6033 eo 3uli, ' Undine" Wnjutt. 0,056190 = 12 ft 2,986792 0,000760 0,000035 0,000688 0,000005 0,001880 0,013130 0,000520 2,387990,1 8,9b1w/ Analyse. In 1000 Gewibhbtbeilen. alium ■ ■ • ■ atrium • • • • itrium . • • ■ rium - ' ' orsaures Natron rsaurea Natron • omure Tbonerdo äure - ' ' ' sehe Substanz . säure, völlig bei- jmmdjS* 8620 102 $ 1810 8181 ti60 LZA-- 101,1 JßjÄ 1898 Do»»crslag den 28. Juli Erstes Blatt Nr. 174 Zlints- ttitb 2t«zeigeblatt für de« Kreis Giefzen Gratisbeilage: Gießener Familienblatter Alle Anzeigen-BrrmiNlungSstellen bei In» und flullinM nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger tntgcye. I,vahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgende« Tag erfcheinendeu Nummer bis Norm. 10 Uhr. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schnkftratze Ar. 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Stehe». Fernsprecher Nr. 51. find verschiedene Gegenseitigkeit-Verträge, zu welchen nur noch die Zustimmung der Volksvertretung eingeholt werden muß. Es wird der „Natioualzettuug" zufolge bestätigt, daß es fich u. A. um die Anlegung einer directen Telegraphevltnie zwischen Berlin und Bukarest handelt. Berlin. 26. Juli. Wie die „Nationalzeitung" erfahrt, hat der socialdemokrattsch e Wahlvereiu de-vierten Berliner ReichStagSwahlkreiseS den Beschluß gefaßt, alle Mitglieder, welche zur letzten Wahl nicht gekommen find, aus- zuschließen. Auch im fünften Wahlkreise wollen die Social» demokraten jetzt nach den Wahlen einen gründlichen Kehrau- unter den Genoffen abhalten. Der Schluß des österreichischen Reichsraths. Ueber die Reise de- Ministerpräsidenten Grafen Thun nach Ischl ist in diesen Tagen viel geschrieben worden, und allerlei Bermuthuugen über den Zweck der Fahrt und über den Inhalt der Besprechungen, die der Graf mit dem Kaiser Franz Josef hatte, sind laut geworden. Jetzt weiß man, daß er sich die Unterschrift bei Monarchen zur Schließung de- Reich-rath- geholt hat, denn soeben wird ein kaiserltche- Decret veröffentlicht, durch welche- der Reichsrath der öfter, retchischeu Monarchie geschloffen wird. In der Geschichte der Parlamente steht die nunmehr beendete Tagung-Periode des österreichischen Abgeordneten. Hause- vielleicht einzigartig da. Die Volksvertretungen sind geschaffen worden, um tm Verein mir der Regierung de- Landes Wohl zu fördern. Daß eS auch tu Oesterreich so sei, dafür hat die abgelaufene Session keine Beweise geliefertes war vielmehr ein ewiger Kampf zwischen den Parteien bezw zwischen der Minderheit der letzteren und der Regierung. Alle Hoffnungen, eine Verständigung herbeizuführeu, haben fich alS vergeblich erwiesen. Die parlamentarische Mission bei Grafen Thun ist gescheitert und die außerparlamentarischen Mittel treten in ihr Recht. Der vtelberufeve Paragraph 14 wird nun auch ferner die Grundlage für den verfaffungS« mäßigen Zustand der Dinge in Oesterreich bilden, wenn nicht noch wettere, viel tiefer in das Staatsbürgerrecht der Be- völkerung eingreifende Maßregeln folgen werden. DaS ist dal Resultat des heutigen RegteruugSIHstewS in dem Nachbar- staate, deffen Juten ssrn in so mannigfacher Weise mit den unserigen verknüpft find. ES ist nur zu natürlich, daß die Schließung deS Reichs. rathS, welche zwar in! Auge gefaßt worden war, aber doch Bielen unerwartet kam, zu lebhaften Erörterungen Anlaß gibt. Die Deutschen Oesterreich», da- wollen wir hier gleich coustatireu, beurtheilen die Maßnahmen der Regierung höchst ungünstig und sehen schwere Verwickelungen voraus. Man hatte immer noch gehofft, daß Graf Thun den Deutschen wenigstens einige Coocesfiouen in der Sprachenfrage machen und daun versuchen werde, die parlamentarischen Zustände wiederherzustellen, aber die Schließung deS ReichSrathS darf al- ein Beweis dafür gelten, daß die Hoffnung eine trügerische war, daß die Regierung mit der jetzigen slavischen Mehrheit weiter zu pacttren Willens ist. Und das in dem Jubiläums« jahre de, Kaiser- Franz Joses, als deffen treueste Unter, thaoen die Deutschen Oesterreich- fich bi-her stets erwiesen haben! Die Sprachenfrage und der Au-gleich mit Ungarn, da, find die beiden wunden Punkte, die einer Lösung bedürfen. Während die erstere die österreichische Regierung selbstständig regeln und die Deutschen an die Wand drücken kann, ohne daß ihr Jemand in die Arme zu fallen vermag, kann der Au-gleich nntürlich nur im Einvernehmen mit Ungarn fertig, gestellt werden. Noch vor einem Jahre bestand im ungart, scheu Adgeordnetenhause der Entschluß, diese Angelegenheit nur dann zu regeln, wenn sie in Oesterreich auf parlamen. rartschem Wege gelöst werden würde. Aber von dieser An- schauung scheint man schon zurückgekommen zu sein, und es ist nicht unmöglich, daß Ungarn den Au-gleich anniwmt, wenn er in Oesterreich auf Grund de- § 14 beschlossen wird. Dann muß aber Oesterreich wahrscheinlii. sehr werthvolle Zugeständniffe machen, besonders in der Quotenfrage. Der Weiterevtwickelung der inaerpolttischen verhältuiffe Oesterreichs darf man mit Spannung entgegenseheu. Hoffent- ltch erfüllen sich nicht all die Befürchtungen, welche die aufrichtigen Freunde deö Kaiserstaats an der Donau in diesem Augenblick zu hegen wohlbegrüadete Ursache haben! (xx) Bezugs,reis vierteljährlich 2 Mark 20 W monatlich 75 PfA. mit vringerloh«. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf* vierteljährlich. Ausland. Wien, 26. Juli. Der ReichSrath ist heute mittelst kaiserlichen Decrrt, geschloffen worden. Die gesummte Prtffe bespricht die Schließung deS Reich-rathe- je nach ihrer Partei« schattirung. Die deutsch.liberalen Blätter beurtheilen dieselbe höchst ungünstig und erklären, mit dieser Maßregel gestehe die Regierung ein, daß sie die Wiederherstellung geordneter parlamentarischer Zustände nicht zu erreichen vermöge. Man befürchtet neue Chicauen Seitens der Deutschen. Frankreich. Ueber die drei zur Zeit schwebenden Pro« zesse von allgemeinem Staatsintereffe — den gegen Zola, den gegen Ptcquart und den neu einzulettenden gegen Paty de El am liegen heute nur kurze Meldungen vor. Der Advocat Labort überreichte gestern dem Untersuchungö. richter BertuluS im Namen des Oberst Ptcquart eine Klage wegen Fälschung bezw. Mitthäterschaft an einer Fälschung gegen den Major du Paty de Clam. Bertulns verhörte einzeln den Major Esterhazy und Frau Pay», darauf Beide zusammen. Wenn man bedenkt, daß alle diese Prozesse durch eine ganze Reihe von Instanzen getrieben werden können, daß bei jeder neuen Verhandlung die Aufregung sich erneuern wird, so muß man sagen, daß fich der französtschen Regierung die Aussicht auf einen der längsten und unbequemsten Feld, -üge eröffnet, die sich nur denken lassen. Aeußerst wünschens, werth erscheint eS, daß die deutsche Presse mehr al, bisher jene Zurückhaltung übt, die einer inneren Angelegenheit Frankreich- gegenüber durchaus geboten ist. Der Royalist Baudry d' Asson kündigt eine Anfrage über die Flucht Zola- an. Der OrdenSrath der Ehrenlegion prüfte gestern die Frage der Streichung ZolaS und ReinachS aus der Ordens, liste, verschob aber die Entscheidung bis zur endgilttgen gerichtlichen Regelung beider Angelegenheiten. Madrid, 26. Juli. Ein Redacteur de- „Correspondencta Militare" hatte eine Unterredung mit Martinez Campo-. Letzterer äußerte fich dahin, daß nach seiner Anficht die Stadt Havanna höchstens fich noch vier bi» sechs Wochen zu halten vermöge, dann werde sie fich ergeben müssen. ES sei daS Gerathenste, wenn das Cadinet Sagasta Frieden schließen und bann zurückireteu würbe. Spanien und Amerika. Vom Kriegsschauplatz liegen nur wenige Melbungen vor. Nach spanischen Nach. ! richten haben die Amerikaner einen vergeblichen Landung-, veriuch bei Bahiahondd auf Cuba unternommen, dagegen ist cS gelungen, die ersten amerikanischen Truppen bei Ponce auf Porrortco zu landen. Ferner haben sich die spanischen Garnisonen von Caimanera und Guatanamo ergeben. Die Haltung der Aufständischen auf Cuba ist immer noch schwankend, die Spanier hoffen neuerding- auf ihre Unter, stützung. Von Friedensverhandlungen verlautet noch nicht-. In Spanien ist angeblich Alle- ruhig. Don Carlo-, deffen plötzliche Abreise au- Spanien gestern gemeldet wurde, ist mit seiner Gemahlin in Luzern eingetroffen. Vermutlich werden die au- Spanten entwichenen Häuptlinge der Karltsten« Partei demnächst auch auf schweizerischem Boden auftauchen, um mit dem „König" die köpfe zusammenzustecken. Wa- dabet herau-komwen wird, dürfte fich bald zeigen. — «uS Washington wird der „voff. Ztg." gemeldet, sobald die spanischen Truppen von Santiago nach Spanien zurückgekehrt seien, würden die amerikanischen Truppen die Stadt räumen und zeitweilig nach den Union-staaten zurückkehren, um fich au-zuruhen. Havanna werde im Herbst von einem starken Heer und einer Flotte belagert werden. Einer römischen Meldung der „Daily Mail" zufolge soll der Papst einigen Großmächten folgende FrtedeuSvorschläge unterbreitet haben: Amerika solle Cuba und Portorico erhalten, die Philippinen Spanien verbleiben- ein Handelsvertrag solle Spanien ausnahmsweise vortheile in den abgetretenen Colonien bieten. Kiehener Anzeiger General-Anzeiger Prfcheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Jamiltrub tätter werden dem Anzeiger w-chentlich viermal beigelegt. Locales und provinzielles. Sietze«, 27. Juli 1898. •• Bon der Universtiät. Die Vorlesungen Im Winterhalbjahr 1898/99 beginnen am 24. October. Die Jmmatriculation nimmt am 17. October ihren Anfang. ** Oeffentliche Anerkennung einer edlen Thal. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog haben dem Schutzmann Jacob Schmelz und dem Bahnwärter Peter Fuchs, beide zu Mainz, in Anerkennung der von ihnen mit Muth und Entschloffenheit, sowie unter eigener Lebensgefahr aus« geführten Rettung der Anna Maria Knödlrr daselbst vom Tode deS Ertrinkens die Rettungsmedaille zu verleihen geruht. Theater - Erweiterung-plan Der Vorstand de- Theater-VereinS hat in der Zeit der Theaterferien nicht geruht, sondern in aller Stille weiter gearbeitet, um seinem Ziele, die Theaterverhältntsse GießeuS zu heben, immer näher zu kommen, «i-her haben die Bestrebungen deS ver. eins fich tm Wesentlichen nach der idealen Sette hin ge« wendet, jetzt soll aber auch daS Reale gepflegt werden. Durch freundliche-, opferwillige- Entgegenkommen Beiten- deS Be. fitzerS de- TheaterlocalS, Herrn Schwan ist e- gelungen, die Bühnenverhältnisse in moderner Weise umzugestalten und zu verbkssern. El wird durch Anbau eine große Hinterbühne geschaffen werden, die alle Drcorationen, Requisiten rc., die nicht sofort zur Scene gebraucht werden, aufnehmen soll. Dadurch wird die Vorderbühne ungemein entlastet und ausschließlich für darstellende Zwecke frei. Der Scenenwechsel wird ebenfalls vereinfacht und die übermäßig langen Zwischen- pausen auf die nöthige Zeit verkürzt werden. Gletchzetttg erhalten die bt-her sehr b-schräukteu Garderoben des Per- sonalS eine wesentliche Erweitern«, Der Zuschauerranm wird ganz umzestaltet werden, der Theaterverein stellt sein ganze- Podium zur Verfügung, diese- wird genau den Saal- verhältniffen entsprechend umgearbeitet. Von der sechsten Reihe ab, steigt das Podium mit jeder Sitzreihe auf, sodaß man bequem über die Vorderfitzenden hinwegsehen kann- der Mittelgang wird fortfallen, dafür zwei Seitengänge ge- schaffen, eine durch die Mitte gehende Markirung wird eine strenge Trennung von Recht- und Link- ausführen. Aus der Estrade und Gallerte werden neben der Bühne eine Anzahl Logen in geschmackvoller und practischer Ausführung gebaut werden, deren Plätze freilich als äußerst günstig und brsou« derS bequem einen kleinen PretSaufschlag erleiden müssen. Alle diese Veränderungen und Verbesserungen sollen nicht etwa nur den Sondervorstellungen deS Theater-Verein- zu Gute kommen, sondern werden zu jeder Vorstellung aus« nahmSlo» benutzt werden. Ju den letzten Tagen hat fich auch der Ausschuß und Vorstand deS Theoter-vereinS in der diesjährigen Generalversammlung conftttutrt. Erster Borfitzender ist Herr Professor Fromme. Zweiter Herr Ki rch. Schriftführer Herr Haubach. Rechner Herr Cha Hier. Weitere Mitglieder find die Herren: Ernst Balser, Bock, Professor Frank, Commercienrath Gail, Professor Hausen, Comerctenraih Heichelheim, Schirmer, Lieutenant Schröder, Professor Wetz. •*c? Gießener Käuger Vereinigung. Eine gut besuchte Versammlung hat am Montag im Saale de-Philosophen- walde- stattgefunden, in der fleißig und erfolgreich gesungen wurde. Der musikalische Leiter, Herr Franz Bauer konnte mit vergnügen constatiren, daß daS früher Gelernte noch fest saß und will man nun da- nächste Mal (August) zu neuen Aufgaben und wetteren Arbettrn schretten. Im Anschluß hieran haben wir eine Versäumniß nachzuholen- der Sänger-Beretuigung gehört auch der wohlbekannte Männer- ; Gesang-Verein „Heiterkeit" seit seiner Begründung an, und ' zwar all pünktliche-, fleißige- Glied, wa- wir hiermit besonder- hervorheben wollen. ♦* Deutsche Nationalfeste. Au- dem V e r t r a g e, welcher zwischen dem RetchS-Au-schusse für die Deutschen Nationalfeste und der Gemeinde RÜdrSheim abgeschlossen werden soll, dürfte Folgende- von allgemeinem Interesse sein: Der Reich-« AuSschuß für die Deutschen Nationalfeste erklärt RüdeShe'm « —Niederwald zum bauernden, ständigen Festort. Die National- feste sollen, wenn dir- irgend durchführbar ist, i. I. 1900 beginnen und, vom Jahre 1900 ab gerechnet, in vier- oder fünfjährigen Zwischenräumen einander folgen. Jeder parteipolitische oder confesstouelle Character ist dem Feste fern zu halten. Beide Theile verpflichten fich für alle Zeiten, dem vaterländischen und idealen Interesse des Nationalfeste- in erster Linie zu dienen. Die Feststätte kann la den Zeiten, Deutsches Reich. Darmstadt, 26. Juli. Aus Jagdschloß »olfe- garten, 26. Juli, wird der »Darmst. Z^g- gemeldet. Ihre Großherzogliche Hoheit die Prinzessin Elisabeth und die Prinzlich Battenbergischen Kinder ^hren gestern Nachmittag per Wagen nach Darmstadt zum Besuch der Kindervorstellung im ^tkuS Corty-Althoff, nahmen Er- srtschung tm Großherzoglichen Schloß und kehrten am Abend per Wagen nach Wolfsgarten zurück. Berlin, 26. Juli. Der Staat-secretär de- Reich-postamt- v. Podbtel-ki hat auf seiner Reise nach Oesterreich-Ungarn, den Balkanstaaten und der Türkei mit den dortigen Post- und Telegraphenbehörden eingehend verhandelt. DaS Resultat die vor oder nach einem Natioualfeste liegen, von der Ge- meiude des Festortes kostenfrei, von anderen Gemeinden, Vereinen und dergl. gegen eine Gebühr in Benutzung gezogen, sowie gegen ein Eintrittsgeld von Jedermann be- fichtigt werden. Bet der Benutzung und Besichtigung der Feststätte ist jedoch der Character des Nationalfestes, als einer geweihten Einrichtung des deutschen Volkes, zu wahren. Die Feststätte kann nur für Zwecke in Benutzung gezogen werden, die sich innerhalb der den Nationalfesteu zu Grunde liegenden Ideen bewegen. Die Feststätte besteht aus dem Land- und Wafferfestplatz. Der Landfestplatz muß eine Ausdehnung von etwa 60 Hectar haben. Der Platz ist, soweit dies für feine Bestimmung als Festplatz erforderlich ist, mit EntwäfferuugSaulagen zu versehen und derart eiuzuebnen, daß er vom Reichs Ausschuß mit den erforderlichen Bauten und Plätzen versehen werden kann. Als Wasserbahn für sportliche Zwecke (Radern und Schwimmen) wird die rechtsufrige Strecke zwischen Rüde-Heim und Geisenheim in Aussicht genommen, unter Mitbenutzung des Rüdesheimer Hafens. Die Gemeinde verpflichtet sich, soweit es nur irgend in ihrer Macht liegt, keinerlei Geräusch verursachende oder die Umgebung verunzierende gewerbliche Anlagen in der Umgegend der Feftplätze zu gestatten oder die Aufstellung von Schaubuden, sowie von Volksbelustigungseinrichtungen, die dem Character der Natioualfeste widersprechen, zuzulaffen. Auch verpflichtet sich die Gemeinde, Veränderungen oder Bauten, welche den landschaftlichen Reiz der Feftplätze zu stören geeignet find, nach aller Thunltchkeit zu verhindern. Die Gemeinde wird dafür Sorge tragen, daß eine freie Ueberetn- kunft unter den Bürgern der Gemeinde getroffen werde, wonach im Festorte und in der nächsten Umgebung eine möglichst große Anzahl von Festtheiluehmern ausgenommen werden kann und ihnen Unterkunft und Verpflegung zu mäßigen Preisen gesichert wird. **0° 9. Deutsches Turnfest in Hamburg 1898. Der Festzug am Sonntag hatte einen ausgezeichneten Verlauf. Von 10 Uhr ab traten die Kreise an den für sie genau vorher bestimmten Stellen in den bei der Turnhalle der Turnerschaft von 1816 in St. Georg liegenden Straßen an, und Punkt 12 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung durch die Altmannstraße, die reich geschmückte Steinstraße und Rathhausstraße zum Rathhausmarkt, wo auf dem großen Balkon und einer auf dem Trottoir hergestellten Tribüne Senat und Bürgerschaft, die Ehrengäste und die Mitglieder des Geschäftsführenden Ausschuffes mit Damen ihn erwarteten. Brausende „Gut Heil"-Rufe schallten aus den Reihen der Turner, wie sie Kreis um Kreis. Gau um Gau und Verein um Verein vorbeimarschirten. Die altehrwürdigen Fahnen, deren Tuch vielfach schon in Fetzen zerspliffen ist, wurden besonders lebhaft begrüßt. Der stramm vorbeimarschirende Zug brauchte 21/2 Stunden, ehe die den Schluß bildende Turnerschaft von 1816 vorbeigekommen war. 35 Musikcapellen und zahlreiche Trommler- und Pfeifercorps der hiesigen Vereine und ihrer Knabenabtheilungen waren im Festzuge vertheilt. Sechs prachtvoll ausgestattete Wagen, der erste mit dem Bundesbanner zu Füßen der Germania, waren auf die Abtheilungen des Zuges vertheilt. In allen Straßen war großer Jubel, aus Fenstern und von Balkonen wurden den Turnern Blumen und Etchenzweige geworfen. Um 4 Uhr fanden auf dem Festplatze Eisenstab-Uebungen von 7500 Turnern aus sämmtlichen Kreisen der deutschen Turnerschaft, einschließlich Oesterreichs, unter Leitung des Fest- Turnwarts Herrn Siepelt statt, die ganz ausgezeichnet verliefen. Die Exactheit aller Griffe bei der 500 Meter tiefen und 200 Meter breiten Aufstellung war bewunderns- werth. Sie wurde ermöglicht durch electrische Glocken, die auf dem ganzen Platz zwischen den Abtheilungen aufgestellt waren und von der Vorturnertribüne aus durch einen Druck auf einen Contactknopf alle gleichzeitig angeschlagen wurden. Das Commando „Achtung" wurde durch ein Trompetensignal, das Tempo durch eine vom Festturnwart geschwungene Fahne angegeben. Es gab nur eine Stimme der vollsten Befriedigung über die irnpoante Leistung, die ihres Gleichen noch nie auf einem Turnfest gehabt hat. Es schloß sich hieran von 5 bis 6 Uhr Turnen der Ausländer, an dem sich folgende Vereine betheiligten: 1. Der Turnverein „Andrea Doria" in Genua mit 12 Mann an 4 Recken. 2. Der Moskauer Turnverein mit 9 Mann am Barren. 3. Der Bürger-Turnverein in Bafel mit 24 Mann an 4 Recken. 4. Der Bukarester Turnverein am Pferd mit 5 Teilnehmern. 5. Der vorgenannte Bürger-Turnverein Basel mit Gemeinturnen an sechs langgestellten Pferden ohne Pauschen und schließlich 6. 4 Lehrer des Instituts „Gymnastic-Teachers" in London, die eine Vorführung im Boxen zeigten. Sämmtliche Vor- Mrungen, die außerordentliche Leistungen aufwiesen, waren von einer überaus lebhaften Antheilnahme der Zuschauer begleitet. Das hierauf folgende Stabturnen der Pflichtübungen des 4. Kreises (Norden) sowie des 14. Kreises (Sachsen) gestaltete sich durch die wirklich opferwillige große Antheilnahme der Turner beider Kreise zu einem wirkungsvollen Gesammtbilde. An dem Stabturnen des Kreises Norden betheiligten sich 1244 Turner, am Riegenturnen 179 Riegen und außerdem 23 Musterriegen. Hierzu kam noch ein Gemeinturnen der Alten am Barren mit 72 Theilnehmern. Das Turnen des 14. Kreises bestand ebenfalls aus Pflicht- Stabübungen, allgemeinem Riegenturnen und einem Vorturnerturnen. Angemeldet waren hierzu 1940 Theilnehmer und 175 Riegen. Das Riegenturnen konnte bei dem immer stärker anwachsenden Andrängen der Zuschauer auf dem eigentlichen Turnplatz kaum durchgeführr werden, die Zahl der Theilnehmer war aber beim 14. Kreise annähernd dieselbe wie beim 4. Kreise. Die Ergebnisse der Spielvor- führungen und Wettspiele werden später mitgetheilt; es sei nur kurz bemerkt, daß die Spielvereinigung des Altonaer Turvereins recht nennenswerte Erfolge aufzuweisen hat. Am Sonntag früh fanden volksthümliche Wettkämpfe statt. Als Theilnehmer an den drei Uebungsarten: Hindernißlaufen, Dreisprung und Schreuderballwersen waren etwa 400 gemeldet, es kamen aber noch Nachmeldungen hinzu. Für den deutschen Dreisprung waren drei Plätze vorhanden, von denen einer wegen der widrigen Windrichtung nicht in Benutzung genommen wurde. Die vorhandenen acht Plätze für das Schleuderballweitwerfen waren alle im Gebrauch. Das Hürdenlaufen wurde auf nur einer Bahn glei-zeitig zu Vieren abgehalten. Im Hindernißlaufen der mit 4 Hürden versehenen 100 Meter langen Bahn wurden erreicht als beste Leistungen 13Vs bezw. 124/5. (Besonders gute Leistung.) Im deutschen Dreisprung erzielte Buch Heidt vom Allg. T-V. Leipzig 11,97 Meter und ein Amerikaner 11,90 Meter. Beim Schleuderballweitwerfen gelang Boormann aus Burhave, 5. Kreis (Oldenburg), der beste Wurf mit 47,50 Met. Trotz des beträchtlich verspäteten Beginns und der theilweife mißlichen Witterung gelang es, die Wettkämpfe noch rechtzeitig zu Ende zu führen und den Theilnehmern die Betheiligung am Festzuge zu ermöglichen. ** Auf der Rosen-Ausstellung zu Frankfurt a. M. erhielt Frau Valentin Moser Wwe. in Gießen für eine Gruppe weißer Zwergdahlieu eine silberne Medaille. ** Sport. Bei dem am 23. und 24.Juli in Offenbach a- M. abgehaltenen 12. Verband-fest de- Athleten-Ver- baude- Maingau errangen nachverzeichnete Mitglieder des 1. Gießener Stemm- und Ring-Club- Preise: Jos. Staubach den 8., Adolf Thoma- den 16. Preis im Junior-Stemmen, Jos. Stein den 4. Preis im Senior- Stemmen und Senior-Ringen. ** Rad - Weltfahren der Gießener Trainirfchule. Die morgen Abend stattfindeudeu Rennen unserer Gießener Rennfahrer werden sich hochinteressant gestalten. Großartigen Sport wird da» Hauptfahren bieten, in dem zum ersten Male in diesem Jahre Berufsfahrer und Herrenfahrer sich messen werden. Besonders spannend wird sich fraglos der Eudkampf dieses Rennens gestalten, indem Franz Verhetzen und Ludwig Opel, der erstere der drittbeste aller deutschen Berufsfahrer, während Opel unser bester deutscher Herren- fahrer ist, gegeneinander starten. Aber auch das Vorgabefahren wird für die Zuschauer feffelnd sein, da hierin den weniger guten Fahrern eS durch reichliche Vorgaben leicht gemacht wird, Sieger zu werden, tim dem Rennen auch ein locales Interesse zu geben, ist zum Schluß ein Männer- fahren vorgesehen und zwar offen für Mitglieder der „Wanderer", die mindestens das 30. Lebensjahr überschritten haben. Wir wollen auch an dieser Stelle den Besuch des Schluß-RenuenS der Gießener Trainirschule empfehlen, um so mehr, da der Reinerlös als Gabe für den in Bildung begriffenen großen Preis von Gießen bestimmt ist. ♦* Postalisches. Bei Postpacketen im Verkehr mit Großbritannien und Irland wird vom 1. August ab der Meistbetrag der Werthangabe von 1000 Mk. auf 2400 Mk. erhöht. *• Mit Rücksicht auf die herannahende Manöverzeit sei darauf hingewiesen, daß bei Postsendungen an im Manöver befindliche Militärpersonen die Adreffen sehr genaue Angaben enthalten müffrn und zwar Vor- und Zunamen de- Adreffateu, Regiment, Bataillon, Compagnie, resp. Schwadron und Batterie. Auch wenn Adressat bereits außgerückt ist, muß man als Bestimmungsort den Namen der Garnison au- geben mit dem Zusotzvermerk: „Zar Zeit im Manöver." ** Der diesjährige BerbandStag bei Deutschen Seiler- und Reepschläger-Berbandes wird am 7., 8. und 9. August d. I. in Langensalza im „KaffeehauS Langensalza" stattfindln. Vollständiges Programm enthält die „Deutsche Seiler-Zeitung" und ist vom Verlage der „Deutschen Seiler-Zeitung" (Berg u. Schoch), Berlin 0 27, Schillingstraße 30, zu beziehen. Auf dem VerbandStage werden gleichzeitig die in der von dem Deutschen Seiler- und Reepschlager-Berbande zusammen wir dem Verlage der „Deutschen Seiler-Zeitung" veran- staltetru Concurreuz auf Seilspleißen ausgesetzten Preise ertheilt. ** Wetterbericht. Die im Norden gelegene Depression zieht langsam ostwärts ob, während gleichzeitig das barometrische Maximum au Raum gewinnt. Dabet gleichen sich auch die zahlreichen Unregelmäßigkeiten in der Luftdruck- vertheilung einigermaßen aus. Allerdings besteht noch immer ein Druckgebiet vom Norden nach dem Süden der Alpen. Der ganzen Lage entsprechend dürfte der Witterunglcharacter der letzten Tage noch andauern. — Voraussichtliche Witterung: Bei wechselnder Bewölkung warmes Wetter. n. Reichelsheim i. d. W., 26. Juli. Vorgestern veranstaltete der hiesige Kriegerverein eine kleine Feier, bei welcher den Veteranen aus dem letzten Feldzuge die ihnen verliehenen Erinnerungsmedaillen überreicht wurden. Die hiesigen Einwohner und die Vereine betheiligten sich lebhaft an dem Fest. □ Darmstadt, 26 Juli. Unsere Stadt steht dieses Jahr im Zeichen der Congresse- Darmstadt wird als Congreß- stadt, wie eS scheint, immer beliebter. Bereit- haben der Verein deutscher SlrasanstaltSbeamten und der Verein deutscher Chemiker getagt, und Anfang- nächster Woche, vom 31. Juli bis 3. August, wird ihnen die 21. Hauptversammlung des Deutschen Geometer-Vereins in unseren Mauern folgen. Sie wird zwei Havptfitzuugen in der Technischen Hochschule ab- Latten, deren erste den geschästlichen Angelegenheiten, deren zweite Vorträgen gewidmet ist, und zwar werden sprechen Steuerrath Dr. Lauer über das hessische Kataster- und Grundbuchwesen, LaudeSkulturrath vr.KiaaS über die Feldbereinigung in Hessen und Steuerrath Steppe- über die Einführung der neuen Grundbuchordnung für da- Deutsche Reich und deren Zusammenhang mit dem Kataster. Eine sachliche Ausstellung wird arrangirt. Da- weitere Programm führt Besichtigungen, Ausflüge in Bergstroße und Odenwald usw. auf. — Der werte heurige Darmstädter Congreß wird wieder den Naturwissenschaften gelten: vom 6. bi- 11. August versammelt sich h er die unter dem Protectorat de- Großherzogs von Baden stehende Deutsche dendrologische Gesellschaft. Neben dem Geschäftlichen und den Fachvorträgen werden zahlreiche Besichtigungen in unserer deudrologisch recht interessanten näherem und weiteren Umgebung unternommen, so nach dem Großh» Hofgarten, Wildpark, Botanischen Garten, der DouglaStaoneu- Pflanzung in der „Tann", der „Scheppen Allee", dem Prinz Emil-Garten, Oraugertegarteu, der Henkel'schen Gärtnerei, auch die Pflanzungen auf Heiligenberg, Försterkopf bei Auerbach, deS v. Berkheim'scheu ParkeS bei Weinheim, Botanischer Garten in Heidelberg, event. auch in Frankfurt und Cronberg sollen in den KreiS der Jnspicirung gezogen werden. Eine eigens zum Congreß arrangirte möglichst vollständige Ausstellung von Couifereu-Zweigen und Zapfen dürfte hohes Interesse bei allen Pflanzenverständigen und den Freunden der Botanik erwecken. Darmstadt, 26. Juli. Eine Verlobung, die auch in hiesigen aristokratischen Kreisen interesfireu dürfte, wird auS Berlin gemeldet: Der Bildhauer Werner Begas hat sich mit Fräulein Hedwig von DieSkau, der Hofdame der Prinzessin Feodora von Sachsen-Meiningen verlobt. Der junge Bräutigam ist der einzige Sohu des berühmten Bildhauers Reinhold Begas, der außer diesem Sohne nur noch eine Tochter Molly besitzt, welche in dem FriedenSengel verewigt sein soll, der daS Pferd Kaiser Wilhelm! I. im National» denkmal führt. Werner BegaS modellirte die Prinzeß Feodora von Sachsen Meiningen und lernte dabei die Hofdame der bräutlichen Prinzeß kennen und lieben. Fräulein Hedwig von DieSkau ist eine Tochter des verstorbenen PrivatsecretärS der verewigten Großherzogin Alice von Heffen, Majors a. D. Ulrich von DieSkau und seiner Wwe. Alice geb. Rodewald auS England. Nach ihres Gemahls Tode heirathete Frau von Dieskau 1882 auf dem in der Grafschaft Surrey be- legenen Gute ihrer Familie einen Beiter ihres verstorbenen Gatten, den im Auswärtigen Amte des deutschen Reiche- beschäftigten Freiherrn OScar v. DieSkau, der nach noch nicht dreijähriger Ehe 1885 starb, worauf sie nach Jahresfrist den jüngeren Bruder ihres Gemahls, Frhru. Leopold, heirathete. Mit ihm lebt fie auf RetterShof im Taunus. Drei Töchter find der letzten Ehe eutsproffeu. Durch ihre Beziehungen zur Großherzogin Alice von Heffen, welche die Baronin Alice DieSkau schon von England her kannte, ebenso auch mit der Kaiserin Friedrich bekannt, wurde ihre Tochter erster Ehe Hofdame bei Prinzeß Feodora von Sachsen- Meiningen. Die beiden Bräute find sich in inniger Freundschaft zugethan. Mainz, 25. Juli. Der Mainzer Kriegerverein be- abfichtigt, bei dem Vorstand deS Verbandes „Hasfia" dahin vorstellig zu werden, daß die bestehenden Beteranenvereine auch für diejenigen Krieger geöffnet werden, welche keinen Feldzug mitgemacht haben. Den Vereinen wird hierdurch frischer Zuwachs zugeführt und fie vor dem AuSsterben bewahrt. A Mainz, 26.Juli. Ein interessantes militärische! Schauspiel, das in seiner Art daS erste in der deutschen Armee ist, findet kommenden Freitag Nachmittag auf dem Rhein hier statt. ES wird nämlich eine ganze EScadron de! hier garuisonirenden Husareu-RegtrnenlS „König Humbert von Italien" unter Leitung des Rittmeister- Frhrn. v. Schauroch mit den Pferden in Kähnen schwimmend über den Rhein setzen. Die Mannschaften und Pferde werden am hiesigen Ufer ziemlich weit stromaufwärts eingeschifft werden und findet dir Landung au dem Kasteler Ufer unmittelbar oberhalb der Straßenbrücke statt, so daß eine recht beträchtliche Strecke deS bekanntlich hier sehr breiten Rheins zu durchschwimmen ist. Da bei der Tiefe und Breite des Rheins hier diese Uebungen immerhin einige Gefahr in sich bergen, werden ausgedehnte Vorsichtsmaßregeln getroffen und zahlreiche HilfS- mannschaften bereit gehalten werden. Während der Dauer der Uebungen — von 4 bis 6 Uhr am Nachmittag — ist die angedeutete Stromstrecke für die Flößerei ganz und für die Schifffahrt theilweife gesperrt. A An! Rheinhessen, 26. Juli. Als Nachfolger des an die Spitze der hessischen Finanzministeriums berufenen Oberbürgermeisters Küchlet von Worms ist Notar Dr. Hubert in Oppenheim in Aussicht genommen. Dr. Hubert soll in» dessen schwer zu bewegen sein, daS Amt als Stadtoberhaupt von WormS zu übernehmen. Mainz. 25. Juli. Den 102. Namenstag feierte am Sonntag in verhältnißmäßig bestem Wohlsein die Wittwe Christine Condini geb. Stilger aus Caub, welche sich seit mehreren Jahren bei ihrem „Nesthäkchen", dem 61jährigen Ackers- mann Karl Codini in Bodenheim, aufhält. Sichtlich erfreut haben die Matrone eine große Anzahl von Verwandten, Freunden und Bekannten eingelaufenen Gratulationen und kleine Geschenke, welch letztere fie, in Papier eingeschlagen, an verschiedenen Stellen ihres Bettet versteckt hält. Aus der Zeit für die Seit* Vor 148 Jahren, am 28. Juli 1750. ftarb zu Leipzig Johann Sebastian Bach, der erste Meister seiner Zeit im Orgel- und Klavierspiel, in Theorie und Praxis unübertroffen. Als Componist erhaben und ernst, dabei zart und weich, vereinigte er unerschöpfliche Fruchtbarkeit mit solcher Meisterschaft in der Ausarbeitung, daß fast jedes seiner Tonwerke zum Studium dienen kann. Bach wurde zu Eisenach am 21. März 1685 geboren. Vermischtes. * Hebet bin Capitäu bet „Voutgogne", Deloncle, veröffentlicht der Pariser Feuilletonist Gustave Mirbeau im „Journal" eine psychologische Studie. Man kann aus der Art, wie die Persönlichkeit Deloncles sich darstellt, Schlüffe darauf ziehen, wie er sich in der schrecklichen Katastrophe, der die „Bourgogne" zum Opfer fiel, benommen haben mag. Seine sceptische und kühle Natur neigte eher dazu, eine Gefahr zu unterschätzen, als sie zu hoch zu bewerthen. Er erzählte einmal Gustave Mirbeau folgende Episode aus seinem Seemannsleben: „Seit drei Tagen hatten wir Havre verlassen; mit einem Mal bemerkte ich beim Rundgang, daß irr *&: »ie i> s-y »ss rX * Ä GeheiiMih M wie Diel Bevölkerung nn höre i-h von dr an Bordi M« endlich niub ich es Rf S fönte, nicht bfl! ohne Nicht nab alle W Deutsche und j UeberzeugunB Deutschen un herigen W Amerikaner! U grün, gelb, ße I Wen Meer a: ungen und Mal zum zweiten Ml und ich schiöe01 habe ich plötzlich schrei ich ihnen 20000 Dollars im Hasen von Der Eindruck 1 erheiterten sich, Sie waren setz Wunder gewir wettete, muhte Sie liehen mi seinen gewähr klugerweise ve 5)od ein." &M Angebot sidrvM, \ Mir itau, 1 tzvMvn Aachftag ler, 1 Gerbei, 1 W schreiner, 2 Hai 2 DienstnMer Von bi Georg-Victor-! mehrere Bauv ar im öffentlichen öaufliebh “ i-r Nefon „ .Die Bn W)t «Ui Ut Mil 1522 AW JJ* Sinh stommelb, M foo di JWbäm ^cououlje, DH, cäOttfflü j , Vvkrujt werben. &"terbai, ; St 8^*5 ÄS '«ft bt«»> „ selo”ll‘' fiout0°ÖBe' Mjxbeau /Lift Gustave der °kb V!an kann ö je olCt e« i«i'« igjjfr** «;5K ;Ä?t >; oapsev bütftt m ""•“■ÄS ; ®u,!"6n«9- b!t at ^auer 8ttni1 6,1 M«h«, 7, L-°' *! **...5*5 ®°t,b" lernte, £ * «0 1.1 !'3«ä *-4Ste „ S'KlchhW, «Ntoro^rlbnä J”"»«, m.jorta.t 8. Ä>bimt 7 T°de hcklühetr gic; ö« Grasschast Turrrh h Ihnt vilstirdron ”te de» dtutlchrv Rrlcho Dirtkau, der »ach vorauf fie »ach Jahrel Gemahls, Frhru. Leopold 1 Rrtterßhof tm Saanni, evtsproffeu. Durch Ihn i« do» Heflell, welche iii Elltzlalld her tannttj rbeast tlanut, wurde ihre Tvchtti h Feodora tion Tachfeo stad fich in inniger greunb iuzer Kriegerverein b i Verbandet „W" dahii ieftehenden Veteraveavereie! inet werden, welche keion i Vereinen wird hlerdnrj fie vor de« Aatsteck: iteressanteS «ilitärilchei bat erste in ber deWl- itag ^mittag auf dw h eine ganze WxonM oenis „R'dnii^mbnttin Met Fchn. v.dcha^ muv Lvrr den Wu stP ibtn am Ww Ufer zie» Rt werden und W cu unmittelbar oberhalb in e recht bettächtllche Streck, i Rheins zu durchW«»«» leite des Rheins hier M ein sich bergen, werben °u- M und r°Me M- den. Während der W Uhr am Nachmittag - die Flößerei ganz und f )2. distm c, |(6 ‘6Ä , «* ' e06 «BW** *Ä*>* 6i< tTi« s*e tfShis» i ernst' ° solcher : Erwachsene: im vom 1.Lebensjahr: 2.—15.Jahr: Rieb 27. Jali. Die Jnspectlon der Marine.Jnfanterie sucht 1000 Mann dreijährig Freiwillige, welche in Riel und Wilhelmshaven ausgebildet und im Frühjahr 1899 nach Riau-Tschou gesandt werden sollen. Paris. 27. Jnli. Der Untersuchungsrichter BertnluS verhörte gestern Nachmittag Esterhazy und dessen Geliebte, zuerst allein und dann zusammen. Esterhazy ist sehr ent« muthigt. BertuluS erklärte einem Journalisten der „Aarore", daß er mit dem Resultat seiner Untersuchung sehr zufrieden sei. PariS, 27. Juli. Man erwartet nunmehr stündlich dir Nachricht von der Verhaftung Paty du Clam». Der Rriegßmtuister wird sich, wie verlautet, dieser Verhaftung nicht mehr widersetzen, da er jetzt einfieht, daß eine längere Inschutznahme seines Verwandten nicht mehr möglich fei, ohne seine eigene Stellung im Cabinet Brisson zu schädigen. PariS, 27. Jali. Der „Courier du Solr" theilt mit, es habe gestern eine neue Conferenz des Präsidiums vom Orden der Ehrenlegion stattgefunden, um darüber zu berathen, wie flch der Orden gegenüber Zola, der bt» kanntlich Offizier des Ordens ist, zu verhalten bebt. SS lei beschlossen worden, Zola aus dem Orden auSzustoßen. London, 27. Juli. Ein Telegramm au» St Thomas meldet, daß General MileS am Montag mit 4000 Mann in Guanica auf Portorico gelandet ist. Die Spanier wider, letzten fich der Landung, wurden aber zurückgelchlagen. In einem kurzen Scharmützel wurden mehrere Spanier getvdtet und verwundet. Auf amerikanischer Veite waren keine Verluste. . London, 27. Juli. Ein deutscher Dampfer, mit 1500 Tonnen Stückgüter von Hamburg nach Malaga unter« weg», ist bei Cap Villano untergegangen. Alle Personen an Bord wurden gerettet. Manchester, 27. Juli. Auf den Präsidenten des ManchesterLandgerichtS, Namens P a r r y, hat gestern, als er den Gerichtsvollzieher Taylor wegen AmtSmißbranch zum Verlust de» Amte» und 10 Psnnd Sterling Geldstrafe verurtheilte, letzterer auf Armlänge hintereinander drei Revolverschüsse abgeseuert. Der Präsident wurde lebensgefährlich verwundet. Alle drei Rugeln trafen. Die eine zerschmetterte die Rinnlade, die zweite riß die rechte Wange loS nnd die dritte zerfleischte Nacken und Hals. Der Attentäter wurde verhaftet. Washington, 27. Juli. Der französische Botschafter Überreichte Namen» der spanischen Regierung dem Präsidenten Mac Kinley eine Botschaft bezüglich der Beendigung de» Kriege» und bezüglich der FriedenSbedingungen. Der Präfi» deut hat fich die Antwort darauf noch Vorbehalten. Wöchentliche Uebersicht der Todesfälle in Gießen. ---30. Woche. Bom 17."Jali bts"237Juli 1898. S : 1 Einwohnerzahl: angenommen zu 24 100 (inct. 1600 M«nn Militär). SterblichkeitSztffer: 17,26, nach Abzug der OrtSsremden 8,632/«. Kinder Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 27. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags Wasser 16°, Luft 18". Rübsamen'sche Badeanstalt. * PreiSwurdig. A.. „Ein prächtiger Mann, Herr Commerzienrath, Ihr zukünftiger Schwiegersohn, der Herr Graf! So schön, so edel, so fein!- — Commerzienrath: „Schon wahr, — mer hat wa» an ihm for sei' Geld!" ES starben an : Zusammen KrebS Allgem. Tuberkulose Lungentuberkulose Lungenentzündung Herzschlag Altersschwäche Im Wochenbett LebmSschwäche_____ Neueste Nachrichten. Depeschen be» Bureau .Herold". Berlin, 27. Juli. Wie dem „Local-Anz." aus Fried- richSruh telegraphier wird, ist Fürst Bismarck ernstlich erkrankt. Die Schwellnng der Beine, die ihn seit drei Monaten im Rollstuhle meist festhielt, nimmt plötzlich an Ausdehnung zu und greift auf den übrigen Körper über. Seit drei Tagen hat der Fürst da» Bett nicht verlassen, die Nächte find schlaflos, Essen, Trinken und Rauchen sagen ihm nicht mehr zu. Professor Schwenningl» weilt seit einigen Tagen ia FriedrichSruh, ebenso sind die Grafen Herbert und Wil. i heim Bismarck mit ihren Gemahlinnen dort eingetroffen. den Koblenkammerräumen des Schiffes Feuer ist. Die Gefahr ist ernsthaft; doch beim ersten Blick stellte ich fest, daß man ihr beikommen kann. Man begiebt sich eifrig an die Arbeit. Dabei frischt der Wind auf, und das Meer wird stürmisch. Sie wissen, wie impresfionabel die Passagiere sind. Bei dem kleinsten Unfall halten sie Alles für verloren. Jeder allem ist muthig, sind sie zusammen, regen sie sich gegenseitig auf. Ich habe immer bemerkt, daß die Furcht ansteckend ist. Seien Sie überzeugt, man wird ihren Bazillus entdecken Ich hatte der Mannschaft das tiefste Schweigen über den Fall an- befohlen, ich wollte jene wackeren Leute nicht beunruhigen. Und dann kenne ich sie, sie hätten die Audsührungen der Befehle nur gehindert. Ich hatte übrigens Zeit genug, um sie zu warnen, wenn die Gefahr zu unmittelbar geworden wäre. Doch auf so kleinem Raum ist es unmöglich, ein Geheimniß längere Zeit zu bewahren. Sie glauben nicht, wie viel Schnüffler und Herumhorcher in der flotttrenden Bevölkerung eines Packetbootes sich befinden. EmeS Morgens höre ich von der Commandobrücke aus ein Geschrei: „Feuer an Bord! Ist es nicht so?' Ich versuche, zu leugnen, aber endlich muß ich es zugeben. 3^ erklärte den pragern, daß es ganz ungefährlich sei, gar nichts bedeute, sehr oft vor. käme, nicht das Geringste zu befürchten fa! Unb ich bat sie, ohne Furcht weiter zu essen, zu schlafen, Poker zu spielen. Es gab alle Nationen auf dem Schiffe: Franzosen, Italiener, Deutsche und vor Allem Amerikaner. Ich habe eine gewisse Ueberzeugungskraft. Ich hatte keine Mühe, den Fr°"öosen, Deutschen und Italienern beizubringen, daß sie ihre bisherigen Gewohnheiten wieder aufnehmen könnten. Aber die Amerikaner! Unmöglich, sie aufzurichten. Sie werden weiß, grün, gelb, sie schreien und verzweifeln. Sie verlangen, im offenen Meer au-geschifft zu werden. Alle meine Verficher- ungen und Mahnungen helfen nichts. Ich fürchte, daß sie zum zweiten Male die Panik unter die Reisenden tragen, und ich schicke mich an, scharfe Maßregeln zu ergreifen.^ Da habe ich plötzlich einen großartigen Einfall: „Hören Sie , so schrei ich ihnen zu, „ich wette 20000 Dollars, Horen Sie, 20 000 Dollars, daß wir Dienstag Früh flejunb und Heu im Hafen von New-Pork eintreffen. Wer hält bie Wette? Der Eindruck war plötzlich und zauberhaft. Die Gesichter erheiterten sich, das Vertrauen erwachte bei den Verzweifelten. Sie waren jetzt sicherer als ich selbst. Das Gold hat^ feine Wunder gewirkt. Vom Augenblick an, da ich so viel Dollars wettete, mußte meine Sache sicher fein. „Hipp, föTO föutral). Sie ließen mich hochleben. Das Leben auf dem Schiff nahm feinen gewohnten Lauf. Und am Dienstag, wie ich es unklugerweife versprochen, fuhren wir in den Hafen von Jiero* Park ein." vlnrnna: 8 (4) 7 (3) 1 (1) 1 ■ nm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenden Krankhett auf von auSwärt« nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Ar^chttche Anzeigen der Stabt Gietzen. Katbslifche «eweinbe. Den katholischen Theilnehmern an dem nächsten Freitag in Steins Garten zu Ehren des Herrn Provinzialdirectors Frecherrn von (Sagern stattfindenden Mittagessen ist durch bischöflichen Dispens vom Abstinenzgebote der Genuß von Fleischspeisen erlaubt. Bayer, Pfarrer. 1 1 — — 1 (1) 1 (1) — — 1 1 — — 1 1 — — 1 (1) 1 (1) — — 1 1 — — 1 (1) 1 (1) — — 1 (1) — 1 (1) — Einmachkesiel in Kupfer und Messing 7436 Chr. Zimmer, Bahnhofstr. 12. X* Neu 3K Akiegenhüte K.Il.S. Wr. 57655 bester Fliegenfänger, per Stück 15 Pfg. Wiederverkäufer Rabatt. 6498 Alleinvertrieb hier: Ernst Balser, Mänsburg 1L 7523] 2. Stock, bestehend aus vier Frontzimmern, Küche und Zubehör, per 1. November zu vermiethen- Louis Hein Erben, Kreuzplatz 15. 7526] Wohnung zu vermischen. __Sonnenstraße 11. 7527] Sckönes Familienlogis (Mansarde), 5 Zimmer mit Zubehör, Ber- setzungs halber per 1. October, eventuell auch früher, zu verm. Löberstr. 5. 7528] Eine kleine freundliche Man- sardenwohnung zu verm. Dammftr. 29. 7536] Freundliches Logis im Nebenhause, mit Aussicht auf die Straße und im Freien, per sofort oder später zu ver« miethen. 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Kaufliebhaber wollen sich zur angegebenen Zett an Ort unb Stelle in der Hufelanbstraße, am Querwege nach ber Hclenenstraße, emfinben. Die Verkaufsbebingungen liegen auf bem Bürgermeisteramte zur Einsicht aus unb können auch daselbst gegen Erstattung der Auslagen für Schreibgebühren und Porto mit 60 Pfg. bezogen werden. N.-Wildungen, den 25. Juli 1898. Der Bürgermeister. Mühlen-Verkaus. Auf Antrag des Friedrich Krömmelbeiu V. zu Lauterbach soll die demselben gehörige Mahlmühle mit Kreissäge und Oecouomiegebäudeu, 722 qm groß, Montag dm 1. iUiguft, Vormittags 9 Uhr, im hiesigen Rathhause versteigert werden. Lauterbach, 26. Juli 1898. Großh. Ortsgericht. Stöpler.7511 Montag brn 1. Angu» 1898, Vormittags 11 Uhr, zu Gießen in der Ehr. Nebe'schen Hos- raithe (Rodheimerstr. 6) versteigere ich öffentlich gegen Baarzablung: 2 angekörte Zuchtbullen — 2jahng — (der eine reine Vogelsberger Rasse, der andere Simmenthaler Bastard). Versteigerung bestimmt. 7524 Sngel, Gerichtsvollzieher. Stabt. 5'chllichthiills. Freibank. 7502 * Heute und morgen: RindSkisch 50 Psg. ZchmnueScislh 50 pfg. ßkute unb fslykndk Tage in Eispackung eintreffend. 735 la. Schellfische in allen Kroßen, ßabliau, Schollen, Zander, Kechte etc., Teehecht im Ausschuitt. Lebende Luppen- und Tafel krebse, Barben, Tchleie und Aale. Prompter Versandt nach aubwärt». J. M. Schulhof, Marktstraße 4.____________Telephon 119. Pumpernickel 'M Wallenfels, 392 Markt 21. — Telephon 46. Bitte versuchen Sie meinen gebrannten Kaffee, das Pfund zu 1 Mark. J. M. Schulhof, Marktstr.4. TelephonllS. 5811 Triumpsklappfliihle, Verandamöbel, Roll- Schutz- Wände 4709 Th. Brück Echloßgasse 16 D.R.PAT. N2 *6021 Seit 20 Jahren bewährt. Alleinverkauf: 3260 Jean Bern & Cie., Glessen, remklltwiareusabrili n. Kallmatkrialieuhaudliai Westanlage 15. Schwarze Anzüge zu verleihen bei 2508 Karnbach, Kirchstkatze 2, II. Zeit and Geld spart, iberxllhle WL. Teree»- P.Jfc/- det. 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Die trauernden Hinterbliebene». Die Beerdigung findet Donnerstag den 28. Juli, Nachmittags 2 Uhr, statt. Schnelltrocknende, sehr dauerhafte Fussboden- Anstriche, als Specialitat: I"AHRRÄDER 7519 Jta! sta«t»gar. Eismb >8 59 60 Aßklasfigk deutsche DkMttßchkrnngs - Gesellschaft: dio. Neuenweg 18, III. Americ. Ca. 100 Centner 3'488 000 00 | Oesterr. fcnhtbSctte» Dar«st SL-lctteü 7307 billigst bei 7539 Mäusbnrg 7, bei. Nedaetitm: L. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. 3«/3 3 3*/i 4 4 3 4 8 6 4 20 Fr-mkm-St. ®agl. Sovereigns Dollar« ia Gold »ries 16L2 20.38 <20 102 35 95.35 100.80 000.(0 102.50 Ung. GoU>-Re«te Portugiesen Mericaurer Monopol-Griech« von Prmß. EohsolS, Gr. HesstsrLe £DbL S!«dt Darmstadt v. 1881 SUtdt WorrnS unk. b. 1901 86 20 10280 19 00 9910 1887 43 45 101.50 10100 ProcnU 41/b Oesterr. 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