fi 06. 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