Wfei , „ ""‘Nt,,: l ' ' ' W ***^ ln9 für die ,nb b" «»Ä£ Ba** .b„ ’gäa* »* ««5 e» 500 Verbindungen 20 10 Derbindun- 15 ' ie • • . . io Überschuhen- ' • ■ ■ 10 W* wird für »oll«' Schrachsgebühr sind fr Hm und sMsiens dl lachen. u"g eint Erhöhung de N ihre Anschlüße zu- mt einmonatiger FH i n Stelle der gesoml^ e hergestellte SBetbinbun: >u zahlen für die Gesprichsverbi' chsverbindiingen wird fit % w. chsche ic. in Den nvfa mb ftiblgt ln - in bm mobcftn iinn franco und vtrr. 101h (k.u.k.Hofl.). Zürich itv-CW-»*? Bkh. Bachacker m.urndäuenu- __ ni, M ®tt ®<100 »«'LN .6t» WT V’* halt®0 1 reine^! lkdslBkÄFPrei^ ! ,1-fOhM UhnlErben) Donnerstag den 2. März 1S99 Pir. 52 Erstes Blatt Alle Anzeigen-BermittlangSstellm deS In- und Ausland«« nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Annahme een Anzeigen zu der nachmittags für den i,(groben La, erscheinenden Nummer bi- norm. 10 Uhr. Redaktion. Expedition und Druckerei: Schmlckraße Ar. 7. Deutscher Reichstag. 44. Sitzung vom 28. Februar. 1 Uhr. Auf der Tagesordnung steht zunächst der schleunige Antrag der Sozialdemokraten auf einstweilige Einstellung eines gegen den Abg. Stadthagen (Soz.) schwebenden Strafverfahrens. Die Geschäftsordnungskommission empfiehlt Annahme des Antrages. Das Haus beschließt, die Angelegenheit nochmals an hie Kommission zurückzuverweisen. Es wird sodann die Beratung des Etats der Zölle und Verbrauchssteuern bei Titel-Zölle fortgesetzt. Abg. Paasche (natl.) verlangt, daß der Bundesrat eudlich einmal seine Erwägungen über Einschränkung der Zvllkredite auf Getreide zum Abschluß bringe, und dem Reichstage auf dieses Verlangen eine definitive Antwort gebe Redner wünscht ferner Zollerleichterungen bezw. Beseitigung von Zollscherereien. Direktor im Reichsschatzamt v. Koerner erklärtem 3er Frage der Zollkredite habe sich der Bundesrat noch nicht schlüssig gemacht. Abg. Graf Klinckowström (kons.) meint, der Bundesrat hätte sich darüber schon lange schlüssig machen können. Redner kommt sodann auf die gestern angeregte Frage betreffs der Zollvergütung auf verschiedenwertige Mehltypen zurück. Schatzsekretär v. Thiel mann entgegnet dem Vorredner, er wisse nichts von einem Versprechen, das bezüglich her Zollkredite im Vorjahre gegeben worden sei. (Ruf rechts: Miquel!). Zurückweisen müsse er auch die Vorwürfe, welche -er Vorredner gegen die Typenermittelung vorgebracht habe. Einwandsfrei könne kein Verfahren sein; man müffe wählen, tvas man für das relativ beste halte. Werde ihm ein gangbarer Weg vorgeschlagen, so werde er gern einer Konferenz zur Prüfung zustimmen. Adrtffe für Depeschen: Anzetger chietz««. Fernsprecher Nr. 51. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirts Mütter für hessische Volkskunde._________________ Amts- und Anzeigeblatt für den Aveis Gieren I ____________________________________________________ - _ —..... Aezugsprel» vierteljährlich 2 Mart 20 Pf^ monatlich 75 Pf», mit Brmgerlohtu Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Erscheint ttgNch mit Ausnahme deS MontagL. Die Gießener MsmlkieuStütter «erden dem Anzeiger »llchmUich viermal beigelegt. Gießener Anzeiger General-Anzeiger Auch der junge Goethe ist in dem Lustspiel „Der Königsleutnant" mit der Altklugheit ausgestattet, wie sie nur Theaterknaben besitzen. Obwohl der frühreife Wolfgang der eigentliche Held ist, vermag uns eine andere Ge- stalt mehr Interesse einzuflößen, der Königsleutnant Graf Thorane, oder wie er in Wirklichkeit hieß: Graf Thoranc. Diese Rolle mit ihrem Gemisch vou Ritterlichkeit und romantischer Schwärmerei, von Soldatentum und Sentimentalität, von Berufspflicht und künstlerischer Vorliebe und endlich mit ihrem Gemisch von deutschen und französische» Brocken war lange der erklärte Liebling reisender Schauspielervirtuosen. Seitdem aber die deutsche mimische Kunst in heilsamere Bahnen eingelenkt und die Vorherrschaft eines kunstwidrigen Virtuosen — oder Startums gestürzt hat, um in der gleichmäßigen Ausbildung des Ensembles, nicht mehr in der überragenden Leistung eines Schauspielers, ihre Hauptaufgabe zu erblicken, ist auch der Graf Thorane mählich in den Hintergrund getreten, und die Zeit wird nicht fern sein, wo er mit thränenerstickter Stimme die Worte: „Adieu pour toujoura“ wirklich zum letzten mol gesprochen hat. Friedrich Haase hat mit dieser Rolle einen seiner nachhaltigsten Triumphe gefeiert. Auch in dem historischen Lustspiel „Zopf und Schwert" begegnet, abgesehen von den geschichtlichen Personen, eine besonders markante Erscheinung der Zeit, die eigentlich in diesem Rahmen nichts zu suchen hat: der Grenadier Konrad Eckhof aus Hamburg, der einst preußische» Werbern in die Hände gefallen war, und der nun zur Strafe für ein Vergehen degradiert und zu den Possenreißern geschickt wird, damit er „die deutsche Nation hinfort mit feine» komödiantischen Spüfien kriminaliter amüsieren soll". Man weiß, daß Konrad Eckhof der Begründer de« deutschen Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Nachdem die Maul- und Klauensenche in Alsfeld erloschen ist, ist die angeordnete Gehöfte- und Gemarkungssperre wieder aufgehoben worden. Gießen, den 27. Februar 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Feuilleton. Karl HußKows „Zopf und Schwert". Von Dr. M. Schilling. Gerade in diesen Tagen, da man die FeierzuFriedrich Spielhagens siebzigstem Geburtstag rüstete und sein Schaffen litterarisch würdigte, hat man Karl Gutzkow Zfter genannt; aber nicht den Dramatiker, der sich heute «och auf dem Repertoire behauptet, wiewohl sein Stern stark im Verbleichen ist, sondern den Romanschreiber Karl Gutzkow, dessen Ruhm die heutige Generation kaum noch kennt. Von Goethes „Wilhelm Meister", dem ersten großen yildungsroman in Deutschland führt der Weg über Jmmer- rianns „Epigonen" direkt zu Gutzkow hin, der in den „Rittern vom Geiste" und im „Zauberer von Rom" die Totalität des Lebens zu erfassen bemüht war. Wir, die i»ir von Meister Spielhagen eine neue Technik des Romans erhalten haben und immer mehr der Novelle zustreben, ver- arögen uns heute nur schwer durch den Wirrwar der Gutzkow'schen Komposition hindurchzuwinden. Wir vermögen kaum noch zu begreifen, was diese neunbändigen Compendren, Sie der Autor später selbst auf vier Bände reduzierte, so beliebt und verbreitet gemacht hat. Wir staunen über diese ungeheure Fülle von Details, über diesen Roman des Nebeneinanders, wie ihn damals Eugöne Sue in Frankreich pflegte, und der in ganz Europa Schule gemacht hat. Wir st aunen nicht zuletzt über Gutzkows ungeheuerlichen Stil, her die unglaublichsten Blüten treibt. Es ist eine überwundene Epoche des Romans, die Gutzkow vertritt. Nur jw leicht urteilt die Nachwelt von ihrer höheren Warte h trab »ngerecht. Al- Erscheinung seiner Zeit war Gutzkow lanqehin maßgebend, obwohl seine praktische Leistungsfähigkeit nicht auf der Höhe des vom „jungen Deutschland" entworfenen Programms stand. Auch der Dramatiker Gutzkow, den unsere Zeit noch besser kennt, ist arg zerzaust worden. Dor dem Tribunal einer strengen Kunstauffassung kommt er sch echt weg, obwohl seine Stücke teilweise großen Erfolg fanden. Sem Cbarakterisierungstaleut, das in seinen Romanen für die Schwächen der Handlung und die lose Verknüpfung der einzelnen Teile entschädigen muß, kommt in den Dramen nur spärlich zum Vorschein. Er zeichnet nicht Eharaktere mit großen Vorzügen und kleinen Fehlern, oder, wie sie das Luitiviel braucht, mit kleinen Vorzügen und großen Fehlern, sondern er schreibt Rollen, abstrakt gedachte Rollen, die auf einen Akkord gestimmt sind. Obenan steht in der langen Reihe seiner dramatischen Schöpfungen „Uriel Acosta"(184b). Lier nimmt seine Sprache bisweilen einen feurigen Schwung an dem das Trauerspiel nicht zum wenigsten seine Wirkung verdankt. Sein Held trägt den Stempel des Märtyrertums, und Gutzkow hat ihn noch besonders verteidigt.: „Wollt doch nur einmal e.wasGroßesiu d-rW-It! Ihr werdet bald finden, daß die Ueberzeugungstreue im großen Stil Phasen hat, die nickt die Phasen einer Stadtverordnetenkonsequenz sind. Aber seine Figuren sprechen nicht aus ihrer Charakteranlage beraus, sie sagen nur, was Gutzkow sagen wollte sie werden zu helltönenden Sprachrohren des Dichters. Die philosophische Weisheit endlich, die dem Knaben Spinoza m den Mund gelegt wird, bewegt sich sehr an der Oberfläche. Gutzkow liebt es, solche Persönlichkeiten elnzufuhren die geneigt sind, dem Drama die geschichtliche oder kulturgeschichtliche Unterlage zu geben. Dadurch wird em bestimmter Zeitabschnitt dem Verständnis der Menge nähergebracht. Abg. G a m p (Rp.) ist der Ansicht, daß eine Aenderung unbedingt geschaffen werden müsse. Auch in Bezug auf die Getreidezollkredite sei die Erklärung des Schatzsekretärs der reine Eiertanz gewesen. Direktor v. Körner entgegnet zunächst, die Errichtung von Freilägern sei gesetzlich festgelegt und die Regierung an diese Bestimmungen gebunden. Des weiteren verbreitet er sich über die Mühlenkonten und Vergütungen auf Mehlexporte. Abg. Ger sten berg er (Centr.) plaidiert für schleunige Regelung der Frage der Zollkredite und MSHlenkonten im Interesse der Kleinmüller und der bäuerlichen Landwirtschaft und für Einführung des Quebrachozolles. Abg. Hahn (b. k. F.) tritt in längeren Ausführungen für Regelung der Zollkreditefrage ein und behauptet betreffs des in dieser Angelegenheit gegebenen Versprechens, daß Herr v. Miquel es gewesen sei, der im Herrenhause dies Versprechen gemacht habe. In allen solchen Fragen, wo es sich um den Gegensatz zwischen Großbetrieb und Kleinbetrieb handle, habe die Regierung nur die Sozialdemokratie und Freisinnigen auf ihrer Seite. Es sei jedenfalls höchste Zeit, daß in dieser Angelegenheit etwas geschehe seitens der Regierung, sei es nun durch die gegenwärtigen Männer oder durch andere. Abg. Möller (nl.) vertritt entschieden das Verlangen des Abg. Paasche, den Exportfabriken im Inland möglichst ohne lästige Zollscherereien dieselben Zollvergünstigungen zu gewähren, wie den Fabriken in den Freilägern. Inzwischen ist eine Resolution v. Kar dorff (Rp.) ein- gegangen, den Reichskanzlei um eine anderweite Regelung (durch Regulativ) der Zollvergütungen auf Mehl zu ersuchen. Abg. Br oemel (frs. Vg.) meint, die Erschwerung des Mehlexports für die Großmüllereien würde eine offenbare Schädigung der Gesamtmüllerei zur Folge haben. Einer Aenderung des Regulativs könne er nur dann zustimmen, wenn das Rendement überhaupt etwas niedriger gegriffen werde. Was die Zollkredite anlange, so solle man doch nicht vergessen, daß gerade bei ihrer Einführung nur eine verständige Rücksichtnahme auf die Jntereffen des Handels mit» gesprochen habe. Abg. Dr. Roesicke (Bd. d. Laudw.) tritt für einen Quebrachozoll ein und beklagt sodann, daß der Schatzsekretär so ernste Fragen so ironisch behandle. Der Titel Zölle und der Titel Branntweinsteuer wird genehmigt. Bei dem Titel „Zuckersteuer" erklärt Schatzsekretär v Thiel mann, die Regierung sei bestrebt, die Verwendung denaturierten Zuckers als Viehfutter zu fördern. Im Gesundheitsamt seien Versuche angestellt worden, um ein geeignetes Denaturierungsmittel zu finden. Abg. v. Staudy (kons.) wünscht Herabsetzung der Konsumsteuer. Die Hauptschuld an der jetzigen bedenklichen Lage trage jedenfalls der Abg. Paasche als Vater des bestehenden Zuckersteuergesetzes. (Rufe links: Sehr richtig.) Abg. Wurm (Soz.) pflichtet dem Vorredner durchaus bet Nach weiterer kurzer Debatte wird der Titel genehmigt, desgleichen der Titel Salz steuer. Sodann vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung morgen 1 Uhr. Tagesordnung -Fortsetzung der Etatsberatung. Schluß 6i/. Uhr. Deutsches Reich. Berlin, 28. Februar. Beim Landwirtschaftsminister Freiherrn v. Hammer st ein findet heute abend aus Anlaß der Tagung des Landes-Oekonomie-Kollegmms ein Diner statt, an welchem auch der Kaiser teilnehmen wird. Berlin, 28. Februar. Die „Berliner Korrespondenz" schreibt: Die „Freisinnige Zeitung" und die „Münchener Neuesten Nachrichten" enthalten Erörterungen und Meldungen, welche den Eindruck zu erwecken geeignet sind, al« beständen Gegensätze zwischen einzelnen Ressortministern und dem Präsidenten des preußischen Staatsministeriums. Alle diese Mitteilungen entbehren jeder thatsächlichen Unterlage. Berlin, 28. Februar. Der Vorstand des Vereins bet Berliner Getreide- und Produkten-Händler teilt mit, daß erneute Verhandlungen zwischen der Regierung und de» Vertretern des Vereins über die Wiederherstellung einer Produktenbörse stattfinden. Die Einzelheiten entziehen sich vorläufig noch der Oeffentlichkeit, doch scheint eine Verständigung nicht ausgeschlossen zu sein. — Allerhöchste Ordre. Das„MarineverordnungS- blatt" bringt folgende die Seekadetten und Schiffsjungen betreffende Allerhöchste Ordre zur Kenntnis: „Ich bestimme bezüglich der durch das Flottengesetz bedingten und mit allen Mitteln durchzuführenden Flotten- vermehrungen nach Ihrem Vortrage hiermit folgendes: 1) Bis auf weiteres sind jährlich bis zu 200 Seekadette» und bis zu 800 Schiffsjungen einzustellen. Zur ersten Ausbildung dieses Personals sind 5 große Schulschiffe vorzusehen. 2) Die Ergänzung des Seeoffizierkorps ist bis auf weiteres in folgender Weise zu ändern: a. Die in § 5 der betreffenden Bestimmungen gesetzten. Altersgrenzen kommen in Fortfall, es bleibt jedoch der zuständigen Stelle überlassen, junge Leute von zu hohem Alter zurückzuweisen. b. Die Forderung der Geldzulage ist auf die Dienstzeit bis zur Beförderung zum Oberleutnant zur See zu beschränken. c. Die Ausbildung des Offizierersatzes ist während des ersten Dienstjahres wie bisher auf Schulschiffen durchzuführen. Nach Ablauf des Ausbildungsjahres auf Schulschiffen sollen die Seekadetten einer Prüfung unterzogen werden, nach deren Bestehen sie zu Fähnrichen zur See zu befördern und für ein Jahr auf die Marineschule zu kommandieren sind. Daran soll sich während eines weiteren halben Jahres die Ausbildung in Spezialkursen für Artillerie, Torpedowesen und Jnfanteriedienst anschließen. Die Hauptprüfung zum Offizier ist am Schluffe der Marineschule abzuhalten und durch Prüfungen nach den einzelnen darauf folgenden Spezialkursen zu vervollständigen. d. Die Anforderungen für die abzulegenden Prüfungen find unter Weglassung des nicht mehr zeitgemäßen Stoffes dem vorstehenden Ausbildungsgange anzupassen. e. Die Takelage der Schulschiffe ist soweit zu beseitigen, als mit Rücksicht auf die Sicherheit der Schiffe angängig erscheint. f. Die Fähnriche zur See sind nach Erledigung der Spezialkurse und Bestehen der Offiziersprüfung für zwei Jahre an Bord zu kommandieren. Nach Ablauf des ersten Jahres sind die geeigneten Fähnriche zur See für die Beförderung zum Leutnant zur See vorzuschlagen. 3) Von der Einrichtung einer Vorbereitungsschule für Seekadetten-Aspiranten ist abzusehen. 4) Gestattet die vermehrte Schjffsjungeneinstellung nicht mehr, beide Jahrgänge wie bisher gleichzeitig auf den Schulschiffen unterzubringen, so soll die erforderliche Anzahl Jungen des älteren Jahrganges unter besonderer Berücksichtigung der körperlich und in Bezug auf dienstliche Leistungen am 'meisten fortgeschrittenen, unter Beförderung zu Leichtmatrosen auch auf andere Schiffe verteilt werden. Die Beförderung der Jungen und Leichtmatrosen zu Matrosen soll nach einer Gesamtdienstzeit von zwei Jahren erfolgen. 5) Um die Z»hl der Geschützführer, 8. L- und M.W.= Schützen zu vermehren und diese artilleristischen Spezialisten der Marine möglichst lange zu erhalten, sind bei den Matrosendivisionen vom 1. April 1899 vorzugsweise Fünf- und Sechsjährigfreiwillige neben den übrigen Freiwilligen einzustellen. Auf die Fünf- und Sechsjährigfreiwilligen sollen sinngemäß die für die Vierjährigfreiwilligen geltenden Bestimmungen Anwendung finden. 6) Mir sind Vorschläge zu unterbreiten, wonach dem gegenwärtig aus dem Heizerpersonal hervorgegangenen Feuermeisterpersonal die Verwendung im Maschinendienste und die Beförderung zu Maschinisten und Obermaschinisten zugänglich gemacht wird. 7) Sie haben die durch die vorstehenden Anordnungen berührten Dienstvorschriften neu aufzustellen und mir baldigst zur Genehmigung vorzulegen. Berlin, Schloß, den 20. Februar 1899. Wilhelm. In Vertretung des Reichskanzlers: Tirpitz. An den Reichskanzler (Reichs-Marine-Amt)." — Zur Bestätigungsfrage des Berliner Bürgermeisters schreibt die „Freisinnige Ztg.": Der Reichskanzler hat in der Audienz beim Kaiser am Mittwoch die Bestätigung des Bürgermeisters Kirschner zur Sprache gebracht und dadurch bekundet, daß die Autorität des Ministers Freiherrn v. d. Recke nicht ausreichend ist, um Schauspielerstandes geworden ist. So ist durch diese Episode geschickt ein Zeitmoment festgehalten. Das Lustspiel entstand im Frühjahr 1843; „in dem kleinen Hausgärtchen am Hotel Reichmann zu Mailand, auf dessen Oleanderbüsche, Springquellen und Sandsteinamoretten hinaus ein Zimmer führt, wo vier Wochen lang die ersten vier Akte dieser Arbeit reiften. Am Comersee folgte der fünfte". Nichts ist mir für Gutzkow bezeichnender gewesen, als daß er, ein geborener Berliner, in diesen „nur die Gesetze des Ideals weckenden Umgebungen" einen nüchternen Stoff aus einer nüchternen Zeit, einen Stoff, der im märkischen Sand angesiedelt ist, bearbeitet hat. So völlig unlyrische Dichter gehören, der Muse sei Dank, zu den Seltenheiten. Ihm fehlt nicht nur das Vermögen, selbst eine lyrische Stimmung hervorzubringen, sondern er ist auch für den Zauber der lyrischen Stimmung unempfänglich. Einen unpoetischeren Kopf als Gutzkow hat unsere Litteratur kaum aufzuweisen. Er ist aber durch und durch Verstandesmensch, dem das gebricht, was den Künstler in letzter Linie ausmacht, die Fähigkeit, einen Moment zu erschöpfen, die Kunst aus dem Quickborn der Natur erfrischt hervorgehen zu lassen. Unkünstlerisch obschon bühnenwirksam, bleibt auch sein Lustspiel „Zopf und Schwert", das einen ähnlichen Familienkonflikt behandelt, wie ihn Goethe in dem ersten Buch von „Dichtung und Wahrheit" darstellt. Die Jntriguen am Hofe des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelms I. drehen sich um die Vermählung der Prinzessin Wilhelmine, der geistvollen Memoirenschreiberin, die zuerst ein Spielball in der Hand ihrer Eltern ist, die aber schließlich doch die Stimme des Herzens sprechen lassen darf. Der Erbprinz von Bayreuth, ein Freund des Kronprinzen, kommt, sieht und siegt, er schafft alle Jntriguen aus der Welt und schlägt die begünstigten Rivalen durch sein fascinierendes Wesen aus dem Felde. Das wird ihm um so leichter, weil man diese Jntriguen nicht allzu ernst nehmen darf. Dieser König, dessen weise Sparsamkeit in Knauserei, dessen Aufrichtigkeit in lakaienmäßigc Grobheit verzerrt ist, redet Dinge, die man nicht ernst nehmen darf, weil er sie selbst nicht ernst meint. Das grenzt natürlich an die Karikatur, und kein Histrione kann diesen Zwiespalt verdecken, der zuletzt in die Worte gefaßt wird: „Er wollte mit seinem Schwert wohl König, aber mit seinem Zopf im Staat nur der erste Bürger fein'" die Ansicht des Staatsministeriums, welches bekanntlich die Bestätigung befürwortet, entsprechend zum Ausdruck zu bringen. Ausland. Paris. 28. Februar, lieber das monarchistische Komplott sind die verschiedensten Gerüchte verbreitet. So heißt es, daß Buffet, der Vertrauensmann des Herzogs von Orleans ebenfalls von dem Plane Deroulödes gewußt habe. Vor dem Untersuchungsrichter erklärte er, Deroulöde habe mit seiner tölpelhaften Ueberstürzung alle Pläne der Orleanisten zu schänden gemacht. Man hätte mit dem Putsch warten müssen, bis ein orleanistischer General das Portefeuille des Kriegsministers übernommen hätte. Paris, 28. Februar. Bei den bisher vorgenommenen Haussuchungen wurde auch eine Liste von Personen beschlagnahmt, welche, wenn der Staatsstreich gelungen wäre, als Beamte eingestellt werden sollten. Ebenso wurde eine orleanistische Fahne aufgefunden. Paris, 28. Februar. Obgleich bei den Orleans die Vorsicht als der beffere Theil der Tapferkeit angesehen wird, geht doch, mehreren radikalen Blättern zufolge, aus beschlagnahmten Papieren unzweideutig das Bestehen einer orlea- nistischen Verschwörung hervor. Gewisse auswärtige Souveräne hätten Geld dafür hergegeben. Bei den Haussuchungen in den Räumen des royalistischen Ausschusses wurden auch Bildnisse des Herzogs von Orleans und eine von Lilien gekrönte Trikolore beschlagnahmt. Anderweitigen Darstellungen zufolge erhellt indes der Operettencharakter der orleanistischen Umtriebe aus den aufgefundenen Listen der Anwärter für amtliche Anstellungen. Junge Lebemänner wurden im ungedruckten Amtsblatte als Präfekten und Gerichtsräte bezeichnet. Bis zu den Feldhütern hinunter haben sich Stellenjäger vormerken lassen. Zur Verwirklichung dieses TraumeG fehlte nach Aussage der orleanistischeu Vertrauensmänner nur eine Kleinigkeit, ein aktiver General X. Diesen wollte man zuerst regelrecht zum republikanischen Kriegsminister machen lassen und, einmal im Amte, sollte er die ganze Maschine in Gang setzen. Diesen Prachtplan habe Döroulödes Streich verdorben. — Was die Regierung zu unternehmen gedenkt, ist vorläufig noch ungewiß. Viel hängt von der heutigen ersten Vernehmung Döroul^des vor dem Untersuchungsrichter ab. — Der Senat beschäftigte sich am Montag mit der von der Deputiertenkammer schon angenommenen Vorlage über die Abänderung des Revisionsverfahrens. Obgleich mehrere Redner sich sehr entschieden dagegen aussprachen, ist an der Entscheidung im Sinne der Annahme des Gesetzes wohl schwerlich etwas zu ändern. London, 28. Februar. Aufsehen erregt in verschiedenen Kreisen eine Korrespondenz eines Dubliner Blattes, worin die Aufmerksamkeit der leitenden Marinekreise auf die That- sache gelenkt wird, daß der Hafen von Biserta und die ganze tunesische Küste seit Beginn der Faschoda-Angelegen- heit bedeutende Truppen-Verstärkungen erhalten hat. Während der Faschoda-Affaire betrug die Stärke der Besatzung von Biserta nur 500 Mann, sodaß damals ein Handstreich Englands gegen diesen Kriegshafen ein leichtes gewesen wäre. Heute aber seien in Tunesien über 30000 Mann Truppen konzentriert, welche jeden Angriff Englands unmöglich machen würden. — Die Gemahlin des neuen Vizekönigs von Indien, Lady Curzon, hat die indische Presse im Sturme erobert Das bedeutendste indische Blatt in Bengalen, der „Bangabasi" erklärt, daß Rati, Saraswati und andere Göttinnen im Hindu-Pantheon ihr Haupt in Gegenwart Lady Curzons verbergen müssen. „Die letztere ist ein in Gold gefaßter Diamant oder der Vollmond an einem kleinen herbstlichen Himmel. Ihre Hautfarbe ist wie geschmolzenes Gold, das weiße hat schon einen Anflug von rot in diesem Lande angenommen. Ihre Zähne sehen wie Perlen aus. Ihre Taille ist herrlich schlank. Ihr Rabenhaar im Gegensatz zu ihrem Teint läßt sie wie das Bild Saraswatis erscheinen. Ihr wohlgebildeter Kopf mit seinem schwarzen Haar ruht schon auf einem Schwanenhalse. Ihre Augen sind nicht dunkel, noch haben sie einen Anflug von rot. Ihre Farbe ist vielmehr purpurn. Stets ruhelos, strahlen sie von Intelligenz. Lady Curzon vereinigt in ihrer Person alle Zeichen der Wohlfahrt. Ihre Stirne ist klein und eng, ihr Hals wie der eines Schwanes und ihre Stimme ähnelt der des Kuckucks". Lokales und Provinzielles. Gießen, den 1. März 1899. * * Prüfung. Einundzwanzig Schüler der Ober- Prima vom Realgymnasium unterzogen sich gestern, 28. Februar, der Reifeprüfung unter Vorsitz des Herrn Oberschulrats Dettweiler. 11 Schüler konnten auf Grund tüchtiger Leistungen und guten Ausfalls der schriftlichen Arbeiten von der mündlichen Prüfung dispensiert werden. Die anderen 10, die sich der mündlichen Prüfung unterzogen, bestanden sämtlich. * * Parlamentarisches. Der Finanzausschuß der zweiten Kammer der Landstände hielt gestern in Gemeinschaft mit Vertretern Großherzoglicher Regierung eine Sitzung im Ständehaus zu Darmstadt ab, in welcher einzelne Differenzpunkte zwischen Regierung und Ausschuß einer Besprechung unterzogen wurden. Zu gleicher Zeit tagte der vierte Ausschuß und erstattete über 9 Anträge bezw. Vorstellungen Bericht. • * Sektion Gießen des Deutschen und Oesterreichischeu Alpenvereins. Wir machen an dieser Stelle darauf aufmerksam, daß es der Leitung der Sektion Gießen des Deutschen und Oesterreichischeu Alpenvereins gelungen ist, sowohl ihren Mitgliedern, als auch Freunden der GebirgS- welt morgen (Donnerstag) abend einen höchst interessanten, durch farbige Lichtbilder erläuterten Vortrag über das eigenartige Bergland „Siebenbürgen" bieten zu können. Der Vortrag findet im Vereinslokale (Cafö Ebel, oberer Saal) statt, und können Gäste zu demselben eingeführt werden (siehe Inserat). — Der am verflossenen Sonntag seitens der Sektion veranstaltete Ausflug auf den großen Feldberg vereinigte 18 Mitglieder und Gäste, welche bet dem herrlichen Winterwetter eine höchst genußreiche Wanderung hatten. Auf der Höhe des Feldberges war es so warm, daß man im Freien saß. • • Stadttheater. In der gestrigen, 15. Volksvorstellung gelangte bei übervollem Hause und flotten! Spiel das vier- aktige Karlweis'sche Volksstück „Das grobe Hemd- wirkungsvoll zur Darstellung. Stadttheater. „Fuhrmann Henschel", Gerhart Hauptmanns überall von sensationellem Erfolge begleitetes neues Schauspiel, wird hier am kommenden Freitag mit Herrn Hosschauspieler Hermann Leffler vom Wiesbadener Hoftheater in der Titelrolle zur Aufführung gelangen. • • Polizeibericht. Als vorgestern nacht gegen s/42 Uhr ein Schutzmann in einem hiesigen besseren Lokale ordnungs- mäßig Feierabend gebot, wurde er von einem Studenten aus Bayern in höchst ungeziemender Weise bewillkommnet. Da der Studio im Widersprach mit seinem Namen kein Aufhören fand, war Anklage wegen Beamtenbeleidtguug die Folge seiner Beredsamkeit. — Ein Fechtbruder, welcher sich taubstumm stellte, entwendete gestern in der Frankfurterstraße aus einer Wohnung, wo er bettelte, eine Uhr mit Kette. Derselbe wurde festgenommen und fand sich die gestohlene Uhr und Kette in seinem Besitz vor. th. Alsfeld, 28. Februar. Der Ausschuß der landw. Provinzialvereins, welcher am 20. d. Mts. im Hotel zum Prinzen Carl in Gießen eine Sitzung abgehalten hat, faßte eine Anzahl Beschlüsse, die ein weitergehendes Interesse, besonders für die landwirtschaftliche Bevölkerung in Anspruch nehmen dürften. Nachdem zunächst über 200 neue Mitglieder ausgenommen worden waren, wurde nochmals über die Frage wegen Besetzung der Stelle eines Tier-Zuchtinspektors verhandelt. Der Ausschuß hatte diese Stelle Herrn Oekonvmierat Leith i ger angeboten, der aber dieselbe nur anzunehmen sich bereit erklärte, wen» seine Pensions- und Wittwenkasseverhältnisse vom Staate geregelt würden. Nachdem der anwesende Vertreter der Großh. Regierung das Entgegenkommen der letzteren in Aussicht gestellt hatte, wurde beschlossen, Herrn Leithiger als Tierzuchtinspektor anzustellen und bezüglich der PensionS- Verhältniffe bei der Großh. Regierung die nötigen Schritte zu thun. Bei Punkt 3 der Tagesordnung: Die Errichtung von Jungviehweiden, Tummelplätzen und die Hebung des Futterbaues wurde beschlossen, noch in diesem Jahre eine Jungviehweide im sogenannten Tiergarten bei Hungen ein- zurichten und zu eröffnen. Die nötigen Mittel wurden verwilligt und ist daher noch in diesem Jahre den Besitzern von Herdbuchtieren Gelegenheit gegeben, ihr Jungvieh auf die Weide zu bringen. Für die Errichtung von Tummelplätzen in einzelnen Gemeinden wurden 3000 Mk. mit der Bestimmung zur Verfügung gestellt, daß Gemeinden, welche solche Einrichtungen treffen wollen, durch Vermittelung der betr. Bezirkszuchtvereine, nach Einreichung eines Voranschlags, bis zu 200 Mk. als Zuschuß erhalten sollen. Zur Hebung des Futterbaues erhielten die landw. Bezirksvereine Schotten und Lauterbach je 500 Mk., Alsfeld und Büdingen je 100 Mk. mit der Bestimmung überwiesen, daß diese Beträge zur Bezahlung der Fracht bei Bezug von künstlichen Düngemitteln für Wiesen und Weiden verwendet werden sollen. Weiter wurde beschlossen, auf Kosten des Vereins bei Kühen, welche im letzten Jahre auf den Tierschauen erste und zweite Preise erhalten hatten, Probemelken durchzuführen. Eine sehr eingehende Diskussion knüpfte sich an die Frage wegen Errichtung einer Molkereischule für die Provinz. Nachdem sich aber der Ausschuß in einer früheren Sitzung dahin entschieden hatte, die Schule im Anschluß an die Molkerei Lauterbach und zwar für weibliches Personal zu errichten, wurden das Statut für die betr. Schule, Lehrplan, Voranschlag und Vertrag mit der fraglichen Genossenschaft beraten und sodann genehmigt. Es steht somit die Eröffnung der fragt Schule noch für das Sommersemester in Lauterbach in Aussicht. Ein Gesuch des Zuchtvereins Lauterbach um Unterstützung bei Errichtung früherer Bullenstationen, wurde abgelehnt. Beschlossen wurde ferner noch, im März d. Js. für acht Bullenstationen, die im vorigen Herbst nicht mit Bullen besetzt werden konnten, die nötigen Zuchttiere in der Schweiz ankaufen zu lassen. Den Geflügelzuchtvereinen Gießen und Friedberg wurden zu Prämienzwecken je 50 Mk. für Ge- flügelausstellungen verwilligt.____________________ _ Aus der Zeit für die Zeit. Vor 38 Jahren, am 2. März 1861, wurde in Rußland die Leibeigenschaft aufgehoben, jenes unwürdige Verhältnis, in welchem der Unterworfene seinen Wohnsitz nicht verlassen, sich ohne Erlaubnis seines Herrn nicht verheiraten durfte und unter seinem körperlichen Züchtigungsrecht stand. Durch diese befreiende That Kaiser Alexander II. wurden 23 Millionen Menschen der Freiheit zurückgegeben._______ Univerfttäts Nachrichten. — Berlin. In die Jurissenfakattät ist für das durch die Berufung des Prof. Crome nach Bonn (als Nachfolger drs oa- storbenen Prof. Baron) frei werdende Extraordinariat für bcuifd)/ z m otbnuno «nem ©tubent«, ’M' Mifflomme! 'einem Namen t« kamtenbeleidigung k ^tbrubcr, welch n ’n Franksurlki stelle, eine Uhr t unb fand sich die« vor. 6rIaubrrnerli^n^ feine"? W^at AB bestes d?r 5^ achE, d..»l frZs^ Coupon® Ausschuß der land», v 20. d. Mts. in ne Sitzung abgehalt» e ein weitergehendki östliche Vcvölkeninz l zunächst über 200 waren, wurde noch ig der Stelle eines MM diese gn bi weit erklärst, ter hältnisie non^iw wesende Vertreln W imen der letztem » sien, Hem Leilhign bezüglich der Ptnsiml- !g die nötigen Schritte mung: Die Errichtung und die Hebung bd in diesem Jahre eint [arten bei Hungen ein itigin Mittel wuck- ji Oaljre den Besitzen -n, ty: tfuijgiübw j)tung "oon TerrM >x\ zM W. mit bei Gemeinden, welch )urch Vermittelung der eichung eines Voroi erhalten sollen. P landw. BeDvereuie Alsfeld und Wch" überwiesen, daß bei Bezug m md Weiden W«, a“f *s„ Khr- «ib"1' M> P-°b? " SK5’ fette Ü&S! ■55$ 2'A1 Mi f , I» öcrbft. " -O?- Eingesandt. Gieße«, 1. Mir- 1899. «16 Pd. Lanqmann« ,Bartel Tnraser^ oor einiger 3 it im tzicstren Ib^ateroeretn m t du O)i4) agcc>onem E folge zur «uffayrung fldenßtr, wurde, wenn wer nickt irren, in der -Oorrb'ssischen Lanbe«: »ettuna" der Direktion der Wunsch nahegelegt, dteirs au-gezricknete Werk der Allgemeinheit durck Aufführung in einer Volk Soor ',l'ffh'SK Änn« unterer B°bne He d°ch fonft «dB nack Möglichkeit den Wünschen detz Pubt'kumS zu entsprechen hid)t, aus diese Angelegenbetr n'ckt zurück Kommen «ft. Wir können daher nickt umhin, h ermit die B tte m Wiederholung von »Bartet Luraier-, und zwar möglichst -1« Bo ksvo ttellung mit nummerierten Petzen im JUeresse deS hiesigen Publikum« nochmals zu verlaut baren. Mehrere fleißige Theaterbesucher. Wöchentliche Ueberstcht der Todesfälle in Gießm. 8. Woche. Born 19. Februar bis 25. F bruar 1899. ^Einwohnerzahl: angenommen zu 24 100 (incl. 1600 Mann Militär) Sterbltchkettsziffer: 25 89, nach Ädzug der OrlSiremden17,26-/«. SS starben in: Zusammen: Erwachsene: im ö0”, 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr Lungenschwindsucht Lungen em zündung 1 (1) 1 (1) 1 (1) 1 (1) — — Jofluei-za 1 — 1 Lunge, katar,h 1 1 — — LungenerweUerung 2 2 — Herzfehler 1 (1) 1 (1) — — Nierenentzündung 1 1 — — Itrebfi 1 1 — G htrnbautentzünd. 1 — — 1 Krämpfen 1 — 1 — DiphtherttiS 1 (1) — — 1 (1) Summa: 12 (4) 8 (3) 2 2 (1) Anm. Die in Klammern ges tzten Z ffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Kiankhett auf von auswärts nach Stehen gebrachte Krank, kommen. Neueste Meldungen. Depeschen deS Bureau .Herold". Berlin, 1. Mürz. In den Räumen der „Staatsbürger- Zeitung" nahm die Polizei auf staatsanwaltliche Verfügung gestern nachmittag eine Haussuchung vor. Den Anlaß , dazu gab die Nummer vom 9. Februar, welche die bekannte Rede des Grafen Pückler enthielt. Die Beschlagnahme der noch vorhandenen Exemplare erfolgte auf Grund des § 130 des Strafgesetzbuchs. Auch alle öffentlichen Lokale Berlins wurden einer Haussuchung nach der „Staatsbürger-Zeitung" unterworfen. Bromberg, 1. März. Zu der Erklärung des Staatssekretärs v. Bülow im Reichstag wegen des Verhaltens des deutschen Konsuls in Prag schreibt die ,,Ostdeutsche Rundschau": Es scheint, daß weder Bülow noch der deutsche Konsul die Verhältnisse in Prag kennen; denn sonst hätten sie wissen müssen, daß der betr. Ball eine Art Siegesfest über das Deutschtum in Prag bildet, und der deutsche Konsul vom Festkomitee nur deshalb geladen wurde, damit er dem tschechischen Publikum eine ähnliche Freude bereite, wie sie die Römer empfanden, wenn sie in Anwesenheit germanischer Gesandten einen Sieg über die Germanen feierten. Hannover, 1. März. Infolge der Untersuchung gegen die früher verhafteten 24, des Anarchismus verdächtigten Personen ist gegen die Schlosser Richmüller und Müller sowie die Maler Burkhardt und Sievert jetzt Anklage wegen Geheimbündelei auf Grund des § 128 nnd 129 des Strafgesetzbuches erhoben. Wien, 1. März. In der heutigen Gemeinderatssitzung befragte die liberale Opposition den Bürgermeister wegen der Maßregelung der „Neuen Freien Presse". Lueger erwiderte, er stimme dem bezüglichen Beschluß des Stadtrates aus vollem Herzen zu. Pilsen, 1. März. Der 73 jährige Diener der deutschen Realschule, Stadler, wurde auf offener Straße, weil er deutsch gesprochen, von tschechischen Burschen überfallen, schwer mißhandelt und nur durch das Hinzukommen von Soldaten vor dem Erschlagen gerettet. Rom, 1. März. Im Verlaufe des gestrigen Abends hat sich der Zu st and des erkrankten Papstes Der# schlimmert. Besonders bedenklich erscheint bei dem hohen Alter des Papstes, daß auch Schmerzen in der Lunge sich eingestellt haben. Auch sind heftige Darmbeschwerden vorhanden. Das Fieber betrug abends 381/, Grad. Um Mitternacht bekam der Papst Schlaf. Die Vertreter der katholischen Mächte erkundigten sich am Abend offiziell nach dem Befinden des Papstes. Im Vatikan herrscht große Aufregung. Niemand wird mehr aus- noch eingelassen. In einer Konsultation des Leibarztes l>r. Lapponi mit dem Kliniker Mazzoni bestätigte letzterer die Diagnose LapponiS. Paris, 1. März. Präsident Loubet wird morgen in das Elysee eingeführt. Bei seiner Ankunft^wird er von den dicnstthuenden Offizieren empfangen werden. Es werden ihm militärische Ehren erwiesen. Loubet wird sich in denselben Gemächern einrichten, die Faure bewohnte und wird erst später Veränderungen vornehmen. Paris, 1. März. Beanrepaire hat Beranger wegen seiner Angriffe im Senat gefordert, dieser hat jedoch den Waffengang energisch zurückgewiesen. Charleroi, 1. März. Der Generalrat der Grubenarbeiter im hiesigen Kohlenrevier hat in der gestrigen Versammlung den Vorschlag, den Führer Van der Velde zu gunsten des Anarchisten Mvinau zu demissionieren, abgelehnt. Loudon, l.März. Der Herzog von Orleans wird anfang März hier erwartet. Wie es heißt, wird sich derselbe zeitweise hier niederlassen, um zahlreiche Zusammenkünfte mit feinen Anhängern zu haben. Madrid, 1. März. Die mit großer Spannung er- wartete Abstimmung im Senat über die Abtretung der Philippinen hat gestern stattgefunden und ist zu gunsten der Negierung ausgefallen, doch flößt die geringe Mehrheit von 3 Stimmen für die Zukunft Bedenken ein. Bei Todesfällen übernimmt die Buohdruckerei des Giessener Anzeigers, Schulstrasse 7, die schnellste Anfertigung von Trauer* briefen und Danksagungakarten, welche auf Wunsch couvertirt geliefert werden. KckMNtlNllMM 1896] Die am 1. April 1899 fälligen Coupons unserer Pfandbriefe werden bereits vom 15. März er. ab an unseren Kaffen in Neustrelitz und Berlin, sowie an den bekannten Zahlstellen kostenlos eingelöst. Mecklenburg-Strelitzsche Aypothekellbaokl. (ihnpfi’hliiimcn SM. Schlachthaus. Freibank. 1856 Heute und morgen: Mensttilch 54 Plg. Karim and ZchcUfischk frifcb im Rebstock. 836 Heute frische Schellfische, »ablia«, Zander, Schollen, Fluß# hechte, lebende Karpfen, Schleie, Forellen eingetroffen. 310 Prompter Versandt nach auswärts. I. W. Schulhof, Kolonialwaren- und Delikatessengeschäft. Vorzügliches Sauerkraut, Salz- und Essiggurken, Preiselbeeren, marinirte Heringe, Bismarck-Heringe, la. Berliner Rollmöpse, la. russ. Sardinen, Sardinen in Oel, ila.Sardellen,Kaviar etc. billigst zu haben bei 1447 A. & 6. Wallenfels, Markt 21. Telephon 46. Für die Küche! Dr. Oetkers Backpulver, Dr. Oetkerö Vanille-Zucker, Dr. Oetkers Pudding-Pulver * 10 Pfg. Millionenfach bewährte Rezepte gratis von Gebrüder Adami. Venner & Krumm. A. A G. Wallenfels. H Arnold II. 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Wilh.Kohlermann, Neustadt 15. 1894] Für mein Drogen-, Che/nikalien- und Fabrikations-Geschäft suche ick per bald ein gewandtes Bürschchen vom Lande, 14 bis 15 Jahre alt, als zweiten Haus- burschen. W. Kilbinger, __________________Löwen-Drogerie. 1867] Ein braver Junge als Lehrling gesucht. Schmidt, Glaser, Kanzleiberg. Für unser neu zu errichtendes Kaufhaus suchen wir per I. April mehrere tüchtige Verkäuferinnen, mehrere Lehrmädchen, einen älteren Hausdiener. Persönliche Vorstellung erbitten Donnerstag mittag von I bis 3 Uhr Hotel Prinz Carl. 1932 & Co. 1884] Ein braves Mädchen für einige Stunden vormittags zu Anfang März gesucht. Näheres Moltkestraße 6. Süddeutsche Feuerversicherungs-Bank in München. Wir machen hierdurch bekannt, daß wir, nachdem Herr Georg Unverzagt in Gießen unsere Vertretung niederlegte, dies.elbe den Herren F. W. Schmalenbach, MMch 10, A. Fröhlich, Goetheßraße 29, und Wilhelm Attig, Stkphanstraße 11, übertragen haben und empfehlen sich die vorgenanntn Herren Vertreter unserer Bank zum Abschluß von Versicherungen gegen Feuer-, Blitz- und Explosionsschäden jeder Art zu angemessenen Prämien. München, Ende Februar 1899. 1886 SiWenW FkUttmsuherllngs-KM. tfcimm fliehe Clhruehsaehen Specialität: Specialität: Briefpapiere Briefumschläge für den kaufmännischen Bedarf liefert rasch und billig die ißrühl’sche üm'i).■ 2)rueAerei, (Bietsch Arbeit) 7 Schulstr (um 7. 1876] Gesuckt nach aufwärts für An-, fang April tüchtiges Mädchen zu zwei Personen. Angenehme Stellung, guter Lohn. Näheres Ludwigsplatz 6 Hl. Für ein junges Mädchen aus anständiger Familie, mit guten Scbul- kenntnissen wird passende Stelle oder Beschäftigung gesucht. — Offerten unter A. Z. 0657 an die Expedition d. BlatteS. Slt'lltil-Geüichf Für einen von der Realschule abgehenden Jungen wird eine Lehrlingsstelle gesucht, am liebsten auf dem Kontor einer Kolonialwarenhandlung en groß oder Zigarrenfabrik. Offerten unter Nr. 1868 abzugeben an die Erpedition dieses Blattes- Du verkaufen 1735] Em gut erhaltenes Tafelklavier (Schiedmeyer) wird preiswert abgegeben. Zu erfragen bei der Expedition d. Bl. Mist abzugeben. 1881 Puth, Marburgerstraße 24. 1845] Eine guterhaltene Schmetter- lingssammluug mit Schrank (24 Kasten) zu verkaufen. 1845 Näheres in der Expedition d. BlatteS. Verloren 125 Mark von einem Knecht am Viehmarkt verlöre». Der ehrliche Finder wird gebeten, die Summe gegen hohe Belohnung in der Expedition dieses Blattes abzugeben. g«i 0659] Goldene Uhr auf dem Ludwigplatz verloren. Abzugeben gegen Belohnung Ludwigstrasse 18. Vereine Sektion Giessen. D. Oe. a. v. Donnerstag den 2. März,abds.8V,Uhr: 5. Vereinsabeud r Sieöenöürgen in Lichtbildern dargestellt, im Bereinslokal (Cafs Ebel). Gäste sind willkommen. 1841 Todes-Anzeige. Hiermit erfüllen wir die schmerzliche Pflicht, Freunden und Bekannten mitzuteilen, dass heute mittag 12 Uhr unsere gute Mutter Frau Jeanette Rosenthal im Alter von 55 Jahren nach nur kurzer Krankheit uns durch den Tod entrissen wurde. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Kinder. Giessen, den 28. Februar 1899. Die Beerdigung findet am Donnerstag den 2. März, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Alicestrasse 25, aus statt. Blumenspenden im Sinne der Verstorbenen dankend verbeten. ££ Gegen die Weinsteuer. 5$ Am Montag den 6. März d. I., nachmittags 4 Uhr Pünktlich, findet im Saale des Caf6 Leib eine öffentliche Versammlung1 st >1t zu welcher Kerr Stadtverordneter C. Beinerner aus Darmstadt das Referat über die geplante Weiusteuer übernommen hat. — Wir laden alle Interessenten der Provinz Oberhessen zu dieser Versammlung freundlichst ein und bitten um recht zahlreiches Erscheinen. 1887 Der Agitations-Ausschuß für die Provinz Werheffe« gegen die Weinstruer-Vorlage. aus statt. 1888 Derslhiedeiles Die Beerdigung des Herrn Joh. Adam Herrmann, Feldwebel i. P., findet am Donnerstag, dem 2. März, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause, Licherstraße 21, Eiu Mck Fand am Nahrungsberg auf mehrere Jahre zu verpachten. 1880 Marktstratze 12. Giessener Stadttheater. Freitag, den 3. März 1899: (Erhöhte Preis e.) Gastspiel des Herrn Hofschauspielers Kermann Leffler vom Hoftheater in Wiesbaden. Fuhruinnn Henschel. Schauspiel • Novität in 6 Akten von Gerhart Hauptmann. Anfang 8 Uhr. Ende nach lOVgUhr. Oberhessischer Geschichtsverein. V er Sammlung am Freitag dem 3. März er., abends 8 Uhr pünktlich, im oberen Saale des Cafs Ebel. Tages-Ordnung: 1. Geschäftliche Mitteilungen vom Vorstande. 2. Vortrag von Herrn Lic. theol. Willkomm über: Gottfried Arnold. 1608 Gäste find wie immer herzlich willkommen. Die Mdglieder des Vereins, die nach dem Vortrage wissenschaftliche Mitteilungen zu machen wünschen, werden ersucht, unter Angabe des Gegenstandes ihre Absicht drei Taae vorher dem Vorsitzenden anzuzeiaen. Heute und morgen: Lebendfrischer Schellfisch . . per Pfd. 26 Pfg. ,, Kabliau ohne Kopf, per Pfd. 25 Pfg. Kölner Konsum-Anstalt (J. F. Hackenberg. 1890 Gießen: Bahnhosstrahe 27. Alsseld. Marktplatz 1. Hervorragendes Nähr- und Kräftigungsmittel. Zum täglichen Gebrauch vorzüglich geeignet an Stelle von Thee und Kaffee; namentlich bei Magen- und Darinleiden, Bleichsucht, Blutarmut, Nervosität, Reconvalescenz. Für Frauen und Mütter besonders empfehlenswert. Preis Mk. 1.60 und Mk. 2.50. Vorrätig in den Apotheken und Drogerien, 1877 Hygiama. Gießen, den 1. März 1899. 1875 Trohe, den 1. März 1899. 0664 Die Beerdigung findet Freitag den 3. März, nachmittags 2 Uhr, statt. Gestern morgen 89/* Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden unser tnnigst geliebtes Söhnchen im Alter von 5 Monaten, was wir Freunden und Bekannten schmerzerfüllt mitteilen. Viktor Pechtold und Frau. Todes-Anzeige. Gestern nachmittag verstarb nach längerem Leiden unser innigst geliebter Gatte, Vater, Bruder, Schwiegervater, Onkel und Großvater Herr Ludwig Schwarz, Gastwirt, was wir Verwandten und Freunden hierdurch mit der Bitte um stille Teilnahme mitteilen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Schwarz. Abschlußbilanz von Kassenvorrat 8.82 Waren laut Inventur 4134.70 Debitoren 2385.46 Mobilien nach Abschreiben von 10 Prozent 177.03 6706.01 Die Zahl d.r Mitglieder b< Abgegangen in 1898 Zugegangen in 1898 Demnach Bestand Ende 18! Landwirtsch. Konsumveri zu Stai Heinrich Stephan, Ph D Direktor. Rech 131. Dezember 1898. JL 4 Mitglieder-Einlage 856 — Reservefond 985.12 Betriebs: ücklage 2086.76 Verzinsliches Kapital 1000.— Kreditoren 397.05 Reingewinn 1381.08 6706.01 trug Ende 1897 86 3 83 10 8 93 in, ß. H. m. u. Kastpfl. fenöerg. eyer, W. Heibertshausen, ler. Lagerhalter. WMMHHMWMMMWWHMMMMMMeHM X KW?" Anfang1 April "HW « d eröffnen wir am hiesigen Platze, Marktstrasse BTr« 17, Ecke Kittergasse, in dem für diesen Zweck E Ei eigens errichteten grossen Geschäftshause, ein X | grosses Sortimentsgeschäft | D für sämtliche Manufaktur-, Modewaren, Konfektion, Kurz-, Weiss-, H D Wollwaren, Wäsche, Putz etc. etc. f G W* Verkauf zu konkurrenzlosen Preisen. | X Kaufhaus F. Leitzow & Co. I G GIESSEN". .... H •••••••eeeeeeeeeeeeeweeeeeeeeeeeeeeeeeeet Redaction. E. Burkhardt. — "nd Verlaß der vrühl'schen UniverfitätS-Bi»ch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. 5>ie Heutige Dummer umfaßt 12 Seite«.