1S9S Sümstag den 28. Januar Erstes Blatt Nr. 24 Gießener Anzeiger Generat-WlMger Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. Gratisbeilage: Gießener Familienblktter r$ B nneni Lich. vir) 811 Annahme von Anzeigen zn der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Alle Anzcigen-Vermittlungsstellen deS In- und Ausland«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgeg«. Erscheint tägNch mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Maruilienbtätter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchrrtstraße Ar. 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. Zur Lage in Belgien. Die Scenen, welche sich am DienStag in der großen Borhalle des ParlameutSgedäudeS zu Brüssel abspielten, lenken «usere Ausmerk'amkeit von Neuem aus die wirthschaftlichen und politischen Zustände deS kleinen Nachbarstaates. Bekannt« vch war der soctal'stische Abgeordurte Demblon wegen seiner heftigen Angriffe auf die Regierung durch daS Präsidium von der Repräsrutantenkammer ausgeschlossen worden, versuchte aber am DienStag tu dieselbe einzudrtngen und wmde hierbei von einer Anzahl seiner Parteigenossen unterstützt. Die den Eingang zum ParlamentSgebäude bewachende Ab- »Heilung Soldaten verwehrte Demblon den Eintritt, wobei eS bann zu einem regelrechten Handgemenge kam, im Der« laufe dessen beide Theile mit fühlbarer Wuth auf einander loShteben. Nach Wiederherstellung der Ruhe begann in der Kammer eine sehr erregte S tzuug, und eS brachen Tumulte au», die an die Vorgänge in Wien erinnerten und noch lange nachhalten werden. Die wirthschaftlichen und politischen Gegensätze sind in Belgien besonders stark entwickelt. Die großen StrtkeS tu den mächtigen Kohlenrevieren sind ein beredter Beweis, daß Eapital und Arbeitskraft in steter Fehde mit einander liegen. Fast alljährlich spielt sich ein furchtbarer Kampf zwischen beiden Theilrn ad, der da» Land in große Gefahr bringt und nicht ohne Einfluß ist auf die wirthschaftlichen Zustände anderer Saattn. Unendlich viel Notionaleigevthum hat hierbei daS Ländchen schon eingebüßt, und fre Erbitterung zwischen den wirthichaftltch Schwachen und den Starken nimmt einen immer höheren Grad an. Daß unter diesen Umständen die Socialdemokratie viele Anhänger gefunden hat, darf deshalb nicht verwundern, und die letzten Wahlen haben gezeigt, daß man mit ihr rechnen muß und eine wettere Ausdehnung derselben erwarten kann. Die Soctaldemokraten und die Clertcaleu find jetzt al» die beiden Havpiparteteu anzusehrn, während der früher dc-mintrende Liberalismus fast ganz aufgerirbkn worden ist. Bi» jetzt haben die Clericalen noch bei Weitem das Urbergewicht und in Folge dessen einen maßgebenden Einfluß auf die innere Politik des Staates. Ihnen ist e» z. B. zu ver- danken, daß baß Land nun schon seit geraumer Zeit ohne Kctegsminister ist. Der frühere Inhaber dieses Portefeuille» hatte einen weitgehenden Plan zur Reorganisation de» Heere» auSgea-beitet, u. A. die Einführung der persönlichen, allgemeinen Wehrpflicht inS Auge gefaßl und überhaupt versucht, da» belgische Heerwesen auf ein Niveau zu bringen, welches den modernen Ansprüchen entspricht. Für diesen Plan hatte fich der Minister die Zustimmung seiner Collegen gesichert und hoffte nun auf die Unterstützung seitens derselben im Parlament. Aber es kam ganz anders. Die Krmmermehrheit ist allen Reorganisationen auf milititärischrm Gebiete abhold, und da» Mmistrrtum wollte es mit dem Parlament nicht verderben, weßhalb eS den Kriegs Minister dkSavoutrte und diesen zur Demisfion veranlaßte. ®i6 jetzt hat fich unter den obwaltenden Umständen noch kein höherer belgischer Offizier bereit finden lassen, da» KriegSportefeuille zu nehmen. Neuerdings wird gemeldet, daß der Mtntsterrarh beschlossen habe, grundsätzlich die Einführung deS persönlichen Heere»« dienstes zu veranlassen, womit die Ministerkrifi» wohl beendet werden, aber ein Conflict mit der Kammer ent- stehen dürfte. Seit einigen Wochen haben fich die Parteiverhältnisse in Belgien insofern verktnfacht, als die Einigkeit im liberalen Lager wiederhergestellt worden ist, was man bisher für unmöglich gehalten -hatte. Die Bestrebungen zur Wiederver« einigung datiren schon seit dem Jahre 1884, alS die liberale Partei so große Niederlagen erlitt, daß fie ihre bis dahin entscheidende Stellung in Belgien aufgeben mußte. Nach langem Bemüh-.n ist jetzt endlich zwischen den Radicalen und den Liberalen ein Compromlß zu Stande gekommen, au Grund dessen beide Parteien jetzt geeint Vorgehen werden. Vorläufig hat dieser Schritt weniger Werth, er wird erst bedeutungsvoll angesichts der auch in Belgien in diesem Sommer bevorstehenden Parlamentswahlen. Bon noch größerer Wichtigkeit für die Politik de» Lande» wird diese Einigung, wenn eS fich bewahr,,eitrt, daß die Sozialisten mit den Liberalen einen Wahlpakt schließen wollen, um die Clericalen aus dem Sattel zu heben und damit eine ganz neue Mehrheit im belgischen Parlament zu schaffen. Freilich wird dies nicht ohne schwere Kämpfe möglich sein, und an öffentlichen Kund- gedungen auf beiden Seiten wird eS nicht fehlen. Die belgische Regierung wird deshalb gut thun, die sich vorbe« reitenden Ereignisse zu beobachten, damit ihr nicht etwa die Zügel entrissen werden. (xx) 20- itntitinM BMj irr Eben. Bezugspreis vierteljährlich 2 Mart 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Deutsches Reich. Berlin, 27. Januar. Bei der heutigen Feier de» Reichstag» anläßlich drS Geburtstage» des Kaisers brachte Präsident v. Buol den Toast au», hinweisend auf die früheren Anlässe ähnlicher Art, bei denen er die Aufgabe des Kaisers hervorhob, die ihm durch die Verdienste seiner Vorfahren erwüchsen. Hierbei wurde stets die Hoffnung ausgesprochen, daß ihm vergönnt sei, daS Errungene zu erhalten und in friedlicher Thätigkett zu genießen und zu mkhren. Der Präsident gedachte alsdann der Action in Ost« afien, die so friedlich eingeleitet worden sei. Der Reichstag schöpfe daraus die Zuversicht, daß trotz der angesonuenen Rüstungen eS nicht darauf abgesehen sei, von dem einge« schlagenen Wege deS friedlichen Einvernrhm'U» abzugehen. Berlin, 27. Januar. In den ersten Nachmittagestunden war eS in der Straße Unter den Linden, in der Leipziger- unb Friebrich-Strahe etwa? ruhiger geworden. Das Publikum, das bie Vormittags Feier nach Berlin» Feststraße ge lockt harte, hatte fich zurückgezogen, um für bie Jllumi- Nation heute Abenv etwa» auSzuruhrn. Gegen 5 Uhr wurde e» wieder lebendig. Coloffale Trupp» von Menschen bewegten fich den Hauptstraßen zu, die bereits um 7 Uhr in Hellem Ltchterglanze prangten. Eine ganz besondere Anziehungskraft hatte auch diesmal wieder die Illumination de» Welthauses Rudolf Hertzog. Am First deS Mittelbaues ragte ein mächtiger Adler, unter ihm erstrahlten Sceptrr, Schwert und OrdenSkreuz. Die Seitenflügel zeigten ein coloffaleS W mit der Kaiserkrone. 16 Flambeanx ergoffen ihr Licht weit über die Straße. Da» Waarenhau» A. Wertheim erstrahlte im Glanze vieler taufender Glühlampen in wüster Farbe. Vorn Erdboden bis zum Dachfirst hinauf zogen fich die langen Lichter Rethen. Ueberragt wurde der mächtige Bau von einer aus Glühlampen hergestellten Kuppel, die außerdem noch mit Bogenlampen auSgestattet war. Und wie geschmackvoll und farberprächtig hatten wieder die Deutsche Bank, die Dresdner Bank, die Pommersche Hypothrkenbank, da» Raufhau» H. Gerson, die Modewaareugeschafte Cord», Haase, Michel» u. s. w. illuminirt! Die Gebäude der All- gemeinen Berliner ElectrtzttätS Gesellschaft und die Firma Siemen» und HalSke boten in dem Glanze ihrer mit zahl losen bunten Glühlampen anS^esührten Jllum Nation ein märchenhafte» Bild, und ringehüllt in ein Flammenmeer hob sich daS RetchStagsgebäude vom dunklen Hintergründe, dem Thiergarten, ab. Nicht minder prachttg waren die Gebäude Unter den Linden beleuchtet. Vorwiegend bildete da» elektrische Licht die Beleuchtungsart, doch waren„ auch Ga» und Kerzen vielfach verwendet. — In den späteren Abendstunden nahm daS Gedränge auf den Straßen beängstigende Dimensionen an. Das trockene Wetter hatte ein no 1) zahlreicheres Publikum al» sonst veranlaßt, Berlin im Lichtecglanze zu betrachten. Berlin, 27. Januar. Eine Extraausgabe des „Reichs« anzrigerS" bringt einen Königlichen Erlaß Über die zweckmäßige Einrichtung des Schülerruderns in Berlin. Dieser umfaßt folgende GisichtSpunkte: 1« Schüler sind von den Ruderveretnlgungen Erwachsener grundsätzlich fernzuhalten. 2. Die Ruderüdungen der Schüler find durch einen ruder- sportlich vorgebildeten Lehrer und durch einen erfahrenen Arzt zu überwachen. 3. Bei W'.ttrudern ist die Orffentlichkeit auszuschließen- nur die besonders eingeladrnrn Angehörigen und Freunde der betheiligten Anstalten und Schüler können zugelaffen werden. 4. D, Kä« Ä '«-- «... **’SÄS *1 ''««tiy bt, M »>,,, R" ,n tu S«« tai ;t- M u«a. !Ä °rt™ üt*.* ivWj 1 ®Iui W»«, W 11 M»11 w*'" *'! „'S’"**»» 1 anb ^lofiver ist ai8 *? Dld *tr ftraft rettüw. Ätitdm m. W'ftt'itn Zahlbvihg |fr 1 i886, >° lvriche« Iah« 5 ^»usrtne 8ovubofg öltrbliWt m Dtzhtherir ■ N mtttd btt 5 Pli gt'mltn ist unb iUitliillt! btt bühn höttct nattgtianbtn Hst. -ikvzzistn in bin Siäbtta J btn Jahtu» 1892 bis rahm um bat-jkhaiubt 4n8 Mailaob bin anb tc Saaiglio daß üblich! ibn KchmtrnrnclubS,Rari k iarnm, 250 Mtttr ta a. 2D130 Ttzellokhaa taffabi, Utbrigrol Bat i fylbaitit!, btnn bhfa btt März. Die Tearpe- 16, btt Lastttttw-umr tlqü-tbiltti hu tin ” | 3*1 astliitn ^rrisb!:' §elgtnbt6 iu leftn: «'■ 1 . 3«mar 1898. Dlt 6'1 Ftbnrnh bei Mbwd 3i iptniDt Änaibnung W l lfIg i. Pr. trlelitn, 1« J vor Sarzt® in Rio bt 1 MeiKerilh-strs-hnu» M • vtaNl.-°° M">°' low'{ heil naimtn. T)« W' Lanbsmarw, »rlter uw taotrtn ,-Itst»-'^ ' luM ji laalM. 6aM , ... 3tdtttci ow »emr . .-2 «i« ®,it" .5 en ;u in11«"' 8l, •(n Ä * * i»tt »® U btf .T*eT **' ’”2» na '^ntlDon^103 rtW* srAr-M •r i-Ldlud'l trfuju Uokkio'tt y gfcäfcS r--^Ä'dic j* ■3*N theilen der Maulwurfshaufen auf den Wiefen ist für die Wtnter- monate eine durchaus lohnende Arbeit, wenn solche nicht bereits geschehen ist. AK-ehliehe Anzeigen der Stadt Gietzen. Evangelische «ewtinbt. Gottesdienst Sonntag, den BO. Januar (4. Sonntag nach Epiphanias). I» der Stadttlrche. Vormittags 9: Bibel stunde. 1. Cor. 10. Pfarrer Schlosser. Katholische Gemeinde. Samstag den 29. Januar. Nachmittags um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl- Beichte. Sonntag den 30. Januar. 4. Sonntag nach Epiphanie. vormittags von 6Vi Uhr an Gelegenheit zur bl. Beichte: , um 7 Uhr erste hl. Meffe; vor und in derselben Aus» theilung der heil Communion; w um 8 Uhr: zweite heil. Messe; „ um 9Vs Ubr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 51/, Uhr: Christenlehre, darauf Andacht für die Abgestorbenen. Am nächsten Donnerstag wird nach jeder hl. Messe der St- BlastuS-Segen ertheilt. Schistsnachrichten. Der Postdampfer „Friesland" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 25. Januar wohlbehalten in New- Aork angekommen. Neueste Nachrichten. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 28. Januar. Zu dem Famtliendiner, welches gestern Abend im hiefigen königlichen Tchlosse statt« fand, waren etwa 50 Einladungen ergangen. An dem Diner nahmen außer dem Kaiferpaare u. A. Theil: die Kaiserin Friedrich, die Könige von Sachsen und Württemberg, der Großherzog und die Großherzogin von Hessen, der Großherzog von Oldenburg, die Königin von Sachsen, Prin« zesfin Pauline von Württemberg, der Erbgroßherzog und die Erbgrohherzogin oon Baden. Nach der Tafel sand Gala« Vorstellung im Opernhause statt. Berlin, 28. Januar. Der Reichstag feierte den Geburtstag des Kaisers durch ein Diner, bei welchem der Prüfident Herr v. Buol den einzigen Toast ausbrachte. Im Rathhause hatten sich etwa 200 Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung ebenfalls zu einem Festmahl eiugesunden, bei welchem Oberbürgermeister Zelle den Kaisertoast sprach. Außerdem fanden zahlreiche Diners in Hotels, BereinSlocalen u. f. w. aus Anlaß Kaisers Geburtstages statt, welche sümmtlich einen würdigen Verlaus nahmen. In den Hauptstraßen bewegte fich in den späten Abendstunden eine ungeheure Menschenmenge, welche die Illumination der großen Geschäftshäuser, Casöö und anderer Gebäude angelockt hatte. Wien, 28. Januar. Dem gestrigen Mtntsterrath lag das Protocoll vor, welches der SectionSchef Dr. Haertel mit den Mitgliedern des akademischen Senats der Prager deutschen Universität aufgenommeu batte. DaS Protocoll enthält eine eingehende Darstellung sämmtlicher Beschwerden del akademischen Senats und schildert klar die Lage der Prager deutschen Universität. Ein ähnliches Protocoll wurde dem Ministerrath über die Besprechungen HaertelS mit den Vertretern der deutschen Techaischen Hochschule in Prag vor» gelegt. Wien, 28. Januar. Dem Akademikertag in Leitmeritz vom SamStap wird am Sonntag dortselbst ein vom Abgeordneten Fuvke einberufener deutscher VolkStag nach- folgen, dem alle deutsch-böhmischen Abgeordneten beiwohnen werden. Wien, 28. Januar. Die deutsch-nationalen Studenten der hiesigen Universität hielten gestern Abend im Universität!- gebäude, wie angekändigt war, eine zahlreich besuchte Versammlung ab und beschlossen zwei Resolutionen, in welchen die Regierung ausgesordect wird, in Prag daS gesetzwidrige Verbot des Tragen! der statutarisch bewilligten Abzeichen der deutschen Studentenverbindungen sofort und unbedingt aufzuheben und worin die UniverfitätSprofefforen ersucht werden, der Haltung und den Beschlüssen der Prager Professoren zuzustimmen. Wien, 28. Januar. DaS „Neue Wiener Tageblatt" meldet aus Konstantinopel, daß die Türkei im Marinearsenal in Konstantinopel vier neue Panzersch'ffe, zwei Kreuzer und zwei Torpedoboote bauen und vom AuSlande vier Bauten auSsühren läßt. Graz, 28. Januar. Hiesige Blätter melden von einem Zusammenstoß zwischen slawischen Studenten und bosnischen Unteroffizieren einerseits und deutschen Studenten andererseits, welche in einem Nacht-Cafe zusammen geriethen. Die Polizei mußte einschreiteu. Prag, 28. Januar. Zu dem morgen in Leitmeritz stattfindenden Akademikertag haben fich bis jetzt 900 Theil« nehmrr, darunter saft sämmtliche hiesige deutsche UniverfitätS- Prosessoren, angemeldet. Bon allen Hochschulen OestereichS und zahlreichen Universitäten Deutschlands treffen Sympathiekundgebungen für die deutschen Professoren und Studenten ein. Lemberg, 28. Januar. Der sozialistische Reichstag!» Candidat Zelasktevicz wurde in Rudik von Bauern überfallen und so arg mißhandelt, daß er in! Spital gebracht werden mußte. Budapest, 28. Januar. Ministerpräsident Banffy be- giebt sich morgen Abend nach Wien, um die Geschäfte des Ministerium! am königlichen Hoflager zu übernehmen. Banffy wird in Wien Gelegenheit nehmen, mit der österreichischen Regierung die bereit- in Budapest begonnenen Ausgleichs- Verhandlungen fortzusetzen, zu diesem Zweck begiebt fich auch Finaozmintster Luka! Samstag nach Wien. Rom, 28.Januar. Gestern stieß hier 300Meter vom Bahnhofe ein Zug nach Albano infolge falscher Weichen» stellung mit einer Locomotive zusammen. Einundzwanzig Paffagiere wurden zum Theil schwer verwundet. Der Weichensteller wurde verhaftet. Belgrad, 28. Januar. Gestern, am Nationalfeiertage Sara, hat König Milan da! Obercommando über die Armee angetreten, die Vorstellung der Truppen-Commandanten und des Osfizier-Corps entgegengenommen und gleichzeitig das Commandantur-Gebäude in der Festung bezogen. Im Offizier- CorpS herrscht eine gehobene Stimmung. Wie man versichert, wird Milan zunächst die Reorganisation der Armee vornehmen, zahlreiche Versetzungen einführen, sowie einige tüchtige Offiziere, welche in letzter Zeit penfionirt worden find, wieder in Dienst stellen. Pari!, 28. Januar. „Petit Journal" sagt, daß der Untersuchungsausschuß, welcher gegen den Obersten Picquart eingesetzt wurde, nächste Woche zusamwen- tretev soll. Madrid, 28. Januar. In seinem Bericht über den Proceß gegen Wehler schlägt der General-Procurator vor, über Wehler eine Strafe von zwei Monaten Gefängniß zu verhängen. London, 28. Januar. Die Vorschläge der Arbeitgeber im Maschinenbau find mit 125000 Stimmen gegen 14000 acceptirt worden. ------ Schluss der Winter-Saison. ----- Real-Ausverkauf der Winter- und Frühjahr-Stoffe za äusserst reducirten Preisen. Frühjahrs- und Sommerstoffe 6 Meter S om m er-Noa veautti zum Kleid für Mk. 2.40 6 „ Loden w ■ „ „ 3.60 versenden in einzelnen Metern franoo Ins Haas Sämmtliche Neuheiten für die kommende Saison sind bereits eingetroffen. 179 Muster auf Verlangen franco. Modebilder gratis. Versandtbaus: Oettinger & Co.. Frankfurt a. M. Separat-Abtheilung für Herrenstoffe: Stoff zum ganzen Anzug für Mk. 3.75, Cheviot zum ganzen Anzug Mk. 5.85. Die Marke „Elephanten Kaffee" ist ächter, gebrannter Bohnen-Saifee in Packete« ä % V< und i/8 Kilo orrpackt, welche mit Schutzmarke „Elephant" versehen find. 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Februar 1898, Vormittags 11 Uhr, an die Betriebsinspection 1 Gießen post- und bestellgeldfrei einzu- send-n. 994 Auschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, den 23. Januar 1898. Großh. Hess. Betriebsinspcetton 1. Verdingung bet Erweiterung von 4 Bahnwärter Wohnhäusern und der Erbauung von 4 Stallgebäuden bei Bahnwärterwobnhäufern auf der Strecke Gießen-Lauterbach. Verding- ungS-Unterlagen find im Geschäftszimmer bei- unterzeichneten Betriebß-Jnspection! einzuiehen, auch können biefelben von bo t gegen post- unb bestellgelbfreie Einsendung von 2 Mk. bezogen werben. Angebote sinb postfrei mit entsprechen ber Aufschrift bis zum 14 Februar 1898, Vormittags 11 Uhr, hierher einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. 892 Gießen, ben 23. Januar 1898. Großh. Betriebs Jnspection I. Am SamSlag den 29. d« SRti., Vormittag- 9 Uhr, kommen im Bahnhof Gießen ca. 1600 abgängige Bahn- schwellen zur Vetfteigerung. Anfang bei der Rüssing'schen Wirtbschaft. Gießen, 27. Januar 1898. 991 Großh Betriebsinspection 1. Versteigerungen Holzversteigerung. Donnerstag den 3. Februar l. I., Vormittags 9 Uhr, werden * in den Waldungen der G meinde Allendorf a. d. Lumda, Districten I Kinnwald und Langebruch, versteigert: 60 Eicken-Stämme mit 31,75 fm, 1 Buchen- „ „ 1,09 „ 28 Nadel- „ „ 14,00 „ 25 „ Derbstangen 2,20 „ 124 rm Buchen^ Scheitholz, 26 „ Eichen- 5 „ Nadel- „ 2 „ Buchen-Knüppel, 39 „ Eichen- „ 31 Nadel- „ 150 Wellen Buchen-Reisholz, 1000 „ Eichen- „ 950 „ Radel- 33 rm Buchen-Stockholz, 21 „ Eichen- „ Zusammenkunft an der Heerstraße. Allendorf a. Lda., 26. Januar 1898. Gr. Bürgermeisterei Allendorf a. Lda. __Rein._________979 Holzversteigerung. Mittwoch den 2. Februar d. I., von Morgens 9 Uhr ab, sollen in dem Hachborner Jnteressentenwald, Schläge Kinzbach und Hegewald, 1. ca. 97 Stück Eichen-Bau- und Werkholz-Abschnitte, von 4—15m Länge und 25—85 cm Durchm., 2. 121 Stück Tannen-Bauholz-Ab- schnitte von 6 — 1 l m Länge unb 14—34 cm Durchm. an Ort und Stelle verkauft werden. Zusammenkunft am Weg von Hachborn nach Wolfshausen. Hachborn, den 26. Januar 1898. Der Waldvorstand: Preist. 977 (6iii|iffhliui0fn _______1 _• 1__________:_____' '< '■ Maskenanzüge einfache bis zu den elegantesten, sowie Dominos zu verleihen. 408 Brarrdgaffe 6, 1 Tr. Mdt. Miachthgüs. Freibank. 865 Heute und morgen: Ochsensieisck nicht ladenrein, per Pfd. 54 Pfg. Neue Kerliurr RollmSpse mit Gurkeneinlage friscv eingetroffen, per Stück 3MT 5 Pfg. TKfi® H r c h. Arnold II., Marktstraße 28. 1972 Feinste Bismarckhäringe, marinirte Häringe, Rollmöpse, russische Sardinen frisch eingetroffen bei 997 _________L. Kalkhoff. Wichtig für Haussrannr! Die unter ber Marke Meschanten-Kaffee' H. Disqa6 & Co., Mannheim, bekannten unb beliebten gebrannten Oualitäts'Kaffee per Pfunb Westindisch Mischung ä W. 1.60, Weaado „ „ , 1.70, 1.80. empfiehlt 693 (garantirt rein und leicht löslich) per Pfd. 1,50, 1,80, 2,40, 2,80 Mk. // // Fr. Leo Nachfl, C. Herber, Seltersweg 71. Friedberger Geld-Lotterie ä 2 Mk. 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Eintrittskarten zum Concert für Nichtmitglieder zu Mk. 2 50 (Sperrsitz Mk. 3-50) sind in der Musikalienhandlung von Ernst Challler (Kudoipis Nachf.), für Studirende auch bei Herrn Hausverwalter Stork zu Preise zu haben. Zur Hauptprobe nur im Vorverkauf Mk. 1.—, bcbfi*err karten 50 Pfg., Texte 20 Pfg., Musikführer 20 Pfg. Hauptprobe: Dienstag den I. Februar, Vormittags IO1/, Uhr, in Stein» Saalbau. Akademischer Concert-Ilerein Marburg Montag den 31. Januar 1898, Abend» 7‘/8 Uhr, im Museumssaale: Drittes Concert. Lieder-Abend des Herrn Kehricbt-imer mit Deckel — gesetzlich geschützt - von hiesigem Stadtbauamt als sehr zweckmäßig anerkannt. Im Alleinverkauf zu haben bei Georg Slppel, kowmgch 13. Holzverfteisterungen in Gräflicher Oberförsterei Laubach: 1 Otdiafl de« 4. ktzebruar d. X. im JlSdorser Wal de (2 von Bahnstation Mücke): Siche»starnrnbolz: 88 St. c.m n«ni = 81,22 cbm; 240 St o. 15—29 cm Dchm =91-78 cbm, Eicheustauge« r 370 St o. 8—14 cm Dchm — 16,15 cbm; ferner (theilwetse vorae-eigt) ca. 70 rrn Eichen rc. Scheiter und Prü-kl, 40 rrn Stöcke, 220 rrn. Reiser. ZU' sammenkunst im JlSdorser Walde auf der Klein-Eichen-JlSdvrfer^eWraße, woselbst um 9* , Uhr Vormittags mit Versteigerung der Eichenstangen oe- 2 . MontagEde« T^ebtuat d. 3., nach Zusammenkunft um »7, ^vormittags beim Altenhainer Teiche, 1) im Nassewald: 250 Brchen- Schei'er, 46 rm Prügel, 50 rm Stöcke, 215 rm Reiser, 24 d«»evsH«itb tzolzstämme von 35—49 cm Dchm. — 20,12 cbm; 2) im ÄuÖ (theilwetse oorgezeigt) 270 rm Luchen-Stammprügel, 52 rm Eschen^Prügel (1,5 m lang), 12 rm Kirschbaum- rc. Prügel, 60 rrn Buchen Reim 36 «schenstämme v. 15—36 cm Dchm — 8,22 cbm, 8 Ahorn o. 17 4» Dchm. 1,70 cbm; 3) auS MuShau: tzschenvammdolzr 40 St- von 80-59 em Dchm = 26,74 cbm, 21 St. v- 22-29 cm JJm- = 7,24 cbm, 2 Ahornstämme — 1,22 cbm; 100 rm Eschen rc Scheiter und Prügel, 14 rm Stöcke; 4) aus Schornberg: 53 rm FMn Nutzprügel (3 m lang, Latten), 28 rm Zopfreiser (Schichten; 6) vom L) bernseener Hofteibe. 18 »fdie« von 29-^4 orn Durchm = 6.11 cbm; 23 rm Eschen-Prügel, 6) ^s PeterSwald: 24 Buchen-G»«ittholrstSmme o. = 19,26 cbm, 1 Aborn — 0,65 cbm; 30 rm Fichten-Stammreiser (Bodnen, fiangen), 30 rm Buchen-Scheiter 2 Kl, 5i rm S'öcke, 76 Retserprügel, 7) auS Kendelrain: 6 Ahorn vonl 29-47 cm Dchm. — 3,15 cbm, 8) au Ho Hera in: 2 Eschen von 28 und 32 cm Dchm^. 11 und 13 m lang ,9) au« Dickebusch: 50 rm Buchen-Scheiter 2. Kl, 130 rm Stöcke, 15 rm Reis.r prügel; 10) auS genannten Distrikten: Kohlreiser abthetlungsweise. SSmmtlicheS Stammholz unter Nr. 2, sowie auch das unter Nr- 2 3 9 aufgesührte übrige Hol; kommt erst Mittags von 1 Uhr an beim Feuer im Kub- ftrauck zum Ausgebot. Nähere Auskunft vor dem Termine "theilt Forstwart Schreiner Alte, Hain- Wer noch am DerfieigerungStage (7 Febr Buchen- u- Eschen-Stammko'z einzuftben wünscht wtid .flebtten, längstens M« 10 Ubr ®or mittags in der Forstwartwohnung zu Altenharn sich emzufinoen, Woselbst bis zu genannten Stunde ein Führer zum Vorzeigen des Holzes zur Verfügung stehen Katb. Gesellen-Verein- Eingetret.ner Hinderniffe w^gen findet die «bendunterhalt««« nicht am 30. Januar, sondern So»«tag den 6 Ärbraae ftatL Sonntag, den 30. Jannar, Abends 8 Uhr in Steins Garten: Kaiser-Feier aus Frankfurt a. M. Programm; 1) Franz Schubert, 5 Lieder aus der ,Winterreise“ : Dor Lmdea- baum - Die Krähe — Letzte Hoffnung — Der Wegweiser FrdJ^ng®tr“d * - 2. Robert Schumann, 5 Lieder aus der „üichterhebe . Im schönen Monat Mai - Aus meinen Thränen spriessen - Die Rose die L 1 Wenn ich in Deine Augen seh’ — Ich grolle nicht.. — 3. Carl Löwe, Tom der Reimer. Ballade. - 4. Vier Volkslieder mit Klavierbegleitung voe Johannes Brahms: Erlaube mir, feins Mädchen — Die bonne nicht mehr - Schwesterlein - Mein Mädel hat ein’n Roseninund. - 6. JohUMeil Brahms, Vier ernste Gesänge: Denn es gehet dem Menschen Ich wandte mich und sähe - 0 Tod, wie bitter bist du - Wenn-ich mit Menschenzunge* Eintrittspreise: Numerirte Karten ä 3 Mk., nichtnumerirte ä 2 Mk., sind in der N. G. Elwerfsehen Universitäts-Buchhandlung und Abends an der Kam zu haben. ■■ ■ - ■ Hyp.A.BLm,k.b.l90b 10^0 untb'19Gj 102 60 3Vi PomrmHyv A.M urck.b.1906 WO® Frks.Ldw.Ered^Bk.unLd. 1900 0.0.® ----7 Samstag den 29. Januar 1898 | T)/ Abends 8 Uhr: 981 i 2a Maskenfest !__in Stein» Garten. Qr, T. 989 Montag de« 81. Ia««ar, Abends u erfahren Jechtverband chießen Lahr Tonntttg den 30. Januar er., Abends 8 Uhr, im Gießener Feflsaal (Taft Itib): Großer Maskenball zum Besten armer Waisen. GintrittSprei» r Im Vorverkauf: Herrenkarten 1 TO«. 80 Pfg. An der Abendkaffe: Herr en karten LtO Ät., Damenkarten 50 Pfs* Im Vorverkauf sind 5er?cnf[rt,cn 8« bab'en tn ben ®ef4aftcn Gerhardt, Lindenplatz; Weiler, Marktplatz; Stier, Schulstraße, Wirstß, Selt^rsweg und Buch acker, Neuen Bäue. - Damenkarten im Geschäfte der Herre, Tetpel, Marktplatz, und Haas, Seltersweg. Vorstand. 821 ___- Dominos zu verleiben und fertigt an A. Kretzschmar, Marktplatz 22. Flotter Schnurrbart! Franz.Haar-u.Bart- Ellxir, toneUfteS «31tUeI z.Erlang.rin stark-Haar« w u. Bartwuchs. — Der- -a htnderg- v. Haarausfall- Dies. tausnds. bero„ ist all. Pomaden, Zinct. u. Bals, entschied, oorzuziehen. Erfolg QuanttTtl ä Dose M-1,- u. 2,— nebst Tebraucha. u. ®a» :/r rantiefch- Bers.dtScr. p» Jladin. ob. Eins. o. Petra«.<0. l^rlefnt. all^stnder» Allein echt zu beziehen durch Parfiimcriefabr. F. W. A. EöydF» Hamburg- Ei Ibeck. 31/. Frmckftr. Hyp. Bk. mck. b. 1906 100.60 Hamkrgr.Hyp.Bi mck.b. l90S 3«/9 Flkf. Hyp. Cred. V. unk. b. 1906 99.8"- 3Vi Preuß. Hyp. A. m'k. b. u V^tQ i"-* 1 -tnr.- «fanfn Ql/_ Ann 1 W mtr.D. IMUti 31/1 DmtschkGrdsch.B. »uck.b. 1906 10C.00 4 Oesterr. Strattb^n v 1886 93 0( 4 R«t«b- Dbt Ztal. startsgar. Eiserrv. 68 50 4 Bnderur DbL Emen Lehrling, - welcher Lust, die Bäckerei zu erlernen, sucht A. Lein, Wallthorstr. 19^ 686] Tüchttge Waschfrau gesucht. __________________LSberstratze 24. ««f i. Aedrnar können noch mehrere Mädchen gute Stellen erhalten bei hohem L"hn. 987 Ara« Setzvicke, Bahnhoistr 43. 815\ Gegen guten Lohn wird für so fort ein anständiges Mädchen für Küche und HauSarb it gesucht- Zu erftagen tn ver Expedition d. Bl-