ebenen. rasse 14. Maß beim QuartA Störungen im Bezug m unsere verehrlichen t die Erneuemng ihres reffenden Postanstalten ßener An/eiZer. Iltiu Dckr 1898. Giessen, «*** u jo/0 Portugiesen p/o RumLnter ji///o Rußm ^ZollTürken Z ZMW Rente 50/0 Chinesen 99- 85- 25- 92- 98« 46- 11a- 19- 141.- 805- 225.- liOc 103- 101.- 131.- MMSreditb. liationalbant ' >sterr. Sw» . Wner Bankverein we Ottvm-n L Ettdttb-n! SÄ” jtaL Vertdtonai Peloce Giessen. 1898. 85.6* 1018* Sb St 98.6t 50.« 100.« 99« 14 genfi»“1* K. * Älnenc- Nr 305 Evwcites Blatt Donnerstag den 29. Decemder — —— - • — - —» • . » - -* —. _— — —___________________ NMrt*T fh. M. Amtlicher Theil. Bekanntmachung. V»D. R* erfahrungsgemäß in bet Neujahrsnacht unb ' am NeujahrStage häufig Ruhestörungen uno Unglltfl» fälle ereignen, hi ngen wir gut Verhütung von solchen in Erinnerung, dass das Schieße», sowie da- Ab- breuueu voo Aenerwerkskörpern innerhalb der Straßen nad Hofraitheu der Stadt verboten ist. Zuwiderhandlungen find in § 367 unb § 868 des Reichsstrafges'tzbuch» mit Selb- ober Haftstrafe bedroht. Auch tritt Wegnahme ber Schußwaffe ein. Gleichzeitig machen wir btt Händler mit explosive» Stoffe», Feverwerk-rSrPeru re. darauf aufmerksam, daß da» Abgeben solcher Stoffe an Personen, von bentn ein Mißbrauch zu befürchten ist, insbesondere au alle Persone» nutet 16 Jahre», Verbote» ist (Verordnung für da» Sroßhergogthum Hessen, oetr. den Verkehr mit Sprengstoffen, vom 21. Decemder 1893, § 26), und daß Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschrift nach § 867 de» Reichsstrafqesetzbuchs mit Geldstrafe bi- zu 150 Mark oder mit Haf« bestraft werden. Gießen, den 24. Decemder 1898. Großherzogliche» Polizeiamt Gießen. Muhl. Zur Entwicklung der englischen Weltmacht schreibt die ERHrin.-Wrstf. ßig.*: Man sagt den englischen Staatsmännern eine besondere Befähigung nach, die Hilfe anderer Völker für die ßttle der eigenen Politik zu gewinnen. Nun, fie rechnen einfach ,mft ber Dummheit der anderen Völker". So sagt wörtlich eine holländische politische Devkjchrist von 1779. Lhatiächlich liegt in ber Kurzsichtigkeit ber übrigen Staaten größtentheil» da» Geheimniß der englischen Erfolge. Da» lehrt die Geschichte ber Aufrichtung ber englischen Weltmacht, und da» deutsche Reich thätt wohl daran, sich die» vor Augen zu halten, zwar freundschaftliche Beziehungen zu Eaglaud zu pflegen, aber dem eigennützigen englischen ßtebelwtrben gegenüber kühl zu bleiben bl» an» Herz hinan. Daran zu mahnen, ist um so zeitgemäßer, als die brutsche Politik wleber so englisch ge- worden ist, daß fie sogar, so weit möglich, die Preffe beeinflußt, nicht antienglisch zu schreiben. Aber da» deutjche Volk will nicht mit England gehen, denn e» ist nicht mehr dumm genug dazu. Der Aufrichtung ber englischen Weltmacht kam die politische Lage in Europa zu Hilfe. Al» ber Seeweg nach Indien und Amerika entdeckt war, zogen naturgemäß die an bea atlantischen Ocean stoßenden Länder den größten vor- theil daran». Spanien, Portugal, Frankreich, Holland und England schufen jenfeit» der Meere große Eolonialreiche. Aber Portugal und Holland Waren zu klein für die Entwicklung ihre» ungeheuren Befitze», unb Frankreich, sowie Spanien betrachteten btt europäischen Streitigkeiten al» Haupt- fache, während England fich an diesen nur insoweit bethei- ligte, als dadurch fein unvenücke festgehaltene» Ziel, die Zurückdräc.gang der onbtren Loiouialmächte an» dem Wettbewerbe, gefördert wurde. Da» kleine Holland, da» in der eisten Hälfte bei 17. Jahrhundert» einen so gewaltigen An« (auf genommen hatte, erlag schon vor ben Ende des Jahrhundert» der größeren englischen Macht. Dann kam Frankreich an die Re hr. Zu Ende des 17. Jahrhundert» schien e», daß Nordamerika dereinst den Franzosen gehören werde, und in Indien hatten diese noch entichirdeuer den Vorsprung. Der Umschwung zu Gunsten England» war die Folge bon Kriegen auf dem europätschen Festlande, und überwiegend waren e» leider deutsche Heere, die England in ben Dienst leinet schlau verhüllten Interessen zu stellen wußte. Der »pantsche Erbfolgekrieg (1702—1713) war hn «runde ge- nomnten ein Kampf Englands und Holland» gegen die Gefahr einer Bereinigung de» französischen Handel» mit der spanischen Lolonialmacht. Diese Vereinigung würde der mächtig empor- geblühten franzöfischen Industrie den spanischen Markt in Ämtnta erschlossen, ihr dadurch die Oberhand verschafft, so- wie den stanzöfiichen Lolonieen in Nordamerika und Indien eine außerordentlich starke Stütze gegeben haben. Daß diese Bereinigung verhindert warbt, begründete boJ spätere Heber- «emicht England» in Amerika unb Jnbien, und daneben brachte ber Friede von Utrecht ihm einen großen Theil von | Kanada, sowie Neu-Fundiavd, Neu-Schottland, Gibraltar und 1 Menoroa. Im österreichischen Srbfolgekrieg xnb im sieben. [ jährigen Kriege trat England alsbald anf die Seite ber Gegner Frankreich» unb zahlte ihnen Beiträge zu den Krieg», kosten. Al» bann bie deutschen Waffen Frankreich nieder- geworfen hatten, mußte da» erschöpfte Land ben Rest seiner amerikanischen Eolonieu an Euglanb abtreten und bald darauf ohnmächtig zuschauen, wie Clive und Hosting» Indien eroberten. So ersüllte fich da» Wort Lorb Chatams, baß er „Amerika in Deutschland erobern4 werbe, im weitesten Maße, benn ohne bie preußischen Siege Über Frankreich hätte England auch Indien nicht erobern können, und ohne dies gäbe e» heute keinen englischen Welthandel. Die Kriege von 1792 bi» 1815, in denen fich England gebärdete, al» kämpfe :» für bie Freiheit Europa», besegelten bie ZarÜckdräugung Frankreichs, da» seine überseeische Stellung nun endgültig an England verlor. England aber, da» im Pariser Frieden noch ba» Kapland, Malta, Helgoland unb Ceylon eingestrichen hatte, befestigte fortan seine Vorherrschaft in Asien, wo e» fein indische» Reich erweiterte unb au»daute, und machte seinem Handel auch bie süd- unb mittelamerikanischen Märkte dienstbar, indem e» den Aufstand der spanifchen und portugiesischen Colonien unterstützte und deren Lo»reißuvg vom Mutterland dadurch herbeiführte. Die Unterstützung von Aufständen liebte England damals schon nicht Weniger al» heute. Seine Weltstellung verdankt e» eben, wie au» Allem ersichtlich, seiner weitschanenden, aber gewissenlosen Politik, welche stet» die Verlegenheiten und Jrrthümer der Festland- floaten arglistig ausnutzte. Unangreifbar für damalige ver- hältniffe durch seine Insellage, konnte es fich in die An- gelegensten der anderen Völker mischen nnb habet doch bie vollste Unabhängigkeit be» Handeln» bewahren, von jeher hat ber Gedanke die englische Politik geleitet und leitet fie noch heute, baß Krieg zwischen den Staaten be» Festlandes ein Segen für England, die Beförderung ihrer Zwistigkeiten ein Gebot der Klugheit für englische Staatsmänner fei, und dem entspricht e», daß seit drei Iah'Hunderten jeder Friedens- schloß ein Sieg England» war. Wie im Frieden von Utrecht (1713) weder Frankreich noch Deutschland, noch Spanien Sieger waren, sondern England, so ging e» auch bei ben Friedensschlüffen von Aachen (1748) unb ben beiben Pariser Frieden (1763 unb 1815). Die festländischen Staaten schieben nab ringen mit äußerster Anstrengung, nnb ber vermeintliche Sieger trägt Ruhm und bestenfalls einen kleinen Landstreifen davon, während Großbritannien als Zünglein an der Waage bie Entscheidung gibt und bei nngeschwächten Kräften, vermehrtem Handel und verstärkter Industriemacht in fremden Erdtheilen ungeheure Länderstreckea erbeutet. Ein anderer Hauptcharakterzug der englischen Politik ist ihre Untreue. Tiner der größten Bewunderer des englischen Privatcharakters, der Amerikaner Emerson, urtheilte dennoch über Englands Politik: ,3)le auswärtige Politik England» ist, obwohl ehrgeizig und verschwenderisch mit Gelb, selten edelmüthig und gerecht gewesen. Ihre Hanvtrllckficht war stet» das HandelSintereffe . . . Sie verrieth Genna, Sizilien, Parma, GrieLenlanb, die Türkei, Rom unb Ungarn. Treu im Privatleben, Treulosigkeit im 5fl?ntü4cn Leben kennzeichnet biete heimathlichen Menschen l" England hat fich immer trefflich darauf verstanden, seine Verbündeten als die Haiptbetheiligten, fich selbst aber als den uneigennützigen Helfer hinzustellen, der nichts anderes wolle, als ,bo» europäische Gleichgewicht erhalten", ^unterdrückte vö.ker befreien^, „bem Recht znm Stege verhelfen" u. s. w. Da» wahre Bestreben ging aber stet» anf Abschluß vortheilhafter Handel»verträge, Erwerbung wichtiger, bie Berkehrsstraßen beherrschender Punkte, Zerstörung de» Handel» anderer Völker und Niederhaltung ihrer maritimen Entwickelung. Diese» System hat öfteren Wechsel der Bündnisse zur Voraussetzung^ denn es darf den Bandesgeuoffen nicht zu stark werden laffen, damit er nicht bei dem Abschlüsse be» Frieden» zu große Ansprüche mache. Darum wechselte England immer zur gelegenen Zeit die Partei, wobei ein leicht in Scene gefetzter Wechte! de» Ministerium» den Schein be» Anstande» wahren mußte. Ba» Deutschland angeht, so wollen wir nur an Folgendes erinnern. Als England im spanischen Erbsolge- krieg erreicht hatte, wo» es wollte, fetzte es den bekannten Mimstnwechsel von 1710 hi Seene und machte sich dann lo» von seinem Verbündeten, dem Kaiser Joseph I., den es obendrein noch al» kriegslustig und länbergierig verdächtige, weil er Straßbnrg wieder zum Reiche bringen wollte und die Erfüllung be» deutsch-englischen Abkommen» von 1703 forderte. Ebenso ließ Eaglaud Friedrich den Großen rück- sichtslo» im S ich, al» bie Beendigung be» 7jährigen Krieges im englischen Interesse lag. Richt anders handelte England 1814/15. Solange Napoleon I. England gefährlich war, ging England mit den deutschen Mächten und Rußland. Kaum hattea diese aber den gemeinsamen Gegner niedergeworfen, fo schwenkte England ab und ging zu Frankreich über, um den Slliirten die Früchte ihrer Stege nach Möglichkett zu verkümmern, dasselbe England, dessen kleines Heer bei Waterloo durch unfern Blücher vor ber Vernichtung bewahrt worden war. Bei den verhoud- langen über ben zweiten Pariser Frieben unterstützte England Frankreichs Ansprüche gegen bie preußisch deutschen nnb vereitelte durch diesen Treubruch unter Anderem die Wiedervereinigung Elsaß - Lothringens mit Deutschland, obwohl Männer Wie Snetsenau, Stein, Hardenberg, Humboldt, Münster u. s. W. ben bahingehenden preußischen Antrag mit ben gewichtigsten GrÜnbeu unterstützten. Wesentlich au Eng- laubs Haltung scheiterte auch ber Plan be» Fürsten Harden- berg, die alten Reichslande Holland unb Belgien als ,bnr« gnndischen Kreis" zum deutschen Bunde zu fügen. Deut'ch« land sollte England nicht zu mächtig werden. ,8ür Deutschland", sagt Pertz in Stein'» Leben, »ging aus diesen Kämpfe» und Verhandlungen die theuer erkaufte Lehre hervor, baß keine ber großen europäischen Mächte aufrichtig fein Heil, feine Sicherheit unb Kraft wünschte. Deutschland darf feine Hoffnung so wenig auf England als auf Rußland oder Frankreich setzen, es darf auf Niemand rechnen als auf fich selbst.- England hat die Wiedergeburt Deutschland» instinktiv gefürchtet und jederzeit zu hindern gesucht. In frischer Erinnerung sollte es sein, wie England im Jntereffe bei Aufrichtung seiner Weltmacht 1848 bis 1851 und 1864 bis 1871 Alles auf geboten hat, um bie Ein'gung ber deutsche» Stamme zu hintertreiben, und wie es seine Neigung, aus Eigennutz die Partei zu wechseln, auch 1870/71 bekundet hat. Bei Beginn des Krieges 1870 standen die leitenden Kreise England» auf der deutschen Seite, weil fie Fraukreich^für stärker hielten unb seine Schwächung wünschten, al» fie ober erkannten, daß Deutschland ber stärkere Theil war, wendeten fie ihre Sympathieen Frankreich zu und stachetteu diese» zur Fortsetzung be» Kriege» mit verkappter Unterstützung England» an, damit auch Deutschland, in welche» fie ben tommenben Soucarrenten auf dem Weltmarkt voraus- sahen, erschöpft und dadurch gezwungen wurde, beim Friedeus- schluß auf besondere Vortheile zu verzichten, während England noch feiner Gewohnheit ben Lvwenantheil bavontrüge. Bar zu gerne hatte Englaab zum zweiten Male die Wiedervereinigung von Elsaß Lothringen mit dem Deutschen Reiche verhindert. Rur der rasche Abschluß de» Friedens und die Haltung Rußland» hat die englischen Staatsmänner von writergehenden Schritten abgehalten Hier zeigte fich der Genin» be» Fürsten Bl»marck in feiner ganzen Größe. Dieser große Staatsmann ist einer der wenigen Menschen, welche — vor ihm nur Colbert und Napoleon I. — die englische Politik ganz durchschauten. Daher ber grimmige Haß der leitenden Kreise Englands gegen ihn. Nächst Rußland ist es Deutschland, das Eaglaud am meisten in Wege steht. Rußland bedroht Indien, dessen B'sitz England erst zur Weltmacht gemacht hat, Deutschland aber ist der englischen Jndstrie, bet Wurzel der englischen Größe, gefährlich geworden. Darum sucht England unsere Fortschritte In der Industrie, im Handel, in der Sch fffahrt und Colonisation auf jede Weise zu hemmen unb mtll die Gleichberechtigung Deutschlands, fich ebenso Wie England neue Absatzgebiete für die deutsche Ausfuhr zu fichern, nicht anerfenuen. Ueberall stießen die deutschen Colonialbestre- bnngen auf ben (in Deutschland tief empfundenen) Widerspruch unb daS unverhohlene UebelwoQen Eoglaod», nnb es bleibt undenkbar, daß darin jemals eine aufrichtige und dauernde Aendernng eintrehn könnte, denn daS englische Weltreich ist aufgerichtet durch Uebervortheiluvg und Schwächung der mübewerbenben Völker, durch Untergrabung ihrer inneren Kräfte, unb kann bei dem ungeheueren Mißveihältuiß zwischen seiner Ausdehnung und seinen Machtmitteln nur auf bie gleiche macch'aoellistische Weise erhalten werben. Euglanb wird, wenn es kann, gegen Deutschland ebenso verfahren wie gegen Holland, Portugal, Spanien und Frankreich, unb besonder» l. Herelch ist gerade in heutiger Zeit bie geschichtliche Thatsache, daß Holland eigentlich an seinem Büadniß mit England gegen Ludwig XTV. zu Grunde gegangen ist. England Wußte ben Vertrag so einzurichten, daß Holland ben Krieg vorwiegend zu Lande zu führen hatte. D'e Abficht ist unverkennbar. Im Frieben von Utrecht (1713) konnte Holland keinen Anspruch auf Überseeischen Gewinn erheben. Settdem ging e» mit seiner Seemacht immer weiter abwärts nnb mit ihr sank sein Ansehen im Rothe der Völker, bis Holland hn 18. Jahrhundert nur noch ,bie Schaluppe h» Fahrwasser ber großen Brttannta" war, wie Friedrich btt Große es treffend bezeichnet hat. g*MM terbafdbft n. kf.fü Wtthfchä h-lttn j Mt.hrffurg-u: ®«=» nabe an bet n°ro>egt,»en S.enze, h°ch ff Äfttb ÄiMnta to Wbrnl) ge- : oben an bet notbwestüchsten Küste thte. R-tche», stab bie HSN ,u ben schönsten, bequemen Säuberungen in unseren ■ Rusten augeubsickUch mit nmsastenbea »tbelten b'Wa(tiat Okalvev. Kein Halbweg» rüstiger Fußgänger, der im um sich durch Hafeuaalageu die bisher vermißte fiet» offene Me Miibetobahn benutzt uud vicht große Eile hat, Sreverbtlldung nach Westen zu schaffen, wozu der nahe G f- Sommer die Arlbergbahn benutzt uud vicht große Eile hat, möge den dreistündigen Spaziergavg auf der prächtig er- haltrueu, herrliche Ausblicke gewahrenden alten Poststraße, der leicht zwischen die Benutzung zweier Züge eingeschoben werden kann, versäumen." * Eine neue elektrische Loeomotive hat letzt auch die frauzöfische Eiseudahu-^esellschaft Parts — Lyon — Mädi- teranLe in Betrieb gesetzt, nachdem die Westbahn mit der Heilmauu'scheu Locomortve das erste Beispiel gegeben hat. Sie ist von dieser wenig verschieden und wiegt 44,500 Kilogramm. Sie soll eine Last von 200 000 Kilo mit einer Geschwindigkeit von 100 Kilometer iü der Staude ziehen können. Die zwischen Parts uud Möluu augestellten Probefahrten hatten ein sehr befried'geudr» Ergebuiß. * Neber den Kinematograph als Weltverbesserer plaudert ein amenkanische» Blatt: Unsere leichtlebige, ober- flächliche Endjahrhunderis-Mitwelt ist zu sehr geneigt, auch den ernstesten, wichtigsten Dingen eine vergnügliche Sette abzugewinnen und die derselben innewohnende moralische Bedeutung ungeachtet zu lasten. Da erfreuen sich z. B. täglich in allen civilifirten Theilen der Welt Menschen an einer Erfindung neueren Datums, ohne so recht zu bedenken, welche riesige Bedeutung für die Entwickelung und Veredelung des Menschengeschlechtes sie hat. Der Kinematograph ver. anschaulicht uns allerlei Landschaften, Szenen aus dem All- lagsleben und auch aus der Geschichte des Tages. Der letzte Krieg, den wir mit so berechtigtem Stolze den unsrigen nennen, liefert natürlich eine Unmaste von Bildern für diese Zeitvertreibs Maschine. Solche Bilder mögen ja in mancher Hinsicht auch auf den Beschauer bildend, erzieherisch wirken. i Aber es ist, unseres Mistens, bis jetzt noch nicht darauf hin- gewiesen worden, wie sehr der Kinematograph dazu angethan ist, Weltgeschichte zu machen, Menschen und Völker zu ver- edeln. Die in Theatern und Museen gezeigten kinemato- graphischen Bilder aus dem spanisch-amerikanischen Kriege beweisen, daß sich heutzutage ohne Gegenwart des Kinemato- graphen kein weltgeschichtliches Ereigniß mehr abspielen kann. Mitten im Kugelregen der Schlacht von San Juan oder der Seeschlacht von Santiago und Mantta hat der Kinematograph getreulich und zuverlässig seine Arbeit verrichtet. Kein Regentropfen fiel in die Laufgräben von Santiago, den der Kine- matograph nicht ausgezeichnet hätte, kein Feldhennrath wurde gehalten, den der Apparat nicht bildlich verewigt hätte. Ist es nicht klar, daß das Bewußtsein der Anwesenheit des I Kinematographen die Truppen anspornen muß, tapferer sich I zu schlagen, daß die Haltung der Soldaten eine ganz andere I sein wird, wenn die Krieger sich sagen: «Wo ich bin und was ich thu. sieht der Kinematograph mir zu?" Welcher i Feldherr, Oberst oder Hauptmann wird noch in gebückter I Stellung hinter einer Steinmauer sich verbergen wollen, wenn er weiß, daß er in dieser Haltung photographisch auf« I genommen und der Mitwelt gezeigt werden wird? Kein I Krieger wird künftig in seinen Mienen während der Schlacht I Angst verrathen wollen, er wird im Gegentheil durch das I Bewußtsein, vor dem Apparat zu stehen, veranlaßt werden, I picht nur wie beim altmodischen Photographen «einen Augenblick", sondern während der ganzen Schlacht «recht freundlich" auszusehen. Auf den Werth des Kinematographen für die gewistenhafte Berichterstattung braucht nicht erst eingehender I hingewiesen zu werden. Genüge es, als Beispiel anzuführen, I daß bei Thermopylä getrost auch noch der letzte der Helden hätte fallen können, wenn damals der Kinematograph schon I erfunden gewesen wäre. Wir Hütten die Kunde von der Schlacht doch gekriegt und jedenfalls in zuverlässigerer Weise, । | als durch das Zeugniß eines einzigen Ueberlebenden, der sich, werfen. „ • Uebir die neueste, nördlichste Proviozialhauptstadt ii Rußland erhält die„T. R." aus Helfingfor» folgende ausführliche ebenfalls keinem Zweifel unterliegen. * Der falsche König Milan? Der Belgrader Komiker Georg B a b 1 c ist durch sein Talent, bekannte Personen dar- zustellen, in ganz Serbien beliebt geworden, und seit Jahren giebt er in öffentlichen Localen uud in Privatgesellschaften Borftellungen, wobei er hervorragende Persönlichkeiten, auch Staatsmänner, Minister uud andere Würdeutiäger geradezu verblüffend uachmacht. Eine seiner geluugensteu Leistungen ist die Nachahmung beS Königs Milan, uud dieser ließ, als er noch zur Zeit seiner Regierung davon ersuhr, Babc zu sich bescheiden uud forderte den Komiker auf, ihu zu copire«. Der König unterhielt sich dabei köstlich uud entließ den Mimeu reich beschenkt. Im Laufe der gegenwärtigen Skup- schtiua Tagung wurde jedoch ein neues drakonisches Gesetz gegen Ehren- uad Majestät--Beleidigungen erlaffeu, in dem die Nachahmung von Mitgliedern des Königshauses in öffentlichen Vorstellungen strenge verboten wird. Die Behörde erfuhr, daß Babic tu feinen Vorstellungen fortfuhr, König Milan darzustellev, uud erbllckce tu diesem Borgeheu daS verbrecheu der Majestäts-Beleidigung. Babic wurde vor Gericht gestellt und zu sechs Monaten Gefäagniß vnurtheitt. • Menschliche Knoches durch thierifche zu ersetze», soll, dem «Brit. med. Journal" zufolge, dem berühmten Chirurgen W. CH eh ne gelungen sein. Wie bekannt sein dürfte, gehen durch verschiedene Krankheiten, wie LupuS, Tuberkulose, Lepra rc., die meuschlicheu Kaocheu in den von der Krankheit ergriffenen Theilen sehr häufig zu Grunde. S-ue kürzlich anSgrführte Operation bezieht sich auf einen 16 jährigen «naben, der durch einen Unfall beide Nasenbeine eiagebüßt hatte. Nachdem Chrhne die über den zerstückelten Kaochen noch vorhandene Haut, sowie die augreuzeuden Narbengewebe frei präparirt hatte, entfernte er die uoch übrigen Knochen- splitterchen deS alten Knochens. Hierauf tödtete er ein junges Kaninchen, entnahm demselben den linken Oberschenkelknochen uud zerschuttt denselben in mehrere Stücke, nm aus diese Weise rin neues Nasenbein zu formen, welches er das» an Stelle des alten einfügte. Die Wunde wurde hierauf ström die Möglichkeit gewährt. Jekateriuhavn soll nach Aeußeruugen von Sachverständigen durch feine natürliche» Vorzüge, seine Wafferttefe unmittelbar am Lande, seine Größe uud seine günstige Lage mit einem der am glücklichsten aus- gestatteten Häfen Europas, dem von Saloniki, zu vergleichen fein. Schon ist, und zwar nach den Plänen eines norwegischen Ingenieurs, ein Stein-Kai angelegt, ebenso find schon 40 Häuser serttggestellt. Die Stadt selber liegt etwa 60 Meter hoch, auf einem Moorboden, dem jedoch eine feste Lehmuoterlage nicht fehlt. Gerade bei der erst geringen Zahl der Häuser ist eß um so bemerkeuSwerther, wie praktisch und bequem sich die Ruffen bereit- eingerichtet haben. Namentlich haben sie von Anfang an großes Gewicht auf gute gesundheitliche verhältniffe uud nicht zum Mindesten auf eine peinliche Reinlichkeit gelegt. Schon jetzt ist eine große Bade- anstatt mit Schwimmbecken uud Pumpwerk errichtet, ebenso eine Wasserleitung. Einer wahrhaft prächtigen Lage auf einem steilen Abhänge erfreut sich die große Kirche. Nach Fertigstellung der gauzea Stadtaulage, vermuthlich zum 1. Jaui u. I , sollen die Beamten, die bisher in der Stadt Kola Wohnsitz haben, nach Jekateriuhsvn übersiedeln, zu deffm festlicher Einweihung uud Umtaufe in «Alexandrowsk" der Großfürst Konstantin .nebst Gemahlin erwartet werden. Die Ruffen versprechen sich große Dinge von dieser Stadt- uud Hafen-Aulage auf der Halbinsel Kola. Daß die neue Stadt aber in kurzer Zeit nicht bloß für Rußland selber, sondern auch sür seine Nachbarn von Wichtigkeit wird, dürste beamte, 3 Postasfisteuten, 1 Postschaffaer, 1 Obertelegraphen, asfistent, 1 Briefträger - beim Etsenbahnfach: 1 Königlicher Stationßasfistent, 2 Eisenbahnbetriebssecretäre, 1 Locomotiv- führer. Im Baufach sind 15 Architekten, 50 Ingenieure, 8 Baumeister, 10 Maurermeister thätig. Hieran schließen sich 39 Ehemtker und 59 Apotheker. AlS Gewerbetreibende sind verzeichnet: 169 Schneider, 73 Kürschner und Mützenmacher, 27 Schuhmacher, 28 Uhrmacher, 15 Goldarbeiter, 18 Glaser, 21 Buchdrucker, 13 Tapezirer, 8 Buchbinder, 10 Mechaniker, 5 Elektrotechniker, 12 Techniker, 18 Photographen, 8 Tischler, 13 Klempner, 5 Bäcker, 5 Drechsler, 5 Graveure, 6 Schlaffer uud 1 Kunstschlosser, 4 Bürstenmacher, 7 Posamentiere, 8 Töpfer, 1 Steinmetz, 1 Gürtlermeister, 1 Weber, 1 Leder- arbeite», 2 Färber, 2 Sattler, 8 Friseure, 1 Nadler, 1 Seifensieder, 1 Gärtner, 1 Lackierer uud 2 Lithographen. • Schiller i» Sauchstäbt. Aus Dresden wird der „Franks. Ztg." geschrieben: Die historische Commission der Provinz Sachsen gibt seit 1877 alljährlich im December unter dem Titel «Neujahrsblätter" eine Monographie heraus, die irgend ein Kapttel au- der Geschichte oder Landeskunde der Provinz Sachsen behandelt. Die soeben erschienene Nr. 23 dieser Neujahrsblätter trägt den Titel «Schiller tu Lauchstadt im Jahre 1803" und ist eine von Albert Pick herausgegebene Ueberarbeitung deS hiuterlaffenen Manuskripts eines preußischen MojorS z. D. Seidel, in welchem dieser den Ausenthalt deS Dichters in dem aumuthigeu Lauchstädt mit allen feinen Einzelheiten nach eigenen Beobachtungen schildert. Wie man we.ß, wendete auch Goethe dem kleinen Musentempelchen tu Lauchstädt seine Aufmerksamkeit zu, so daß daS bescheidene Badestädtcheu mehr und mehr ein Wallfahrtsort für kuust- begeisterte Deutsche wurde und mit allen seinen Reizen tu zahlreichen Reisebeschreibungen auS jenen Jahren in den rosigsten Farben geschildert wird. • In den Mitthetluugen des Deutschen und Oester- reichlichen AlpenvereiuS liest man: „DaS alte Hospiz 6t. Christoph auf de« Arlberg, für dessen Wiederiustaudfetzuug unsere Sektion Vorarlberg wiederholt in energischer Weise rlvtrat, ist im Laufe deS vergangenen Sommers soweit auS- gebeffert wordeu, daß es bereits in diesem Winter seitens Dien, 27. December. Der Abgeordnete Dr. Stein- weuder ist aus der deutschen Volkspartei ausgetreten. Wien, 27. December. Die Prostituirte Franziska Hofer wurde Nachts von einem unbekannten Thäter in ihrer io Ottakring belesenen Wohnung in bestialischer Weise ermordet. , Dien, 27. December. Unter den bei dem Neuhäuseler Etsendahu-Zusammenstoß verwundeten Personen befand sich auch der Fabrikant TokolowSkt auS Köln. Budapest, 27. December. Bisher ist die Abgeord- netenhaussitzung verhältuißmäßig ruhig verlaufen. Der Abgeordnete Bolgar richtete au Bavffh die Frage, welche besonderen Etgenschasten den Grafen Szecheny sür den Posten eines Ministers besähigteu. Banffy erwiderte erregt, daß derselbe die uothwendigen Eigenschasteu in hohem Maße besitze. UebrigenS sei es da» Recht der Krone, Minister zu ernennen. Loudon, 27. December. «Daily Mail" meldet aus Kanea, daß gestern der erste Stein zur Errichtung einer christlichen Schule, zu welcher der Staat die ersten Geldmittel bewilligt hat, gelegt worden ist. Prinz Georg nahm in Begleitung der Admirale und der Cousuln an dieser Feier Theis. Vr«tsche» R«ich. Bttlta, 27. Dttimdet. DaS StaatSwtnistttium ttat nutet bem »otfitz feine« BiceptSfidettten, Finau,ministet Dr. v. Miquel, heute Nachmittag 2 Uhr in feinem Dienst, gebäube »u einer Sitzung ,»lammen. Berlin, 27. December. In der Willwerstraße in Sbarlotttnburg ist heute Nacht eine 8t = ae”*?t,'0,n dulch Erwürgen ermordet worden. Der Thäter, em Barbier Namen» Friedrich Buffe, ist festgenommen wordeu. Er hat die Thal bereits eiugestaudeu. t Berlin, 27. December. Die erste socialistischc Gemeinde.Vertretung für die Provinz Brandenburg ist heute hier unter dem Vorsitz de» Abgeordueten Singer zusammengetreten. , , c — DaS Privilegium der Reichsbank. Die Vorlage bezüglich der Erneuerung des Privilegium» der ReichSdauk wird, wie die «N. B. K." hört, dem Reichstag bald nach den Weihnachtsferien zugehen. An der Annahme der Vorlage scheint kein Zweifel zu herrschen, da nach Meld- uugen auS parlamentarischen Kreisen die weitaus Überwiegende Mehrheit de» CrutrumS sowie eine starke Minderheit der Conservativen entschieden die Verstaatlichung der ReichSbavk ablehut. voraussichtlich wird man sich darauf beschränken, au» den Erträgen der ReichSbauk sür da» Reich einen höheren Antheil, al» ben gegenwärtig bestehenden, zu erzielen. — Deutsch-englischer Handelsvertrag. Eine auS osficiöser Quelle stammende Nachricht besagt: «Mit Rücksicht auf da» Stadium, in dem sich die Verhandlungen über die Erneuerung de» deutsch-englischen Handelsverträge» befinden, ist e» zur Z-it nicht möglich, den Zeitpunkt zu be- stimmen, au dem daS Ergebuiß der Uuterhaudluugeu au den BundeSrach uud 6en Reichstag gelangen wird. Nachdem die englische Regierung seiner Zeit sich zum Abschluß eine» neuen — an Stelle deS gekündigten — vertrage» bereit erklärt hatte, sind von deutscher Veite Vorschläge bezüglich de» In- halt» drS vertrage» gemacht wordeu. Die Rückäuherung England» steht auch jrtzt uoch au». Wa» über den Inhalt der deutschen Vorschläge gemeldet wird, entzieht sich selbst- verständlich der Erörterung." Hamburg, 25. December. Der Ausschuß der Bürger- schäft hat einen Antrag, betreffend Einführung einer Umsatzsteuer für Waarenhäuser und Consum- vereine, abgelehnt, weil den Detaillisteu durch gesetzgeberische Maßregeln nicht zu helfen sei. • Dresden, 25. December. Eine rührende Weih- I nachtSüberraschung wurde einer hier in dürftigen Ber- hältviffeu lebenden hochbetagten Dame zu Theil, die früher in einem Dresdener Kravkeuhause thätig war. Sie erhielt i dieser Tage einen Brief au» Amerika. AIS sie ihn öffnete, I sand sie dar!» zwei Banknoten von jr 500 Mark- dabei lag I folgende» Schreiben : «Liebe Fran N. vor nunmehr 15 Jahren lag ich krank uud elend dort im ttrankenhause, wo Sie mich I pfttgteu. Al» ich daffelbe verließ, hatte ich keinen rothen 1 Heller. Sie schenkten mir au» Mitleid, obgleich Sie selbst | vicht mit GlückSgüteru gesegnet waren, von Ihrem mühsam [ Ersparten dennoch 3 Mark. Gestatten Sie mir heute, Ihnen mit der beiliegenden Gabe so zu danken, wie ich e» früher schon gern gethan hätte uud wie ich e» auch in Zukunft weiter thun werde, so wie Sie al» meine Wohtthmeriu e» verdienen!" • Urber die vernfspellnug der israAitifchen Einwohner in Berlin bringt die«Allg.Ztg. des Judemhum»" auf Grund des neuen Verzeichnisses der wahlfähigen Mitglieder der Der- I liuer jüdischen Gemeinde folgende Daten: Unter diesen Mitgliedern befinden fich 362 Rechtsanwälte und 716 Aerzte - unter den letzteren 4 Geheime Mediciualräthe, 14 Geheime SaniiatSräthe, 61 Sanitätträthe- unter den RechiSanwältm 21 Justizräthe. Dem juristischen Berufe gehören uoch au 20 Amis- uud LaudgerlchtSräthe, 15 Privatdozeuteu, 26 Oberon d Eylusafiallehrer, 46 Lchrer, 17 Rabbiner, 43 Rectoren, 15 Jsurnalisten, 63 Schriftsteller, 8 Compouisten, 13 Musiker, 10 Mufiklehrer, 9 Mufikdirectoreu, 1 Opernsänger, 4 Theater- Directoreu, 17 Schauspieler, 22 Maler, 6 Bildhauer und 1 Tänzer. Im Staatsdienste augestrllt find: 1 Geheimer LegationSrath, 3 RegierungSräthe, 1 RechnuvgSrath, 1 Bau- «ath, 15 Regierungs-Baumeister, 8 RegieruugS-vauführer - im Communaldieuste: 5 «tadträthe, 2 Stadtbaumeister, 4 MagistratSaffrfforeu, 1 Syndikus, 1 Standesbeamter, 2 Magi- strat»bea«te, 1 Registrator, 1 Steueraufseher- beim Postfach: 1 Odrrpostsecretär, 1 Postseeretär, 1 Oberpostasfistent, 2 Post- da ihm ja Niemand da» Gegentheil beweisen konnte, natürlich bei der Ausschmückung seine» Berichtes mit intereffanten Einzelheiten allerlei Freiheiten erlauben konnte. ♦ Bronzen von Benin. Bor nicht langer Zett erregte» in Loudon Bronzen und Elsenbrinarbeiten größte» Aufsehen, die englische Soldaten al» Beutestücke dorthin gebracht hatten, die von der Eroberung der Nrgerhavpistadt Benin herrührten. Zunächst wollte man an ägyptische Emfiüffe denken, schließlich aber gewann die Meinung die Oberhand, daß t» sich um eine originale Negerkuust handle. Diese Meinung wurde auch durch Profeffor F. v. Luschau tu Berlin unterstützt, ? wohin mehrere der besten Stücke gekommen war^n, die fich jetzt im Museum sür völkerknude dort befinden. Nur deutete F. v. Luschan nebenher die Möglichkeit au, daß die Benin- N:ger diese Kuvstübung von Portugiesen, etwa gar von dem Nürnberger Martin Behatm, der mit den Pormgtesen an die Goldküste gekommen ist, gelernt haben köumen. Die Kölnische Zeitung hatte seiner Zeit über diese merkwürdige» Funde Bericht gebracht. Jetzt hat Commerzieuraih E. ; Rauteustrauch in Köln zwei lebensgroße Bronzeköpfe dieser Art in London erworben, mit der edeln Absicht, sie der Stadt zu Museumkzwecken zu schenken. Diese Köpfe find in der alten, jetzt längst erloschenen Technik de» verlorenen Buffe» nach Wach»modell überraschend fein gearbeitet. Die GefichtSzüge erinnern auf den ersten Blick an ägyptische Kunst wegen de» starre» : Ausdruck- der großen Augen, die Lippen find aber stärker ! anfgeworsen als die von ägyptischen Köpfen. Da» «tun steckt j in einem korbartigen Geflecht, daS man für eine Art HalS- r bronce halten möchte. Nach Luschan handelt e» sich aber um ; einen Schmuck von Perlenreiheu. Al» Perlenwerk find to trefflicher Ausführung auch die merkwürdigen «opfbedeckuugeu dargestellt, die spitz auslaufen und deren eine noch besonder» reichgegliedertes Zierwerk über den Ohren hat. Perlruschnüre hängen von diesen Hauben über Stirne und Schläfen herunter. Die beiden Bildwerke find kostbare Musenmsschätze, weil ste * ein merkwürdige» Licht auf die Cultur der N gervölker StÄn* lu6w tonnte "*** 'Milt ».D “'tit« Lj* 141 b'* N««t i.{* »JÜH k. Dit|t to,J? W Q« ftött tu 8?llnDttD8 B1]rbt Ilrat 6«in d"to>i!i« a eit AR, “il” ^Eev. Dir W Sontuttiienmj g, elV“ Ui, & ®lt|e * fi°d |D nM^u,6Mlor,D,D®DfiH n BWbelttt. Dietzefittt.«.. *e ^pvm find aber fthfo Ww. Dal Rinn H “* MU für eint Bit hals, \W haudrll rßfich aber n» • All Pttlernverk find in "»würdigen RopsbedeLui,« nd deren eine noch belcnbcil ^°Ohm hat. Pnlenichnü« Stirne und Schleen hemntn. irr MusenmlschStze, mell str 1 ü Cckur der Ngeivölta - ichste ßmivjltlhallMt t, lfinzforl iolgtnbt nulsührlichr der norve^chrnTtenzr, hcch We ihrel Reichti, find dir afienben Arbeiten btldjälüjt, bisher vermißte stell offene schaffen, wozu der nahe Sols« Jekateriuhavn soll nach ilgen durch seine uMrlichw ttelbai am Lande, seine »löst aem der am glücklichsten anl* i von Saloniki, zu vergleichw h den Plänen eines normegi» ii angelegt, ebenso find schon iie Stadt selber liegt etwa iotboben, dem sedoch eine seste labe bei der erst geringen M tkens»erther,miepttciischnud etugerichiet haben. 9W .rofielTMta^MgesM. lt w* * * 540« litt I» b Snuomit 1114*1' ,6ut ß-d Ml !»S* «* SÄ -wÄ»««»«’ »°SmW -w-ll w± i»6* V “tojtii ««< *' A i, Ab'«» 11*1' *S’** i»> Ä* i° < to *SW «» »rragtude P gttabep ««tat ' 8 J«l<» °?i«» «ft, ä •» fl| Villa», »“ LI vab c z» ierung d°°°° ,Ttt copH* tfS'Äs Stuft ‘"Atouilit» ® 2 ta« «’5‘ Ob »Ä SKK S'Ä&” ’tt'rtT.’fSS S »■- -ä »'S#» «6i« li, e««11 rarch entsprechende Nähte geschlofiea. Schon nach Verlauf von wenige» tagt» war der neue Kaniucheokoochev eiogeheilt, so daß der früher vollständig verstümmelte Saade wieder her- geüellr »ar und heute mit Ausashme einiger kleiner Narben nichts »ehr von einer ehemaligen Naseubemfrakmr erkennen läßt. — IXHffrwfdyaft, CUevatnr »»d XmtfL 5 e — vom rhorwaldsen'Museum. Aus Kopmhaaen schreibt »an der ,Frkf. Zia.": In der hiesigen Presse wird über das Thor, waldsen Museum, die berühmte Runftfammlung Kopenhagens, eine lebhafte Dtlculfton gefühlt, ES bandelt sich zunächst um die in« timen Papiere Thorwaldsens, Briese an ihn und von ihm. die über sein Liedeslrben Aufklärung geben und im Mus um autdewahrt »erden. Die Museum-dtrecNon hat hervorragenden kunNgeschichtlichrn Forschern die Erlaubnis^ verweigert, diese Papiere zu untersuchen, »as Georg Brandes veranlaßt hat, einen heiligen Angriff geacn die Direciton zu richten. Ferner dreht rS sich um die großen Fresco- gemälde, die die äußeren Mauern des Gebäudes schmücken und die Ankunft Thorwaldsens in Kopenhagen darstellm. Diese Gemälde, die schon über sünsztg Jahre alt sind, haben sich in unserem rauhen nordischen Klima sehr schlecht erdalten, und da man bisher keine dauerhafte Methode zu ihrer Wiederherstellung kannte, hat man die Restaurtrung der Bilder bisher unterlassen. Nun hofft man aber in der vom dänischen Maier Oekar Mathiesen ersundenen Methode ein Mittel hierzu gesunden zu Haden, und im Frühjahr wird man wahrscheinlich mit der Arbeit ansangm. — Die Herrschaft der Welt hat in der neueren Zeit die Technik errungen, die unser ganzcS Sein und Treiben regelt, Kriege eaischeidet, Nalionalrrichthum schafft, Erfindungen zeitigt, in di» Getriebe des häus'ichen LcbenS umwälzend eingrefft und selbst der Journalliteratur ein neues Grpräge verliehen hat. Ein Beweis dafür ist wiederum daS soeben ausgegebene Heft 11 der bekannten In technischen Dingen eine führende Stellung einnehmenden Familien- zritschrist .Für Alle Welt» (Deutsche» BerlagShauS Bona 4 Eo., Berlin W. und Leipzig. Preis de» VierzehntagShefteS 40 Pfg), daS neben ben beiden großen Romanen .Die Wildkatze" von PetSker »nd „Schuld und Sühne" von Daudet, neben einer Humoreske von Wilhelm Herbert, .Die Urkundenfälschung" rc., eine Fülle von Artikeln bringt über alle Gebiete de« Wiffm», der Kunst u. s. w. Bei dieser Fülle von Unterhaltung und Belehrung ist der Prei» von 40 Pfg. für ein solche» Hest gewiß ein erstaunlich niedriger und e» ist daher fein Wunder, daß der Leserkreis von „Für Alle Welt" sich wirklich .über alle Welt" erstreckt. — Geschichte »er örttlittetMr nevst einer Geschichte »es Theater» aller Zeiten und VsUer. Herausaegeben von IuliuS Hart. Erscheint in 40 Lieferungen zum Preise von je 80 Pfg. und umfaßt ca 120 Druckbogen mit 825 Abbildungen und 1< Tafeln in feinstem Farbendruck. Auch zu beziehen in zwei hochfeinen Letnenbünden zum Preise von 15 Mk. Verlag von I. Reumann ,n Neudamm. — Die Lieferungsausgabe dieser vortrefflichen, wärmsten» zu empfehlenden Litteraturgeschichle schreitet rüstig fort Heft 29 bi» 36 gelangten kürzlich zur Ausgabe. Dieselben behandeln: Die deutsch« Litteratur de» 17. Jahrhundert»; England, Frankreich und Deutschland in der ersten Hälfte des 18. Jahrhundert»; England und Frankreich in der zweiten Hälfte de» 18. Jahrhundert»; die Humanität in Deutschland und die Romantik in Deutschland. — Julius Hart ist nicht nur ein Mann von Wiffen und Geschmack er »st, wa» mehr sagen will, ein Mann von durchaus und liberal selbstständigem Unheil, der kein Thema anfaßt, ohne Neue» und Fesselnde» dazu zu äußern. Er ist vor Allem aber selbst ein Dichter, und sein Gelehrtenthum leidet unter dieser Ergeniäraft nicht. — Die illustrative Ausstattung auch dieser Lieferungen ist die denkbar reichste. • Da die Han'sche Geschichte der Weltlitteratur auch gleich complelt ' gebunden zu haben ist (in zwei Prachtbünden zum Prnse von 15 Tlarf, deren jeder einzeln käuflich), so sei da» Werk unseren Lesern al» gediegene» Feftgeschenk besten» empfohlen. Universität» - Nach eichte«. — Besuch deutscher und schweizerischer Hochschulen in diesem Winter. Au» den bl» jetzt vorliegenden amtlichen Lerz'ichn'ffen über den Besuch der bejklchoeten Hochschulen ergibt sich Fo'aende«: Berlin zählt 6151 eingeschriebene Studirende, davon neue 2766. Außer den eingeschriebenen Studirenden find zum Hören > der Boilelungen berechtigt: 630 Männer, 234 Flauen. Unter den lingeichriebenen nichlpreuhffchcn Deutschen sind die Sachsen mit 167, die Wü'temberger mit 101, die Badenser und Bayern mit je 88 am zahlreichsten vertreten. Das Ausland hat 796 Studirende der ersten deutschen Hochschule anvertraui. Gegen da» vorige Sommersemester ' zeigt fich eine Zunahme des BeluchS von 1269, gegen da» vorige Wintersemester eine solche von 216. München zählt 3905 Studirende, •on diesen 201 Ausländer. Leipzig 3413, davon 364 Ausländer. Hall 1605. Unter 142 Hospitanten 15 Damen. Da» Ausland ist nur mit 148 Studirenden vertreten. Breslau 1522. Dazu 111 Hospitanten einschließlich 34 Damen. Die Zahl der Ausländer beträgt 31. Göttingen 1191. Dazu 78 Hospitanten einschließlich 25 Damen. Ausländer 101. Freiburg 1141, darunter 94 Ausländer. Straßburg 1075. 82 Ausländer. Marburg 1040 (unter 58 Hospitanten 10 Damen), 60 Ausländer. Königsberg 778, außerdem 81 Hospi- tauten, darunter 34 Damen. Zahl der Ausländer 55, davon 51 Russen. Gießen 717, 25 Ausländer. Kiel 645. Außerdem 83 Hospitanten, darunter 11 Damen. Zahl der Ausländer 8. W schweizerische Universität Basel iSblt 441 Studirende, davon 2 weid- Uche, 111 «utllnbci. Züiich 713, 126 weibliche Medlcin, 39 weidlich« Philosophie, 3d5 Ausländer, da, unter 40 deutsche Damen. -Mstkigirmiiim Geschw. Allenpohl, Holz-Versteigerung tat Gießener Stadtwald. Montag, den 2. Januar 1S99, Vormittags 9'/, Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadtwald, Distr. Charlotten Wald, versteigert werden: 7 Stück Erlen - Stämme mit 3,97 Festmtr., 15 „ Fichten • Stämme mit 4,56 Festmtr., 38 i, Fichten Derbstangen mit 3,07 Festmtr., 20 „ Fichten - Rei stangen mit 0,66 Festmtr., 9 rm Eichen - Nutzscheitholz mit 6,30 Festmtr., 160 „ Buchen-Schritholz, 166 „ Eichen« u 7 „ Erlen „ 32 „ Buchen-Knüppelholz, 102 „ Eichen- „ 4 „ Erlen- „ 28 „ Buchen Stockholz, 110 „ Eichen« , 7 „ Erlen- „ 3 , Nadel- 1100 Wellen Buchen-Reifig, 2670 „ Eichen. „ 210 r Nadel- w Die Zusammenkunft ist auf der Bicherstraße, 8. Schneise. Gießen, den 27. December 1898.' Großh. Bürgermeisterei Gießen. __________Gn aut h.______12650 : Versteigerung. Donnerstag den 29. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, versteigere Neu-1 stabt 55 gegen Baarzabluiig: mehrere Ballen Bettzeuge (Flanell und Neffel), sowie ein Fahrrad. Versteigerung voraussichtlich bestimmt. 12641 Born, Gerichtsvollzieher. MkpWiiMn Bitte versuchen Sie meinen gebrannten Kaffee, das Pfund zu 1 Mark. J. M. Schulhof. Marktstr. 4. Telephon 11». 6811 Bürgerlichen Mittagstisch rmpfiehlt 8126 Jo». Brühl, Rhein. Hof. Chocoladen-Geschäft, Flockstr. Ä Plockutr. 2 empfehlen 11021 vorzügliche, garantirt reine Puder-Cacaos pr. Pfd. 1.60, 1.80 bis 3 — Mk. Bruch-Chocolade Hochfeine Chocolade-Desserts Io reicher Auswahl. Chinesischen Thee (eigenen Import) in feiner und hochfeiner Qaalitlt, per Pfund 2 — bis 5.50 Mk., empfehlen 11022 Geschw. Altenpohl, Specialgeschäft, Pleck'tr. 2. Ploeketr. ». Dr. Kuntz es Husten ■ Bonbons empfiehlt 12515 Ad. Geinee. Nortwkiii-Puiisch-Effklij der Firma 12144 Carl Lchroeter Söhne, Hanau a.M., schmeckt und bekommt vorzüglich. Alleinverkauf für Gießen bei: F. 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I nicht erhoben find, werden den Einlegern in den Büchern der Kaffe ohne Weiteres zugefchriebeu und vom 1. Januar 1899 au ver- ziuft. Es brauchen hiernach alle diejenigen ch (Bt-tsq «r^kv> t> Veriniethungen WMdW Miltfigejn Zn uevluiufen Stellen Vereine Zu haben in allen einschlägigen Geschäften. Schachteln ä 5, 10 u. 20 Pfg. Zuverl. braver Kursche, der auch mit Pferden umgehen 12545] In Folge Versetzung des Herrn Hauptsteueramts-Controleur Melchior ist das seit langen Jahren von demselben bewohnte Logis, bestehend aus 4 Zimmern, abgeschlossenem Vorplatz, Küche mit Wasserleitung, schöne freie Lage, per Anfang Januar oder später zu vermiethen. Wtlh. Reiber, Bahnhofstraße 63. Mitt NebkAvttdieust. • Gesucht allerorts Vertreter f. d. Verkauf von Hamburger Cigarren an Gaftwirthe, Private rc. gegen hohe Vergütung. 9987 H. Jürgensen & Co., Hamburg. wird für eine größere Fabrik in Gießen auf sofort gesucht. Offerten unter Beifügung von lebend, ital. 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