1808 Sonntag dm 27. November Mchmer Anzeiger General-Anzeiger Amts, und Anzeigeblatt für den Urei» Gieren. Möbelfabrik Bitiilhi, eprtttUn eml Umtlid?cr Lheil ießen und Umgebung. 4 xrrtrtüNM *Ie lnirigen»8mntrtlun| UMM ■egera Inytfro Hr bra Gtetzrnn »MMW« ueR4 •4t luln^mt M Rat.iofft. lr jtigtn je drr NechmtttTD« fir dre fröret« U| «i^chusWu M Bem. 10 Uhr. ®U BwOrnrr •rrW* de» Injrtgrr »dcheurUch •icrmal kngdeft. sauf r Rückblick auf die kaiferreise. Da» Satserpaar hat wieder deo deutschen Boden betreten und ist tu dem Augenblick, wo wir diele» schreiben, auf der Heimfahrt begriffen nach seiner ständigen Residenz. Es ist d'Shalb wohl angebracht, nach glücklicher Vollendung der Palästiuafahrt, einen Rückblick zu werfen auf die etuzrlneu Phasen der Reise. DoS P oj-ct dazu liegt bereit» längere Zeit zurück- die Nachrichten, welche über eine vom Kaiser geplante Paläüiuareise io die Orffeutlichkett gelangten, wurden ungläubig ausgenommen und vielfach demeotirt, da mau fich der Schmierigkeiten, die der Ausführung eutgegeustaudeu, wohl bewußt war. Aber de» Kaiser» heißer Wunsch, die Stätten krauen zu lernen, von da der christliche Glaube leinen AuSgang genommen hatte tn alle Welt, überwog die Bedenken. Welche Bedeutung an Allerhöchster Stelle dem seterltchen Acte der ö uweihuug der Erlöserkirche beigemeffen wurde, erhellt au» den zahlreichen Einladungen, welche dazu an alle kirchlichen Oberen der evangelischen Kirche de» Erden, ball» ergangen waren. Nicht eine deutsche evangelische Kirche sollte fich an der heiligen Stätte erheben, nein, die rasse 8 >et 1868 am hi Nöbelu, K Vetteo, ganze evangelische Ehrtstenheü der W-lr sollte Thetl dar« haben, sollte B-fitzerin derselben werden. Noch frisch tu Erioueruug tst drr Zwischenfall mit bm Caticon betreff» der örtonung de» fran^Sfischen PairoeatO über dte Lhrtsten tm Orient. Der Zwiespalt tst beseitigt worden, und die deutschen Kat'oliken können ebenfall» dankerfüllt de» Cerwetleo» unser«» Kaiser» in Jrrulalem gedenke«, da ja auch für ihre spectellen Zwecke werthvolle Erwerbung« gemacht worden find. Wenn wir dte große Kaiferreise Überblicken, so fall« uu» befouder» dret Punkte in'» Auge: der Ausen'balt te Venedig und da» Zulammentreffen dr» Kaiser» dalelbst mit dem König Humbert- ferner der Befuch in »onstauttuopel und dritte» S da» Berwetlen tm heiligen Lande selbst. Dte Freundschast zwischen dem Kaiser und dem italienischen Monarchen tst zu bekannt, al» daß wtr dabet länger zu verweil« brauchten. Jedensall» hat dieselbe aber eine wettere Be« kräftigung erfahren und den Bewei» erbracht, daß alle politischen Machinationen deo König nicht von seiner Bunve»tt«r adzubringen tm Stande fiid. Größere Aafmerkiamkeit hat der Auseuthalt de» Kaifers tn Konstantinopel erregt. Jeder Kundige weiß, daß zwtsch« dem Sultan und dem Kaiser von j her große Sywpa.h'e« bestehen, dte bereit» mehrfach öffentlichen Ausdruck gefunde« haben. Da» Wort de» Ka'ser» gilt viel am Goldenen Horn, und so war e» denn gar nicht verwunderlich, daß der Monarch dalelbst einen Empfang fand, wie er kaum j'wal» eine« Sterblichen zu Ldetl geworden tst. Au» allen Kundgebung« geht hervor, daß sowohl der Sultan wie auch der Kaiser Voder hohen Wichtigkeit der Eo»revue voll überzeugt war«. Wir haben schon früher bei Besprechung diese» Lhetle» der Kaiferreise darauf htugewteseu, daß unser Handel und Gewerbe früher oder «päter dte Segnungen, welche der Aufenthalt de» Kaiser» im Orient mir fich bringt, an fich erfahren werd«. Von allen etwaigen politischen Folgen sehen wir ganz ab. Und da» Verweilen de» Kaiser» tn Palästina? Wer vermag zu leugnen, daß der christliche Glaube aller Eonselfion« eine gewaltige Stärkung dadurch erfahren hat. Für lange Zeit werden die Muselmänner biffen eingedenk sein, daß ei- mächtiger Monarch, der Freund ihre» Sultan», der Beschützer der Lhrtstru ist, und Vielen w rd dte Ehrfurcht, welche Kaiser Wilhelm den Stätreu widmete, wo Ehristu» wandelte, heilige Scheu verursachen, fich an den Ehrtsten und ihre« Eigeothum zu vergreisen. xx chinen. 10229 , Mechaniker, seg 46. ■it OuiiiMb w »HM « ■UHOOW baren intimen Lichtstudirn, za treffen gewußt: die große Schweigsamkeit de» Norden». Ja der Oper haben die Frankfurter ein neue», flotte» Zugstück erworben iw „Opern ball", deffen Libretto Hugo v. Waldberg und Victor Leon nach dem bekannten Boulevard- stück „®|t Rosa Domnos" gearbeitet, und zu welchem Richard Heuberger die kecke, flotte Opereitenmofik geschrieben hat, dte e» aber mit einer ächten alten »Off«« bachtade" noch Immer nicht ausnehmen kann. Nicht»desto«eniger wird da» Elaborat noch oft sei« Sonntags pablikaut finden. Schwer dürfte ein dauernde» Auditorium fich für bei Schauspiel finben, mit welchem kürzlich bte Frankfurter Schau« spiel Leitung einen Griff in ba» n achklasfische Repertoire gewagt h»t, für Grillparzer» „Jüdin von Toledo". Wir halten gerade diese» Werk für eine» der psyhologisch intereffautesten, nicht nur in der Reihe der Grtllparzer'sch« Bühnenschöpfungen, sondern In der gesammten Gattung der Nach-Weimarantschen Epoche. Al» wtr die Tragödie zuerst tn Wien anläßlich der Intereflenten Theater« und Musik« Ausstellung 1892 sahen, empfingen wtr diesen Emtrack, dw dte Folgezeit nur bestärken tonnte. Grillparzer hat tu diesem Drama seiner Frauengalerie einen neuen Tyon» de« gefügt, der ein gewisse» Bindeglied zur modernen Lourtisaur stellt. Man wird dem ganzen Aufbau der Fabel nur halb gerecht, wenn man die ,3flbin von Toledo" al» Historien- stück werthet. Diese geschtchrlicheu Anhaltspunkte find dabei ganz Nebensache, der weibliche Hauptcharacter Ist bei Motor der ganzen Handlung. Da» Frankfurter Schauspiel hat gegenwärtig eine Kraft, welche ganz besonder» geeignet scheint, derartige verschlungene SeeleuzustSode zu bewältigen. Wtr kommen darauf bei nächster Gelegenheit zurück. Rr. 279 Drittes Blatt. Feuilleton. /rankfnrttr Dries. (Ortgtnolbericht für den .Gießener Anzeiger*.) (Nachdruck verboten.) «ectrifche Verkehrswege. — 3® bchuetdet'sch« Kaustfalo». rheater: „Der Operelaü " „Die Iudia voa Toledo." Dr. M Frankfurt kann hinter Berlin, Hannover, Waffel und Wiesbaden kaum zurückbletben, es muß und wird „electrisch" werden. Da» tst da» Neueste, was e» von der alten Mainstadt zu berichten gibt. Der Utbergang vom alten bli zum neuen Crrkehrsmittel tst freilich unbequem und widerwärtig, wie jeder Uebergong. Da» anfger ffene Pflaster OTb die holperigen Fahrten in der Nähe de« Opernplatze» geben Zengniß davon. Vielleicht widmet auch Mancher einen Seufzer de» Bedauern» dem aus den Aussterbeetat gesetzten Berkehrsinstitut: „Unsere gute alte Pferdebahn, wir haben «a» doch nie über fie beklagt l" Ja, da» ist nun einmal der Lauf der Zelt! Die schwerfällige Postkutsche wich dem leichtgebauten Fiaker, dieser der rasch dahingleitenden Pserde« bahn und diese muß wieder dem noch leichteren und eleganteren Betrieb der electrischen Sagen den Platz abtreten. Und wer fich etwa gegen den Zug der Zeit ooflehnen möchte, dem kann e» gehen wie dem Dichter Wilhelm Jordan, der, al» ihn auf seine« Spaziergänge die Neuanlage eines Banal» zum Au»biegen veranlaßte, ärgerlich au»ries: „Der alte Canal war doch noch gut genug!" die treffende Antwort erhielt: „Die alten Nibelung« auch!" Ob die Anekdote fich wirklich so zugetragen, möchten wir bezweifeln, aber gut erfunden tst fie jedensall». Die Einsührung de» electrischen Betriebe» sür den Straßenverkehr wird fich sowohl de» oberirdisch« wie unter- irdischen Lettnug-oerfahr«» bedienen. Gratisbeilage: Gießener F-mUirnbwer. | -*'* XZifiOr Sine versuch»ftrecke ist di» jetzt voa einer groß« Fabrik bi» zum Hauprbahnhof eingerichtet, doch diese arbeitet mit Accumulatoren, die fich bekanntermaßen für den Verkehr tn cnpen Straßen wenig eignen. Im Schneiber'scheu Kunstsalon herrscht äugen« blicklich, natürlich ein ganz zufällige» Resultat, eine wunderbare Harmonie der Töne, Stimmuogen und Techniken. Die gegenwärtige Su»stelluag erheischt nicht, daß wir an» sofort auf den Standpunkt von „Richtungen", „Schulen" x. begeben. Wir könne« un» einfach mit Schönheit volltrinken und au» dem glücklichen Gefühl eines Menschen heran», der allem Streit de» Tages, oller Unrast der Parteien entflohen tst, von der Seele einer Landschaft, dem Ehnracter eine» Genre», der Schönheit ;elne» Menschenkopfe» reden, ohne un» über Programme zu erhitzen. Und dte Maler, die zu so friedlich ästhetischer Betrachtung verlocken, stad: Lut t erst h, Wucherer, Thoma, ». Hellberger, S. v. Hoven, Trübaer rc. , Was ist da» wieder für eine einzig schöne Farben« und Lichtstimwnng, die Lutterot h seinem Mot'v au» Venedig abgewoaoeu Hel. Die „Seele" eine» solchen Bilde» empfindet man doch erst recht, wenn man e» in Parallele stelle mit den sehr correct«, ober doch immerhin nüchternen Versuchen der Schule Canoletto», die fich wohl in tadelloser Sicherheit der Umriffe der Linien und architeceonisch« Formen bewegte, aber für den Zander de» Lichte» in der Farbe noch kein Ge- fühl hatte. Dieser „Zander de» Lichte» in der Farbe" gibt auch bra Bilde« S. Hellberger», der btrect au» der Karlsruher Schule kommt, seinen ganz aparten Reiz. Bei seiner „Somme«acht tu Norwegen" fühlt man fich unwill« kürlich an da» Heine'sche Lied: „ötr saßen am einsam« Fischerbaus, wir saßen stumm und alleine . ." gemahnt. Cin» hat Hellberger, ganz abgesehen von seinen wunder- 'fleh,ralJ1?1’ «Ul W.> Qiesaen. Bekanntmachung, Me Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig - freiwillig« Dienst auf Grund von Schulzeugniffen betreffend. Diejmigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst nachsuchen wollen, werden hierdurch auf die nachfolgen- ben, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden Vorschrift« mit dem Anfügen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvollständige Gesuche ohne Wettere» zurückgegeben werden. 1) Da» Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfung»- Commission nur dann einzureichen, wenn der fich Meldende im G roßherzogthum gestellung»- pflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthalttort hat. 2) Die Berechtigung zum einjährig-fteiwilligen Dienst kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätesten» bi» zum 1. Februar de» Jahre» nachgesucht werden, tn welchem da» 20. Lebensjahr vollendet wird. Der Nachweis der Berechtigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrecht- spätesten» bl» zum 1. April desselben Jahre» zu erbringen- (Wenn z B. mtt Rückstcht auf da» Leben»- atter die Einreichung des Gesuchs nicht weiter hinaus- geschoben, das vorschriftsmäßige Schulzeugniß aber erst am Schluffe de» Schuljahre» ausgestellt werden kann.) In solchen Fällen ist in dem Gesuch anzugeben, daß da» Schulzeugniß bi» 1. Sprit nachfolgen werde. 3) Da» Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben fein und ist hierzu ein Bogen in Actenformat (nicht Briefpapier) zu verwend«. Auch ist die nähere Adresse anzugeben. 4) Dem Gesuche find folgende Papiere beizufüg«: •) Geburtszeugniß; t>) Einwilligung» - Attest des Vaters oder Vormundes mtt der Erklärung über Bereitwilligkeit, b« Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzett zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Uitterhatt zu übernehmen. Die Fähigkeit hierzu ist obrigkeitlich zu bescheinigen; •) ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Real- sich durch Anwendung von Md Einnesteln vollständig rill iterfuM*1« Marktplatz^___ '-uit und 3 ’ uorrWH’ nd kalber Ganz/Hnkerba" gymnafim, Ober-Realschul«, Progymnafi«. Realschulen, Realprogymnafi«, höher« Bürgerschulen und sonstig« militärberechtigten Anstatt«) durch b« Director der Anstatt, für alle übrig« jungen ßeute durch die Polizei-Obrigkeit ober ihre vorgesetzte Dienstbehörde auszustell« ist; d) da» Schulzeugniß. Sodann wird noch besonders bemerkt: Zu poi. b: daß tn dem Etnwilligung»-Atteft die Unterschrift des Vaters oder Vormunde» beglaubigt sein muß. Zu pes. d: daß die Schulzeugnisse, mtt Ausnahme der Reifezeugniffe für die Univerfität und die derselb« gleichgestellten Hochschul« und Reifezeugniffe für die Prima der Gymnast«, Realgpmnafi« und Ober-Realschul«, sämmllich nach Muster 18 zur Wehr - Ordnung vom 22. November 1888 — Reg.-Bl. Nr. 27 von 1894 — ausgestellt sein müssen. Im Uebrig« wird auf die Bestimmungen der SS 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Wehr-Ordnung verwiesen. Großh. Prüfung» - Eommisfion für Einjährig-Freiwillige zu Darmstadt. Der Vorfitzende: Best. tvorlageo n. s. w. yx len. 11328 oooooooc laschine 8 : weltbekannten X 10411 LU an Zur Stadtverordnetenwahl schreibt man uni: Zu den häßlichsten Erscheinungen, die der gegenwärtige Wahlkampf hervorbringt, gehören unzweifelhaft die fortgesetzten, versteckten, durch nichts motivirten Angriffe gegen unsere städtische Verwaltung. Er wird gesagt, frisches Blut müffe in die städtische Vertretung, Socialdemokraten müßten gewählt werden, damit endlich einmal da oben gesagt werde, was die Gießener Bürgerschaft fühlt und denkt. Ja, was ist denn eigentlich los?! Was fühlt und denkt denn der Gießener Bürger?! Was ist el denn, waS diese Profefforen, Com- merzienräthe, Rechtsanwälte (man denke Rechtsanwälte, die doch im Allgemeinen nicht zu wenig sprechen) und diese Rentner zu sagen fich nicht getrauen? Urber waS hat sich denn der Gießener Bürger zu beschweren? Hat unsere Stadt in dem letzten Jahrzehnt denn nicht einen erfreulichen Aufschwung genommen, Dank der Initiative eines zielbrwußten, thatkräftigen Oberbürgermeisters und einer städtischen Vertretung, die fortwährend bestrebt ist, nach besten Kräften zu schaffen und zu fördern, was irgendwie im städtischen Jnterrffe liegt. Wir nennen nur unser Gaswerk und die schöne und zweckmäßige Anlage unseres Wafferwerks, den Stadterweiterungsfond, der unserer Sta>>t schon jetzt erheblichen Nutzen gebracht und auch fernerhin noch bringen wird. Wir führen an die Uebernahme der Straßenreinigung von Seiten der Stadt mit einem Kostenaufwand von jährlich circa 31000 Mk., die Bieberthalbahn, deren Erbauung man nach besten Kräften gefördert hat, die ein großes Absatzgebiet unserer Stadt näherrückt und so der gesammten htefigen Geschäftswelt Bor- theile bringt. Es darf ferner erwähnt werden, daß die Haltestelle im Nordende Gießen- nun wohl bald ihrer Verwirklichung entgegengeht, ebenso daß daS EanalisationSprojret Dank der vorsichtigen Bearbeitung desselben und Dank der guten Ratschläge eines hervorragenden Mitgliedes der Stadtverordnetenversammlung sich voraussichtlich jetzt bester und billiger gestalten wird, als man früher annehmen konnte. Fremde, die nach Gießen kommen oder Leute, die längere Zeit von hier abwesend waren, find erstaunt und erfreut über das Wachsthum, Über die BlÜthe der Stadt, über die Berbesternngen und Verschönerungen, die man überall antrifft und über die in gesundheitlicher Beziehung erfreuliche bauliche Ausdehnung, welche die Stadt nimmt. Es ist nicht wahr, wenn gesagt wird, die städtische Vertretung könne verwöge ihrer jetzigen Zusammensetzung keinen Sinn und kein ver- ständniß haben für die Bedürfniffe der sogenannten „kleinen Leute" und für ihr Wohlergehen. Eine ganze Anzahl städtischer Anstalten und Einrichtungen weisen auf daS gerade Gegentheil hin. Wir wollen z. B. nur anführen die Förderung und Unterstützung der Lesehalle, des Bolksbades, dkl kaufmännischen Vereins und seiner Fachschule, des Za- schuffes für die Omntbuslinie, für die Haushaltungsschnle, für den HandfertigkeitSunterricht in den Volksschulen, für den Knaben- und Mädchenhort, endlich für dal htefige Theater, wodurch es möglich war, billige BolkSvorstelluugen einzu- richren. Wenn man weiter bedenkt, daß die Stadt ganz bedeutende Summen für Schulzwecke aufwendet, daß die Armenunterstützung und die gut organifirte und gerade unter Mitwirkung der Geistlichkeit vorzüglich functtonirende Armenpflege einen jährlichen Zuschuß von circa 44000 Mk. erfordert, jo kann man der städtischen Verwaltung für alle diese Dinge Anerkennung und Dank nicht versagen, besonder! da er möglich war, dies Alles zu thun, ohne daß seit 1894 eine Erhöhung der Communalsteuer nöthtg gewesen wäre. Die Wörter Dank und Anerkennung für irgend etwas hat man allerdings aus dem socialdemokrattschen Wörterbuch entfernt / man hat dafür fortgesetzte Erregung von Unzufriedenheit hineingesetzt. In allen diesen Hetzereien, die in gewissen hiefigen Blättern ihre iwmerbereite Stätte finden, liegt ein große! Stück Undankbarkeit gegenüber den Männern, die die! Alle! geleistet und die ihr W ff en und Können in uneigennützigster Weise der Stadt zur Verfügung gestellt haben. Um Parteizwecken oder dem Ehrgeiz Einzelner zu dienen, lucht man nach dem bekannten Trtc, der auch schon bet der ReichstagSwahl fich breit machte, künstlich einen Gegensatz zu conftruiren zwischen den sogenannten „kleinen Leuten" den Handwerksmeistern und Arbeitern und zwischen den sogenannten „Großen", den Fabrikanten, Professoren rc. rc. Der Gegensatz besteht nicht, am allerwenigsten in communalen Dingen, wo das Wohl und Gedecheu der Stadt zweifellos mit dem Interesse aller Bewohner derselben zusammenfält. Mit welchem Recht macht man denn einer großen Zahl setthertger städtischer Vertreter den Vorwurf, daß fie nicht am richtigen Platze feien, Leute, von denen Biele durch die Lebensstellung, welche sie errungen, schon bewiesen haben, daß fie tüchtiges zu leisten vermögen. Man möge doch bet der Wahl der städtischen Vertreter nicht vergess:«, daß zum Amt eines Stadtverordneten auch Zett und zwar, wenn man es ernst nehmen will, viel Zett gehört und daß im städtischen Interesse in den Commtjfionen wie im Plenum auch Arbeit iieleistet werden muß, und daß mau dazu tüchtige Männer braucht, die In der Lage find, ohne für fie fühlbare Beeinträchtigung ihrer eigenen Interessen und ihres Berufs ihre Zeit der Stadt zur Verfügung stellen zu können Zum Schlüsse noch Eines. Wenn nach Anficht der Mitteldeutschen Sonntagszeitung Professoren, Fabrikanten, Rentner rc. rc. (die Kaufleute hat man vorläufig au! gewissen Gründen noch geschont) nicht die geeigneten Stadtverordneten find, warum fich dann gerade ein socialdewokratischer Redacteur beffer dazu eignen soll, ist uni unerfindlich. Man wöge fich in den liberalen Bürgerkretsen nicht beirren lassen, und möge, um Sümmenzersplitterung zu vermeiden, den von den vereinigten Parteien aufgestellleu Wahl- zettel acceptiren. ch. CecaU» unb ^provinzielle». a.- Grotzen«Linden. 26. November. Am verflossenen Mittwoch waren es 15 Jahre, daß unser Herr Bürgermeister Leun an der Spitze unseres Gemeinwesens steht. Er war ein junger Mann von 28 Jahren, als das Vertrauen der Wählerschaft die Verwaltung unseres Ortes in seine Hände legte. Mit Ernst faßte er den ihm gewordenen Ruf auf; mit eisernem Neiße suchte er in kürzester Zett sich in die verschiedenen Zweige seines Amtes einzuschulen, und Hebung seiner Gemeinde nach jeder Richtung wurde das Ziel, das ihm vorschwebte. Wohl begriff er die Forderungen seiner Zett, die sich heutzutage, da wir im Zeichen des Verkehrs stehen, selbst im kleinsten Dorfe fühlbar machen. Die Ausführung des von ihm als richtig Erkannten, wurde wesentlich gefördert durch einen festen Willen, zähes Ausharren und unermüdliche, rastlose Thätigkeit, die selbst die eigene Person und Zeit nicht schonte. So verdankt unser Ort seinem eifrigen Bemühen den Arzt, die Apotheke, die Kleinkinder- schule, die Personen- und Güterhaltestelle. Kirche und Schule haben an ihm einen eifrigen Förderer gefunden. Mit reichem Erfolg vertrat er die Interessen seiner Gemeinde bei der Entfaltung des Bergwerks; Landwirthfchaft und Viehzucht blieb nicht vergessen und eine Anzahl von Preisen, die die Gemeinde als solche und auch viele einzelne Bewohner erhielten, zeugen davon, daß feine Mühe nicht vergeblich war. Seine Wiederwahl im Jahre 1892 ließ ihn erkennen, daß die von ihm betretenen Pfade als richtige anerkannt wurden, und bildete so für ihn eine ehrende Anerkennung, die er nie absichtlich hervorrief. Wußte es doch in diesen Tagen kaum seine nähere Umgebung, daß er ein Jubiläum beging. Trotzdem hatte die Wachsamkeit einiger Freunde den Tag nicht vergessen, und aus den Händen des Vorstandes des Gesangvereins „Germania" ehrte ein Diplom seine Verdienste und seine Gesinnung. Worms, 23. November. Ein Steinadler wurde aus dem Gute Nonnenbusch von einem dortigen Förster erlegt. Das prächtige Thier hat eine Flügelbreite von 2,25 Meter. Wörrstadt, 25. November. Die Treibjagden aus Hasen, die gegenwärtig in vielen Gemarkungen veranstaltet werden, scheinen dieses Jahr besonders günstig ausfallen zu wollen. So sind z. B. in dem benachbarten Nieder-Saul- heim nahezu 500 Hasen geschossen worden und in Zornheim wurden von 30 Jägern 350 Hasen zur Strecke gebracht. * Remscheid, 23. November. Pfarrer THümmel reichte beim Presbyterium sein Abschiedsgesuch ein. Er verläßt die Stadt Ende des Jahres. * Wien, 24. November. Aul Pettau In Süd- Stey'.rmark wird ein blutiger Conflict zwischen zwei Offizieren gemeldet. Heinrich Grossauer, ein angesehener Hausbefitzer, der selbst Reserveoffizier ist, wurde in dem Hotel Osterberger mit zwei ehemaligen Kameraden, dem Hauptmann Müller und dem Oberlteutrnant Tomba, in einen heftigen Streit verwickelt. Die beiden Offiziere zogen die Säbel und hieben auf Groffauer ein, der schwer verwundet zusawmenbrach. e Ein entsprungener Lowe. In begreiflicher Aufregung befinden fich fett einigen Tagen die Bewohner de! Süden! von London, denn fie fürchten alle für ihr Leben. In der verflossenen Woche eröffnete ein fahrender Löwenbändiger mit Genehmigung hoher Obrigkeit seine Vorstellungen im Berkenham-Park in der Nahe des Crystallpalastes, verschwand aber nach fünf Tagen plötzlich, ohne eine Spur znrückzulaffen. Wie fich nun herausstellte, ist der Grund für diese! Verschwinden der, daß es einem Löwen gelungen war, die Freiheit zu erlangen. Zwar suchte die Polizei die Thatsache zu verheimlichen, allein dal war nicht mehr möglich, und so wagt fich, da alle Versuche, dal Ranbthier zu entdecken, bilher erfolglos blieben, heute Niemand mehr in! Freie. Ein regelrechte! Treiben wurde veranstaltet mit Hilfe einer Compagnie Infanterie und einer Abtheilung Artillerie, allein vergeblich. Man glaubte daher, der Löwe habe fich weit entfernt/ da brachten gestern Kinder an! Berkenham-Park die Nachricht, fie hätten fich plötzlich dem .verlorenen Wüstenkönig gegenüber befunden. All man fich dem angegebenen Platze mit aller Vorsicht näherte, war der Löwe wieder verschwunden, jetzt soll daher durch Militär eine neue Jagd veranstaltet werden. e An königliches Amt. Die Königin Victoria hat einem Armen besondere Gunst zu Theil werden laffen. In Begleitung ihrer Enkel, der jungen Prinzen von Battenberg, verließ sie dieser Tage dal Schloß Balmoral, al! fie vor dem Gitter de! Parke! auf der Landstraße eine! Bären- treibers anfichttg wurde, der mit seinem Thirre die Aulfahrt der Königin hier abgewartet hatte. Auf Bitten der Kinder ließ die Königin den Wagen halten und sah mit Vergnügen dem Tanze bei Bären zu. Nach Beendigung der Vorstellung ließ fie dem Treiber durch einen Diener einen Sovereign Überbringen, den dieser aber zurückwies mit den Worten, er ziehe vor, ein einfaches Zeugniß zu erhalten, dal bestätige, daß fein Bär die Ehre gehabt habe, vor Ihrer Majestät zu tanzen. Die Königin, von diesem Wunsche benachrichtigt, weigerte sich darauf einzugehen. Wie sollte Ihre Majestät ohne die Gesetze der Etiquette zu emwürdigem, einem gemeinen Thtere ein Zeugniß ansstellen? Die Kinder aber, noch entzücke von dem gesehenen Schauspiel, drangen in fie und baten zu Gunsten Meister Petzens und seine! Lehrer!. „Warum nicht?" schmollte der kleine Prinz Heinrich. „In Rom wurde ja sogar ein Pferd zum Consnl ernannt!" All Regentin wäre Königin Victoria vielleicht unbeweglich geblieben in dieser Sache, dal ä propos des Enkels aber rührte dal Herz der Großmutter: „Nun denn", sagte fie, „nenne mir den Namen de! Kaisers, der diese Dummheit begangen hat und Dein Bär soll sein Zeugniß erhalten." Der kleine Prinz nannte ohne Zögern Caltgula. Am selben Abend wurde dem Bärentreiber durch einen Offizier ein Brief Überreicht mit dem königlichen Siegel, der ihm den Titel verlieh: „Bärentreiber Ihrer Majestät der Königin von Großbritannien und Irland, Kaiserin von Indien." Es glebt am englischen Hofe sehr viele ehrende Chargen und Titel, dieser jedoch ist neu und wird wenigstens dal Budget nicht zu sehr belasten. — Diesel jedenfalls amüsante Geschlchtchen erzählt dal Pariser „Journal bei Dubais". • Der Theaterstatist, so schreibt ein englisches Bühnen- fachblatt, befindet fich auf dem Aussterbeetat, b. h. der Statist der alten Zelt, ber burch seine Ungeschicklichkeit stets ein Original war und deffen Anfichten über bas Drama unb bte Bedeutung seiner eigenen Rollen ebenso erheiternd als belehreub wirkten. Der Statist vom alten Schlage faßte bas Leden von der traurigen Seite auf unb gerobe sein Ernst und seine Wichtigthuerei machten ans ihm eine lustige Person wider Willen. Seine Thätigkeit hielt er selbst für frivol. Man erzählt von einem Statisten, bem man eine Sprechrolle übertragen wollte, baß er fich die Sache erstaunt anblickre. ES waren nur wenige Worte; er gab die Rolle aber zurück, „well es zu viel Arbeit für ihn fei". Jedoch fanden fich auch ehrgeizige Leute unter den Statisten. So erhielt einer von diesen den Auftrag, bei einer Straßenscene den Schwer- verletzten zu spielen. Ec machte feine Sache so gut, daß die Heldin des SlÜckes, bte eine berartlge Leistung von Statisten nicht gewohnt war, ben Mann für wirk.ich verletzt hielt und fich auf offener Bühne zu ihm niederbengte, um zu sehen, wie schwer seine Verwundung sei unb was fie für ihn thua könne. Er lag mit geschloffenen Augen da unb als er fich angefaßt fühlte, glaubte er, baß fich einer seiner Collegen einen Scherz mit ihm erlaubte. Zornig rief er: „Laßt mich zufrieden. Ich spiele meine Rolle." Das Publikum johlte natürlich vor Vergnügen. ♦ Das Glucksschweincherr. Aus Mundenheim bei Ludwigshafen wirb der „Franks. Ztg." vom 22. November berichtet: Ein lustiges Stücklein trug fich hier zu: Eine Münchener Theaterschmiere, bte fich eine Zelt lang hier ans- gehalten, gab dlesr Tage ihre AbschiebSoorftrllung. Ja ben Anzeigen stand zu lesen: „Am Schluß ber Vorstellung wird ein lebendes Schwein verloost/ jeder Besucher erhält ein FrellooS." Daraufhin strömte denn baS kunstfionige Publikum in Hellen Haufen in ben Musentempel, die Vorstellung verlief ohne Zwischenfall, unb Jeder war gesparwr darauf, wer das Borstenvieh gewinnen würbe. Nach der Größe bei hölzernen Verschlage», der fich neben bem Souffleurkasten befand und ohne Zweifel baS Glück«objrct beherbergte, wußte es ein ansehnliches Exemplar sein und einen saftigen Braten abgeben. Endlich wirb bte Gewinnnummer auSgerufen. Aus bei Kehle eine! behäbigen LanbmannS ertönt ein kräftige» „Hurrah!" Er also wars, der dal Schweineglück hatte! „Flink, Franz'l, zur Mutta ntwer un ben lange Strick g'holt, wu htnuer ber Spelchertrepp hängt/ do brau werb je äuge- banne!" Mit diesen Worten schiebt ber glückliche Gewinner seinen Buben bem AnSgang zu unb fliegt wehr all er geht nach bem Holzkasten, ben ber Herr Director jetzt öffnet. — Aber, Wal ist benn bas? Der Herr Direktor entnimmt bem „Stall" eine Cigarrenkiste unb barin fitzt, ohne ein einziges Mal zu grunzen, ein — allerblngS lebenbet — Meerschweinchen. Den Dialog, der fich nun zwischen bem Glückskind unb bem Direktor abspielte, wollen wir verschweigen. Als aber uuterbeffen der Bube mit bem Strick aulangte, ben er vor Freube in ber Luft schwenkte, ba verstand der Director diese Geberbe falsch unb ergriff bte Flucht. ♦ Die Feuerprobe der Liebe. Aus London wird ben „Berl. Reust. Nachr." folgende! hübsche Geschlchtchen berichtet: Zwei Mädchen stab bi! über bte Ohren in einen jungen Mann verliebt. Die Eine schwört, er liebe fie wehr als ihre Rivalin. Die Andere behauptet mit gleicher Energie, bas Umgekehrte sei ber Fall. Sie beschließen, ihn auf die Probe zu stellen. Jede soll ihm ein Briefchen schreiben, in dem fie ihn bittet, fie zu einer bestimmten Stuube zu besuchen, unb ba er boch beiden Einladungen nicht gleichzeitig Folge leisten kann, so soll el als ein enbgiltiger Beweis gelten, baß berjentgen sein Herz gehört, zu ber er kommt. Nach biesem Entschluß fühlten fie fich beide wesentlich erleichtert. Unb gerabe als sie btese Unterredung ouf ihrem Spaziergang beendet haben, begegnet ihnen der Gegenstand ihres Zwistes unb ihrer Neigung. „Er" hatte es sehr eilig unb Alles, was er ihnen in ben kurzen Augenblicken za sagen wußte, war, baß er irgendwo seinen Regenschirm habe stehen lassen. Als die Schöne Nr. 1 fich in ihrem Boudoir sicher geborgen fühlte, faßte sie den festen Entschluß, ben Steg davon zu tragen, wenn fie zu biesem Zwecke auch ber Wahrheit etwas Zwang anthnn sollte. Sie schrieb: „L i e b st e r K a r l! Ich bin sehr krank. Vielleicht muß ich sterbe«. Kommen Sie doch sicher heute Abend." Die Stunden veraunen unb so merkwürdig es angesichts solchen Brieses erscheint, Karl besuchte bte Andere. Die Erklärung hierfür ist in dem Villet Nr. 2 enthalten, das er empfing unb bas folgenbermaßen lautete: „Liebster Karl! Kommen Sie boch heute Abend za mir. Sie haben Ihren Schirm bei uns stehe« lassen." * Zuge, die „von Fall zu Fall" verkehren. — diese Specialität. die in der ganzen Welt einzig dastehen dürfte, besitzt eine Linie der k. k. österreichischen Staatsbahnen. Das neue Heft des Conducteurs enthält eine „Fahrordnung" der 20 Kilometer langen Bukowlnaer Localbahn von Warna nach Russisch Moldawitza; dieser Fahrordnung ist die Anmerkung beigedruckt: „Die Züge verkehren von Fall zu Fall; über den jeweiligen Verkehr wird in den Stationen Warna, Watra und Russisch-Moldawitza Auskunft ertheilt". Die ganze Welt steht im Zeichen des Bei kehrs, nur für die Bukowina scheint das noch nicht zuzutreffen. * Journalisten auf Ferien. Feuilletonist (an einem Relfebrtef arbeitend): „ ... der Blick in dies herrliche Waldidyll erinnert mich unwillkürlich an das finnige Dichterwort.. (nach einer Kunstpause) „College, wissen S.e denn keius, was hierher paßt?" • Rad — nebst Zubehör. A.: „Wie hoch kommt Sie das velociped?" — B.: „Ich kann'! nicht genau sagen: Mei« Arzt hat noch nicht seine Rechnung geschickt." bal Subget mA» "'•**<* *„5 SÄ RW drw tt6n J fdbiL t gj*| ^f^roat «.d L ftv** 2-ZL ihS* 61,1,1111,11 °°» “«oetbengte, nm iU itu 7"»fi-Vti ml olln M M «in« Ich« im,™ ’T* «* «•■ .Sch M >“• 5Bn«ltm,l« M W d°°- 22. »odhIr ?“? ft« Her i«: «ho, t rbe gdl I«t« j|« onf. Wöorfidlmie. In btu der Vorstrllanz iM :6« Lesncher «hält da i ia8 kavstfiovlge Padll- Wmpel, btt CorRcflung i toar gtlpanm daraus, de. Nach der (RrBjt btt n dem Eonsfirnikastco be- sdslü btytbngtt, subtt unb dntn fciattn Dumm« lmStzmsev. 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Wenn es uns auch nicht gelungen sein wird, alle Wünsche der einzelnen Bürgerkreise zu befriedigen, so bitten wir doch, solche vielleicht wahlberechtigten Einzelwünsche zurücktreten zu lassen und mit aller Entschiedenheit für die Wahl der genannten Herren einzutreten, damit eine Stimmen - Zersplitterung vermieden werde, die nur den socialdemokratischen Candidaten zu Gute kommen könnte. Dn yortaö des MtionnlliMrn Amins Dr. Lahmann-sohen Reform-Unterkleidung sowie alle sonstigen wollenen und halbwollenen Hemden, Unterjacken und Hosen. Extra-Grössen werden nach Maass angefertigt. Handschuhe, Strümpfe, Socken etc. schlagen hierdurch folgende Herren zur Wahl als Stadtverordnete vor: Euler, Philipp IV., Sägewerkbesther. Dr. med. Fuhr, Ferdinand, Professor. Helm, Friedrich, Weinhändter. Heyligenstädt, Ludwig, Stadtverordneter. Leib, Heinrich, Schneidermeister. Löber Wilhelm, Stadtverordneter. Lotz, Louis, Kerkermeister. Dr. Schäfer, Wilhelm, Stadtverordneter. Schaffstädt, Heinrich, Iaörikant. Scheel, Richard, Stadtverordneter. Schiele, Friedrich, Stadtverordneter. Dr. Wimmenauer, Karl. Professor. Bei der Aufstellung dieser Candidaten haben wir uns bemüht, einerseits der Stadt- nach ärztlicher Vorschrift. Karl Ramstock, Uhrmacher und Optiker. Gießen, den 14. November 1898. Der Umstand des stnstmigen Dereins. Jul. Bach, Giessen, Blockstrasse 1 Räumungs-Ausverkauf. Wegen Verlegung unseres Geschäfts nach Seltersweg 89 ver- kaufen wir unsere fämmtlidjttt Maaren ?n herabgesetzten preisen. Eine Parthie Mückgesitzter Corsetteu uud Kinderschürze«, um damit zu räumen, außergewöhnlich billig. 10951 Selterrweg 25. €?eschw. Aron, Speciiil-korskt-GeslhSst. Emil Pistor Nachfolger, Inhaber: K. Selbst & 5 Schußler, Giessen Marktstraße 10 Telephon Ar. 61 empfehlen: Julius Schulze Kreuzplatz. Niederlage der ächten Prof. Dr. Iäger,chen Normal-Unterkleidung Ädaciton: Rübenschneider mit Hakentrommel oder Messerscheibe. V Kartoffelquetschen, Futterdämpfer und Kochkesse landwirthsch. 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