ii t'n^n TMofm, iwnic lucht, billig abzugeben. Lüdanlage S. A-äfe. «* w’l"8unflen. uh. SZ^ÄL A..ÜLS" Ä*öi ‘"^Wrneinei g A^nstlnüdlhen «Uten Zeugniflrn. jÄ-y* srSsS*' J StMenWchrn fofonöriüt —^-Wlttftratze 20, l Gesucht ’jn Mädchen für Küche und & i 'ff ffSo6n Bermieihbureau Frau Müün, 1__Löwengaffe. Zn verkanten: Kühe, 3 Rindn und v- conomiegnäthe nebil gutrawr- agtn bei iE Philipp Volzel VH, Eitvi kferdmiistchUbn '15 kitbigftrabt 13. MM/ich' 5 unierzeichnele Baiaillvn iuchi ei» , ntbxaWe tzodrldavi vtrMv: aufen. TvmMr Dvläusn i* Len b\e§ W AenniM des W-j mgm laiien. 1 L Bataillo«M^_ rh nnnenommen. 6h6öH^l- -^rmMärdtger^ WM WW tzrstklass. ivrBearbeiM^^nMr SSW WM- furt fr ®6i W|U -Mieten B6SS1 Im wff’ •** Nr. 253 Zweites Blatt Freitag den 28. Cctobct 1808 en4ftxi U|rt« ■ü Uusvahme txs Mn» tag». hu ®iefrentr Sleetn> mit BnnflfdeNe. vci $oRU)H| 2 Mark 50 V1» vtertkljitzrltch. 8ei0mt ln|tigee zu Ur NachmtttagS ftr Ui -iltzcuU» Leg e1d)nurnbrw Wummer btl •em. 10 lltzr. General-H^eiger ULe UuzrigkN-VermiNlungAftellru US In« uub Itrwtd ■etzmnt Änjx'tgm für bat ®te6mer Ingdyr aii|*fte. Anrts- und 2lnzeigeblutt für den ICreis GiefzeZr. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter »breffr für Depeschen: Anzeiger £Ugt«. Fernsprecher Rr. 5L tpebihen und Drudad: >4nr*ra|« Ar. 7. Amtlicher Theil. Bekanntmachung, tetr.: Entwurf eine! Schäsereistatuts für btt öemeinbe Langd. Mit Genebmigung bei Ministeriums bei Innern vom 18. Octobtr 1898 wirb auf Antrag bei Vemetubtraihs vou Laagd folgtudel Schäfereistatut erlassen: § 1. Die Schäferei tn ber Gemarkung Laugb ist eine 9e* «elnde-Schäferei. 61 werben bah er die Kosten für Hirten- lohn, für Anschaffung uub Unterhaltung ber Schäferei- Eeräthschafteo, Salz rc., kurz alle Ausgaben für bte Schäferei «ul ber Gerneivbekaffe bestritten. Unberührt hiervon bleibt bestehen bte Abgabe von 26 Pfg. yco Nacht von Seiten ber Psrrchfieigerer au beu Hirten. Vie Pserchpfähle hat ber Hirte auf seine Kosten zu beschaffen - Me Pferchhorben hat er zu nnlerhalten uub eventuell neu her» Anrichten, bal Material hierzu stellt jedoch bte Semeiube. § 2. Die Stückzahl der zur Herbe zu treibenden erwachsenen Schafe wird auf 260 Stück festgesetzt werden- außerdem Hirsen noch bte, von beo bet ber Herbe befiablichen Mutter- Höfen geworfenen Lämmer, insoweit fie noch nicht über ein Lahr alt ftnb, ber Herbe beigetriebev werben. § 3. Zu der Herbe barf ein jeder in der Gemeinde Langd lohnende Ortlbürger, sowie jede daselbst wohnende Wittwe aincs solchen ein Schas im voraus stellen. Der alsdann fccrbltibcnbe Rest bis zu 260 Stück wirb auf bal Grund- HeuettopUal der geuaouteu Ortsbürger uub bereu Wtttweu, io»ie weiter aus bte sonstigen Grundbesitzer der Gemarkung ^angd aulgeschlagen- bei dem Ausschlag auf dal Grund- -euerkapital wird dal de« DomaaialfiskuS gehörige Gelände nur insoweit in Betracht gezogen, all el verpachtet ist, nicht 4bet das in Selbstbewirthschaftuug (Wald und Baumstücke) «efindttche. § 4. Dal Beitriebsrecht, insoweit solches den Ortsbürgeru anb bereu «ittwen zusteht, ist nicht übertragbar- insoweit »iolchel jedoch auf de« Ausschlag nach dem Grundsteuerkapital beruht, kann el auch von dem Pächter der betreffenden Grund- Kückc, aber nur von diese«, ausgeübt werden. S 6. Zu Ansang jeden Jahre! wird da- Berzeichniß der Schafe, welche die Ortsbürger und bereu Wtttweu iw Voraus treiben dürfen, von ber Sroßh. Bürgerweisterei aufgestellt und der Ausschlag bet übrigen Schafe von Großh. Steuercomwiffariat vollzogen bezw. revidirt. Hierauf werden beide Berzeichniffe nach vorausgegaugeuer ortsüblicher Bekanutwachuug 8 Tage auf der Bürgerweisterei zur vorbringung etwaiger Recla- «ationeo bet Meldung der Nichtberückfichtiguog offengelegt. s 6. Jeder nach Vorstehendem zum Beitriebe vou Schafen zur Geweiodeherde Berechtigte ist bet Meidung des Verlustes dieses Rechts sür das lausende Jahr verpflichtet, bi» -um 1. März bei der Bürgermeisterei avzuzeigen, daß er vou seinem Beitriebsrecht Gebrauch wachen wird. Betragt bte hiernach angemeldete Herde weniger wie 260 Stück, so wird bas Beitriebsrecht für die noch fehlende Anzahl zu Gunsten der Geweiudekaffe öffentlich versteigert. § 7. Das fämmtliche abgeerutete oder nicht bestellte, sowie bas zur Beweidung sonst noch von besten Eigevthümrru ein* geräumte Gelänbe bet Gemarkung Langd bient, soweit es gesetzlich zuläsfig ist zur Weibe. Jedoch kann Niemand hier- durch in bet freien Benutzung und Bepflanzung seiner Grund- stücke, selbst bet Brache, gehiubett werden. Der Pferch ist daher nur auf solchen Aeckern auszuschlagen, auf welche bet Schäfer mit bet Herde, ohue Schaden avzurichteu, aus- und eiotreiben kann. Insbesondere ist, sobald das sogenannte Baufeld bestellt ist, das Pferchen auf Aeckern, welche nur durch Duugwege zugänglich find, untersagt. § 8. Der Pferch wird in btt Regel in Perioden von 16 zn 16 Tagen versteigert. §. » Die MittagSställe hat der Hirte bei Meidung einer Strafe von 3 Mk für jeden Fall, welche an feint« Lohn zu Gunsten btr Gemtindtkastt adgezogtn wird, zunächst btm Pftrchsttigtrtr zukommen zu lasten. Soll aus irgend einem Grunde der Mittagsstall an einer anderen Stelle abgehalten werden, so wird solche von dem Bürgermeister bestimmt, der sich hierüber im Allgemeinen mit der Commisfion benehmen wird. Ein Entschädigungsanspruch für den entgangenen Mittags- stall steht dem Pferchsteigerer nicht zu. § 10. Die Schäferei steht unter Ausficht des Ortsvorstaudes, welche« speciell die Annahme, Entlastung und Lohnbestimmuug des Hirten obliegt. Der Ortsvorstand setzt weiter eine besondere Commiffioo ein, bestehend aus de« Gr. Bürger- weister uub zwei sür 1 Jahr nach Art. 50 der L. G.-O. zu wählenden GrmeivderathSmltglieber. Dieser Commisfion steht zu: 1. zu bestimmen, zu welcher Zeit der Austrieb der Herbe zu erfolgen hat. 2. aozuorduen, wann bie Schafe wegen der schlimmen Witterung in bie Ställe zu bringen find. 3. festzusttzen, wann das Pierchev im Herbste endigen soll. 4. den Schafhirten zu beauffichtigeo, ihm Weifuugen zu er- theileu und ihn uöthigen Fall! durch Abzüge au seine« Lohn zu strafen. 6. genaue Berzeichuiffe über den Stand der Herbe zu führen uob tiefe monatlich mit der wirklich vorhanbenen Zahl zu vergleichen. 6. über bte Reclawationen gegen bie Liften ber Berechtigten, sowie sonstige Beschwerben tn Betreff der Schäferei, vorbehältlich des Rekurses au Gr. Kreisamt, zu entscheiden, weich' letzterem mit Ausschluß des gerichtlichen Bersahrens bas endgültige Erkenotniß zusteht. 7. bas Salzen ber Schafe persönlich zu Überwachen. 8. dem Schäfer Liften Über bte zu« Schaftrieb Berechtigten und bie benselben zustehenbe Anzahl vou Schafen mitzutheilen. 9. bie Handhabung der Statuten zu überwachen und über- Haupt bas Jutereffe ber Schäferei in lebet Hinsicht wahrzunehmeu. § 11. Die Schafhirten haben bie Weisungen ber Commission zu befolgen, bet Meibuug der tn §. 12 augebrohteu Strafe. Sie haben iosbesoobere: 1. ber Cowmisfion Anzeige zu machen, wenn ein Unberechtigter Schafe zur Herde beitreibt oder wenn ein Berechtigter «ehr Schafe beitreibt als ihm zusteht. Die Hirten haben daher wöchentlich den Bestand der Herde mit den ihnen mttgetheilten Listen der Berechtigten zu vergleichen. 2. Die Schafe gehörig zu beauffichtigen und den betreffende« Eigenthürnern und der Cornntsfion von Erkrankungen nnd sonst wichtigen Ereigniffen, welche bie Schafe betreffen, unverweilt Kenumiß zu geben. 3. Alle Weibefrevel, Feldbeschädlguugen uub sonstige lieber« tretungen ber Gesetze zu vermetben, für welche fie persönlich haften. Bet Schaden, welcher durch nächtlichen Ausbruch ber Herde entsteht, haftet der Schäfer. 4. Die Schäferei-Geräthschaften sorgfältig zu behandeln, fie vor Schaden zu bewahren uub der Commission Au- FerrMrton. Zur ßinweihungsfeier nach Jerusalem, vm. Konstantinopel, 21. October 1898. Heute ist Sonutag tn der Türkei! Bei uns allerdings «erst Freitag. Am türkischen Sonntag begibt sich der Sultan dankt 12 Uhr in die Moschee, um dort sein Gebet zu ver- richten, uub ist btes ber einzige Tag, an dem er fich seinem Volke zeigt. Diese Ceremonie ist der Selamlik. Heute ist iteielbe ganz besonders feierlich, denn bas beutsche Katserpaar wohnt derselben in einer kleinen kaiserlichen Villa, die halbwegs aus bem Wege vom Palast zur Moschee liegt, bei. Der Sultan verläßt bekanntlich außer zu bleiern Gauge niemals den V Idtz Kiosk, ber hoch aus bem Berge liegt uub fcon hohen Mauern umgeben ist. Am Selamlik erhalten aaropätsche Besucher burch Vermittelung ihrer Botschaster bie Srlaubutß, ber Ceremoote betzuwohuen. In Anbetracht ber Anwesenheit bei Kaiserpaares war, wie bereits gemeldet ist, Nr Zubrang außergewöhnlich groß. In einem kleinen Kiosk, »er gerade gegenüber bem Eingang zur Moschee liegt, brängteu fd) heute gewiß an tausend Europäer aller Rationen, unter t:nen besonders viele Offiziere bemerkbar waren, bie von km Fenstern der ersten Etage aus der Parade beiwohnen wollten. Obgleich wir selbst schon sehr gedrängt standen, war aber der Andrang, ber nach Hunderttausenden zählenden »{fegten Menschen, die fich hinter bem spalierbildeuden Mill- iic außerhalb bei Palastes angesammelt hatte, noch viel größer. Die Truppen standen vorn Portale des Mdi-- Rio« bis zu« Eingänge der Moschee. Selbst ein Berliner Paradetag kann kein solch glänzendes Bild von goldstrotzmdm Uniformen bieten, wie es fich hier vor nuferen Augen k ttrollte. Der Kaiser und bie Kaiserin hatten an einem Fenster Platz genommen und waren das Ziel unverrückter Ausmerk- samkeit der moslemitischen Militärs und Zuschauer. Als Punkt 12 Uhr ein türkischer Priester vou der Galerie des Miuarets aas zu« Gebet rief, setzte fich die kaiserliche Prozesfion in Bewegung, während gleichzeittg bie in Parade stehenden Truppen präseotirtev. I« ersten Wagen erblickten wir den Lieblingssohn be» Sultan», in ben folgenden die ersten Frauen und die zur linken Hand angetranten- aller- dingS waren diese weniger dicht verschleiert und erblickten wir hier «auch himmlisches Antlitz. Aber da ich auch später hier mein Quartier aufichlagen will, so will ich nicht weiter verrathev, wie schön ich die Frauen des Sultans fand, damit ich nicht von deren schwarzen Beschützern eines Abends auf Nimmerwiederkommen zu« Thee geladen werde! Denn so etwas soll hier noch manchmal Vorkommen. Zu beiden Seiten der Wagen schrttten schwarze Hofbeantte (Enuucheo) in schwarzem Leibrock mit weißen Handschuhen, bie Hände über die Brust gefaltet. Rach ben Frauen bei Sultans kam dal ganze Maisonmilitär, eine Unmenge von Paschas, int Gänsemarsch hintereinander, in zwei langen Reihen recht» und link» der Straße. Daun kamen bie Minister tn der Mitte der Straße und endlich der Snltan im offenen Can bauer, bespannt mit ben Schimmeln, die seiner Zett Kaiser Wilhelm bem Sultan geschenkt hatte. Er trug große Uniform und sah sehr gut an», ein voller dunkelbrauner Bollbart umrahmt sein scharfgrschuttrenes Gesicht. Sein Wagen war von einer großm Anzahl Flügeladjutavten umgeben. Beim Durch- sahrm durch die Truppm riefen ihm dieselben der Landes- fitte gemäß »Lang lebe der Padischah* zu. Am Eingänge zur Moschee augekonnnen, betrat der Suttan dieselbe allein, während da» Gefolge im Borhof verblieb. Die Frauen aber durften nicht einmal ihre Wagen 6 er taffen, sondern wurden in denselben einfach in eine Ecke be» Sorten» der Moschee gestellt, die Pferde au»gespannt und verblieben dort so lauge, bi» ber Suttan in seinen Palast zurückgekehrt war. Während der Sultan sein Gebet verrichtete, wurden wir mit Thee, Ei» und Süßigkeiten gespeist. Nach Verlauf einer halben Stunde erschien der Sultan wieder, diesmal in Begleitung feine» LiebliugSsohneS und fuhr in den Palast zurück. Gleich darauf begab fich auch unser Kaiserpaar zum Matta- Kiosk, von wo an» die Parade abgeuommeu wurde. Wie wir bereit» gemeldet haben, liegt der Paradeplatz auf einem Hügel, auf dem ein schnelle» Ausrichten sehr schwer möglich ist- aber angefichts dieser Terrainschwierigkett kann man die Leistung der Truppen nur eine vorzügliche nennen. Als kurz vor ein Uhr die beutsche Kaiserftandarte und gleich darauf die Flagge des Suttaus auf dem MaltakioSk aufgezogen wurde, intontrte die Capelle des Leibregiweuts Ertogrul das „Heil Dir im Siegerkrauz" und darauf ben „Harnidteh-Marsch". Währenddessen waren die beiden Souveräne am großen Fenster in der ersten Stage des Kiosk erschienen und erwiderten dankend den Salut des die Parade commaodirendeu Marschall» Chevket Paschas, der da» Baud de» ihm verliehenen Kroueuorden» über der Brust trag. In Parade standen zwei Infanterie- und eine Cavallerie-Brigade - außerdem zwei Regimenter Artillerie, zusammen ungefähr 6000 Mann. Bei der ersten Infanterie-Brigade fielen besonders die grünen Turbane de» Zuaveuregimevt», bei der -wetten die weißen Uniformen der Slbaneseu mit schwarzem und rothe« Besatz auf. Besonder» gut sahen die Cavallerie- Regimenter aus. Bei der Artillerie waren nicht allein wie bei allen Truppen bie Uniformen neu, sondern sogar bal Sattelzeug, die Stränge nnd selbst die Geschütze. Die Parade verlies vorzüglich. Kurz vor bem Anmarsch ereignete fich ein Zwischenfall, ber allerdings nur von Wenigen beachtet wurde- ba aber zu bieseu Wenigen auch unser Kaiser gehörte, so kann ich ruhig berichten, was ich sah, obgleich ein College zeige zu machen, wenn neue Anschaffungen oder Reparaturen uörhtg find. § 12. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen diese- Statutwerden mit Polizeistrafe bi- zu 5 Mk. bestraft. Gießen, den 19. October 1898. Großherzogliche- Kreißamt Gießen. ____________________v. Bechtold.____________________ Blitzstrahlen. Mau könnte die parlament-lose Zett, die nunmehr zu Ende gegangen, obwohl auch darin daS franzöfische Ministerium wahrlich nicht auf Rosen gebettet war, die Tage voo Aranjuez de- Tabinets Brisson neunen. Sie find nun vorüber, und wenn eS Sturm war, was bi» jetzt Frankreich bewegte, so herrscht von heute ab die atmosphärische Stimmung, die den Orkan auküudigt. Er kann jeden Augenblick loSbrechen, da- unterste nach oben kehreu und die alte Ordnung stürzen. Und wenn es unS auch im Grunde uicht- angeht, was und wie e- jene jeuseit der Berge treiben, so ist e- doch für den Nachbar immerhin nützlich, zu wiffeu, wie drüben der Wind geht. Die Vertretung de- souveränen Volkes, wie fie in der Deputirteakammer und im Senat zum Ausdruck gelangt, wird fortan wieder der Schwerpunkt sein, um den das politische Leben kreist und wirbelt. Und kaum hat fie ihre Thätigkeit wieder ausgenommen, kaum haben die Sturmvögel draußen begonnen, das Palais Bourbon zu um- krersev, so hebt drinnen daS Zucken und Wetterleuchten an und der erste Blitzstrahl fährt nieder. Gr hat da- Ministerium Briffou schwer getroffen und die Lage jäh beleuchtet,- denn jetzt, wo nach Cavaignac und Zurlinden auch General Ehauotne, sein dritter Kriegsminister, daS Cabioet ver- rathen hat und Brisson selbst tu die Bresche hat springen müssen, ist der Zwiespalt zwischen der bürgerlichen und militärischen Gewalt offenkundig. Selbst dem uubesangensteu Beurtheiler wird es schwer fallen, für daS Verhalten ChauotneS eine mildere Bezeichnung als Verrath zu finden, denn wer monatelang einem Ministerium fich zurechnet, an dessen Berathungeu theilnimmt, dort als Ehrenmann und Offizier offenen Herzens empfangen wird und dann beim ersten Zusammensein der Volksvertretung erklärt, er sei von Beginn an Gegner dieses Ministeriums gewesen, ja sein Verhalten noch cyaisch damit begründet, er habe im Interesse der Armee handeln wollen, der ist eben ein Berräther. Aber welche RegierungSzustäude enthüllt diese kurze AmtSihätigkeit des Generals Chanotne! Dem blödesten Auge müßte es seit dem Rücktritt CavotgnacS klar geworden sein, daß es fich bei dieser DreyfuSsache nicht um daS Wohl und Wehe eines einzelnen Manne- oder um einen der Justiz- irrthümer handelte, die sich wiederholen werden, so lange Menschen leben und irren, sondern d.aß mit dieser Angelegenheit lediglich eine der Eiterbeulen getroffen war, von der der Staatskökper nur durch Amputation des ganzen Gliedes geheilt werden konnte. In den leitenden Kreisen de- Bürger- rhums hatte man die Krankheit, die die Armeeleituug ergriffen, längst erkannt, aber die bürgerlichen Gewalthaber hatten fich selbst zu viel vorzuwerfen, um al- strenge Sitten- rtchter den Stab brechen zu können, und da mau sich in dem Gedanken gefiel, mit Einführung der allgemeinen Wehrpflicht Volk und Heer tu ein- verschmolzen zu haben, so mochte mau glauben, da- Urbel werde au-heilen. Als dann jedoch offenbar wurde, daß die Clique, die die Armee beherrschte, zu Fälschungen und Verbrechen ihre Zuflucht genommen, um den Schein zu retten und andere Verbrechen zu bedecken, da begehrte da- Volk-gewiffeu auf und sand seinen Dolmetsch in Zola. Schritt um Schritt brach fich die Wahrheit Bahn und fie schien da- Spiel gewonnen zu haben, al- der oberste Gerichtshof mit der Untersuchung über die Revision de- DreyfnSprozeffes betraut wurde. Jndeffen man hatte die J Kraft zweier Factoreu nicht genügend tn Rechnung gesetzt: die Solidarität, die die hohen OifisierSkreise verkettet und die tu drm Verhalten EhavoiueS aus'- Neue deutlich in die Erscheinung getreten ist, und den Characterzug eine- eitlen Volkes, der es treibt, die Armee zu einem Abgott zu stempeln, an deffen glänzender Rüstung selbst der philosophische Zweifel abprallen soll. So steht heute die Armee Schulter au Schulter mit Dunkelmänuern, Antisemiten, Revancheschreteru und ihrem und Vertrauensmann der deutschen Botjchast behauptete, e- sei bet dieser Gelegenheit au- Versehen ein Mann todt- getreteu worden. Der ganze Cornpttx war mit Polizei und Truppen abgesperrt, doch links von der Parade, ungefähr 20 Schritt vom Sultansfeoster drängte sich eine schwarze Maffe von besetzten Personen. Mau sagte, e- seien Palastbeamte. Plötzlich löste fich au- den ersten Reihen eine Person los, die mir und deu mir zunächst stehenden al- eine hohe schlanke, verschleierte Dame tu blauem Kleide erschien und, ein Papier hochhaltend, auf da- Fenster des Sultans zuetlen wollte, aber keine vier Schritte kam fie vorwärts, da stürzten fchon drei bis vier besternte Pascha- auf fie zu, packten fie bet der Hand und hielten fie fest, 6Iß die Polizei herbeikam, die die Person einfach zur Erde warf, wo fie im schwarzen Gewühl der Mafien verschwand. Trotzdem der Vorfall ketne Minute gedauert hatte, war er vom Kaiser doch bemerkt wordeu. Tütkischerseit- sagt mau, e- lei etu Schwarzer gewesen, der eine Bittschrift überreichen wollte, der Herr College aber, der ein persönlicher Vertraueu-mauu de- deutschen Botschafter-, Baron von Marschall ist, behauptet au- Joformattouen der Botschaft zu wiffeu, daß der Maou, all er au- dem Geficht-krei- de- Publikum- verschwand, einfach todtgetreteu ist. Nach Schluß der Parade zeigten fich beide Herrscher zu verschtedeueu Malen deu zusammeugeströmten Mafien und wurden jede-mal von einem Sturm von EuthufiaömuS begrüßt. ganzen Schweif von lichtscheuem Gefiudel gegen da- liberale I Bürgerthum und ein Drumout, ein Dörouläde find ihre | Wortführer. Wie wird der Couflict enden? E- ist mißlich, I in der Politik Prophezeiungen zu wagen, doppelt mißlich, wenn e- fich um ein Staatsgebilde handelt, das fich die Weltgeschichte seit Menschengedevkeu sür ihre vulcautscheu Experimente erkoren hat- aber wenn nicht Alles trügt, ist die Saat der dritten Republik reif, um geschnitten zu werden.— Dem ersten Blitzstrahl ist ein zweiter gefolgt- da- Gewitter hat fich entladen - da- Cabinet Briffou liegt am Boden. Die Drputtrteukammer hat die ersten Stunden ihre- Wteder- betsammenseiu- dazu benutzt, um da- Ministerium, da- fie fich erst vor vier Monaten selbst gegeben, iu- Unrecht zu setzen. Da- bedeutet dte-mal nicht wie sonst deu Uebergaug der Regierung von Partei zu Partei, von Person zu Person, nicht den üblichen Wechsel der Futterkörbe, sondern die be» gletteuden Umstände kennzeichnen den Sturz Briffou- al- die Waffeustreckuug de- Pekiu- vor dem Säbel, al- eine bewußte und gewollte Demütigung der Deputirteukammer, al- der Verkörperung der bürgerlichen Gewalt, vor der Mtlitärgewalt. Mit dem Programm, deu Vorrang der Civilgewalt vor der Militärgewalt zu behaupten, war da- Ministerium Briffou im Juni vor da- Parlament getreten, diese- Programm hatte e- auch gestern tn die erste Stelle der Erörterung gerückt, e- fand ferner Eingang in die Tagesordnung Rtbot- und wurde al- solche von der Kammer fast einstimmig gutgeheißev. Aber da- war eitel Spiegelfechterei einer zersetzten uud unfähigen Volksvertretung, die zwar stets bereit ist, fich selbst Weihrauch zu streuen, aber den Muth uud die Kraft verloren hat, ihrer Ueberzeugung Achtung zu verschaffen. Denn wenn fie unmittelbar darauf der Regierung, deren Programm fie also gebilligt, ihr vertrauen verweigert — die Mehrheit betrug 32 Stimmen —, so nimmt fie tu demselben Athem zurück, wa- fie vorher al- Leitsatz aufgestellt hat, uud offenbart eine Mischung von bedieutenhafter Angst mit dünkelhafter Gespreiztheit als ihre wahre Gesinnung. Das au verwegener Rücksichtslosigkeit und politischer Rohheit unübertroffene Benehmen des General- Chanoiue setzte diese Characterlofigkett der sranzöstscheu Volksvertretung erst iu da- rechte Licht. Diesen Mann, der tu offeukuudtger Verhöhnung der Verfassung, de- Recht- und de- gewöhnlichen Austaude- vor dem Laude erzählte, wie er fich tu dem Mtuisterium Brtfiou nur al- Lockspitzel der Mtlttärpartet gefühlt habe, lohnte die Kammer mit einer dröhnenden Bei- fall-salve - fie küßte deu srechen Reiterstiefel, der fich ihr soeben auf den Nacken gefetzt hatte. Wie widerlich dieser Anblick war, wie unsterblich lächerlich fie fich machte, al- fie trotz der gar nicht mtßzudeutenden Situation immer wieder neue Schmeichel- und Kosenamen für die Armee, diese „treue Beobachterin der republikanischen Gesetze" auf die Tage-- ordnuug brachte, dafür scheint dir Vertretung de- souveränen frauzöfischen Volke- ganz da- Gefühl verloren zu haben. Aber es war dafür gesorgt, daß auch dieser verächtliche Knecht-fiuu iu die gehörige Beleuchtung gerückt wurde. Dem Jasttzmtutster Sarrieu, der selbst da- bekannte Ruudschreibeu gegen die Beleidiger der Armee veranlaßt und uuterzeichnet hat, ging e- denn doch über die Hutschnur, daß diese Versammlung noch deu krampshaften Versuch wagen wollte, ihre Angst und ihre Ohnmacht mit dem Vorwurs zu bemäutelu, daß er und seine Collegeu die Armee — e- beliebt nun einmal den Leuten, stet- die Armee mit einer Clique zu verwechseln, die sie iu ihre Verbrechen verquicken möchte —, daß er die Armee ungestraft habe beschimpfen laffeu. Angesicht- diese- Vorwurfs nahm er leinen Anstand, zu enthüllen, daß der General Chanoine, dem die Kammer soeben Beifall geklatscht, in der That nur die Rolle de- Lockspitzel- im Ministerium gespielt hat. Denn ander- kann man die Haltung diese- General-, seine hartnäckige Weigerung, von den Waffen, die ihm seine Collegeu gegen die Beleidiger der Armee au die Hand gegeben, Gebrauch zu machen, kaum bezeichnen. Die Beleidigungen selbst waren ihm willkommen, um die Armee, d. h. in diesem Falle stet- die Helden vom Schlage Henrys, du Paths uud BoiSdeffreS, in den Augen eines verblendeten Volke- al- die leidende und verfolgte Dulderin erscheinen zu laffeu. Aber er hütete fich, diese Beleidiger vor die Gerichte zu ziehen, weil er wußte, daß daun da- Kartenhaus zusammeubrecheu, die armen Dulder fich als Wölfe im Schafspelze entpuppen uud dem Volke die Schuppen von deu Augen fallen würden in der Erkeuutniß, daß es fein Vertrauen, feine Vergötterung an Unwürdige verschwendet habe. DaS Alles liegt dem unbefangenen Zuschauer ebenso klar vor Augen wie der unvermeidliche Conflict zwischen der bürgerlichen und militärischen Gewalt, und man sollte meinen, daß, wie die Dinge nun gediehen find, hier der Hebel zur Lösung des Wirrwarr- und da- Radicalmittel der Heilung angefetzt werden müßten. Indessen, die dritte Republik hat fich daran gewöhnt, vom Schein und von der Unwahrscheinlichkeit zu leben, fie wird auch heute, wo die republikanische Partei aller Färbungen den Umuhestiftern aller Färbungen unterlegen ist — denn eS ist kein Zweifel, daß die gestrige Minderheit der 254'au» allen ernsten Männern der republikanischen Partei von rechts und link- zusammengesetzt war, während die Mehrheit der 286 Alle- umschließt, wa- die Kammer an Umstürzlern auf« weist, Socialisten, Monarchisten, Nationalisten, Antisemtten uud wilde Streber —, fie wird auch jetzt noch versuchen, in dem ausgetretenen Geleise mit Halbheiten, Vertuschungen und Redensarten weiter zu wursteln, und wird so den Staat ein Stück weiter hinabgleiten laffeu dem drohenden Abgrunde zu. Wie weit der Weg bis dahin noch ist, wie lange eS dauert, bi- er abstürzt, uud wa- inzwischen au- der Revision und dem einsamen Manne auf der TrufelSiusel werden wird, deffen rächender Arm so gewaltig an den Grundfesten de- modernen Frankreich- rüttelt, da- Alles liegt im Schooße der Götter. Wahr aber und al- Kennzeichnung de- Gesummt- churacterS der französischen Nation zutreffend bleibt auch heute noch, wa- der große Patriot Alexander de Tocqueville vor dreißig Jahren niederschrieb: „Diese siebzig Revolutton-jahre haben unsere freudige Zuverficht, unseren Muth, unser Selbst vertrauen, unseren Gemeinstem, sowie, wenigstens in bet großen Mehrzahl der höheren Klaffm, unsere Leidenschaften ertödtet, mit Ausnahme der gemeinsten und selbstiüchtiqsten: Eitelkeit und Begehrlichkeit." Köln. Ztg. Deutsches Reich. Berlin, 26. October. Da- deutsche Katserpaar ist Nachmittag- lx/t Uhr an Bord der „Hohenzollern" vor Haifa eingetroffen und um 4 Uhr Nachmittag- gelandet. Berlin, 26. October. Der „ReichSanzeiger" schreibt: Anläßlich der Pesterkrankungen in Wien hat fich an« chetnend im Publikum die Befürchtung verbreitet, daß durch ähnliche Verhältniffe auch hier eine Ausbreitung der Krankheit herbeigeführt werden könnte. Zu einer derartigen Beunruhigung liegt kein Anlaß vor. Versuche mit Pestbacilleu an lebenden Thieren find fett langer Zeit weder im kaiserlichen Gesundheitsamt noch im königlichen Institute für Insertion-» krankheiten, noch im hygienischen Institute der hiefigeu Universität au-gesührt worden. Solche Versuche stehen auch nicht in Aussicht und find um so weniger uothwendig, al- bie einschlägigen Fragen durch die in Indien augestellteu Untersuchungen hinlänglich geklärt find, und al- die im vorigen Jahre von Reich-Wegen nach Indien zur Erforschung der Pest abgesandte Tachverständigen-Cornmisfion Gelegenheit gehabt hat, verschiedene Studien Über die Pest, besonder- Über die Art der Verbreitung und die zur Bekämpfung der Krankheit geeigneten Maßnahmen zu machen. Berlin, 26. October. Wie die Abendblätter berichten, wird in maßgebenden politischen Kreisen angenommen, daß der Reichstag am 29. November durch den Kaiser im weißen Saale de- königlichen Schlöffe- eröffnet werden wird. Der Rückkehr de- Kaiser- wird zum 20. November entgegengesehen. — Ueber die Theilnahme des jüngeren Ge. chlechts am politischen Leben schreibt die „Köln. Ztq.": Nicht nur in der Presse, sondern auch aus dem letzten rheinischen Delegirtentage der nationalliberalen Partei ist n it Recht darüber geklagt worden, daß sich unter der jüngere« Generation des national und liberal gesinnten Bürgerihums ein Mangel an politischem Verständniß und Eifer zeigt, der für die Zukunft höchst vechängnißvoll werden kann. Während der Ultramontanismus sich in dem „Windthorstbund" ein äußerst wirksames Mittel geschaffen hat zur politischen Schulung des jüngeren Geschlechts, und die Socialdemokratie gerade die Mgen Leute für ihre Ziele begeistert und als rührige Agi- tatoren in die Häuser und Versammlungen schickt, glaubt ein großer, ja der größte Theil der jüngeren Elemente tn den gebildeten und besitzenden Klaffen dem politischen Leben gegenüber unter allen Umständen eine vornehme Zurückhaltung beobachten zu müssen. Die Gründe sind nicht nur persönlicher, sondern auch geschichtlicher Art. Solange das liberale Bürgerthum um seine sociale Stellung und um die Anerkennung der Volksrechte gegenüber einer absoluten Regierungsgewalt ringen mußte und solange es unter vieler Verkennung seinem höchsten Ideale, der Einigung des deutschen Vaterlandes, nachjagen und in schweren Kriegszeiten die Probe seiner Treue und Tüchtigkeit bestehen mußte, hat es in allen seinen Gliedern fich wacker geregt und den Fragen der Politik und des Gemeinwohls freudig seine Zeit und Kraft geopfert. Wer aber die große Zeit des letzten Krieges nicht mit glühen- der Seele persönlich durchlebt, vielmehr von Jugend auf in der Lust politischer Freiheit geathmet hat, dem fehlt leicht die lebendige Empfindung für den hohen Werth politischer Errungenschaften. Weil man erreicht hat, was die Väter ersehnten, schwelgt man träge in dem Gefühl des Besitzes und vergißt darüber, daß die Aufgabe, Erstrittenes zu wabren und täglich neu zu erobern, zu den unabweisbaren Pflichten jedes denkenden und pietätvollen Menschen gehört. Die Träger unserer zukünstigen politischen Entwickelung sind — natürlich mit vielen rühmlichen Ausnahmen — einem kurzsichtigen Egoismus verfallen, der in feiner täglichen Berufsarbeit und in feinem behaglichen Lebensgenuß bei Spiel und Sport, bei künstlerischer Unterhaltung und anregender Geselligkeit sich durch politische Dinge nicht stören lassen mag. Man spielt höchsten- gelegentlich die traurige Rolle de» kannegießernden Philisters. Wenn Industrie, Handel und Gewerbe blühen, warum soll man sich dann in die staubige Arens der politischen Kämpfe hineinbegeben, in der doch kein Geld und kein Vergnügen zu holen ist? Die Weisheit und Tugend dieser jungen Philosophen findet iyre systematische Begründung schließlich in dem ödesten Manchefterchum. Aus thörichter Furcht, eigensinnig, schroff und unduldsam zu erscheinen, opfern diese guten Leute aus lauter Höflichkeit und Liebenswürdigkeit ohne Bedenken ihre politische Ueberzeugung und überliefern sich damit einem characterlosen Jndifferentisrnu- oder einem hoffnungslosen Pessimismus. Die Zahl der nationalltberalen Männer, die dem politischen Leben fern bleiben, weil unter ihren Angestellten, Kunden und Arbeitern sich auch ultramontane und socialdemokratische Wähler befinden, ist nicht gering. Sie mögen nicht Farbe bekenne, denn die Leute, mit denen sie zu thun haben, find ja mle, alle ehrenwerthl Die Wahrung der politischen Jntereffen bleibt somit den Professoren und Berufspolitikern, den Juristen, Theologen und Philologen zum größten Theile überlassen. Die Männer des practischen Lebens schelten dann wohl übet die luftigen politischen Theoretiker, geben fich aber zumeist mit dem bloßen Gange zur Wahlurne zufrieden, falls fir nicht ganz wegbleiben. Bleiben die jüngeren Kräfte aber der politischen Arbeit fern oder verleugnen sie gar ihre politische« Anschauungen und Grundsätze, so geht der Zusammenhang der höheren mit den unteren Volksschichten allmählich ganj verloren, der Ultramontanismus wird immer kecker, die social- demokratische Propaganda immer wirksamer. E» sind bitte« Wahrheiten, die hier ausgesprochen sind, aber fie find aut dem Herzen vieler nationalgesinnter und erprobter Partei- genossen geredet, und es ist unmännlich und unnütz, sich Übet ’ Reich. * ».: C" .SÄ'* lnm tv M?. , elöeWu2?' y bBtl Zu llntt bttQttin 8tNt S?8“811* 8« Zeit wün^°Ü^ * \Wn Nüuit Rll4tl "‘Ä.Ä* «ter*1*" »Ä.K5 L » iUT ^otld)nng L ^«'5ottini^on @üf.tnu ! u^hi“ Ml Nl bt’* 1 U"d die 8ut «tümpjnog bc mm in modm. 8 ®,e ^bendblLttn bniihtu ^keilen angeoowwtn, &* Wu durch den Kaiser i m schlosset eröffaet »n|a IRr« wird zu« 20. ^obtaba ^hme der jüngeren 6t. Leben schreibt die,88h.■ :»sondern auch auf dem letzt» MionaMnalenPartei ist nt s. daß ßch unter der \Nm liberal Junten Mtznihia erftänbnib und Äser zeigt, t Snißvoll werden tonn. Wchw in dem „Windthorstbund' m . assen hat zur politischen Cchilo; die Socialdemotratie ge»-e die begeistert und al« chck 8^ letfammlungen schickt, M rin der jüngeren Elemte in bei ssen dem politische M W* i eine vornehme Zmückhultur Grunde find nicht nur perle» cher Art. Solange da« libki-!- ItQung unb um bie Untrfen nufy er absoluten WegitnuWmdl unter vieler Verkennung W L bei beulten WW* AckgiM V\e W « «Mu. & -N« * * inbta “ ielne M °"d Ml* letten Rritetf »ck eil « l bi, «wehr w 3* •' Mutet h°>. bei» M frreuit bat, Iva« die rM Ä w m wi ufgabe, ftfltiW'« I“ £ X unabMbot« R 'S iy* s^gSx > w Zudufillk' 6 Raubi^ o««* Sw« “Ä W Ä Se**'Ä ®a”4*ubiain I“ el*£ ■jtfÄrjs* Sie tfei“ p&f’S s-«sT . i«W„.w bei FS ;# eie" ®ib Mrt «| M h'S •M ® e »*'■ tu Ml Kö- vorhandene Schwächen und drohende Gefahren hinwegzu- täuschen. Wir find gewiß, daß tin kräftiger Appell an die jüngeren Parteigenoffen nicht wirkung»lo» bleiben wird. 2Ba» wir ihnen wünschen zum Heile bei Vaterlandei ist treuere Wahrung der guten Ueberlieferung. höhere Schätzung der Imponderabilien, der idealen und nationalen Güter, regere Mitarbeit an den politischen Aufgaben der Gegenwart, weniger Furcht vor dem UrtheU rücknchtiloser politischer Gegner, vor Allem aber mehr persönliche Fühlung mit den breiten Schichten bei Volkes in vaterlänbischen Vereinen, bei nationalen Festen und gemeinnützigen Bestrebungen! Mögen fie frisch hlneingehen in bat Volk, nicht mit den inhaltlosen Schlagwörtern ehrgeiziger Demagogen, fonbem mit bem warmen vaterlänbischen Sinn und Wort, bie auch heute noch ihre Zugkraft bewähren! Dem Vaterlanbe ist mit Steuern unb einer stillen Liebe allein nicht gebient, ei braucht für feine gebeihliche politische unb sociale Entwickelung tapfere, regsame #nb opferwillige Männer. 2üt»lcmb. Bleu, 26. Oetober. Die „Deutsche medicinische Wochenschrift^ schreibt zu den Pest fällen: ,Qli ist das in Wien n cht der erste Fall von Laboratorium» Jafection. vor mehreren Jahren »ft Dr. v. Hofmann Wellenhos, Asflsteor am hyztentscheu Institut, einer Insertion mit Rotzbaetllrn zum Opfer gefallen, vor nicht langer Zett der Asfistent des ge- rtchtlich-mrdicioischen Jostituti, der hochbegabte Dr. Hand- lirsch, einer soudroyautrn Streptocoecenaugina. die er sich bei einer Section geholt hatte, erlegen. Die Erklärung dieser uaglückseligeu Eretguiffe liegt für den Kenner der geradezu entsetzlichen Mißstände, unter welchen die Wiener medicinischeu Institute durch die absolut uuzulängltchen Raumverhältn'ffe za leiden haben, aus der Hand. Hoffen wir, daß dieser Uo?lück»fall endlich den Anstoß zu durchgreifenden Aenderungen bitte, die von allen Sachverständigen seit vielen Jahren oft und dringlich berfarpt worden find." Bien. 26. October. In Beantwortung einer Anfrage wegen bei vorgekommenen Pestfallei erklärte Ministerpräsident Graf Thun im Abgeordnetrnhause, ei seien alle Maßregeln getroffen. bie sich zur Verhütung einer weiteren Ausbreitung ber Pestgefahr all nothwenbtg barstellten. Er lege bai größte Gewicht darauf, daß alle Nachrichten über den jeweiligen Stand der Pesterkrankungen wahrheitsgetreu der Oeffentlichkeil überliefert werden, well er in solchem Vorgehen das geeignetste Mittel zur Beruhigung ber Bevölkerung erblickte. Gegenüber bem Verlangen nach Verbot ber schädlichen Experimente von Aerzten auf ben Kliniken erklärte ber Ministerpräsident, bie Experimente hätten im Pathologischen Institut, weit entfernt von ben Krankensälen fiattgefunben. Graf Thun hob ben Werth ber bacterio* logischen Forschungen für bie Medizin unb für bal Leben Tausenber von Menschen hervor; fteilich sei ei nothwenbig. an Institute, in bereu Räumen Untersuchungen über Jnfectioni- krankheiten stattfinben, strenge Mahnungen zur äußersten Vorsicht seitens bett fachmännischen unb bicnenben Personals ergehen zu laffen. Aber ein Verbot experimenteller Erforschung ansteckender Krankheiten würde für dal Wohl der Mitbürger nur schädlich fein. Man könne mit Beruhigung in die Zukunft blicken. Der Ministerpräsident gedenkt schließlich bei verstorbenen Dr. Müller, ber seinem hohen Berufe zum Opfer gefallen sei. In ber nächsten Sitzung wirb über bie Beant- Wartung eine Berathung stattfinben. Auch im ungarischen Abgeorbnetenhause gab ber Minister bei Innern eine be- ruhigenbe Erklärung ab. Vermischte». • Heber bie verhaltuiye ber deutschen XienBbotea in «nglanb schreibt „Parsifal" in ber „Londoner Zeitung": „Im Allgemeinen wirb ein Dienstmäbchen, das in einer guten Familie Stellung gesunden, mit ihrem Schicksal nicht zufrieden fein. Sie wirb von Anfang an als eine Fremde betrachtet. Iebenfalli bringt man ihr nicht bas Interesse entgegen, bas eine beutsche Hausfrau Denen, bie mit ihr unter einem Dache leben, selten versagt. Englänber sinb in unb außerhalb bei Häufel zugeknöpft, und selbst die treueste Seele bleibt ihnen stets bie „Seroant", auf bie man mit einer gewissen Verachtung blickt, well fie nicht das Glück gehabt hat, mit einem goldenen Löffel im Munde geboren zu fein. Warum engagiren die Engländerinnen mit Vorliebe Deutsche? Die Gründe liegen nahe: erstens sind fie billiger, dann verstehen fie zu kochen, lehnen es selten ab, In den Abendstunden Nähereien und andere Handarbeiten zu machen, die ein englisches Mädchen niemals anfertigen würde, wenn sie es. was überhaupt fraglich ist. auch könnte, und bann beschäftigen fie sich außerdem mit ben Kinbern. In englischen Häusern thun bie englischen Dienstboten nur bas, wo- für man fie geworben hat. Sehr häufig nehmen sich englische Familien beutsche Dienstboten in» Haus, damit ihre Kinder die Sprache erlernen. Sie ersparen dann eine deutsche Lehrerin ober einen Lehrer. In Häusern, in denen ein deutsche» Mädchen mit Engländerinnen zusammen dient, ist ihr Loos kein beneidenswerthes, es muß sich viel gefallen lassen, wird es doch ausschließlich al» ein Eindringling be- trachtet, ber nur nach England gekommen ist, um ben Einheimischen bas Brot au» dem Munde zu nehmen. Eine Aus* länberin sollte es niemal« unterlassen, einen Contract zu machen, in bem u. A. vorgesehen ist, daß ihr freie Rückfahrt gewährt wird. Englische Brotgeber find äußerst rücksichtslos, und es ist keine Seltenheit, daß sich eine Dienstbotin nach einem unverschuldeten Scandal auf ber Gasse sinbet unb bann nicht weiß, was sie anfangen foll. Wenn bie Rückreise nicht besonbers auibebungen ist, hat da» Mädchen im besten Falle nur einen Anspruch auf ben rückständigen Lohn, unb vielleicht erlangt fie anstatt ber Kündigung noch einen Monat ober eine Woche Zahlung. Darauf foll man jedoch nicht bauen; da» englische Gesetz schützt in erster Reihe immer bie Herrschaft. Die Lohntabelle stellt sich ungefähr wie folgt; Eine Haushälterin, ber anbere Dienstboten unterstehen, wird mit 20 bis 40 Lstrl. bezahlt; eine Köchin erhält 14 bis 20 Lstrl, ein Stubenmäbchen von 8 dis 12 Lstrl. und ein Kindermädchen niemals weniger al» 9 Lstrl. das Jahr. Mit diesem Gehalte haben die Dienstboten in manchen Häusern bie weißen Schürzen unb Hauben zu bezahlen, bie sie zu tragen gezwungen sinb. Die Haube sei besonder» erwähnt, weil fie gewöhnlich ben Zankapfel hübet, ber bie meisten Unannehmlichkeiten veranlaßt. Die brutschen Mäbchen weigern sich oft, eine solche zu tragen, unb bie englischen Damen be* stehen auf diesem nicht urckleidsamen Kopfputz." • Eine interessante seemännische Entdeckung wurde kürzlich, wie man den „ÜR. N. N." au» Sidney schreibt, an der Westküste von Reu-Seeland (nördliche Insel), etwa fünf Seemeilen von der Mündung des »aüareftuffel, gemacht. Der wachthabende Offizier eines Dampfer» bemerkte an dieser Stelle eine verdächtige versätbnng des Waffer», obwohl die Seekarten Übereinstimmend 30 Faden Diese für diese Gegend angeben. Man ließ vorsichtigerweise lothen und sand zum allgemeinen Erstaunen da, wo niemals verdächtiges Fahr- waffer gewesen «ar, jetzt nur — 5 Faden Wasser. Da einige hier verkehrende große Frachtdampfer bis auf 26 Fuß Diese gehen, so wäre das, zumal bei Nacht und bei rauhem Seegange, eine recht gefährliche Stelle geworden. Dem wachsamen Offizier ist gewiß nicht weniger zu danken, als wenn er ein Schiff direct vom Untergang gerettet hätte. Die Entstehung dieser seichten Stelle kann nur In allerjüngster Zeit vor sich gegangen sein und dürste ihren Ursprung in einem unterseeischen Erdbeben haben. Die neuseeländische Regierung hat sofort die kanographische Neuaufnahme der ganzen Gegend verfügt und wird dementsprechende Mtttheil- ungen an die Seefahrer ergehen laffen. Es ist jedoch auch nicht ausgeschlcffen, daß diese Untiefe durch Ablagerung von Erbmassen entstanden ist, die der genannte Fluß gelegeutitch des Niederganges eines jener gewaltigen tropischen Regen, von denen die Gegend oft heimgesucht wird, dorthin geführt bat, • Die neueste „patriotische" Belustigung bet „Summet ©teil". Man schreibt den „M. N. N.": Die neueste „patriotische" Belustigung der Awerikauerinneu In der Sommerfrische bildete dos Leben in einem improvifirten Militärlager in den Wäldern oder an einem der zahllosen amerikanischen Seen. Mütter und Töchter kochten da ausschließlich in dem ,Rrieg»ttfiel*z der über dem Lagerfeuer aufgehängt ist. „öenn wir auch nicht Soldaten sein können und kämpfen, so können wir doch ein Lager beziehen und einige von den Strapazen erdulden, die wirkliche Soldaten zu ertragen haben", meinen die lieben Amerikanerinnen, um die Gründe ihrer sonderbaren Neigung befragt. Sie sahen jedoch daraus, daß da» Lager wenigstens in der Nähe eines Hotels war, von dem man, natürlich nur im schlimmsten Falle, Etwas beziehen konnte, oder in dem man von mitleidigen Menschen zu „etwa» Gutem" elngelaben wurde. Einigen soll es übrigens in einem „Camp" thatsächlich am liebsten sein, wenn es recht „grobstofflich" zugeht. Gewöhnlich nahmen die „Summer Girls" erst Lrctionen bei einem Freund vorn Militär. Selbstverständlich trugen fie auch militärische Kleider und konnten beinahe für Soldaten gehalten werden — wenn die Röcke nicht wären. Einige haben fich sogar Rucksäcke beigelegt, die mit „Sandwiches" und sonstigen guten Sachen (unter Ausschluß von Bonbons) gefüllt find, die zur Uederwindung der „Strapazen" beitragen können. Gewöhnlich wurde das Lagerleben den Mamas nach kurzer Zeit zu „eigenartig", und fie befahlen den Abbruch de» Lagers, worauf die Töchter ihren militärischen Gehorsam bekunden mußten. Herrenbesuche im Lager waren selbstverständlich strengstens «usgeschloff» — wenn nicht ein anwesender militärischer Freund nachsehen wollte, ob seine „Lectionen" von Erfolg waren. Man fleht, der amerikanische Krieg hat auch pathologische Folgen gehabt. • „Tal ist unser Feuer". Eine köstliche kleine Geschichte, die von der Eisersucht der Feuerwehr bezüglich des Löschens „ihrer" Brände handelt, wird aus Ratidor berichtet. Nachts gegen halb 3 Uhr brach dort in einer Dampfwasch« anstatt Feuer ans. Dal Feuer, das im Trockenraum ent« standen war, verbreitete fich mit großer Schnelligkeit und ergriff sehr bald auch die zur ersten Etage führende Treppe, sodaß das Innere des Gebäude! total auf brannte; sämrnt- liche Maschinen und bedeutende Mengen von Wäsche und Anderes find vernichtet worden. Bet dem Feuer soll der sreiwilligen Feuerwehr von Boiatz Ostrog-Plania, die freund- nachbarlich Hilfe brachte, von der Ratidorer Feuerwehr Übel mitgespielt worden sein. Nach einer öffentlichen Erklärung des Borstandes der ersteren Wehr wurde ihren Mannschaften von der Ratidorer Feuerwehr priucipiell die Abgabe von Waffer verweigert (1) und es wurde, wie wir der „vresl. Ztg." entnehmen, ihnen zugerufeu: „Das ist unser Feuer, das löschen wir uns allein! Wir haben Euch nicht gerufen! Ihr könnt ruhig in Ostrog bleiben!" • Ein Wiener Wucherer. Wie dem „Hann. Lour." aus Wien berichtet wird, starb dort vor einigen Tagen ein ge- wiss'.r Ferdinand Linke, der ia bestimmten Kreis» der österreichischen Saiserstadt ebenso bekannt wie gefürchtet war. Der Mann stammte eul einem Provioznest in Galizien, das er int Anfang der 60er Jahre verließ, um in Wien ein Gelbleihzeichäft in sehr flemtm Mahstabe anzusangen. Dom Glücke begünstigt, fühlte Linke seinen Muth mit jedem Jahre wachs»; von den bescheidensten Zins», mit denen man ihm zuerst ein Darlehen zncückzahtte, verflieg er fich bald auf 60 bis 80 und 100 pLt Je älter ber Gauner aber wurde, desto raiftnirter ging er zu Werke. In b-r Sonst, feinen bethörteu Opfern bal Mark aus den Knochen zu saug», erlangte er zuletzt eine Vollkommenheit, die sobald nicht ihresgleichen haben dürste. Dieier Vampyr in Menschengestalt verstand es, aus seinen Schuldnern — und deren gab es nicht wenige — 400 bis 500 pEt. Zinsen herauszupreffen. Unter diesen Umstand» wurde er natürlich bald M'llionär. Gelangte hin und wieder einmal ein eklatanter Fall zur Leuntniß, daun uralte Linke allerdings seine unbegrenzte Liebe zum Golbe mit einer kürzeren oder länger» Gesänguiß- strafe sühnen; doch kaum war er frei, so begann er seine einträglich» Seichäste von Neuem. Seines entsetzlichen Geizes Halder hielt es kein Angestellter länger als ein paar Tage aus. Linke wohvte zuletzt ganz allein, aber von einem halben Dutzend wilder Bluthunde bewacht. Seine Thür» und Fenster war» mit all» nur erdenklichen Sicherheit!- Vorrichtungen versehen und doppelt unb dreifach verriegelt und verschlossen. Trotzdem aber bewohne er seine Übel* gewonnenen Reichtdümer nicht in einem Grldschrank, sondern in verschieden» Steilen seines Hauses In kaum auffindbar» Versteck» auf. Das Testament des Blutsaugers wiist eine Klausel auf, bie kennzeichnend für den „noblen* Eharocter des Erblassers ist. Das ganze eolossaie 8trm8ger fällt nämlich seinem einzig» Kinde, einer Tochter, zu, die es ebenfalls nicht bei ihrem geizigen Vater, dessen Gewerbe sie verabscheute, aushatten konnte, und um mit dem Wenig», was er ihr zum Lebensunterhalt zukommen ließ, nicht verhungern zu müssen, war fie gezwungen, da fie nichts Vernünftiges gelernt hatte, untergeordnete Arbeit» zu verricht», mit den» fle 3 Mk. in der Woche verdiente. Die characte» ristüche Bestimmung in dem letzten Willen des feiten» Manne» verlangt nun, daß kein Pfennig feines „müh am erworben»" Geldes jemals für wohlthätige Zwecke Verwendung finde. • Wieviele „Berlin" giebt elf Wenn diese Frage einem DurchschnittsBerltner vorgelegt wird, so wird er in der Regel schnell mit der Antwort zur Hand sein, daß es nur ein Berlin, das Berlin an der Spree, feine ,. Vaterstadt", die „Weltstadt", giebt. Ein Zweiter fügt wohl noch hinzu, daß es außer bem einzigen Berlin auch noch ein „Berlinchen" in der Mark giebt und ein Dritter hat vielleicht fchon einmal davon gehört, daß es in Amerika noch ein Berttn geben foll. In Wirklichkeit giebt cs in der Wett jedoch 80 Städte mit dem Namen „Berlin", davon allerdings nur eine in Europa. Außerdem giebt es aber noch 29 Städte mit dem Namen „Berlin" in den Vereinigten Staaten von Amerika, wo fast jeder einzelne Staat ein oder mehrere Plätze diese» Namens aufweist. Wer sich von der Nichtigkeit dieser Angaben überzeugen will, mag da» topographische Handbuch der deutschen Neichspost einsehen, dort wird er den Namen „Berlin" 30 Mal hintereinander aufgesührt finden. Wissenschaft, Ciieraftir nnd Arrnst. — Soeben erschien bie erste Nummer des XXXV. Jahrgänge» detz „Daheim". Gleich die erste Seile der ersten Beilage tündigi in höchtt eigenartiger Weise an, welche Erzöhlungm die Leser im Laute be» Jahrganges zu erwarten Haden. Si' bringt nämlich Fak- fimllel von Btsttenkarten. auf benen die Verfasser mit eigener Hand den Titel ihre« Beitrages und ihren Namen verzeichnet haben. Von den so angekündigten literarischen L-chätzm gelang» zunächst btr Roman: „Die Stärkere" von Han» v. Zobeliitz unb „Sonnenkind" von Friebrich Jacobsen zur Veröffentlichung. Ein ungemein interessanter Auflatz von Gustav Frenßen „Dal jüngste Rinb ber Nordsee" schilberl bie Entstehung einer neuen Insel in ber Nordsee: ein Artikel von Professor Dr. Heyck: „Dal Königreich am heilig» Grab- in Jerusalem" giebt einen interessanten Beitrag zur Geschichte des belligen LandrS. bim Ziel bet jüngsten Kaiserreise. Unter ben sechs Beilag», die diesmal oollzäolich vertret» sinb, ist die kleine iUustrirtc Zetiung: „Aus der Zett — für die Zeit" saft ganz der Schlacht bei Om^urman gewidmet. Die „Hausmusik" bringt ein ungemein intec-ssanteS Bild einer Sitzung bei musikalischen Senats ber König!. Akademie der Künste in Berlin, der „Haulgartm" ein schönes Blumena rangemmt von I. Oldertz. Jrn „Sammler- Daheim" werden Adbilbungen settener Schützenlhaler veröffmtlicht. „Kinder Daheim" und „Fraum-Daheim" werben ben liefern, an die sie fich iuSbesondere wmben, sehr willkommen sein. In bem „Briefkasten", dkm bie RcbacUon sichtlich besondere Aufmerkiamkeit tchmkt, bilden „R wtlrath" und „GesundheiiSrath" besondere Abibetlung«. So trägt da» „Daheim" in der Thal allen Bedürfnissen Rechnung, die von einem Samtlienblatt Befriedigung erwarten können. — Mey L Edlichl Adreißtalender für 1899 ist wieder in vier verschiedenen, von ersten Künstlern entworfenen und prächtig auSa.führten Bildern erschienen. Der Inhalt desselben ist wie alljährlich ein äußerst reichhaltiger. Auf der Vorderseite der, behuf» leichteren AbreitzenS persorirtm TageSblätler bringt er außer den MonatS- unb TageSnamen, sowie be» Datums, die Angabe protestantischer unb katholischer NamenS unb Feiertage, letztere in rothem Druck: ferner bte Aus- unb UatergangSzeit ber Sonne unb bei Mondes, Monbwechsel, Angabe ber Ebbe- unb Fluthzeiten, eine Auswahl der populärst» GcschichtS- unb anderer Gedenktage, Zahl des Tage» für Wechselberechnung und Zahl der Woch» für Berechnung der Invalidität-- unb Krankenversicherung, außerdem ist auch reichlicher Raum für Notiz» vorhanden. Auf der Rückseite wurde wiederum dm allgemein beliebt gewordenen, von berufener Hand für jeden Tag besonder» zusammmgestelltm Sinn- unb Dichtersprüchen Platz gegeben. — Wir sinb überzeugt, baß ber 1899er Abreißkalender wegen seiner prächtigen äußer» unb gediegenen, reich haltig» inneren Ausstattung, ebento wie die vorhergehenden Jahrgänge sein» Platz all gern gekaufter FamUimfreunv beiaupt» wird. Univerfitäts-Nach eichten. — Genf. Zum Professor für Hygiene an der hiesig» Universität ist vom SlaatSrathe Dr. de Marignac gewählt ward». — Brüssel. Tie belgische Regierung wird demnächst an der Universität Gml Lehrstühle für Russisch und Chinesisch und an der Universität LüUlch für Arabisch und Persisch etnrtcht». Diese Neuerungen erfolg» weg» der stet» wachs»d» Handelsbeziehung» BelgimS mit b» betreff mb» Ländern. — Gent. Im Alter von 66 Jahr» starb der Professor der Technologie an ber hiesig» Universität, M. Mist-r. Milch nicht zuträglich. Dann »ersuch» t iefelbe mit etwa» Monbamln von Brown unb Pclson ca. zehn Minut n gekocht. Nehm» Sie nur lovtel Mondamin, daß die Milch aemeertig wird. Die durch Mondamin erlangte leichte Verdaulichkeit btr so nahrhaflen MUch ist vrn d» Herr» Aerzt» anerkannt. Für Brown unb Polson'S gute Qualität bürgt am besten der» 40jährt^er Weltruf. Mondamin ist überall in Packet» ä 60, 30 unb 15 Psg. erhältlich. Engros bei Türk u. Pabst, Frankfurt a. M. 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