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Die Gießener KamikieuvtLtter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. »NAUhme von Anzeigen zu der Nachmittags für den fslgenden Tag erscheinenden Nummer bis Barm. 10 Uhr. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. Gratisbeilage: Aeßener Famiiienbiäiter. | ältK"c 111 *'*" Amtlicher Tbeil. Bekanntmachung, betr,: Feldberetmgung in der Gemarkung Staufenberg. In der Zeit vom 29. Januar l. I. bis einschließlich 4. Februar 1. I. liegen auf dem Amtszimmer Großh. Bürgermeisterei Staufenberg folgende Verzeichnisse, nämlich: 1. Das GeldauSgletchungSverzetchniß über den Zuviel- oder Zuwenig Empfang au Obftbaumwerth im 2. und 3. Feld, 2. das GeldauSgleichungSverzeichniß über den Zuviel- oder Zuwenig-Empfang au Geläudewerth im 3. Feld, 8. das Berzetchntß über die pro 1897 zu gewährenden Pachteutfchädigungen im 2. Feld, 4. das Berzetchntß über Entschädigungen für Nachtrag- lich abgetretenes Gelände zu Weganlagen rc., 5. das Berzetchntß über die tu dte BereinigungSkaffe zu leistenden Vergütungen für nachträglich zugefallener Gelände in Folge von Weganlagen rc. zur Einsicht der Betheiligteu offen. Einwendungen hiergegen find bet Meldung des Ausschlußes innerhalb oben angegebener Frist bei Großh. Bürger- metsterei Staufenberg schriftlich etnzureicheu. Friedberg, den 24. Januar 1898. Der Großh. BeretnigungS-Lommiffär. Dr. Göttelmauu, RegterungSrath. Das Comptabilitätsgesetz. DaS preußische Abgeordnetenhaus hat fich im Laufe dieser Woche mit dem EomptabtlitätSgesetze beschäftigt und dasselbe zur Borberathung einer Commission von 21 Mitgliedern überwiesen. Da daS Gesetz von größerer Bedeutung ist und eine analoge Borlage auch wieder dem Reichstage zugeheu soll, so ist eS wohl der Mühe werth, wenn wir uns an dieser Stelle eingehender damit befafieu. Schon seit einer Reihe von Jahren find Wünsche nach dem Erlafie etue» solchen Gesetzes ausgesprochen worden, aber nur tm Reichstage hatte man diesen Wünschen uachge- geben, ohne daß bet den Berathungen etwas herausgekommen wäre. WaS nun dte Aufgabe betrifft, welche das Gesetz er- füllen soll, so besteht dieselbe darin, daß die Normen festgelegt werden sollen, durch welche der Volksvertretung die Brfugntß grfichert wird, daS Budgetrecht auSzuüben und die Ausführung des Etats durch Prüfung der allgemeinen Rech- nung zu überwachen. DaS Budgetrecht liegt freilich in der verfaffung und auch dte Eontrole der Ausführung deS Etats ist der Volksvertretung gesetzlich gewährleistet, aber es find doch vielfach Differenzen zwischen Parlament und Regierung entstanden, welche fich besonders um die Fragen drehten, wann Etats- Überschreitungen vorliegen. Hier ist nach langem Streite eine vorläufige Entscheidung dahin getroffen worden, daß für den Begriff der EtatSüberschreitung die in den einzelnen Titeln der Spezialetats enthaltenen Summen, soweit fie Gegenstand einer Beschlußfaffuog deS Parlaments gewesen find, maß- gebend sein sollen. Darnach bedürfte also jede Ueberschrettung deS Titels eines Spezialetats, auch wenn Ersparniffe an anderen Titeln desselben Etats gemacht worden waren, der uachträgltchen Genehmigung seitens der Abgeordneten. ES ergeben fich übrigens noch eine ganze Reihe anderer Streitpunkte, so z. B. über die Frage, ob eine Verwaltung Naturalien und Jnveutargegenstände an eine andere Verwaltung übertragen kann, ohne sich de« Preis vergüten zu laffeu; oder ob dte Bewilligung von etat-mäßigen GehaltS- bezügeu für den Inhaber der betreffenden Stelle galt oder rveutl. auch de» Vertreter desselben. Allen diesen Meinung-verschtedeuhelteo von vornherein vorzubeugen, ist daS EomptabilitätSgesetz bestimmt und es bildet somit eigentlich nur eiuird. Freilich war fchon jetzt tu allen Zweifel hervorrufenden Fällen ein bestimmter, ein für alle Mal geltender Ausweg etngeführt worden, aber gegen deffen GtlttgSeit ließ fich immer ankämpfen, nab eS war dringend erforderlich, daß diese Praxis ihre gesetzliche Sanktion erhielt. Wie schon oben gesagt, ist der Gesetzentwurf im preuht- scheu Abgeordnetenhause einer Eommisfion überwiesen worden und r» ist zweifellos, daß er zur Annahme gelangen wird, wenn es auch bei dieser Gelegenheit zu lebhaften Toutroversen kommen dürfte. Insbesondere werden die Rechte der Krone, Zahlungen, die dem Staate geschuldet werden, uiederzuschlagen, heftige Angriffe erfahren. Auf der einen Seite geht man von der Auficht auS, daß nur Geldstrafen, dte im Gerichts- oder Verwaltungswege verhängt worden sind, auf Grund de» der Krone zustehenden Begnadigungsrechts niedergeschlagen werden dürfen, auf der anderen Seite ist man davon überzeugt, daß dte Krone auch Zahlungen, welche an den Staat zu leisten find, erlaffeu kann. In dieser Beziehung bestimmt der § 18 des Gesetzentwurf«, daß die auf Grund königlicher Bestimmung nicht zur Eiuziehuvg gelangten Beträge in einer dem Landtage vorzulegenden Ueberficht summarisch dem Parlament mttgetheilt werden sollen. In den Erläuterungen hierzu heißt :6, daß die Krone unbestritten von jeher da» Recht gehabt und auch thatsächlich auSgrübt hat, auf dem Gebiete des staatlichen Vermögensrechts in einzelnen Fällen einen Erlaß etntreten zu kaffen, und daß die StaatSregieruvg stet» an der Anschauung festgehalten hat, dieses Recht habe durch die verfasiunpSurkuude keine Einschränkung erfahren und bestehe noch jetzt unverändert fort, wie eS vor dem Erlaß der Verfaffung bestanden habe. Um diesen Punkt wird fich — wie gesagt — die Debatte hauptsächlich drehen, und eS ist nicht unmöglich, daß dte Regierung daS Zugeständniß machen muß, dem Landtage nicht nur ein summarische», sondern ein spectficirteS Berzeichniß der niedergeschlagenen Beträge zugehen zu kaffen. Tonst ist auf allen Seiten Geneigtheit vorhanden, da» LomptabtlitätS- gesrtz anzunehmen, wenn e» auch vielfach für Verbesserung»- bedürftig angesehen wird. (XX) Deutsche» Reich, Berit«, 27. Januar. Kaiser» Geburtstag ist in der üblichen Weise hier begangen worden. Schon vom frühen Morgen an waren die Linden stark belebt. Bor dem Gottesdienste begann die Galaauffahrt der hiesigen und fremde, Fürstlichkeiten. Nachdem der Kaiser die Glückwünsche seiner Umgebung de» persönlichen Dienstes, der Generale und Flügeladjutanten, der Kaiserin Friedrich, der hier anwesende« Fürstlichkeiten, der Prinzen und Prinzessinnen entgegen- genommen, fand um 10 Uhr Gotte-dienst im Königlichen Schlöffe statt, an welchem fich dte Gratulation-cour auschloß. Dieselbe wurde vom Grafen Lanza eröffnet, welche» der Kaiser in freundlichster Weise die Hand reichte. De» diplomatischen Corps folgte der BundeSrath, an der Spitze Feuilleton. Goldene Hochzeit. Novellette von Agne» Schöbel. (Fortsetzung.) Ihr ganzes verfioffene» Dasein glitt an ihr vorüber, in feiner Einfachheit, mit seinen zehrenden Sorgen, seinem kärglichen Gewinn. Nur eines war heilig, erhaben und voll unvergänglicher Poefie darin gewesen: die Liebe zu ihrem Gatten, dte seine zu ihr. Andächtig faltete fie die Hände. Ihr Herz schwoll. Und zu ihrer großen herrlichen Erinnerung machten die kleinen Enkelkinder eine drollige Musik. Sie trugen auf de» auSgespielten Lkavier harmlose Stücke vor, fie kamen in Verkleidungen augetrippelt, um Gedichte aufzusagen, Freunde hielten Reden, Fritz und Emmerich saugen frische Lieder. Und da» alte Paar dankte für alle», fand alles wunder- schön und sah strahlend aus, wie vor 60 Jahren. In den Augen de» Mütterchens zeigte fich ein feuchter Schimmer, keine Thräneu, wett fie die fchon alle fortgeweint hatte. Der greise Bräutigam erschien etwa» zerstreut, in Anspruch genommen von irgend einer Vorstellung. Er fuhr fich öfter durch da» volle schneeweiße Haar. Und in kurzen Zwischenräumen ertönte das fröhliche Durcheinaudersummen der Stimmen, da» Erklingen der unter Hochrufen einander berührenden Gläser. Immer weicher und wehmüthiger wurde die Stimmung der goldenen Brau. Sie griff nach der Hand ihre» alten Garten, während ein paar Blondköpfchen, die fie nie würde heranwachsen sehen, ihre Kuiee umdrängten. „Väterchen!" Gr fuhr zusammen. „Ist Dir nicht gut?» lispelte fie ängstlich, „Du flehst so verstört au».* ,Gut, ganz gut, Rruatchen!* Gr redete fie plötzlich mit dem Namen ihrer Jugend an, den fie fast schon vergeffen gehabt unter dem Mutter- und Großmutternamen. Sie rückte ein wenig näher. „Wir haben un» doch immer alle» gesagt, Friedrich —* „DaS nämlich ists, Renatchen. ,®u mußt nämlich wissen —" Er schluckt ein paarmal und über sein blanke», glatte» Geficht breitete sich Röthe an». „fcu mußt nämlich wissen, einmal — 'S ist freilich schon über die zwanzig Jahre her, — einmal, da hab ich Dir doch nicht alles gesagt. Hatte eS selber schon fast vergeffen, aber seit dem kleinen Anfällchen da drückt- mir fast da» Herz ab, ich könnte in» Grab steigen und hätte ein Geheimuiß vor Dir gehabt.* Sie richtete fich steif auf. „Sieh mal, Alte, heute, wo fie so viel Aufheben» von der halbhundertjährigen Liebe und Treue machen, da fitz ich wie so ein Dieb und Fälscher neben Dir, der Dinge einheimst, die ihm so recht nicht zukommen.* Ihre Hand tastete zitternd nach dem Haar und verschob den Kranz ein wenig. Die jung gebliebenen Augen öffneten fich weit. „Den heutigen Tag haben wir ja erlebt wie eine Gnade von oben, und so wirst Du sicherlich zum Verzeihen aufgelegt sein —* Ihr wurde trocken im Munde. Sie beugte fich Über ihr Gla» und nickte mechanisch, so daß er fortfnhr: „Sieh mal, Renatchen, einmal im Leben da bin ich Dir untreu gewesen* — er athmete auf, erleichtert von dem Geständniß. „Ist ja alle» lange her und die Amalie heute tobt —* Ein scharfer, vibrirender Klang schnitt ihm da» Wort ab. Der Arzt der Familie hatte mit dem Messer sein Glas berührt und erhob fich nun zu einer Ansprache. E» wurde still. „Meine verehrten Herrschaften! Unser Herr Pfarrer hat vor wenigen Stunden dem herrlichen Spruch, welcher unserem allgeliebteu Paare einst al» führend:» Wort a«f den Lebensweg mttgegebeu wurde, eine so tieffinnige und in die Ewigkeit hinübergreifende Ausdeutung gegeben, daß el mir fast als vermeffenheit erscheinen will, wenn ich jenen Spruch jetzt mit dem Lichte de- Irdischen beleuchte. Mein: Herr- schäften, — wie in ein offenes Buch habe ich in da» Leben unsere» Jubelpaare» hineingeschaut —* Der Bräutigam senkte die Augen. „Drei Jahrzehnte lang bin ich al» Arzt in diesem Hause auS- und eingegavgen, in guten und bösen Tagen. Eine» fand ich stet» unerschüttert: die Treue diese» Paares!* Er wandte fich zunächst an die Jubelbraut. Er rühmte ihr nach, da» Leben derb und kräftig angefaßt, aber e» doch durchsonnt zu haben mit der stillwärmenden Flamme ihre» treuen Liebe. Sr führte Beispiele an von ihrer Güte, ihrer Feinstunigkeit. ES fei ihr gelungen, in ein schlichteste» Dasein da» Blaue, da» Märchenhafte zu zaubern. Und fie hörte zu unter einem Gefühl, al» habe sich eine eiskalte Hand auf ihr leben-warmeS Herz mit feiner fünfzigjährigen Liebe darin gelegt. Durch ihren Kopf flogen die Gedanken blitzschnell, wie seit Jahren nicht. Sie erinnerte fich plötzlich an alle». Au die Amalie, eine Verwandte, die in» HauS gekommen, damal», als ihr Glück den Höhepunkt erreicht hatte, al» der erste Sohn geboren worden, Fritz, der Spätling, ihr Herzblatt. Sie erinnerte fich an die sonderbare Kälte zwischen der Fremden und ihrem Manne, die fie oft zu mildern gestrebt hatte. Alle» zog fich lange vor den Augen der alten Frau. Gleich Irrlichtern schienen die gespenstig in» Tageslicht hinein- brennenden Flammen zu schwanken. Und hier in dieser selben Wohnung warS gewesen. Die Amalie, ihr eigene» Widerspiel, und er, der Vater erwachsener Kinder, eine» kleinen Neugeborenen. Wie die Umriffe der Außendinge ihrem umflorten Blick, so verzerrten fich ihr die Linien seine» CharacterS. Dieses unbekannte Denken uub Fühlen ängstigte fie, das er, den fie geliebt und dem fie vertraut, so lange in fich verborgen. Vielleicht hatte er fie verspottet, während er ihr Liebe geheuchelt! Ein Fremder, der, von Geheimniffen erfüllt, neben ihr gegangen, erschien er ihr. (Schluß folgt.) Les preußischen StaatSministrrium» schritt der Reichskanzler, dem das Katferpaar ebenfalls die Hand reichte. Nach der GratulationScour begab sich der Kaiser zur Paroleausgabe in da- Zeughaus. Berlin. 27. Januar. Heute Nachmittag fand zur Feier des Geburtstages des Kaisers beim Reichskanzler ein Diner von über 80 Gedecken statt, zu welchem die Mitglieder des hiesigen diplomatischen Corps und die vor- tragenden Räthe des Auswärtigen Amtes Einladungen erhalten hatten. Berlin, 27. Januar. Eine Sonderausgabe des „Reich». nnzeigerS" veröffentlicht eine Anzahl von Ordensverleihungen und anderen Auszeichnungen anläßlich des heutigen Geburtstages des Kaisers. ES erhielten u. A. der Geh. Commerzienrath Krupp in Effen und der Vorsitzende des AuffichtSrathS der Höchster Farbwerke Dr. Lucius zu Frankfurt a M. den Wllhelmorden, der oberste Kämmerer Fürst zu Hohenlohe Oehriugen das Großkreuz des Rothen AdlerordevS mit der KönigSkrone, TtaatSsecretär Graf Poia- dowsky den Rothen Adlerorden 1. Klaffe mit Elchenlaub, der Generaliuteadant der König!. Schauspiele Graf Hochberg den Kroneuorden 1. Klaffe, dem Kammerherru und Mitglied LrS Reichstages und Herrenhauses Graf zu Inn- und Knipphausen wurde der Eharacter als Wirkt. Geh. Rath mit dem Titel Excellenz verliehen, der General der Infanterie von Winterfeld erhielt die köuigl. Krone zum Großkreuz des Rotheu AdlerordevS mit Eichenlaub und Schwertern am Ring, die comwandireuveu Generäle des 14. und 13. Armeekorps General v. Bülow und General v. Lindequist daS Großkreuz deS Rothen Adlerordens mit Eichenlaub und Schwertern am Ring und der königl. Krone, der Kriegs- Minister Gen rallieutenaut v. Goßler den Rothen Adlerordev 1. Klaffe mit Ttchealaub, dem Oderftlieuteuant Ferno, Com- mandeur der Jägerbataillons von Neumann (1. schlesisches Nr. 5) wurde der Adel verliehen, ferner wurde der Director der Staatsarchive Geh. Rath Dr. Reinhold Kofer zum Historiographen der preußischen Staates ernannt. Der Wtlhelmorden wurde ferner der RittergutSbesitzerin Fräulein v. Kramsta in Schlesien verliehen. fj Berlin, 27. Januar. Dem französischen Botschafter, Marquis de NoatlleS, ist, wie die „Nordd. Allg. Zig." hört, heute das Großkreuz des Rotheu Adlerord-nS verliehen worden. Berlin, 27. Januar. Der Kaiser hat eine Tabelle gezeichnet, welche die Seestreitkräfte Japans, Rußlands und Deutschlands in Oftasten bildlich darstellt. Vervielfältigungen dieser Tabelle find deu Admiralen und einer Anzahl höherer Marineoffiziere zugesendet worden. Nach dieser tabellarischen Aufstellung haben in den ostasiatischen Gewässern Deutschland 8 Schiffe von zusammen 38326 Tons, Japan 14 Schiffe vou 70681 Tons, Rußland 11 Schiffe von zus. 54243 Tos». Berlin, 27. Januar. Der Kaiser hat anläßlich seiueS Geburtstages außer den gemeldeten Verleihungen auch dem früheren Gesandten iu Peking v. Brandt den Rothen Adlerordea 1. Klaffe mit Eichenlaub, dem Gesandten Grafen v. d. Goltz in Darmstadt den Stern zum Rothen Adlerorden 2. Klaffe mit Eichenlaub, dem Kammerpräsidenten Just-zraih Heutig in Donaueschingen den Roihru Aslerordeu 3. Klaffe mtt der Schleife, und dem Geschäftsträger von Treutler in Tokio den Rothen Adlerorden 1. Klaffe verliehen. Ferner ist dem Gehilfen des russischen Ministeriums für auswärtige Angelegenheiteu Grafen Lamsdorff der Rotbe Avlerordeu 1. Klaffe mit Brillanten und dem Militärattache der hiesigen französischen Botschaft Oberlieuteuant Graf v. Foucault der Slonenorden 2. Klaffe verliehen worden. Berlin, 27. Januar. Die augekündigten militärischen Beförderungen und Veränderungen in den höheren Commando« stellen der Armee find anläßlich deS Geburtstages deS Kaisers erfolgt. Unter anderen ist zum commandirenden General des vierten Armeecorps Generallieuteuant v. Klitziug ernannt, und mit der Führung des zweiten ArwercorpS der Geuerallieutenant v. Langenbeck beauftragt worden. Der Generalmajor v. Mayer, Commandanr von Metz, hat den Charactrr als Generallieuteuant erhalten. Ferner wurde dem Generallieutenant Frhr. v. H^mmerstein Loxten, Chef der LandgenSöarmerie, und v. Scheel, Präses der Ober- militür-ExaminationScowmission der Character als General der Infanterie verliehen. Den Character als Major erhielt Graf v. Schönborn, der Adjutant des Reichskanzlers. Berlin, 27. Januar. Die Meldung vou der Er« mordung des Matrosen Schulz vom Kreuzer „Kaiser" durch Chinesen wird mit dem Hinzufügen officiell bestätigt, daß entsprechende Maßnahmen zur Ermittelung der Thäter e'uaeleitet find. Anstauö. Wien, 27. Januar. Heute Abend findet mit Einwilligung deS Rector- im UniverfitätSgebaude eine große Protest. Kuudgebuug der Wiener Studentenschaft gegen das Verbot, welches den Prager Studenten das Farbeutrageu untersagt, statt. ES wird eine scharfe Resolution dagegen gefaßt werden- von jeder äußeren Demonstration will mau absehen. Wien, 27. Januar. Hiesige iusormirte Kreise bezeichnen die Meldung, die Regierung werde, falls am Montag au beu Prager deutschen Hochschulen derCollegienbesuch nicht wieder aufgeuommen werde, beide Schulen schließen, für unbegründet. ES wird vielmehr versichert, daß in dem heute stattfiudenden Ministerrath Maßnahmen befchloffen werden sollen, welche die deutsche Bevölkerung und deutsche Studenten- schast von Prag vollständig befriedigen dürften. mit ptwhtjköef. t Lich, 26. Januar. In letzter Nacht, kurz nach 11 Uhr, erscholl wieder einmal nach längerer Unterbrechung Feuer- lärm. Eine Eishalle der hiesigen Brauerei Jhring stand in ihrem oberen Geschoß in lichten Flammen. Glücklicher» weise war sehr rasche Hilfe zur Stelle, so daß das Feuer auf seinen Herd beschränkt und einem größeren Unglück vorgebrugt werden konnte. Ohne allen Zweifel liegt hier ein teuflische- Verbrechen vor. ES wäre drßhalb sehr zu wünschen, daß der Thärer entdeck: und zur Strafe gezogen werden könnte. □ Ruppertenrod, 27. Januar. In einem Walddistriet der Ooerförsterei Haiabach verunglückte gestern der Holzmacher H. Geiß von hier. Derselbe befand sich in der Nähe einer uwstürzenden Buche, allerdings in einer voraussichtlich sicheren Eotferuung. Bei ihrem Falle aber stürzte die Buche auf einen am Boden liegenden Stamm und glitt von diesem rückwärts ab. Der Stock des fallenden Baumes traf den genannten Holzhauer und warf ihn zu Boden. Er erhielt beträchtliche Verletzungen am Kopfe, das eine Ohr war fast abgrriffen und auch die eine Brustseite wurde gedrückt. § Aus dem Ohmthal, 27. Januar. Dir Wiesen unsere- Thales find mit einer solchen Unmenge von Maulwurfshügeln besetzt, wie eS wirklich selten vorkommt. In manchen Wiesen fitzen die Erdhaufen so dicht und zahlreich, daß bei ihrem AuSeiuanderwerfen der Wiesengrund einem Ackerboden gleicht. ES ist allerdings richtig, daß der abnorm milde Winter die Kerfthiere veranlaßt, nicht die Tiefe des Boden» aufzusuchen, wie in strengen W.utern, und daß infolge deffen auch die Maulwürfe mehr an der Oberfläche der Bodenverbleiben- aber die Maffe der Maulwurfshügel läßt doch auch auf ein zahlreicheres Vorkommen der Maulwürfe als sonst schließen. Unzweifelhaft steht eS fest, daß der Maulwurf ein verkannter Freund der Laudwirthschaft ist, iud-m er nur dort seine Gänge gräbt, wo eben die der Cultur des Bodens so verderblichen Kerfthiere Hausen, aber wo die Maulwurfshügel sich doch so maffeuhafr austhürwen, wie jctzt in manchen Wiesen, da will der Laadwirth meist lieber Verzicht auf die Kerfeujagd deS Bodenwühlers leisten, deffen Schaden so sichtbar zu Tage tritt. Wenn iudeffeu der sicherlich ungleich größere Schaden, den daS Ungeziefer anrichtet, ebenso sichtbar zu bemerken wäre, würde die Meinung gewiß eine andere sein. * Die Gefammtläuge der Telegraphelllinieu aus der Srde betrug Mitte des Jahres 1897 7 900000 Kilometer- dazu kamen noch 292000 Kilometer unterseeische Kabel. An dieser Gesammtsumme haben die einzelnen Continente folgende Antheile: Europa 2840000 Kilometer 1764790 engl. Meilen, Asien 500000 „ 310685 Afrika 160000 , 99419 Australien 350000 „ 217479 „ Amerika 4050000 „ 2516548 „ Obgleich Europa sein Telegrophennetz stetig mehr und mehr ausdehnt, kann eS doch Amerika den Rang keinesfalls streitig machen. (Mitgetheilt vom Internationalen Patentbureau Carl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6.) Versteigerungen. Holzversteigerung tot Gießener Stadtwald. Montag, deu 31. Januar 1898, Vormittags 9x/a Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadt- »ald in den Districten Philosophen- «ald und Neuheege versteigert werden: 4 Eichenstämme mit 3,37 fm, 118 Kiefern- und Fichtenstämme mit 48,20 fm, 14 rm Eichen-Scheitholz, 132 „ Nadel- „ 6 „ Eichen-Knüppelholz, 204 „ Nadel-Knüppelholz, 3 „ Eichen-Stockholz, 52 , Nadel- 580 Wellen Eichen-Reisig, 3810 Wellen Nadel-Reisig. Die Zusammenkunft ist auf der Grünbergerstraße an der 1. Schneise. Gießen, 24. Januar 1898. Großh. Bürgermeisterei Gießen. __________Gnauth._______901 314 fiu Nutzholz im Mnneröder Walde fertig aufgearbeitet, sollen auf dem Gubmiffiouswege vergeben werden, nämlich: Cichen: 12 Stück Werk- und Schnittholz von 38 bis 61 cm Durchmesser — 12,67 fm, 102 Stück Bauholz rc. über 18 cm Durchmesser — 38,49 fm, 115 schwächere (Grubenholz) = 18,82 fm; Fichten: 8 Stück Schnittholz von 34 bis 52 cm Durchmesser — 13,72 fm, 67 Stück Bauholz über 18 cm Durchmesser — 36,13 fm, 120 schwächere Stämme und Stangen = 15,42 fm; Kiefern: 153 Stück Bauholz über 18 cm Durchmesser — 62,45 fm, 263 schwächere (Grubenholz) — 40,47 fm; Lärchen: 4 Stück Schnittholz von 35 bis 38 cm Durchmesser — 6,58 fm, 54 Stück Bauholz über 18 cm Durchmesser — 35,80 fm, 62 schwächere (Grubenholz) — 10,62 fm; Weymnthskieferu: 7 Stück Schnittholz von 34 bis 40 cm Durchmesser = 11,67 fm, 15 Stück Bauholz über 18 cm Durchmesser — 9,80 fm, 8 schwächere — 1,33 fm. Gebote hierauf oder auf einzelne der genannten Sortimente sind, nach letzteren getrennt, schriftlich und ver- schloffen vor dem Submissionstermin an den Unterzeichneten einzureichen, der auch bereit ist, das Holz im Walde vorzuzeigen. Die Eröffnung der Gebote erfolgt in Gegenwart der erschienenen Bieter Samstag, den 5. Februar d. I., Nachmittags 1 Uhr, im „Gasthaus zum Hirsch" in Reiskirchen. Innerhalb acht Tagen nach diesem Termine erhalten die Submittenten Nachricht darüber, ob der Zuschlag ertheilt ist oder nicht. Winnerod, am 22. Januar 1898. 852 Sarnes, Förster. Holzversteigerung im Licher Stadtwald. Donnerstag deu 3. Februar, Vormittags um 10 Uhr beginnend, sollen im Lich?r Stadtwald, Forst- wartei Hinterwald, Distr. Ober- und Unterspeierlingskopf, Eisenkaute und Fichtenkopf versteigert werden: Bau-, Nutz- uud Brennholz. 4 Kiefern-Schnittstämme von 33 bis 42 cm Durchm. mit 5 fm, 4 Buchenstämme von 37—50 cm Durchm. mit 2,30 fm, 50 Fichten Derbstangcnv 10—12cm Durchm. bis 10 m lang, 113 Fichten-Reisstangen, zu Bohnen- ftangen geeignet, 131 rm Buchen-, 7 rm Eichen-, 24 rm Birken-, Nadel- und Weichholz. Scheiter, 47 rm Buchen-, 94 rm Eichen-, 20 rm Birken-, Nadel- und Weichholz- Knüppel, 1630 Stück Buchen-, 4744 Stück Eichen-, 1526 Stück Birken-, Nadel- und Weichholz-Wellen, 47 rm Buchen-, 94 rm Eichen-, 52 rm Birken-, Nadel- und Weichholz- Stöcke. Die Zusammenkunft ist auf der Mittel- uud Schweinstallsheegschneise, ferner: Freitag deu 4. Februar, Vormittags 10 Uhr beginnend, in den Districten Eisenkaute und Mönchköpfe: 189 rm Buchen-, 38,8 rm (Ächen-, 4 rm Kiefern- u. Linden-Scheiter, 58 rm Buchen-, 112 rm Eichen- Knüppel, 6388 Buchen-, Eichen- und Weich- Holz-Wellen, 283 rm Buchen-, Eichen- und Weichholz-Stöcke. Die Zusammenkunft ist auf dem Burkhardsfeldener Weg am Floß. Lich, den 25. Januar 1898. Großh. Bürgermeisterei Lich. 925 Heller. Holz-Versteigerung. Donnerstag deu 3. Februar 1898, vou Borm. 9Vs Uhr an, soll in dem Anneröder Ge- meindewald, in den Abtheilungen 2 Garbenteichertheil und 4 Pfingstweide, nachverzeichnetes Holz versteigert werden: A. Bau- und Werkholz: 44 Eichenstämme von 25 bis 56 cm Durchmesser und 4 bis 12 m Länge — 33,35 fm haltend, 338 Kiefern- und Fichtenstämme von 15 bis 41 cm Durchmesser und 8 bis 21 m Länge — 160,38 fm haltend, 214 Fichtcn-Derbstangen bis 14 m Länge — 17,22 fm haltend, 22 Fichten-Reisstangen — 0,58 fm haltend, B. Brennholz. 11 rm Eichen- u. Nadel-Scheitholz, 42 „ Eichen- u. Nadel-Knüppel- h°lz, 2400 Eichen- und Nadel-Wellen, 66 rm Nadel-Stockholz. Bemerkt wird, daß das Eichenstammholz sich größtentheils zu Schnittholz eignet Die Zusammenkunft ist auf der Pfingstweide bei Werkholz Nr. 104. Annerod, den 27. Januar 1898. Großh. Bürgermeisterei Annerod. Horn. 970 Holzversteigerung. Dienstag deu 1. Februar 1898, Vormittags 9 Uhr anfangend, werden in den Waldungen der Gemeinde Allendorf an der Lumda, District Zimmerplatz, Pestilenzstrauch, Eisenschade und Winnereck, versteigert: 67 Eichenstämme mit 38,81 fm, 5 Buchenstämme „ 5,86 „ 53 Nadelstämme „ 19,05 „ 252 Nadel-Derbstangen mit 19,48 „ 200 Nadel-Reisstangen „ 7,20 „ 165 rm Buchen-Scheitholz, 6 „ Eichen- 26 „ Eichen-Knüppelholz, 46 „ Nadel- 1400 Wellen Eichen-Reisholz, 9550 „ Nadel- „ HO rm Buchen-Stockholz, 29 „ Eichen- Zusammenkunft im District Zimmer- platz. — Bemerkt wird, daß das Holz aus den Districten Pestilenzstrauch, Eisenschade und Winnereck bei der Versteigerung nicht vorgezeigt wird. Dasselbe wird Mittag» beim Feuer versteigert. Allendorf a. d. Lda., 26. Jan. 1898. Gr. Bürgermeisterei Allendorf a. Lda. Rein. 980 Holzversteigerung. Montag den 31. d. Mts. soll im Grüninger und Dorfgillet Markwald folgendes Holz versteigert werden: 15 fm Eichen - Schnittholz bi» zu 86 cm Durchmesser, 14 „ Eichen-Schwellenholz bi» zu 38 cm Durchmesser, 23 „ Eichen-Bauholz bis zu 59 cm Durchmesser, 22 „ Grubenholz, 48 „ Buchenftämme bi» zu 52 cm Durchmesser, 6 „ Kiefern. Schnittholz bi» zu 46 cm Durchmesser, 40 „ Kiefern-Bauholz bis zu 36 cm Durchmesser und bis 14 m Länge, 45 „ Fichten-Bauholz bis zu 35 cm Durchmesser und bi» 18 m Länge, 2 „ Eichen-Derbstangen (Wagner- Holz), 48 „ Fichten-Derbstangen bi» zu 17 m Länge, 40 rm Kiefern-Knüppel, 3 m lange- starke- Pfoftenholz. Bemerkt wird, daß das Eichen- Schnittholz und die Buchmstämm» zuerst zur Versteigerung kommen. Der Anfang ist Morgen» 9 Uhr an der Kreisstraße von Garbenteich nach Dorfgill. Grüningen, den 26. Jan. 1898. Großh. Bürgermeisterei Grüningen. Gilbert. 941 Centrifugen- Süssrahmbutter, bekannt als allerfeinste Qualität, täglich frisch, empfiehlt 973 Hrch. Arnold II,, Marklstraße 28. 8gtaction; K. Scheyd o. — $>ned nnt Vertag her Brüh lachen Universität» -Buch, und Skcindrnckerei (Pietsch & Scheyd») in Gießen.