Rr «48 Zweites Blatt. Dimstag dm 28. Juni L8»8 Orscheint ILgNch ■rtt Ausnahme des Montag». Die Gießener MamttienSkLtter »erden dem Anzeiger »Schentlich viermal bcigelegt. Siebener Anzeiger Hevwt* vierleljährttch 2 Mark 20 Pf« monatlich 76 Pstj. mit vringcrloh». Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf«, vierteljährlich. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den ßvlßmdcn Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Hemml-Anzeiger Alle Anzeigen-VermittlungSstellen M In- und nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entHaß« Anrts- und AnzeWsd5ntt für den Ureis Giefzen. Gratisbeilage: Giehener Familienblätter. abctf,c •““'u Amtlichen Theil. Bekanntmachung. Die Hauptversammlung des zur Abstellung de- Betteln- -egrüudeten Unterstützungsvereins (ArmenvereinS) in Gießen findet nicht am Dienstag den 28. Juni dS. IS., Vormittag- 11 Uhr, sondern am Dienstag den 5. Juli ds. Js., Bormittags 11 Uhr, in dem RegieruugSgebäude dahier statt und werden die Mitglieder hierzu eingeladeu. Tagesordnung. 1. Neuwahl für die ausscheidende Hälfte der Ausschußmitglieder. 2. Vorlage der Rechnung für 1897. 3. Feststellung des neuen Voranschlags für 1898. Gießen, den 25. Juni 1898. Für den Ausschuß: v. Gagern, Großh. Provinzialdirrctor. Bekanntmachung. Betr.: Walzarbetten auf den KreiSstraßen. ES wird hierdurch zur öffentlichen Keuntuiß gebracht, daß von Dienstag den 28. Juni ab die Ortsdurchfahrt in Hungen mit einer Dampfwalze eingewalzt wird. Gießen, den 25. Juut 1898. Großherzogliches KreiSamt Gießen, v. Gagern. Gefunden: 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Brille, 1 Taschenmesser, 1 Brosche, 1 Kneifzange, 1 Geldstück, 1 Schachtel mit Medicament, 2 Taschentücher, 1 Ktnderhut, 1 Kiuderwantel, 1 Schürze, 1 Paar Glacehandschuhe, 1 Laterne und 1 Huudehalsband. Gießen, den 25. Juni 1898. GroßherzogltcheS Polizeiamt Gießen, v. Bechtold. Der Dreibund in Gefahr. Ein bekannte- belgische- Blatt knüpft an die Meldung von der Anwesenheit deS rusfischen Grafen Jgnatiew in Wien die Nachricht, daß Anstrengungen im Gange seien, eine Drei- Kaiser-Allianz zu verwirklichen, und daß man darauf au-gehe, einen guten Vorwand zu finden, um den Bundesgenossen Italien loS zu werden. Er ist nicht unmöglich, daß diese Nachricht stark commentirt und besonders in Italien Aus- reguog und Mißtrauen erregen wird, weshalb eS angebracht ist, derselben etwa- näher zu treten. Schon mehrsach ist darauf hingewiesen worden, daß Italien kein gletchwerthiger Bunde-genoffe und nicht im Stande sei, diejenigen militärischen Aufwendungen, welche nothwendig seien, um dem Dreibünde daS nothweudige Maß von Ansehen und Macht zu verschaffen, zu leisten. Es ist noch in frischer Erinnerung, daß solche Anschauungen namentlich nach der Niederlage der Italiener im abeffhnischen Kriege laut wurden, wo fich gezeigt hatte, daß daS italienische Heer in Bezug aus seine Organisation nicht auf der Höhe der Zeit stand. Aber schon damals find alle Meldungen, daß die übrigen beiden Dreibuudmächte fich von dem dritten Bunde-genoffen lossagev würden, energisch von berufener Seite dementirt worden, und wir glauben, betonen zu dürfen, daß auch jetzt von einer Auflösung des Dreibunds nicht die Rede ist. Soweit über die Bedingungen, unter denen im Jahre 1893 die drei mitteleuropäischen Mächte zu einer Allianz zu- sammeulreten, etwas bekannt geworden ist, werden den einzelnen Gliedern in militärischer Hinficht keine besonderen Verpflichtungen auserlegt. Das einzige, was unter allen Umständen verlangt wird und unbedingt innegehalten werden muß, ist Bundestreue, und dazu gehört vor allen Dingen, daß nicht von der einen Seite Anstrengungen gemacht werden, den anderen Buudesgenoffen hinaus zu graulen, um andere Verbindungen anzuknüpfeu. Nach der oben angeführten Meldung des belgischen Blattes sollte dies aber von Deutschland und Oesterreich-Ungarn beabsichtigt sein, welche au Stelle Italiens Rußland in ihren Kreis ziehen wollten. Eine derartige Handlungsweise ist jedoch weder Deutschland noch Oesterreich zuzutrauen, und sie liegt auch gar nicht in deren Jntereffe, abgesehen davon, daß noch in allerjüngster Zeit von den maßgebendsten Stellen au- betont worben ist, wie sehr der Dreibund fich bewährt hat, wie er tu erfolgreichster Weise für die Erhaltung deS europäischen Friedens thätig gewesen ist, und wie sein Fortbestand im Jntereffe der be- theiligten drei Staaten liegt. Und gerade jetzt liegt gar kein Grund vor, Italien auS dem Bunde zu entfernen. Wohl find die ivnerpolittschen Zustände des Landes ziemlich unsichere - aber blicken wir nach Oesterreich, so sehen wir, daß auch dort die Berhältniffe zu Besorgniffen Anlaß geben, dennoch Niemand wird glauben, daß deshalb dieser Staat ein miuder- werthigerer Bunde-genoffe geworden ist, deffen Austritt aus der Allianz wünscheuSwerth sei. Zu einem Dreikaiserbünduiß liegt überdies zur Zeit kein Bedürfniß vor- Deutschland sowohl wie Oesterreich- Ungarn leben im besten Einvernehmen mit Rußland, dessen Jntereffen eine Trübung dieser guten Beziehungen widerstreben würde. Ob aber Rußland unter allen Umständen sür die friedlichen Bestrebungen deS Dreibundes zu haben ist, erscheint fraglich, da e» bekanntlich seine Einflußsphäre in Oftafien immer mehr auSzudehnen sucht unb infolge dessen über kurz oder lang mit England colltdiren muß. Jedeufalls ist eS nicht in der Lage, tu so uneigennütziger Weise der Störung des europäischen Frieden- eutgegeuzutreten, wie die- bei den jetzigen Dreibundfiaaten der Fall ist. Deshalb liegt eS im Jntereffe Europa- und auch im Jntereffe der dem Dreibünde angehörigen Mächte, wenn dieser in seinem jetzigen Bestände erhalten bleibt. Im Uebrtgen glauben wir anch gar nicht, daß zur Zett eine Gefahr wegen der Auflösung desselben besteht.__________________________ (xx) Deutscher Reich. Berlin, 25. Junt. Der StaatSsecretär de- Auswärtigen Amtes, v. Bülow, hat fich auf Befehl de- Kaiser- heute nach Kiel begeben. Berlin, 25. Juni. Anläßlich de- gestrigen 80. Geburtstag- des Großherzog- von Sachsen-Weimar find aus dem ganzen Reiche Glückwunsch-Telegramme in Weimar eiogelaufen, u. A. vom Kaiser, dem Prinzen Heinrich, dem Fürsten BiSmarck und dem Papst. Der Geburtstag wurde im engsten Familienkreis auf Schloß Wilhelmsthal gefeiert. Berlin, 26. Junt. Die Klage der Stadtverordneten- Versammlung gegen den Magistrat in Angelegenheiten de- März-Denkmals wird vor dem Ober-VerwaltuugSgericht am 9. Juli verhandelt werden. Feuilleton. Im Iieuer bewährt. Erzählung von August Schacht. (Nachdruck verboten). Doctor Harmsrn stand au der Gartenpforte und sah seiner Verlobten zu, die unter den schattigen Bäumen mit ihren jüngeren Geschwistern spielte. Sie war ein schlankes, hübsche- Mädchen, sah aber in ihrem weißen Kleide und dem großen Strohhut fast wie ein Kind aus. Doctor Harmsen seufzte, al- er sie tu der Schaukel fitzen sah, dann trat er schnell näher. Al- Käthe ihn erblickte, sprang fie schnell auf ihn zu und begrüßte ihn stürmisch. „Hermann!" rief sie freudig, während fie ihr wtrres Haar ordnete und ihren Strohhut gerade setzte. Der Augeredete sah fie unverwandt au, dann sagte er: «Ich habe mit Dir zu reden, schicke die Kinder fort." Sie befahl den beiden Kleinen, die sich scheu hinter ihrem Kleide verborgen hielten, daß fie allein weüerspielen sollten, dann zog fie ihre Hand durch seinen Arm, nahm einen rothbackigeu Apsel aus ihrer Tasche und erwartete seine Anrede. Aber Doctor Harmsen schwtg noch immer. „Nun, was gibts?" sragte fie nach einer Pause. „Es scheint etwa- sehr Ernste- zu sein, da Du solch ernste- Gesicht machst." „Ich kann von Dir nicht da- Gleiche behaupten," er» widerte er. Sie biß in ihren Apfel und lachte. „Nein, ich glaube nicht, daß ich zu den ernsten Menschen gehöre. wäre auch nicht gut, wenn wir alle gleich wären. ES muß lebhafte Menschen geben, damit fie die ernsten ausheitern. Was meinst Du, wenn Du Dich einmal auf die Schaukel setztest?" „Set doch nicht so unvernünftig. Ich habe wahrhaftig keine Lust zum Scherzen, denn ich bin wegen einer sehr wichtigen Sache gekommen, die un- beide betrifft." । Sie biß wieder in den Apfel, setzte fich auf die Schaukel und schwang sich hin und her. Ihr Verlobter lehnte fich gegen den moosbewachsenen Baum, steckte beide Hände tn die Taschen, zog den Hut über die Augeubraueu und sah fie schars an. „Ich habe die Stelle erhalten, um die ich mich beworben habe," sagte er endlich. „Wirklich, Hermann?" Er nickte. „Hurrah!" Sie nahm ihren Hut und schwang ihn. „Ich kann Dir gar nicht sagen, Geliebter, wie glücklich mich da- macht." „Gewiß, e- ist für mich ein großes Glück, aber e- be- dingt eine andere Veränderung." „Wa- für eine Veränderung?" „Im ersten Augenblick dachte ich Dich sofort zu heirathen, aber da kommen doch noch verschiedene Berhältniffe in Be« tracht. Ich weiß nicht recht, ob Du Dich tu dem kletoen Nest wohl fühlen wirst. E- ist eine zu große Veränderung für Dich. Der Ort liegt von der Stadt ziemlich weit entfernt, e- gibt wenig Gesellschaften —" „Ohne die ich Deiner Meinung nach nicht leben kann." „Die- ist in der That meine Meinung," entgegnete er mit Betonung. „Du bist die fortwährenden Gesellschaften gewohnt geworden, fie bilden einen Theil Deines Lebens. Du hast den leichten Sinn eine- Schmetterling-, da- Leben wird Dir nie ernst erscheinen, denn Du scheinst nur da zu sein, um in einem Taumel von vergnügen dahtnzuleben. ES würde verwegen von mir sein, Dich auS dieser Sphäre herauSzureißen." „Willst Du damit sagen, daß ... . daß unsere Verlobung ein Mißgriff war?" murmelte fie und neigte ihren Kopf, so daß er ihr Geficht nicht sehen konnte. »Ja, zu diesem Schluß bin ich gekommen. Wir find nicht sür einander bestimmt, denn wir paffen nicht zu ein- ander. Unsere Neigungen find zu sehr voneinander verschieden. Du bist nicht im Staude, auf alle meine Pläne einzugehen, während ich mich hingegen nicht für Deine gesell- schaftlicheu Neigungen erwärmen kaun. Ja, es war ein Fehler, und ich danke dem Himmel, daß er mich den Mißgriff noch zu rechter Zeit erkennen ließ." Sie sagte nichts, sondern neigte ihren Kopf nur »och tiefer. „Deßhalb glaube ich, ist eS das Beste, wenn ich Dich von Deinem Versprechen entbinde," fuhr er fort. „Ich kann es nicht vor meinem Gewtffen verantworten, Dich au mich gebuudeu zu haben. Ich gehe schon morgen, deßhalb glaube ich, es ist das Beste, wir sagen uns nun Lebewohl." Sie sprang von ihrer Schaukel auf und hielt ihm die Hand entgegen. „Ich bin sehr traurig darüber, daß Du mich für nicht ernst genug hältst," entgegnete sie mit schluchzender Stimme. „Mir selbst geht e- recht nahe," war seine Antwort. „Aber es geht nicht anders. Für Jemanden, der feine Tage in NtchtSthun hinbringen kann, der fich dem Leben voll hin- gibt, bist Du die richtige Frau, nicht für mich." „Hermann, willst Du mir noch eine Frage beantworten?" Sr nickte, deßhalb fuhr fie fort: „Sage mir, hast Du eine Andere, Bessere gefunden? Gibst Du mich ihretwegen auf?" „Nein, beim Himmel nicht. Wie kannst Du so etwas denken! Ein Weib, wie ich es brauche, findet fich nicht so leicht." »Ich hoffe von ganzem Herzen, daß Du eines Tages findest, was Du suchst," murmelte fie. „Wenn Du glaubst, es ist das Beste, wenn wir uns trennen, dann gebe ich nach. Lebe wohl!" „Lebe wohl!" So schieden diese beiden Menschen, die für einander bestimmt gewesen waren. Doctor Harmsen hatte sich fast immer nur von dem Verstand, selten oder nie von seinem Herzen leiten lassen. Eines Tage- war er von dieser Regel abgewtchev, an jenem Tage, als er um die Hand der Tochter des Oberstlieutenants von Waldow augehalten hatte. Schon bald nach der Verlobung waren Bedenken in ihm aufgrsttegeu und heute endlich Berlin, 26. Juni. Wie die „BolkSztg." hört, wird in Stadtverordnetenkreisen für den erledigten Posten des zweiten Bürgermeister- die Candidatur des Oberbürgermeister- Witting in Posen ventilirt. Berlin, 25.Juni. Novelle zur Gewerbeordnung. Mit ziemlicher Sicherheit darf darauf gerechnet werden, daß dem Rrich-tage in seiner nächsten Tagung wieder eine Novelle zur Gewerbeordnung zugehen wird. Um wie viele Abänderungen der gegenwärtigen Bestimmungen e- sich dabei handeln w.rd, ist nach den „Berl. Pol. Nachr " noch nicht abzusehen. Wahrscheinlich aber wird sich eine Beftimmnng, wonach da» Gewerbe der Gefindeverwiether und Stellenvermittler con« cesstonspfitchtig gemacht wird, in der Novelle vorfinden. Vielleicht wird man auch die allgemeine gesetzliche Regelung der Stellung der Patentanwälte auf diesem Wege herbeizuführen versuchen. Berlin, 25. Juni. Sehnlich wie bei früheren Reich»- tagSwahlen wird auch jetzt wieder der Wunsch nach einer besseren und au-giebtgeren Wahlstatistik laut. Wer einmal — so bemerkt dazu die „N. L. C." — den Versuch gemacht Hot, au- den bisher amtlich über die Reich-tagS- wählen veröffentlichten Angaben ein Bild der Stellung und Bewegung der Parteien im Reiche zu gewi nnen, wird fich Über die Unzulänglichkeit der Statistik auf diesem Gebiete klar geworden sein. Die Genauigkeit, welche unsere Statistiker in vielen Dingen erkennen lassen, versagt hier- und weniger al- sonst findet man hier den Zweck in- Auge gefaßt, welchem die gegebenen Zahlen dienen sollen. Dem Benutzer der Statistik fehlt zudem jede Handhabe einer strengeren Eontrole. Um die Zahlen zu beleben, könnten den Gesammt- ziffern der einzelnen Wahlkreise zunächst einige Einzelheiten in Mittheilung der Ergebnisse au- den einzelnen Unterbrzirkeu beigegeben und eine Trennung von Stadt und Land borge- nommeu werden. Sodann müßte in den künftigen Wahl- statisttken auf die genaue Kennzeichnung der Parteistellung der Eandidaten mehr Werth gelegt werden, al- bi-her, da diese erst die Deutung der Zahlen gtebt. Daß e- in den bisherigen amtlichen Reich-tag-wahl-Statistiken hieran sehr fehlt, wird schwerlich von irgend einer Seite geleugnet werden. EmpiehlenSwerth wäre auch, nicht bloß die Namen, sondern auch Stand und Wohnort der Eandidaten anzugeben. Gerade die bei den jetzigen Wahlen hervorgetretene weitgehende Zersplitterung in der Wählerschaft läßt dies als berechtigt er» scheinen. — Unsere Vertragsftaaten. In den Abänderungen und Ergänzungen deS amtlichen Waarenverzeichnifse- zum Zolltarif, die neuerdings vom Bundesrathe erlassen find, ist auch die infolge der Kündigung und de- Abschlusses von Handelsverträgen nothwevdige Umgestaltung in dem Ber- zeichniß der Staaten vorgenommen, auf deren Waaren bei der Einfuhr in das deutsche Zollgebiet die Zollbefreiungen oder Zollermäßigungen der Handelsverträge Anwendung finden. Gegenwärtig nehmen folgende Staaten an den Begünstigungen Theil: Aegypten, Argentinien, Belgien, Chile, Eolumbien, Dänemark, Ecuador, Frankreich, Griechenland, Großbritannien einschließlich der Colonien (mit Ausnahme von Canada vom 1. August ab), Guatemala, die Hawaiischen Inseln, Honduras, Italien, Liberia, Madagaskar, Marokko, Mexiko, Nicaragua, die Niederlande, Oesterreich Ungarn, Oranje-Freistaat, Paraguay, Perfien, Rumänien, Rußland, Salvador, Schweden und Norwegen, Schweiz, Serbien, Süd- afrikanische Republik (Transvaal), Türkei, Tunis, Bereinigte Staaten von Amerika, Sanfibar, die deutschen Zollausschlüffe, die deutschen Colonien und die deutschen Schutzgebiete. tluslattöo Wien, 25. Juni. Die mündlichen Verhandlungen der Quoten-Deputation haben heute begonnen. Ein befriedigendes Resultat ist nicht zu erwarten, da die Ungarn | den ösierreich.scheu Quoten-Borschlag von 61 Vg und 381/« entschieden ablehnen. London, 25. Juni. „Daily Mail" meldet aus Washington: Obgleich man in Regterungskretsen vollständig der Meinung ist, daß Admiral Dewey das Recht be- fitze, die Landung fremder Truppen auf den Philippinen zu verhindern, hat das Staatsdepartement dennoch den Großmächten erlaubt, Truppen in Manila zu landen, um ihre Eonsulate vor den Aufständischen zu schützen. Washington, 25. Juni. General Shafter tele- graphtrte, daß es ihm gelungen sei, den Feind auf der ganzen Linie zurückzudräugen. Die Span er concentrirten fich jetzt zwischen Stbonry und Santiago, wo es nach Aaficht des General- Shafter in der nächsten Woche zu einem entscheidenden Kampf kommen wird. Dermifd?tes» * Sin ergötzliche- Schildbürgerstnckchen hat fich dem „Kottb. Anz." zufolge gelegentlich einer im Spreewalddorfe Burg an einem der letzten Sonntage vom Referenten de- „Bunde- der Landwirthe" einberufenen Versammlung ereignet. Während dieser Versammlung wurde nämlich einem der Anwesenden von einem Unbekannten Schriften fretfinniger Richtung zur Bertheilung übergeben, welche die Aufschrift trugen: „Der Bund der Landwirthe". Der betreffende Herr las dies und legte die Schriften in wohlmeinender Abstcht auf den Tisch de- Referenten. Zum Schluß nahm dieser die Bücher, ohne nähere Einficht von ihnen zu nehmen und ver- theilte sie unter die Anwesenden. Als fich der Saal fast gänzlich geleert hatte, erblickte jedoch sein Auge plötzlich den blauen Aufdruck auf der Vorderseite: „Unser Candtdat ist Profeffor Oertmann, Colonie Grünewald." Da- Geschehene konnte aber nun nicht mehr ungeschehen gemacht werden und so hat der Betreffende Schriften seiner politischen Gegner, die gerade gegen seine Ausführungen gerichtet find, zur Ver- theilung gebracht, was wohl als ein Unikum in der diesjährigen Wahlbewegung zu bezeichnen sein dürfte. * Sin Verein zur Wahrnng gemeinsamer Interessen für die Einfuhr amerikanischer Wurst- und Fleischwaareu soll, wie aus Köln a. Rh. geschrieben wird, daselbst gegründet worden sein. Zu derselben Zetzt, wo man in Hannover berathen wird, wie der Mafien Einfuhr jener amerikanischen Producte entgegen zutreten ist, werde in Köln berathschlagt, wie und auf welchem Wege es möglich ist, jenen amerikanischen Pro- ducten den Weg nach Deutschland zu ebnen. Die Gegner der Einfuhr der amerikanischen Fleischwaarrn werden in dem Aufruf zur Begründung des Vereins — böswillig — und kurzsichtig genannt! Die Anregung zur Bildung dieser Ver- eiutgung, geht von der Firma Morris Bees Company, G. m. b. H.- deutsche Geschäftsstelle von The Fatrbank Canning Company in Chicago- Nelson Morri- u. Co. in Chicago, Geschäftsstelle Berlin W., Werderscher Markt 8, aus. In der diesbezüglichen Verhandlung wurde auch Besprechung gepflogen über die Packung in Borax (Borsäure?) und die Nachuntersuchung auf Trichinen. * Vergiftungen durch Vanillefpeisen werden in überraschender Zahl gemeldet. Wie schon erwähnt, find in Antwerpen 36 Personen, die Vanille-Ci» gegessen hatten, da» ein italienischer Straßenhändler verkaufte, schwer erkrankt. Geheiwrarh v. Leyden in Berlin nahm in diesen Tagen in seinem klinischen Vortrag Gelegenheit, über die Vantlle- EiL-Erkrankungen zu sprechen, im Anschluß an die Vorstellung einer Patientin, die wegen einer durch Genuß einer Vanillespeise hervorgerusenen Vergiftung Tags vorher in die Berliner Charitä gebracht worden war. Die Frau hatte drei Löffel Vanille-Eis gegeffen, ohne zunächst etwas Unangenehme» zu bemerken, war dann nach einiger Zeit auf die Straße gegangen, hier aber plötzlich von Krämpfen und anderen acuten VergiftungSsymptomen befallen worden. Im hatte er den Muth und die Gelegenheit gefunden, das auszusprechen, was ihn schon lange bewegte. Als er nach dem Abschiede von Käthe im Hause angelangt war, setzte er fich hin und dachte noch einmal über alle Erlebnisse nach. Mehrere Stunden saß er in Träumerei versunken, der Abend war hereingebrochen, er achtete nicht darauf. Sein Abendessen berührte er kaum, sondern er zündete die Lampe an und begann seine Papiere zu ordnen. Die Briefe von Käthe betrachtete er lange und nachdenklich, dann warf er fie mit einem Seufzer ins Feuer. Von der Photographie konnte er fich nicht trennen, er legte fie in ein Schubfach zurück. Endlich legte er fich zum Schlummer nieder, aber er fand den Schlaf nicht, der Gedanke an Käthe beschäftigte ihn noch immer. Hatte er ihr doch vielleicht Unrecht gethan? Aber die Natur verlangte ihr Recht, er schlief zuletzt ein. Plötzlich erwachte er, ihm war, als habe Jemand an seine Nachtglocke gerissen. Er lauschte, Alle» blieb ruhig. Aber nein, er hatte fich nicht getäuscht, denn im nächsten Augenblicke schlug seine Glocke laut und vernehmlich an. Er eilte ans Fenster . . . unten stand Jemand, der seinen Namen rief. Vielleicht ein dringender Fall, dachte er, kleidete fich an und stieg hinunter. „Was gibiS?* fragte er den Wartenden. Dieser zeigte nach Westen und jagte: „Das Hau- Ihrer Braut steht in Flammen!" Doctor Harmsen fuhr zusammen. DaS Landhaus, welche- Käthe mit ihrem Vater bewohnte, war von alter Bauart und hauptsächlich au- Holz errichtet. So half hier kein Befinnen. Schnell zog er sein Pferd au- dem Stall, im nächsten Augenblick hatte er den wohlbekannten Weg eingeschlagen. Schon war er dem Landhause ziemlich nahe. Er sah, daß hier alle Rettung verloren sei. In der Nähe de- Hause- kam ihm der Oberstlieutenant mit au-geftreckten Armen entgegen. „Um- Himmels willen, Hermann, retten Sie meine Kinder, Ihre Braut. Sie befindet fich noch in dem brennendem Hause. Sie schläft mit den Kleinen im Thurmzimmer, die Flammen haben ihr den Weg abgeschnitten." Doctor Harmsen stand starr. Aber hier durfte nicht gezaudert werden, jede Minute vergrößerte die Gefahr. „Schnell eine Leiter!" befahl er. Aber eine Leiter war nicht zur Hand, auch kein Seil. In diesem Augenblick erschien Käthe mit ihren beiden Geschwistern auf dem Balkon. Sie hielt die Kleinen wett von fich ab, damit fie nicht unter dem Rauch leiden sollten. Der Doctor sah erstaunt auf da- junge Mädchen, da» oben stand. So war Käthe ihm noch nie erschienen. Nun trat der Ernst de- Lebens an fie heran, schneller, al- er eS erwartet hatte- fie bestand die Probe glänzend. „Habt Ihr keine Leiter?" rief Käthe, die schon ganz von Flammen umringt war. „Nein!" rief eine Stimme. Käthe dachte einen Augenblick nach. Sie hatte vielfach gelesen, daß Gefangene entfliehen, indem fie ihre Kleider entzwei reißen und die Stücke zu einem Strick zusammen« binden. Doch diesen Gedanken verwarf sie wieder, denn eS würde zu lange gewährt haben, ehe sie die Stücke gerissen und aneinander gebunden hätte. Schon schlugen ihr die Flammen ins Gesicht, kaum konnte sie die Kleinen noch behüten, da schoß ihr ein Gedanke durch den Kopf. „Schnell ein Tuch!" tief fie mit fast verlöschender Stimme. Ein großes Tuch wurde gebracht. Man errieth ihre Absicht. Bier starke Männer breiteten das Tuch aus und hielten die Zipfel. „Achtung!" tönte die Stimme von oben. Im nächsten Augenblick flog ein weißer Gegenstand hinunter, im darauffolgenden ein -weiter. Nun stand Käthe noch allein auf dem Anschluß an diese Erkiaukung, deren Folgen fich noch gar nicht absehen lassen, bemerkte der berühmte Kliniker, daß schwerlich in den bekannt gewordenen Fällen der Vanille selbst die Schuld zuzuschreiben sei, obwohl ein Bestandthetl dieses Genuß« tkels, Cardol genannt, giftig sei und auch in ter Literatur über eine dadurch hervorgeruiene Vergiftung berichtet wird. Vielmehr geht die Anficht Leyden» dahin, daß die Ursache wahrscheinlich in dem Bacterien enthaltenden Eise liege, da» zur Bereitung von Vanillesprisen ja sehr oft verwendet wird. Es dürste fich daher empfehlen, bet tem Genuß von Eisfpeisen, deren Herkunft nicht über jeden Zweifel erhaben ist, die größte Vorsicht walten zu lassen. * Studio Bummels Brandbriefe. Student (an seinen Onkel): „Lieber Onkel, drei Worte nur schreib ich Dir inhaltsschwer: Onkel, schick' Geld, Geld und nochmal» Geld und kein Jota mehr!" — Student (an seine Eltern): „Liebe Eltern hier schicke ich Euch einen Rockhenkel, seid doch so gut und näht mir schnell einen neuen Anzug dran!" — Student (an seinen Bruder): „Lieber Bruder, hier schicke ich Dir ein Dutzend Rechnungen, sei doch so gut und schicke mir dieselben mit der nächsten Post quittirt zurück!" — Student (an seine verheirathete Schwester): „Lebe Schwester, da ich weiß, daß Dein lieber Mann auch studirt hat, Io bitte ich Dich, ihn darauf vorzubereiteu, daß in nächster Z-it ein Wechsel von mir ausgestellt, bei ihm präsentirt wird - um nun unröthige Portoauslagen zu ersparen, bitte ich darum mir den kleinen Gefallen zu erweisen und den Wechsel em- zulösen!" — Student (für sich, nachdem er die ganzen Briefe geschrieben): „Donnerwetter, so geochst habe ich doch in meinem ganzen Leben rot nicht tote heute!" Citeratur rrnd Arrrrst. — Frauenarbeit, die für die Familie erhält und erwirbt, steht in unserer ruhelosen, anspruchsvollen Zeit doppelt hoch. Von unschätzbarem Werthe ist in dieser Hinsicht „Die IRobcntoeH* ige- prünbet 1865), deren sachgemäße Rathschläge die Leserinnen tn dm Stand setzen, ihre Kleidung selbst anzuseriig«. Zu jeder Abbildung liefert „Die Modenwelt", nicht zu verwechseln mit „Kleine Modm- welt" (gegründet 1889; und „Große Modenwelt" (gegründet 1892), Extra Schnitte nach p-rsönlchem Maße; ein großer, doppelseitiger Schntttmusterbogen mit klaren, verständlichen Erläuterungm und vielen, die Handarbeiten naturproß ergänzenden Muster-Vorzeich- nungen liegt außerdem jeder Nummer bet. Alle diese Vortheile kommen besonders auch unseren Müttern zu Gute, die tn der Ab- theilung „Kinder-Moden und «Wäsche" ihre Lieblinge — Knaben wie Mädchen — in retzendm Gruppen dargestellt finden. — Mäntel, Hüte und Wäschgegenstände sind für jedeS Alter vertreten und von mustergiltigm Schnitten umgeben. — Die soeben erschienene Nr. 11 von Möbel und Decoration, reich illustrirtes Fachblatt für alle Gebiete der Schreinerei und deren verwandte Gewerbe (Nürnberg, Preis oterleljährltch 2 Mk.), enthält: Stnnspruch, Moderne Wandteppiche, Moderne Herrenzimmermobel, DaS strtkende München, Aus dem Leserkreise, Schlafzimmer, Gothflches Mobiliar, Aus unserer Zett, Thür-Patente, Holzmarkt, Bücherschau usw.________ Hniverfitäts-Nachrichten. Breslau, 25 Juni. Der Geh. Regierungsrath Prof. Ferd. Cohn, hervorrage der Bokantker und Ehrenbürger BreSlauS, ist tu Folge Herzschläge« hier gestorben. — Privatdocent Dr. Simon, erster Assistent am physikalischen Institut zu Erlangen, wurde als erster Afltstent an daS physikalische Institut nach Göttingen berufen. — Der bisherige erste CustoS der Universitäts-Bibliothek zu Leipzig, vr. Wilhelm Steglin, ist zum außerordentlichen Professor in der philosophischen Facuttät ernannt worden. — Anton Kerner, Ritter von Marilaun, ber am 22. Juni in Wien verstorbene ausgezeichnete Botaniker, war 1831 zu Mautern (Ntederösterretch) geboren, studirte Medictn und war ursprünglich als practtscher Artt thättg, wandte sich aber bald garn der Botanik zu und wurde 1858 als Prosissor dieses Faches nach Ofen, 1860 alS Director des Botanischen Garlens nach Innsbruck, 1878 als Professor und Dtrector des Botanischen Gartentz nach Wien berufen. Da» bekannteste seiner Weite, das volle wissenschaftliche Zuverlässigkeit mit anziehender, allgemein verständttcher Form der Darstellung verbindet, ist daS „Pflanzenleben", gleichsam als Gegenstück zu Br'hms „Thierleben" gedacht und im gleichen Verlage erschienen (Leipzig, zwei Bände 1886 und 1891). Balkon. Die Flammen umzingelten sie schon ganz, noch immer machte fie keine Anstalt, auch den Sprung zu wagen. „Springt, um des Himmels Willen!" rief einer der Zuschauer. Käthe schloß die Augen, dann ließ fie sich herabfallen. Es war die höchste Zeit gewesen, denn im Augenblick darauf brach der Balkon zusammen. • • • Vor dem Krankenzimmer ging am andern Morgen Doctor Harmsen auf und nieder. Schon einige Stunden wartete er hier, denn da drinnen kämpften Tod und Leben einen schweren Kampf- jeden Augenb! ck konnte das Ende eintreten. Erst am nächsten Tage durste Harmsen das verdunkelte Zimmer betreten. „Ich konnte ihr ihren Wunsch nicht länger abschlagen, sagte der Doctor. „Hat fie denn nach mir gefragt?" „Sie hat nur Ihren Namen genannt. Aber Sie müssen sehr leise sein, Sie dürsen kein aufregende» Gespräch führen." Lautlo» sank er am Bette nieder. Seine Augen waren naß- wie sehr hatte er ihr Unrecht gethan. „Liebling, kannst Du mir vergeben?" e „Ich vergeben? So hast Du Deine Ansicht geändert? Du hältst mich Deiner nicht wehr unwerth?" „Kein Wort mehr, ich war ein Narr, ein großer Narr. Du sollst meine kleine liebe Frau werden, wenn Du wich haben willst." „Ich will! Aber der Arzt sagt, ich werde -eitleben» entstellt bleiben. Wird Dich da» nicht abbalten?" „Ich nehme Dich wie Du bist, denn Du hast die Feuerprobe bestanden." ;Coqnac Arzllichwnpfobl' Vi'l^bPrtisgfk'C1 I liy Mit 1088 Bildertafeln u. Kartenbeilagen. MEYERS LEXIKON ron Äitd ab Mus, t Gedielt kr Ltrnuni ttrabnj, $rai nrNtlMÄ trat Bcblt»4t, Mnn ttnAtn, 1« bm ttftrfrm, el D*na jtä, MchmL, rchnchte». i h«ienrv-il«r MM »Xtnbingn 8rM W ■ An iMHtafl io *Wi T üftfat a bri pW her niitodilÜfcWO re ,:rmrbwMtv M" I vrrda- *. ösriliua, bn aw Bd® tßdrr c*t 1831 |B** libto nnb cor BW b Ibo btib em *5 । feünd. 1. =.4 ■» * fcrw* c Palagt ers-ta» («w» 1 ®,lia n» "1 e "° ÄS ’i »>1, *W‘> '”an«il 3 H =ih * »".Ä Ml« (ÄS **.ftL* > - S? bl' "* P'ile* £. S ”*‘”8*1«,. Ä1» nt huurf B r^Sntbewirb £ SA R#taW«; •’W b» fkdeni S-j-ba L.^ v° ,Kktrt M (widm E* *. boRtmc i'-b.ttba -ilimkiD« ti rri^aibfl) Kcftn.ta* n bet fflt bidt MA ton in M, bit ä'xfi» t4 ütc iitbltagt - bin bcrjtftdh ftnbtn. - Ritd, iM Ilta ürttida ob m n»fii “'"T* ;s4 to»* ।'S । glt« «I * TM:?* , 11° * , ht= jbtNi 61 4t l**? „.,1 <* *(01 .. otlk®' n*5r ' - will P ’ «ffffl1861,(1 f*ss Versteigerung. Dienstag, den 28. ds. MtS. Nachmittags 2 Uhr versteigere ich Neustadt 55 (Biekers Saal) dahier gegen Baarzahlung: i. aus Antrag der Fahrradhandlung Joh. Fr. Schaaf: 2 fast noch neue gute Pneu- rnatic-Räder, 1 Dreirad mit Kissenreifen, als Transportrad sehr geeignet; 2. ca. 20 Pjd. Sohlleder; 3. 1 Schreibsecretär, i Plüsch- und andere Sophas, 1 Spiegel, 1 Kommode, 1 Verlicow, 1 Glasschrank, 1 Steppmaschine, 1 Bohrmaschine, mehrere Oelgemälde und verschiedene Schuhwaaren. Die Versteigerung ad. 1 und 2 finden bestimmt, ad. 3 theilweise statt. 6438 Born, Gerichtsvollzieher in Gießen. KausverKauf. Unsere in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes gelegene Hofraithe (Wohnhaus, zwei Doppelscheuern mit Stallungen, Waschküche, großer Hof, zwei Hausgärtchen), sowie verschiedene Grundstücke, werden Donnerstag den 30. Juni Nachmittags 2 Uhr, in bet Wirtschaft „Zur Stadt Gießen" öffentlich meistbietend versteigert. 6145 Karl Weber Erben, Londorf. KMmn frisch gepflückte, großfrüchtige, werden frei ins Haus geliefert. 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Gn auth. 6448 Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Gartenstraße 2. Angebot der Arbeitnehmer r 2 jüng. Buchbinder, 1 Küfer, 1 Maschinen - oder Fahrradschlosser, 1 Schuhmacher, 1 Bauschreiner, 1 Hausbursche. 2 Taglöhner für leichtere Arbeit, 1 Lauffrau, 1 Taglöhnerin, 1 Comptorist für Correspondenz, Buchführung bezw. Beischreiben von Büchern. Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Drechsler, 2 Eisendreher, 1 Krankenwärter, 1 Installateur, 2—3 Gerber, 1 Anstreicher, 2 Bauschloffer, 2 Feuer- bezw. Hufschmiede, 4 Schuhmacher, 1 Schneider, 2 Bau- bezw. Möbelschreiner, 2 Handlanger, 2 landwirthsch. Arbeiter, 2 Taglöhner, 16 Dienstmädchen für Küche und Hausarbeit, 2 Kindermädchen. Lehrlinge r 3 Bäcker, 2 Barbiere, 2 Buchbinder, 1 Drechsler, 1 Drucker, 2 Glaser, 1 Kupferschmied, 3 Lackirer, 1 Sattler, 1 Schmied, 2 Schneider, 2 Schreiner, 2 Schriftsetzer, 4 Schuhmacher, 1 Spengler, 1 Wagner. Gas-Cokes. Infolge Stadtverordneten Beschlusses vom 23. Juni 1898 tritt eine PttisemWgms unserer Gaseokes ein und wurden die Preise derselben bis auf Weiteres festgesetzt, roie folgt: Für den Centner ab Verkaufsstelle: Stück-Cokes..............1,- Mk. Nuß-Cokes in zwei verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofenschächte paffend zerkleinert: Größe Nr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gangbarste Sorte . . 1,10 Mk. Größe Nr. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit ...........1,15 Mk. In Wagenladungen von mindestens 36 Ceutuern: Stückcokes...............0.95 Mk. NußcokeS Nr. 1............105 Mk. Nußcokes Nr. 2............1.10 SH. Bei gleichzeitiger Entnahme von mindestens 200 Centner»: Stückcokes...............0.90 Mk. Nußcokes Nr. 1 l.- Mk. Nußcokes Nr. 2............1.05 Mk. Für Anfuhr an das HauS werden 5 Pfennig für den Centner berechnet. NB. Sofern das Verbringen der Cokes auf die betr. Lagerplätze (Keller, Stall rc) mit keinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Der Verkauf unserer Gascokes unter und bis einschließlich 5 Centner findet bis auf Weiteres im Gaswerk nicht mehr statt, und werden daselbst nur Quantitäten von über 5 Centner verabfolgt. — Dagegen ist bei folgenden hiefigeu Firmen ein Kteinverkaus unserer Gascokes von 1 bis 5 Centner eingerichtet worden, nämlich bei den Herren: Joh. Fischer, Alicestraße 19, H. Hof, Löwengaffe 11 und Bahnhofstraße 33, Jakob Kahl, Frankfurterstruß!' 151, Ed. Kliukel, Bahnhofstraße 10, Emil Pistor Nachfolger, Marktstraße 10, Gustav Nuppel, Schillerstraße 5, Georg Schäfer, Lichersiraße 2, Georg Unverzagt, Kaplansgaffe 5. Diese Firmen berechnen die gleichen Preife unserer Gaöcokes sammt Anfuhr wie das Gaswerk und schicken dieselben auch in Mengen unter 5 Centner zu. Gießen, Den 24. Juni 1898. Städtisches Gas« und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen.6429 Kurort Villa Donnersberg (pm«). 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Müller XXVIII. Lollar: Knörr & Cie. Leihgestern: Ph. Arnold. Lieh: H. C. Bingmann. Londorf: Gg. Braun. Mainzlar: Ph. W. Schlapp. Niedergleen: Gastw.Weller. Staufenberg: W. Heiberts- hausen. Steinbach: H. Gerhard. J. G. Gerhard. Gastw. Hahn. „0'9 V‘ „ v'S V7 / Man verlange HenfceFs Bleich-Soda, seit 20 Jahren bewährt als bestes u. billigstes Wasch- u.Merchunttet. Wir warnen vor Nachahmungen, die nur geringe Wasch- und Keine ZSteichKraft haben. Nur in Hriginak-WaLete« mit dem Namen „Henkel“ und dem als Schutzmarke. 3222 Henkel & Co., Düsseldorf. UersteWiliiM _ OPFERMANNS Brennessel-Wasser lüiupsefüiiiigeii K0NVERSAT10NS Für 1 Million ”49 Fahrräder hat die Firma Paal Bach u. Co., Buchholz i. 8a., gekauft (notariell beglaubigt) und ist daher in der Lage, für den billigen Preis von 150 Mk. ein vorzügliches Rad zu liefern. Versandt ■direct an Private, wo nicht vertreten, la. la. Fabrikat. 2 Jahre Garantie Vertr. ges. Kataloge gratis. 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