Nr. ISS Erstes Blatt. Samstag den 28, Mai L8V8 Meßmer Anzeiger Heneral-Anzeiger Bei PoßvczUtz 2 Marl 50 Vtt- viertkgützrltch. dnna^mt von Anzeigen zu der Nachmittags für den yelgmbai Lag erscheinenden Nummer biß Sonn. 10 Uhr. »tvWteU vierteljührttch 2 Mark 20 Pf, monatlich 76 Pstz. mit vringerloh». Alle Anzetgen-BermittlungSstellen des In« und NnAanda» nehme« Anzeigen für den Gießener Anzeiger ttttgiW» Erscheint täglich Mit Ausnahme des MontagS. Die Gießener -D««itten»tLtter werden dem Anzeiger Wöchentlich viermal beigelegt. Aints« und Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren. "*X*t** Gratisbeilage: Gießener Familimblätter. 2lmtlid>cr Tyril. Gießen, den 27. Mai 1898. Betr.. Die ReichStagSwahlen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Gr. Bürgermeistereien des Kreises. Nachdem die Offenlegung der Wählerlisten mit dem gestrigen Tage ihr Ende erreicht hat, erinnern wir Sic noch- mal» an die durch unser Ausschretben vom 16. d. MtS. — Gießener Anzeiger Nr. 114. erste« Blatt — Ihnen auf« gegebene Berichterstattung. Bürgermeistereien, deren Berichte nicht am 31. d. Mts. in unseren Händen find, haben die Zusendung eine« Wartboten zu gewärtigen. v. Gagern. Bekanntmachung. betreffend die Reichstagswahlen. Nachdem der Unterzeichnete für die bevorstehenden Reichs« tagSwahlen zum Wahlcommiffär de« ersten Wahlkreise« de« Grohherzogthum«, bestehend au«: 1. Kreis Gießen; 2. Au« dem Kreise AlSfeld die Gemarkungen: 1. Atzen« bain, 2. BeruSfeld, 3. Ermenrod, 4. Flensungen, 5. Ilsdorf, 6. Ktrfchgarteo, 7. Lehnheim und Merlau, 8. Nteder-Ohmen, 9. Ober-Ohmen, 10. Ruppertenrod, 11. Wettfaafen, 12. Zrtlbach- 3. Au« dem Kreife Schotten die Gemarkungen: 1. Eichel«, dorf, 2. Gedern, 3. Glashütten, 4. Groß.Eichen, 5. Klein« Eichen, 6. Mittel-Seemen, 7. Nieder-Seemen, 8. Ober-Lai«, 9. Ober-Seemen, 10. Oder-Schwitten, 11. Steinbe.g, 12, Unter«Seibertenrod, 13. Bolkartshain- 4. Au« dem Kreise Büdingen die Gemarkungen: 1. Bellmuth, 2. Bergheim, 3. Berstadt, 4. Bingenheim, 5. Bisse«, 6. Berstädter»Maikwald, 7. Bletchenbach, 8. Blo. selb, 9. Reichelsheimer Antheil an Btngenheimer Mark, 10. Bobenhausen I., 11. Borsdorf, 12. Dauernhetw, 13. Dauern« Heimer Hof, 14. Schleifeld, 15. Echzell, 16. Echzeller Mark« wald, 17. Eckardsdoru, 18. Effolderbach, 19. Fauerbach, 20. GeiS-Nidda, 21/22. Gelnhaar (Jsenb. und Doman.), 23. Gettenau, 24. Heuchelheim, 25. Hirzenhain, 26. Kohden, 27. Harbwald, 28. Letdhecken, 29. L'hberg, 30. Michelnau, 31. Nidda, 32. Ober WtdderShetm, 33. Oltenberg, 34 Ran« ftadt, 35. Schwickartshausen, 36. Selter«, 37. Conradsdorf, 38. Uater-Schmitten, 39. Uater-WidberSheim, 40. Grund Schwalheim, 41. Usenborn, 42. Wallernhauseu, 43. Wippenbach ernannt worden ist, bringt derselbe hiermit zur öffeur« ltchen Kevntoiß. daß Montag den 20. Juni 1898, Bormittags 11 Uhr in dem SttzungSsaale oeS RrgteruugSgebäude« zu Gießen die Protokolle über die Wahlen in den einzelnen Wahlbezirken durchgefeheu und die Resultate btr Wahlen zusammengestellt werden sollen. Da« Ergrbuiß wird sodann verkündet werden. Der Zutritt zu dem Local steht jedem Wähler frei. Gießen, den 27. Mat 1898. Der Wahlcommiffär: v. Gagern. Bekanntmachung, betreffend die Erweiterung de« Bahnhof« Gießen. Wir beraumen Verhandlungstermin auf Großh. Bürger« meisteret dahier zur Entgegennahme etwaiger Einwendungen gegen den vom 23. Mat bi« 4. Juni d«. I«. daselbst offen liegenden Plan über die Erweiterung de« Bahnhof« Gießen auf Donnerstag, den 9. Juni ds. Js. BormittagS 10 Uhr au. Gießen, den 27. Mat 1898. Großherzogliche« Kreisamt Gießen. v. Gagern. Deutscher Reiche Darmstadt, 27. Mai. Se. Köaigl. Hoheit der Groß« Herzog wohnten auch gestern vormittag der Befichtiguog de« Leibgarde-Regiment« durch den commandtreuden General v. Wittich auf dem Uebungöplatze bet. Ihre KSntgl. Hoheiten der Großherzog, die Großherzogin nebst der Prtozesfiu Elisabeth werden, laut „N. H- BolkSbl.", nächsten Sam«tag, den 28. d. M-, wieder von Schloß Heiltgenberg nach Darm« stadt tn« Neue Palais überziehen, um dann am 31. d. M. auf ungefähr eine Woche zur Krooprtozeffin Stephanie von Oesterreich zu Besuch nach Laxenburg bet Wien zu reifen. Berlin, 26. Mai. Der Kaiser ernannte nach de» ersten Vorbeimarsch bei der heutigen Parade die Kronprinzessin von Griechenland zum Chef de« Cltfabeth« Regiment«. Berlin,26.Mat. Die diesjährige Frühjahrsparade hat den gewohnten Verlauf genommen. Um 8 Uhr 40 Mtu. traf der Katfer mit dem Kronprinzen von Griechenland in offenem Wagen tu der Kaserne de« 1. Garde-Dragoner« Regimeut« etn. Nach kurzem Aufenthalt ritt der Kaiser, welcher große Generals-Uniform trug, nach dem Tewpelhofer Felde, ihm zur Linken ritt der Kronprinz von Griechenland in der Uniform de« 2. Garde-Regimeut«. Kurz vor 9 Uhr brachte ein sech«fpäuuiger offener Wagen die Kaiserin und die Kronprinzessin von Griechenland auf das Paradefeld. Die ganze Parade befehligte der commaudtreude General de« Garde-Eorp«. Fünf Minuten vor 11 Uhr war die Parade zu Ende und unmittelbar darauf begann der Rückmarsch der Truppen. Die vom Kaiser abgehaltene Kritik hatte um 11 Uhr 25 Mtn. ihr Ende erreicht, worauf der Kaiser fich au die Spitze der Fahaeu-Compagute setzte und dieselbe daun in da« Königliche Schloß zurücksührte. Berlin, 26. Mat. Da« Kaiserliche Hoflager wird auch während der Sommerzeit im Schlöffe zu Berlin bleiben, da bekanntlich da« Neue Palai« bei Potsdam in diesem Sommer nicht bezogen werden soll. Die Kaiserin selbst gedenkt im nächsten Monat, etwa am 6. oder 16. Juni, nach Wilhelm-Höhe bet Caffel abzuretsen. Berlin, 26. Mat. Da« Kronprtuzeupaar von Griechenland ist gestern vormittag tn Berlin etngetroffen. Zum Empfange auf dem Bahnhöfe war der Kaiser mit großem mllüärischen Gefolge uebst den Prinzen de« König- ltcheu Hause« erschienen. Eine Ehreucompagute mit Fahnen hatte am Bahnhof Aufstellung genommen. Die Mufik spielte beim Etnlaufeu de- Zuge« die griechische Nationalhymne. Die Ehren'Eompagaie erwte« bei der Begrüßung militärische Ehrenbezeugungen. Hierauf begaben fich die Herrschaften zu Wagen nach dem Königlichen Schlöffe. Im ersten Wagen fuhr der Kaiser mit der Kronprinzessin, im zweiten Wagen der Kronprinz. BreSlan, 26. Mai. Wie vr. Lambert tu Namur dem „BreSl. Geu.-Anz." mitthetlt, har er tn einer chemischen Substanz ein neue«, sicher wirkende« Heilmittel gegen die Tuberkulose gesunden. Die Substanz wird in reinem Zustande, uud zwar al« Injektion, angewendet. Dr. Lambert hat bei den verschiedensten Arten der Tuberkulose, insbesondere bet Lupu«, Bauchfellentzündung, wie auch bet der eigentltchen Lungenschwindsucht mit seinem neuen Mittel geradezu wunderbare Erfolge erzielt. Er schreibt wörtlich, daß nach seiner Anficht mit diesem Mittel jede Tuberkulose, auch in den schwierigsten Fällen, geheilt werden kann und theilt au»- führltch die KrankhritSgeschtchte eine« 3*/,jährigen Kinde- mit, welches an tuberkulöser Bauchfellentzündung litt und dessen Ableben stündlich erwartet wurde. Schon nach zweitägiger Behandlung, die am 5. Mat begann, schwanden die beunruhigenden Erscheinungen, und heute ist da» Kind saft gesund. München, 26. Mai. Der „Allgemeinen Zeitung" zufolge erklärte der Krt^g-mintster im Finanzausschuß, die Militär« strafproceßordnuug sei im Bunde-rath gegen die Stimmen Bayern- zur Annahme gelangt. Die Frage de» obersten Milttärgerichtshofe« befinde sich noch im Stadium der Unterhandlungen der beiden Regierungen bezw. de- Kaiser- und de« Prinzregenteu. Er könne constatiren, daß Bayern an der Behauptung seine» Reservatrecht« nach wie vor festhalten werde. Weitere» könne er zur Zeit nicht wittheilen. ArrsLavd Budapest, 26. Mai. Der ehemalige Finanzcontroleur Zahary überfiel den Staatssrcretär im Finan-winifterium, Graeutzeustein, in dessen Bureau und mißhandelte ihn. Erst nach längerem Handgemenge wurde der Uebersallene befreit und Zahary in» Gefängniß gebracht. Wahlbewegring. * Mainz, 26. Mai. Der von der natioualltberalen Partei aufgestellte Reich-tag-candtdat,Landwtrth Dettweiler von Laubenheim, hat auf eine Anfrage hin nunmehr die be« stimmte Erklärung abgegeben, im Falle seiner Wahl der freisinnigen Bereinigung beitreten zu wollen, woraus der recht-strhende Flügel der htestgen Deutschfreifinnigen beschloffen hat, für Dettweiler einzutreten. Nach den „Münchener N. Nachr." wird der Bund der Laudwirthe im hiefigen Wahlkreise seine Stimmen auch auf Dettweiler vereinigen. — Wie die Mainzer Nachr." wiffen wollen, soll gestern der engere Ausschuß der Eentrum-partei beschloffen haben, an dem seitherigen Abgeordneten Dr. Schmitt, trotz dessen geringer Neigung, eine Wahl anzunehmen, festzuhalten. Bestätigung dieser Nachricht bleibt abzuwartrn. ♦ «u» dem Wahlkreise Biogen-Alzey, 26. Mai. Nach verschiedenen Zaschtisten an das „Mainzer Journal" (Organ der Eentrum-partei) ist man in vielen CentrumSkreisen be» diesseitigen Wahlkreises mit dem Beschluß des AuSschuffeS des EentrumS, schon im ersten Wahlgang für den Candidaten der Deutschfreifinnigeo, Dr. Schmidt-Elberfeld, einzutreten, durchaus nicht einverstanden. Die Verstaatlichung der Reichsbauk. (Fortsetzung.) Dieses Princip aber führt die Reichsbauk nicht nur der Landwirthschaft, sondern ebenso auch der Industrie und dem Handel gegenüber mit einer wahrhaft klassischen Unparteilichkeit durch und mit einer Strenge gerade dem Handel gegenüber, die schon häufig Unzufriedenheit erweckt hat. Ein Wechsel mag die Unterschrift von drei allerersten Banken tragen; er wird von der Reichsbank nicht diecontirt, wenn er daraus hindeutet, daß er lediglich zu dem Zwecke der „Geldmacherei" ausgestellt ist. Nichts wäre verkehrter, wenn, fei es der Handel, sei es die Landwirthfchaft der Reichsbank hieraus einen Vorwurf machen wollten. Ebenso wenig wie für die Reichsbauk die Einräumung eines Vlanco Eredit« in Frage kommen kann — hierüber waren sich bei Berathung des Bankgesetzes im Jahre 1875 alle Parteien einig —, ebenso sehr ist eS eine Lebensfrage für die Reichsbank, sich ein völlig liquides Wechselportefeuille zu erhalten. Ihr großes Wechfelportefeuille soll nicht nur häufig ein Theil der Roteudeckung fein, sondern auch eine mit Sicherheit ein« gehende Deckung für die großen Giroguthaben bilben. Wohin die Reichsbauk gelangen würde, wenn sie von diesem Princip bei ihren WechseldiScontirungen abgehen wollte, wird erst recht klar, wenn man sich die Abänderungswünsche der Land« wirthschaft vor Augen führt. Die Vorwürfe von dieser Seite begannen schon vor der ersten Verlängerung des Prwilegium». Schon im Jahre 1883 wurden die Forderungen der Land- wirthschaft in einer Schrift des früheren Regierungsraths und jetzigen Landwirths Herrn Gamp codificirt. Ich muß Herrn Gamp hter wörtlich citiren, weil er unter den Agrariern für eine Autorität gilt. Er tritt zunächst dafür ein, daß dem Grundbesitz gegenüber die Bestimmung aufgehoben wird, wonach die Reichsbank nur Wechsel mit drei oder zwei Unterschriften discontiren darf, und schreibt dann: „Sind die au» dem Wechsel Verpflichteten nicht zweifellos zahlungsfähig, so wird allerdings durch Vermehrung der Zahl derselben die Sicherheit der Rückzahlung erhöht, da nach den Grundsätzen der Wahrscheinlichkeitsrechnung nicht anzunehmen ist, daß alle Verpflichteten zu gleicher Zeit zahlungsunfähig werden. (Heiterkeit.) Soll also auch tn diesem Fall (d. h. also dem Grundbesitz gegenüber) die Reichsbank genöthigt fein, Wechsel mit nur einer Unterschrift anzunehmen, so muß ihr auf andere Weise für den Verzicht auf die zweite Unterschrift ein Ersatz geschaffen werden, da sonst ihre Verluste eine entsprechende Steigerung erfahren würden. Diesen Ersatz finden wir darin, daß für Wechsel, die nur eine, und zwar nicht absolut sichere Unterschrift tragen, (Heiterkeit) der Zinssatz um so viel erhöht wird, als das gesteigerte Risico der Reichsbank bedingt, daß die Reichsbank also zugleich mit der Gewährung von Darlehen auch die Versicherung derselben gegen Ausfall zu einem dem Risico entsprechenden Prämiensatz übernimmt." (Heiterkeit.) Es folgt sodann noch folgender Satz: „Richt Diejenigen, die sich in einer so günstigen Vermögenslage befinden, daß die von ihnen ausgestellten Wechsel eine unbedingte Sicherheit genießen, sondern Diejenigen, die eine solche Sicherheit nicht zu bieten vermögen, haben in erster Reihe Anspruch auf staatliche Unterstützung bezüglich Befriedigung ihres Ereditbedürfniffes." Und Herr Gamp sagt endlich: „Aber auch gegen die der Reichsbank zu ertheilende Ermächtigung, ausnahmsweise Wechsel mit einjähriger Verfallzeit annehmen zu dürfen, möchten ernstere bankpolitische Bedenken nicht wohl zu erheben sein, (Heiterkeit.) wenn dieselbe auf die eigenen Wechsel des Grundbesitze« beschränkt wird." (Aha!) Arme Reichsbank! Sollte sie wirklich solchen Bankpolitikern ausgeliefert werden?! Eine große Mißliebigkelt bei den Herren Agrariern zog sich alsdann vor einigen Jahren die Reichsbank zu, als sie sich weigerte, den für Staatsanleihen des Deutschen Reiches und der Bundesstaaten eingeführten um 1/s pCt. ermäßigten Lombardzinsfuß auch für die Beleihung der landschaftlichen Pfandbriefe einzuführen. Die landschaftlichen Creditoereine waren durch keinerlei Abmahnungen von sachverständiger Seite da« von abzuhalten gewesen, in eine Converttrung ihrer 3t/2 pro» centigen Pfandbriefe in 3 procentige zu einer Zeit einzutreten, zu welcher eine solche Zinsherabsetzung noch gänzlich verfrüht war, weil der 3 procentige Zinsfuß eben noch nicht erreicht war. Da sich derartige Maßnahmen dem Geldmarkt nun einmal nicht aufdrängen lasten, waren so große Mengen 3 procentiger Pfandbriefe unbegeben geblieben, daß die Curse derselben ein.n Preissturz erfuhren, der jeglichen Nutzen aus der Converfion auch für die Schuldner illusorisch machte. Die Pfandbriefe wanderten in großen Beträgen in den Lombard der Reichsbank, und die Agrarier verlangten von dem Herrn Reichsbankpräsidenten eine Herabsetzung des Zinsfußes um Va pCt. zu Gunsten der landschaftlichen Pfandbriefe. Das Reichsbankdirectorium lehnte diese Ermäßigung gerade deshalb ab, weil zu befürchten war, daß die Reichsbank mit unplacirbaren Mengen dieser Pfandbriefe überschwemmt werden würde, und wie richtig die Ablehnung war, geht am besten daraus hervor, daß bald darauf das Reichsbankdirectorium sich veranlaßt sah, wegen zu starker Inanspruchnahme auch den Ausnahmezinssatz für die Staatsanlechen wieder aufzuheben. Geradezu falsch wäre es aber, wenn Jemand behaupten wollte, daß bei den Wechseldiscontirungen oder Lombardirungen die Landwirthschaft schlechter gestellt werde als Handel und Industrie. Wechsel, welche den legitimen Ansprüchen der Reichsbank genügen, die also z. B. gegen verkaufte Producte oder gegen gekaufte Düngmittel oder dergleichen gezogen find, werden von der Landwirthschaft ebenso bereitwillig genommen, wie von jedem anderen; ja die Landwirthschaft wird insofern thatsächlich bevorzugt, als bei gewissen Wechseln der Landwirthschaft auf Grund einer alten von der Preußischen Bank übernommenen Praxis eine einmalige Prolongation auf drei Monate bewilligt wird. Sind also auch alle diese gegen die GeschäftSgebahrung erhobenen Vorwürfe unbegründet, so will ich noch mit einigen Worten die großen Gefahren heroorheben, welche der Allgemeinheit aus einer Verstaatlichung der Reichsbank erwachsen würden. (Fortsetzung folgt.) Gießen, 27. Mai 1898. * * Sruauvt wurden Johann Friedrich Kersting zu Bad - Nauheim zum SaliueureutamtSgehtlfen, Johannes van Ba-Huiseu HI. zu Bad»Nauheim zum Heizer am ElectricitätSwerk zu Bad'Nauheim und die Cauzletgehilfen Hermann Waldmann au- Mühlberg (Kreis Ltebenwerda), Peter Krämer aus Rockenberg (Kreis Friedberg) und Friedrich Hallstein aus Dieburg zu Ministertalcauzlisteu bei dem Ministerium der Finanzen, sämmtlich mit Wirkung vom 1. Juni d. I. au. * • Kunstvereiu. In der GemSlde'AuSstelluug im Thurm» Hans am Brand find diese Woche wieder 40 neue Bilder etugenoffen, so daß die gegenwärtige Ausstellung bereit- 100 Gemälde umfaßt. Zugleich sei noch bemerkt, daß die Ausstellung an den Feiertagen von 11—3 Uhr Mittag- ununterbrochen geöffnet ist. * • Wahler-Berfammlaug. Die vom liberalen Wahlausschuß der freifinntgen und uatioualltberaleu Partei auf Donnerstag den 26. Mat, Abends 8% Uhr, in SteiuS Garten (Saalbau) anberaumte Wähler-Versammlung haue sich eines zahlreichen Besuches zu erfreuen. Herr Prof. Wtmmenauer begrüßte die Versammlung Namens der vereinigten Parteien, seiner Freude darüber Ausdruck verleihend, daß es endlich gelungen sei, ein Zusammengehen der bisher getrennt operireodeu beiden Parteien herbetzuführeu. Daß letzteres in der That der Fall sei, beweise ihm schlagend dass zahlreiche Erscheinen von Mitgliedern jeder derselben. Indem er hierfür verbindlich dankt, überträgt er da- Präsidium der heutigen Versammlung Herrn Fabrikant Georgi. Dieser wieS kurz darauf hin, daß es den vereinigten Parteien gelungen sei, tu der Person de- unserer engeren Heimath entstammenden Herrn Dr. ftxant in Enger- a. Rh. einen geschickten und würdigen Vertreter des ersten hessischen Reich-» tag-wahlkreiseS zu gewinnen. — Eine Interpellation de- Herru Scheidemann fand ihre Erledigung darin, daß ihm feiten- de- Vorsitzenden eröffnet wurde, e- liege nicht tu der Absicht des Wahlausschusses, erfolglosen Debatten Raum zu geben, dem zufolge auch dem Interpellanten das Wort keinesfalls ertheilt werden würde. Herr Schetdemanu verließ darauf mit seinem Anhänge die Versammlung. Sodann wurde Herrn Dr. Frank das Wort ertheilt. Nachdem derselbe für die ihm zugedachte Ehre gedankt hatte, legte er vor seinen Wählern ein politisches GlaubeuSbekenutuiß ab, derart, daß er zu den einzelnen Punkten des Programms Stellung nahm und seinen Standpunkt zu jedem derselben kurz motivirte- hervorhebeud, auch etwa neu in die Erscheinung tretende Gesichtspunkte würden ihn stets das Wohl des Vaterlandes über das der Partei stellen lassen, wie dies ja auch die Schlußworte des Programms, als für beide Parteien maßgebend, zum Ausdruck brächten in den Worten: „Dies Alle- in Treue zu Kaiser und Reich zum Wohle des Volkes und zum Heile des Vaterlandes." Anhaltender Beifall folgte dieser Programmrede. — Darauf ergriff Herr Rechtsanwalt Dr. Jung das Wort zu längerer Rede, in der er Berechtigung und Ziele, Kraft und seitherige Erfolge des Liberalismus eingehend beleuchtete und die Anhänger beider Parteien aufforderte, unter Hintansetzung persönlicher Interessen zielbewußte Einigkeit zur Geltung zu bringen, um so der gemeinsamen Sache zum Siege zu verhelfen. — Herr Dr. Fuhr, Vorsitzender des uatioualliberalen Vereins, bekundet seine Freude darüber, heute Hand in Hand mit Männern arbeiten zu können, die er, trotzdem er sie hoch- fchätze, bisher politisch leider habe bekämpfen müssen. Er hofft, daß das trennende Moment nunmehr dauernd beseitigt sei und daß das deutsche Bürgerthum fortan etumüthig für des Vaterlandes Wohl eintreten werde. Der Candidat sei ein Manu, dessen Herkunft und Erfahrung dafür bürge, daß er seinen Wahlkreis mit Erfolg vertreten werde. — Herr Privatdoceut Dr. Peters aus Heidelberg, Mitbegründer des Vereins deutscher Studenten, verbreitete fich über den EutwickelungSgang desselben und befürwortete ebenfalls die Caudidatur Frank. — Der Vorsitzende Herr Fabrikant Grorgi äußerte sodann seine Genugthuung über den Verlauf der heutigen Versammlung und verspricht fich von derselben guten Erfolg. Mit einem Hoch auf daS Vaterland schloß er sodann die Versammlung. Hierauf brachte Herr Geh. Justizrath Battz mit zündenden Worten ein begeistertes Hoch auf die vereinigten beiden Parteien aus, welches kräftiges Echo fand. — Die noch folgenden Worte des Herrn Krumm blieben infolge des allgemeinen Aufbruches der Versammlung unverständlich. • • Als Vertreter der Freiwilligen Feuerwehren Gießen- wird der Hauptmann der Gießener Freiw.ll. Feuerwehr den 15. deutschen Feuerwehrtag in Charlotten» bürg besuchen. Die Stadtverordneten - Versammlung hat beschlossen, einen Theil der Kosten auf die Stadt zu übernehmen. Sin Gießener grand prix. Freunde des Radfahrsporte» beabsichtigen, für daS Herbstrenueu einen großen Preis zu stiften. Die bis jetzt gezeichneten Beiträge lassen die Verwirklichung der Idee erhoffen. * * Wenig Zatereffe scheinen die Bauhandwerker für die BaugewerkS-Berufsgenossenschaft zu haben. Die ordentliche Versammlung der Sectiou VI (Gießen) der Hessen- Nassauischen BaugewerkS • BerufSgenoffenschaft, welche am verflossenen Sonntag im Restaurant Fetdel hterselbst stattfand, war außer vom Vorstände nur von etwa einem halben Dutzend Mitglieder besucht, obgleich die Tagesordnung wichtige BerathungSgegenstände aufwieS. * * Innere Mission. Ein interessantes Programm hat die südwestdeutsche Conferenz für innere Mission ‘ für ihre 34. Jahresversammlung zu Frankfurt a. M. am 8. und 9. Juni aufgestellt. Landeskirche und Freikirche in ihrer Bedeutung für BolkSerztehung und innere Mission ist der Gegenstand der Verhandlungen der ersten Hauptversammlung, worüber der in Hessen wohlbekannte Ober- Confistortalrath Professor D. Sell - Bonn reden wird. Außerdem kommen eine Reihe wichtiger Fragen zur Erörterung, die mehr in daS praktische Gebiet eingreifen. Ueber VolkSvergnügungen und Familienleben spricht Pastor Schöttler-Barmen, über die Fürsorge für Kellner Pastor Schmidt-Cannes, über nationale Anfiedeluug und Wohnungsreform I. Latscha-Frankfurt. In der 4. Klaffe. Die Belästigungen des reisenden Publikums in der 4. Wazenklaffe durch Haufirer, Zauberkünstler, Orgelspieler rc. find nunmehr bei Strafe 6t» 100 Mk. verboten. Das Zugpersonal ist angewiesen, jede Uebertietung zur Anzeige zu bringen. * * Tabakbau in Hessen. Im Großherzogthum Hrssen gab es im Erntejahr 1896/97 2232 Tadakpflanzrr urd 75,654.67 Ar Flächeninhalt der mit Tabak bepflanzten Grundstücke. Der Werth der Tabakernte betrug 1,075,863 Mk. * * Mir der Ertheilnng eines Erholungsurlaubs au die Unlerbeamteu hat die ReichSpostverwaltung gute Erfahrungen gewacht. Die Beamten find nach Beendigung des Urlaub- „metft mit erhöhter BerufSfreudigkeit und sowohl körperlich als geistig erfrischt in den Dienst zurückgekehrt, während andererseits durch die gegenseitige Vertretung der Unterbeamten besondere StelloertretungSkosteu häufig nicht entstanden find". Infolge dessen hat die Postverwaltung angeorduet, daß auch in diesem Sommer den Uoterbeamten, soweit angängig, ein Erholungsurlaub ertheilt werden soll. * ♦ VerkthrSerleichteruugeu zum Deutschen Turnfest in Hamburg. Einer an den Vertreter des Mittelrheinischen TurvkretseS gerichteten Zuschrift des Hamburger BerkehrS- AuSschusse» ist zu entnehmen, daß eine am 17. Mai stattgehabte Conferenz der Deutschen Etsenbahn'Verwaltungen über Feststellung der Anzahl und Fahrzeiten der Sonderzüge nach Hamburg entschieden hat und daß, wenn auch noch einige Tage bis zur amtlichen Veröffentlichung der gefaßten Beschlüffe vergehen werden, doch jetzt schon feststeht, daß den Bedürfnissen der Turner im weitesten Umfange Rechnung getragen worden ist. Als Ergebuiß der Verhandlungen sei kurz mitgetheilr, daß sowohl für die Sonderzug-', als auch für die Anschluß Rückfahrkarten 50 pCt. Ermäßigung gewährt wird. Fahrtunterbrechung soll auf der Hinfahrt einmal, auf der Rückfahrt mehrmals gestattet sein. Sonder- zugS- und Anschluß-Rückfahrten aus Süddeutschland werden eine 45tägige, aus den anderen Theilen Deutschlands eine 30tägige Geltungsdauer haben, auch soll die Möglichkeit gegeben werden, die Rückfahrt über einen anderen Bahnweg anSzuführen und zwar, soweit erforderlich, gegen Nachzahlung des Fahrpreises für die Mehrentfernung oder gegen Lösung von bereits bei der Abgangsstation über den Umweg ausgestellten Fahrkarten. Die Fahrpläne für die Tonderzüge werden in Altona auSgearbeitet und erfolgt Mittheilung an alle Turnvereine seitens des Hamburger BerkehrS-AuSschuffeS, sobald dieser dazu im Stande ist. Butzbach, 25. Mai. Heute wurde die Leiche des Wein- Händler- Herrn Karl Johann Wilhelm Kalbfleisch hier zur letzten Ruhe bestattet. Außer seinen Verwandten waren viele Leidtragende au- seinem Freunde-- und Bekanntenkreise au- Nah und Fern erschienen. Der verblichene war ein langjährige- eifriges Mitglied de- hiefigen Turnvereins- 20 Jahre gehörte er dessen Vorstand an und 12 Jahre war er erster Sprecher bei diesem Verein. Auch bei anderen Vereinen war er ein rühriges Mitglied und erwarb fich durch fein ehrenhaftes und charakterfestes Benehmen viele Freunde, demzufolge ihm verschiedene Ehrenämter übertragen wurden. Die hiesige Gemeinde wird dem Entschlafener: ein ehrendes Andenken bewahren. Darmst. Zig. n. Friedberg, 26. Mai. Der gestrige S ch weine - markt verlief bei starkem Auftrieb und großem Besuch von Käufern ungemein auimirt. Zu diesem Verlauf trug auch die vorhandene ausgesuchte Waare viel bei. Unsere Land- wirthe haben in den letzten Jahren erfreulicher Weise doch bedeutende Fortschritte in der Schweinezucht gemacht, die ihnen jetzt den wohlverdienten klingenden Lohn eiubriugen. ES fließt jetzt manches schöne Stück Geld in die Taschen unserer Landwirthe, da» früher aus Hessen hivauSwauderte, weil die Händler unsere Märkte mit schönen vom AuSlavde bezogenen Ferkeln besuchten. Diese Coucurrenz ist jetzt auS dem Felde geschlagen. — Trotz der hohen Kartoffelpreise bewegen fich die Preise für Ferkel beständig in aufsteigeuder Linie. Für daS Paar kleine Ferkel wurden gestern 25 bis 35 Mk., für mittelstarke 35—45 Mk. und für große 45 bis 55 Mk. bezahlt. Läufer waren wenige aufgetriebeu- doch konnte die geringe Nachfrage leicht befriedigt werden, weß- halb die Preise hier nicht hoch waren. Recht schöne Läufer waren schon zu 60 Mk. zu erhalten. Griesheim, 25. Mai. Von einem Bierwagen der Hilde» braud'schen Brauerei in Pfungstadt wurde gestern ans der Darmstädter Chauffee ein sechsjähriges Bübchen über» fahren. Den Fahrburschen trifft keine Schuld, da der Kleine fich hinten an den Wagen hängte und dabei von einem Hinter" rad erfaßt wurde, das ihm über daS eine Bein ging. Die Verletzung soll eine sehr schwere sein. — Dieser Unfall sollte allen Eltern Veranlassung geben, ihre Kinder ernstlich wegen dieser Unsitte zu verwarnen. A Mainz, 26. Mai. Die heftigen Niederschläge, von denen in den letzten Tagen ein großer Theil von Süd-> deutschland heimgesucht wurde, haben eine sehr rasche Au- schwellung des Neckars, Main- und Oberrheins zur Folge gehabt und bedrohen jetzt das Mittelrheingebiet mit Urber- schwemmung. Während schon am Dienstag vom Neckar rapides Steigen gemeldet wurde, nahm seit gestern früh der Rhein hier beträchtlich zu und zwar derart, daß der Pegel tuner- halb 24 Stunden einen Meter mehr zeigte und zwischen hier und Worms die flachgelegeuen Ufer theilweise schon unter Wasser setzte. Heute Morgen betrug der Pegelstand 3,25 Mir., und nahm daS Wasser bis zum Abend noch weitere 25 Ctm. zu. Seit 4 Uhr hat sich daS Steigen etwa- vermindert. Die amtlichen Nachrichten vom Abend melden vom Neckar Stillstand und vom Rhein bet Mannheim noch Wachsen- — Mit Rücksicht auf die gegenwärtigen hohen Getreidepreis e und den sich daraus ergebenden Brotaufschlag war Seitens der hiesigen städtischen Verwaltung angeregt worden, vorübergehend das Octroi auf Mehl aufzuheben, um hierdurch den Brotpreis etwas zu Gunsten der ärmeren Klaffen zu beeinflussen. Nun hat aber eine Berechnung ergeben, daß bei Aufhebung des Octroi- nur ein Abschlag von 8/< Pfg. für einen vierpfündigeu Laib Brod eintreten könnte, mithin nicht da- consumirende Publikum, sondern lediglich die immer ihre Preise nach oben abrundendeu Bäcker den Vortheil von der projectirten Maßnahme hätten. Man hat e- daher für gut befunden, da- Octroi nicht aufzuheben. Wendelsheim, 25. Mai. „Abfahreu!" erklang am letzter. Sonntag Abend da- Commando de- dienstthuenden Stationsvorsteher- am hiesigen Bahnhofe. Darauf ertönte der schrille Ton der Signalpfeife de- Zugführer-, der von der Dampf- Pfeife der Lokomotive des letzten Personenzuges nach Armsheim pflichtgemäß erwidert wurde, worauf das Dampfroß fich langsam in Bewegung setzte. Weder Führer noch Heizer der Maschine bemerkten es, daß die dahinter befindlichen Personenwagen nicht vachfolgten, und bald war die Loco- motive den Blicken der enttäuscht zurückgelaffeuen Passagiere entschwunden. Erst beim Anhalten auf der nächsten Haltestelle in Uffhofen wurde der Locowotivführer darauf aufmerksam, daß er ohne den gewohnten Anhang gefahren war§ worauf er schleunigst wieder nach Wendelsheim zurückdampfte^ um seine dort fitzengelassenen Passagiere abzuholev. A. Z. VeAU-ischtes. * Kirchliude, 25. Mat. Die auf Zeche Zollern ver» unglückten 44 Bergleute wurden heute feierlich beerdigt. Bon dem Förderthurm der Zeche wehte eine mächtige schwarze Flagge, die Häuser zeigten Trauerschmuck. und der Weg vom Bahnhofe bis zum Krankenhause, in dessen Leichenhalle die Särge aufgebahrt waren, war mit Flaggenmasten besetzt, an denen halbmast gehißte Flaggen wehten. Aus allen Richt» tungen zogen Vereine mit Fahnen heran, darunter Knappenvereine in Uniform, Kriegerveretne, Gesang- und Turnvereine und namentlich Vertretungen der Gewerkschaften anS den benachbarten Städten. Die große Zahl der Verunglückten bedingte ein großes Trauergefolge. Die Leichen kamen nicht in ein Massengrab, vielmehr wurden die Tobten in den Gemeinden beerdigt, in denen fie ihren Wohnfitz hatten. So 20 Katholiken in Kirchliude, 11 Evangelische in Warten^ 5 Katholiken in Castrop, 3 in Huckarde, 4 Evangelische in Lütgendortmund u. s. w. Die 20 Leichen, die auf den katho lischen Friedhof in Kirchliude kamen, wurden von Bergleuten getragen und zuerst beerdigt, nachdem die kleinern Partien unter Mufikbegleitung und zahlreichem Gefolge abgegangen waren. Während der Zug, tu dem gegen 40 BeretnSfahneu wehten, fich ordnete, spielten sich vor der Leichenhalle erregte Auftritte ab. Eine Fran hatte eS durch Bitten ferttggebracht, daß man ihr den Sarg öffnete, in dem die Leiche ihres Gatten liegen sollte. Es ergab fich, daß eine Verwechslung vorgekommen war- die Leiche selbst war allerdings nicht recht zu erkennen, aber der betreffende Manu hatte fich erst wenige Tage vorher das Haar kurz schneiden lassen, die in dem Sarge ruhende Leiche hatte aber langes Haar. Nun mußten mehrere Särge wieder geöffnet werden, bis man die vermeintliche rechte Leiche fand. Auf dem katholischen Friedhöfe bestieg nach der Einseukung und Einsegnung Pfarrer Müller eine mit schwarzem Tuch behangene Kanzel und schilderte in packenden Worten den Schrecken, die Sorge und He Angst, welche die Bewohner der Gemeinden bewegt hätten, Dil die Kunde von dem Unglücke anlangte- welche bangen Stunden gar Biele verlebt Härten, ehe ihnen über das Schicksal idrer Angehörigen Gewißheit geworden. Furchtbar seien zwei Familien getroffen, in denen je zwei Brüder hiugerafft seien, diese ruhten nun auch im Tode nebeneinander. Der geistliche Redner tröstete die Hinterbliebenen und wandte sich bann zu den jungen Leuten. Diese ermahnte er, zu bedenken, daß fie fich nicht der Genuß- und Vergnügungssucht hingeben sollten, wie es so vielfach geschehe, sähen fie doch in diesen noch offenen Grüften ein Beispiel, daß der Tod auch den jungen Menschen ost unverhofft abrufe. Auf dem Fried- Hofe in Warten hielt Pfarrer Klein die Leichenrede, er schil- beite ebenso das schreckliche, über so Biele heretngebrochene Elend, lobte den Muth und die Ausdauer der RettungS- mannschasten, die unter Anführung der Beamten, trotz der Gefahr für das eigene Leben, muthig vorgedrungen seien und ihren Brüdern Hülfe und Rettung gebracht hatten. AlS leuchtendes Beispiel der Bruderliebe bezeichnete der Redner die herrliche That des jungen Stchelschmidt, der, schon ge- rettet, wieder in die Grube einfuhr, um seinen Bruder zu retten, der Tod habe fie beide vereint, Seite an Sette ruhten die Jünglinge im Grabe. • AnS der BerfichernngSbranche. Der Anstallsarzt einer größeren Pflegestatton im Kreise Militsch hat von einer in Breslau befindlichen Feuer-Versicherungs-Gesellschaft, bei der er seinen Besitz versichert hatte, Schadenersatz für einen I Gänsebraten verlangt, der durch Ueberheizen des Bratofens verdorben war. Er erhielt von der Gesellschaft folgenden Bescheid: „Der Anspruch für Fletsch, das zum Zwecke des Bratens der Einwirkung des Feuers ausgesetzt war und dabei zu Schaden gekommen ist, Ersatz zu erhalten, erscheint uns recht sonderbar; mit dem eigentlichen Zwecke der Versicherung ist ein derartiger Schaden sicherlich nicht in Verbindung zu bringen. Im vorliegenden Falle nun wollen wir den Anspruch nicht ablehnen, erklären, uns vielmehr bereit, die geforderte Entschädigung auszuzahlen, wenn Sie eine über den geforderten Betrag lautende Schadenliquidation vollziehen. Auch wollen Sie den „Brand", wenn es auch noch nicht geschehen fein sollte, der Ortspolizeibehörde bestimmungsgemäß zur Anzeige bringen." — Noch bester machte es eine andere Gesellschaft, von der Jemand Brandentschädigung für eine Kiste aufgerauchter Cigarren gefordert hatte. Die Gesellschaft bezahlte ihm den „Schaden", zeigte ihn aber dann wegen vorsätzlicher Brandstiftung an. * Gegen Wettgefäuge. Der Pfälzische Sängerbund faßte in einer außerordentlichen Generalversammlung auch für weitere Kreise intereffante Beschlüsse. Es handelt fich dabei um den Wettgesang bei Sängerfesten. ES gibt in Deutschland nur zwei größere Verbände, die den Wettgesang pflegen, der badische und der schwäbische Sängerbund. Nun sollte auch in der Pfalz dieses Beispiel befolgt werden. Die genannten Verbände in Baden und Württemberg haben jedoch mit diesen Wetigesangfestev keine günstigen oder wenigstens nur bedingte Erfolge erzielt. Mit Recht wurde in der Hauptversammlung des pfälz. Sängerbundes betont, daß im Allgemeinen das ideale Moment bei solchen Wettgesängen in den Hintergrund trete und meist recht prosaische Faktoren dabei eine Rolle spielen. Man beschloß darum auch, priocipiell von derartigen Veranstaltungen Abstand zu nehmen und den Wetteifer der Vereine auf andere Weise aufrecht zu erhalten. Im Weiteren sollen in Zukunft die großen Sängerfrste vereinfacht und die Bestimmungen für Teilnahme der Vereine an den Borträgen von Chören verschärft werden, um dadurch zu künstlerisch edleren Zielen zu gelangen. Das find Beschlüffe, die um so mehr Anerkennung verdienen, als seit vielen Jahren leider die Beobachtung zu machen ist, daß bei öffentlichen Sänger- festen u. s. w. die „Pflege des Schönen" nur einen Vorwand für zuweilen recht nüchterne Festfreuden bildet. * Was einem Radler Aller paffiren kann! Eine Anzahl Arbeiter ans Urberack, die in Frankfurt in Arbeit stehen und Abends auf ihren Rädern nach Hause fahren, sahen fich gestern Abend auf der Heimfahrt und zwar in der Nähe des Grafenbruchs plötzlich einem feisten Rehbock gegenüber. DaS Thier erschrak beim Anblick der in langer Kette fahrenden Radler so sehr, daß eS fich zunächst nicht zu rühren vermochte und wie angewurzelt stehen blieb; dann aber mochte eS ihm doch angebracht erscheinen, um jeden Preis wieder den gegenüberliegenden Wald zu gewinnen und so nahm es denn daS lebendige Hinderniß, indem eS mit einem kühnen Sprung über die verdutzten Radler hinwegsetzte. Einer von den Letzteren aber wurde von den Hinterläufen des Bockes so kl ästig gestreift, daß er daS Gleichgewicht verlor und mit seiner Maschine in den Straßengraben flog. Schaden hat der Radler bei der unerwarteten „Begegnung" glücklicher Weise nicht genommen. * Hebet FeuerSgefahr durch Fernsprechleitungen wird der Wes. Ztg." geschrieben: „Wie noch erinnerlich sein dürfte, ist vor einiger Zeit das Telephonamt in Zürich durch elektrische Zündung in Brand gesetzt und vollständig vernichtet worden. Dieser Brand hat wiederum die Frage wachgerufen, ob und inwieweit eine Fernsprechleitung durch elektrische Zündung die Ursache eines Brandes werden kann. Zunächst ist eS zu bedenken, daß die Möglichkeit einer FeuerSgefahr durch die Fernsprechleitung schon seit langer Zeit bekannt war und daß der Brand des Züricher Amtes nicht vereinzelt dasteht. ES find vielmehr die Aemter in Remscheid, Dortmund, Effen und Barmen, sowie die in Neapel und Stockholm schon früher durch elektrische Zündung in Flammen aufgegangen. Die Ursachen der Brände sind fast immer die Leitungen der elektrischen Straßenbahnen, indem ein Telephondraht reißt und auf diese Leitungen fällt. Dadurch gelangt ein außerordentlich starker elektrischer Strom in die Fernsprechapparate, resp. die Schaltungen, die fich erwärmen und schließlich entzünden. Die Gefahr, daß ein Brand auf diese Weise entsteht, ist verhältnißmäßig sehr groß, wie auch die Gefahr der Ausbreitung einer solchen Feuersbrunst durch die Fernsprechleitungen ganz bedeutend ist. Das Aus- brennen eines Fernsprechamtes ist, ganz abgesehen von i dem großen Materialschaden, auch für die Theilnehmer an der Fernsprecheinrichtung eine schwere Schädigung, weil der gesammte Betrird oft monatelang ruhen matz. Die Beseitigung der ZündungSgefahr durch solche zufällig in die Fernsprechleitungen eindringende starke Ströme ist sehr einfach und erfolgt dadurch, daß man sog. Abschmelzficherungen in die einzelnen Fernsprechleitungen einleitet. Diese Abschmrlz- ficherungen bestehen au- ganz dünnen Bleifäden, die nur einen Strom von ganz bestimmter Starke leiten können - steigt die Stromstärke, so erwärmt fich der Bleldraht und schmilzt, wodurch natürlich die Leitung sofort unterbrochen wird und damit auch jede FeuerSgefahr beseitigt ist. Ein origineller Zufall ist e-, daß bei dem jetzt zerstörten Züricher Amt die Einführung derartiger Abschmelzficherungen geplant und zum Theil auch bei dem neuen, noch nicht ganz vollendeten Amt schon fertiggeftellt, aber noch nicht in die Leitungen eingeschaltet war! Die Sicherheit des Fernsprechverkehrs ist Im Interesse der Theilnehmer unbedingt erforderlich, weil eine längere Unterbrechung zu schweren geschäftlichen Schädig, uugen führen kann, und es ist daher dringend zu wünschen, daß die Einführung von geeigneten DorfichtSmaßregeln allgemein angeordnet wird." • Rix deutsch! Peter Rosegger bringt im Machest seiner Monatsschrift „Heimgarten" folgendes ergötzliche Ge- schichtcken: Recht gemüthlich hatten wir uns unterhalten, auf der Strecke Wien—Prag, der Conductrur und ich. Er sprach deutsch und die paar böhmischen Lichter, die er hier und da seinem Jargcn aufsetzte, brachten mich nicht auS der Faffung. Der Mann besorgte mir schließlich ein gutes ScklascoupS, daS ick erst verließ, als der Zug still stand und die Station „Praha“ auSgerufeu wurde. ES graute der Morgen, ich öffnete das Fenster und fragte meinen Con- ducteur, wie lange der Aufenthalt dauern würde. „Dvacot minutl* antwortete er kurz. In der Halle stand der Früh- stückStisch. Da ick die Antwort nicht verstanden hatte und also über deu Aufenthalt im Unklaren war, so rief ich dem Kellner zu, mir eine Portion Kaffee inS Coups hereinzu- geben!" — „Nix deutsch!" — Ich wiederholte meinen Wunsch. — „Trojete si seidani?“ fragte der Kellner. — „Ich bitte, mir eine Taffe Kaffee in daS Coupö hereinzugeben!" — „Zde ss nemluvi nemucky!8 antwortete der Kellner und that weiter nichts desgleichen. — „Aber wir haben nicht lange Zeit, nicht wahr, Herr Conducteur?" — „Zde ae nemluvi nemecky!“ wiederholte auch dieser scharf. Dann bedeutete er ezechisch, mir den Kaffee in den Wagen zu reichen, was der Kellner nach langem Zögeru that. Ich be- ganu ruhig zu frühstücken. Der Kellner stand vor dem Fenster und sagte: „Prosim poapeste si!“ — Na, dachte ich mir, mein lieber Böhme, Du wirst noch recht gut mit mir deutsch sprechen, bevor wir auseinandergehen! Und genoß gelassen meinen Kaffee. Der Kellner wurde jetzt un- geduldig und lief: „Prosim pospeste si, vlak przi odjede!“ Jh that nichts dergleichen. Mit lebhaften Geberden rief er mir czechische Worte zu, denn der Zug wurde bereits ab gerufen. Endlich reichte ich ihm daS Geschirr hinaus und nickte: Adieu! Da schrie er grell: „Kaffee kostet vierund- dreißig Kreuzer!" — „Wiie?" fragte ich hinaus. — „Bier- uuddreißig Kreuzer!" wiederholte er in höchster Erregung. — Ich deutete ihm mit den Händen: „Nix deutsch!" — Der Zug setzte fich in Bewegung. Der Kellner stand händeringend bet seinem Kaffeetisch in der Halle. Allzulang wollte ich aber doch nicht der Schuldner deS Prager Kellners bleiben, und bei Aussig, als mein Couducteur deS Deutschen wieder mächtig war, bestellte ich ihm, auf seiner Rückfahrt meine Kaffeerechuung zu begleichen. • Die sechs reichsten Frauen der Welt find Seunora Jfidora Couftno, MrS. Harriet Howland Green, die Baronin Burdeit Coutte, die Marquise de Roda, Miß Math Garret und Frau Woleska. Sennora Coufino, eine südamerikanische Minevbefitzerin, wird auf 40 Millionen, Mrs. Green auf 11, die Baronin Burdett-Coutt» und die Marquise de Roda auf je 8, Miß Garett und die rusfische GutSbefitzerin Frau WoleSka auf je 4 Millionen Pfd. Sterling geschätzt. Das tägliche Einkommen der Damen stellt fich wie folgt: Madame Coufino 4931 Pfund oder 98,620 Mk., MrS. Green 27,120 Mk., Baronesse Burdett Coutt» und die Marquise be Roda 9860 Mk., Miß Garett und Madame Wolcska 4920 Mk. Jede Pendelschwingung bedeutet für Sennora Coufino ein Einkommen von fast 140 Pfg., für Frau Hetty Green 38, die Baroneffe und die Marquise 14 Pfg. u. f. w. Eine bescheidene Behauptung stellt fest, daß bet einer Anlage zu 41/» da» vereinigte Kapital der sechs Millionärinnen 567/io Millionen Mark erbringen würde, so daß, behielte jede der Damen 400,000 Mk. Rente für fich, noch etwa 150,000 Mk. täglich zur Vertheilung an minderbegünstigte Sterbliche übrig blieben. * Die Redakteure der „Züricher Post" find sehr ärgerlich. Man hält fie nämlich in Zürich häufig für einfache — Briefträger. Au der Vorderseite des Gebäudes, in dem die Redakteure der „Züricher Post" Weltgeschichte machen, befindet fich nämlich ein Schild von bescheidenem Umfang mtt der Aufschrift: „Züricher Post". Man kann also den Leuten uicht grollen, die in ihrer HerzenSeinfalt die RedactionSräume für eine Zweigstelle der Bundespost halten- aber die Herren Redakteure haben doch schließlich Anderes zu thun, als junge Mädchen abzufertigen, die eine Marke für einen Liebesbrief kaufen wollen, oder einen großen Sack mit Wurst, Butter, Käse u. s. w. zurückzuweisen, die ein bravrS Mütterchen an ihren bet den Soldaten befindlichdn Sohn abfenben will — ganz abgesehen davon, daß ber Redactionsbrieskastrn täglich mit frankirten Briefen und Postkarten angesüllt ist, die die Redakteure bann eigenhändig zur Poft bringen müffrn, zur wirklichen Post. DaS Alles ist sehr unangenehm. Aber man wechselt nicht gern den Namen eine» Blattes und deßhalb werden die Redakteure der „Züricher Post" ihr Mißgeschick auch in Zukunft mit Geduld tragen müssen. No ^-deutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten ®rrl LooS und I. M. Schulhof. Bremen, 24. Mat. fPer transatlantischen Telegraph.! Der Schnelldampfer Trave, Capt. C. Tbalenhorst, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, tft gestern 10 Uhr Vormittags wohlbehalten tu Newyork angekommen. Bremen, 25 Mai. sPer transatlantischen Telegraph.j Der Doppclschrauben-Postdampfcr Königin Luise, Capitän W. o. SLuck- numn, vom Nordd. Lloyd in Bremen, ist gestern 9 Uhr Vormittags wohlbehalten in New York angekommen. Bremen, 25. Mat. >,Per transatlantischen Telegraph] Der Doppllschrauben-Poftdampfer H. H- Meier, Eapt. E. Sttenken, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 10 Udr Vormittags wohlbehalten b Baltimore angekommen. Mxchliche Anzeigen 6er Stadt Gietzen. Evangelische «emeiube, 1. Pfingstfeiertag, den 29. Mai. Collecte für die Hessische Lutherstiftung. G o 11 e s d i e n st. In der Stadtktrche. Vormittags 97« Uhr: Pfarrer Dr. Grein Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Marcusgememde. Pfarrer Dr. Grein. Nachmittags 27e Uhr: Pfarrer Schlosser. In der Johanneskirche. Vormittags 1BI* Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrassistent Dr. Heußel. Beichte und heil. Abendmahl für die Lucas- und Johannes- gemeinde. Anmeldung bei den Pfarrern erbeten. Collecte für die Lutherstiftung. 2. Pfingstfeiertag, den 30. Mai. Collecte für die Armen. In der Stadtktrche. Vormittags 7»/« Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Vormittags 97- Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und hell. Abendmahl für die Matthaus- und Marcusgemeinde. Anmeldung zuvor bei den Pfarrern der Gemeinde erbeten. Vormittags 117« Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgememde. Pfarrer Schlosser. Vereinigung der confirmirten männlichen Jugend der Matthäus- gemeinde. Zusammenkunft Dienstag den 30. Mai, Morgens 77, Uhr, am Bahnhof. In der JohanneSktrche. Vormittags 978 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Die Pfarrgeschäfte in der Lucasgemeinde besorgt vom 15. Mai ab bis auf Werteres Pfarrassistent Dr Heußel. Sprechstunden Dienstags, Donnerstags und Samstags von 12 bis Uhr m du Sacristei der Johanneskirche, sonst in seiner Wohnung Weserstraße 3. Katholische Gemeinde. Samstag den 28. Mai. Nachmittags um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag den 29. Mai. Pfingstsonntag. Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. w um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und in derselben Austheilung der heil. Communion. . , um 8 Uhr: Die zweite heil. Meffe; Milttärgottesdienst. „ um 97, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Festandacht. „ um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Montag den 30. Mai. Pfingstmontag. Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und in derselben Austheilung der heil. Communion. . „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe- Militärgottesdienst mit Predigt. „ um 91/2 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Festandacbt. . Neueste Z7ad?rid?t . — nene Kartoffeln, per Pfd. 15 Pfg., Matjes-Heringe, per Stück 12 Pfg. | ||j j. m. Schulhof HMifliiiliMiBI Pflichtfeuerwehr. Uebung der Rotten 1 und 2 Freitag den 3. Juni, Abends S‘/2 Uhr pünktlich im Hofe des Thurmhauses am Brand. 5459 Gießen, 27. Mat 1898. ________________________________Der Branddirector: Traber. Derlei, Paul, Volontärarzt. Oslerland, Richard, Hutmacher. Paul, Gustav, Schneider. Pauly, Ludwig, stuck, msck. Petri, Theodor, Bergreferendar. Pitz, Johannes, Schreiner. Ploch, Wilhelm, cand. oam. Reinhart, Theodor, stuck, jur. Römer, Rudolf, stuck, msck. cksnt. Roth, Heinrich jr., Schneider. Ruth, Heinrich, Taglöhner. Schecker, August, Schreiner. Schlag, Emil, Landwirth. • — Theodor, Landwirth. Schulz, Konrad, stuck, msck, Schuster, Konrad, Dreher. Seibert, August, cand. jur. Siefart, Gustav, Assistenzarzt. Steiß, Heinrich, Schneider. Tag, Johann, Kutscher. Wallenfels, Ludwig, Finanzaccessist. Weber, Friedrich II., Taglöhner. Welz, Viktor, cand. phil. Wendel, Ludwig, Hausbursche. Zehner, Ludwig, Taglöhner. _______________________ 5460 AlS vorzügliche Tisch- und Bowlenweine Agenten 5473] Wegzugshalber von Gießen ist auf zur Wahl! eine schöne Wohnung von 3 größeren I und 3 kleineren Räumen mit herrlicher Agenten etc., welche Holzrouleaux, Aussicht für den Preis von 300 Mark I tslousien, Rollläden, Rollschutzwände eto. per 1. Juli oder früher an ruhige ßeute I vertreten wollen, mögen einstimmig die ?U vermiethen. I leistungsfähige Fabrik (Betrieb mit ___________Frankfurterstrahe^63. Dampf- und Wasserkraft) von 5456 5182] Geräumige 8-Zimmertyohnung lliinho Hof-Göhlenau bei zu vermiethen. ^ü'oattlaae 7. BGiiSlV Friedland, 5466] Laden Mit oder ohne W^hnmm wäb,en- Dieselbe stellt zu vermiethen. ’ überall Agenten eto. unter den günstigsten Näheres Bieichstraße 15. Bedingungen und höchster Provision an. --—— - _ --------------- n. colorirter Prachtkatalog und ff. Muster Laden gratis. Dotailreiseu erlaubt. Louis Lind Ktrcheuptah 10. 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