sonntaz dcn 30. Oktober 1808 Nr. 255 Zweites Blatt Wchener Anzeiger eil Bring rrfe^e. Bei Pos^.u« HrrteWrü* Heneral-UHeiger Aints- und 2lnzeigeblntt für den Kreis Gieren n« Injngm-BrrnntttimglttHra M I». uni lulluM ■ebnen In jagen für bm ®t ebener Ingnucr — j^i leeelw t »•■ Rn zeige, zn bet NechmiNag* für bat leg e1c. »a«0K* oiertrlfAbrlNb 9 Wart 90 Wf. Die Glichen er Jleeinteiriltcr •erben dem Anzeiger •*Hrtod NgNch mu Inioabee bei SR an tag*. | Gratisbeilage: Gießener Familienblätter Äbrefft für Depeschen: Anzeiger Gieß*». Fernsprecher Nr. 6L Wrbaahaw, Eppebitien enb Druckerei: >4*nire|< Ar. 7. einer Feuerwehrorganisation unternommen, wurde der Kronen^ | orben erster Klaffe mit Stern verliehen; die Bedeutung dieses Mannes ist damit den Türken recht klar gemacht worden und jedenfalls wird sein Werk zum Besten der Türkei mehr Förderung erhalten. Es wäre auch nicht unmöglich, daß Gras Szcchenyi, zur Ausführung seine» großen Plane», der Gründung einer Gesellschaft zur Verhütung von Unglücks» fällen, auf einen andern Schauplatz berufen wird. Doch da» liegt noch im Schooße der Götter, un» Deutschen ist von den segensreichen Resultaten der Kaisersahrt der Löwen» antheil zugefallen und wir werden, vom tiefsten Dank für die zu Theil geworbene Aufmunterung erfüllt, fortfahren, wie bisher fest auf unserem Posten zu stehen. Deutsche» Reich. Berlin, 28. Ocrober. Amerikanische Trichinen. Die amerikanische Schwetnefleischelnfuhr nach Deutschland hat fortgesetzt zu den lebhaftesten Erörterungen sowohl zwischen den verschiedenen Interessentenkreisen in Deutschland selbst, wie zwischen Deutschland und Amerika Beranlaffung gegeben, und es ist noch nicht lange her, daß auf eine angebliche Mit» thrilung au» Amerika, e» sei beabsichtigt, die dortige Fleisch» schau anfzuheben, sich die Nothweudigkett herausgestellt hätte, die Einfuhr amerikanischen Schweinefleische» au» gesundhrit» ltchen Rücksichten in Deutschland zu verbieten. A«ertka nahm in eigenem Interesse damals Abstand von der geplanten Abschaffung der Fleiswschau. Aber dessen ungeachtet hat Deutschland es nicht unterlassen, die eingeführten Fleischwaarrn selbst noch einer genauen Eontrolle zu unterwerfen. Die Frage der Fleischverthruerung hat nun auch die Einfuhr amerikanischen Schwrinefltische» wieder in den vorlecgrund gerückt, und der wissenschaftliche Attache der amerikanischen Botschaft Dr. Stiles sollte sich gegenüber den Borwürfen, daß die Gefahr einer Trichinose durch Genuß amerikanischen Schweinefleisches näher gerückt sei, dahin geäußert haben, daß nach den mrdicintschen Statistiken Deutschland», ausgestellt nach den Veröffentlichungen de» Kaiserlichen Gesundheitsamt», . .. die für die Zeit von 1883 bis 1897 festgestellte« 4667 Fälle von Trichinofl» sämmtlich auf den Genuß von europäischem Schweinefleisch znrückgeführt werden können. Bei der Sorgfalt, welche tn Deutschland auf die Fleischuntersuchung verwendet wird, war diese Nachricht höchst überraschend. Jetzt modificirt Herr Dr. Stiles in einer Aufklärung an die „Deutsche Tagesztg." seine Mittheilungen dahin, daß in den Jahren 1883—1891, mit Ausnahme weniger Monate, amerikanische» ia Kleinasien wurden Staatsdepejchrn abgrsandt und in Haidar Pacha wurden sogar Unterschriften auf Doeumenreu vollzogen, die mit Speeialdampsern nach Pera gebracht wurden. Auf diese Art läuft die Erledigung der Staat»geschäste immer neben her. In Hörekv, de« Höhepunkt des ganzen Besuche» beim Sultan, war ich, wie au» dem amtlichen Anzeiger, de» „Moniteur Ortende* hervoegeht, der einzige deutsche Sorre» spondent, der diesem ersten Besuch de» Deutschen Kaiser» in Asten beiwohnte, und der Einzige auch, der de« Besuch von HLtekö Kiosk und de« Rundgang der Majestäten beiwohnte. Auch beim Bericht über den Selamltk verzeichnet der amtliche Moniteur Ihren Lorrespsndentrn al» anwesenden Be- sucher. Ueberhaupt fühle ich «ich verpflichtet, allen türkischen Beamten und Würdenträgern, alt denen ich zu thun hatte während «eine» Aufenthaltes, hiermit «einen verbindlichsten Dank auszusprechen für die überaa» großen Liebenswürdigkeiten, welche mir von allen Setten erwiesen wurden. Mau überbot sich geradezu, allen meinen Wünschen znvorznkommru, selbige zu errathrn. Während des Aufenthalt» in Kleinasien und beim Sela«! k war ein Palastbeamter «ein stetiger Schutzengel. Selbst die niederen Beamten, die kein Wort einer europäischen Sprache verstanden, waren eifrigst bemüht, «ir zu helfen, und keiner dieser gewiß nicht glänzend bezahlten Beamten »ahm von mir Bak chisch. Aus den Augen konnte «an den Leuten t» ablesen, daß sie sich gedemüthigt fühlen würden, wenn ich auf der Annahme bestände, und deren Auge leuchtete geradezu von Dankbarkeit, wenn ich deren Dienstleistung ohne Bakschisch avnah«. Jeder einzelne Türke sieht in uns Deutschen einen treuen Bruder, auf den er sich verlassen kann, und ich kann nur hier wiederholen, der echte Oswane ist ein Master von Treue und Wahrheit», liebe. Er ni««t einen ebeufolch hohen «oralischea Standpunkt ein, wie ein wahrer Gerwane! Der offiziöse.Servet" bringt folgende» deutsche Gedicht zu Ehren de» Geburtstages Ihrer Majestät der Kaiserin Auguste Victoria: Schweimfieisch überhaupt nicht zugelaffen und doch 3979 Trichinofisfälle vorgrkommen seien, von den 688 Fällen tn den Jahren 1892 di» 1897, wo amerikanische E nsudr stattfand, kein Fall in einem amtlichen oder mrdieinischen Berichte auf amerikanische» Fleisch znrückgeführt werden konnte. So» barm constatirt Dr. Stiles, daß die TrichmofiS seit 1892 überhaupt bedeutend abgenommen hat. — Was den letzten Punkt anlangt, so dürste diese thatsächliche Abnahme ihren Grund eben in der sorgsamen und peinlichen Untersuchung tn Deutschland haben. Angesicht» dieser strengen Ausficht und des Umstande», daß die während der Erlaubniß der amerikanischen Einfuhr eonstatirten 688 Fälle auch nicht auf den Genuß europäischen Schweinefleische» endgiltig znrückgeführt werden konnten, sowie der Thatsache, daß bei amerikanische« Fleisch etwa 25 Mal häufiger Vorhandensein von Trichinen trotz der amerikanischen Voruntersuchung bei der deutschen Nachuntersuchung festgestellt wurde, dürfte die Annahme gerechtfertigt erscheinen, daß der größte Theil der 1892—1897 ausgetretenen Fälle von Trichinose ihren Ursprung im Genuß amerikanischer Fleischwaare gehabt hat. Erst heute wieder wird, selbst von denjenigen Blättern, die fönst in energischster Weife für eine größere Einfuhr omirikanischen Schweinefleische» im Jutereffe der minder begüterten Klassen eintreten, die Nachricht der „Allg. Fleischerztg." weiter verbreitet, daß tn vier amerikanischen gepökelten Schinken auf der städtischen Fletschuntersuchungsstation 1 ziemlich zahlreiche Trichinen gefunden worden find. Die Amerikaner werden sich also einer sorgfältigeren Prüfung des auszuführeuden Fleische» befleißigen oder nach den Ergebnissen der deutschen Nachuntersuchung eine Beschränkung der Einfuhr gefallen lassen müssen. Einer solchen Auffassung werden auch die rabiatesten Vertreter einer größeren Fletscheinsuhr zustimmen müssen. — Neue Postanstalten in den deutschen Eolouiru. In den deutschen Schutzgebieten von Afrika und Australien find im Laufe dieses Jahres fieben Postanstalten neu eingerichtet worden. Au» dieser Thatsache darf man auf ein allmähliche» Anwachsen de» ve-kehr» schließen. In Deutsch Ostafrika wurden zwei Postanstalten angelegt, nämlich in Jringa und Ujiji, sodaß die Zahl der Posten hier auf 20 gestiegen ist. In Deutlch-Südwestafrika wurden solche tn Outjo, Groß-Barmen, Seel», Hohewarte, also vier eingerichtet. Hier find nunmehr 15 vorhanden. Schließlich wurde auch noch tn Berlinhafen im Schutzgebiet von Neu-Guine» eine Postanstalr eröffnet, wodurch die Zahl der in diese« Gebiet vorhandenen Verkehrsanstalten aus fünf stieg. Nimmt „Wenn Deine Blicke sich nach Deutschland richten, Welch ein Empfinden muß Dein Herz vewegeu An diese« Tage, da Herz und Hand sich regen, Dir süßen Zoll der Liebe zu entrichten. Sie feiern Dich in Liedern und Gerichten Und im Gebet erfleh'n sie Gotte» Segen Aus Dich herab, er wolle allerwegen Die fernen Pfade, die Du wandelst, lichten. Du edle Frau, die nach Germanenfitte De« tapsern Manne folget iw Geleite Auf jede« Gang, tu Frieden und im Streite: Mit Deinem Volk vereinen wir die Bitte: Daß Gott der Herr au Deine» Kaiser» Sette Behüte Deine segen»reichen Schritte." Da» Botschaftshotel tn Therapta ist zu Ehren de» Besuches unseres Kaiserpaares auf das üppigste mit Pflanzen und Teppichen geschmückt. Die Stationsschisse der engl,scheu und franzöfischen Botschaft, die tu der Bucht von Therapta liegen, tragen von Bug bis Stern Flaggenparade. Die türkische Musch „Techrifieh" mit dem Kaiserpaar an Bord, trifft um 11 Uhr ein und legt am Quai des Botschaftsgartens an. Der Botschafter mit GrmahUn uub den höchsten Beamten der Botschaft, ferner Mehmet Ali Boy, Präsident der Mun'c'palität empfingen die Majestäten. Die Ehrenwache wurde gestellt von einer Lowpagnie Infanterie mit Fahne und Regimentseaprlle und einer Abtheilnng Laneier». Der Kaiser war in großer Generalsuniform, die Kaiserin in 6i6»e oder elfenbeinweißer Toilette, trug das Bouquet de» Sultan» tn ihrer Hand. Die hinter den U«faffung»«auern angestauteu Volksmengen brachen in Hochrufe aus, al» die Majestäten ans Lund gingen. Das Ralfe? paat wachte bann einen Randgang durch den ausgedehnten Park, der ja gle ch wie da» Gebäude ein Geschenk des Sultan» ist, ferner besichtigten fie eiugeherb das im gothischeu Stil au» Holz auf- geführte Wohngebäude und sprachen ihre allergrößte Befriedigung über Alle» ans. Der Kaiserin gefiel bie Ausficht Dienstag Abend: Kaiserhof. Gesangverein MM Sonntag den 30. tctM: Familien-Müö bei Steuernagel, fiiNröt- $02 Anfang 1 H(r. Tie Orientreise des ftaiferd kt in Konstantinopel einen unerwartet tiefen Eindruck gewacht und insbesondere den dort ansässigen Deutschen unschätzbare Vortheile gebracht. Es wud den ,M. N. N." darüber von einem hervorragenden Mitgliede der dortigen o ätschen Colonie unter dem 22. October geschrieben: Rauher Nordwind begann schon vorn Schwarzen Meere l) da» ,ini ^4. Sk«* t, Re, daß k[r y* ttv^ itn hattr iL, .JM« dir U,k. hl w W^m äug «' »toll . »j. ,,1^' '»dllh st, i|(ald *»« &**** Ä-SSCSS S'tMtaÄfÄ! mmirjto ei« (ältt; l »I n 9 611,1 11 •‘WÜ «I > °- Mt hi» Um, t- BilÄf"' 6,1 Ml “M SÄ b blB 8HtnV cen lirh, rühm dir «iviutr z« Eadltch ist'» geltragen - tiaa Hrt ter Ruh», da» ^nSpui iabeu, die verbioduo» z«W - Der spinucute Fadru tml b foiiab Licht wrhr zu trenn rit werden »enelniam »aabti 1/ dm Mfizimdrn vaM r cchm, datz dir ,Ranft* fie h ibi. Der lirfindrr nfanv ■ iW bei Liavirr» nnjtstx - llschiur rrsülit. ffiititn! n jfagtn spielen, vemSgen die 8tz treten, - ipielend fern« M' unöWr Ranft die nelhirenttM n Leben. S» lebe ter Mcki itewtur uni Hnnft. en eines jeden SÄafiüxH®® & irtel in Leipzig eiam .Must. ' hereus, ähnlich feinen W imehmes Naßere und geeibilen WSMe/mddE-zun«r- > Zaubmann, „Siche päd-^iit Don L Kühner, ein Gapitd aa< eben Werth des Singens, W a M WW> * tzrMWU M tTÄ'Ä asäfgg tfÄtf nB,a "Äer Gebäude rechnen § flS ”«4,a0Ä?w etanKjj ÄE-ShM Ä^UwÄ ?&Ä5? ■J°»J*ää5S S«®tb*T*to0S ZM rSSS»’* . 2 angeoo^' b r§2y@l L-KsK r gttrffi111?9 n der>"'^ WM del WS- Erweiterte fjanliiDcrkrrfdjnle zu Hießen. Da» Wintersemester der Schule, welche» dem Baohaud- werter, Schlosser, Schreiner, Maler, Mechaniker, (Graveur rc Gelegenheit bietet, sich die für da» betreffende Fach erforderlichen technischen Kenntnisse anzueignen, beginnt am AI. Ödobet d. Zs., vormittags 8', llhr, and schli-ßt (fnbe März k. Is. 10022 Nähere Au»kunft über den Lehrplan rc. durch die Schulleitung. Der Auffichtsrath. Die Schulleitung: L. Heyltgenstaedt, Vorsitzender. L. Traber, Großh. Hauptlehcer. Allgemiiitt Urrem für Armen- und Krankettpüegk. Unsere Nähabende, deren Leitung an Stelle der Frau Prooinzialdirector v. Gagern nun Frau Amt»gericht»rath (tzebhardt übernommen hat, sollen am 4. November nieder ihren Anfang nehmen und sollen den ganzen Winter hindurch jeden Freitag Abend im alten Rathhaussaale von 5 bi» 7 Uhr für Schulkinder über 11 Jahre, von 7 V3 bi» 9V8 Uhr für Frauen und ältere Mädchen gehalten werden. Der Vorstand: 10644 Frau Amt»gericht»rath Gebhardt. Schlosser. Montirtes Gleis u. Kippwagen, wen, sowie gebraucht, hat billig abzugebeu, zum Kauf oder Miethe 18 Hermann Hess. -UerKmmlNM Mobiliar-Dttstcherms. Montag den 81. Cctober and Dienstag den 1. Rovbr., ]ebe»tnal Nachmittag» 2 Uhr an- -angend, werden Kreuzplatz 15 I dahier nachverzeichnete Gegenstände -^egen sofortige Baarzahlung verweigert : 1 Pianino, Tische, Stühle, SophaS, Commoden, Kleider-, Weißzeug- und Kücheuschrauk, 1 (KtS schrank, Uhren, etwas Silber, Bilder n. Spiegel, mehrere vollst. Betten, 1 Badewanne, Rolleaux und Vorhänge, eine große Partie Weißzeug, Porzellan- und Wlaswaaren, Haus- und Kücheugeräthe jeglicher Art. 10724 I. A.: Schneider. Hasten, Heiserkeit, Verschleimung lindert man mit Erfolg nit den seit Jahren bewährten Walthers Fichtennadel-Bonbons. Beetandttheile: Zucker und 1 pCt. Fichtennadol-Extract. 10251 [n Pa^keten ä 30 und 50 Pfg. bei: Gustav Walter. Tivoli, tubwigstraße 6. (Filter MittagStisch im Abonnement zu 85 und 65 Pfg. Bitte versuchen Sie meinen gebrannten Kaffee, da» Pfund zu 1 Mark. J. M. Schulhof. Marktftr.4. Telephon US. 5811 ____ ©bÜ^ÄlMT Die Zimmer>sche Gutsverwaltung Dmnerod bei Reiskirchen liefert 'feinste Tafeläpfel, wie Goldparmänen, div. Reinetten, geflammter Cardinal, Matapfel rc., per Centner 26 Mk, desgl. gepflückte Kochäpfel, |ct Cenwer 10 Mk./ sorgfälttg ver» Tackt ins Haus. Winnerod, Post Reiskirchen. ao69o H. Erb. Bürgerlichen Mittagstisch empfiehlt S425 Jom. Brühl, Rhein. Hof. 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