Nr 304 Zweites Blatt Mittwoch den 28. December HS.jS NMftat u«n4 Wt< lulreiet kl »w •erkm frm lajngtr iHirtli» »ittmil bdfdtft Gießener Anzeiger VnM»r<* 9 «6 wir uni bei Besprechung del amtl'chen Wiener (Som- Zuunlqnes kurz sossen können. Mit Genvghuung ist zunächst ttul der Veröffentlichung zu ersehen, weichen großen Werth «3a an der Donau aus ein gutes E noernehmen mit Deutschland leg». Nicht allein w rd der Auffassung entgegengetreten, all hade ®raf Thun im östeire'ch'schen ReichSrathe gegen- über Deutschland eine drohende Sprache gesührt, man geht an amtl'cher Wiener Stelle noch weiter und leugnet entschieden, daß Gras Thun nach seiner Gesinnung sich al» ein Politiker darstrlle, welcher drm verhältnih zum deutichen Äd he nicht mit der ersorderltcheu «ufrichigkelt und Wärme anhänge. Diese letztere B haup'ung ist eigentl ch von keiner Seite ansgestellt worden. Dag Graf Thnn den Deutschen nicht freundlich gesinnt »st, hat man au» seinem Verhalten in der innervsterretchtichen Politik geschloffen, da er die vom Grafen Badens etnoeschlagene Bahn ruhig w,itec wandelt nnb den slov'schen Eu flaffeu eben so »»bänglich ist, wie seine Vorgänger. Ader irgend welche Wirkung auf die internationale» Beziehungen zwischen De tschland und Oesterreich hat man dem Grafen T ui kaum zugeschrieben, da dem Aa'serstiate an der Do^au an einem Fortbestehen del guten Verhältnisse« selbst zu viel gelegen sein muß und da überdies brr österreichische Ministerpräsident nur wenig Enflaß aas be» Gang der auswärtigen Angelegenheiten auSÜbr» Lun. Ueberdie» spielt U garn in der benachbarten Doppel- Monarchie eine zu große Rolle, al» daß man etwa in Wen einseitig die Beziehungen zu Deutschland lockern könnte. Und selbst wenn man in Wien an der Z orckmaß'gkett inniger Verbindung mit Deutschland zweifeln würde, in Budapest ist «an sest davon überzeug», daß das Heil Oesterreich Ungarn» im treuen Festhalten an den BünbnißvertrLgen, im nnge- schwächten Fortbestände bt» Dreibünde» liegt. In dem Kommunique liegt übrigen» ein vollständiger Rückzug de» Grasen Thun und der von ihm beliebten Politik. Und wenn noch so oft betont wird, daß nur mißverständliche Suffaffang in den Worten de» Grafen einen Anlaß zur Trübung der deutsch österreichischen Beziehungen staden konnte, wir lesen darin doch noch mehr, was etwa in die Worte gekleidet werden könnte: ,8« soll nicht wieder geschehen". Unter allen Umständen aber ist es mit großer Freude zn begrüßen, daß der politische Himmel zwischen Berlin »nd Wen wieder klar ist, daß die Wolken verscheucht find und daß wieder onget'üdte, aufrichtige Freundschaft besteht -wischen den beiden Reichen, die e» fich zur vornehmsten Aufgabe gemacht haben, der Welt den Frieden zu erhalten, (xx) Deutsches Keich. Berlin. 24. December. Die Eröffnung de» preußische» Landtag» am 16. Januar wird ficherein Vernehmen nach 11 Uhr vormittag» »m Weißen Saale de» königlichen Schlöffe» stattfinden. Der Eröffnunglfeter werden tu üblicher Weise Gotte»dienste in der Schloßkapelle und Hedwigsk rche vorangehen. Der Kaiser wird den Etöffnung»act selbst vollziehen. Berlin. 24. December. Finanzminister Miquel wird im Abgeordnelenhause in einer größeren Etatrede die Ausweisungen aus Nordschleswtg vertreten. Berlin. 24. December. Criminal-Commiffar Tausch, welcher von dem Dtrciplinar-Richter in erster Instanz zur Strafversetzung verurtheüt worden ist, wurde durch den Spruch des Staats Ministeriums dem „Local-Anzeigei* zufolge, mit “/utel der ihm zustehenden Pension in den Ruhestand versetzt. Berlin. 24. December. Die „Vossische Zeitung" meldet aus Wien: Baron Banffy erklärte nach der gestrigen Audienz beim Äatfer, daß die Lage in Ungarn keine Aenderung aufweisen werde. Ter Monarch halte an der Ansicht fest, daß Banffy, gestützt auf das Vertrauen der überwiegenden Mehrheit des Parlaments, auf seinem Posten ausharren solle, zumal keine Bürgschaft dafür vorliegt, daß die Fortführung der Obstruction nach kurzer Uebergangszeit nicht wieder au», brechen würde. Abends kehrte Banffy nach Budapest zniück. Berlin, 26. December. Die »W euer ttllgtm. Z g." bezeichnet bte Blättk'Meldungen von angeblichen Sprachen Verordnungen ti» Justizminister» für die schlesische» Gerichte al» unrichtig. Es handle sich vielmehr um die Entscheidung de» Justizminister» tu einem corctte de» Jahre» 1899 ab 11 Millionen Rudel zur Erhöhung der Gehälter oller in Front stehenden Oifiziere zu verwende». 6 pL'. dieser Summe dienen zur Erhöhung der Gehäleer vo« Regiwiatlcowmandenr abwärts, so daß dal niedrigste G halt für die S-coi-blt utenanst 660 Rub l beträgt Die Erhöhung der Gehälter der nicht in Front stehende» Offiziere ist für da» Jahr 1900 in Aussicht genommen. — Aus dem Etat der Retchs-Etsenbahne». Der Erat der R^ichs-Et-enbahaen weist in diesem Jahre folgende Personal Vermehrungen auf: 2 Mitglieder der Ge- neral-Direction, 1 Vorstand, 4 technische, 20 nichttechoische Eisenbahn Sekretäre, 3 S'aiton» Vorsteher 2. K affe, 6 Sta- t onskaffrn Rendanten und Güter E-pedtevten 2 Klaff , 7 Werkmeister, 4 Z ichner 1. Klaffe, 7 Kanzlisten 1. Klaffe gegen Wegfall von 7 KaNtlistenstellen, 29 Bureau-Asfistemen, 81 Station» Verwalter und Stailonsa fistenten, 1 Telegraphen- Lontrvlleur, 60 Zugführer, 20 Lademeister, 83 Rangiermeister, 15 Werksüh'er, 1 Fahrkartendrucker, 1 Magazin- Aufseher, 40 Haltestellen Aufseher und Weichensteller 1. klaffe, 2 Bureau- uad Havpikaffendtener, 150 Schaffner, Bremser und Wagenwärter, 100 Weichensteller 2 Klaffe, 16 Bahnwärter. Die Gehalt» Erhv-ungen, die der Etat der Retch»- E senbahnen enthält, find folgens: 1. Lokomotivführer: 1500—2500 Mk. und 240 Mk. Zuschuß in Abstufungen vo» ^«rrilleton. Briefe aus der Htesideuz. v. (Originolberichi für den .Gießener Anzeiger".) (Nachdruck verboten.) Darmstadter Sompootsten. — Der Richard-Wagner-Zwelgveretn. Die Weihnachllpnppe de« Pttvzeßche». vom Kirchenmufikdtrector Arnold Mendel»soh» gelangte im zweiten Soncert des Musikverein», unter de» Eomponisten eigener Leitung, eine Hymne für zwei Solostimmen, Chor und Orchester zur ersten Aufführung. Da» Chorwerk, welche» fich auf der »lopstock'fchen Ode »Die Frühling»feter" erhebt, ist bi» setzt noch nicht im Dri.ck erschienen. Bon ihrer poetischen Grundlage macht die Mufik den weihevollsten und glücktchsten Gebrauch, indem fie die in der Ode aufgithürmten «ogenberge ekstatischer Gefühle in Einzelne Ströme und Bäche sondert, solche weise an Chor- nnb Einzelstimmen vertheilenb. So ist der Anfang, gleichsam al» die Betrachtung einer Einzelpersönlichkeit, dem Tenor auf die L pven gelegt. Die Stelle: »Nur um den Tropfen am (ftmer, um die Erde nur w.ll ich schweben . . athmet inbrünstige Andacht. Hierauf setzen, wie um den anbetenden Staabgeborenen freudige Glauben»gewißheit zu leihen, die Ch orsttmmeu forte ein: »Der Tropfen am Etwer ravn au» der Hand be» Allmächtigen auch " Bei den Worten: »Die Ströme be» Licht» rauschten nnb Siebengestirne wurden werden alle polyphonen Ktäste entfeflelt. Da» Nahen be» Donner», die Ankunft JehovahS im zuckenden Schein der Bl'tze erhält im Orchester ein sehr ausdrucksvolle» Leben. Die Strophe 6: »Ader du Frühlingswürmchen, da» grünlich- golden neben mir sptelt . . ist stnnigerweife de« Sopra» übergebe» worden. Die Einzelstimmen stellten Frl. v. Trützschier (Berlin), eine Schülerin der Frau Amalie Joachim, und Herr Hof- oprrnsänger vafferman» von hier. . Obgleich die Mendelssohn',che »Frühlingsfeier »wische» Beethoven» »Meeresstille" nnb seiner Neunte» einen nicht leichten Staub hatte, sprach fie ob ihrer plastische» Klarheit und der in ihr zu Tage tretenden sicheren Be- herrschung der mufikaltschen Äulbrudtnmtd, die Hörer ungemein an. Gleichzeitig kommt aus Köln die Nachricht, daß von Mendelssohns Oper »Der Bärenhäuter", von welcher wir schon im Frühjahr in einem Cocerrt des Richard- Wagner-Vereins Bruchstücke hörten, bte Jnstrumeutalvorspiele zum 2 und 8. Act im Gürzenich Coneert gespielt »nd sympathische Aufnahme gefunden hätten. Da» erinnert uns daran, daß hier in Darmstadt noch eine Reihe Compontsten leben, die fich um das Tonleben verdient gemacht haben und vorausfichtlich ihren Namen In weitere Kreise tragen dürfte». Das Ist vor Allem der Hof- capellmtister Willem de Haan, der Autor zweier Oper» »nb ansprechender Jnstrumentalstücke und Lieder- ferner Richard Sen ff, der Letter des »Mozart-Vereius", gleichfalls L'edercomponist und Berfaffer des Chorwerks »Gesang der Geister auf den W^fferu", Wenzel Petr, der Som- pomst des für die E Sffuung des N ubaues der Victoria- schule gedichteten Festspiel» und eines Operueinacters »Die hohe Schule", Ernst Otto Nodnagel, gegenwärtig In Berlin lebend, bekannt durch seine Symbolte »Das tcpfere Schneiderletn", Karl Hallwach», derzett Eopllmetster in Wiesbaden, der fich durch bte Vertonung Conrab Ferdlnanb Meherischer Lyrik recht verheißungsvoll In bte musikalische Welt eingeführr hat, Carl Fllnsch, Urheber ansprechender valletmufiken (»Ein Süostlerabenteuer), »nd endlich noch zwei Orchestermitglleder, bte Herren Oelsner und L. Zimmer- wann, von welchen ersterer am Hoftheater schon zwei Opern kleineren Umfang» zur Aufführung gebracht, während fich letzterer kürzlich an einem der Abende de» Wagner-Verein» als feiner und gediegener Compouist für «ammermuflk ver- nehmen ließ. Der Richard Wagner Zwetg-Veret» hat es in den Jahren seine» Best her» nicht nur zu einer ansehnlichen Zahl Mitglieder gebracht, was immer schon ein äußerer Erfolg wäre, sondern fich z» einem bedeutsamen Factor 'm mufikaltschen, geistigen Leben der Refidenz entwickelt Der Lesezirkel nmfaßt eine Wenge vornehmer Zeitschriste», w'e: »Bayreuther B ätter", »Musikalisches Wochenblatt", »Allgem-inr Mufik Z'ituag", »Die redenden Künste", »Berliner Slc'ale", »Kunstwart", »Bühne und Welt", »Le monde artiste", «Detwche Bühnen - Genvffenschafe", »Der Thü'wer", »Da» litterarisch- Echo" rc. rc. Die Aufstellung bei Programms bedingt vielfach bte Heranziehung auswärtiger Kräste. von berühmten Solisten hö ten wir tn bem Abschnitt von Oktober—December Aloy» Burgstaller und Dr. Ludwig Iß All n et. L tzterer hatte auf sein 26 Nummern zählendes P-ogramm Lieber von Schubert, Hnolb M-ndelslohu und Jod Bradws gesetzt. Zwei Mendelssohn Cowpofitionen wurden da capo begehrt. Der gefüllte Saal beim Wülluer Coneert oeaiete kaum auf die Nähe de» Festes, bet dem Jeder »alle Hände voll zu thnn" hat. Aber Weihnachten machte fich selbstverständlich fühlbar. Da» k ark, h-lle Frostwetter, das fich noch zu gut erlebt eingestellt, kam Käufern nnb Verkäufern gleicherweise zu Gute, nnb ließ da» Bild de» weihnacht»markte» doppelt freundlich erscheinen. Man konnte letzthin sehr viel das kleine Prinzeßche» ausfahien sehe», das nun so alt geworden «st, um etwa» von der Bed-ntung des schönsten Feste» zu verstehen, und da» auch bereit» in» Theater zu dem WeihnachiSstück mitgenommen wurde. Prtnzeßchens Weihnachtspuppe ist diesmal ein PrachtfiÜck eigener Bit: eine tu oberhessische Tracht gekleidete stattliche Gliederpuppe, und etwa nicht aus einer Fabrik ober einem sogenannten Pupprnatelier hervorgegangen, sondern echte Handarbeit. Hier tn Darmstadt lebt bei einer ä tere» Dame ein Dteustwä chen ans Oderh'ffen, da» im Puppen- ankleiden eine außerordentliche Geschicklichkeit entwickelt, nnb im Laufe be» Jahres ungefähr zwei Dotzend Puppen im Stil Ihrer länblichrn He math und mit sorgfältiger Berück- fichttgnng jeder Swzelhett angeputzt hat. Als da» große Fa x' che SpielwaarengeschSft von dieser Kunstfertigkeit zu- fällig Kenvtniß erh'elt, gab e» de» Mädchen ein ixtra schöne» Puppengestell tn Arbeit — und daran» wurde die Weih- nachtspuppe für» Prinzeßchen. -seh. 7 Millionen Patronen bestellt. dr» ordentlich erleichtert. • Pari«, 26. December. französischer Zeitungen, daß die französische Armee und Marine sich an der Weltausstellung 1900 nicht betheiligen würden, ist unrichtig und entspricht offenbar der Anordnung, daß das gegenwärtige Waffenmaterial aus naheliegenden Gründen nicht zur Ausstellung kommen soll. Dagegen hat der Kriegsminister erst vor Kurzem einen Erlaß veröffentlicht, welcher genau festsetzt, welche Gegenstände zur Ausstellung zu bringen sind. • Za der schon oft empfohlenen Borficht beim Geblauch de» Telephon» mahnt wieder einmal ein vor kurzer Zelt vorgekommener Fall von Erkrankung. Für den Gebrauch zu Privatzwecken find bei den Telephonen vielfach die sog. Umschalter angebracht, die den Strom nach einem entfernter gelegenen Läuteapparat leiten. Einen solchen Umschalter benutzte ein Dienstmädchen, al» eS plötzlich einen heftigen elektrischen Schlag erhielt und bewußtlos uiedersank. Der Apparat besah nur einen kleinen isoltrenden Handgriff, wie da« ja vielfach vorkommt, und diesen Handgriff erfaßte da« Mädchen mit der noch vom Scheuern feuchten Hand, während beim Abklti'ge u ein Strom durch den Apparat ging. Infolge der Feuchtigkeit der Hand wurde der elektrische Strom durch deu Körper des Mädchens geleitet, oud traten in diesem Falle recht bedeukl-che Folgen ein. Das Dienstmädchen erlitt r.ue halbseitige Lähmung, die im verlaufe von vier Wochen noch nicht gehoben werden konnte. Der rechte Arm und das rechte Bein konnten abwechselnd nicht bewegt werden, und das Hören, Sehen, Rlechen und Schmrckev mit den rechten Hälften der entsprechenden Sinnesorgane war sehr beeinträchtigt, ja auch die Hautewpfiadttchkeit war auf der rechten Seite für alle E »drücke, außer für die Wärme, so gut wie aufgehoben. ES ist also wiederholt davor zu warnen, Umschalter mit feuchten Häaden zu berühren, uud namentlich Kinder, Dienstboten und Andere mit der Technik de» Telr- phous weniger Erfahrene sollen hierauf aufmerksam gkwicht werden. • Zum Empfang der Damen de» diplomatischen Corps bei der Kaiserin.Wittwe in Peking bemerkte ein Kenner Chinas, Robert K. Douglas: „Es hieß, daß die Kaiferin-Witlwe, als der Thse angeboten wurde, mit jeder Gemahlin eines Gesandten aus derselben Taffe trank." Leuten, welche die chinesischen Sitten kennen, erscheint dies seltsam. Es verstößt gänzlich gegen sie und es hält schwer, anzunehmen, daß die Kaiserin, welche so streng auf das Ceremoniell sieht, von den genau festgesetzten Regeln abgewichen sein sollte. Warum that sie das? Offenbar, um ihre Gäste davon zu überzeugen, daß kein fremder Stoff in ihren Taffen war. In China benutzt man Theetaffen häufig zu demselben Zweck wie in West-Asien Kaffeetaffen. In chinestschrn Romanen und Schauspielen wird diese Art, seiner Feinde ledig zu werden, häufig erwähnt. Es wäre deshalb natürlich, daß die Kaiserin besonders nach den in letzter Zeit in Peking umlaufenden Gerüchten ihre Gäste beruhigen wollte, Loudon, 24. December. „ . . Konstantinopel, Großfürst Nikolaus sei sehr Rom, 24. December. Die gesamwte.Presse zeigt fich | über den mit großer Stimmenmehrheit von der frauzöfischeu i Kammer angenommenen franco italienischen Handelsvertrag befriedigt uud hofft, daß da» neue Jahr eine neue Aera in der Wirthschaftspolittk Italien« bilde. Rom, 24. December. Der Papst nahm gestern die Glückwünsche der Lardiuäle zum neuen Jahre entgegen. Eardiual Parrochi überreichte dem Papst eine Adresse. Der Papst sprach u. A. auch von der AntiauarchistewLousereuz nnb betonte dabei, daß alle Austrengungen der Regierungen vergeben» wären, so lauge nicht die Rechte der Kirche und de» Papstthums respeetirt würden. Zagleich erwähnte er die Ehikaurn der iraltenischeu Regierung gegenüber dem Sleru», welcher dem Papstthum strr» treu bleiben werde. Der Papst iah gut au» und hielt die Ansprache persönlich, während er fie früher durch einen Prälaten verlesen ließ. Rom, 24. December. König Humbert hat in eine» Audienz erklärt, er fei Über den Abschluß de» franco- italienischen Handelsverträge» äußerst befriedigt. Pari», 24. December. Madame Dreyfu» hat gestern an ihren Gemahl ein längere» Telegramm abgesandt, in welchem fie ihm über deu gegenwärtigen Stand der Dinge ausführliche Mitrheilungen macht. Pari», 24. December. Der „Gaulois" versichert, daß die Vorladung Reinach» in Sachen de» Prozeffr» der M-rdame Henry gegen Remach heure erfolgen wird. Pari», 24. Decemder. Die Subseription»liste der r8tbxe Parole" für Madame Henry ergibt circa 110,000 Fr. Pari», 24. Decemder. Der frühere Minister Poincarö demeutirt die Meldung des .StSele", wonach General Mercier eingestanden habe, ohne Wissen der Berthridiguug im Prozeß von 1894 dem Miuisterrath zwei geheime Schriftücke über die Schuld Dreyfu»' zugestellt zu haben. Pari», 26. December. liebet da» geheime Dossier bringt der Pariser ,Limes".Lorrefpoudrvt einige Mitthei- je 200 ML. Al»^Sufrückuug»frist in 15 statt 18 Jahren. I 2. Zugführer und Oberpackmeister: 1500—2100 Mk. uud I Zuschuß von 240 Mk. in Stufen von 100 Mark. Bisher I 1400 bis 1800 Mk. und 240 Mk. Zischuß in 15 Jahren. I 3. R^ngik' uud Wagenmeister: 1320—1920 Mk., 120 Mk. I Zuschuß in Stufen von 100 Mk. Bisher 1320-1720 Mk. in 15 Jahren. 4, Lademeister küuf-ig so w'e Nr. 3. Bis- I herige AufrückuugSfrtst 21 Jahre. 5. Werkführer: 1320 bis I 1920 Mk. in Stufen von 150 Mk. Bisher wie Rangir- I nnb Wagenmeister. 6. Packmeister: 1320—1720 Mk. und I 240 Mk. Zuschuß in Stufen von 80 Mk. Bisher 1220 bi» I 1620 Mk. 7. Holtestellen-Aufseher und Weichensteller 1. I Klaffe 1320—1720 Mk. und 120 Mk. Zuschuß. Bi»her I 1120—1720 Mk. 8. Maschinenwärter künftig tote 9b- 7. I Btsaer 1120—1620 Mk. 9. Weichensteller 2. Klaffe: 1020 I bi» 1520 Mk. und 120 Mk. Zuschuß. Bisher 920—1520 I Mark. 10. Bremser und Wageuwittter. Künftig wie Nr.9. B'Sher 180 Mk. Zuschuß. Die Ermäßigung de» ZuschuffrS I tritt nur für die nach dem 81. März 1899 in die Schaffner- I stellen eiurückenden Beamten in Kraft. 11. Portiers und I Rottenführer: 1020-1520 Mark nebst 90 Mark Zuschuß. I BrSher 920—1520 Mark Stuttgart, 21. December. BerfassungSrevisiou. I Wie schon mitgetheilt, ist die BerfaffungSrevifion bereit« in I der Abgeordnetenkammer zu Foll gekommen, indem bei der I Schlußabstiwmung das Eentrum mit der großen Mehrheit I der Privilegirten dagegen stimmte, so daß d e riothwmdige I Zweidrittelmehrheit für die Reform nicht zu Stande kam. I Der Abgeordnete von Mergentheim, Ministerpräsident Dr. Frhr. v. Mitrnacht, enthielt fich der Abstimmung. Bei den vorausgegangenen Debatten über die einzelnen Artikel, über | die in Folge der abweichenden Befchlüffe der Ersten Kammer vku zu berathen und zu beschloßen war, kam eS zu scharfen persönlichen Auseinandersetzungen. Abg. Groeber krtttstrte spöt'isch das Zarückweichm der BolkSpartei in verschiedenen Paukten und wandte fich dann mit Bezug auf die gestrigen und vorgestrigen Debatten voll Heftigkeit gegen die Brüder Haußmann, wobei er fich ihre „Zensuren" energisch verbatet und die anderen Mitglieder de» Centrums seien nicht grwillt, fich von diesen Brüdern schulmeistern zu lofsrn- die Volkskammer dürfe nicht zur „HaußmaunSbude" werden. Später trat noch Rembold (C-ntrum) den volktparteilichen Führern heftig entgegengetreten, auch einige Redner der Privilegirten verwahrten fich gegen die Art der Polem k der beiden Haußmann. Diese blieben dir Actwort nicht schuldig ! uad wiesen darauf hin, daß die außergewöhnliche Situation i eine energischere Tonart al» sonst wohl rechtfertige. AuS den vielen Reden, die gehalten wurden, ragte besonder» die geistvolle Darlegung de« UniverfirätSkauzler» v. Weizsäcker hervor, der unter dem Hiuwei» auf die geschichtliche Entwickelung die Annahme de» Reformwerke» warm empfahl. Die BolkSforderungen werden nach seiner Anschauung nicht mehr zur Ruhe kommen. Besser, die Ordnung der wichtigen Frage vollziehe fich jetzt im Frieden, in ruhiger Entwickelung, al» später einmal im Sturme. DaS Borgehen der Regierung, in dieser Frage eine Verständigung hrrbeizusühren, könne nur hochgeachtet werden. ES sei besser, dem Sturme vorzubeugen durch Einsührung zettverfprechruder Reformen, al» solche Probleme hiuauszuschieben, bi» der BolkSwille fich in wildem Begehren kund giebt. Auch Abgeordneter v. Geß, drffrn Platz anläßlich seine» 70. Geburtstage» mit einem prächtigen Blumenarrangement geschmückt war, halte einen guten Redetag. Mit erstaunlicher Frische und Lebendigkeit vcrtheidigte er da» Budgetrecht der Volksvertretung gegen die Ansprüche der Standrsherren. Am Mtuistertische saßen sämmtliche Minister. Finanzminister v. Z her gab eine längere Erläuterung zu deu verschiedenen Anträgen betreffend die Budgetfrage, Mtuiste-Präsident v. Mittnacht betheiligte sich nur mit kurzen Bemerkungen au der Berathung. Die Zuichaurrtribünen waren vom Anfang bis zum Schluß der nahezu fünfstündigen Sitzung übe»füllt.„M.N. N." Siu bedruteuder Kaffeeabschlag in Folge großer Ernten in Brasilien u> d directe Importe au« Java, machten es der Holländischer, Kaffeebrenneret H Di». & Eo. möglich, — einige — um 20 und 40 Plg. billigere Kaffee-Sorten neu einzuführen (stehe Inserat), — welche trog ihrer Billigkeit, — volles, kräftiges Aroma entwickeln und besten« empfohlen werden können. Wenn auch die Ernten in den seinen Kaffee dagegen — klein, und Preise dasür hoch blieben, so konnte doch obige Firma, — durch directe, große Bezüge von hochedlen Java-Kaffee» ihre sämmtliche« seinen Sorten — wesentlich verdestern, — sovaß dte- setben, — durch ihr volle«, kräftiges Aroma und große E. giebigkeit, — im Gebrauch doch sehr billig find nnb immer größere Anerkennung finden. Hut ächt zu haben in 7„ V* und 7« Kilo Packeten mit Schutzmarke»Elephant* versehen, in den Niederlagen, welche durch Annonce — f. b. — bekannt find. fangen, die bestätigen, was bereit» vor einem halben Jahr an dieser Stelle tu Uebereinstimwuug mit anderen Blättern au»geführt wurde: daß nämlich Rußland bet der Sp ouage- Affaire, die Dreyfu» belastet, seine Hand im Spiele hatte. ES wird hier bestätigt, schreibt der genannte Correspoudent, daß das geheime Dosfier — in dem übrigens der Name Driysus nicht vorkommt — an den CaffationShof aus dem Grunde nicht ausgeliefert werden soll, weil e» fich hauptsächlich auf Rußland bezieht. Rußland hat vor einigen Jahren versprochen, 500,000-600.000 Lebel-Gewehre in Chatellerault unter Ueberwachuug eines rusfischru Militärsachverständigen anfertigen zu laffen- al» aber eine Anzahl Gewehre geliefert war, begann Rußland in seinen eigenen Werkstätten feine alten Gewehre in solche zu verwandeln, die den Lebel Gewehren zwar nicht gleich aber sehr ähnlich waren. Al» kurz darauf Frankreich den neuesten Typu» feiner Schaellfeuerkanouen annahm, wünschte Rußland die betreffenden Zeichnungen und Pläne, was jedoch nicht ge- währt wurde; dagegen verlangte man von ihm — wie schon der Petersburger Corre'poudeut mittheilt, — noch drei Jahre zu warten und Vanu fich zu verpflichte«, daß e» alle feine uöthigeu Kanonen und eine totale Neubewaffoung feiner Artillerie in Frankreich machen laße, waS etwa eine Summe von 225 Millionen Frauken darstellte. Rußland erwiderte, daß feine Finanzlage ihm eine fo große eigene Geschütz weekftätteu habe, fo d-ch es diesen bett «erdtenst wenn fie etwa Verdacht hegten, was natürlich nicht der nicht zu entzteheu brauche, um ihm dem Ausland zuzuweuben. I Fall war. £_ . .« Nach diesen Vorgängen würde die Veröffentlichung de» ge- I * Originelle Küche. Ein russischer Reserveoffizier will hriweu Dossiers gefährlich werden, denn e» würde zeigen, I auf der Pariser Weltausst?^,ng ein Restaurant eröffnen, wo daß Rußland fich die gewünschten Zeichnungen und Pläue I für einen Franken je nach Wunsch "N soldaNfche» durch Gebeimaaentcn tu verschaffen suchte, die mit dem I Mittagsessen, wie es in Deutschland, Frankreich, franzöfischen Generalstab in Verbindung traten. Man glaubt, I land, Italien, der Türkei üblich, verabreicht roirbl daß das geheime Dosfier die Beweise für diese Versuche ent Effen rotrb von Küchenchefs der betreffenden Rat onen zu- «sw*-».*"?“ ,ch„ibt iS dim Ausbruch- b-r Driysut-Affair- zu, baß °-r> Stub-ut-ug-schtchtch-u d«richt bet neuen Mahr? ein gegen bie Anarchisten. löse !°l. Die v.udeu.en, bie man nicht in bot »eheimn'h Bonbon, 24° December. »Daily Mail" wirb aus I ,-zogen hatte, sprangen entsetzt von ihren Sitzen ans, er- Mabrid gemelbet, der Gesundheilszuftaud bei Minister- I fahlen ben Wch aber im nächsten Augenblick nnb gaben ihre präfidenten «agasta fei sehr ernst und sein Ableben stünd. Anerkennung In lautem Beifall zu erkennen. Der Piofeflor lich zu «Matten. Deine Körpertemperatur betrug gestern I wartete ruhig, bis sich de» allgemeine Lärm gelegt hatte, Abend 39 Grad. Die Aerzte untersuchten ihn neuerdings I und sagte freundlich: »Ich daake Ihnen, meine Herren, für auf Lungenentzündung. Die Königin erhält stündlich Bericht diese kleine Ansmerksamkeit; ich haue es saft schon vergest-n, über den instand I dah heute mein Gedllttstag ist. Eine W-ckeruhr kommt mk Bonbon 24. December. Dal «riegsmiulsterlum hat übrigens sehr gelegen, da meine Frau sich, längst eine für oefietn in Birmingham wiederum 50,000 Granaten und da» Dienstmädchen gewünscht hat. Es ist In bet That seh» I 7 mtninnen *„.t nn en b-üellt. I freundlich von Ihnen." Damit verbeugte fich der Gelehrte Daily Lhrovicle" meldet *u» I und nahm feinen fo jäh unlerbrochenm Vortrag wieder auf, KÖPpBHUHÖFtl, W n« eine volle später anfzuhör.n. _ RÄÄ" Ä Ä “iWS worden fei. I lebens Verlag in Wien.) Die zwette Serie der wohlfeilen Volk«- Loudon, 24. December. Die Yacht der Königin, ^D el- I Ausgabe der besten früheren Schriften P. K. Roseggers hat folgen- hMn * ist aekern im Hafen vouPortSwouth in Collifiou I dm Inhalt: Höhenfeuer. — Allerlei Menfchliche«. — Das Geschichten- Ä ..... g‘„“ SÄ PS - theil der königlichen Y echt wmdr fortgeriffen. I Feierabende. — Sonderlinge. — Bergpredigten. — Am Wanderstabe. Revyork, 24. December. Sachkundige haben die Kosten I _ Der Schelm autz den Alpen, 2 Bd. — Meine Ferien. — Za- neu in erbauenden N'icaragna -Canal» auf I sammen 15 Bände in einhundert Lieferungen; hiervon find bitzher 185 M'll ooeu Dollars taxirt. I 40 Lieferungen ausgegeben.____________ Rew-York, 24. December. Die letzten Meldungen au» | — Soziale Bewegungen und Theorien bi» zur modernen Manila brstä.igeu da» Gerücht, Aguinaldo habe br» I Arbeiterbewegung von Gustav Maur, geh. 90Psg., geschmackvoll schloffen, alle spanischen Gefangenen mit Ausnahme der Mvache, I geb. Mk. 1,15. (,«us Natur und Gttsteswelt." Sammlung wissm- von welcheu ein Löfegeld gesorde-t wurde, am 1. 3«ua» in SSfiTli. W W, Freiheit zu setzen. I gebunden zu je Mk. 1,15, oder 64 jährliche Lieferungen zu j« 20 Pfg.) 1 " I Verlag von B. G. Teuvn-r in L-ipzig. Die „soziale Frage" be- VtrmifdytO» | herrscht die Gegrnwan. Mit R:cht widmet ihr darum die neue Die Mittbeiluna verschiedener | Sammlung wiffenfchaftltch-gemeinvelständlicher Darstellungen au» 9 — ° - • allen Gebieten des Wissens „Au« Natur und Getsteswell das zweite Bändchen von Gustav Maier, das sich „Soziale Bewegungen und Theorien bis zur modernen Arbeiterbewegung" betitelt. Das Büchlein will in gemeinverständlicher Behandlung den Leser, auch wenn ihm Vorkenntntsse fehlen, in einer nicht ermüdenden, vielmehr möglichst unterhaltenden Weise auf historifchem Wege in die Wirthfchafttlehre etnführen, den Sinn für foziale Fragen wecken und klären und erreicht diesen Zw.ck vollkommen, zumal im Verlaufe der gedrängten Daistcllung in gefchickter Weise auch die wichtigsten Theorien> des praktischen Wtrthschaft«ln* jen J. “' War, um L m m ^der Stoff in fMlien Kaffeetaffen 5 .Wkn mitb diese Art,'seiott V* E» Ee de!L onbers nach ben in letzter Reit ’ He Aste beruhigen wollte glen, was natürlich nicht bet fl russischer Reierveosstzier will llng ein Restaurant eröffnen, wo 1 Wunsch ein solbatische» 1 Deutschland, Frankreich, M- üblich, veiabreicht wirb. Ta» der betreffenden 91at onen ;u> if* Aut Zürich wlr^solgentzlt it: Ein wahlbekannler Pio> ielbtt lv srffeltev, daß er nur nie, nahm die Iufmttl|;mlut Uten Wer dir nhelolr Leister wollten ihm einen jün eine Weckeruhr, deren Weck- de einstellten, zu der da» Glocken. 10 gegeben wurde. Dielet Pflegte überhöeen, und man gab flch der ir, den man, unter P-p eren der- ibttl stellte, bester leine Schuldig' leit bald um lein muhte, der ®e- einer verwickelten Auirirmdm »er! Plötzlich mit sarchlbmm St- die man nicht la bei Geheimwh ffetzt von ihren Sitzen °us, er« ichsten Augenblick und gaben ihre fall zu nfronen. Der P-ofeffor • aUi'tttint Sir« 6tUil W ; ,* hatte et säst |chon vergtstrn. 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