Nr. 15% Erstes Blatt. Samstag den 1. Juli L899 Gießener Anzeiger General-Anzeiger Sei Postbezug 2 Mark 50 Pf§. vierteljährlich. Aezugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf, monatlich 75 Pf,. mit Sringerlohn. Annahme mb Anzeigen zu der nachmittag- für lea Italien La, erscheinenden Nummer bi- oonn. 10 Utzr. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen de- In» und Au-l und 6 Uhr nachmittags ein sehr schweres Gewitte Wolkenbruchartiger Regen und die daraus entstandene Fluten richteten im Felde bis jetzt noch unberechenbare Schaden an. Die Gräben, welche fast das ganze Jah^ hindurch kaum ein wenig Wasser aufzuweisen haben, glichen Bächen. Die schmutziggelben Fluten haben die Erdgewächse, Kartoffelstauden und die Bauerde von vielen Aeckern weggeschwemmt und förmliche Gräben in die Felder gerissen. Die Wiesen bei dem Dorfe glichen einem See, und ist die Grummeternte auf manchen Wiesen ganz vernichtet, auf anderen stark beeinträchtigt. An zwei Stellen unterwühlten die Fluten den Bahnkörper, so daß die Züge nur mit 'bedeutender Einschränkung ihrer Fahrzeit und Fahrgeschwindig. keit die gefährdeten Stellen passieren konnten. Die ältesten Leute vermögen sich kaum ähnlicher Fluten zu erinnern. Oppenrod, 29.Juni. Ein schweres Gewitter, das heute nachmittag hier niederging, richtete großen Schaden an. Ein Blitzstrahl zündete eine erst vor wenig Jahren erbaute Scheuer, die bis auf die Mauern ausbrannte, an, vernichtete die Vorräte an altem Stroh u ' He-i und tötete die beste Kuh im Stalle. Zwei r . < fuhren in den Kirchturm und beschädigten < unb die Kirche. *t Die Berufung des Geheiwerats Pros zum Mitglied der Ersten Kammer hängt, w Volksbl. von berufener ©eite mitgeteilt wird, a r - 'n • nach in erster Linie damit zusammen, das bekannt geworden ist, Prof. Kittier vor einte i : für aS elektrotechnische Institut einer der e: . . Hochschulen unter verlockenden Bedingung i genommen war, aber alle Berufungsverhand abgelehnt hat. Bedenkt man, in weich' h.chem Map- außerordentlichen weit über die Grenzen des Re-ch^s g-< .ir. anerkannten Erfolge KittlerS auf elektrotecy y n cbüi als Praktiker wie als Lehrer zu der heutige. . ul', Technischen Hochschule beigetragen haben, ' . ?.. dauernde Erhaltung Kittiers für die nur freudig begrüßt werden. Wie es vor . ngskosten für dieselben tragen diesmal die Zechen, Stabt die Bezahlung mit Hinweis darauf, daß sie >en Ereignissen von 1889, wo sie für die herbei- en Truppen 80000 Mk. aufwandte, zu tragen habe. ? reisen besteht die Ansicht, daß der Streik noch an '•>ing gewinnen werde, da die Arbeiterschaft mit dem Nar ' an Arbeitskräften bei vorhandenen großen Lieferungs- Aufträs en für Kohlen rechnet. ich, 30. Juni. Infolge des ausgebrochenen Stein- Lrbki reiks planen die Baugewerbe-Inhaber die Ser il-Aussperrung aller Bauarbeiter. Rom, 30. Juni. Zwischen der Negierung und den verfassungstreuen Oppositions-Parteien finden durch Vermittelung Bazellis Verhandlungen statt, welche die Vereinigung aller verfassungstreuen Parteien in der Frage der politischen Vorlage gegen die äußerste Linke bezwecken. Die Verhandlungen dürften von Erfolg sein. Brüssel, 30. Juni. Die gesamte Presse tadelt die Brutalität der Gendarmerie, welche mitleidslos auf friedliche Leute einhieben, während die Polizei und Civil- | truppen mäßig und kaltblütig blieben. Brüffel, 30. Juni. Die gestrige Sitzung der Kammer hat insofern enttäuscht, als man bestimmt glaubte, vom Ministerpräsiden!en eine Erklärung zu hören, daß die Verhandlungen über das Wahlgesetz vertagt werden. Das Ministerium scheint vielmehr entschlossen zu sein, den Kampf gegen Die Obstruktion bis zum Blutvergießen aufzunehmen. Brüffel, 30. Juni. Die gesamte Presse, liberaler Richtung, erklärt, daß nur der Rücktritt des Ministeriums van der Peereboom sowie die Zurücknahme der Wahl-Vorlage die Ruhe wieder Herstellen kann. Man spricht bereits von der bevorstehenden Berufung eines Ministeriums de Landt- sheore. Der König verbrachte den ganzen Tag hindurch mit Konferenzen mit verschiedenen Parteiführern, insbesondere mit Beernaert, welcher als Berater des Königs während der gegenwärtigen Krisis die Hauptrolle zu spielen scheint. Brüffel, 30. Juni. Gestern abend 10 Uhr begaben sich etwa 4000 Kundgeber, welche aus dem Volkshause zurückkehrten, nach dem Rathause, wo eine Massenversammlung abgehalten werden sollte. Berittene Gendarmerie vertrieb die Menge in die Nebenstraßen und feuerte von Zeit zu Zeit in die Menschenmassen. Aus den Nebenstraßen des dicht bevölkerten Stadtviertels hörte man in kleinen Zwischenräumen Schüsse fallen, welche besonders zu dem Zweck dienten, die Gendarmerie und deren Pferde zu erschrecken. Starke Gruppen, welche unaufhörlich revoltierten und Lieder sangen, begaben sich in die Oberstadt und in die Umgebung der neutralen Zone. Hier schoß die berittene Gendarmerie unaufhörlich. Die Aufregung steigerte sich von Augenblick zu Augenblick. Ernste Zwischenfälle scheinen sich jedoch nicht ereignet zu haben. Brüffel, 30. Juni. Die Krawalle in den Straßen dauerten bis 2 Uhr nachts. In kurzen Zwischenräumen hörte man Revolverschüsse der Gendarmerie, welche von Seiten der Kundgeber erwidert wurden. Näheres über die gestern abend vorgekommenen Verwundungen ist noch nicht bekannt, jedoch steht fest, daß den Gendarmen von den Kundgebern zwei Pferde erschossen wurden. Saaz, 30. Juni. Hier fanden heftige Zusammenstöße zwischen den Deutsch-Nationalisten und den Sozialisten statt, da die ersteren eine Versammlung der letzteren stören wollten, worauf die Versammlung spät Nachts verboten wurde. Paris, 30. Juni. Echo de Paris schreibt, eine hohe Persönlichkeit habe gestern abend gegen 11 Uhr die Mitteilung erhalten, der Kreuzer Sfax habe Befehl bekommen, Dreyfus zwei Kilometer von Brest in der Nähe eines Pulverturmes an Land zu setzen und von dort sofort nach Rennes zu dirigieren, wo er gegen Mitternacht eintreffen werde. Paris, 30. Juni. Die Briefe und Depeschen, welche Dreyfus von der Teufels-Insel hierher richtete, zeigen zwar eine gewisse Depression, rechtfertigen aber keineswegs die Annahme, daß sein Verteidiger Demange ihn erst in einer Heilanstalt untergebracht wissen will. Richtig ist, daß Demange nach einer oder zwei Konferenzen mit Dreyfus sich darüber aussprechen will, ob sein Klient den Anstrengungen und Aufregungen einer mehrtägigen Verhandlung gewachsen sei. Ginge es nach den Wünschen der Frau Dreyfus, so würde die Verhandlung sobald als möglich stattfinden. Sofia, 30. Juni. Die Sobranje hat mit 68 gegen 48 Stimmen die Eisenbahn-Konzession angenommen. Darmstadt, 30. Juni, 1 Uhr mittags. (Privat-Telephon- meldung.) Die Zweite Kammer nahm mit allen gegen 14 Stimmen die Einführung einer Fahrrad st euer von 5 Mk. pro Jahr an. Befreit davon sind Gewerbetreibende und Lohnarbeiter mit einem Einkommen unter 1500 Mk. Die Luxuswagen und Reitpferde werden mit20Mk. Stempel belegt. FiMd-Mr «z w- bis Mk. 5.85 per Meter — japanische, chinesische rc. in ben neueste i DesstnS und Farben, sowie schwarze, weiße und farbige »Heuneberg- Seide" von 75 Pfg. bis Mk. 18.65 per Meter — in den modernsten Geweben, Farben und Dessins. An jedermann franco und verzollt ins Haus. Muster umgehend. 10177 6. Henneberg’s Seiden-Fabriken (k.u.k.Hofl.), Zürich. Borschriften bei Lösung der Fe st karten zum Schützenfest. Familienkarten mit 3 Beikarten zu Mk. 5.— gültig für alle Festlichkeiten. Die Beikarten werden auf die Namen der Inhaber ausgestellt und nicht durchweg auf den Namen des Familienoberhaupts. Diese Beikarten werden an alle Mitglieder ein und desselben Hausstandes ausgegeben. Ausgeschloffen sind Söhne und männlicher Besuch über 18 Jahre. Zu diesen 3 Beikarten können noch weitere Beikarten zu Mk. 1,25 gelöst werden. Besitzer von Beikarten wollen sich von dem richtigen Eintrag ihres Namens vergewissern, damit sie bei der Kontrolle auf dem Feftplatz keine urran- genehme Auseinandersetzung finden. Als Kinder unter 14 Jahren werden sämtliche schulpflichtigen Kinder verstanden. Alle Karten sind sichtbar zu tragen. Concordia. )ie Mitglieder werden gebeten, zur Beteiligung estzug Sonntag den 2. Juli, Pünktlich 10 Uhr, im Bereinslokal sich einfinden zu wollen. 5023 Der Vorstand. Schmidt & Wiechmann Frankfurt a. M 5017 Maschinenöle und Fette Schlamm- u. Mannlochpackungen Schmier-Büchsen und -Kannen Röhrenbürsten Wasserstandsgläser nud -Ringe. Neue Mainzerstrasse 80. Kernlederriemen Kaumwoll' n. Kamelhaar-Riemen endlos, ohne Verbindung. 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R-dactio»: L v«rkh«r»t. - *** öert^ der Vrühl'sch« Um»erstlät».Buch. und 02114] Möbl. Zimmer zu vermieten. LSwengasse 10. 02341] Ein junges Mädchen vom Lande sucht leichte Stelle. Näh. Nordanlage 8. Restauration zur Nebigshöhe. | Herrlicher Aufenthalt. 5006 2 In nächster Jähe des Kestptahes. 5009] Gesucht vorerst provisionsweise ein tüchtiger Beisender für ein Zigarren - Engros - Geschäft, welcher schon Hessen und Nassau bereist hat. Zeugn.-Abschr.erbeten unterS.0.5009 an die Exped. d. Bl. 17. Verbands-Schützenfest in Giessen jvom S. bis 9. Juli 1899. Die^verehrlichenHVereine, welche ihre Teilnahme am Festzuge — Sonntag, den S. Juli a. c. — zugesagt haben, bitten wir hierdurch noch besonders, daß Pünktlich 10 Uhr vormittags, und zwar nach neueren Bestimmungen NUr in der Nordanlage vom Wallthor ab, Auf. fteüung genommen werden muß. Der Festzug, welcher eine größere Anzahl von Prunkwagen und historischer Gruppenaufführungen enthalten wird, Passirt vom Wallthor ab: Wallthorstraße, Lindenplatz, Kirchplatz, Marktplatz, Marktstraße, Bahnhofstraße, Westanlage, Seltersweg, Kreuzplatz, Mäusburg, Marktplatz, Schulstraße, Neuenbäue, Gartenstraße, Ludwigsplatz, Grünbergerstraße — Festplatz. Die geehrten Anwohner der vorgenannten Straßen werden höflichst gebeten, bei Anbringung von Ausschmückungen quer über die Straste gefälligst Rücksicht darauf nehmen lassen zu wollen, daß ein freier Durchgang bis mindestens 7,0 Meter Höhe über der Straße sicher gestellt bleibt, um den im Zuge mitgeführten Prunkwagen die Durchfahrt und einen ungestörten Marsch des Zuges zu ermöglichen. Die geehrten Mitglieder sämtlicher Einzel- ausschüffe — soweit sie frei sind — marschiren in der ersten Abteilung nach dem geschäftsführenden Ausschüsse. Der Jug- und Hrdnungs-Ausschuß: zum Verkauf der Schußmarken an den Schaltern der Schießhalle gesucht- Zu erfragen Kreuzplatz 8. 5028 Der Schiest-Ausschust. i&Tjgg Unsere Vereinsmitglieder werden ersucht, sich zur Teilnahme am Festzuge recht zahlreich l&sr kommenden Sonntag vormittag 10V2 Uhr bei w Kamerad Bourgeois einzufinden, woselbst denjenigen, welche noch nicht im Besitze von Festkarten find, Tageskarten zum Preise von 1 Mk. — Berechtigung zum freien Ein- und Ausgang — eingehändigt werden. Orden und Ehrenzeichen sind anzulegen. 5008 Der Vorstand. 02315] Ein frdl. Logis, 3 Zimmer und Küche mit Wasserleitung, per sofort zu ber= mieten. Ludwig Döll, Marktstraße 32. 5018] Möbl. Zimmer mit ob. ohnePrnsion zu vermieten. Bahnhofstraße 27, III. 02346] Schön möbl. Zimmer zu ver- 5015] Nahe Hersfeld, Hof, 88 Morg. kleefäh. Boden, Bach am Hause. Mit vollst. 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Abends 81/, Ufjr: Turnerische Aufführungen der Gießener Turnerschaft. Donnerstag bett 6. Juli: Abends 81/, Uhr. Großes Monstre-Konzert der vereinigten Musikkapellen in der Festhalle. Freitag bett 7. Juli: Abends 8V2 Uhr: Großes Brillant-Feuerwerk. Samstag bett 8. Juli: Nachmittags l'/r Uhr: Aufstellung des Jugendfestzuges und Abmarsch durch die Stadt nach dem Festplatz. Nachmittags von 3 Uhr an: Gießener Jugendfest. Abends 8ya Uhr: Wiederholung der Festspiele. Sonntag bett 9. Juli: Nachmittags von 3 Uhr an: Konzert auf dem Festplatz und in der Fest- Halle. Nachmittags 6 Uhr: Verteilung der 10 ersten Preise auf sämtliche Scheiben, Konzert und Tanz auf dem Festplatze und Schluß des offiziellen Festes.5029 Kutscherverein Gietzen. Zusammenkunft am Sonntag, dem 2. Juli, vormittags um lOVt Uhr, zum Zuge des Schützenfestes bei Keinrich Koch am Wallthor. M19 _____________________________Der Vorstand. Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. ~ " Alleinige Fabrikation: I . Reithoffpr’s Betitelter t Wie Nacht, Wien VI/2.1 Nur m Spritzflasche. Nur in Reithoffe’8 Nur IN Spritzflasche. indem jedes Insekt, welches mit diesem Mittel in Berührung kommt, schnell und unfehlbar getödtet wird; *► darum Ist diese Spezialität w veralteten Mitteln, welche A nicht tödten, sondern blos betäuben, entschieden vorzuziehen. 5012 Das alte System, eine Flasche Insektenpulver und die dazu nötige Gummispritze separat zu kaufen, hat sich durch diese grossartige, einfache, sowie praktische Erfindung total überlebt. Deutschlands Bevölkerung, an der Spitze Intelligenz schreitend, kauft daher von jetzt an nur Reithoffer’s gesetzl. geschützten Insektenvertilger in der Spritzflasche. Preis per Flasche 30 Pfg 60 Pfg. 1 Mk Depot in Giessen bei Herrn Emil Fischbach. gesetzlich geschützter in Epochemachende Neuheit zur Vertilgung des Ungeziefers. Reithoffer’s Mur in Reithoffer’s l1ur ,n Spritzflasche. Nur in Reithoffer’s NUT in Spritzflasche. 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