206 9lt. 27 Erstes Blatt. 18»» iehener Anzeiger General-Anzeiger Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. monatlich 75 Pfg. mit Bringcrlohn. Aezrigs preis vierteljährlich Annahme von Anzeigen zu der nachmillagS für den folgende« Lag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Erscheint täglich mit Ausnahme beS Montags. Die Gießener Aamilleuvtätter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. Mittwoch den 1. Feuruar lern edes Papier. I Kartonierte wertt t in der ul (MM e 7. i äWchN 399 nte 100.V 100.7: 24 2! 99.7 z VvN 1881 112 i. M. 100.» 00« 8k. unk. b. M8 M Bkunk.b.lM l'J 8f.untb.1906 io .8t.untJj.1900 V Sdtf et. -.-1811 -.-11651 -.-4.1!' r 22’J W M ochichvWch V 100- btnmk lf' 21- 92- ). in r I «i V- 131- ir. O iS- Aintr» und Anzeigeblatt fflr den 'Kreis Gieren. Red-nltlon, Expedition und Druckerei: Kchutstrahe Alr. 1. — WWB—■■Mi l- WITMW'ja«— Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische DolbsKunde. Adreffe für Depeschen: Anzeiger Hießen. Fernsprecher Nr. 51. Deutscher Reichstag. 20. Sitzung vom 30. Januar. 1 Uhr. Am Bundesratstische: Staatssekretär Tirpitz, Staatssekretär T h i e l m a n n. Tagesordnung: Antrag Agster (Soz.) betr. Einstellung eines gegen den Äbg. Thiele schwebenden Strafverfahrens für die Dauer der Session. Der Antrag wird debattelos angenommen. Es folgt ein weiterer schleuniger Antrag Agster auf Erteilung der Genehmigung zur Strafverfolgung des Abg. Schmidt-Aschersleben wegen angeblicher Majestätsbe- leidigung. Abg. Singer (Soz.) schlägt vor, den Antrag der Geschäftsordnungs-Kommission zur schleunigen Berichterstattung zu überweisen. Das Haus beschließt demgemäß. Zur Beratung steht nunmehr der Marine-Etat. Namens der Budgetkommission beantragt Abg. Lieber unveränderte Annahme des Voranschlags. Bei dem Ausgabetitel „Staatssekretär des Marine- amtS- bringt Abg. Singer (Soz.) einen Erlaß des Ober- iverftdirektors v. Wietersheim in Danzig gelegentlich der letzten Reichstagswahlen zur Sprache. Der Tagesbefehl vom 21. Juni 1898 habe sich abfällig über die sozialdemokratischen Grundsätze und Ziele verbreitet und der Sozial- btitiofrütie nachgesagt, Gegner des Reichs zu sein und das- skibe zu bekämpfen. (Rufe rechts: Sehr richtig! Heiterkeit.) Der Tagesbefehl habe die Werftarbeiter aufgefordert, den andern Kandidaten, einen treuen Bürger der Stadt, zu ivöylen. (Heiterkeit.) Der Reichstag habe allen Anlaß, solchem Unfug entgegenzutreten. Ein Tagesbefehl des Ober- Vers tdirektors Hugo von Schuckmann in Wilhelmshaven gebiete den Arbeitern, für rechtzeitige Entrichtung ihrer Steuern Sorge zu tragen. Bei dreimaliger Versäumnis er- stlge Entlassuug. Staatssekretär Tirpitz glaubt im Sinne des Hauses gl sprechen, wenn er eine Sozialistendebatte vermeide. Von itii Befehlen habe er selbstverständlich erst post festum Siimtnid erhalten. Er sei der Ansicht, daß die Werst in solcher Weise bei den Wahlen nicht hätte hervortreten sollen. Kr habe dieser Ansicht auch entsprechenden Ausdruck gegeben. Ilebrigens sei die Annahme des Herrn Singer nicht richtig, dih die Abkommandierung des Herrn v. Wietersheim mit biejer Angelegenheit im Zusammenhang stehe. Was den cmöeren Tagesbefehl anlange, so seien die Verwaltungen durch die Gesetze vom 21. Mai 1868 und 29. März 1897 vnpslichtet, für die Abführung rückständiger Steuern zu sorgen. Die Verwaltung habe ein Interesse daran, daß die Verhältnisse der Arbeiter geordnete seien. Was den zweiten Passus des Tagesbefehls anlange, wegen der Entlassung, so sei derselbe allerdings etwas hart. Es würden wohl besonders schwere Fälle vorgelegen haben, die diesen Pasius veranlaßten. Abg. Rickert (frs. Vp.) begrüßt die Erklärung des Staatssekretärs mit Freuden und bemerkt, er habe weder direkt noch indirekt Anlaß zu dem Vorgehen des Herrn v. Wietersheim gegeben. Er. Redner, sehe der Prüfung seiner Wahl mit größter Seelenruhe entgegen. Die Erklärung des Staatssekretärs solle Nachfolge finden bei allen Reichstagswahlen, und die Konservativen möchten gleichfalls von der Erklärung des Herrn Tirpitz die Konsequenzen ziehen, wo sie in Betracht kämen. Auf eine Anregung des Abg. Lingens (Centr.) erwidert Staatssekretär Tirpitz, daß die Instruktionen ganz Bestimmtes in Bezug auf die Erleichterung der Teilnahme der Mannschaften an kirchlichen Handlungen vorschreiben. Abg. Frhr. v. Stumm (Rp.) meint, hoffentlich habe der Staatssekretär mit seinen Erklärungen nicht etwa auch eine Mißbilligung der einzelnen Ausführungen des Tagesbefehls über die Sozialdemokratie aussprechen wollen. Abg. Molkenbuhr (Soz.) wendet sich gegen diese Ausführungen und bemerkt, vor zwei Jahren sei der bekannte Werftarbeiter Lorenzen in Kiel ein Hauptgewährsmann des Herrn v. Stumm gewesen. Vor kurzem sei nun Lorenzen wegen seiner moralischen Qualitäten entlassen worden. Redner beschäftigt sich hierauf mit einer im Vorjahre erschienenen Denkschrift über die Arbeitslöhne auf den Werften. Direktor im Marineamt, Büchsel, entgegnet, die Entlassung Lorenzens sei erfolgt wegen Zuwiderhandlungen gegen die Arbeitsordnung. Von einem Spitzelwesen auf den Werften könne keine Rede sein. Abg. Werner (Antis.) spricht sich gegen behördliche Wahlbeeinflussungen aus. Abg. Bassermann (natl.) erklärt namens seiner Fraktion, daß dieselbe mit den Erklärungen des Staatssekretärs vollkommen einverstanden fei. Abg. Gröber (Centr.) spricht sich in demselben Sinne aus. Behördliche Einmischungen in Wahlen verwerfe das Centrum grundsätzlich. Abg. Rickert (frs. Vg.) wendet sich gegen Herrn v. Stumm und erinnert daran, daß selbst Herr v. Köller, der jetzige Oberpräsident, einmal den Landräten gesagt habe: Nehmt euch in acht mit Wahlbeeinflussungen! Sonst kommt der Reichstag und erklärt die Wahl für ungiltig! Es folgen nun Auseinandersetzungen zwischen den Abgg. Frhr. v. Stumm (Rp.) und Singer (Soz.). Letzterer erblickt in einer Aeußerung des Herrn v. Stumm über Herrn v. Tirpitz' Stellungnahme zum Danziger Tagesbefehl eine versteckte Denunziation des Chefs des Marineamts. Vizepräsident v. Frege: Herr Kollege Singer, der Ausdruck eine versteckte Denunziation ist denn doch wohl nicht zulässig! Nach einigen weiteren Bemerkungen wird der Titel genehmigt. Bei einem weiteren Titel bemerkt Abg. Rickert (frs. Vp.), er empfehle im voraus unter Bezugnahme auf künftig zu erörternde Petitionen eine Besserstellung der Führer und Maschinisten von Werftdampfern, Schwimmkrahnen rc. Auf eine Anregung des Abg. Rickert (frs. Vp.) zu Gunsten der Werftschreiber, denen der Uebertritt in die höhere Stellung als Werftführer zugesichert worden sei, entgegnet Kontreadmiral Büchsel, an die Werftführer würden höhere Ansprüche gestellt, als an die Werftschreiber, weshalb das Zwischenexamen habe eingeschaltet werden müssen. Es sei zu hoffen, daß möglichst alle Werftschreiber dieses Examen beständen. Beim Extraordinarium erklärt auf Anfrage des Abg. Paasche (nl.) Staatssekretär Tirpitz, es werde erwogen, dem Arbeiterwohnbedürfnis in Friedrichsort weiter gerecht zu werden. Damit ist der Marine-Etat erledigt. Nächste Sitzung: Dienstag 1 Uhr. Tagesordnung: Seidenzollantrag Bachem, Etat für Kiautschou, Postetat. Schluß 6 Uhr. Deutsches Mch- Darmstadt, 31. Januar. Seine König!. Hoheit der Großherzog werden Mittwoch 1. Februar, Meldungen und Vorträge entgegennehmen. Darmstadt, 30. Januar. Die erste Ständekammer wurde auf den 24. Februar einberufen. Berlin, 30. Januar. Der Kaiser hörte heute vormittag im Schlosse die Vorträge des Staatssekretärs Tirpitz und des Chefs des Civil-Kabinetts v. Lukanus. Berlin, 30. Januar. Professor Otto Harnack ist aus der Maison de Sants als genesen entlassen worden und hat am Samstag eine Reise nach Süd-Tirol angetreten, um alsdann seine Lehrtätigkeit an der Technischen Hochschule zu Darmstadt wieder anfzunehmen. Berlin, 30. Januar. Bismarckehrung. Die Versammlung zur Begründung einer nationalen Bismarckehrung, die am Sonntag in Leipzig unter dem Vorsitze des hijj: 104-- 91.10 fg.lO &■ li 16 16 ?as neue öürgertiche Wechl in Kessen. (Nachdruck verboten.) IV. Familien» und Erbrecht. ic HtM - A, '1°° • ’Jkioo n-KindtN. SU* UM*11' 217.40 ura '' 5 Die wichtigsten Bestimmungen, welche das hessische Aöführungsgesetz auf dem Gebiete des Familienrechtes °t, bringt, betreffen die religiöse Erziehung derKinder. Düige Materien sind sowohl in der Rechtswissenschaft als mH besonders in Hessen so bestritten, wie diese Frage. Ulcher Konfession sollen Kinder aus einer gemischten Ehe mgehören? Soll man den Ehegatten die Entscheidung frei mal assen ober gesetzliche Vorschriften treffen ? Sollen die mider dem Vater oder der Mutter folgen? Oder die Evhrie dem Vater und die Töchter der Mutter? In den huschen Einzelstaaten gelten hierüber die verschiedensten ttytunmungen. Für Hessen besteht zwar eine Verordnung dem Jahre 1826, nach der die Kinder der Konfession 171 'ej Katers folgen, wenn nicht in vorehelichen Verträgen anbereS bestimmt ist. Jedoch ist diese Verordnung >! ur Rheinhessen wohl unzweifelhaft ungiltig, unseres Er- ' > Wens ist ihre Ungiltigkeit auch für die rechtsrheinischen 136." 1 1* Ö'2I'V**V 1,1 uiigiuigien aucy sur ote recytsryemlfcyen 1!«60i,: ,,0ln3cn anzunehmen, da sie nicht auf dem verfassungs- -1®611 ^ge zustande gekommen ist. Die Haltlosigkeit 91'10 ' Wr Zustande hat in den Jahren 1862, 1877 und 1878 US-' 5Adiesbezüglichen Gesetzesvorschlägen geführt, jedoch ohne ^rpvlg. Es ist daher mit Freuden zu begrüßen, daß die 37.70 ' • Riexung die Gelegenheit benutzt, die Frage nunmehr 24^ d chiblich zu regeln. 123'J ' $ Zukunft sind Verträge über die religiöse Erziehung !' ;» ■ icr grundsätzlich ausgeschlossen. Ein eheliches Kind 23.20]; cdem religiösen Bekenntnisse des Vaters zu erziehen. 23d ' i»?k?Qtcr &a.rf jedoch, so lange ihm das Erziehungsrecht also bis zum 21. Lebensjahr des Kindes, bestimmen, daß das Kind in einem anderen Bekenntnis erzogen werden soll. Um einen übereilten Entschluß des Vaters zu verhindern und Streitigkeiten nach seinem Tode vorzubeugen, verlangt das Gesetz, daß die Bestimmung durch eine von dem Vater in Person vor dem Vormundschaftsgericht zu Protokoll gegebene Erklärung oder durch eine Verfügung von Todeswegen getroffen wird. Da das Bürgerliche Gesetzbuch das formlose Holographenteftament anerkannt hat, dürfte unseres Erachtens vielleicht noch zu verlangen sein, daß eine solche Verfügung von Todeswegen vor einem Richter ober Notar errichtet sein muß; wie leicht könnte sonst z. B. ein Vater auf bem Sterbelager zu unüberlegten Bestimmungen überrebet werben! Wenn das väterliche Erziehungsrecht nach bem Tobe bes Vaters ober aus sonstigen Grünben auf bie Mutter übergegangen ist, kann bas Dor- munbschaftsgericht nach Anhörung ber Verwanbten aus wichtigen Grünben die Mutter ermächtigen, ein anberes Bekenntnis ihres Kinbes zu bestimmen. Mit bem sog. Diskretionsjahr barf bas Kinb sein Bekenntnis frei wählen. Als Diskretionsjahr ist in ben beutschen Staaten halb bas 14., halb bas 16., 18. unb 21. Lebensjahr bestimmt. Hessen folgt bem Beispiele von Preußen unb Braunschweig unb giebt bem Kinbe mit bem vollenbeten 14. Jahre bas Recht, sich sein Bekenntnis selbst zu wählen. Verträge über bie religiöse Kinbererziehung finb in Zukunft nichtig. Haben jeboch Eltern, bie in gemischter Ehe leben, vor bem 1. Januar 1900 bas Bekenntnis ihres Kinbes vertragsmäßig festgesetzt, so wirb bieses Bekenntnis für bie Zukunft als vom Vater gütig bestimmt angesehen. Der Fürsorge für bie Waisenkinber entspringen bie Vorschriften über bie Anlegung ber Münbelgelber. Nach bem Bürgerlichen Gesetzbuch kann bas Mündelgelb in For- berungen für bie eine sichere Hypothek an einem Grunbstück besteht, ober in sicheren Grunb- unb Rentenschulben an in- länbischen Grunbstücken angelegt werben. Eine Hypothek-, Grunb- unb Rentenschulb gilt nun in Hessen dann als „sicher", wenn sie bie Hälfte bes Grunbstückwertes nicht übersteigt, wobei ber Verkaufswert bes Grunbstückes maß- gebenb ist. Es ist also nicht erforberlich, baß bie Hypothek bie erste Stelle einnimmt; es genügt, wenn mit Einrechnung ber vorhergehend Belastungen ber halbe Wert bes Grundstückes nicht überschritten wirb. Das Münbelgelb kann auch in einer öffentlichen Sparkasse angelegt werben; in Hessen jeboch nur, wenn bie Sparkasse staatlich genehmigt ist unb eine Gemeinbe ober ein anberer Kommunalverbanb für bie Erfüllung ihrer Verbinblichkeiten haftet. Weitere Bestimmungen beschäftigen sich mit ben persönlichen Verhältnissen ber Kinber. Ein uneheliches Kinb kann auf Antrag bes Vaters von ber Staatsgewalt für ehelich erklärt werben, und zwar ist in Hessen hierzu bie Genehmigung bes Großherzogs erforberlich. Wer keine ehelichen Abkömmlinge hat, kann einen anberen burch Vertrag an Kinbesstatt annehmen. Nach bem Ausführungsgesetz wirb — was seither bestritten war — ber Abel burch bie Ehelichkeitserklärung ober burch bie Annahme an Kinbesstatt nicht übertragen; es sei benn, baß ber Vater bem nieberei Abel angehört unb ber Großherzog ben Uebergang bes Abels genehmigt. Im Erbrecht enthält bas hessische Ausführungsgesetz nur wenige Bestimmungen von allgemeinem Interesse. Es regelt zunächst bas Erbrecht ber öffentlichen Wohlthätigkeits- anftalten an bem Nachlaß unterstützter ober verpflegter Personen. Zurzeit bestehen hierüber für bie links- und rechtsrheinischen Provinzen verschiebene, von einanber ab- weichenbe Vorschriften. In Zukunft haben biefe Anstalten Reichstagsabgeordneten Professor Hasse tagte und etwa 50 Teilnehmer aus allen Teilen des Reiches und aus allen Ständen zählte, begrenzte den Zweck des Unternehmens dahin, daß Mittel zusammengebracht werden sollen zur Erhaltung des Deutschtums im Jnlande und im Auslande, sowie zur Begründung eines Bismarckhauses mit einer Bismarck-Urkundensammlung. Berlin, 29. Januar. Bedingte Begnadigung. Dem Reichstag ist nunmehr die angekündigte Denkschrift über die bedingte Begnadigung zugegangen. Die Denkschrift enthält die einschlagenden Bestimmungen, die in den einzelnen größeren Staaten des Reiches erlassen sind, ferner die zahlenmäßigen Ergebnisse, zu welchen die Anwendung dieser Vorschriften geführt hat, und ein kurzes Resümee, das dies Zahlenmaterial beleuchtet. — Flottenverein. Unter Vorsitz des Oberbürgermeisters Adickes fand gestern in Frankfurt a. M. eine große Versammlung statt, in welcher einstimmig beschlossen wurde, ein Komitee des Deutschen Flotten-Vereins für Frankfurt a. M. und Umgegend zu bilden. Au den Kaiser wurde ein Huldigungstelegramm abgesandt und von der Bildung des Komitees Mitteilung gemacht. — Selbstfahrer im Heere. Die Fortschritte, welche die Technik im Bau automobiler Fahrzeuge, oder, wie es jetzt dienstlich heißt, „Selbstfahrer" gemacht hat, legen der Militärverwaltung die Verpflichtung auf, in Versuche einzutreten, die diese Erfindung für den Nachschub an Verpflegungs- mitteln für die Armee und den Munitionsersatz der Truppen im Felde durch den Bau geeigneter Selbstfahrer verwerten. Der Reichsmilitäretat enthält eine entsprechende Forderung von 100000 Mk. für jene Versuche. Die Privatindustrie hat bereits Konstruktionen aufzuweisen, welche Lasten zu 5000 Kgr. zu befördern vermögen, und bei Gelegenheit der Kaisermanöver 1898 in Westfalen war ein solches Fahrzeug mit Benzinmotor im Dienst der Intendantur zum Transport von Verpflegungsmitteln von und nach den Magazinen thätig. Im Allgemeinen hat dieser Selbstfahrer in seinen Leistungen auch befriedigt. Da jedoch einmal eine Explosion vorgekommen ist, hat sich die Militärverwaltung entschlossen, von solchen Motoren abzusehen. Braunschweig, 30. Januar. Beim Abtragen des sogen. Apfelberges wurden, wie die „Braunschweiger N. Nachr." melden, heute in Wolfenbüttel drei Arbeiter durch herabstürzende Erdmassen verschüttet. Als man die Verunglückten wieder zu Tage brachte, waren sie bereits tot. Ausland. Wien, 30. Januar. Der österreichische Verein der Friedensfreunde veröffentlicht einen Aufruf an die Bevölkerung, in welchem dieselbe ersucht wird, die Friedensaktion des Zaren aufs kräftigste zu unterstützen. Wien, 30. Januar. Einer Deputation der Vorsteher der gesamten Buchdrucker Oesterreichs gab der Finanzminister die Erklärung ab, daß die Aufhebung des Zei- tungs- und Kalender-Stempels in absehbarer Zeit nicht zu erwarten sei. Paris, 30. Januar. In der heutigen Kammersitzung ergriff der Justizminister das Wort und erklärte, daß er beauftragt sei, einen Gesetzentwurf über Abänderung des Artikels 445 des Kriminal-Gesetzbuchs dem Hause zu unterbreiten. Er fordere die Ueberweisung dieses Gesetzentwurfes an die Kommission, welche bereits über ähnliche Vorschläge beraten hat. Der Justizminister wurde durch den Ruf „Verlesung" unterbrochen. Er fügte sich dieser Aufforderung und verlas die Begründung des Gesetzentwurfs, welche von der Kammer mit Stillschweigen angehört wurde. In der Begründung heißt es: Der ganze Entwurf sei nicht ein Gesetz für den Augenblick, sondern als ein Gesetz, welches als notwendig erachtet wurde, von der Regierung beschlossen worden, um die Ruhe des Landes wiederherzustellen. (Im Centrum Beifall, auf der äußersten Linken Protestrufe.) Der Justizminister erklärte nun, er hoffe, daß das Gesetz dem Lande die Ruhe wiedergeben werde und forderte die Kammer auf, den Gesetzentwurf einer Kommission zu überweisen. Paris, 30. Januar. Die>Gruppe der Progressisten und Radikalen hat heute Mittag in einer Versammlung beschlossen, den Gesetzentwurf der Regierung betreffend Ueberweisung des Urteilsspruches an die vereinigten drei Straf- im ganzen Großherzogtum ein Recht an den Sachen, welche von einer Person, die in der Anstalt bis zum Tode unentgeltlich verpflegt worden ist, zum Zwecke des Gebrauches in der Anstalt eingebracht worden sind; die Anstalt wird sogleich mit dem Tode der Person Eigentümerin der Sachen. Es soll hierdurch die Anstalt einen Ersatz für ihre Aufwendungen erhalten und zugleich vor chikanösen Ansprüchen der Erben geschützt werden. Was die Testamente betrifft, so sollen nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch die vor einem Richter, Notar oder Vorsteher eines Ortsgerichtes aufgenommenen Testamente in besondere amtliche Verwahrung gebracht werden. Dasselbe gilt für die über einen Erbvertrag errichtete Urkunde, sofern die Parteien nicht das Gegenteil verlangen, und für das eigenhändige, privatschriftliche Testament, wenn der Eblasser die Verwahrung ausdrücklich wünscht Für alle diese Fälle wird in Hessen als Hinterlegungsstelle das Amtsgericht vorgeschrieben, in deffen Bezirk der Erblasser zurzeit der Testamentserrichtung wohnt. Es könnte nun leicht vorkommen, daß wegen Auswanderung des Erblassers oder aus einem sonstigen Grunde das Amtsgericht von seinem Tode keine Kenntnis erhält und das Testament infolgedessen uneröffnet bleibt. Um dies zu verhüten, wird das Testament von amtswegen eröffnet, wenn 54 Jahre seit seiner Hinterlegung verstrichen sind, und dem Gericht nicht bekannt ist, daß der Erblasser noch lebt. kammern des Kaffationshofes mit großer Majorität anzunehmen. In einer anderen Vereinigung der Gruppe der radikalen Linken, der äußersten Linken und der Sozialisten, unter dem Vorsitz des Abgeordneten Ricard, ist der Beschluß gefaßt worden, gegen die sofortige Diskussion des Gesetzentwurfs Stellung zu nehmen und die Regierung aufzufordern, den Gesetzentwurf der jetzt bestehenden Kommission zu überweisen. Schließlich wurde jedoch auf Vorschlag des Abgeordneten Millerand entschieden, die Kammer aufzufordern, im Falle sie eine Spezial-Kommission ernennen wolle, die Veröffentlichung der ganzen Untersuchung des Zwischenfalles Beaurepaire-Bard im Amtsblatt erscheinen zu lassen, bevor die Ueberweisung an die Spezial-Kommission erfolgen soll. Spanien. Zur inneren Lage wird berichtet: Die Kortes werden am 20. Februar zusammentreten. Die Regierung wird wegen der Abtretung der Philippinen einen Jndemnitätsantrag einbringen, Sagasta sodann der Königin- Regentin die Vertrauensfrage stellen. — Der „Reforma" zufolge sei davon die Rede, das Kabinett durch Persönlichkeiten aus den Gruppen Gamazos und Montero Rios zu stärken. Amerika. Eineneue Enthüllung aus dem spa ni sch- amerikanisch en Kriege hat der frühere amerikanische Gesandte in Madrid, Woodford, soeben geliefert. In einer am Sonnabend im „Army and Navy Klub" zu Washington gehaltenen Rede sagte er: „Als die „Maine" in Havanna in die Luft flog, war weder an Bord der amerikanischen Kriegsschiffe noch in den Kriegsniederlagen Pulver genug, um mit jedem Geschütz zwei Schüsse abfeuern zu können. Er, der Redner, wurde daher beauftragt, alle Mittel anzuwenden, um einen Bruch zwei Monate lang zu verzögern; doch würde er dies nicht möglich gemacht haben, ohne die unwandelbare loyale Freundschaft Englands, dessen Vertreter in Madrid eine europäische Koalition gegen Amerika verhinderte. — lieber den Zustand des amerikanischen Heerwesens zu Beginn des Krieges wirft jenes Eingeständnis ein ebenso bezeichnendes Licht, wie die Aufdeckung der Verpflegungsmängel, der soeben der Generalkommissar Eagan mittels eines auf Dienstentlassung lautenden kriegsgerichtlichen Urteils zum Opfer gefallen ist. Noch hübscher ist die mit der Fabel von einer europäischen Koalition verbundene Enthüllung, daß Amerika von vornherein den Krieg gewollt habe und seine vorgegebene Friedensliebe demnach nur Gaukelspiel zur Ermöglichung besserer Kriegsrüstungen gewesen sei. Males und Provinzielles. Gießen, den 31. Januar 1899. •• Von der Universität. Seine Königliche Hoheit der Großherzog habenAllergnädigst geruht, am 25. Januar den ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Landesuniversität, Dr. Otto Wiener, auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 31. März 1899 ab, zu entlassen. •* Aus dem Gerichtsdienst. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 28. Jan. den Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Ortenberg Heinrich Gi ller zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Lich, die Gerichtsassessoren Dr. Karl Fuhr aus Gießen und Otto v. Pfister aus Darmstadt zu Amtsrichtern bei dem Amtsgericht Ortenberg, den Gerichtsassessor Rudolf Sell- heim aus Friedberg zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Nidda, und den Gerichtsassessor Dr. Julius Friedrich aus Darmstadt zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Büdingen — sämtlich mit Wirkung vom 1. Februar l. I. — zu ernennen, am 28. Januar den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Ortenberg Karl Herpel auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. Februar 1899, seines Dienstes zu entlassen. ** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten» Versammlung Donnerstag den 2. Februar 1899, nachmittags 4 Uhr pünktlich: 1. Gesuch des Martin Abermann um Erlaubnis zur Errichtung eines Ziegelbrennerhäuschens auf seinem Grundstück am Wismarer Weg. 2. Gesuch des Louis Seuling um Erlaubnis zum Bauen von 10 Wohnhäusern auf seinem Grundstück zwischen Moltke- straße und Steinweg; hier: Dispens. 3. Baugesuch des Johannes Hirz für den Seltersweg; hier: Dispens. 4. Baugesuch des Graveurs K. Schwan für die Mäusburg; hier: Dispens. 5. Baugesuch des Julius Nattmann für die Diez- straße; hier: Fluchtlinie für die letztere. 6. Gesuch des katholischen Kirchenvorstandes um Abtretung städischen Geländes an der Liebigstraße. 7. Anlage erhöhter Trottoirs pro 1899/1900. 8. Vorlage der Rechnung des Realgymnasiums und der Realschule pro 1897/98. 9. Der Voranschlag des Realgymnasiums und der Realschule pro 1899/1900. 10. Errichtung weiterer Klassen an der Volksschule. 11. Den Unterricht der Stotterer in der Volksschule. 12. Gesuch des Wilhelm Ullrich um Erlaubnis zum Branntweinverkauf über die Straße im Hause Tiefenweg 6. 13. Gesuch des L. Thiele um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Ludwigsplatz 15. •• Stadttheater. Es wird den Lesern unseres Blattes erwünscht sein, näheres über den schnell beliebt gewordenen ersten Heldendarsteller unseres Stadttheaters, Herrn Hubert Dietzsch, welcher am Mittwoch als Uriel Acosta seinen Ehrenabend begeht, zu erfahren. Herr Hubert Dietzsch wurde am 2. Juli 1875 als Sohn des praktischen Arztes Dr. Dietzsch geboren, absolvierte das Gymnasium seiner Vaterstadt, und ward darauf Schüler des königlichen Hofschauspielers Jacobi in Staffel. Er diente sozusagen von der Pike auf, wirkte ein halbes Jahr lang an einer Schmiere, wurde dann für das zweite halbe Jahr nach Frankfurt a. d. O. engagiert, und widmete sich in diesem Winter mit hervorragendem Erfolge an der Bühne unseres Stadttheaters dem ersten Heldenfache. Die allgemeine große Beliebtheit, deren sich Herr Dietzsch durch sein ernstes Streben mit ungewöhnlichen Anlagen verbindendes Auftreten hier erfreut, lassen es unnötig erscheinen, für seinen Ehrenabend unter den Theaterfreunden noch besonders Stimmung zu machen, und wir dürfen wohl auch ohnedies dem ge- j schätzten Benefizianten ein volles Haus verheißen. Herr Dietzsch ist vorläufig für ein ehrenvolles Gastspiel nach Nürnberg gewonnen. Wir wünschen ihm auf seiner Künstlerlaufbahn weiterhin glänzende Erfolge, und werden uns freuen, ihn seinerzeit als ausgereiften Künstler gelegentlich hier wieder in Gastrollen begrüßen zu dürfen. ** Konzert-Verein. Es haben sich beim Besuch der Ausführungen des Konzert-Vereins erhebliche Uebelstände herausgestellt, die zumal beim Wittich-Konzert gradezu zu Kalamitäten geführt haben. Da nun das nächsten Sonntag stattfindende Wülln er-Konzert einen ähnlichen Andrang voraussetzen läßt, so hält es der Vorstand des Konzert-Vereins für feine Pflicht, die Mitglieder dringend zu bitten, nicht erst in letzter Minute oder gar noch später jU kommen. Die Garderobiere und die Kontroleure sind nicht im stände einen plötzlichen Andrang zu bewältigen auch der, jedem Besucher im Saale zugemessene Raum ist o knapp, daß ein Aufsuchen der Sperrsitze en mässe gradezu zum Chaos führen muß. Die Konzerte müssen lünklich um 5 Uhr beginnen, später kommende können des- ialb dem Vorstände keine Vorwürfe machen, wenn sie, für )ie Folge den ersten Teil des Konzertes hinter geschloffenen Thüren abwarten müssen. Ebenfalls ist dringend darum gebeten, die Billets beim Eintritt bereit zu halten, und zwar gütige; Theaterkarten, Garderobemarken rc., wie solche vorgewiesen sind, werden von den Kontroleuren unter keiner Bedingung respektiert werden. Ernste Beschwerden sind seitens )er Mitglieder erhoben worden, daß auf der Galerie, die lekanntlich unnummerierte Plätze enthält, gleich nach der Eröffnung des Saales Plätze für Späterkommende reserviert und rücksichtslos behauptet werden. Das ist vollkommen unerlaubt; niemand hat das Recht einen weiteren Platz, als er selbst einnimmt, für sich oder andere zu beanspruchen, eder nicht besetzte Platz ist als frei zu betrachten; eventl. )ie Hilfe des anwesenden Vorstandsmitgliedes anzurufen. Im Interesse eines ungetrübten Genusses für alle hofft der Vorstand, daß jeder gern den gegebenen Anregungen zu- timmend sich verhalten wird. —r. * * Militärisches. Dem neuen (18.) Armeekorps werden auch die Großh. Hessischen Truppen einverleibt. Die Infanterie-Regimenter des 18. Armeekorps erhalten )Iauc Achselklappen mit roten Regimentsnummern, doch rehalten die vier alten hessischen Regimenter (Nr. 115 )is 118) ihre bisherigen Farben bei. Dem neuen Armeekorps werden außerdem angehören die Jnfanterie-Regimenter Nr. 80, 81, 87, 88, 166 und 168, die hessischen Dragoner- Regimenter Nr. 23 und 24, das 6. Ulanen- und das 13. Husaren- Regiment, das 25. Train-Bataillon, das 25. und 27. Feld- artillerie-Negiment. * * Winterfest der G. R. G. Wanderer. Am Samstag Abend begingen die „Wanderer, G. R. G." in Steins Saalbau unter Beteiligung zahlreicher Gäste ihr diesjährige- Winterfest. Ein besonderes Ereignis bei dem Fest war die Ernennung des Brauereibesitzers GeorgBichler zum Ehrenmitglied der „Wanderer". Leider war Herr Bichler verhindert, am Fest teilzunehmen. Demselben wird nach seiner Rückkehr aus der Schweiz das von Maler Fritz gemalte Ehrendiplom überreicht werden. Der Glanzpunkt des Abends war ein vom 1. Fahrwart der „Wanderer", Wilh. Hamel, eingeübter, unter Führung des Herrenfahrers Ludw. Opel vorgeführter Reigen, der zweimal, und zwar zuerst im Sport-Kostüm und dann in Balltoilette, von acht Herren gefahren wurde. * * Der Eisenbahnetat sieht u. a. für den Bezirk der Eisenbahndirektion Fr ankf ur t a. M. folgende Forderungen vor: Erweiterung der Hauptwerkstätte in Betzdorf (290,000), letzte Rate 90,000 Mk., Erweiterung des Bahnhofes Betzdorf (1,900,000), fernere Rate 150,000 Mk., Erweiterung der Bahnhofsanlagen in Wiesbaden (10,900,000), fernere Rate 2,000,000 Mk., Erweiterung der Werkstättenanlagen in Frankfurt a. M. (1,365,000), erste Rate 300,000 Mk., Erweiterung des Bahnhofes Oberursel (250,000), erste Rate 150,000 Mk., desgleichen Gießen (3,550,000), erste Rate 800,000 Mk.) • * Bei der neuen Steuerreform ist das zurzeit höchste Einkommen im Großherzogtum Hessen auf 1,353,000 bis 1,354,000 Mk. per Jahr angegeben. Dasselbe ist vermutlich in Worms zu suchen und zu finden. Interessant ist dabei die Thatsache, daß dieses größte hessische Einkommen zirka 100,000 Mk. mehr als die Großherzogliche Civilliste beträgt. * • Trutwild. Die Großherzogliche Regierung beabsichtigt, für das amerikanische Trutwild, welches in letzter Zeit vielfach in Hessen ausgesetzt worden ist, demnächst eine Schonzeit einzuführen. Das Wild hat sich als nützlich für den Wald erwiesen. Alsfeld, 29. Januar. Der 40. Geburtstag Kaiser Wilhelms II. würbe hier durch verschiedene festliche Veranstaltungen begangen. Bereits am Donnerstag Mittag wurde seitens der Großh Realschule eine Vorfeier im „Deutschen Kaiser" abgebalten, deren Verlauf als wohlgelungen bezeichnet werden muß. Im „Gasthaus zur Krone" fand das übliche Festessen statt. Herr KrciSrat Dr. Melior würdigte di Bedeutung dieses Freudentages für unser Volk in einem Toast» der in ein Hoch auf Se. Majestät auskiang, das bei der Versammlung begeisterte Aufnahme fand. — Die Mitglieder des Veteranen- und Kriegervereins hatten sich im großen Saale des „Deutschen Kaisers", der im Festgewand prangte, versammelt. In herzlichen Begrüßungsworten wandte sich der Vereins vorfitzende, Herr Gg Kurtz fr., an die zahlreich Er» schienenrn beiderlei Geschlechts, dabei der besonderen Veranlassung gedenkend, welche die Veteranen- und KriegervereiriS* Mitglieder heute in fester Treue zum obersten Kriegsherrn ^hii Lor 440 Sei Schweichs mit bem Sorbet tor für bat A fofoh in ßrfurt sab fflilnj roirlt liWschrn Veit! vmchrn alten Si :Nd)in Strichu xüN efl„ klltmnererz^ fotogene lande». Die oh habe Napoleon &<»■ i®! fkleri baniHl eriv-M Mtten die S'lB M Reiche« gebn «ganaen, btt60 berufen, in M dem Bl'-k darncl inb deutscher M bü« gekokt, sti bat sei die »u W* Äa’ Ist' Hrigen Regier bewahrten Friel rnhciM ftol) her Schiffe, übe les deutschen 5 Oe auf, den K mb an ihrem Mer ju pfleg Archm, deal Bo I-icheMer gelt lump in boiftlbe MM. Die fij am allgemeine dingen, 29. ist in den weinba ilttatt im Gang« 6 man ansantz- men brauchbar . ^enge ist sehr1 >m herbste ihre K« . *Nlit,30 migntit sich Mül, dem lei Adem di Mmbizhe ä: l^ver Arbeit«, dkl Z^USssall ; ^"'elshain' a "Mag. r Ii,! ni, Lös MtaeÄ ?546 Ä! H ä« 3'ier M ) Armeelnys ppen einverleik leekorps erhck tänummern, N unter (Nr. 1. em neuen formt nterie-9legimyiir sfischen Dragon» ddasl3.Husar^ 25. und 213dl ■fl« H W 1 1 .-A« 1 *«i t 3m Gum®. K? in S^v ihr Mchch ti dem Fest tw cgBichlerzor var Herr Nchlr selben wird noi Maler Fritz g-- Der Glanzpwl! bet M*> rung des ien, teil«* Jnn in MW- r den NM LOvriE. § Bahnhofes M, ütwtW 1900,000), W 50,000), ,50,000), eilte , ,®*el ».ch er "l 9«legentlid| ? B-Kch bet * ^e!U,d, »mt gtabeie 1 > nätbta «w« Mi,« ®, ®otllanb bei >u«dn bringtnb 9W »»ch |päl(t «ontroteure s>« jw bewältigen el’cne Raum ist I^e en mässe -onzerte müssen noe tonnen des-. d wenn sie, für lter geschlossenem lgend darum gr ölten, und zwar wie solche vor en uMet teinr. cdeir Hb seilens )er Galeck, bv eich nach der G mende reserviei ist volltommv weiteren Plq m beanspruchen 'achten- enenll des anzurufen ix M hvht der Anlegungen zu- eblM ?• chiedene«B uftitr \ej£i*, *20bfl« iB> ne" f°"^£digie > ieltok o I .0 m ,n hei f rf‘a%e *4 b- 'ach im jj >ttelt i^k .8*5*'S -rieg^ zasammensühre. Ein Prolog, der in schwungvollen Versen die Herrscherlugenden Kaiser Wilhelms und des Reiches Glanz «nd Macht verherrlichte und der von Frl. E. Ltstmann mit Wärme und Hingebung vorgetragen wurde, entflammte die Herzen zu hoher Begeisterung. Der Festredner, Herr Lehrer Rudolf, zeichnete in leuchtenden Farben die wechselvolle, »on kummererzeugenden, aber auch stolzerweckenden Daten durchzogene Entwrckelungsgeschichte unseres deutschen Vaterlandes. Die ohnmächtige Zerrissenheit der deutschen Stämme habe Napoleon I. die Geißel in die Hand gegeben. Auch die FreiheilSkliege, die diese schmachvollen Fesseln der Knechtschaft sprengten, hätten das nationale Werk der Einigung nicht zu fördern vermocht. Erst der Geisterkampf von 1848 und die daraus erwachsene freiere Entwickelung des politischen Lebens hätten die Ei kenntnis der Notwendigkeit einer strafferen Einheit des Reiches gebracht. Aus dieser Zeit sei der Mann hervor gegangen, der, von den Hohenzollernfürsten an leitende Stelle berufen, in seiner Politik von Blut und Ersen mit weitschauen dem Blick da» richtige Mittel zur Erringung deutscher Emheit ■nb deutscher Macht und Größe erkannt habe. Welche Opfer da» gekostet, sei bekannt. Schwer Errungenes zu erhalten, das sei die Ausgabe des gegenwärtigen und kommenden Geschl.chts. Kaiser Wilhelm II. sei, getreu dem Erlaß bei seinem Regierungsantritt, die Bahnen seines Vaters und Großvaters gewandelt, während seiner nunmehr bald elfjährigen Regierungszeit habe das Reich in durch weise Politik bewahrten Frieden im Innern und nach Außen sich kraftvoll entwickelt, stolz wehe heute die deutsche Flagge auf den Masten der Schiffe, überall, wo sie sich zeigt, achtunggebietend und dem deutschen Namen Ehre machend. Er (Redner) forderte alle auf, den Kaiser in seinen Bestrebungen zu unterstützen und an ihrem Teil mitzuwirken, die Errungenschaften des Reiches zu pflegen und weiter auszubauen. Dem Kaiser zum Ruhme, dem Volk zum Wohle! Unserem thatkräftigen jugendlichen Kaiser gelte sein Hoch! Begeistert stimmte die Versammlung in dasselbe ein, worauf die Nationalhymne den Saal durchtönte. Die übrigen Nummern des Programms setzten sich au» allgemeinen Gesängen und Solo-Vorträgen zusammen. Bingen, 29. Januar. Der Abstich des 1898er ist in den weinbautreibenden Orten der Provinz Rheinhessen überall im Gange. Die Qualität im Fasse stellt sich besser, als man anfangs im Herbste vermutet hatte, derselbe dürfte einen brauchbaren Mittelwein geben. Die eingelagerte Menge ist sehr wenig, da die meisten kleineren Landwirte im Herbste ihre Creseenz verkauften. Aus der Zeit für die Zeit. Vor 440 Jahren, am 1. Februar 1459, wurde zu Wipfeld bei Schweinfurt der erste — 1487 von Kaiser Friedrich III. — mit dem Lorbeer gekrönte Dichter Konrad Gelte» geboren, dec für da» Wiederausblühen wissenschaftlicher Bildung mit Srfolg in Erfurt, Leipzig, Nürnberg, Ingolstadt, Regensburg und MUnz wirkte. Sein Hauptverdienst ist die Pflege des lateinischen Versbaues. Ein großes Finderglück ließ ihn manchen alten Schatz zu Tage fördern, vor allem die Werke der Gandersheimer Nonne Roswitha und die Reisekarte de» römischen Reiches. Er starb am 4. Februar 1508 in Wien. Vermischtes. * Wehlar, 30. Januar. Heute nachmittag um i/a2 Uhr ereignete sich auf der Sophienhütte ein beklagenswerter Unfall, dem leider ein junges Menschenleben zum Opfer fel. Von dem niedergehenden Förderkorb im Gichtaufzug löste sich in bisher unaufgeklärter Weise ein leerer Wagen, vclcher im Niederfallen den unten beschäftigten Auffahrer Fakob Lang aus Nauborn so schwer am Kopfe verletzte, daß dadurch sein Tod sofort eintrat. Lang, ein nüchterner, hiiber Arbeiter, war nicht verheiratet. * Aus dem Taunus, 28. Januar. Ein schrecklicher üir glucks fall ereignete sich gestern früh in dem Orte Minrnelsham bei Cronberg beim Salutschießen zu Kaisers Geburtstag. Der Böller erplodierte, als der Feuerwerker Fuchs noch mit dem Ladstock an der Mündung des ümfes hantierte. Der Ladstock ging dem Unglücklichen in iie Brust und er stürzte als Leiche zusammen. * Shakespeare nach Maß. Ein Korrespondent der „Notes 16 177 W., 65125 B.). Shakespeares Stuck ist von diesem Standpunkt aus „Hamlet" |$93O 3. 29492 W., 120434 B.) und dann kommt „An- Smus und Kleopatra". * Altertümer. In dem an den Limes sich anschließenden Milchen Straßennetz bei Stockstadt am Main sind nichtige Funde gemacht worden. Bei Grabungen für neue Mrtkanlagen streß man auf eine Anzahl von Votivsteinen. M Weihende erscheinen beneficiarii, römische Grenzoffiziere, tonen die Verwaltung der Heerstraßen oblag. Viele Steine laßen sich zeitlich festsetzen, der älteste ist vom Jahre 167, Ängste vom Jahre 186. Die Funde sind nun in das Mseum von Aschaffenburg gewandert, weitere Untersuchungen Men noch aus. ' 1 b _* Verkaufspreise Rembrandtscher Gemälde. Ueber die W, die Rembrandts Meisterwerke seinerzeit erzielten, »ringt der „Moniteur de Arts" folgende interessante An- Mn: „Verkauf vom 9. April 1687 zu Amsterdam: Por- ‘ l ^"uraMs, zurzeit im Louvre, 12 Franken. Verkauf 4* Miirz 1692 im Haag: „Weihnachten", zurzeit im Erngham Palast, der Londoner Residenz der Königin, von mr- a ?05 $rQnfen- Verkauf vom 2. September 1694 blirfr* • ani: Studie nackten männlichen Körpers, augcn- irch m der Sammlung Carstanjen zu Berlin 1 Franken 50 Cts. Verkauf vom 16. Mai 1696 zu Amsterdam: Porträt 14 Franken 50 Cts. Verkauf vom 20. April 1700 zu Amsterdam: Die Heilige Anna legt ihrem Enkel Samuel die heilige Schrift aus, augenblicklich im Ermitage-Museum von Petersburg, 400 Franken. Verkauf vom 16. August 1702: Porträt 2 Franken. Verkauf vom 2. September 1704 zu Amsterdam: Venus und Amor, zurzeit im Louvre- Museum, 130 Franken. Verkauf vom 12. Mai 1706: Porträt Rembrandts 60 Franken. Verkauf vom 20. April 1707 zu Amsterdam: Ein moskowitischer Botschafter, zurzeit im Eremitage-Museum von Petersburg, 94 Franken. Die Grablegung, zurzeit in der Münchener Pinakothek, 580 Franken; Auktion im Haag 1747: David die Harfe vor Saul spielend — letzthin seitens der holländischen Regierung von Herrn Durand-Ruel für 200 000 Franken angekauft — 108 Franken. Welche Verdienste hätte nicht ein Kunsthändler des 16. Jahrhunderts einheimsen können, wenn er nur etwas Geduld und eine gute Gesundheit gehabt hätte! * Eine beherzigenswerte Bitte an die Radfahrer veröffestt- licht die „Allg. Tierschutz-Ztg.": „Das Zweirad hat sich bei uns eingebürgert, und wir haben nichts dagegen zu erinnern; nur bemerken wir manchmal auf feiten der Radfahrer eine Gedankenlosigkeit, die wegen der damit verbundenen Grausamkeit eine so unschuldige und heilsame Körperübung nicht entstellen sollte. Der Radfahrer kann weiter und schneller rennen als das Pferd; zuweilen aber vergißt er, daß das, was für Pferde unmöglich und für ihn leicht ist, für einen Hund beinahe tötlich sein kann. Radfahrer sollten ihre Hunde zu Hause lassen. Die gewöhnliche Schnelligkeit in der Stunde (15 bis 18 Kilometer), mit der sie sich unter vollkommenster Behaglichkeit fortbewegen und die sie ohne Mühe stundenlang beibehalten können, übersteigt die Kräfte eines Hundes, und selbst wenn sie langsamer fahren, strengt die gewöhnliche Fahrt den Hund aufs äußerste an. Es hat uns geschmerzt, sehen zu müssen, wie nicht wenige Hunde ihren Herren oder (was oft genug vorkommt) ihren Herrinnen mühsam mit Zeichen offenbarer Erschöpfung folgen, und das alles geschah, davon sind wir überzeugt, nicht mit Absicht oder aus Grausamkeit, sondern aus reiner Gedankenlosigkeit. Sollten wir da nicht die Radfahrer bitten, zu bedenken, daß der Hund kein paffender Gefährte für einen Radfahrer ist?" Meratur, Wissenschaft und Kunst. — Im Verlage der Bacb'schen Buchdruckerel, Münster i. W. erschien soeben: Bender, Neue Gedichte, fernen Bender, ES ist Nicht wahr! Blttzltchtbtlber am Gabe unseres Jahrhunderts und Streiflichter in die neue 3eit. (Greis 1 Mk). Erstere dürfen als anmutige Kinder einer heiteren Mufe allseitiger freundlicher Aufnahme oerstchert sein; in den Blttzltchtbtldern erweist sich Verfasser als einer, der Kopf und Herz auf dem reckten Fleck hat. Er besitzt ein offenes Auge für die Schäden der Zett, die er beweglich zu schildern weiß. — Der Kunstwort. Herausgeber Ferd. Avenarius, Verlag Georg D. W. Callw.y, München (vierteljährlich Mk. 2,50, das einzelne Heft 50 Pfg.) Heft 8 enthält: Das Thema vom Glück in der Dichtung. Von Karl Spttteler. — Für die gute Familie. Von Adolf Bartels. — Das Konzertwesen der Gegenwart. — Volkskunst. — Etwas über Technik in bildender Kunst. Von Schultze Naumburg. — Spieltrteb, Schönheitsdurst und Wirtschaft. Von Arthur Dix. — Lose Blätter: Gedichte von Th. Westphal, Helene Voigt, Wilhelm Lobfien. — Mondspuk. Von Leopold Weber. — Epigrammatisches. Von Fcrd. Avenarius. — Rundschau, enthält u. a.: Schrtflstellerleiden von Arthur Zapp. — Max Burckhards „Bürger- meisterwahl" in der Münchener lttterar. Gelellschast. — Lieder und Sänger. — Dresdner Mustkbertcht. — Zur Ehrung Adolf M-nzelS. — Bilderbellagen: Max Klinger, Akkorde, Evokation. — Notenbeilage: Aus „Don Quixote". Von Wilhelm Kienzl. Wir nehmen wiederholt gern Veranlassung auf die in jeder Beziehung reichhaltige Zeitschrift empfehlend hlnzuweisen. Eingesandt. ForsthauS bei Echzell, 31. Januar 1899. Im 2. Blatte der Nr. 23 JyreS geschätzten Anzeigers wird in einem Artikel aus ELzell beiläufig erwähnt, daß in einem größeren Etablissement der Nachbarschaft eine Acetylenbeleuchtung eingeführt worden sei, die sich aber wenig bewährt habe, sodaß die Bewohner wieder ihre Petroleumlampen hätten in Thätigkeit setzen müssen. Mit dem Etablissement bat der Arlikelfchreiber offenbar meine Wohnung gemeint. Es ist allerdings richtig, daß ick im Oktober 0. I. eine Acetylenanlage bade machen lassen, daß ich auch seit Neu jahr wieder die guten alten Petroleumlampen hervorgeholt habe, und wir unS an diesem Lichte begnügen lassen mußten, aber nicht, weil sich die Beleuchtung nicht bewährt hat. Die genannte Firma hat, wie sie selbst zugefteht, erbärmliches Material für die Beleuchtungskörper benutzt, und eine undichte Leitung hergestellt. Die daraus entstehende Gefahr für die 34 Insassen meines Hauses war zu groß. Aber auch die Kosten bewogen mich, die neue Beleuchtungsart einzustellen. Ich hätte wenigstens ebenso billig Acetylen trennen können, so aber habe ich in noch nicht Vt Jahr fast soviel für Calcium Carbid ausgegeben, wie sonst im ganzen Jahr für Petroleum. Letzteres wäre unmöglich gewesen, wenn mein Apparat gut gewesen wäre und nicht eine Menge GafeS hätte entweichen lassen. Es ist schade, wenn durch solche Anlagen, wie die meinige, die ganze Acetylenbeleuchtung in Verruf kommt. Bei tadellosen Anlagen ist dir Gefahr nicht größer, als beim Brennen von Petroleum, auch der Kostenpunkt kann kein größerer sein, als bei der alten Beleuchtungsart. Das Licht selbst aber ist das schönste, hellste und ruhigste, was man ssch nur denken kann, und ich kann es nur lebhaft, besonders im Interesse meiner Schüler, bedauern, daß ich durch die traurigen Umstände genötigt war, die Acetylenbeleuchtung einzustellen. Präceptor Lucius. Spikylm der nertiaigftn Frankfurter Stlüttheater. Opernhaus. Mittwoch den 1. Februar: Ztgeunerbaron. Donnerstag den 2. Februar: Martha. Freitag den 3. Februar geschloffen. SamStag den 4. Februar: Das Unmöglichste von Allem. Sonntag den 5. Februar, nachmittags 3Vi Uhr: Josef in Egypten. Abends 7 Uhr: Die Hugenotten. Schauspielhaus. Mittwoch den 1. Februar: Herostrat. Donnerstag den 2. Februar: Za za. Freitag den 3. Februar: Fuhrmann Henschel. SamStag den 4. Februar: Im weißen Rößl. Sonntag dm 5. Februar, nachmittags 3«/, Uhr: Fuhrmann Henschel. AbmdS 7 Uhr: DaS Erbe. Montag den 6. Februar: König Lear. Dienstag den 7. Februar: Herostrat. Verkehr, Kand- und Vslkswirtfchast. Gießen, 31. Januar. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.80—0.90, Hühnereier per St. 6—8 2 St. 00—00 H, Enteneier per St. 8—9 H, Gänse» eiet per St. 14—15 Käse 1 St. 5—8 Käsematte per St. 8 Erbsen per Liter 20 H, Linsen per Liter 30 Tauben per Paar X 0.80—1.00, Hühner per St. X 1.10—1.30, Hahnen per Stück X 1.00—1.60, Enten per St. X 1.90—2.20, Gänse per Pfund X 0 50—0.60, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 H, Kuh- und Rindfleisck per Pfd. 62—64 H, Schweinefleisch per Pfd. 68—76 Schweinefleisch, gefallen, per Pfd. 80 Kalbfleisch per Pfd. 64—66 H, Hammelfleisch per Pfd. 50—70 Kartoffeln per 100 Kilo 6 00 bis 6.50 X, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Ctr. JL 7.00—8.00, Milch per Liter 16 H. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr Morgens bis 2 Uhr Nach» mittags. Während der ersten 8 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden. G«ü«Aa»g, 28 Jan. Fruchtpreise. ®dienX1650—00,00, Korn X 15,00— 0,00, Gerste X 15,28 - 00 00, Hafer X 13,50-14 OO, Erbsen X 00,00-00 00, Linsen X 00.00—00.00, Biden X 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln X 0,00-0,00, Samen X 00,00-00,00. Neueste Meldungen. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 31. Januar. Dem Reichstage ist nunmehr die angekündigte Denkschrift über die bedingte Begnadigung zugegangen. Die Denkschrift enthält die einschlägigen Bestimmungen, welche in den einzelnen größeren Städten des Reiches erlassen, ferner die zahlenmäßigen Ergebnisse, zu welchen die Anwendung dieser Vorschriften geführt hat und ein kurzes Resums, welches dieses Zahlenmaterial beleuchtet. Wien, 31. Januar. Der Präsident des Abgeordnetenhauses wird heute den tschechischen Journalisten Penizek wegen des Zwischenrufes, durch den eine Schlägerei entstand, für einen Monat vom Besuch der Galerie ausschließen und gleichzeitig den Abgeordneten Wolff und Girstmayer eine Rüge erteilen. Men, 31. Januar. Blättermeldungen zufolge hat sich Graf Thun in der gestern beim Kaiser gehabten Audienz die Genehmigung für die anläßlich der Vertagung des Reichsrates zu treffenden Maßnahmen eingeholt. Budapest, 31. Januar. Der hier entdeckte Ordens- schwindel nimmt große Dimensionen an. Gestern wurde der Hilfsbeamte des Ministeriums des Innern, Beretz, verhaftet. Weitere Verhaftungen stehen noch bevor. Paris, 31. Januar. Die Kommission für die Ergänzung des Revisionsgesetzes wird nach Entgegennahme des Mazeau'schen Berichtes die Richter Löw, Bard, Dumas und Manau vernehmen, um ein vollständiges Bild von den Vorgängen im Justizpalast zu gewinnen. Zu diesem Schritte werde die Bekanntgabe des von der Strafkammer in der Dreyfus-Angelegenheit gesammelten Materials an die parlamentarische Kommission unvermeidlich erscheinen. Politik und Justiz werden dann kaum mehr zu trennen sein. Paris, 31. Januar. Esterhazy begab sich gestern abend zur Kanzlei der Kriminalkammer, und unterbreitete dort ein Gesuch, in welchem er die Absetzung des Untersuchungsrichters Bertulus fordert, weil derselbe sich in der Affaire mit seinem Vetter Christian Esterhazy als unzuverlässig erwiesen habe. Paris, 31. Januar. Im weiteren Verlauf der gestrigen Kammersitzung sprach nach der Erklärung des Justizministers der Abgeordnete Berry. Er betonte, daß es notwendig sei, daß die Regierung den Wortlaut der Untersuchung im Falle Beaurepaire-Bard verlese, da das Gesetz infolge der Untersuchung eingebracht worden sei. Es sei dies übrigens notwendig, um eventuell Maßregeln gegen gewisse Mitglieder des Kassationshofes zu ergreifen, welche beschuldigt sind, ihr Richteramt nicht mit der notwendigen Unabhängigkeit versehen zu haben. Dieses wurde vom Ministerpräsidenten Dupuy widerlegt, der weiter erklärte, der Ausschuß, der dann das Gesetz zu beraten habe, werde den Wortlaut der Untersuchung zur Kenntnis erhalten. Nachdem noch mehrere Redner die Verweisung an die Spezial-Kommission bekämpft, wurdezur Abstimmung geschritten. DieUeberweisungdes Gesetzentwurfes an einen besonderen Ausschuß wurde mit 346 gegen 189 Stimmen abgelehnt. Somit ist der Gesetzentwurf an diejenige Kommission verwiesen, welche sich bereits mit ähnlichen Gesetzentwürfen beschäftigt hat. — Zur Erklärung diene, daß durch diesen Entwurf jedes Revisions- Verfahren, nachdem es von der Kriminalkammer untersucht, an die vereinigten drei Kammern des Kassationshofes überwiesen und dann erst einem besonderen Gerichtshöfe zur Aburteilung übergeben wird. Im Falle Dreyfus ist dies ein Kriegsgericht. — In den Wandelgängen der Kammer herrschte über das Ergebnis der Sitzung große Erregung. Ein anwesender Advokat machte die Bemerkung: Wenn es so fortgeht, steuern wir mit Volldampf zur Revolution. London, 31. Januar. Den letzten Telegrammen aus Bombay zufolge ist dort die Pest in der Zunahme begriffen. Gestern sind 8 Personen daran gestorben. 10 Procent extra Rabatt auf alle schon reducirten Preise während des Ausverkaufs der Restbestände. Muster auf Verlangen franco. Modebilder gratis. der Lagerbest, anlässl. d. Nenübernahme voran 1. uns noch für kurze Zeit den wirklichen Ausverkauf sämtlicher Damen-Kleiderstoffe für Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter fort- zusetzen und offeriren beispielsweise: 272 6 Mtr. solid. Mester-Zephir z Kleid f. M. 1.50 6 e „ Araba-Sommerstoff „ „ „ 1.80 6 „ „ Abadier-Nouveautö „ „ „ 2.70 6 „ , Damentach u. Loden „ » „ 3.90 Ausserd. neueste Eingänge f. d. Frühjahr- und Sommersaison. Mod. Kleider- und Blousenstoffe in allergrösster Auswahl versenden in einzelnen Metern, bei Aufträgen von 20 Mk. an franko Oettinger & Co., Frankfurt a. M., Versandhs. Stoff z ganz. Herrenanzug L M. 3.60 ) mit 10 pCt. ■ - Cheviotanzug - - 4.35 )extraRabatt Revision Daflöoerparfituny 0851 Gießen, den 31. Januar 1899. Ludwiqstraße 34, II. 0347 1016 Sich, den 30. Januar 1899. 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