Mittwoch den 31. August 189S Erstes Blatt. Nr. 203 Gießener Anzeiger Heneral-^Unzeiger 11 Aints- und Anzeigeblatt für den Ureis Giefzen Gratisbeilage: Gießener Familienblätter epfbttien mb Droderd: tteßen: leltersweg 8! Völker beruht. Graf Murawtew. L.« ■ Jul' Alle Anzeigen.BrrmtttlungSürllkv bei In- unb ÄutianHl nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger ".'gegen Annitzm« eee Anzeigen zu der Nachmittag» für den frlyiftni Lng erscheinenden Nummer bi« Lor». 10 Uhr. Et ei Postbezug 2 Mark 50 Psg. ^ieNellLhrlich. N,,ng«preiL vierteljährlich 2 Mark 20 Psg monatlich 75 Pfg. mit vrlngerioh». *. WEM MU.- ichafchr zu M 3,-j von Selterswasser asfireudev Oettack ieicheubach.Darmfu Grfch-tnl ttgNch mit Au»nadm< de» Montag« >t J2452 normalen H? tfick. Z, Mannheim ®w Gießener HemUteelUlUr »erden dem Anzeiger Wöchentlich viermal deigelegl. i. Welz Seltersweg 2. folgen, treffen die Voikswohlfahrt an ihrer Wurzel- die geistigen und phyfischen Kräfte der Völker, die Arbeit und da» Capital werden zum großen Theil von ihrer natürlichen Bestimmung abgelenkt und in unproductiver Weise aufgezehü. Hunderte von Millionen werden aufgewandt, um furchtbare Zerstörung»maschtuen zu befchaffeu, die heute al» da» letzte Wort der Wlffenfchaft betrachtet werden und schon morgen dazu verurtheilt find, infolge irgend einer neuen Entdeckung auf Metern Gebiete jeden Werth zu verlieren. Die nationale Lultur, der wirthschaftliche Fortschritt, die Erzeugung von Wertheu werden gelähmt oder in ihrer Entwicklung irre« geführt. Daher entsprechen die Rüstungen einer jeden Macht In dem Maße, wie fie anwachsen, immer weniger dem Zwecke, den die betreffende Regierung in» Auge gefaßt hat. Die wirthschaftlichen Krisen, die zum großen Theil durch da» System der aus» «eußerste getriebenen Rüstungen hervor- gerufen sind, und die ständige Gefahr, die in dieser Anhäufung von Krieg»mitteln liegt, machen den bewaffneten Frieden der Gegenwart zu einer von den Völkern immer schwieriger zu ertragenden und fie erdrückenden Last. Es ist daher augenscheinlich, daß, wenn diese Lage sich noch weiter so hinzieht, fie in verhängnißvoller Weise zu eben der Lata- strophe führen würde, die man zu vermeideu sucht und deren Schrecken jedem Menschen schon beim bloßen Gedanken Schauder erregen. Diesen unaufhörlichen Rüstungen ein Ziel zu setzen und die Mittel zu suchen, dem die ganze Welt bedrohenden Unheil vorzubeugen, ist da» höchst: Gebot, da» fich jetzt allen Staaten auszwtng». Durchdrangen von diesem Gefühl, hat Se. Majestät geruht, mir zu befehlen, ollen Regierungen, deren Vertreter am kaiserlichen Hofe beglaubigt fiad, den Zu- sammevtritt einer Eonferenz vorzuschlagen, die fich mit dieser ernsten Frage zu beschäftigen hätte. Diese Eonserenz würde mit Gotte» Hülfe ein günstige» Vorzeichen de» kommenden Jahrhundert» sein. Sie würde in einem mächtigen Bündel die Bestrebungen aller Staaten zusammenfaffen, die aufrichtig darnach trachten, dem großen Gedanken de» Weltftieden» zum Stege über alle Elemente de» Unfrieden» und der Zwietracht zu verhelfen. Sie würde zugleich ihr Zusammengehen befiegeln durch eine gemeinsame Wethe der Grundsätze de» Rechte» und der Gerechtigkeit, auf denen die Sicherheit der Staaten und die Wohlfahrt der s05iI5 D*«tÄ Königin Wilhelmine von Holland. Am heutigen Mittwoch feiern die Niederlande ein hoch- bedeutsame» Fest: die junge Königin Wilhelmine vollendet ihr 18. Leben»jahr und wird damit regierungßsähig. Dnrch eine Reihe glänzender Festlichkeiten begehen die Niederlande da» Sreigviß, durch welchi» die von der Königin-Mutter bi»her au»geübte Regentschaft ihr Ende erreicht unb die jugendliche Wilhelmine an die Spitze de» Nachbarreiche» gestellt wird. Mit der Dynastie de» Hanse» Oranten sah e» schlecht bestellt au», al» der Thronfolger und der Prinz Alexander ziemlich schnell hintereinander fern von ihrem Heimathlaude einem unheilbaren Leiden erlagen. Beider Lebenßwandel war bekanntlich nicht darnach angethan gewesen, da» vertrauen der Niederländer in die Nachfolger Wilhelm» III. zu stärken und große Hoffnungen auf die Stammhalter der Dynastie zu setzeu. Sie starben dahin, uobewetnt, unb nicht allzu schmerzlich vermißt. Denn inzwischen hatte der alte König eine neue Ehe geschloffen mit der jugendlichen Waldeck- 'scheu Prtnzesfin, und ein neuer Sproß de» orauffchen Hause» hatte fich eingestellt mit der Geburt der Prinzesfin Wilhelmine, welche die getreuen Unterthanen Wilhelm» III. von vornherein al» ihre künftige Königin betrachteten, da der damals noch lebende Prinz Alexander dem Siechthum verfallen schien, und alle Liebe, deren die steifen Mynheer» fähig find, concentrirten sie auf die kleine Prinzessin, welche unter der ausopfernden Pflege ihrer Mutter prächtig gedieh und im wahren Sinne de» Worte» der Liebling de» Volke» wurde. König Wilhelm HI. starb im Jahre 1890, nachdem er längere Zett nicht mehr regterung»fähtg gewesen war, unb Wtlhelmme wurde Königin unter der Vormundschaft ihrer Mutter und eine» ihr vom alten König eingesetzten vormund- schaftSrath». Hatten die Holländer die Prinzessin Wilhelmine schon ganz tn» Herz geschaffen, so brachten sie ihrer jugendlichen Königin eine Begeisterung entgegen, deren man die sonst so trockenen Mynheer» kaum für fähig gehalten hätte. Man muß aber auch zugestehen, daß Wilhelmine mit allen Mitteln darnach strebte, sich der Liebe de» Volke» würdig zu zeigen, nnb mit großem Eifer, mit wahrem Ernst und Fleiß hat sie sich alle jene Kerntniffe und Fähigkeiten angeeignet, welche ihr die gewifftnhafte Erfüllung ihrer Herrscherpflicht ermöglichen können. Die sorglose Jugend liegt nun hinter der jnngen Königin, und schwere Pflichten harren ihrer. Bei der Beliebtheit, Adresse für Depeschen: Anzeiger Gietz««. Fernsprecher Nr. 51. Die Friedenskundgebung des Kaisers von Rußland hat folgenden Wortlaut: Die Aufrechterhaltung de» allgemeineu Frieden» unb eine thnnliche Herabsetzung der auf allen Nationen lastenden übermäßigen Rüstungen stellen sich In der gegenwärtigen Lage der ganzen Welt al» ein Ideal dar, auf da» die Bemühungen aller Regierungen gerichtet sein müßten. Da» menschenfreundliche und hochherzige Streben Seiner Majestät de» Kaiser», meine» erhabenen Herrn, ist ganz dieser Ausgabe gewidmet. In der Ueberzeugung, daß diese» erhabene Ziel den wesentlichsten Jntereffen unb ben berechtigten Wünschen aller Mächte entspricht, hält die kaiserliche Regierung ben gegenwärtigen Augenblick für sehr geeignet, auf dem Wege internationaler Berathnng die wirksamsten Mittel zu suchen, um allen Völkern bte Wohlthaten eine» wahren unb bauernden Frieden» zu sichern unb vor Allem bet fortschreitenden Entw'cklnug der gegenwärtigen Rüstungen ein Ziel zu setzen. Im Lause bet letzten zwanzig Jahre hat ber Wunsch nach einer allgemeinen Beruhigung im Bewußtsein ber civilt- firten Nationen besonder» festen Fuß gefaßt. Die Erhaltung de» Frieden» ist al» Endziel der internationalen Politik auf- gestellt worden. Im Namen de» Frieden» haben große Staaten mächtige Bündnisse miteinander geschloffen. Um den Frieden beffer zu wahren, haben fie tu bi»her unbekanntem Maße ihre militärische Macht entwickelt und fahren fort, fie zu verstärken, ohne vor irgend einem Opfer zurückznschreckeu. Dennoch haben alle ihre Bemühungen da» segensreiche Er- gebntß deS ersehnten Frieden» noch nicht zeitigen können. Die finanziellen Lasten, die eine stet» steigende Richtung ver- «Mm ” ®üle unb , UM mich milde auszudrücken. Ich soll doch nicht so von meinem Sohne denken? Ja, glaubst du, daß et e» anbet» machen wird al» die Andern? Freilich, da» sanfte Kind! Deo Jungen kenne ich gründlicher al» du. E» wäre mir auch gar nicht lieb, wenn er der Duckmänser wäre, wofür du ihn zu halten scheinst. Er wäre ein kluge» Kind, die Lehrer hätten ihn immer gelobt, und er würde al» Jurist e» sicherlich weit bringen? Du meinst doch nicht, daß man zu meinem Geschäft ein Esel sein kann? Weit bringen! Du lieber Gott! Du glaubst wohl, die Mtnisterstellen hängen nur so vom Baum herab, man brauche nut den Arm auß- zustrecken. Mancher tüchtige Jurist wäre froh, da» zu erreichen, »aß Han» bei mir errktchrn kann. Du bildest dir eben ein, daß dein Herzeußsöhuchen in anderthalb Jahren eine Weltlenchte wird nno die Leute auf der Straße in ehrfurchtsvoller Scheu ans dich weisen werden und tagen: „Da» ist die Mutter de» berühmten Hao» Schlag dir nur solche Phantastereien an» dem Sinn! Im besten Falle wird er wohl nach ein Dutzend Jahren noch immer der Han» sein, der von Papa» Börse abhängig ist und dem Mama manchmal heimlich einen vollen Griff zuschi.bt. Im schlimmeren aber unb gewöhnlicheren Falle macht er Schulden, daß einem die Haare zn Berge stehen. Nein, ich untetschätze den Jungen nicht, und ich will auch nicht seine Neigung unterdrücken, aber vorläufig gebe ich auf diese Neigung nicht». Ich habe auch ähnliche Neigungen gehabt, und e» wäre mir Übel bekommen, wenn man fie mir nicht an»getrieben hätte. Solche jungen Leute denken naturgemäß nicht praktisch, für fie müffen andere, berufene unb erfahrene Leute handeln. Allerding», wenn bann noch die Mama mit dem Söhnchen thörichte Gegeopläve auß- heckt, dann ist die Sache recht schwierig. Setzst ihm wohl noch Narreteien in den Kopf, statt ihn zur Vernunft zu führen? Znm Glück für ihn bin ich nicht so leicht herum- zukriegen, unb er wird mir gehorchen oder — endlich hast du doch einmal recht! Wir brauchen unß vorläufig damit nicht aufjungen, vorläufig soll er studiren, meinetwegen uwn Sott-ardbas"' Princ Wr? Feuilleton. Aus Kenn Knurigs Schlafrockpredigten.*) Der Ball. Nun habe ich deinen Quälereien nachgegebev, unb wa» ist ba» Srgebmß? Müdigkeit, Unordnung und vor allem große Äalgoben. Da» Mädel hätte noch Zelt gehabt, Bälle zu besuchen. Wie lange ist e» her, daß fie noch im kurzen Kleide ging? Ihr Frauen könnt e» aber nicht erwarten, die Mädchen in die Gesellschaft zu bringen. Mir scheint jedoch, daß e» eigentlich nur ein Vorwand für die eigene Vergnügungssucht ist. Die Tochter, da» ist nur eine lebendige Ausrede. Wie ich da» behaupten könnte? Ein Blinder hätte eS sehen können, wie dich die Vallsreudigkeit durchzuckte. Allerdings tanzte auch ich, doch war mit, wie du leidet weißt, selbst dieses bischen Springen eine Last. Gähnen und trinken, daS ist alle», wa» unsereiner auf einem Balle thun kann. Mir hat ba» arme Sind, da» ganz verschüchtert drein- sah, wahrhaftig leid gethan. Prächtig sah fie allerdings an», ba» mußte selbst der Neid zugeben. S» drängte fich alles aa fie heran und fie kam fast nicht zur Ruhe. Ich glaube bir, daß es ihr Freude gemacht hat, ob eS aber ihrer Ge- tuudheit zuträglich war, möchte ich bezweifeln. Sie ist nicht so robust gebaut, wie du etwa meinst. Immerhin wäre ein Jahr später oder zwei noch immer früh genug gewesen. Doch da wurden alle Listen und Kniffe angewandt, um mir die Zustimmung abzuringen. Ich frage d ch nun: wa» hast du davon? Nicht», gar nicht»! Allein da läßt fich nicht» mehr ändern. Glaubst du jedoch, daß damit die Aera der Bälle begönne, so irrst du schwer. Für diese» Jahr wenigsten» wäre genug. Und um dir wettere Mühe zu ersparen: deine Anspielung gestern auf einen Hau»ball habe ich schweigend hingenommeu, nm euch eure Festfreude, wie ihr e» nennt, •) Verlag von Levy * Müller, Stuttgart. (PreiS in illuftr. Umschlag Mk. 1.50. vicht zu verkümmern, ein Gefühl zarter Rücksicht, da» manche Frau ihrem Gatten gegenüber gelegentlich wohl auch äußern könnte. Heute jedoch kann ich Dir'» schon rundweg sagen: daran» wird nicht», daran» wird nicht»! Da» fehlte mir noch, mit solchen Sachen da» Hau» auf den Kopf zu stellen. Ich habe gerade an den zeitweiligen unb langweiligen Gesell- schast»abenben genug. Du hast recht, ganz vermeiden taffen die fich allerding» nicht, man muß einlaben, weil man ein- geladen wird. Ich gäbe jedoch einen guten Groschen darum, wenn kein Hinüber und Herüber vorhanden wäre. Sagen muß ich dir übrigen», daß auch In gestern sehr gut an»- gesehen hast. Da» hätten dir auch Andere gesagt? Ich glaube, du beginnst in deinen alten Tagen eitel zu werden. Thu nicht gleich so beleidigt! Allerbing» waren noch ältere Damen anwesend, wenn du aber glaubst, in dem Reet» der Jugenb zu stehen, so irrst bu, Clara. Da» finb Tage, die vergangen find. Da» wüßtest du auch ohne mich, da brauchtest du dir nur deine erwachsene, fast heirath»fähige Tochter zu betrachten? Die uothwendiger Welse Bälle besuchen muß, gelt, da» sollte nur al» Ergänzung kommen! Die vorn heranSgeworfeuen Ballabfichten möchtest du wieder durch» Hiuterpsörtchen hereinlaffen. Gib bir keine Mühe, Slara, e» ist ganz vergeblich! (Hier weist die Urschrift ein große» Fragezeichen auf. Ich vermuthe daher, daß e» schließlich Frau Clara doch gelangen ist, ihren Willen durchzusetzen.) Des Lohnes Ltudium. I. Daran» wird nicht», noch einmal gesagt! Mein Sohn soll wir kein Jurist werben. Meinetwegen kann er zwei, drei Jährchen die Univerfität besuchen, bann aber muß er mir in» Geschäft, in» praktische Leben hinein. Ich will nicht, baß baß gute Ergebniß meiner vieljährigen Mühen einst tn frembe Hänbe übergehe. Wenn er dnrchan» in einer bunten Mütze nnb mit zerschmiffenem Gesicht hernmlanfen will, so genügen zwei Jahre dazu vollkommen. Luch zum Biertrinken, Amtlicher Theil. Nr. 41 be» Reichs-Gesetzblatt», außgegeben den 25. d. M., enthält: (Nr. 2510.) verorbnung, betreffend daß Bergwesen In Togo vom 17. August 1898. (Nr. 2511.) Bekanntmachung, betreffend die dem internationalen Uebereinkommen über den Eisenbahnfrachtverkehr brigesügte Liste, vom 25. August 1898. Gießen, den 29. August 1898. Grohherzogltcheß Kretßamt Gießen, v. Bechtold. ztzler k i Preise«. 'tt (Ulf M1' M 9.50 «• bi wN6® Aem- w 860 n[W- ... «U8puär2° Btö.10 Aei-Ea 1 bereu sie sich unter ihren Unterthauen erfreut, wird der Einfluß, den sie auf die Regierung auSüben kann, nicht gering fein. Um so größer wird damit freilich auch die Beraut- Wörtlichkeit werden, die sie dem Lande gegenüber zu tragen hat, und um so mehr wird da- Wohl und Wehe ihrer Unterthauen sowohl, wie die internationale Stellung, welche die Niederlande einnehmen, von der Haltung der Königin ab» hängen. Daß sie bei ihrer Jugend den Rath erfahrener Staatsmänner nicht von sich weisen wird, dafür bürgt die Erziehung, welche sie geuoffea hat, und welche stet- darauf bedacht war, ein allzu stark hervortretendes Gelbstbewußtsein zu mildern. Großen Einfluß wird es ja auf ihre ganze RegieruugSzeit auSüben, welchen Mann sie sich zum Gemahl erwählen wird und welche Stellung im Staate sie diesem eiuzuräumen gedenkt. Schon seit Jahren hat eS besonders bie ausländische Preffe an HeirathSprojecten nicht fehlen lasten, aber vielfach war dabei der Wunsch der Vater des Gedanken-. Wir wollen heute diesen Projrcten nicht weiter nachgehen, sondern nur unserer Hoffnung Au-druck geben, daß die Erwartungen, welche die Niederlande und auch da» Ausland an die Regierung-zeit der Königin Wilhelmine knüpfen, sich In vollem Maße erfüllen mögen. Gotte- Segen möge über der jungen Königin walten, die durch die Baude des Blutes fo eng mit unserem deutschen Fürsteuhause verbunden ist. (xx) Deutsche- Reich. Darmstadt, 29. August. Au- Jagdschloß Wolfsgarten wird der „Darmst. Ztg," berichtet: 27. August. Ihre Großherzogliche Hoheit Prinzessin Ludwig von Battenberg nebst Durchlauchtigen Kindern trafen heute zu Besuch der Allerhöchsten Herrschaften hier ein, nahmen da- Luucheon mit Allerhöchstdenselben und kehrten gegen Abend nach Schloß Heiligenberg zurück. Im Gefolge befand sich die Hofdame Miß Kerr. — 28. August. Der Königlich Großbritannische Geschäftsträger Mr. Buchanan nebst Gemahlin Lady Georgina Buchanan waren heute zum Großherzoglichen Luucheou geladen und kehrten Abends nach Darmstadt zurück. Berlin, 29. August. Der Kaiser besichtigte heute Morgen um 7 Uhr das erste Garde-Regiment zu Fuß auf dem Bornstedter Felde. Um 1 Uhr nahm der Kaiser die Meldung de- Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen entgegen. Berlin,29.August. Reich-kanzler Fürst Hohenlohe wird morgen früh nach Berlin zurückkehren. Berlin, 29. August. Unter den Mitgliedern de- ColonialratheS befindet sich ein katholischer Geistlicher, Domeapttular HeSPers, und der der Kurie amtlich sehr nahestehende Confistorialrath Porsch (der bekannte Abgeordnete). E- findet sich aber auf der langen Liste kein einziger evangelischer Geistlicher, obwohl man doch anuehmen darf, daß eS auch für die evangelischen Mtfftoneu von Wichtigkeit wäre, im Colonialrath vertreten zu fein. Berlin. 29. August. Dem „Berliner Tageblatt" wird auS Budapest telegraphirt: Zuverlässige Blätter melden, die Entscheidung in der Ausgleich-frage sei biS nach dem Manöver vertagt. Berlin, 29. August. Sämmtliche Abendblätter, mit Ausnahme der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", besprechen in der sympathischsten Weise eingehend den AbrüstuugS- Vorschlag de- Zaren, wenn sie auch zum Theil Zweifel hegen, ob sich der Plan wird durchführen lasten. — Die „Kreuzzeitung" begrüßt den vom Zaren vorgeschlagenen Zusammentritt einer Frieden- Couferenz mit freudiger Genug- thuuug. Sie wünscht aufs Innigste, daß der augenblickliche Zustand fortwährender Bedrohniß gedeihlicheren Zeitläuften Platz machen möge, die e- den Völkern ermöglichen, mit uu- getheilter Kraft ihren Culturaufgabeu sich zu widmen. — Die „Deutsche Tageszeitung" meint, e- sei fraglich, ob alle Mächte die geplante Couferenz beschicken würden. Sie glaubt überhaupt kaum, daß au- der Confereuz etwa- wird. Sollte sie aber zu Staude kommen, dann werde sie den erwünschten Erfolg nicht haben. — Der „StaatSbürger-Zeituug" erscheint RechtSwiffeuschaft. Er wird seine Keuotniffe auch bei mir verwerthen können, wenn er sich nicht in diesen juristischen Schlingen so verstrickt, daß ihm die Fähigkeit zu einer praktischen Thätigkeit abhanden kommt. Und da- möchte ich eben von vornherein verhindern- er soll schon zu Beginn über seine künftige Wirksamkeit im Klaren fein. Darum möchte ich dich ernstlich bitten, mir hier mit deiner mütterlichen Eitelkeit nicht in die Quere zu kommen. II. Anflachen könnte man, wenn e- nicht gar zu ärgerlich wäre. Am Ende glaubst du ernstlich, dem Bengel fehle etwa». Katzenjammer hat er, da- ist alle». WaS ich schon wieder behaupte? Du willst mich wohl solche Zustände kennen lehren? Und zum Doktor schicken — es ist wirklich lächerlich. Am liebsten möchte ich ihm eine gute Dost- ungebranntes Stabholz verschreiben, denn damit hätte e- bei ihm wirklich noch Zeit gehabt. Da- find aber die Folgen deiner Verzärtelung, deiner Nachgiebigkeit, deiner Schwäche. Dir, aber nicht mir kann der Junge etwa- von Erkältung vorschwatzen. Ich will hoffen, daß die- wenigsten- der erste Fall ist, und daß diesem nicht in allzu kurzer Zeit ein zweiter folqt, dafür werde ich schon Sorge tragen. Nein, diese heutige Jugend! In diesem Alter habe ich mir dies wahrlich nicht erlaubt. E- wäre mir auch nicht am besten bekommen, denn meine Mutter hielt strenge Zucht. Auch flogen mir nicht so mir nicht- dir nichts die Gelder zu. Jndeß — ich will nicht allzu streng ins Gericht gehen und heute schon gar nicht. Morgen rede ich mit ihm ein kräftige- Wörtchen. Er ist allerdings sonst ein solider und fleißiger Junge, aber da- soll auch keine Wendung nehmen. Geschieht e-, so ist e- einzig nur dein Verschulden, jawohl, einzig nur dein Verschulden! e- sehr zweifelhaft, ob e- dem Zaren gelingen wird, au- dem Widerstreit der Meinungen einen Weg zu finden, der zum ewigen Weltfrieden führt. Wolle der Zar den Weltfrieden, so bleibe e- ihm unbenommen, mit der Abrüstung zu beginnen und auf die alliirte Nation Frankreich in gleichem Sinne einzuwirkeu. Deutschland werde daun sicherlich nicht zurückstehen. — Die „Post" schreibt: An un- lag e- gewiß nicht, daß Deutschland seinen schweren Eiseupanzer avziehen mußte und daß eS in demselben Tag und Nacht auf der Wacht stehen muß. Nur der Zwang der Selbsterhaltuug hat nuS hierzu genöthigt, denn keine Großmacht grenzt wie Deutschland an die Großmächte, von denen jede dahin strebt, daS beste Schwert für sich zu schmieden. — Die „Berliner Neuesten Nachr." begrüßen die edlen Absichten de- Zaren mit rückhaltlosestem Beifall. Deutschland könne indeß in eine Abrüstung nur dann willigen, wenn sie pari passu mit Rußland, Frankreich und Oesterreich zu ermöglichen wäre. — Auf die Schwierigkeiten der Durchführung de- AbrüstungS- plane- hinweisend sagt die „National-Zeitung": E- darf al- selbstverständlich vorausgesetzt werden, daß die ruffische Regierung sich über die Grundzüge eines Programm- klar ist, daß sie namentlich festgestellt hat, welche Verpflichtungen sie selbst unter der Voraussetzung ähnlicher Maßregeln anderer Staaten übernehmen will. — Die „Germania" bezeichnet die Schwierigkeiten, welche sich der praktischen Durchführung de- prächtigen Gedankens des Zaren eutgegeustellen, al- riesengroß. Sie hofft indeß, daß die Confrrenz zu Stande kommen und positive Ergebnisse haben wird. — Die „Voff. Ztg." ist der Meinung, daß ein solcher Schritt eines mächtigen Mannes ganz ohne segensreichen Folgen nicht bleiben könne. Jndeß könne man Zweifel darüber hegen, ob diese Folgen schneller oder zögernd, ob sie in umfassender Weise oder in beschränktem Maßstabe eintreten werden. — Die „Volks- Zeitung" schließt einen längeren Artikel mit den Worten: Wahrlich, wie und wo immer der Kampf gegen den Militarismus von jetzt ab in Zukunft geführt werden wird, die Kriegserklärung gegen ihn, die feierlichst in alle Lande von Petersburg au- erklungen ist, wird ihre agitatorische Kraft ■> immer von Neuem entfalten. Ein historische» Ereigviß ersten Range» wird die Veröffentlichung der Kundgebung für alle Zeiten bleiben, so lauge noch ein letzter Rest von Militarismus die Völker peinigt. — Der „Börsen Courier" schreibt: In hiesigen maßgebenden Kreisen hält man, wie uns von informirter Seite mitgetheilt wird, dafür, daß diese Kundgebung de» ruffischen Monarchen geeignet fei, da» größte Auf» sehen zu erregen, sowohl wegen der hohen Stelle, von der sie ausgeht, wie wegen der Aussicht auf eine allgemeine Umgestaltung der Weltlage, fall- sich der hochherzige Gedanke praktisch verwirklichen läßt. Jedenfalls sei anzuerkenuen, daß darin ein prächtiger Beweis der Friedensliebe des Czaren liegt, von dem man hier zu wiffen glaubt, daß er sich mit der Lösung des Weltfriedens-Problem- feit langer Zeit beschäftigt und seinen Gedanken darüber in vertraulichen und politischen Gesprächen Ausdruck gegeben habe. Wenn er sich jetzt entschloß, das Thema zur öffentlichen Di-cussion zu stellen, so geht er anscheinend von der berechtigten Voraussetzung au-, daß er al» autokratischer Herrscher in unangreifbarer militärischer Stellung am leichtesten diese heikle Frage anschneiden könne. Au» diesem Grunde und mit Rücksicht auf den hochgestellten Urheber steht man hier in leitenden Kreisen dem Gedanken sympathisch gegenüber. Zu einer Stellungnahme kann man sich jedoch um so weniger entschließen, als ja die russische Anregung selbst noch idealen Charakter hat und man in Petersburg vorläufig abwarten will, wie sie auf die öffentliche Meinung in der civilifirten Welt und auf die verschiedenen Regierungen im Besonderen wirken wird. — Zur Kundgebung de- Zaren schreibt die „Köln. Ztg.": Die Friedeu-kundgebung des Kaisers von Rußland hat, man kann nicht sagen wie ein Blitz au» heiterm Himmel, sondern wie ein Heller Sonnenstrahl zwischen drohenden Gewitterwolken gewirkt. Politisch ungeschulte Leute, insbesondere die FriedenSvereinler, werden sie mit tosendem Beifall aufuehmen, aber auch der kühle Politiker, der weiß, wie wenig Gewicht im Allgemeinen Beschlüße und schöne Reden in dem furchtbaren, ehernen Gesetzen gehorchenden Kampfe ums Dasein haben, muß der russischen Kundgebung dennoch einen hohen Werth beimeffen. Wenn auch eine unabsehbare Reihe praktischer Fragen sich der erstrebten Lösung entgegen- thürmt, so ist eß doch von moralischer Bedeutung, daß die drückende Last der Kriegsbereitschaft ohne Umschweif als solche bezeichnet worden und dem tief in den Völkern schlummernden Wunsche nach Verminderung der Rüstungen, der sich angesichts der scheinbaren Unmöglichkeit seiner Erfüllung nur wenig hervorgewagt hat, offen Ausdruck gegeben ist. Man muß selbstverständlich den Gedanken abweiseu, daß Rußland, bloß um irgend einen diplomatischen Zweck ohne grundlegende Bedeutung zu erreichen, ein Schauspiel in Scene setzt, da» so sehr die öffentliche Meinung der ganzen civilifirten Welt zu erregen geeignet ist. Wie dem aber auch sei, wie froh man die Botschaft des Zaren begrüßen mag, man darf nicht vergeßen, daß fie eben einen Plan bringt, über deffeu prac- tische Ausführung man bis jetzt nur nebelhafte Bermuthungen äußern kann. Deutschland hat unter dem großen Lehrmeister Bismarck einen klaren Blick für das Gegenständliche und Erreichbare gewonnen, vnd es ist durchaus nicht anzunehmeu, daß die deutsche Regierung sich in einer die Sicherheit des Staates irgendwie gefährdenden Weise bindet. Aber geschickte Parteiführer werden dem sogenannten deutschen Idealismus, der sich freilich manchmal al» schönma-kirte Sorge um den Geldbeutel und politische Theilnahmlofigkeit darstellt, da» Wort de» Zaren als ein moralisches Verbot weiterer Verstärkungen der Milttärkraft darstellen und jedes dahingehende etwaige Verlangen der Regierung als unnöthig und frevelhaft bezeichnen. Ihre Widerlegung ergiebt fich aus der Botschaft selbst, denn fie erkennt an, daß die einzelnen Staaten nicht au- Willkür, sondern unter dem mächtigen Drucke der Nothwendigkeit handelten, wenn fie ihre Rüstung nach Kräften und über ihre Kräfte hinaus zu vervollständigen suchten. Dabei wird eS bleiben, solange nicht der Plan der russischem Kaisers einigermaßen greifbare Gestalt gewonnen hat. Wenn der Kaiser seinen Plan durchzuführeu vermag, so hat er eint der größten und schönsten Thaten der Weltgeschichte vollbracht,, eine neue Zeit heraufgeführt. Deutschland besonders wird, soviel es vernünftigerweise irgend vermag, die edlen Be- strebnngen fördern, aber dennoch wird es für die nächste Zeit sein Pulver trocken halten und einen verfrühten und deshalb verderblichen, schwächenden Einfluß der Friedensbotschaft auf seine innere und äußere Politik nachhaltig abwehren. — Ueber die Kundgebung deS Zaren liegen in- zwischen bereit» eine Anzahl Urtheile der europäischen Preffe vor. Zunächst kommt die Ansicht der französischen Blätter in Betracht. Sie begrüßen die Kundgebung deS Zaren all eine edle und großmüthige Aeußerung der Menschlichkeit und find einstimmig der Ansicht, daß sämmtliche Mächte an der AbrüstungS Couferenz theilnehmen werden, doch äußern fit fich im Allgemeinen zweifelnd über da» Ergebniß der Verhandlung. Der „GanloiS" bemerkt, Frankreich würde bet einer Abrüstung nicht das gewinnen, wa» Rußland und die anderen Mächte gewinnen würden, weil da», was Frankreich jetzt fehle, ihm auch nach der Abrüstung wieder fehlen würde. Allerdings würde eß ebenso wie alle anderen Mächte den Bortheil haben, daß e» finanziell erleichtert würde. Der „Soleil" drückt die Hoffnung aus, daß Frankreich Sicherheit dafür erhalte, daß e» seine berechtigten Hoffnungen im Osten nicht aufzugeben brauche. „Antoritv" und „Libre Parole" zollen der Anregung des Kaiser» ohne Einschränkung ihre Anerkennung. Da» „Journal" fragt, ob nicht der kaiserliche Vorschlag eher Verstimmung als Beruhigung Hervorrufen werde, trotzdem fei er ein glückliche» Zeichen für die Zukunft. „Radikal" wünscht dem hochherzigen Vorschläge allen Erfolg, doch sei es nothwendig, vorher gewiße Fragen zu regeln, deren fich der französische Patriotirmu» niemals entäußern könne. „Rappel" hält es gleichfalls für nothwendig, gewiße, dem Rechte zugefügte Schäden wieder abzustellen. „Siäcle" führt au», bet dem Wiedererwachen der militärischen Leidenschaften habe dieser Versuch ein erhöhtes Jntereße. Das „Petit Journal" meint, daß bei der abzuhaltenden Couferenz die Hauptfrage, deren Lösung im Jntereße de» Frieden» nothwendig sei, gemäß dem unverjährbaren Rechte der Völker geregelt werde. „Petite Röpublique" sagt, der Kaiser habe eine große That gethau, deren Plötzlichkeit noch ihre Tragweite erhöhe, aber der Sociali-mus allein könne die Träume deS Kaiser» zur Verwirklichung bringen. Der „Matin" schreibt, die Sprache des AbrüftungSvorschlage» fei würdig de» hochherzigen jugendlichen Herrscher», e» sei jedoch nicht Sache der Franzosen, laut zu sagen, warum fie die Abrüstung»- ibee für einen Traum halten. Die befriedigten Völker mögen ihre Truppen heimschicken und ihre Waffen in Werkzeuge verwandeln. Da» sei aber nicht Aufgabe der vorn Unglück betroffenen Völker, die am Horizont nicht das blutige Roth der Schlachten, sondern daS Morgenroth der Gerechtigkeit und Vergeltung suchen. „ES scheint un» Übrigen»", fährt „Mattn" fort, daß unser Verbündeter nicht vergessen dürfte, daß unsere Grenzen weniger unversehrt al» unverletzbar find, als seine eigenen, und daß er uns nicht in die Nothwendigkeit versetzen sollte, der Couferenz unseren Beistand zu versagen und laut auSzusprechen, unter welchen Bedingungen wir theilnehmen können. In ähnlichem Sinne äußert sich der „Figaro", welcher htnzusügt, die russischen Vorschläge erschienen in dem Augenblick, in welchem der angelsächsische Liberalismus viele Köpfe verwirre, als wohlthätigeS Ab- leitung-mittel. „Petit Journal" erklärt, da» Rundschreiben fei ein Act von unberechenbarer Tragweite, der den Zaren hoch ehre. Die öffentliche Meinung Frankreichs werde die hochherzige Initiative de» Kaisers einstimmig gutheißev. Man müffe hoffen, die Couserenz werde die den Weltfrieden betreffenden Fragen im Sinne der Gerechtigkeit und des Rechte» der Völker lösen. Bon der englischen Preffe sagt die „Times", der Vorschlag be» Zaren sei in fich selbst ein große- politisches Ereigntß, da», auch wenn es zu einem unmittelbaren Erfolge nicht führen sollte, große Ehre auf seinen Namen und seine Regierung häufen werde. — Der „Standard" meint, so lange England Grund zu der Auffassung habe, daß seine HandelSintereffen bedroht seien, werde e» von seinen Anstrengungen nicht ablaßen können, den Vorsprung fich zu erhalten, den eS vor seinen Nebenbuhlern zur See habe. Die „Morning Post" meint, während der allgemeine P'an zum Frieden und zur Abrüstung sür Rußland ganz gut paßen könnte, würde er England durchaus nicht avftehen. — „Daily News" und „Chronicle" erwarten, England werde der ruffischen Einladung unverzüglich folgen. — „Daily Telegraph" flieht die Bedeutung be» Vorschlag- be» Zaren zu und bespricht bie Schwierigkeiten, welche die Couferenz zu Überwinden haben werde. Sämmtliche Ofen-Prster Blätter besprechen in (natürlich!) enthusiastischer Weise die Kundgebung des Zaren und halten dieselbe für da- bedeutendste Ereiguiß der letzten Jahrzehnte. In Rom hat die Kundgebung lebhaften Eindruck gemacht- einige Blätter begrüßen dieselbe mit Beifall, andere indeß mit Vorbehalt und Mißtrauen. In der norbamerikanischen Botschaft zu Berlin ist man burch die Kundgebung de- Zaren ebenso Überrascht worden, wie an anderen amtlichen Stellen. In Abwesenheit de- Gesandten White wurde ein Berichterstatter vom LegationSrath Jackson empfangen, der zunächst fein Erstaunen Über die Weltfriedenspolitik de» ruffischen Kaisers äußerte. „ES wäre ein großartiges Werk, falls es vollbracht werden könnte", sagte Herr Jackson, „aber persönlich bin ich der Meinung, daß dasselbe kaum durchführbar fein wird. WaS meine Regierung in dieser Frage zu thun gedenkt, darüber find wir natürlich noch nicht informirt, aber ich bin der persönlichen Meinung, daß Amerika bie Philippinenfrage keineswegs vor ba- Forum der Petersburger Couferenz dringen wirb. Das ist eine Angelegenheit, bie allein zwischen den hieran beteiligten Mächten Amerika nnb Spanien ausgemacht werben muß." Herr Jackson meinte ferner, bah kaum anzunehmeu wäre, daß irgend eine andere Macht vorher von der beabsichtigten " *• in •""«««in !'> I« '«»«i. m. 7* *S b«L'AsH J l)S,lrt««iotf^! ^sr' *»Ä **' »ä*t< an i, Mm J ‘«8>m d,r $!: ' el.it I. t»« Äujlanb int h SÄ.1*? 8,,nht: ,"1 ® lb« ffcw le ,*« ffliitt 11 “Nto »Mt. $, “B öianhtH 6nnt. !“ HGllngu In QU ? u°d .Libre M ?nt EioschrSalllog '06 aicht der taifnlit- Btr^lgung hm>orw„ Zrichtv für bU ßatur Borichlagr aütn Qhfci 'i^ Fragen ja rt|u nul nkinoli evkällhm ür not^totfibig, geküfi ab^uflellen, „Slddi1 1« mWWchru W W« ÄMllfir. In abjuljaltinbtn ^onftit:, Jvtmffe bei Ariebut rbarev Rechte der 8ö;k ” lagt/ der Ral|tr Mkelt noch ihre Luf allein !3ant die Lrä» ningm. Der Irv- rvorschlaget lei müT.u der-, el lei jedoch 1* sarum sie die «brüsliusi Dlt besriedigteo W.n !d ihre Waßrn in IW nicht Ausgabe der t:i orijont nicht daö blniu: irgtntoilj btt Arrechtij' scheint uni übrigens' InbtUt W ta| Iffl Mnsthtt all unon -v atz er mS nicht in u onsereuz nnseren W 1 nnter welchen 8rtc| ühnlichem Sinne tor , die rulfischen vorM' elchew der angelsLch^ alS »ohlthätiger «- iklärt, dal Rundlchrv- »l> i'°Z" । gtanh«l4« ifthmnlg im«*1 Mc ben MR"? -»UM ®‘h,Ä P-iß- W 111 !öS- , - ®« ,e*la i. 1 werde es von nW l" soigtv' » oar(ö |! ! °"Ü 11 : welche die °' 8länrt ll%SUi-*r - «-'5--°"" S,T i «“* K««=» Serliu ist ® . •ff^'uXtS 3"{l* m toÄ #■£ • a-wn-* -h.- *e Kundgebung bei Zaren benachrichtigt worden fei, und fügt htazn, daß die einzelnen Mächte fich schwerlich zu bem Schritte bet Abrüstung entschließen würden ober könnten. Immerhin aber sei bfefe Kundgebung eine bet bebentenbften, bie je von einem Machthaber in so unzweibeutiger Form veröffentlicht worben wäre. (Tägl. Rundschau.) — Ueber ben Besuch bei Kaisers in Venedig wirb ans Rom geschrieben: Der Kgl. Hausminister hat be- teits der Palastverwaltung in Venedig bie Bestimmungen zu- gehen Itfien betreffs der Instandsetzung der Zimmer, die das deutsche Kaiserpaar dort bei seine« Aufenthalte im Ddober bewohnen wird. Ls bedarf dazu nut wenig Arbeit, da es die Räume find, welche die erlauchten Gäste das letzte Mal inne hatten. Da das unmittelbare Gefolge des Kaisers nur klein ist, wird es ebenfalls im Palaste absteigen und ebenso die Minister Pellonx und Lanevaro. Falls der Staatssekretär v. Bülow seinen Monarchen bis Venedig begleitet, werden für ihn sowohl wie für ben italienischen Botschafter in Berlin, Grafen Lanza, bie nöthigen Räume gleichfalls bereit gehalten. Der beutsche Botschafter in Rom finbet fich zur Begrüßung seines Herrn in venebig ein. Da ber Besuch bei Kaisers streng privater Natur ist, werden zum Ehrendienst bet ihm von dem Könige keine Offiziere besohlen- auch fällt für die Offiziere während bet Anwesenheit ber Herrschaften das An» legen ber Galauniformen weg. Für ben Tafeldienst wirb von Rom bas nöthige Porzellan unb Silberzeug gesandt,- außerdem daS Küchenpersonal unb das Personal für ben Sicherheitsbienst und ferner 25 Gardes du Corps für die Ehrenposten im Inneren des SchloffeS. — PrinzHeiurich von Preußen gedenkt im Laufe kommenden Monats seine Divifion des Kreuzergeschwaders in Shanghai anf kurze Zeit zusammenznziehen unb zwar in der ausgesprochenen Sdficht, mit einer möglichst großen Anzahl von ber Besatzung an ber Enthüllung des Denkmals für das untergegangene Kanonenboot «Iltis- in Shanghai bei» -uwohneu. Der Prinz hat vor feiner Fahrt nach ben russischen Häsen, wie aus Tschisu geschrieben wirb, ben Wunsch ausgesprochen, daß die im Herbst zur Entlaffung kommenden Leute eine Erinnerung an ihre in strengster Pfltchtersüllung umergegangenen Kameraden mit in die Heimath nehmen. — Die Geschenke, die der Kaiser von China, sowie die Kaiserin-Mutter für den deutschen Kaiser anläßlich des Besuche- des Prinzen Heinrich in Peking bestimmt haben, werden von einer besonderen Mission nach Deutschland gebracht werden, die zugleich auch ein Handschreiben des Kaisers von China überreichen soll, in welchem der Dank für die Verleihung des Schwarzen Adler.Ordens ausgesprochen wird. Die Geschenke für die Kaiserin, den Prinzen und die Prinzefftu Heinrich find dagegen bereits auf den Dampfer „Darmstadt" verladen worben, der bekanntlich auch den ersten Ablösnogs» tranSport nach Siantschou vermittelt hat. Köln, 29. August. Die „Köln. Ztg." schreibt zu ber Kunbgebung bei Zaren: Schon in Anbetracht des Urhebers bei übrüstungsplanes scheint es sicher, baß kein Staat fich weigern wird, ihn in ernstliche Erwägung zu ziehen. Wal iaSdesondere Deutschland anlangt, so wird für besten Stellung Folgendes maßgebend sein wüsten. Wenn wir heute eine gewaltige Kriegsmacht befitzeu und diese durch Bündniffe mit anderen Mächten gestärkt haben, so find unsere Rüstungen doch niemals Selbstzweck gewesen, sondern fie dienten nur unserem eigenen Schutze unb ber Erhaltung beS Friedens. Mehr als 20jährige Erfahrung hat gezeigt, baß Deutschlanb die erworbene Wettmachtstellung nicht zu kriegerischen Unternehmungen auSzunutzen sucht, unb selbst untere Gegner haben bieS auch anerkannt. Gehr gern find wir bereit, die ehrliche Probe zu machen und ohne Hintergedanken auf bie russischen Pläne einzugehen in ber vollen Ueberzeugung, daß diese nur t« Geiste aulgleichender Gerechtigkeit betrieben werben sollen, und ohne Schädigung der LebenSintereflen sowie ber Rechte unteres Staates und Volkes. Au»U»rrd. Bien, 29. August. Ja Bötsenkreisen circulirt daS bisher von anderer Seite noch nicht bestätigte Gerücht von der bevorstehenden Demission des Ministers des Aeußrrn, Grasen GoluchowSky. Bien, 29. August. Heute vormittag sand unter dem Vorsitz deS Kaisers ein Miuisterrath statt. Nachmittag werden Graf Thun und Baron Bansth vom Kaiser in gemeinsamer Audienz empfangen werden, worauf ein Kr 0 nrath stattsinden soll. Wien, 29. August. Die Blätter fahren fort, das Rund« schreiben des Grasen Mnrawtew zu besprechen und drücken ihre Meinung dahin aus, baß bie Konferenzen möglicherweise zu Stande kommen. Der größte Theil der Zeitungen warnt jedoch vor allzu sanguinischen Hoffnungen, da fich ber practi» schen Durchführung ber vom Zaren angeregten Idee fast un- üderwindliche Schwierigkeiten entgegenfhllen, besonders wenn Frankreich ans ben Conserenzen bie ^Rückgabe von Elsaß» Lothringen als eine» bet stärksten Friebensmittel beanspruchen sollte. Rom, 20. August. Die italienisch: Regierung beauftragte ihren Botschafter in Petersburg, dem Zaren den aufrichtigsten Dank Italien» für seine völkersreundl-che Anregung auszusprechen. Rom, 29. August. Die Nachricht von bem Ab- rüstnugsvorschlage bes Zaren hat in ganz Italien die größte Seusatton hervorgerusen. In diplomatischen »reisen glaubt man, daß dieser Entschluß von den europäischen und außereuropäischen Staaten bereits im Großen und Ganzen angenommen sei. Italien steht bereits in diesem Vorschläge die Wiederherstellung seiner Finanzeo. Alle Blätter sprechen fich günstig über ben Vorschlag au«, zweifeln jedoch an der Ausführung desselben. Brüssel, 29. August. Das „XX. Siöcle" schreibt: Der Vorschlag des Zaren bringt eine neue Aera hervor. Die Hände, welche das Secirmeffer führen, seien mit Sicherheit in die schmerzhafte Wunde unserer Epoche eingedruogen. CocaUs rrrrd provinzielles. Gießen, ben 30. August 1898. ** Kirchliche Dienstnachrichten. Seine Röntgt. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 24. August den von Seiner Erlaucht dem Grafen von Schlitz, genannt von Görtz, auf die zweite evangelische Pfarrstelle zu Schlitz, Decauat Lauterbach, präsentirten Pfarrer Fritz Schmidt zu Hartershausen für diese Stelle zu bestätigen. Tr. Landesgewerbeverein. Als vor reichlich einem halben Jahre anf Einladung des Ortsgewerbevereins Gießen eine Versammlung und Besprechung seitens ber vertrrter oberhessischer Gewerbevereine stattsand, kam ber Wunsch 8tun Ausdruck, dergleichen Besprechungen öfters zu wiederholen, denn mau fühlte mit Recht, daß gemeinsame Berührungspunkte auch eine gemeinsame Besprechung unb Erlebigung bedingen, wenn für alle Thetle, soweit thunlich, Besriediguug herbeigeführt werden soll. Aus dieser Beran- laffung tagten gestern — Montag den 29. August, von Nach» mittags 3 Uhr an, im „Hessischen Hvs" tu Butzbach — bie auf Einladung des OrtsgewerbevereinS Gießen erschienenen 29 Vertreter der oberhessischen Gewerbevereine. Nachdem Herr Commerzienrath H eyli gen st aedt-Gießen bie Erschienenen bewillkommnet unb barauf hingewiesen, baß zu bieser Versammlung der Ortsgewerbeverein Büdingen Anlaß gegeben, bat derselbe, den Borfitz — wie schon in der ersten Versammlung — wiederum Herrn Hofmaler Hhrvnimus- Friedberg übertragen zu wollen. Herr Hyrouimus machte zunächst auf die Punkte der Tagesordnung für die heutige Besprechung aufmerksam unb stellte ben ersten Punkt: bie Bildung ber bemnächst ins Leben tr etenben Bezirksausschüsse, nachdem bie erforberlichen Erläuterungen dazu gegeben waren, zur Debatte. Nach einer lebhaft unb sichtlich mit viel Intereffe geführten Für- unb Gegeo- rebe beschloß man: Großherzogltcher Centralstelle für die Gewerbe vorzuschlagen, daß sür Ob er Hessen vier Bezirke, und zwar 1) Gießen mit Grüaberg, Lich, Hungen, Laubach, Londorf, Homberg a. d. O. und Lollar, 2) Friedberg mit Altenstadt, Nauheim, Bilbel, Reichelsheim und Butzbach, 3) Nidda mit Echzell, Bübingen, Schotten, Ortenberg, 4) Lauterbach mit Herbstein, Schlitz unb Alsfeld gebildet werden möchten und hierbei als Grundsatz zu gelten habe, daß jeder Bezirk — insofern derselbe annähernd 300 Mitglieder in fich schließe — einen Vertreter in den Ausschuß entsendet. — Als zweiter Punkt der Tagesordnung: Die Handwerker-Sterbekafse betreffend, beschloß man nach kurzer Debatte, die Vorschläge de« OrtsgewerbevereinS Büdingen: den Beginn der Thätigkeit der Kaffe vorerst genauer — wie geschehen — präcifiren zu laffen — voll und ganz zu unterstützen. — Nach einigen weiteren Anregungen über die Benutzung der Bibliotheken rc. erfolgte der Schluß der Versammlung unter dem allgemeinen Zuruf: „Auf Wiedersehen!" — Seltenheiten. Im Garten ber hiesigen Loge zeigt ein Kastanienbaum zum zweiten Male in biefem Jahre Blülhen. — Durch Herrn Kaufmann Geisse wurde unS heute ein auS ber Gegeub von Wetzlar stammender Zweig eines Apfelbaumes gezeigt, welcher Frucht und Biüthen zu gleicher Zeit aufwieS. • * 3ubilaam. Der bei Grohherzogl. Steuer - Com- wiffariat Gießen angestellte Steuer CommiffariatSgehtlfe Herr Hermann Höpfner feiert am 1. September l. IS. sein 25jährigeS Dtevstjubiläum. • • Auszeichnung. Vollblut-Hengst „Satan", 16 Monat alt, von Sumsbacher a. b. Lehet, und „Diana" von Lord- Glascow 0. d. Ophelia, Züchter unb Besitzer Hans Carl Fießer hier, erhielt auf ber am Sonntag in Butzbach ab- gehaltenen Pferbeschau des hessischen Pferdezuchtverein» bin Ehrenpreis des Landwirthschaftlichen BezirkSverein» Friebberg. Die „Wanderer, Gießener Radfahr-Sefellschaft", ver- avstalten thr diesjährige» Herbstrennen auf ber in vor- züglichem Zustand befiablichen 400 Mtr.-Cementbahn auf bem hiesigen Sportplatz am Sonntag den 2. Oktober b. I. Die Aurschreibung wirb in Kürze erfolgen. Da» Programm ver- spricht ein sehr reichhaltiges zu werden unb u. «. kommen bestimmt zum Austrag: MeisterschaftSsahren von Süddeutsch- lanb über 25 Kilometer für Herrenfahrer, Meisterschaft», fahren von Süddemschland über 10 Kilometer für Berufs- fahret, Fahren um den von bet Deutschen Sportdehörbe für Bahnwettfahren gestifteten Preis für Herrenfahrer, Vorgabe- fahren für Berufsfahrer, Fahren um den vom Kuratorium der Rennbahn gestifteten Wanderpreis rc. rc. Die Vorarbeiten find im Gang unb bei dem reichhaltigen Programm rechnet man mit Bestimmtheit auf eine rege Betheilignng so- wohl Seitens der Fahrer wie auch des fportltebenben Publikums von hier und auswärts. • • Fahrpreis-Ermäßigung. Für Kinder sollen nach der Münchener „Allgem. Zeitung" von ben beutschen Eisenbahn- Verwaltungen bie Fahrpreise derart ermäßigt werden, baß Siuber bi» zum scchsteu (bisher vierten) Lebensjahr in Be- gleituog Erwachsener frei sein, während solche bi» zum vierzehnten (dither zehnten) Leben»jahr nur halbe Fahrpreise zu zahlen haben werden. • • Wetterbericht. Nachdem eine :m Norden gelegene, ziemlich liefe Depression ihren Bereich vorübergehend über die Schweiz nach dem Kontinente herein ausgedehnt hat, macht nunmehr wieder hoher Druck von Südwesten her einen energischen Vorstoß nach Central Europa, doch dürfte zunächst dessen Herrschaft durch daS Auftreten verschiedener Theil- minima sehr eingeschränkt werden, ein» liegt über Mähren unb Galizien, zwei weitere, welche namentlich für Süd- beutschlonb in Betracht kommen, find über der Adria unb bem Golf von Genua wie bet südlichen Schweiz zu erkennen. — Voraussichtliche Witterung: Im Norden heiter, im Süden zunächst noch wolkig unb stellenweise Niederschläge. ______________ R. Ranstadt, 29. August. Der Dawpsziegeleibefitzer Wilhelm Schneiber von hier hat heute Morgen in eine« WahnsinvSansall seine« Leben burch Erhängen ein Ende gemacht. A Hockersdorf, 29. August. Ein hiesiger zehnjähriger Knabe hatte an dem Ziegellegen aus ein Dach Theil genommen ohne den Wollen seiner Eltern. Er stürzte von der hohen Leiter herab unb fiel in die Tiefe. Der Fall «uß als ein besonders glücklicher bezeichnet werben, da fich der Junge nur ben einen Ar« auseinanderfiel, wo er leicht ben Tob hätte staben können. (S) Unter beiberlenrod, 29. August. DaS Töchterchen beS hiesigen LanbwitthS B. fiel in eine Sense unb verletzte fich so schwer, baß eS tu bie Klinik nach Gießen verbracht werben mußte. § Aus dem Ohmthal, 29. August. Die beginnende Grummeterote zeige, baß baS Gras seit ben letzten vierzehn Tagen nicht nur im Wüchse eingehalten, soobern erheblich zurückgegangen ist infolge ber tropischen Hitz'. In manchen Gemarkungen hat man daS Grummet vor ber Ernte des Sommergetreides gemacht und dabei nicht unklug gehandelt. Der jetzt noch emgetretene Regen kommt für daS Grummet zu spät. Immerhin liefern bie Grundwiesen gute Grummetergebnisse, auf den trocknen Bergwiesen dagegen gibt es schlechte ober gar keine Erträge. An Dörrfutter fehlt eS übrigens in diesem Jahre nicht. Worms, 28. August. Der neue Bürgermeister von WormS, Herr Köhler, wird am nächsten Freitag im Beisein der Stadtverordneten durch KreiSrolh Dr. Kayser in den Dienst eingeführt werden. __________________ । ■ । ——— Aus der Seit für öit Jett Vor 77 Jahren, am 31. August 1821, wurde zu Potsdam der Physiker Hermann Ludwig Ferdinand von Helmholtz geboren, der Erfinder des Augenspiegels und Mttentdecker des Gesetzes von der Erhaltung der Kraft. Ueberall hat er mit philosophischem Geist den Zusammenhang der einzelnen Erscheinungen gesucht und die Physiologie auf Bahnen gelenkt, welche Aussicht eröffnen, den Räthseln der Lebensvorgänge näher zu treten. Helmholtz starb am 8. Sep- tember 1894 in Eharlottenburg.__________________________ verkehr, Land, und volkswirthschaft. Gießen, 30. August. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Buller per Pfd. 1.10-1.30, Hühnereier per St. 7—0 ^1, 2 St. 00—00 Enteneier 2 St. 14—15 H, Gänseeier per St. 12—00 Käse 1 St. 5-7 H, ttäsematte per St. 3 H, Erbsen per Liier 18 Linsen per Liter 30 Tauben per Paar jl 0.80-0.00, Hühner per St. X 0.85-1.20, Hahnen per Stuck X 0 65-1.00, Enlen per St. X 1.50-1.80, Gänse per Psund X 0 00—0.00, Ochsenfleisch per Psd. 66—74 Kuh- und Rtndfieych per Pfd. 62—66 Schweinefleisch per Pfd. 68—76 H, Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 76 H, Kalbfleisch per Pfd. 60-64 A, Hammelfleisch per Pfd. 80-00 4 Kartoffeln per 100 Kllo 6.00 bt8 9.00 X, Weißkraut per St. 0—00, Zwiebeln per Ctr. X 5.00—6.00, Milch per Liter 16 . Dauer der Marktzeit von 7 Uhr Morgen» bt8 1 Uhr Nachmittag». Während der ersten 3 Stunden der MarktzeU darf tm Umherziehen nicht feilgeboten werden __ Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 30. August, »wischen 11 u. 12 Uhr Mittag-: Wasser 14°, Luft 13°. ___Rübsamen'sche Badeanstalt. Neueste Nachrichten. Depeschen bei Bureau »Herold*. vad Nauhei«, 30. August. Um jedes Aufsehen gelegen!- lich ihrer Abreise zu vermeiden, suhr bie Kaiserin von Oesterreich gestern früh um 10 Uhr per Wagen, begleitet von einer Hofdame, nach Homburg v. b. H., verabschiebete sich dort von verschiedenen Fürstlichkeiten vnb suhr Abends 8 Uhr per Bahn nach Frankfurt a. M, wo fie im dortigen Hauptbahnhofe ihr Gefolge erwartete. Die Abfahrt nach Laux erfolgte Abends 10 Uhr 52 Min., woselbst bie Ankunft heute Nachmittag 4 Uhr 15 Min. erfolgte. Berlin, 30. August. Dem „Local-Anzeiger" zufolge wurde unterhalb deS Motteratsch-Gletichers die Leiche der ans Pentrefine verschwundenen Frau Bi al aus Berlin zerschmettert aufgefanben. Bei ber Leiche fanb man sämrntliche Werthsachen. Berlin, 30. August. AIS Trick ber russischen Diplomatie betitelt der „Vorwärts" seine Besprechung ber Kunbgebung beS Zaren. Alle» daS, was nun unter dem Namen N'colauS II in bie Welt gehe, sei längst von ben Sozialbemokraten im beutschen Reichstage gesagt worben. Der geplante FriebenScoogreß werde ergebnislos bleiben, wie fein längst vergessener Vorgänger, die internationale Arbeiterschvtz-Kouferenz. Der „Vorwärts" fieht in bem Erlaß be» Zaren nichts anbereS al» bie Andeutung, daß bie Kriegsgefahr so groß unb so nahe ist, wie seit Jahrzehnten nicht Als ben Anbruch einer Periobe sürchterlichen Blutvergießens und nicht als ben Gedanke einer Aera ewigen Friedens erscheint dem genannten Blatte daS russische Manifest. Berlin, 30. August. Wie ber „vorwärts" meldet, war gegen den Abgeordneten Liebknecht wegen Aeuße» rangen in einer Wiesbadener Versammlung kurze ZeÜ vor ber Reichstagsstichwahl ein neuer MajestätSbeleidigungS- Pr 0 zeg geplant. Ein bieSdezützlicher Antrag ber Staats» anwaltschait sei aber vom Wiesbabener Landgericht abgelehnt worden. Rem, 30. August. Rampolla sagte dem Zaren tele» graphisch die Unterstützung deS Helligen Stuhles für das Gelingen seine» Vorhabens zu. Paris, 30 August. Der Kassationshof wird morgen Über die Beschwerde PicquartS wegen Verweigerung ber öffentlichen Erhebung ber Anklage gegen Esterhazy, gegen Frau Pay» unb gegen Paly bu Klam beschließen. Paris, 30. August. Die SctenstÜcke über bie gegen Esterhazy eingeleitete Untersuchung finb bem Kriegsministerium gestern übermittelt worben. Der Antrag beS Untersuchungsrichters geht bahin, Esterhazy aus ber Armee auSzn- stoßen und bürfte diesem Anträge auch Folge gegeben werden. e« ’* -itysM 0 btt-ele- Georg FfafE, Kreuzpkatz 10 in dem althesfischen Bauernhaus, vom 8596 8593 Ri v4L 34241.— Mitgliederstand am 31. December 1896 20 Mitgliederstand am 31. December 1897 . 258 Damenrad, 7708 CD Wilh. Hammel, Grünbergerstr. 27. to MoMsch Annahmestelle, Muster und portofreie Vermittelung bei 2746 Geschwister Heerz, Gießen, Neuenweg 7. empfiehlt £8597 H. Tichy Sei ter s weg 43. billiget bei 7307 Neider Kaplansgasse 2, 11. zu roi Die Expedition des „Gießener Anzeiger." 8606 Alex. Mayer. 1887 unLb.1905 102.00 4 dio. 31/, DeutsckeGrdsch.B.unk.b. 1906 99.20 4 Brief Americ. 4.17 305.75- Darmst. Bk.-Actien N«dortikM7 E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen UmverfitätS'Buch» und Steindruckern (Pietsch Erben) in Vietzen. WWWWU (i;inpfrhliuuieii Stelltil-Geluche MAGGI Zu verkaufen Kauf-Gesuche ___ _ _ Offene Stellen PerWedenes Verloren Vereine Vermiethungen 6 4 8611] Perfecte Schneiderin von Frankfurt empfiehlt sich speciell für Kinder» 20.38 4.20 102.55 95.40 101.30 000.00 102.50 33.3a 4393.03 Geld 80.80 169.85 4.18'/, — zum Würzen der Suppen ist soeben wieder eingetroffen bei 86.10 102.65 21.25 97.30 44.lv 101.50 000.00 99.75 99.60 100.00 101.75 Abgang in 1897 . Zugang in 1897 . Mexikaner Monopol-Griechen von Eisenb. Rentenb. Obl. Buderus Obl. Abendeourser 000.00 | Oesterr. Credit'Actien . 5 . 25 mehr . 4952.88 27879.64 208.48 1200.— Hercules-Frisirkämme Garantie-Zahnbürsten Badehauben Wieseck, den 29. August 1898. Hildebrand, Director. Worgen Mittwoch zum Markt aus Oswaldsgarten, bringe ich wieder Thüringer Ausschuß-Porzellan in verschiedenen Mustern billig zum Verkauf. 8599 Friedrich Schäfer, Porzellanhändler. 8009] Die seither von Herrn Dr. Reinhardt innegehabte Wohnung, Asterweg 34, ist durch besten Versetzung von Mitte September ab anderweitig zu vermiethen. Afterweg 9. 3885.- 12679.80- 1300.— 5000.— 6949.84 Zur geil. Beachtung! Im Interesse der rechtzeitigen Fertigstellung unseres Blattes richten wir an unsere verehrl. Inserenten wiederholt das dringende Ersuchen- Inserate für die Nachmittags erscheinende Nummer bis IO Uhr Bor- mittags, solche größeren Umfange», wenn möglich, Tags vorher aufgeben 8607] Eine perfecte Köchin suckt Stelle in ein. besteren Haus ob. Restaurant. Frau Müller, Teufelslustgärtchen 26. 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Ui ausgeden r von Kronß vor der R geworben, b ausgchro^e/i erste Freudeta int AtnatM rech rrgmtl Werth dara nicht zweisle desriediM. 9*, iin. smp Bi btf Ärth der N#e «| verlande dc nib auch bie Aicolm n. »cht hinweg!, k Verbrüder M wendet s Zukunst, gültiger find. 20 Franken-St. Enal. Sovereigns Dollars in Gold Oberhessische Gewerbe-Ausstellung zu Butzbach. Alterthums- und Trachten - Ausstellung Procent 4,/5 Oesterr. Silberrente 4 Ung. Gold-Rente 3 Portugiesen Donnerstag den 1. ZeOr. treffen ein 8626 frische la. Iichtelgeöirgs- Dreißelderm Emil Orbig, Bahnhofstr. 30. Thüringer Kunstfärberei Königsee Chemische Wäscherei. Etabliffement ersten Ranges. Neue großartige Auswahl hochmoderner Farben. Peinlichst saubere, anerkannt vorzügliche Ausführung. Eiliges ;nm Reinigen in wenigen Tagen. Procent 37, Deutsche Neicksanl. 3 Preuß. Consols 37r Gr. Hessische Obl. 4 Stadt Darmstadt v. 1891 4 Stadt Worms uni. b. 1901 ßrslltrt tt Sw*. »Rontog1 Oswaldsgarten. Am Mittwoch zum Markt Irankf. 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Der Verkauf der Glühkörper mit Selbstentzündung ist von der Firma Butzke Herrn Max Weissbäcker, Südanlage 23, übertragen worden. 8622 Neuenweg 33. Bou heute au 8613 pr Psd. 30 Pfg. la. holl Vollheringe, schöne, große Waare, 10 Stück 45 Pfg., Rollmöpse, Sardellen etc. 3 gOefterr. Staatsbahn v. 1885 00.00 4 3 k Jtal. staatsgar. Ersenb. 59.45 4 8623 Deibel, Rechner. Section Giessen. D. Oe. A. V. esaj Monats- Bersammlung Donnerstag den l.Sept Philosophen- wald. Ab Vi7 Uhr Abends Neuenweger Thorhaus. Uebergabe und Empfehlung. Meinen werthen Kunden zur gefl. Nachricht, daß ich krankheitshalber nicht mehr im Stande bin, mein Geschäft weiter zu betreiben. In Folge reffen habe solches an • Kerrn Georg Pfaff dahier (Kreuzpkaß) abgetreten. Für das mir bisher geschenkte Vertrauen bestens dankend, bitte solches auf Herrn Pfaff übertragen zu wollen. Hochachtungsvoll Wilhelm Behrens. Unter höfl. Bezugnahme auf obige Annonce sichere den werthen Kunden des Herrn Behrens, gleich den meinigen, die beste Bedienung zu. 20.34 Oesterr. dto. Passiva. Geschästsguthabeu der Genoffen Reservefond Betriebsrücklage Anlehen Schulden an Lieferanten Mckständige Verwaltungs. kosten Gewinn am 31. Dec. 97 Coursbericht im J. Kurz & Co., Giessen, KahoWraßt 63. Frankfurter Börse vom 29. August 1898. 8589] Zwei Bauschreiner werden auf sofort gegen hohen Lohn gesucht. Zu melden auf dem Universitäts- Neubau^_______________________ 8620] Tüchtiger Möbelschreiner findet sofort dauernde Beschäftigung. Th. BriUk. Laufmädchen | für sofort gesucht. Marburgerftr. 44. 85b6] Ein anständiges, sauberes Mädchen von 15 bis 16 Jahren zu zwei Kindern zum 1. October gesucht. _____________Schillerstraße 15, pari. 8619] Jüngeres Hausmädchen sofort gesucht._________Bahnhosstr. 60, II. 8600] Ein Mädchen tagsüber zur Hausarbeit gesucht. 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