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Kehener Anzeiger Keneral-'UHeiger Kh*8*yrete vierteljährlich 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 PfA mit vringcrloh«. 3ene#*e bte Injtigen zu b« nachmittag für He frigmb« *m «scheinenden Nummer Hl »arm. 16 Uhr, Bei Postbezug 2 Mark 50 Psg. vierteljährlich. Aste Anzeigen-Bermittlungstellen btf Irr- trab LuZlantzaA nehmen Anzeigen für btn Gießener Anzeiger mtgeye. tfffttat ttONch mit UnsnachMe bei R»M|< Me Gießener «erb« btm Anzeiger »bchevtttch viermal bdgdegt Aints- und AnzeTgeblntt für drn Akreis Gieszen. Viebartton, itxpebition und Dntdettt: Achmkßr.ße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener FamMeMätter, Der hessische Kandwirt, Slittter für hesstsche Volkskunde. ' ? I - , Ldreffe für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprecher Nr. 51. Prozeß Dreyfus. Rennes, 30. August. Die heutige Sitzung wurde um 6 Uhr 40 Minuten eröffnet. Als erster Zeuge wurde Paul Heyer, Direktor -er Ecole des Charles verhört. Derselbe erklärte, er habe bereits zweimal seine Ansicht über das Bordereau vor dem Schwurgericht und vor dem Kassationshofe abgegeben. Er habe in dem Bordereau nicht die Schrift Esterhazys erkannt, er könne aber nicht versichern, ob dieselbe von der Hand Esterhazys herrühre, bis er das Original in Händen gehabt. Aus dem ihm vorgelegten Original glaubt er versichern zu können, die Handschrift Esterhazys wieder zu erkennen. Zeuge unterzieht dann das System Bertillons einer scharfen Kritik und drückt die Meinung aus, man könne sich auf die Aussagen Bertillons nicht verlassens Hierauf wird Professor Molliniöre von derselben Schule verhört. Auch er zieht dieselben Schlüffe aus der Untersuchung, wie man sie an der Hand des Bordereaus feststellen konnte und weist dabei auf die Wichtigkeit verschiedener Vergleichs-Schriftstücke hin und macht die Mitglieder des Kriegsgerichts auf den viel besprochenen Satz aufmerksam: Ich reise ins Manöver, der auch in anderen Briefen Esterhazys vorkommt. Einer der Richter fragt den Zeugen, ob er nicht vor dem Kassationshofe gesagt habe, Esterhazy habe seine Schrift nach der Publikation des Bordereaus verändert, um den Verdacht von sich abzulenken. Muliniere erwidert, er habe das allerdings gesagt. General Mercier erhebt sich und fordert, daß der Brief eines Herrn Grenier (eines Bekannten Esterhazys) verlesen werde, in welchem erklärt werde, warum Esterhazy seine Schrift veränderte. Der Brief wird verlesen. Man glaubt im Saale zuerst, der Brief werde Esterhazy irgendwie entlasten. Das Erstaunen ist daher allgemein, als der Brief statt dessen nur konstatiert, daß Esterhazy seine Schrift wirklich verändert hat. Die Schrift, die früher eckig gewesen, ist rund geworden. Labori sagt, das bekräftigt doch, wenn ich recht verstehe, die Aussage des Professors Molliniöre. Wenn Esterhazy seine Schrift nach 1894 verändert hat, geschah es, weil er vorhersah, daß er verfolgt werden würde. General Mercier erwidert, er habe seine Aussage gemacht, um in diesem Punkte die Aussage Molliniöres zu bestätigen. Professor Giry stimmt dem Urteil der beiden Zeugen zu und erklärt, es bestehe zwischen den Handschriften von Dreyfus und Esterhazy eine gewisse Aehnlichkeit. Eine genaue Analyse jedoch zerstöre diesen ersten Eindruck und lasse eine Menge Verschiedenheiten erkennen. Auf eine Frage Laboris bemerkt Zeuge, daß eine Veränderung der Handschrift Esterhazys seit 1894 nicht besonders deutlich hervortrete. Labori fragt hierauf: Hat General Mercier vorhin sagen wollen, Esterhazy hat seine Schrift so verändert, daß sie sich von der Schrift des Bordereaus entferne oder daß sie sich ihr nähere. General Mercier entgegnet, ich habe gesagt, daß sich die Schrift Esterhazys dem Feuilleton. Jrankfurter Brief. Ortginalbericht für den „Gießener Anzeiger". (Nachdruck verboten.) Egmout im Opernhause. — Frankfurt an Festabenden. — Goethe im Schneider'schen Kuustsalon. — Die Anfichtspostkarte. Dr. M. So wie die lokalen Verhältnisse eben liegen, kann eine Festvorstellung im richtigen Stil nur im Opernhause stattfinden. Die Komparserie, welche ein „Götz" oder „Egmont" benötigen, kann sich auf der Bühne des alten Schauspielhauses schlechterdings nicht entfalten. Und doch ist das Opernhaus nicht der geeignete Platz für das gesprochene Drama, mag auch die Akustik noch so gut sein. Intimere Wirkungen können da nicht wohl aufkommen. Alle Szenen natürlich, die auf den Straßen in dichtem Volksgewühl spielen und die Menschen in hellen Haufen auftreten lassen, finden daselbst viel Spielraum. Anders ist es jedoch bestellt um die Bilder im kleinen, knappen Rahmen, zu welchen z. B. alle die Auftritte gehören, die fich in der Wohnung Clärchens abspielen. Es war übrigens ein wunderschönes Ensemble, das dieser Festvorstellung, zu ihrem mächtigen Eindruck verhalf. Der von Emil Claar gedichtete, die Gefühle der Hörer aufwärts ziehende Prolog, den Frl. Charlotte Boch sprach, und das „lebende Bild" mit den Charaktertypen aus Bordereau genähert hat. Labori verbeugt fich gegen Mercier. | Es tritt jetzt eine Pause ein. Während derselben verlautet, daß morgen zeitweilig die Oeffentlichkeit ausgeschlossen werden soll, weil ein Teil der technischen Diskussion dies erfordere. Nach der Pause wird Picot, Mitglied des Instituts de France verhört. Er soll über eine Unterredung aussagen, die er mit einem fremden Militär-Attachs gehabt hat. Picot erzählt, er habe im Mai die Ehre gehabt, in einem befreundeten Hause den österreichischen Militärattache, Obersten Schneider zu treffen. Regierungs - Kommissar Carriörs fährt wütend auf: Soll das Diskretion sein? Ich protestiere im Namen der Regierung und des Staates gegen die Indiskretion des Zeugen. Picot fährt fort: Der Attache einer fremden Botschaft, wie er sich also ausdrücken werde, habe es als seine Gewissenspflicht betrachtet, laut die völlige Unschuld Dreyfus zu proklamieren. Er habe weiter die Haltung der französischen Offiziere scharf ge- mißbilligt, welche das Wort anderer Offiziere hätte in Zweifel setzen können. Der betreffende Militärattache habe ferner gesagt, daß Esterhazy ein Hauptbetrüger sei. Von den im Bordereau aufgezählten Dokumenten käme nur dreien wirklicher Wert zu, die Nummern 1, 3 und 7. Ihm, dem Zeugen, sei es ausgefallen, daß der Attachö mit größter Bestimmtheit immer nur von der Wassergrenze, nie von der Wasserluftgrenze gesprochen habe, und er habe sich gefragt, ob man in Hypothesen Über dieses Wort nicht weiter gegangen sei, als möglich war. DerAttachö habe wiederholt dieWert- losigkeit der Dokumente Nr. 2 und 4. betont. Mit Esterhazy habe man nichts weiter zu thun haben wollen, so habe der Attache bemerkt, weil er ein Betrügersei. Zu derselben Zeit, als der Betrug aufgedeckt worden sei, habe Esterhazy Schritte unternommen, um sich Eintritt in das Ministerium zu verschaffen. Auf ein neues Angebot Esterhazys habe der fremde Abnehmer mit der bekannt gewordenen Rohrpostkarte geantwortet (Petit bleu) und sich selbst gesagt: Nein ich kann entschieden keine Verbindung mit* dem Manne eingehen. (Bewegung). Zugleich habe er den Rohrpostbrief wieder zerrissen und in den Kamin geworfen. Wie die Papierfetzen aus dem Kamin wieder herausgekommen, das könne er, Zeuge, nicht sagen, denn der fremde Militär-Attache habe ihm darüber nichts mitgeteilt. General Roget bittet ums Wort. Er sagt, zu Picot gewendet: Was hält der ehrenwerte Zeuge von einem fremden Militär-Attachö, welcher im „Figaro" in einem sensationellen Dementi ableugnet, ein Dokument geschrieben zu haben und hinterher sagen muß, daß er es doch geschrieben habe. Picot antwortet, er habe die Unterredung wiedergegeben, wie er sie gehört habe, einen Kommentar füge er nicht hinzu. General Roget: Wenn hier Zeuge Picot behauptet, die Unterredung habe im Mai ftatt- gefunben, so bemerke ich, daß im Mai die Enquete der Kriminalkammer stattfand. Ich überlasse dem Kriegsgericht, daraus den gehörigen Schluß zu ziehen. Es folgt die Vernehmung des Artillerie-Generals Deloye. Damit beginnt Goethes Dramen half die Stimmung sehr glücklich vorbereiten. Dekorationsmaler und Kostümschneider hatten ihren rühmlichen Anteil an der prächtigen Inszenierung. Für stilvolle Dekorationen ist Wien noch immer die hervorragendste Theaterstadt. Die neuen Stücke werden größtenteils von Berlin bezogen, aber das Gewand läßt man sich von den Künstlern kommen, welche die Hosburg an der Donau versorgen, wenigstens ist das der Fall mit den Kulissen. Frankfurter Garderobiere hatten indessen die Kostüme für den „Egmont" geliefert. Die Worte, mit welchen „Schneider Jetter" seine Freunde auf das neue Hofkleid des Grafen, das ganz nach spanischem Schnitt sei, aufmerksam macht, gewannen dadurch thatsächlich einen doppelten Sinn, denn das Kostüm, welches Herr Barthel trug, war wirklich von ausgesuchter Noblesse. Als wir uns von der Egmont-Vorstellung, der wir freilich nicht bis zum Schluß beiwohnen konnten, zum Bahnhof begaben, war es schwierig, sich durch die von Menschen überfüllten Straßen hindurchzuwinden. Der Regen hatte aufgehört, und man konnte wieder in aller Gemächlichkeit die reiche, stellenweise höchst sinnige Illumination bewundern. Das Wort „Gemächlichkeit" paßt freilich für eine solche Promenade nicht ganz. Gemächlich und gemütlich ist es nach 10 Uhr abends auf den Frankfurter Straßen auch nicht mehr. Das „alte Frankfurt", für das diese Bezeichnung gelten durfte, zieht sich immer mehr vor dem „modernen", großstädtischen zurück, wird von diesem die technische Diskussion des Bordereaus. Zeuge wiederholt seine Aussage vor dem höchsten Gericht, wonach das Begleitschreiben nur von einem Artillerie-Offizier herrühren könne. Er behauptet, das 12 Centimeter Geschütz, wovon das Begleitschreiben spricht, sei das kurze haubitzenartige, obschon dies nicht gesagt fei und daß Dreyfus es habe kennen können, ebenso wie die Wasserluft-Bremse, welche in dem Begleitschreiben gemeint sein müsse. Dreyfus erklärt, er habe das 12 Centimeter-Geschütz zweimal im Kasernenhofe gesehen, doch sei es niemals in seiner Gegenwart abgefeuert worden. Regierungs-Kommissar Carriöre verliest jetzt ein Schreiben des Kriegsministers, welcher ankündigt, daß er weitere Schriftstücke für die Dreysus-Sache schicke, aber den Ausschluß der Oeffentlichkeit verlange. Der Gerichtshof beschließt, morgen eine geheime Sitzung stattfinden zu lassen. Um 11 Uhr 50 Minuten schließt die heutige Sitzung. Deutsches Reich. Berlin, 30. August. Die Beförderung des Kriegsministers v. Goßler zum General der Infanterie wird dem Vernehmen nach am 1. September, dem Tage der großen Herbstparade über das Gardekorps, erwartet. Mit seiner Beförderung dürfte gleichzeitig diejenige des Generalleutnants v. Stülpnagel, kommandierenden Generals des 5. Armeekorps, erfolgen. Berlin, 30. August. Korvettenkapitän Gühler vom Reichsmarineamt ist zum Marineattach« bei der Gesandtschaft in Tokio, und Kapitänleutnant v. Rebeur-Pasch - witz, bisher Marineattachö bei der Gesandtschaft in Tokio, zum Marineattachs bei der Botschaft in Washington ernannt worden. Berlin, 30. August. Wie die „Post" erfährt, beruhen die Nachrichten, welche von einer ernsteren Beschädigung des Küstenpanzerschiffes „Aegir" gelegentlich seines Zusammenstoßes mit einem englischen Handelsdampfer sprechen, auf Uebertreibung. Es handelt sich vielmehr lediglich um eine Eindrückung einiger Platten des Schiffskörpers an dem un- gepanzerten Bug des „Aegir", deren Reparatur nur kurze Zeit in Anspruch nehmen wird. Berlin, 30. August. Beter anenbeihilf en. Nachdem durch das Gesetz vom 1. Juli d. I. die zur Gewährung laufender Beihilfen an ehemalige Kriegsteilnehmer bestimmten Summen eine derartige Erhöhung erfahren haben, daß die hervorgetretenen Ansprüche in weitgehendster Weise befriedigt und von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, sämtliche in den Listen notierten Anwärter berücksichtigt werden konnten, ist auf die Bereitstellung weiterer Mittel zu dem angegebenen Zweck nicht zu rechnen. Es sind daher einer höheren Orts ergangenen Anweisung zufolge alle weiter eingehenden Gesuche auf Bewilligung der in Rede stehenden Beihilfen einer besonders sorgfältigen Prüfung zu unterziehen. Jedenfalls sind die Erfordernisse aufgesogen. Vielleicht hat es seine letzte große Rolle in diesen Goethe-Tagen gespielt, und eine spätere Generation muß sich erst wieder künstlich zu ihmhintasten. Am Tage finden wir es noch am „Römerberg" um den „Hirschgraben" herum, aber der Abend gehört der breiten Kaiserstraße, auf welcher der Verkehrslärm dem der Berliner Friedrichs- straße bald nicht nachstehen wird. In sehr sinniger Weise hatte der Sch neid er' sch e Kunst salon an Goethe gedacht, indem er seine Erker mit den duftigen, farbentiefen Aquarellen schmückte, die H. Hendrichs zum Goethe'schen „Märchen mit der Schlange" gemalt hat. Der Thüringer Hendrichs, der die Spuren der deutschen Sage mit Vorliebe verfolgt, hat in diesem Cyklns den Stimmungsgehalt der schlichten Goethe'schen Dichtung so treu zum Ausdruck gebracht, wie anderswo die gewaltige Poesie des Wagner'schen Naturmythus. Bis in die späten Abendstunden hinein schrieen Händler ihre „Denkmünzen" und „Ansichtspostkarten" aus. Mit letzteren blühte der Handel wie noch nie, pflanzte sich sogar in Straßen fort, die dem Brennpunkt der Festlichkeiten ferner lagen. Viel verlangt wurde die als offiziell abgestempelte Karte, welche im Farbendruck den jungen Goethe zeigt, nach einem im Besitz des Hochstifts befindlichen Bilde. Infolge der Nachfrage war der Preis dieser Karte, -die am Samstag für 25 Pfg. zu haben war, am Montag auf 50 bis 70 Pfg. gestiegen! für die Bewilligung der Veteranenbeihilfen dann nicht als erfüllt anzusehen, wenn auf Grund eines gesetzlichen Ali- mentationsanspruches oder nach den thatsächlich bestehenden Verhältnissen für den notdürftigen Unterhalt bereits gesorgt ist oKer wenn der Antragsteller an Bezügen aus eigenem Vermögen jeglicher Art, an Renten auf Grund der Arbeiterversicherungsgesetze, an Zuwendungen aus Pensionskassen, Stiftungen und dergleichen bereits annähernd gleiche Einnahmen bezieht, wie sie im Gesetz vom 22. Mai 1895 vorgesehen sind. — Abwehr der Pestgefahr. Im Anschluß an die zur Abwehr der Pestgefahr eingerichtete gesundheits- polizciliche Kontrolle der Seeschiffe und die erlassenen Einfuhrverbote sind, wie die „N. A. Z." mitteilt, weitere Vorsichtsmaßregeln in die Wege geleitet worden. Der Reichskanzler hat die Bundesregierungen ersucht, die allgemeine Anzeigepflicht für Pest- und pestverdächtige Fälle, soweit sie in den Einzelstaaten noch nicht besteht, einzuführen und zu veranlassen, daß dem kaiserlichen Gesundheitsamt als Zentral- Meldestelle für das Reich von etwaigen Erkrankungs- und Todesfällen, bei welchen Pest oder Pestverdacht vorliegt, telegraphische Mitteilung gemacht wird. Auch soll darauf Bedacht genommen werden, daß Untersuchungsstationen zur bakteriologischen Feststellung der Seuche zur Verfügung stehen. Zwar liegt eine unmittelbare Gefahr für Deutschland nicht vor, und sind Erkrankungen oder sonstige Erscheinungen, welche zu irgend welcher Besorgnis Anlaß geben könnten, bis jetzt nicht eingetreten; bei dem sprungweisen Vordringen, welches die Pest in der letzten Zeit gezeigt hat, ist es aber geraten, für alle Fälle gerüstet zu sein. Dazu ist vor allem nötig, daß von etwa vorkommenden Erkrankungen, besonders von den ersten Fällen, die Behörden sogleich benachrichtigt werden, damit ohne Verzug die zur Isolierung der Krankheit erforderlichen Maßnahmen ergriffen werden können. Diesem Zwecke dient die allgemeine Anzeigepflicht. Die Schaffung einer Zentral-Meldestelle für das Reich hat sich bereits bei den Choleraepidemien der Jahre 1892—1894 bewährt. Die Bereitstellung bakteriologischer Untersuchungsstationen endlich soll dazu dienen, die Natur verdächtiger Krankheitsfälle mit Zuverlässigkeit festzustellen und die Verbreitung falscher Nachrichten zu verhüten. Dem Verlaufe der Pest im Auslande wird seitens der Behörden nach wie vor ein wachsames Auge zugewendet. M.P.C. Briefe, die uns aus West Preußen vorliegen, lauten übereinstimmend dahin, daß es trübselig sei, gerade jetzt in der Erntezeit mit ansehen zu müssen, wie aller Fortschritt auf dem Lande durch den immer fühlbarer werdenden Leutemangel illusorisch gemacht oder verhindert werde. M.P.C. Daß der preußische Landtag vor dem Januar nächsten Jahres nicht wieder wird zusammen berufen werden, steht fest. Die erste Aufgabe aber, die ihm zufallen dürfte, wird die Reform der Gemeindewahlordnung sein. Einer der Gründe, die in der vorigen Woche an entscheidender Stelle gegen die Auflösung des Abgeordnetenhauses geltend gemacht wurden, bestand darin, daß, bevor die Gemeindewahlreform nicht angenommen sei, auf einen Umschwung der Stimmung zu Gunsten der Kanalpolitik in sehr zahlreichen Zentrumskreisen nicht zu rechnen sei. Bevor man die neue Kanalvorlage an den nächsten Landtag bringt, wird man für Zustandekommen der Gemeindewahlreform sorgen. Diese und der Etat können dann bis zum 1. April erledigt werden, erst danach darf auf Einbringung der Kanalvorlage gerechnet werden. — Ueber den Unfall des „Cormoran" im März l. I. zwischen Guinea und Australien haben wir seinerzeit berichtet. Der Kommandant des Schiffes, Korvettenkapitän EmSmann, ist über diesen Unfall von einem Berichterstatter interviewt worden. Kapitän Emsmann hat nach dem „Ostas. Lloyd" in einfacher Weise den Hergang, so wie wir berichtet, erzählt. Durch die von ihm getroffenen Anordnungen und die hingebende Anstrengung der Mannschaft sei es gelungen, das Schiff wieder flott zu machen, ohne daß demselben ein erheblicher Schaden zugefügt wurde. Der Schluß seiner Erzählung lautet: „Daß ich mit meinem Schiffe auf ein Riff gelaufen bin, darüber bin ich meiner vorgesetzten Behörde verantwortlich, aber daß ich eine derartige Mannschaft wie die meinige an Bord habe, darauf bin ich stolz. Keine größere Freude konnte mir in all diesem Unglück bereitet werden, als zu sehen, mit welcher Lust, Hingebung und Liebe jeder Mann, vom ersten Offizier bis zum geringsten Matrosen, den vielen an sie gestellten Pflichten nachkam. Frankfurt a. M., 30. August. Der „Franks. Ztg." wird aus Newyork gemeldet: Bei der Ersatzwahl für das Kongreßmitglied Bland wurde der Demokrat Shackel- ford mit bedeutend erhöhter Mehrheit gewählt, was sehr bedeutsam ist, da beide Parteien den Imperialismus zur alleinigen Streitfrage erhoben. Frankfurt a. M., 30. August. Die „Frks. Ztg." meldet aus Rennes: Die günstigen Anzeichen mehren sich; es wird sehr beachtet, daß das Kriegsgericht heute einstimmig beschlossen hat, der morgigen geheimen Sitzung, in der die technische Diskussion des Bordereaus stattfindet, die beiden von der Verteidigung geladenen Zeugen, Majore Hartmann und Dueros, zuzulassen, obwohl das Kriegsgericht sich nur hätte auf den Wortlaut des Gesetzes zu berufen brauchen, um den Antrag der Verteidigung abzulehnen. Die würdige und bedeutsame Aussage des JnstitutmitgliedeS Picot über die Mitteilungen des Obersten Schneider machten einen großen Eindruck, und der Versuch des Generals Roget, denselben zu entkräften, mißlang vollständig. Köln, 30. August. Die „Köln. Ztg." schreibt unter der Überschrift „Ausland und Dreyfushandcl": Die Mehrzahl der militärischen Zeugen, und darunter gerade die höchstgestellten, geben ein solch schlechtes Beispiel feiger Zweideutigkeit und zungengewandter Verschleierung bei Erfüllung ihrer beschworenen Pflicht, die Wahrheit zu bekennen und nichts zu verschweigen, daß es jeden Geist der Ehrenhaftigkeit, wenn er in der französischen Armee noch vorhanden ist, notwendiger Weise zerstören muß. Das Ausland, besonders die Nachbarn der Republik, würden sich nicht abschrecken lassen, den Dingen ins Gesicht zu schauen, denn sie seien vielleicht jür die staatliche Zukunft Frankreichs entscheidend und für ’ seine Einschätzung als Machtfaktor im politischen Weltgetriebe zu bedeutsam, um der französischen Eigenliebe wegen mit dem Mantel der internationalen Höflichkeit bedeckt zu werden. — Zur Samoa-Frage. Die Stimmen mehren sich, welche, von den eigenen Landsleuten ausgehend, den Amerikanern, besonders aber den Engländern wegen ihres Verhaltens auf Samoa unverhüllte Vorwürfe machen. So wird dem „Berl. Tagebl." aus New Iork gekabelt: Der Korrespondent der Londoner „Times", der, aus Samoa kommend, in San Franzisko eingetroffen ist, erklärte, die Mächte müßten sich bald über den neuen Vertrag einigen, sonst würden neue Wirren entstehen. Die Anhänger Ma- taafas hätten sich zurückgezogen, während die Anhänger Malietoas sich noch in Apia aufhielten. Die Eingeborenen hätten ihre Beschäftigung auf dem Lande noch nicht wieder ausgenommen. Ueberall werde von Krieg gesprochen. Der Korrespondent stehe jetzt nach seiner Rückkehr entschieden auf der Seite Mataafas und sei der Ansicht, Engländer und Amerikaner hätten sich gegen die Eingeborenen, gegen die Deutschen und selbst auch gegen die eigenen Landsleute schlecht verhalten. Viele Ortschaften seien ohne Grund niedergebrannt worden. — Zu dem Grenzstreit mit dem Kongostaat. Das Eigentumsrecht am Kiwusee, nahe der Grenze zwischen Deutsch-Ostafrika und dem Kongostaat, wird von dem bekannten Kartographen H. Wichmann in dem von Justus Perthes herausgegebenen „Geograph. Anz." einer Besprechung unterzogen. Der Kongostaat stützt sich bei seiner Besitzergreifung auf seine Neutralitätserklärung vom 1. August 1885, in welcher die Grenzen des neuen Staats, angeblich in Uebereinstimmung mit den verschiedenen Verträgen, angegeben siud; thatsächlich ist aber diese Uebereinstimmung nicht vorhanden, sondern diese neuen Grenzbestimmungen sind geradezu eine Fälschung der Verträge. Nach den Verträgen von 1884 und 1885 bildet der 30. Grad östlicher Länge von Greenwitch die Ostgrenze des Staates von 4 Grad nördlicher Breite bis 1 Grad südlicher Breite, von hier bis zur Nordspitze des Tanganjika soll nach dem Vertrage mit dem Deutschen Reiche die westliche Wasserscheide des Nussissi die Grenze bilden, nach den Verträgen mit Belgien und Frankreich das Westufer des Flusses. Statt dessen bestimmt die Neutralitätserklärung den 30 Grad ö. L. als Ostgrenze bis 1 Grad 20' s. Br. und zieht von hier aus eine gerade Linie nach der Nordspitze des Tanganjika, wozu ihr die Verträge keine Berechtigung geben. Die Neutralitätserklärung ist erst im Jahre 1888 in dem Werke von E. Banning: Le partage politique de l’Afrique, also nicht amtlich, veröffentlicht worden, und ihre Grenzbestimmungen haben noch viel später, erst im Jahre 1889, in den Karten des Kongostaates Aufnahme gefunden. Leider ist aus diesen die falsche Grenze auch in fast alle Kartenwerke des In- und Auslandes übergegangen, ohne daß eine Prüfung ihrer Nichtigkeit stattgefunden hätte, und obwohl es als selbstverständlich erscheinen muß, daß Abmachungen zwischen zwei Staaten nicht durch einseitige Erklärungen aufgehoben oder abgeändert werden können, ist auch in der amtlichen, von der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes herausgegebenen Karte von Deutsch-Ostafrika die falsche Grenzlinie angenommen worden. Da Frankreich und Belgien an diesem Punkte der Grenze als Grenznachbarn nicht beteiligt sind, so kann es einem Zweifel nicht wohl unterliegen, daß nur der Vertrag mit, dem Deutschen Reiche für die Grenzregulierung maßgebend sein kann, und nach dessen Bestimmungen ist unbedingt das Deutsche Reich rechtmäßiger Besitzer des Kiwusees und des Nussissi. Ausland. Wien, 30. August. Eine Belgrader Meldung der „Polit. Korresp." dementiert die Nachricht, daß die Aufhebung der Verfassung und die Einsetzung eines Militär- Gouvernements beabsichtigt sei. Budapest, 30. August. Der „Pester Lloyd" dementiert das Gerücht von dem Rücktritt des Kabinetts Thun. M.P.C. Norwegen. Nachdem die Versuche mit den verschiedenen Modellen der Feldartillerie-Schnellfeuerkanone abgeschlossen sind, hat man sich definitiv für das Modell Schneider-Canot entschlossen. Es sind in der Fabrik zu Creusot bereits 4 Batterien bestellt worden. — Die schon lange erwartete Umbildung des dänischen Ministeriums ist eingetreten. Die wichtigste Personalveränderung ist die Ernennung Ludwig Bramsens zum Minister des Innern. Die Hauptveranlassung zu diesem Wechsel soll die große Arbeitersperre gebildet haben, die Dänemarks gesamtes industrielles und wirtschaftliches Leben untergräbt. Nach einer Kopenhagener Mitteilung der „Franks. Ztg." hat die Aussperrung, die jetzt etwa 50000 Arbeiter umfaßt, auch auf den Geldmarkt einen sehr ungünstigen Einfluß ausgeübt. Schon vor der Sperre war er sehr knapp, nachdem aber alle produktive Wirksamkeit im ganzen Lande seit vier Monaten fast vollständig aufgehört hat, ist es beinahe unmöglich, bares Geld aufzutreiben. Als Beispiel wird angeführt, daß eine Gemeinde in Jütland, die ein neues Gaswerk errichten wollte, sich vergebens an alle Geldinstitute und Banken wandte, um ein Anlehen zu erhalten. Die Banken sind nämlich genötigt, den Meistern gegenüber große Rücksichten zu nehmen und sind so stark engagiert, daß sic nur geringes Kapital zur Verfügung halten. Auch die Sparkassen haben mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, da Private und selbst Krankenkassen ihre Einlagen zurückziehen. Hier soll nun der neue Minister Bramscn Hilfe bringen. Er soll den unglücklichen Streit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern beilegen. Schweiz. Eine lustige Disziplin scheint in der vielgepriesenen Miliz der freien Schweiz zu herrschen. Bei Luzern ist unter den Soldaten eine starke Meuterei zu Tage getreten, welche viel Aufsehen erregt. Es war am Freitag abend, als das zu den Gotthard-Truppen gehörende Landwehr-Bataillon Nr. 11 kantonierte. Der Kompagniechef, Hauptmann Grütter in Luzern, nahm die Leute aus dem Entlebuch etwas kräftig in die Finger und betrieb die Gewehr- und Pack-Inspektion etwas gründlicher, als dies bei anderen Kompagnien der Fall war. Das machte böses Blut, und durch die Reihen ging ein lautes Grollen und Murren. Abends 8 Uhr ließ der Hauptmann seine Kompagnie nochmals antreten, machte neuerdings Inspektion und erklärte der Mannschaft, daß jeder, der um 9 Uhr nicht still und anständig ins Quartier eingerückt sei, mit Arrest bestraft werde. Diese korrekte, aber scheinbar etwas strenge Behandlung der 2. Kompagnie brachte den vorhandenen Unwillen zum lauten Ausbruch. Der Hauptmann wurde im nu von der ganzen Kompagnie umringt und von seinen eigenen Leuten beschimpft. Man machte Miene, den Worten Thät- lichkeiten folgen zu lassen; da griffen der Feldwebel, sowie der Fourier ein und suchten zu vermitteln (!). Während dieser Zeit gelang es dem Hauptmann, sich aus dem Soldatenknäuel herauszuwinden und sich zu entfernen. Ohne diese plötzliche Flucht wäre Hauptmann Grütter ohne Zweifel von der Mannschaft thätlich angegriffen und mißhandelt worden. Aehnliche Fälle sind gar nicht so selten. Nun wird das Milizsystem, so bemerkt dazu die „A. A. Z.", in monarchischen Staaten von gewisser Seite gern als Muster der Militärorganisation und der Disziplin hingestellt und zur Nachahmung empfohlen. Es ist mit der Disziplin nicht immer am besten bestellt. Das politische, demokratische Rechtsbewußtsein wird gerne auf die Armee übertragen und die Leute, welche daheim oft berufen sind, das Wahlrecht auszuüben und die bürgerlichen Behörden zu wählen, glauben als aktive Militärpflichtige das Recht zu haben, gegenüber ihren Offizieren die bürgerliche Gleichberechtigung und Unabhängigkeit geltend machen zu dürfen! Auch am schweizerischen Unteroffiziersfest, welches vorige Woche in Basel stattfand, sind schwere Fälle sträflicher Undisziplin vorgekommen, welche Oberstleutnant Gertsch bei der Preisverteilung schonungslos geißelte und tadelte. Unteroffiziere fuhren in offenen Droschken und hatten Helle Sonnenschirme aufgespannt, andere zogen auf freier Straße in angetrunkenem Zustande das Seitengewehr und drangen auf harmlose Passanten ein, weil diese gelacht haben sollen. Auch sind Unteroffiziere in offenen Waffenröcken bemerkt worden. Oberstleutnant Gertsch hat für diese scharfe Kritik in der Presse mehrfach Unterstützung gefunden, was früher unmöglich gewesen wäre. Jedenfalls ist es gut, wenn zeitig gegen dieses disziplinwidrige Verhalten mit aller Strenge eingeschritten wird. T. N. Petersburg, 25. August. Nach den anhaltenden Studentenunruhen des vorigen Halbjahres läßt es sich der russische Minister der Volksaufklärung angelegen sein, eine Reihe von Reformen im akademischen Leben der Hochschulen durchzuführen, die in Zukunft die Wiederholung der Unruhen unmöglich machen sollen. So erließ Herr Bogoljepow kürzlich ein Rundschreiben, in dem er den Rektoren und Professoren der russischen Hochschulen die Förderung und die Gründung von wissenschaftlichen Vereinen unter den Studenten, womöglich unter Leitung eines Professors, anempfahl, um die Studenten politischen Umtrieben fernzuhalten und das Band zwischen Lehrenden und Lernenden enger zu knüpfen. Es liegt auf der Hand, daß der Minister beim Erlaß dieses Rundschreibens offenbar daran gedacht hat, die Rektoren bei künftigen Studentenunruhen zu entlasten und den ganzen Lehrkörper der Universität dafür verantwortlich zu machen. Kommt es nämlich wieder zu Unruhen, so wird es natürlich heißen: die Professoren haben entweder nicht für die Gründung einer genügenden Anzahl von 'wissenschaftlichen Vereinen unter den Studenten Sorge getragen oder die Studenten in diesen nicht genügend beschäftigt. Daher wird diese Bestimmung wohl in den meisten Fällen ihren Zweck verfehlen, zumal den russischen Studenten der Geist der Zusammengehörigkeit fehlt, wie er sich auch bei den von ihnen in Szene gesetzten Unruhen selten bekundet. Außerdem ist die größte Anzahl der in den Großstädten, wie Petersburg, Moskau, Odessa, eingeschriebenen Studenten so sehr mit Stundengeben zu ihrem Lebensunterhalt beschäftigt, daß sie derartige wissenschaftliche Vereine nur in den seltensten Fällen besuchen werden, falls die Professoren sie nicht außerordentlich anziehend zu gestalten verstehen. Letzteres ist aber bei der nicht geringen Langweiligkeit der russischen Professoren wenig wahrscheinlich. Ein weiteres Rundschreiben ordnet an, daß sich die Universitätsinspektoren in Zukunft nicht aus die Sorge für die Aufrechterhaltung der äußern Ordnung unter den Studenten beschränken, sondern die Pflichten wohlwollender Fürsorge für die Lernenden übernehmen sollen, d. h. für ihre Beschäftigung sorgen, ihnen passende billige Wohnung verschaffen, medizinischen Beistand zuweisen sollen u. s. w. Auf dem Papier nimmt sich diese Verordnung garnicht so übel aus, nur muß dazu bemerkt werden, daß der Student den Inspektor auf den russischen Hochschulen als seinen größten Feind betrachtet. In Petersburg steht den Universitätsinspektoren beispielsweise das Recht zu, die Wohnung eines Studenten zu jeder Tages- oder Nachtzeit zu betreten und zu revidieren, alle seine Briefschaften zu lesen und schließlich ihn verhaften zu lassen, falls er eine Spur von Verdächtigem gefunden zu haben glaubt. Die Studenten bezeichnen diese Inspektoren daher wohl mit vollem Recht als „Spitzel", denen über Nacht die Rolle der „väterlichen Freunde und Ratgeber" des Studenten zugefallen ist. Unter den hiesigen Studenten macht sich dieser Bestimmungen wegen eine gewisse Erbitterung geltend, die wahrscheinlich von neuem in Unruhen und Streik ausarten wird. Uebrigens Nflt Streif . ■gen. 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' narnichl 1 efe SBerotbnunS 6 @(ubent W,rSd«rß V l’S-tf.'S > <5* ’S* -tzchZ richtet sich diese Erbitterung auch gegen einen Erlaß des Zaren, der bestimmt hat, daß alle bet den letzten Unruhen verhafteten und exmatrikulierten Rädelsführer, als Rekruten auf 1—3 Jahre in die Armee zu stecken sind und als Gemeine zu dienen haben; nach diesem „Strafdienst" sollen sie wieder in Gnaden angenommen werden, ihr Studium beenden dürfen und sogar in den Staatsdienst ausgenommen werden können. Diese wunderliche Mischung von Strenge und Milde hat also ihren Zweck vollkommen verfehlt. Jeder Menschenkenner hätte das Voraussagen können. K. Z. Amerika. Die Gegner Mae Kinleys bei seiner Präsidentschafts-Kandidatur scheinen im Begriff, eine ansehnliche Verstärkung zu erhalten. Von der Empfänglichkeit des amerikanischen Volkes für kriegerischen Ruhm legt die Sehnsucht, mit der Admiral Dewey in der Heimat erwartet wird und der Umfang der Vorbereitungen zu seinem Empfang Zeugnis ab. Unter diesen Umständen ist die Nachricht nicht ohne Bedeutung, daß die Freunde des gefeierten Helden jetzt zum Angriff auf die Regierung offen übergehen. Ihre Organe beschuldigen die Regierung, die zahlreichen Berichte und die dringenden Warnungen Deweys einfach unterschlagen zu haben, in denen dieser immer wieder darauf hingewiesen hätte, wie durch eine entgegenkommende und gerechte Politik jede Kollision mit den Filipinos leicht zu vermeiden wäre, sowie daß man den wohlgemeinten und praktischen Ratschlägen -es Admirals nur deshalb nicht Rechnung getragen habe, weil sie nicht in die politischen Kombinationen der Regierung gepaßt und den Parteiinteressen der Republikaner, wie jene sie verständen, nicht entsprochen hätten. M. N. N. Mates und Ursvinzirttes. Gießen, 31. August 1899. •• Aus dem Großh. Ministerium. Seine Königl. Hoheit der Groß.herzog haben Allergnädigst geruht,, am 30. ds. Mts. den ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule, Geheime Hofrat Dr. Richard Lepsins, mit der kommissarischen Versehung der Amtsgeschäfte eines Mitgliedes für geologische Angelegenheiten in der Abteilung des Ministeriums der Finanzen für Forst- und Kameral- verwaltung zu betrauen und demselben den Charakter als „Geheime Oberbergrat" zu verleihen. *♦ Postalisches. Nach dem schon erwähnten Post- packet-Uebereinkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika wird vom 1. Oktober ds. Js. ab zwischen beiden Staaten der Fünf-Kilo-Packetverkehr eingeführt werden. Der Tarif beträgt von den Vereinigten Staaten nach Deutschland 12 Cents für jedes Pfund, von Deutschland nach den Vereinigten Staaten wird für jedes Packet bis zum Gewicht von 5 Kilo 2 Mk. 40 Pfg. berechnet. ** Polizeibericht. Ein hier seit etwa 14 Tagen sich unter verdächtigen Umständen aufhaltender Fremder aus Stuttgart wurde nach Anfrage bei seiner Heimatbehörde dahier wegen Betrug verhaftet. — Ein fremder Taglöhner, welcher auf dem gestrigen Jahrmärkte das Publikum belästigte und der Verwarnung eines Schutzmanns nicht Folge leistete, mußte verhaftet werden. Bei dieser Gelegenheit mischte sich ein Taglöhner aus Beuern hinein und versuchte den Arrestanten zu befreien. Derselbe wurde ebenfalls verhaftet und sieht empfindlicher Strafe entgegen. — Ein 5jähriges Kind, welches vorgestern aufgefunden und im Schwesternhaus untergebracht wurde, ist erst gestern nachmittag von seinen Eltern abgeholt worden. Nidda, 28. August. Wie der „N. A." aus sicherer Quelle erfährt, ist heute ein Vertrag zu stände gekommen, wonach Salzhausen von der Gemarkung Kohden getrennt wird. Bad Salzhausen wird danach künftighin eine selbständige Gemeinde bilden. Es werden dabei verschiedene Ländereien ausgetauscht. Der sogen. Rabenstein (Söderköppel) wird z. B. Salzhausen einverleibt, Kohden wird durch nähergelegene fiskalische Gelände entschädigt. Beide Teile gewinnen dabei. Kohden macht finanziell ein gutes Geschäft und wird vielleicht zu den wenigen glücklichen Gemeinden gehören, die keine Schulden haben. Salzhausen aber kann sich frei entwickeln. — Alles vorbehältlich der Genehmigung des Staates. D. T. A. Butzbach, 29. August. Wie dem ,.W. B." von zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, ist dem hiesigen Kriegerverein, der kürzlich sein 25jähriges Stiftungsfest unter Teilnahme vieler auswärtiger Vereine festlich beging, von Seiner Majestät dem deutschen Kaiser eine Jubiläumssahnenschleife verliehen worden, die demnächst in feierlicher Weise seitens Großh. Kreisamts Friedberg überreicht werden dürfte. Durch die Verleihung dieser Fahnenschleife wird unserem Kriegerverein eine besondere Auszeichnung zuteil. Ist doch der hiesige Kriegerverein der erste im Großherzogtum Hessen, dem eine solche Schleife vom Kaiser verliehen wurde, denn seither wurden nur preußische Kriegervereine, welche ihre 25jährige Stiftungsfeier begehen konnten, hiermit ausgezeichnet. Friedberg, 29. August. Einem hiesigen Fruchthändler wurden auf dem letzten Frachtmarkt in Frankfurt 3000 Mk. aus der Tasche gestohlen. — Die Ernte ist beendigt. Nur im nördlichen Oberhessen ist man noch zum Teil mit der Gersten- und Haferernte beschäftigt. Zur guten Ernte hat das Ende nicht gefehlt: gutes Erntewetter. In der Wetterau hat man sogar nachts durchgearbeitet, um den reichen Fruchtsegen einzuernten. Darmstadt, 30. August. Zu den Städten, in welchen der 150. Jahrestag der Geburt Goethes in festlicher Weise begangen wird, gehört auch Darmstadt. Verbanden doch den jugendlichen Goethe mancherlei Beziehungen mit dieser Stadt. Seine Freundschaft mit Johann Heinrich Merk, und der Einfluß, den letzterer auf den jungen Dichter susübte, ist allbekannt; durch Merk war Goethe hier in das Haus des Geheimrats v. Hesse eingeführt worden, woselbst sich ein Kreis literarisch gebildeter und schöngeistiger Männer und Frauen zu versammeln pflegte. Zu letztem gehörten insbesondere die Geheimrätin v. Hesse und deren Schwester Karoline Flachsland, die Braut Herders. Ferner gehörten diesem Kreise an Fräulein Ravanel, Erzieherin der Prinzessinnen, Fräulein Luise v. Ziegler, Hofdame der Landgräfin von Hessen-Homburg, und Fräulein v. Roussilon, Hofdame der Herzogin von Pfalz Zweibrücken. Für diesen Kreis, namentlich soweit derselbe sich auf die Damen erstreckte, war das Empfindsame, das Schwimmen in Gefühlsseligkeit, mit einem Worte die „Werther"-Stimmung, woran die damalige Zeit krankte, bezeichnend. Karoline Flachsland führte in diesem empfindsamen Kreise den Namen „Psyche", Fräulein v. Ziegler hieß „Lila" und Fräulein v. Roussilon „Urania". Namentlich übte „Lila" auf den jugendlichen Dichter große Anziehungskraft aus. Der Anregung, die er in diesem Kreise empfing, und der Bekanntschaft mit den genannten Damen ist die Entstehung der Gedichte „Felsweihegesang an Psyche", „Pilgers Morgenlied" (an Lila) und „Elysium" (an Urania) zu verdanken. Das Gedicht Felsweihegesang an Psyche ist, wie aus den von Karoline Flachsland an Herder gerichteten Briefen, die uns erhalten sind, hervorgeht, im April 1772 an dem sogen. Herrgottsberg, einem romantisch gelegenen Orte in der Nähe Darmstadts, gedichtet. Zur Erinnerung hieran haben eine Anzahl hiesiger Litteraturfreunde schon vor Jahren an der dortigen Felsengruppe eine Gedenktafel mit einer auf die erwähnte Thatsache bezugnehmenden Inschrift anbringen lassen. An diesem durch die Erinnerung geweihten, im herrlichen Buchenwalde romantisch gelegenen Platze fand nun am 28. ds., nachmittags 5 Uhr, in sinniger Weise eine Gedenkfeier statt, zu der sich trotz der wenig günstigen Witterung Tausende von Teilnehmern eingefunden hatten. Eingeleitet wurde die Feier durch den Vortrag mehrerer Goethe'scher Lieder, welche von unfern ersten Gesangvereinen unter Leitung des Privatdozenten Dr. Nagel gesungen wurden. Hierauf hielt Geh. Oberschulrat Nodnagel die geistvolle und packende Festrede. Chorgesang bildete den Schluß der erhebenden Feier. Dankbar muß es anerkannt werden, daß eine größere Anzahl hiesiger Firmen, um ihren Beamten und Arbeitern die Teilnahme hieran zu ermöglichen, die Geschäfte vorzeitig schlossen. Da die Theaterferien dahier erst mit dieser Woche zu Ende gehen, findet am nächsten Samstag im großherzoglichen Hoftheater als Gedenkfeier eine Aufführung von Goethes „Götz von Berlichingen" statt, der ein von dem hier lebenden Dichter Karl Hepp verfaßter Prolog vorausgeht. War die Feier mehr eine volkstümliche, so soll eine am nächsten Sonntag in der Aula der Technischen Hochschule zu veranstaltende Feier mehr einen akademischen Charakter tragen. Die Festrede hält hierbei der als feinsinniger Goethe-Forscher bekannte Professor Dr. Otto Harnack. Auch eine Ausstellung von Schriften Goethes und Goethe-Reliquien findet in der Technischen Hochschule statt. Ist dieselbe auch nicht gerade umfangreich, so enthält sie doch recht interessante Gegenstände. P.C. Wo gehen wir nächsten Sonntag hin? Wer sich in mehrfacher Beziehung einen wirklichen Genuß verschaffen, und dabei billig reisen will (auf einfache Fahrkarte freie Rückfahrt), dem sei der Besuch der Gewerbe-Ausstellung Groß-Umstadt bestens empfohlen. Die Ausstellung erfreut sich fortgesetzt eines großen Zuzuges aus allen Teilen unseres Landes. — „So großartig hätte ich mir die Ausstellung nicht vorgestellt", so lautet einstimmig das Urteil, das man Tag für Tag hören kann. Auch einen kleineren Waldspaziergang kann man ganz gut mit dem Besuch der Ausstellung verbinden. Die Umgebung von Umstadt bietet nach den Bergen hin auch Gelegenheit zu lohnenden Spaziergängen. Zu empfehlen ist besonders der Aufstieg auf den Stainrich (20 Minuten). Von oben hat man über die grünen Weinberge weg einen hübschen Blick auf das zu Füßen liegende Städtchen und bei klarem Wetter eine herrliche Aussicht über die weite Ebene zum Main hin. Nordwestlich begrenzen die Taunusberge das Bild. Südwestlich schaut man über die Burg Otsberg in den waldreichen Odenwald hinein. Man sieht deutlich Schloß Lichtenberg, Neunkircherhöhe, Felsberg, Melibocus und Frankenstein bet Darmstadt. Ein Gang durch den mit schönen Wegen und Ruheplätzen versehenen Mittelwald zum Rai- bacherthal (20 Minuten) abwärts, (Gastwirtschaft zum „Raibacher Thal") und dann am Waldesrand entlang zur Stadt zurück (15 Minuten) wird jedem „Freund der schönen Gotteswelt" ein Genuß und eine Erfrischung sein. Der Ausstellungskatalog bietet in seinem 1. Teil „Führer durch Groß-Umstadt und Umgegend" neben anderem sehr lesenswertem Stoff, besonders aus der Geschichte von Umstadt (int Jahre 741 „villa Antmundi“ genannt) — auch eine Uebersicht über die prächtigen Spazierwege in der näheren Umgebung Umstadts. (Verfasser dieses Teiles des Kata- loges ist Herr Pfarrer Kleberger, jetzt in Darmstadt). Bingen, 29. August. Die Rumpf'sche Mühle zwischen Sarmsheim und Laubenheim a. d. Nahe ist heute mittag vollständig niedergebrannt. Aus der Zett für die Zett. Vor 57 Jahren, am 1. September 1842, wurde zu Schönau bei Teplitz der österreichische Nordpolfahrer und Maler Julius Ritter von Payer geboren, der sich um die Erforschung des Polarmeeres und des Franz Joseph- Landes wesentliche' Verdienste erworben hat. Mit großem Erfolge widmete er sich später der Malerei. Gleich sein erstes Gemälde „Die Bai des Todes" erhielt die große qoldene Medaille der Münchener Akademie. _____________ Verkehr, Md Md Volkswirtschaft. Limburg, 30. Ang. Fruchtmarkt. Roter Weizen, neuer, Mk. 13 32, weißer Wetzen Mk. 00,00, Korn Mk. 00,00, Gerste Mk. 0,00, Hafer, alter, Mk. 7.68, neuer Mk. 6,57. Gotte,dunst der israelischen Neligiorngrseüschaft. Sabbathfeier am 2. Sepiember 1899. Freitag abend 6" Uhr, Samstag vormittag 8 Uhr, nachmittag 4 Uhr, Sabbathauögang 766 Ubr. Nachmittag Uhr Schrifterklärung in der neucrbauten Synagoge. Wochengottesdienst morgens 5 Ubr, abends 6ao Uhr. Neueste Meldungen. Depeschen deö Bureau „Herold'. Berlin, 31. August. Die Beschwerde des „Vorwärts" gegen die wegen Majestäts-Beleidigung erfolgte Konfiskation des Blattes ist abgelehnt worden. Gegen die Beschwerde wurde eingewendet, daß nur diejenigen den Sinn, den Treffpunkt der Denunzianten Verse hätten einsehen können, die den Vers kannten. Die Leute aber, die den Vers nicht kannten, hätten ihn auf den Kaiser beziehen müssen, da keine andere Erläuterung in der Notiz aufzutreiben war. Das sei die objektive Majestätsbeleidigung. Hamburg, 31. August. Der alldeutsche Verband nahm nach dem Referat des Neichstagsabgeordneten Lehr aus Berlin eine Resolution an, wonach im Hinblick auf die letzten politischen Ereignisse die beschleunigte Durchführung des Flottengesetzes von 18 98 von der Regierung verlangt wird und zwar durch Einbringung einer diesbezüglichen Vorlage an den Reichstag. Wien, 31. August. In parlamentarischen Kreisen wird bestätigt, daß Graf Thun demnächst den Reichsrat für eine kurze Session behufs Vornahme der Delegationswahlen auf konstitutionellem Wege einberufen wird. Wien, 31. August. Kaiser Franz Josef wurde bei seiner Fahrt durch Böhmen von Ischl über BudweiS, Prag nach Reichstadt in allen tschechischen Orten, wo er passierte, von der Bevölkerung mit demonstrativer Begeisterung begrüßt. In Prag wurde der Kaiser von dem Bürgermeister, dem bekannten Deutschfeind Podlipny nur mit einer tschechischen Ansprache begrüßt, obwohl es bisher immer üblich war, daß der Prager Bürgermeister den Monarchen in beiden Landessprachen begrüßte. Der Kaiser selbst hielt daran fest, indem er dem Bürgermeister deutsch und tschechisch antwortete. Budapest, 31. August. Der Pester Lloyd dementiert in einer offiziellen Jscheler Depesche, die aus Anlaß der Berufung von Chlumetzky zum Kaiser in Umlauf gesetzten Gerüchte über eine Kabinettskrise. Belgrad, 31. August. Die Anklageakten in der Atten- täts-Affaire sind gestern vom Untersuchungsrichter dem Präsidenten des Standgerichts übergeben worden. Unter den Anklage-Akten ist besonders für eine Gruppe Radikaler der Umstand belastend, daß bei dem Advokaten Ljuba Zevakovie das Manuskript einer hochverräterischen Broschüre gefunden wurde, die angeblich in Zürich gedruckt sein sollte, wie aber nachgewiesen ist, in Belgrad hergestellt wurde. Dadurch ist auch der Leiter der radikalen Buchdruckerei Arza Stojanowic arg kompromittiert. Paris, 31. August. Die Gegenüberstellung der wegen der jüngsten anarchistischen Vorgänge verhafteten wichtigen Zeugen findet am nächsten Sonntag statt. Paris, 31. August. Gestern früh wurden mehrere auf das royalistische Komplott bezügliche Haussuchungen vorgenommen. Im Einklänge damit kündigen die Blätter neue Verhaftungen, darunter die des Chef-Redakteur des Petit Journal, Judet, als bevorstehend an. Paris, 31. August. Das Schwurgericht hat den antisemitischen Gemeinderat von Algier, Lyome, zu 14 Tage Gefängnis und 1000 Franks Geldbuße wegen Rebellion gegen die Polizei verurteilt. Paris, 31. August. Gusrin konnte gestern nachmittag einiges Regenwasser auffangen. Um feine Festung herum herrscht nur geringe Bewegung. Gerüchtweise verlautet, Guärin wolle mit seiner Bande Feuer unlegen, um während der Verwirrung ausbrechen zu können. Rennes, 31. August. Matthieu Dreyfus erzählte, sein Bruder breche nach jeder Sitzung erschöpft und hinfällig zusammen. Die Familie glaubt, daß Dreyfus das Verdikt, wie immer es ausfalle, nicht lange überleben werde. — Das Resultat von Dupaty de Clams Vernehmung wird in den nächsten Tagen hier bekannt gegeben werden. Rennes, 31. August. Seitens der Verteidigung wird behauptet, der Anwalt Demange werde ein sich über zwei Sitzungen erstreckendes Plaidoyer halten. Labori wird dagegen nur vier Stunden sprechen. London, 31. August. „Daily Telegraph" meldet aus New-Aork, der General Jimenez, der Chef der revolutionären Truppen von Sun Domingo sei in Santiago de Cuba verhaftet worden. London, 31. August. In Marinekreisen wird offiziell erklärt, das Ultimatum an Transvaal werde abgesandt werden, sobald die englischen Truppen-Verstärkungen in Afrika eingetroffen seien. Hutenöerg-Ieier in Mainz. Am Johannistage (24. Juni) 1900 begeht die Stadt Main, die 500jährtge Geburtstagsfeier ihres großen Sohnes Johannes Gutenberg. Gutenbergs Andenken zu ehren hat die Geourltzstätte der Buchdruckerkunst das erste Anrecht und die besondere Pflicht. Mit Mainz aber fühlt die ganze Wett an diesem Tage sich eins im P'ttse der edlen Kunst, die den mächtigsten Fortschritt bildet im Kulturleben der Menschheit. Wie Gutenbergs Werk dm Erdkreis umspannt und die Volker verbindet, so muß an einer Gedächtnisfeier für ihn, den Wobtthater der Gesamtheit, die gesamte Menschheit dankbaren Anteil nehmen. Gutenbergs Manen und seiner Kunst zu huldigen, rufen deshalb die Unterzeichneten, Angehörige der verschiedensten Nationen, die ganze gebtldtte Welt aus und leben zur -»8-,meinen Teilnabwe an dem Feste ein, zu dem die altehrwürdige Rheinfladt sich rüstet. Der Plan der Feier im einzelnen wird noch bekennt gegeben werden; zur bleibend n Erinnerung ist als Ehrendmkmal für dm großen Meister vor allem die Gründung eines Gutenberg-MuseumL in Aussicht genommen. Bekanntmachung. An der hiesigen erweiterten Mädchenschule wird zur Vertretung einer auf die Dauer einer halben Jahres beurlaubten Lehrerin alsbald eine geprüfte Handarbeitslehrerin gesucht gegen eine Vergütung, welche sich nach dem Anfangsgehalt der Handarbeitslehrerinnen an der höheren und erweiterten Mädchenschule (1000 Mk. pro Jahr) bemißt. Bewerberinnen wollen ihre Meldungen mit Lebenslauf und Zeugnisabschriften bis spätestens 8. September er. an die unterzeichnete Stelle einreichen. Gießen, den 30. August 1899. 6351 Für das Kuratorium der höheren und erweiterten Mädchenschule: Wolff, Beigeordneter. Bekanntmachung. In der neuerbauten Synagoge (Steinstrahe) sind auf die hohen Feiertage noch einige Plätze frei. Reflektanten wollen sich dieserhalb bei dem unterzeichneten Vorstande melden. Gießen, den 81. August 1899. Der Vorstand der israelitischen Religions-Gesellschaft. M Schreibmaschinen. M Alleinvertrieb für Hießen wünscht eine allererste amerikanische Schreibmaschinmfabrik einer gut fundierten, bestaccreditierten Firma zu übertragen. Erwünscht, aber nicht Bedingung ist, daß die Herren mit dem Wesen einer Schreibmaschine einigermaßen vertraut und in Interessentenkreisen gut eingeführt sind, sowie für eine erfolgreiche Thätigkett eine Garantie bieten können. Unser Vertreter, Herr Paul Schmidt, wird am Samstag dem 2. September im Koket Urin; Gart in Gießen anwesend sein, um die Maschine zu demonstrieren und alle bezüglichen Auskünfte erteilen. 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Verloren Die Grummetgrasversteigerungen vom 28. d. Mts. in Alten Buseck, am 29. d. Mts. in Wieseck und Gießen sind genehmigt. Die Abfuhrscheine können vom 1. September -Hypotheken-, Kredit-, Kapitat- und Z>artehn-Suchende erhalten sofort geeignete Angebote. 6iso Wilhelm Hirsch, Mannheim. Engt. Windhund, l*/sjährig, reine Raffe, billig zu verkaufen. 6355] 5-Zimmerwohnung mit Zubehör per 1. Oktober zu vermieten. Zu erfragen Bahnhofftratze 57. .6229] Haus auf dem Lande, mit Wirtschaft und gutgehendem Spezereigeschäft, Tageseinnahme 80 bis 100 Mk., der Neuzeit entsprechend eingerichtet, Wegzugs halber billig zu verkaufen durch W. Hild, Bahnhofstraße 15. 6342] Kleine Wohnung, womöglichst an eine einzelne Person, zu vermieten Die Beerdigung findet Freitag den 1. September, nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehause, Neuenweg 40, aus statt. ar AaUS g mit großem Laden, zu jedem Geschäft paffend, unter günstigen Bedingungen zu verk. durch W. Hild, Bahnhofstr. 15. Kleine Dose 60 Pfg. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unserer lieben Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante, insbesondere für die trostreiche Grabrede des Herrn Pfarrer Heußel, sowie für die reichen Blumenspenden sagen wir unseren innigsten Dank Die tieftrauernden Hinterbliebenen: August Billasch uud Familie Möller. Hchiesenillg. Die Lieferung des Holzbedarfs unserer Gruben soll für die Zeit vom 1. Januar 1900 bis 31. Dezember 1900 vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen, sowie das Verzeichnis der Holzsorten und der ungefähren Bedarfsmengen können auf unserem Bureau Hierselbst ein- gesehen oder auch von uns bezogen werden. Offerten auf den ganzen Bedarf oder für den Bedarf einzelner Gruben oder auf die Lieferung bestimmter Holzarten sind in verschloffenen, mit der Aufschrift „Holzlieferung" versehenen Couverts bis spätestens den 15. September 1899 bei uns IM. IGchthM. Freibank. 6295 Heute uud morgen: StierSeisch 54 pfg. Todes-Anzeige. 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Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die zahlreichen Blumenspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Hellwig bei dem Begräbnis unseres lieben Vaters, Großvaters, Bruders und Schwiegervaters Ortsgerichtsmauu Johannes Deibel VI. sagen innigsten Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: r . Familien Becker und Müller. Wreseck, den 30. August 1899. 6345 Familienwohnung, 2 bis 3 Zimmer, zu mieten gesucht in der Nähe der Licher- oder Grünbergerstraße. Am liebsten Nebenhäuschen. Offerten beliebe u. B. C. 03023 an die Expedition d. Bl.________________ 6362] Für eine hiesige Familie wird eine 2-Zimmerwohnung auf sofort gesucht. Anerbieten beim Armenamt Gietzen._____________ Schellfische, Kabliau, Zander, Schollen, Flußhechte, lebende Karpfen, Schleie, Forellen eingetroffen. 310 Prompter Versandt nach auswärts. ma4.lflr- I. M. Schulhof, IeSn Kolonialwaren- und Delikatessengeschäft. Achtung1! 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