Nr. 228 Zweites Blatt Donnerstag den 29. September 1898 Weßener Anzeiger Hemmt-Anzeiger 2lints- und Anzeigeblutt für den Ureis Gietzen. »Nr »nzngen.Vermitt1ull-,ftellen M In- »ntz luitnM ■tarnen Änjdgen für bcu Girßrner la#dgn tetgt^tÄ, M Poftbrzog 9 Warf 10 PfH. otcrtrljibrli* «•nabmt Anzeige, zu brr Nachmittag« fit bra felgro>ai Lag «schnnende, Nummer bi« Sorin. 10 llhr. Jlr|*e*Fr«*iri«eiritttr Wtbai de« Anzeiger «chchmtlich viermal bergeNgt. lt<*e«Mon, Expedition nnb Druckerei: M*r|rejt Ar. 7. I Gratisbeilnye: Gießener FamUienbtälter. »brffft für Depeschen: Anzeiger Piage«. Fernsprecher Nr. 6L Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Die von der Firma R-nstn«, Kövdewig & Camp, zu Bude-Heim fabrkhrten Kalksilikatsteiue, die sich bet deo augestellten versuchen auf Wasieraufnahme, Frostbeständigkeit, Druckfestigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen die Einwirkung starker Hitze gur bewährt haben, hat Sroßh. Ministerium de» Jauera zur Herstellung von Brandmauern zugelaffeu, tu so lauge al» dir Fabrikattonsweise sich nicht Ludert. Gießen, den 27. September 1898. Großherzogliche» KreiSamt Gießen, v. Bechtold. Deutsches Reich. Berlin, 27. September. Der Eo lonialrath ist sichere« Vernehmen nach zum 24. Oktober d. I., 11 Uhr vormittag», zu einer neuen Sitzungsperiode einberufeu worden. Der neue Direktor der Lolonialabthetluog, Wirklicher Geh. Legation»rath Dr. v. Buch ka, wird zum ersten Male den vorfitz führen. Da der Eoloaialrath diesmal eine stärkere Besetzung aufweist, so wird er im RetchstagSgebäude zusammen- treteo, während er früher im Auswärtigen Amt getagt hat. Die StatS für dir Schutzgebiete werden dem Colonial- rath vorgelegt. Berlin, 27. September. Der verband deutscher Arbeitsnachweise trat heute in München zu seiner ersten ArbettSnachwriS-Louserellz zusammen. Zu der ver« sammlung, die NamruS der bayerischen Regierung der Minister deS Innern, Freiherr v. Feilitzsch begrüßte, waren Vertreter der bahrrtscheu, preußischen und badischen Regierung, der Stadt München, deS deutschen und deS bohertscheo Landwirth- schaftSratheS, zahlreicher preußischer LaudwirthschaftSkammeru, deS österreichischen Handelsministeriums sowie vieler deutscher und österreichischer Städte, darunter auch WieuS, erschienen, von bekannten Socialpolütkero waren StaatSmiuister v. ver- lepsch, Professor Brentano, UnterstaatSsecretär a. D. Pro- fefior v. Mayr, Dr. Max Hirsch und Andere anwesend. Der Vorfitzeode, Dr. Freund-Berlin, betonte in seiner Eröffnungsrede die Möglichkeit gesetzgeberischer Maßnahmen gegen Auswüchse der gewerbsmäßigen Arbeitsvermittlung und bezeichnete als Hauptaufgabe deS Verbandes die Wahrung deS un- parteiischen Eharacter» des Nachweises. Der Arbeitsnachweis dürfe nicht ein Machtmittel im Lohukampfe fein; feine Leitung «Äffe gemeinschaftlich von Arbeitgebern und Arbeitnehmern beeinflußt sein. Diese Gruudanschauung deS verbände» sei gänzlich unvereinbar mit der kürzlich vom Arbeitgeberverband kundgegrbrneu Ansicht, wonach der Arbeit»- Nachweis am besten in den Händen der Arbeitgeber allein ruhe. Mit dieser Grundauschauung könne sich der verband deutscher ArbeitSuachweise in keiner Weise einverstanden erklären und der VerbaudS-AuSschuß habe ihn, Redner, beauftragt, diese Erklärung abzugebeo. M P.C. Berlin, 27. September. Die Frage der Besteuerung der Waarenhäuser wurde unlängst, auch iu der badischen Kammer gestreift, al» die Berathung einer Vorlage über die Besteuerung deS Wandergewerbebetriebs auf der Tagesordnung stand. Der badische Flnanzmintster Buchenberger äußerte bei dieser Gelegenheit: Ueber die Zu- stimmuug, die da» Gesetz in der Kammer gefunden, sei er umsomehr erfreut, al» eS außerhalb des Haufe» theilweife einer anderen Beurtheiluog ausgesetzt gewesen sei. Nach dieser Seite möchte er bemerken, daß unsere Gesetzgebung bezüglich der Besteuerung der Waodergewerbebetriebe ob- änderuogSbedürstig gewesen sei. Die Besteuerung der Großbazare usw. wüffe besonders gesetzlich geregelt werden. Dies sei aber nur im Zusammengehen mit den anderen größeren Bundesstaaten möglich. Die badische Regierung habe sich hierüber mit Preußen schon in Beziehung gesetzt. M.P.C. Berlin, 27. September. Eine Urbe,ficht über die Innung»-Bewegung in den letzten 20Jahren laßt sich auf Grund der nachstehenden Daten gewinnen, die vom preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe geliefert find. Danach hatte Anfangs der achtziger Jahre die Innung»- beweguog infolge der neuen Gesetze einen Aufschwung genommen, der 1890 den Höhepunkt erreichte. Zwischen 1890 und 1894 trat ein Rückgang ein, der dann in den Jahren 1894 bis 1896 wieder ausgeglichen wurde. Am 1. Decewber 1879 gab eS 6018 Innungen mit rund 15OOOO Mitgliedern. Ende 1888 zählte man 7424 Innungen mit 219758 Mitgliedern. Am 1. Drcember 1890 bestanden 7823 Innungen mit 226 049 Mitgliedern, deren Zahl 1894 auf 210075 gtfalleu war. Am 1. Decewber 1896 wurden 7940 Innungen mit 224 900 Mitgliedern gezählt. M P.C. Nachdem jetzt auch die frauzöfische Regierung ihre Bereitwilligkeit erklärt hat, au der von russischer Seite angeregten FriedruSeonferenz theilzuuehmeo, gilt da» Zustandekommen der letzteren für gesichert. Voraussetzung ist, daß nicht inzwischen etwa» io Frankreich pasfirt. — Nachdem der französische Ministerrath nunmehr be- schloffen hat, beim CaffationShofe die Revision de» DreyfuSprocesseS zu beantragen, ist eine große Klärung der Lage eingetreten, oder richtiger: eS ist der Klärung der Weg gebahnt. Gegenüber der Untersuchung, die jetzt vom CaffattonShos vorgenommen werden wird, tritt der kleine Krieg, wie er in den Zeitungen geführt wird, erheblich zurück, und die aufregenden Einzelheiten, die täglich in die Oeffent- lichkeit geworfen werden, verlieren an Bedeutung. Der große Erfolg der Drehsuspartei, der den unerhörten BerdunkelungS- versuchen de» GeneralftabeS gegenüber doppelt hoch anzuschlagen ist, wird natürlich auch auf den Proceß gegen Picquart nicht ohne Einfluß bleiben. Vermuthlich wird auch die Regierung die Erfahrung machen, daß sie die Gefahren einer Revision vorher viel zu hoch angeschlagen hat. Wenn die Herren Düroulöde und Drumont halb so viel an Thaten leisten könnten als an großen Worten, so hätten sie schon längst Alle» in Frankreich drunter und drüber geworfen. In dem Entschluß der Regierung, klipp und klar mit den Treibereien des GeneralftabeS zu brechen, werden die ruhigen Elemente einen Rückhalt finden, die andern aber werden sich immer mehr besinnen, ehe sie sich zu Thaten hinreißen laffen, zu denen D^rouläde und Genossen sie unter kluger Sicherung ihrer eigenen Personen so gern vorschieben möchten. Der Entschluß der französischen Regierung wird in der ganzen civilisirten Welt mit größtem Beifall ausgenommen werden, denn darüber, wo die Sympathieen Europa- liegen, kann nachgerade in Frankreich wohl kein zurechnungsfähiger Mensch mehr zweifelhaft fein. Bon vielen Seiten ist während der Zwischenfälle dieses Handels der Wunsch ausgesprochen worden, Deutschland solle mit der kenntniß der Dinge, die eS ja allerdings besitzen dürfte, eingreifen, um dem Rechte zum Siege zu verhelfen. Biele, auch wohlmeinende Leute, stellten das als Deutschlands moralische Pflicht hin, während die Pflicht Deutschlands doch in Wahrheit in allererster Linie FcttMrton. Das Heßeimniß des Südpols. Bon Dr. Lurt Rudolf KreuSner. (Nachdruck verboten.) Seit der Rückkehr de» kühnen Norweger» Fritjof Nansen von seiner verwegenen Fahrt ,bnrc$ Nacht und Ei»- und der mittelst Luftballon unternommenen Polarreise seine» wagehalsigen LandSmanue» Andrüe hat sich da» öffentliche Jntereffe wieder in hohem Maße der Erforschung jener großen unbekannten Gebiete zugeweodet, welche, ring» um die beiden Enden der Erdachse liegend, abwechselnd saft ein halbe» Jahr unuoterbrocheu im Sonnenglaoze sich bestuden, um dann in dar ebenso lange Nacht zu versinken. In den Nordpolargegendeo, welche un» Europäern gleichsam vor der Thür liegen und in welche die beiden Con- tiueute Asien uud Europa sogar ziemlich weit hineinreichen, haben die bisher uuersorschten Gebiete in den letzten Jahrzehnten eine fortschreitende Einengung erfahren. Der weiße Fleck ring» um den Nordpol, welchen die Karten aufweiseu, wird immer kleiner- schon kann man für verhältntßmShig geringe Kosten um die Hochsommerzeit innerhalb weniger Wochen mit den Verguügung»da«pfern eine sichere Fahrt unternehmen, welche nach Spitzbergen und darüber hinan» ein beträchtliche» Stück in die Fluthen de» nordischen EiS- ■teere» hineinführt, und wenn sich etwa zu dem idealen ForschuugStriebe einerfelt», welcher immer neue Expeditionen in die arktische Nacht führte, und dem Bergnüguug»bedürfniß andererseits noch die Aussicht auf wirthschaftliche Schätze nad Sortheile.— mau denke an Kloudyke — als Ansporn gesellen lollte, so wird e» nur eine Frage der Zeit fein, wann der Schleier von dem Geheimniß des Nordpols fallen und der erste Mensch seinen Fuß auf den nördlichsten Punkt deS Erd- talleS setzen oder zn« erstenmal ein Schiffskiel jene jang- ftäuliche Stelle des StSmeereS durchfurchen wird, wo der Nordpol de» Himmelsgewölbe» im Zenith steht. Ganz ander» liegen die Verhältnisse am Südpol. Während ring» um den Nordpol geschloffene Landmaffeu oder ausgedehnte Inselgruppen mit verstreuten menschlichen Niederlaffungen bis weit in die Polarzone, ja, über den 70. und 80. nördlichen Breitengrad hinaufreichen und dem EutdlckungSreisevdtn eine gewiße Möglichkeit eröffnen, sich im Nothfalle aus der EtSwüfte auch unter Preisgabe de» ihn tragenden Schiffe» auf feste» Land zu retten und von dort feine Rückkehr in eiviltsirte Gegenden zu versuchen, gähnt ring» um den Südpol auf Hunderte von Meilen hin ein uuwtrthliche», sturmbewegte» Meer. Der Forscher, dessen Schiss hier von den EtSmaffen zerdrückt wird, ist verloren, auch wenn e» ihm gelingt, eine der hn Südmeer verstreut liegenden Inseln zu erreichen, denn von Cap Horn, der unter dem 56 Breitengrade gelegenen Südspttze Amerika», find eß 500 geographische Meilen bi» zum Pole, und noch viel weniger weit reichen die unter dem 47., bezw. 34. Breitengrade liegenden Südspitzen de» australischen Neuseeland» und Südafrika» in jene Gegenden hinein. Die wenigen bisher bekannt gewordenen Inseln mit Festlandsstrecken find jeder Vegetation baar und gewähren ihm nicht die Mittel, sein Leben zu fristen, wie auch die Aussicht, zufällig von einem Schiffe ausgenommen zu werden, nur sehr schwach ist, denn befahrene HaudelSwege führen dort nicht vorbei, and auch der Walfischsauger überschreitet iu Ermangelung vou 8tute nur höchst selten den 60. Breitengrad, wenn ihm eine Ei»- darre nicht schon vorher ein unüberwindliches Hinderntß entgegensetzt. Aber der Reiz deS Geheimnißvollen und der Drang, den Erdball, die Stätte seines Dasein» bi» in die letzten Winkel kennen zu lernen, sind mächtig genug, um den Menschen, allen Gefahren zu« Trotz, auch in diese Regionen zu treiben, gerade gegenwärtig, wo mehrere Expeditionen theil» unter- weg», theil» noch in der Ausrüstung begriffen find, gehen wir einer Neuen Aera der Südpolarforschung entgegen, welche un» werthvolle Aufschlüsse über die antarktischen Gegenden zu geben verspricht, die an Su»dehnung Europa weit übertreffen und die größte zusammenhängende Fläche aus der Erde find, über welche wir bisher nichts wissen. Durch «ehr al» zweitausend Jahre hat die schon von Ptolemäu» ausgesprochene Bermnthung von der Existenz eine» großen südpolaren Weltthetle» wie eine fixe Idee die Geister der Geographen beherrscht. Auf den Karten der Alexandriner Gelehrten finden wir diese unbekannte terra australia antarc« tica ebenso wie auf denen der Araber al» einen riesigen, den alten Welttheilen an Bedeutung gletchwerthigeu (Kontinent verzeichnet, welcher am äußersten Rande der Erdscheibe, al» welche man sich damals unseren Stern vorstellte, mit Asien uud Afrika zusammeuhäugt, so daß daS Weltmeer auf ihnen al» ein von Land umrahmter Binnensee erscheint. Al» sich bann gegen Au»gang de» Mittelalter» der Glaube an die Kugelgestalt der Erde immer mehr Geltung verschaffte und durch die erste Weltumsegelung de» Portugiesen Magelhaen» zur unumstößlichen Thatsache erhoben wurde, mußte man diese Borstellungen allerding» aufgeben nnb die Festländer zu ring» von Wasser umgebenen Inseln degradirea. Der Glaube an da» große Südpolarland erhielt sich aber mit merkwürdiger Zähigkeit, und die allezeit geschäftige Phantafie verlegte alle möglichen wunderbaren Schätze und märchenhafte Reichthümer in dasselbe, obwohl schon ENtdeckung»reiseu de» 17. Jahrhundert» wie diejenigen vou TaSmau (1642) und von le Maire und Schonten den Nachweis brachten, daß ein Südeontinent, wenn schon die Möglichkdt seines vorhanden- seins bestehen blieb, nur unter so hohen Breiten liegen könne, daß derselbe auf jeden Fall ein äußerst unwirthliche» Land sein müsse. Einigen vom Glücke begünstigten Seefahrern jene» und des folgenden Jahrhundert» gelang e» sogar, hier und da wirklich Land zu finden, in welche« «an die äußersten Spitzen jene» geheimnißvollen Südlande» entdeckt zu haben glaubte. Aber bet genauerer Ausforschung schrumpften diese angeblichen Festlandsstrecken jedesmal zu Inselgruppen zusammen. So erwies fich da« Feuerland an der Südspitze Amerika», welche» auf den bekannten Erdgloben von Johann Schöner al» terra inventa, sed nondum plene eognita figurirt, al» ein verhätmßmäßig kleiner Archipel. Drake, Senitoz, de Kerguelen, Bouvet und viele Andere sahen aus ihren Reisen in jenen Breiten Landmarken, welche sie für die Grenzen de» emsig gesuchten Festlande» ansahen. (Schluß folgt.) lobonn voch über Sanitätswachen. Naturfotscherversammlung in Düsseldorf ab gab: „®or Allem Zahl der Kränklichen um ein Drittel höher, als bei gleichartigen Schalen ohne Nachmittagsunterricht war." — Der hiesige Schnlvorstaud beschloß, den Beginn des Nachmittags- Unterrichts bei der hiesigen Stadtschule, statt wie seither auf 1 Uhr, für das Winterhalbjahr auf 2 Uhr zu verlegen. Friedberg, 26. September. Als vorgestern Nacht ein Ehepaar, Kurgäste aus Bad-Nauheim, mit dem Hanauer Zage augekommen waren, begaben sich dieselben zu Faß nach Bad Nauheim, da sie deu Anschluß zu dem Zuge uicht erreicht hatten. In der Nähe des BiaductS wurden sie von zwei Burschen überfallen, mißhandelt und beraubt. Sie flüchteten nach der Stadt zurück und fanden im Hotel Weith Aufnahme. Die Attentäter sollen Friedberger sein oder doch hier in Arbeit stehen. Näheres konnten wir noch uicht er- fahren. t v -f- Wolf, 27. September. Heute Morgen wurde das 1i/,jährige Kind des Wilhelm Lauglitz von dem Fuhrmann Adam Knab über sah reu und war sofort tobt. Den Lctztereu soll kein Verschulden treffen und er alle borge» schriebeuen Vorsichtsmaßregeln beobachtet haben. Bermuthltch ist das Kind in das Fuhrwerk gelaufen oder es hat auf dem Wege gefeffen, denn der Fuhrmann hat dasselbe erst erblickt, als er um ein Straßeneck fuhr und das Kind schon vor deu Rädern lag. Knab hat sich alsbald dem Gericht gestellt. befohlen, uud dabei blieb ei. • Folgendes Eingesandt findet sich in der „Nordwestdeutscheu Ztg.": „Auf der Seeundärbahu! TS wird um gefällige Auskunft gebeten, ob eS nach der bestehenden Vorschrift im Ermessen deS Vorstehers einer Eisenbahnstation liegt, daß ein beurlaubter Soldat, der auf Grund seine, UrlaubSbescheiuiguug zur Lösung einer Mtlitärsahrkarte berechtigt ist, in Ermangelung einer solchen mit einer zu gleichem Preise ausgezeichneten Hundefahrkarte abgefertigt wird? So viel mir bekannt, werden für diejenigen Stationen, für die keine Militärkarten bereitliegen, besondere Karten ausgeschrieben. ES gereicht einem altgedienten Soldaten wahrlich uicht zur Freude, auf Grund einer Hunde- fahrkarte auf der Eisenbahn befördert zu werden, zumal diese Karte auf der Rückseite noch einen besonderen Vermerk über die Reiledeförderung enthält und der Betreffende fi» dadurch dem Gelächter des mitreisengen Publikums auSsetzt. X " Die Bemerkung auf der Rückseite lautet: Da» Ein- uud Ausladen deS Hundes sowie die Ueberführuug in einen anderen Zag auf deu Zugwrchselstattouen hat der Reisende selbst zu besorgen. Ä ,, • Wethuachtssenduugeu für die Besatzung von Kiautschou. Nach einem Beschluß de» Norddeutschen Lloyd weroen Wety- nachtSscndungen tu Packeten für die Aagehörigeu der Be- satzungen der deutschen Sch ffe in Ostafien uud von Kiautschoa zu ermäßigten Frachtsätzen befördert werden. Die Sendungen find zunächst uud zwar spätestens bis 30. October an die Sammelstellen in Kiel und WilhelmShafen zu richten und werden am 2. November mit dem ReichSpostdampfer „Prinz H iurich" von Bremerhaven aus nach Ostafien abgehen und unmittelbar vor den WeihuachtSfeierrageu den Empfängern übergeben. Deu Postakstalteu werden die ermäßigten Frachtsätze noch bekannt gegeben werden. * Andröe. In der letzten Sitzung der anthropologischen Gesellschaft zu Stockholm äußerte der Prof. Nathorst: Falls Andräe auf Spitzbergen oder auf dem südlichen Theil von Franz Josef-Land gelandet wäre, hätte man ihn im Laufe des Sommers wahrscheinlich aufgefunden. Es könne somit als das Ergebniß der Untersuchungen dieses Sommer» bezeichnet werden, daß AndrSe in der Nähe der genannten Länder nicht gelandet sei. Der Ballon sei deshalb wahr- scheinlich, wie auch von Dr. Ekholm hervorgehoben, weit nach dem Norden hinausgetrieben, vermuthlich nach dem östlichen Grönland. Man könne in diesem Falle erst nach langen Jahren Nachrichten erwarten, die Möglichkeit sei aber vorhanden, daß die Ballonfahrer auf Grönlands Küste da» Leben lange erhalten könnten. Mit der Ansicht des Professor» I Nathorst und des Dr. Ekholm darf man vielleicht die Mit- theüung des Capitäns Bang zusammenhalten, die darauf I hinausging, es feien Ende October oder Anfang November bei Angmagsalik von den Eskimos Schüffe vom Eise gehört worden und man dürfte dann vielleicht der Hoffnung Raum geben, die Expedition des Premierlieutenants Amdrup könne auf ihren Reisen in Ostgrönland, wobei sie von Angmagsalik ausgeht, Andree antreffen. ♦ Eme heitere Kundgebung wird von den Radfahrern in Neumünster geplant. Um ihrer Entrüstung über die I in der Beförderung von Fahrrädern seitens der Eisenbahn in Kraft getretenen Beschränkungen beredten Ausdruck zu verleihen, werben die Radfahrer nunmehr einen Ausflug per Bahn unternehmen, wozu jeder Radler statt seines Rade» einen Kinderwagen mitbringen soll. Letzterer wird al» Paffagiergut gratis befördert, das Fahrrad dagegen seü der Einführung der neuen Bestimmungen nicht. Da zu den Kinderwagen auch Säuglinge gehören, so dürfte für den in Kürze stattsindenden Ausflug die Nachftage nach diesen lebenden Ausweisen das Angebot bedeutend übersteigen. • eine Falfchmüozerwerkftatt hat die Berliner Kriminalpolizei ausgehoben. Ein Obsthändler Namens Terraconi, der die Straßen des Nordens zu durchziehen pflegte, hatte stets ein kleines Mädchen bei sich, da» er häufig in die Obst- und Grünkramhandlungen schickte, um jedes Mal darin bestand, Alles zu verhüten, was zu einer Verstimmung zwischen den beiden Staaten bezw. ihrer Regierungen beitragen konnte. Daß aber eine Parteinahme der deutschen Regierung unzweifelhaft dieses Ergebniß gehabt haben würde, das ist ebenso sicher, als man auch annehmen kann, daß jede Einmischung Deutschlands einen sehr schlimmen Eindruck in den weitesten französischen Kreisen gemacht und dem angestrebten Ziele geradezu entgegengearbeitet haben würde. Unter diesen Umständen begrüßen wir es mit Freude, daß es Frankreich allein und aus eigener Kraft gelungen ist, sich zur Revision durchzukämpfen, ohne dabet der Hilfe des Auslandes zu bedürfen. Auf diese Weise ist der Fall Dreyfus das geblieben, was er von Rechts wegen bleiben soll: eine rein innere französische Angelegenheit, die die europäische öffentliche Meinung nur nach ihrer Humanitären, juristischen und psychologischen Seite hin inleressirt. Köln. Ztg. — Auf dem 3. Samaritertage, der dieser Tage in Hannover stattfaud, sprach Polizeipräsident Graf Schwerin über „Die erste Hilfeleistung bei Unglücksfälleu im Polizeibezirk Hannover". In Hannover seien Schutzleute zu Sama- ritern ausgebildet worden, da SauitätSwachen zu große Kosten erfordern. Die Art der Anlegung von Nothverbänden durch die Schutzleute sei mit einer einzigen Ausnahme von Aerzten als zweckmäßig bezeichnet worden. Die Beschäftigung der Schutzleute im Samartterdtenst haben auf deren Benehmen veredelnd gewirkt und zweifellos zu einem wesentlich befferen Berhältniß zwischen Publikum und Schutzleuten beigetragen. Die praktischen Leistungen der Schutzleute erregten große» Interesse. ES waren ihnen sechs Aufgaben gestellt worden, die sämmtlich recht befriedigend erledigt wurden. Die erste Aufgabe lautet: „Ein Radfahrer ist gestürzt, hat deu linken Unterschenkel gebrochen. Ihm soll die erste Hilfe geleistet werden." Die -wette Aufgabe hieß: „Ein Mann ist von der elektrischen Bahn überfahren, ihm ist da» linke »ein oberhalb be» KnirS abgefahren." ES folgte die Aufgabe: Ein Mann hat bei einer Schlägerei einen Mefferstich in den rechten Oberarm erhalten, die Schlagader ist verletzt. Daun wurde ein Kranker gebracht, der, au» der ersten Etage eine» Hause» gestürzt, eine bedeutende Kopfwunde erhalten hatte und bewußtlos war. Endlich war ein Scheintodter zu behandeln, der durch Gase betäubt war. Prof. Aßmu»-Leipzig sprach al» den noch immer allein anwesenden Dienstboten der Familie per Telephon die Weisung zuging, daß ein Packet mit Ringen bei ihnen falsch abgegeben sei und in Folge dessen sofort " wieder abgeholt werden solle. Alsbald erschien denn auch ein anderer „GkschäftSdiener", dem die thörichlen Dienstboten, obgleich er die ausgestellte Quittung uicht bei sich führte, vertrauensselig die Ringe auShändigteu. Al» nach 6 Stund'« der wirkliche Diener deS Juwelier» erschien, stellte sich der Schwindel heraus. • Siu Srlebniß auf dem WeinbanCongreß zu Trier. Bon einem Theiluehmer an dem Weinbau Longreß ersährt der „Rh. K." folgende interessante Einzelheiten. Die Theilnehmerzühl an dem Eovgreß überschritt weitaus dte Anzahl der erwarteten Besucher, die weniger zum Weioproben, als zum Wein—trinken erschienen waren. Der Extrazug, der den Besuchern deS Songreffe» zur Fahrt nach Saarburg zur Verfügung gestellt worden, war, al» dieselben auf der Bahn erschienen, schon von ungebetenen Gästen vollständig besetzt. In drangvoll sürchterlicher Enge wurde die Reise angetreten. Deu Mitgliedern be» Songreffe» waren al» be- fonbcre» Erkennungszeichen weiße Karten zugestellt worben, ben Inhabern solcher Karten sollte vor Jebermanu ber Ein- tritt in ben Saal gestattet werben. Bei Ankunft ber Theil- nehmer in Saarburg war ber Saal im Augenblick überfüllt, so baß ber Laudrath zwei Genbarmen ben Befehl ertheilte, Niemanb mehr eintreten zu lassen, ber uicht im Besitze einer weißen Karte fei. Dem Vertreter ber Großh. Hessischen Regierung, einem höheren Miuisterialbeamten (Herr Ministerialrath Braun) pasfirte nun da» Malheur, keine Karte vorzeigeu zu können. Die Folge war, baß bie Gen»- barmen ben Vertreter Hessens nicht zum Probesaal znließeu. Auf bie Behauptung, er sei Ministerialbeamter und Vertreter ber hessischen Regierung, meinten bie Vertreter ber Polizei- gemalt, ba» könne Jeber sagen. Dem Herrn au» Darmstabt soll der blinde Gehorsam ber beiben GeoSdarmeu trotz ihrer fatalen Lage sehr imponirt haben. Der Herr Laubrath hatte ♦ Hochheim a. W., 23. September. Eine Musikbande, die gleich Zigeunern in ihren Wagen im ganzen deutschen Reiche uncherzieht und wegen eines zu Memmingen in Bayern verübten Todtschlags schon seit längerer Zeit steckbrieflich verfolgt wird, wurde gestern durch die Polizei bei Kastel ermittelt und dingfest gemacht. Nach der polizeilichen Vernehmung wurden die weiblichen Personen der Bande wieder entlassen. • Meiningen, 25. September. Am vorigen Sonntag I fuhr — so erzählt bie „Hall. Ztg." — ein Bäuerlein auf ber Secunbärbahn Hilbburghausen-Heldburp. Sein Ziel I war Streufdorf. Kurz vor btefem Orte bemerkte ber Schaff | per, baß der Manu au» Versehen eine Karte bis nach Held- I bürg, zwei Stunden weiter, gelöst hatte. Der Bahnbeamte I machte ihn freundlich darauf aufmerksam, daß er getrost in I i « I Streufdorf aussteigen könne. Aber da kam er schön an. ] COCOltS tltlO 4Pr0t>itt$telies« I „2Benn ich a Billet nach Heldburg hab', fahr' ich a dorthin", I Eießen, 28. September 1898. I ritf ber Passagier wiederholt. Und so machte e» auch der I •• Einkommen- und Kapitalteuteupeuer-Srklarungen. Es I schon bejahrte Manu uud lief dann zwei Siundeu per pedes I dürfte uicht überflüssig sein, auf die Abgabe der Erklärungen I apostolorum nach Streufdorf zurück. für die Einkommen- und Kapitalrenteusteuer hinzuweisen. I * Burg (Fehmarn), 26. September. Der heute an-I Diese Erklärungen müffeu von den Steuerpflichtigen für da» I gestellte Versuch zur Hebung de» Torpetobootes a 85 I nächste Steuerjahr vor Ablauf dieses Monats und zwar I gelang. Da» Torpedoboot liegt leergepuwpt unter dem I entweder an das zuständige Steuercommiffariat direkt ober I Schutze be» Hebepontons vor der Burgstrakener Hafeneinfahrt I an bie Bürgermeisterei be» Wohnort» abgegeben werben. I unb wird morgen in ben Hafen geschleppt. Hier wirb bas I Die Verpflichtung zur Abgabe von Steuererklärungen besteht I Torpeboboot vor seiner Rückfahrt nach Kiel eine sorgfältigere I bekanntlich bei ber Einkommensteuer für die Einkommen ber I Abbichtung erfahren. _ _ .. - rfttu Abtheilung, b. h. die Jahreseinkommen von 2600 Mk. I * Norderney, 24. September. Das hier gestrandete I un aufwärt», und bei der Kapitalrentensteuer für steuer- I Fahrzeug, dessen Besatzung gestern Abend durch bie hiesige I pflichtige Zinsen von mindestens 100 Mk. jährlich und darüber. Rettungsstation in Sicherheit gebracht wurde, war em Wesentlich und für viele Fälle von pract scher Bedeutung ist I ostfriesischer Zweimaster mit 2 Mann und einem halbwüchsigen feie Bestimmung, daß die Abgabe einer neuen Erklärung I Knaben. Das Scyiff kam mit Kohlen aus England und I , nterbleiben kann, wenn in den Verhältnissen des bereit» in I war für Norderney bestimmt; es strandete an den vor der der ersten Abtheilung zugezogenen Steuerpflichtigen keine I Insel liegenden Sandbänken, da die die Fahrt anzeigende I Aendrruneen vorgekommen sind, die bei der Einkommensteuer I Boje durch Sturm weggerissen worden war. Die Kurgäste I bie Zuziehung in eine höhere Steuerklasse rechtfertigen, ober I verfolgten mit aufregendem Antheil das Rettungswerk, an I wenn bei den bereit» jur Kapitalrentensteuer Zugezogeueu I dem zunächst ein Segelkutter sich vergeblich versuchte. Dann I sich keine Vermehrung der steuerpflichtigen Zinsen um mindestens I erschien das Norderneyer Rettungsboot auf dem Plan, das I 100 Mk. jährlich ergeben hat. Dagegen sollen diejenigen I sich, sobald wie die Nothflagge erblickt worden war, bereit I Steuerpflichtigen besonder» auf die Verpflichtung ber Abgabe I machte und mit unglaublicher Geschwindigkeit durch die I einer Steuerdeklaration aufmerksam gemacht werden, die seit- I Wellen schoß. Nach einiger Zeit ängstlicher Spannung ver- I ber nur ein Einkommen von weniger als 2600 Mk. hatten, I kündete ein Signal der am Strande harrenden Menge, daß I d!)o zur Abgabe einer Erklärung nicht verpflichtet waren, I die Insassen des Schiffes geborgen warm. Ihr Fahrzeug I deren Einkommen sich aber jetzt auf mindestens 2600 Mk. I ist gänzlich vernichtet; sie hatten zuletzt nur in ihrem eigenen I erhöht hat, womit die Declarationspflicht eingetreten ist. I kleinen Rettungsboote Zuflucht gefunden. Ebenso ist es mit ben steuerpflichtigen Zinsen. Wer sich I • 6iu furchtbare» Unglück ereignete sich kürzlich in I seither nicht im Genuß von mindesten» 100 Mk. steuerpfl.ch- I Tarent, wo im Beisein des italienischen Kronprinzenpaares tiger Zinsen befand, nun aber sich einer Einnahme an solchen I der Stapellauf der ,.Puglia" vor sich ging. Während des I tn dieser Höhe erfreut, muß bie» btclariren. Auch bie I Feuerwerks, das zu Ehren des Kronprinzenpaares abgebrannt I DeelarationSpflicht bei einer solchen Verbesserung be» Ein- I wurde, fing ein Ponton, auf dem Hunderte von Raketen kommens, daß der Uebergang in eine höhere Steuerklasse I aufgespeichert waren, Feuer. Alle Raketen explodirten unter I dadurch bedingt ist, sei wegen de» häufigen Vorkommens des I donnerähnlichem Krachen; gleichzeitig wurden sämmtuche un I Falle», besonder» erwähnt. Wer z. B. seither ein Einkommen I Ponton befindliche Personen über Bord geschlendert. Bei von 2700 Mk. hatte unb bemgemäß in die erste (unterste) I dem Unglück wurde eine Person getödtet, zwei schwer und Klaffe der ersten Abtheilung der Einkommensteuer — Jahre»- I fieben leicht verletzt. einkommen von 2600 Mk. — weniger als 2900 Mk. — I * Wenn man radeln kann. Da hat kürzlich in Sonnk- zugezogen war, braucht eine EmkommenSverbesserung bi» zu I b rg ein Zechpreller, ber stolz zu Rad augekommen war, 2899 Mk. jährlich uicht zu biclariren, ba bann keine Aenber- I eine Kellnerin betrügen wollen; er machte eine hübsche Zeche, ung in ber Steuerklasse eintritt. Geht aber bie Verbesserung I vergaß aber zu zahlen und fuhr davon. Die Kellnerin, bie des Einkommen» bis zu 2900 Mk., so ist neue Declaration I zufällig auch rabelt, schwang sich halb auf ihr Zweirad und i nöthig, da ber Steuerpflichtige bann in eine höhere Steuer- I folgte bem Gauner, ben fie auch in einer nahen Ortschaft, klasse einjutreten hat. I fanb unb festnehmen liefe. —— I * Zur Verübung eines dreisten Schwindel» ist baS Tele- Laubach, 26. September. Dem schriftlich eingebrachten I phon schon wieder einmal benutzt worden. Im Laden eines Gesuche einer beträchtlichen Anzahl von Eltern, beziebung»- I Juweliers ber Friebrichstabt in Berlin erschien ein fein ge= weise bereu Stellvertretern, ber Gymnasiasten und Pensionäre I kleideter Herr mit stark gebogener Nase, um angeblich im entsprechend, hat die Großherzogliche Direktion des Gymnasiums I Auftrage einer hochangesehenen, im Thiergartenviertel wohnen- mit G nehmigung Großherzoglichen Ministeriums auch für I ben Familie, die schon früher zu den Kunben ber Firma bas Wintersemester ben BormittagS'U'iterricht am hiesigen I gehörte, B e rlobungSringe auSzuwähleu. Da bie Brr- Gymnasium eingeführt. Wie berechtigt bie Petenten, denen I lobung ber Tochter jener Familie in ben Zeitungen beS e» habet hauptsächlich um Förberung ber gesunbheitlichen I TageS angegeigt gewesen war, erschien ber Auftrag vollstänbig Entwicklung ber Schüler burch Bewegung unb Spiele an I plausibel. Der Herr wählte 8 mit Brillanten, Perlen und den Nachmittagen zu thun war, zur Stellung ihrer Bitte I farbigen Ebelsteinen besetzte Ringe im Werthe von je 200 waren, zeigt daS Urtheil beS Herrn Professor Dr. Schmidt- I dis 800 Mk. aus unb bat, bie acht Ringe ber Familie zur Monaib (Halle), ba» berfclbe gelegentlich eines Vortrags I brfinitiven Wahl vorlegeu zu lassen. AIS ber Diener beS Über „Entstehung unb Verhütung nervöser Zustänbe auf I Juweliers bei ber Familie erschien, waren bie Herrschaften höheren Schulen" auf ber in letzter Woche abgehaltenen I nicht zugegen unb ber Diener ließ bas Packet mit ben acht Naturfotscherversammlung in Düsseldorf abgab: „Bor Allem I Ringen gegen Quittung zurück mit ber Bemerkung, baß er Einführung be» Bormittag»nnterrichtS, benn amtliche Er- | bie nicht gewählten Ringe nach 6 Stunben wieder abholen mittlungtn haben ergeben, baß bei Nachmittagsunterricht bie • werbe. Kaum hatte ber Gefchäftßbiener ba» Haus verlassen, I*,n dir gg,r| 'ttt a|l »laut ?lta b«» oui ' W »In, i ?n6 6l*- '• IH tn ’J*"k » ttiir. ® ”«”i NH« tato“1'“"’- ^pTaige Vw 6aöltu,g Wjttttt auf btr "w boHMnM| *** Mt Keife « toaren a[< b(l iUßifttUt Boibtt, «tfflODn btr Uin, ,DNt her Lheil. ‘JWblld übtlMl, 1 dtsthl mhrtlit, ‘l® 8tfot einer Trohh. htlsi- «lalbtamttu (htn Q< Mkihtar, ttlnt ar, daß die @tnP Srobtlaal zalitßtL Bttt unb Vttliuu tretet btr ra aus Dannstabt barmen trotz ttzrn n Laubrath hatte a btt „Rorbtotst« dahv! di »trb ich btr btstthtabut itt Elstubllhajialiou aus ®runb |datr Mltlärschkult beim mH einer zu ahrkartt abge- tbtn für bltl'.nlgen litlltgtD, btionbm t altgtbltnttn Sol« iruab einer Hundt- Bttbtn, zumal bitlt seren denotrk Aber 'tffmbk fit buburt aussktzt. 11 de il ßln> nnb Sasin einen aaberei w p öug VSU jloi)b Bttbtn Ätie* agthiirigm btt Vf nnb vou Äiauil4°a -btrt Bttbtn. Dit (n8 bis 30. Oclvbtt I" * I Oß-ft-- * !-!»>-«» b“ M BCtfa -!< • n werben. ter a#wjf fcj D-»"^ SS fe Ml* * Si *s»S* M in ottlle>A MraU| iefIaf?nfl 91oDttnb« er gehSs der SW. tonn; Ä.g rr Lehrer . i»s*: «**».,«4 .<>a ein 50 Pfennigstück ober Markstück wechseln zu lassen. Aach Kinder, die bei ihm fanden, schickte er mit demselben Auftrag weg. Händler in der Bergstraße merkten zuerst, daß fie falsche Geldstücke erhielten. Tie machten der Kriminalpolizei Anzeige und lenkten deren Aufmerksamkeit aus Terraconi. Die Kriminalpolizei forschte dem Leben des Händler» nach und ermittelte, daß er viel bei dem Brünkramhändler PolenSke in der vorfigstrahe verkehrte. Sie durchsuchte bier die Wohnräume und sand in eine« Hinterzimmer die Werkzeuge zur Herstellung der Falschstücke. Polenske und seine Frau wurden in Gemeinschaft etnei Arbeiter» MartininS in ihrer Wohnung festgenommen, auch Terracoui wurde verhaftet. • Sin Pariser Bettler. Ein In Pari» lebender Deutscher ging täglich über den Quai de la vallüe und sah stet» an einer bestimmten Stelle einen Bettler, einen armen, ganz erblindeten, zitternden und keuchenden Alten, der sein Mitleid so rege machte, daß er ihn fedt»mal beschenkte. Eine» Tage» geht er auch vorüber und giebt, gerührt durch die flehentlichen Bitten de» Blinden, ihm ein Geldstück, und zwar au» Versehen einen Doppelloui»d'or anstatt eine» Zehn-Eentime»« stücke». Am anderen Morgen wird er diese» Versehen gewähr, und da er nicht reich genug war, um solche fürstlichen Almosen au»zutheilen, beschloß er, den Versuch zu machen, da» Goldstück wieder zu erlangen. Er geht über den Kai, der Bettler ist nicht da, aber ein Eomwisflonäc nennt ihm auf Befragen Namen und Adrefle de» Armen: Mr. Boulart, Rue Racher, Nr. 102. Diese» Hau» sah sehr sashionable au», und unser wohlthätiger Freund hegte Bedenken, in einem so eleganten Hotel einen Bettler aufzusuchen. Indessen hört er vom Portier, Mr. Boulart wohne wirklich hier, und zwar im dritten Stock. Abermal» zögert er oben, denn da» Quartier z'Ugt von Wahlhabenhrit- endlich klingelt er und ein elegante» Zöschen hüpft herbei und öffnet. „Mr. Boulart?" — „Der wohnt hier." — „Kann ich ihn sprechen? — „Ich werde sehen, ob Monfieuc schon aufgestanden ist und Besuche an- n mmt. Bitte treten Sie in den Salon." — Mr. Boulart ift in der That schon auf und nimmt Besuche an. Unser Freund tritt in da» Schlafzimmer, welche» fast ebenso fein eingerichtet ist wie der Salon, und steht sich vor einem Herrn in elegantester Morgen'oilette, welcher ganz vortreffliche Augen hat. DaS konnte der Bettler vou gestern natürlich nicht lein, iudtß man muh doch etwa» sagen, und so stammelt der Besucher denn schüchtern, er glaube gestern einem Bettler, der Boulart heihen solle, einen DoppellouiSd'or statt zehn EentimkS gegeben zu habeu. „Möglich, mein Herr, ich habe noch nicht Zaffe gemacht, will es aber gleich thun." Und Mr Boulart nimmt au» einer hübschen, soliden, eisernen Geldktste ein schmutzige» Beutelchen, zählt die darin enthaltene kleine Münze und überreicht unserem Freunde richtig da» Goldstück. Man denke stch da» sprachlose Erstaunen de» Besucher», welcher erst wieder Worte fand, al» ihn der Herr vom Hause bi» zur Thür becomplimentirte. Da drehte er stch um und sagte: „Erlauben Sie, e» ist nicht billig, dah Sie durch Ihre Ehrlichkeit Schaden erleiden- hier find tie zwei Sou», welche ich Ihnen gestern geben wollte." Und Wir. Boulart nahm die Münze, steckre fie ein, grühte demüthig und rief dem Fremden noch auf der Treppe ein: „Gott lohne es" nach. Unser Deutscher aber verlor durch diese Begebenheit viel von seinem Wohlthätigkeü»fiun. • Heber die Autopsie, die in Gens an der Leiche der ermordeten Kaiserin Elisabeth vorgenommen wurde, liegt j-tzt der Originalbericht de» Genfer Arzte» Dr. Golah vor. Der Bericht, in Form eine» Briefe», dem auch eine Zeichnung der Mordwaffe belgesügt ist, lautet: „Ich muh Ihnen sagen, dah die zu dieser Untersuchung beigezogenen Aerzte nicht ermächtigt worden find, eine vollständige Autopsie vorzunehmeu- fie muhten fich darauf beschränken, den Weg nachzuweisen, welchen der Dolch genommen hatte, und in bestimmter Weise Klarheit darüber zu schaffe, ob die Berletzuogen, welche er verursacht hatte, hinreichend waren, den Tod herbeizusühreu. Sie werden sihen, dah in dieser Hinficht nicht der geringste Zveifel besteht und daß in»besonoere die durch den unver- mutheten Angriff hervorgerusene Aufregung keinerlei Rolle bei diesem schrecklichen Ereignih gespielt hat. Da» aufge- fundrue Werkzeug, welche» der schändliche Mordbube al» dasjenige erkennt, dessen er fich bedient hat, ist eine dreieckige Feile von 11 Zentimeter Länge, sehr spitz und aus plumpe Weise in einem Griff von Fichtenholz befestigt. Der Stoh ift m't außerordentlicher Heftigkeit geführt worden, denn da» Werkzeug drang bl» zu einer Tiefe von 8,5 Zentimeter in die Brust ein. Am oberen Theil der linken Brust (Rippen- zwischenraum) besteht eine kleine dreieckige Wunde, welche kaum drei bi» vier Tropfen Blut fliehen ließ. Da» Werkzeug hat die vierte R pp: gebrochen und ist sodann durch den vierten R>pp:nzw|kchenraum In die Beust eingedruogen; e» bat den unteren Rand bei oberen Lungenflügel» durchbohrt und traf die vordere Flache der linken Herzkammer einen Zentimeter weit von dem absteigenden Zweige der Kranzader. Die linke Herzkammer ist vollständig durchbohrt, denn die hintere Scheidewand dieser halben linken Herzkammer zeigte eine dreieckige Oeffnung von vier Millimeter Durchmeffer. Im Herzbeutel groher Erguß geronnenen Blate». Wa» nun Beschädigungen de» Herzen» betrifft, welche schon vor dem meuchlerischen Ueberfall bestehen konnten, so können wir darüber nicht» sagen, da wir nicht ermächtigt waren, da» Herz zu öffaen, um die Beschaffenheit der Klappen unb Öffnungen zu constatiren. Diese» Organ schien seinem äußeren Anschein nach normal mit Ausnahme einer leichten Verfettung." So weit der Genfer Arzt. Seine Beobachtung widerspräche danach dem Befunde des Peoseffor» Schott in Bad-Nauheim, der eine linke Herzerweiterung constatirt hatte, die schon nach fünf Wochen gehellt gewesen sein sollte, eine Möglichkeit, die von anderen Aerzteu bestritten wird. • Hebet die furchtbare* Verheerungen, welche der Orkan am 10. September auf den westindischen Inseln cwge- richtet hat, liegen folgende weitere Nachrichten vor: Auf Barbados hat der Sturm 10000 Arbeiterhütten zerstört. Da» Elend ist furchtbar. Die Obdachlosen find in Kirchen und Staat»gebändeu untergebracht. Auch viele Wohnungen der bester fituirten Klaffen find zerstört und die Zuckerfabriken find meistens stark beschädigt worden, viele find ganz umgeweht, während unter den Pflanzungen große Verwüstungen angerichtet worden find, viele kleine Fahrzeuge find an der Küste untergegangen. Die Postdampfer find unbeschädigt geblieben. Die Affemdlh von Barbados hat 16000 Lstr. zum Besten der Nothleidendeu und zur Reparatur der Staat»- getäube bewilligt. Die Nachrichten von St. Vincent lauten noch trauriger, al» die von Barbados. Die Legislatur von Trinidad Hot 1000 Lstr. für die Nothleidendeu bewilligt. — Bon Kingston, Jamaika, wird der „Daily Mail" gemeldet: „Erst seit wenigen Wochen ift hier ein meteorologisches Observatorium eingerichtet, welches in Verbindung mit dem Wetter-BÜreau in Washington steht. Samstag Abend (10. September) telegraphirte die Kingstoner Station Orkan- Warnungen nach Barbados, Martinique, St. Kitts und St. Thoma». Ja der Depesche hieß e», daß der herannahende Orkan seinen Mittelpunkt südlich von Barbado» haben und von da in nord westlicher Richtung, an Starke wachsend und mit Regen verbunden, ziehen würde. Jede Einzelheit hat fich al» richtig erwiesen." Die englische Admiralität hat den Schiffen de» westindischen Geschwader» Befehl ertheilt, Lebens- mittel vou Jamaika und Halifax nach St. Lucia und St. Vincent zu befördern. • Reinigung von 2eitnng8roaffet durch Ozon, vor etwa zwei Jahren wurde ein von Baron Tyudal erdachte» Verfahren erwähnt, reine» Triukwasser durch den elektrischen S'rom vermittelst der durch denselben veranlaßten Ozouent- Wickelung zu schaffen. Neuerding» konnte dann berichtet werden, dah man in St. Maur bei Pari» eine Anlage be« odfichtigt, die auf solche Weise da» Seiue-Waffer, au fich ein wahrer Gifttrank, reinigen und al» Trivkwaffer nutzbar machen soll. Jetzt berichtet der „Electricien®, daß der belgische Hasen unb Badeort Blankeuderghe bereits in allernächster Z-it mit ozonifirtem Trinkwaffer versehen sein wird. Die Beschreibung der Anlage verdient eine Wiedergabe. Da» Waffer wird dem Zonal von Brügge entnommen und mag auch zunächst bedenklich genug sein. Bei dem Orte Schoore- brugghe wird es vorerst in eine Senkgrube geleitet, von der es durch eine Rotationspumpe in einen Behälter getrieben wird, um von dort in zwei Zylinder zu gelangen. Au» diesen Zylindern fließt das Waffer, nachdem es durch Zusatz einer genau bestimmten Menge von Zarbolfäure deSinficirt ist, tu drei Filter, die aus Seesand mit abwechselnden Lagen von KieS unb Kohle zusammengeschichtet find. AuS jedem Filter fließt das schmutzige Waffer durch einen Schlauch bei Seite. Das filtrirte Waffer gelangt bann in einen zweiten Behälter, au» dem e» durch eine Zentrifugalpumpe zu den eigentlichen Sterilisatoren geführt wird, wo ein elektrischer Strom von 1000 Volt Spannung in dem Waffer Ozon erzeugt und durch diese» die Bakterien darin vernichtet, worauf da» Waffer rein unb gesund geworden Ist. • Reue» vom Himmel. Außer dem Wolf'schen Kometen, deffen Ausfindung bereit« gemeldet, ist noch ein Komet entdeckt worden, und zwar am 13. September von Perrine auf der Lick Sternwarte und unabhängig davon von Chofardet in Besanvon. Der Komet stand am 14. September 10 Uhr 37 Minuten mittlerer Zeit von Besan^on in 146° 24* Ree- tascenfion und 30° 19' nördlicher Declination mit einer lüg liehen Bewegung von 1° 30' in Rcctasc-nsion und — 29' tn Declination. Er wird all hell bezeichnet. Von neuen Planeten sind in der ersten Hälfte de» September drei aufgefunden worden: Planet Wolf 1898 DR am 11. September, 11. Größe, Planet DR von Millosevich tn Rom am 13. September, 12. Größe, und Planet Wolf-Schwaßmann 1898 DS am 11. September, 11. Größe. Endlich macht Dr. Berberich die Mittheilung, daß der von Professor M. Wolf in Heidelberg am 16. Januar 1893 entdeckte Planet (18930), der in da» Planrlenvrrzeichniß nicht ausgenommen worden ist, weil seine Bahn nicht sicher zu berechnen war, anscheinend ebenso wie der am 13. August dieses Jahres entdeckte Planet, in gleicher Nähe zur Erde gelangen kann, also auch innerhalb der Maribahn sich befindet. • lieber Mufikverkauf nach dem Kilo schreibt der „Kunstwort": Wir haben vor einiger Zeit auf ben verkauf von Mufikalien nach dem Kilo hingewiesen, viele unterer Leser haben aber geglaubt, e» handle fich ba um einen Scherz. Also verweisen wir auf ein Inserat in Nc. 154 beS „All- gemeinen Wahlzettel» für ben deutschen Buchhandel unb die mit ihm verwandten Geschäftszweige", das von der Berliner Berlaglfirma Zarl Simon vußgeht. Zarl Simon offerier a) Lieder unb Arien (1-, 2-, 3-, 4-stimmlg, dabei Vio Thor- werke) das Kilo 2,50 Mk. b) Rlobierweile (zu 2 und 4 Händen, dabei */10 für zwei Klaviere zu 8 Händen), da» Kilo 3 Mk. c) Jnstrumeutalweeke (Violine, Viola, Zello, Flöt?, Zorn et mit Klavier, resp. Trios, Qiatnors s?uch Zithermufik) bas Kilo 4 Mk. d) Orchesterwerke (Tänze, Märsche, VorttagSftücke in leichtem Genre), ba» Silo 3 Mk. Dito (größere Werke), Sinfonien, Fantasien, auch Militör- wufik), das Kilo 4 Mk. e) Harmonium- ober Orgel Musik (Soli, Duo», Trio», QuatuorS usw., auch Lieber m. Orgel ob. Harm, unb gangbare Duos für Harm. n. Klavier, das Klo 6 Mk. f) Harfevmufik. Soloftücke, Duo» f. Violine und Hirse. — Trios f. Violine (Ztllo), Orgel und Harfe (Klavier) nnb AubereS, auch Gesang mit Harfe, baS Silo 5 Mk. — Wer die Verhältnisse kennt, weiß, daß auf solche Weise eine außerordentliche Menge, wenn nicht die große Mehrzahl aller Mufikolien auf ben Markt kommen, die durch kleinere Händler vertrieben wcrdeo. Trotzdem werden gute Leute auch ferner des Glaubens leben, baß „das Gote fich Bahn bricht", weil der Musikalienhändler doch jedenfalls als Ehrenmona sorgfältig nach bestem Gewissen nur da» beziehe nnb weiterempsehle, wa» er al» da» beste erprüft hat. * 6nt bedient. Ein Student, der einem Professor seine Aufwartung machen wollte, muß:e ungewöhnlich lange warten und wurde erst vorgelaffen, al» alle Anderen, selbst die, welche nach ihm gekommen, vorgewesen waren. Der Professor schien gleich beim Sintrht de» jungen Wanne» dessen Schnurr» bart scharf in» Aage zu foffen; nach den üblichen Empfang»- ceremonten fragte er : „Aber wie können Sie al» Theologe einen Bart tragen?" — „Ich einen Bart?" rief verwundert der Student, indem er fich mit der Hand über da» Grficht fuhr: „nun, der moß wir erst gewachsen sein, während ich in Ihrem vorz'mmer warten mußte l"___ Wiffcnfcbaft, Literatur und Aunst. — Wa» hat Ludermann im „Johannes" gewollt, was erreicht? Vortrag, gebeltm im Dramalsschen Veltclub zu jtöi.i,»» berg i. Pr., von Privaldocent Lic. Rich. Ab. Holtmann. Kö»'gs- berg i. Pr. Verlag von tboma» & Oppermann. Prei» 60 Pfg. Verfasser hält a» zunächst für ein eigenanigeS Wagniß Sudermanns, die ditto»Ische Gestalt Johannis des Läufer» zum Mttieipunkle eines weltlichen Drama» zu wählen, gibt dann eine kurze, klare Analyfe des Stückes, um an_ der Hand dieser zu dem Ergebnis, zu kommen, dah da- Können Sudermanns hier leider mehrfach hinter fdmm Wollen zurückbleibi. Erfreulich ist die Gerechiigkeii, mit btr Vorzüge und Mängel der Da'strllung beleuchtet werden und wohsthuenb die Ueberzeugung, eS im Gegensatz zu der vorherrschend üblichen vernichlenden skritrk hier mit einer hoffnungsfreudigen, fördernden zu thun zu haben. Bdt. — DaS dritte Quartal der in Stuttgart erscheinenden „Neuen Musik-ZeitungE (Verlag von 5karl Grüninger) drinal rnustk- pädagogi che Abhandlungen von A. Eccariuv Sieber, Bildung des mustkalischen Gehör», H. OSmin, Auf ähnlichen Tonpfaden, Biographische» au» dem llrben von F. Gleich, E. Krantz, Melba, I. de ReSztS, ausführliche Auszüge au« neuen musikgr'chichllrchm Schriften (WeihheimerS Erlebnisse mit R. Wagner r .), krrirsche Berichte über neue Opern, Novitäten au» dem Concertsaal, Bildnisse unb Biographien btt Damen AnbiL, Breuer, Brüning, Burckard, Elsa, Gerhler, Götze, Hartwig. Karina. Nolben, Ritsterer, Schönberger, Vetiorl, btr Herren Battisti, Kronberger, Fibich, Fronrck, Gltitz, Gorkom, Grahl, Grei», H-ibrich, Hieb, Mosel, Nöibechen, Scholz, Schröter, Settekorn, Wüllner, ferner bie Mitglieder btr Bremer und Braunfchweiger Opern in Wort unb Bild, be» weiteren spannende Erzählungen, Humorerken rc. von H. Abt, A. Friedmann, A. Fuller, G. Kleinert, E. Liebscher, P. Rosegger, schliehlich gewählte Klavierstücke, Lieder und Duo» für Gcige und Klavier, Trio» für Geige, Cello und Klavier von W. Amthor, Z. Fibich, E. Heuser, O. Hollenberg, ft. Imhof, E. Kaemmerer, C. Rittler, I. Mailing, A. Reinhard, Fr. Scheiding, I. F. Wagnrr. (Der vierteljährliche AbonnementSprei» beträgt nur 1 Mk. Prodenummern versendet an I rteressenten jede Buch- unb Mustkalien-Handlung, sowie btr Verlag von Karl Grüninger in Stuttgart aus Verlangen gratis unb franco.) _____________ — Guy be Maupassanio Gesammelte Werke, frei übertragen von Georg Freiherrn von Ompteba. 40 Lieferungen A 50 Pfg. ober 10 Bände 2 Mk. Verlag von F. Fontane L Eo., Berlin W. Die erste Lieferung bieft» Uniernthmen» ist soeben er- schitnen. — Guy de Maupassant gilt nicht nur in Frankreich, sondern in der ganzen gebildeitn Welt, feit seinem allzusiühen Tod, al» Klassiker auf dem Gebiete der modernen Erzählung, für die er durch die Mannigfaltigkeit feiner Stoffe, die Grazie feiner Darstellung, bie Feinheit ber psychologischen Behanblung, ben Reich- thum stimmungsvoller LandschaftSdilber, sowie burch die Eigenart seiner ganzen Pkrsönlichkeit neue Wege geschaffen hat. In Georg Freiherr» von Ompteda, der zu den gefeiertsten deutschen Schriftstellern ber Gegenwart gehört und dessen Romane unb Novellen bei Publikum unb Kritik gleich warme A».snahme gefunben Haden, ist bem großen Franzosen ein Uebersetzer etftanben, besten conoqrlale Begabung es ihm ermöglicht, alle Feinheiten unb cyaracteriftischen Vorzüge be» großen Franzosen tn vollenbeter Weise wieberzugeden. Schon die erste Lieferung, welche vier Novellen de» im Original „Mabemoifelle Flfi" betitelten Banbe« enthält, zeigt deutlich die großen inneren und äußeren Vorzüge dieser Ausgabe: eine musterhafte Diction und stimmungsvolle Wiedergabe ber characteristrfchea stilistischen Merkmale Maupastants, sowie eine geschmackvolle Au»« stat'ung mit deutlichem Druck auf gutem Vapier. — Wir glauben, daß der französtsche Meister in diesem Gewände bei unfl volle» Hemathörecht erwerben wird. — Sehr interessant versp.icht da» im Dctober beginnend« Quartal der bekannten unb beliebten „Romanwelt" (Vita, Deutsche» Verlagshaus, Berlin W. 50) zu werden, die stch eine Fülle von fesselndem Material zu sichern wußte. Wir greifen zuerst die Autobiographie de»'sardinischen Banditen Giovanni Tolu heraus. Vor wenigen Tagen erzählten wir selbst unseren Lesern von dem Tode res ehrwürdigen sardinischen Briganten Sali» Giovanni Corbobbu. Tolu nun hat vor zwei Jahren, kurz vor seinem frieblietcn Tode, eine selbst erzählte, einen starken Band füllenbe Lebensgeschichte Hinterlasten, bie ein außerordentlich eindruckoolle» Bild von dem Räuber- Ubcn seiner He'maib unb ben Umstänben gibt, au» denen da» „Banbitenthum tn Permanenz" begreiflich wirb. Diese durchau» lebenswahr wirkmbe Biographie beginnt soeben in ber „Roman- weit" unb ift augenblicklich von um so größerem culturhistorischen Jntereste, al» man Rückschlüsse auf bie Zustänbe beS italienischen Festlandes machen kann, welche den italienischen Anarchismus erzeugen, dessen internationale Gefahren eben erst wieder durch ein schreckliche» Ereigniß Allen furchtbar zum Bewußtsein gebracht worden ist. Von deutschen Erzählungen wird ber Roman „Sigrib Bang" von Ernst Reml« begonnen, bem au» der Engelhorn'schen Sammlung vortheilhaft bekannten Autor. Er wirb durch seine frischen, meerlustgetränkten ©eenen und den Str ff — die späte Vergeltung für ein Verbrechen, bas nicht vor bie irdische Gerechtigkeit gezogen werden kann — aihemlo» packen und spannen. Neben dieser Arbeit bietet das reichhaltige Programm der „Romanwelt" noch A. Haulchner» -Lehrgeld", einen Roman, der hinter die Couliflen de» modernen EheiebenS führt und Fragen erörtert, die sich Jedermann aufdrängen, über bie man aber boch nicht zu bWcuttren wagt. Gemuthstiefe Eigenart ver'äth die Novelle von Lvu Anbreae Sclomö „An» All zurück", die Tragödie einer Frauenseele, die in scheusensilivem Zurück« beben vor irdischem Lieb.Sglück einsam zu Grunde gehen mutz. Da bie „Romanwelt" außerbem im Feuilleton eine Fülle feflelnDer Beiträge erster Schriftsteller des In- und Auslandes tntünbiflt, wie Bourget, Hermann Bang, Rudyard K'pling, Legerlöi, Kurd L ßwitz, sowie wissenschaftliche unb kulturhistorische Plaudereien bringt, wird sie de» Beifalls ihrer alten und neu-n Leser sicher sein.______________ Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gießen. 39. Woche. Vorn 18. September bis 24. September 1898 (Einwohnerzahl: angenommen zu 24 100 (tnd. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 30,20, nach Abzug der Drtefrcmbai 23,73’/« KiNder Inm. Die in klammern gesetzte» Ziffer» gebe» an, wie viele der Todesfälle tn der betreffenden Krankheit aus von auswärts nach Gieß« gebrachte kranke komme». E» starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom -Ib.Iahr: Altersschwäche 1 1 1. Lebensjahr: 2.- Lungmschwindsucht 1 (1) 1 (1) — —— Gehirnerkrankungen 3 (1) 3(1) — — Lungenentzündung 1 1 — Darmcatarrh 4 . — 3 1 Darmeinklemmung 1 (1) 1 (1) — — Nierenentzündung 1 1 — — Unterleibstyphus 1 — — 1 Verunglückung 1 1 — — Summa: 14 (3) 8 (3) 4 2 Wohnung entgegen. Seltersweg 91 «bzugeben. 9304 Schützenhaus Licherstratze 2 miethen- der Leitung. 8497 9490 Hochachtungsvoll Um geneigten Zuspruch bittet Louis Schultheiss vermiethen. Ederstr. 13 9257 G Patent - Cement - Doppetsat^ieget 9291 von Die Buchdruckerei des MARKS unter Zusicherung reeller Bedienung. miethen. Eine Mansardenwohnung, 4 3 Portugiesen zu vermiethen. Jtal. staatsgar. Eisenb. 3 unk. b. 1905 101.70 dlo. 4 Stlef Americ. 9325 4.17 vermiethen. 299.37 Darmst. Bk.-Actien Rebacrrnn: E. Burkhardt. — Druck und ikrioq oer Brühl'schen Uaioerftkäts-Buch- und Stnnöruderfi Cüiersckl Erben) in Gießen. 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