— Prinz Heinrich von Preußen. Zu der verschiedentlich erörterte» Frage der Heimkehr de» Prtazru Heinrich au» Ostafieo wird deo „Berl. N. R." von wohl» unterrichteter Veite witgetheilt, daß tu Jahr uud Tag vou einer Rückkehr de» Prinzen nach Deutschland keine Rede seto wird, da e» io seinen persönlichen Wünschen liegt, noch längere Zeit i« verbände de» Kreuzergeschwader» Dienst zu thuu. — Die »große Lanalvorlage" wird, wie dem »Haun. Lourter" geschrieben wird, voraussichtlich vmsaffev: 1. Dortmund Rhein-Canal ... 68 Mill. Mark 2. Mittellandcauol.....192 , „ 8. Wesercanaltfiruvg.....20 , , 4. Großschifffahrtsweg Berlin-Stettin 40 , „ 5. Masurischer Laval .... 80 » , 6. Sonstige kleinere Wafferbauteo, in»- besondere auch im Odergebiete 50 „ , Ja-grsammr: 400 MtU. Mark Nach einer anderen Nachricht de»selbeu Blatte» scheint der unter 6 aufgesührte Posten hauptsächlich sür Thalsprrre» im Odergrbiet bestimmt zu seto. Uebrtgen» stehen dte Ziffern wohl noch nicht ganz fest, da z. B. über den Großschiff- sahrt»weg Berlin • Stettin noch keine Latscheiduog getroffen ist. Breslau, 25. October. De« „Breslauer Geveral- Anzeiger" zusolge wurde heute früh im Hofe de» htefigeu GerichtS-GesLngniffeS der 85 Jahre alte Arbeiter Wuttke, welcher in der Nacht vo« 7. zu« 8. April d. I. seine Ehefrau Pauline ermordet hatte, durch den Scharfrichter Retndel htagerichtet. Wie», 25. October. Ja der heutigen Sitzung de» Ab- geordoetevhausr» erklärte Mtnisterpräfideut Graf Thun auf eine Interpellation wegen Vorkehrungen gegen die Pest, daß dte Regterung strenge Maßregeln getroffen habe. Mithin könne «aa mit Beruhigung der Zukunft entgegeosehen. Wa» die bacteriologtschen Forschungen und Experimente in ärztlichen Kliniken aalange, so könne dte Regterung solchen keine Htnderoiffe In den Weg legen, weil dte Forschungen bet den letzten Eptdemteo von großem Nutzen gewesen seien. Prag, 25. October. Dte „Narodry Ltsti" meldet, im Auftrage de» SorpScommandanten sei gegen diejenigen tschechischen Reservisten, welche bei den letzten Lontrolversamm- langen die Meldung mit dem dentschen »Hier" verweigerten, Untersuchung wegen Meuterei etagelettet worden. Pari», 25. Oktober. Die bevorstehende Eröffnung der Kammern hat ein wahre» Fieber der Erwartung hervorgerufen. Alle Welt ist überzeugt, so wird der »Vofl. , Ztg." au» Part» vom DienStag Vormittag gemeldet, daß 1 Frankreich ernsten Ereignissen entgegengeht, und «alt sich ' diese je nach Wunsch und Einbildungskraft verschieden au». Herkömmlich ist dte erste Sitzung Förmlichkeiten gewidmet, dte Nattonaltsten find jedoch so nugeduldig, daß fie sich an diese» Herkommen nicht binden und den Kampf schon heute durch eine Anfrage über da» Wlederaufuahmeverfahren beginnen wollen, verlangt dte Regterung die Vertagung, so wird schon die Abstimmung über diese Tagesordnungsfrage das Schicksal de» Labtuet» entscheiden. Dieses Schicksal kann Niemand Vorhersagen, da dte Parteien vollständig durcheinander gequirlt find. Für Briffon stehen heute zuverläsfig nur die Soctalisten ein, gegen ihn find bestimmt dte Natto- naliften, die fich zu einer Gruppe unter der Bezeichnung „Republikanische LandeSvertheidigungSpartei" zusammengethau haben und ihre Mitglieder aus allen Parteien werben. Sie behaupten, schon jetzt 152 Mann stark zu sein. Dagegen find sowohl die Radtcalen al» auch die Gemäßigten unberechenbar. Für die geplanten Kundgebungen auf dem Loncordteuplatz trifft die Polizei umfoffendste Vorbereitungen. Sie bringt da» 1848er Gesetz gegen Straßrnanfläuse tu Erinnerung und erklärt insbesondere, daß Jeder verhaftet wird, der beleidigende Schreie ausstößt. Pari», 25. Oktober. Dte Aufregüng in der Umgebung der Sammer wächst. Dte Polizei hat den Eon- cordievplatz und die umliegenden Straßen abgesperrr. Niemanden außer den Abgeordneten ist der Zutritt zur Sammer gestattet. Gegen 2 Uhr erschien Druwont und DLcoulöde, welche mit den Rufen: Nieder mir Briffon, nieder mit den Juden begrüßt wurden. Kürassiere zu Pferde drängten dte Menge tn die Straßen zurück. Bet Eröffnung der Sammer verlas der Präfident verschiedene Jnterpellattouen. Briffon forderte dte Sammer auf, dte DreyfuS-Angelegenhett vorläufig bet Sette zu lasten und dte allgemetne Poltttk de» Labtnet» zu besprechen. DoroulLbe sagt, e» set jetzt hohe Zett, daß da» Unglück» Sabtnet besetttgt werde. Redner wtrd gezwungen, diese Worte zurückzunehmen. Nunmehr erscheint der SrtegSmtntster auf der Redner-Tribüne. Er erklärt, er habe alle Achtung vor der bürgerlichen Macht, wa» jedoch die Drryfll»-Angrlegenhett anbelange, so wäre er derselbe» Meinung wie seine Vorgänger. Er habe tnfolgedrffen de« Präfldenten seine Demtsfioo etngerricht. Briffon erklärt, dte Haltung de» KriegSmtntsterS set thm unverständlich. Wenn er habe demtsfiontren wollen, dann hätte er e» t« heutigen Mlnisterrathe thuu können. Pari», 25. Oktober. Dte Demtstou de» Krteg»- mt nist er» hat allgemeine Verwunderung hervorgerufeu. Dieselbe wird allerseit» gemißbilligt. Nach dem Zwischenfall wurde dte Sitzung auf eine halbe Stunde unterbrochen. E» verlautet, Minister-Präsident Briffon werde heute dem Präsidenten Faure ein Decret zur Uarerzetchouug vorlegen, wonach er, Briffon, zum Krteg»mintster und der Drputtrte Valley zum Minister de» Innern ernannt wtrd. Bet Wiederaufnahme der Debatte fordert Briffon dte Sammer auf, dte Jnterpellattouen bt» zum nächsten Dovner»tag aufzuschtebev. Der soztalisttsche Abgeordnete Fornter stimmt Briffon zu, desgleichen andere sozialistische und radikale Abgeordnete. Der frühere Krieg»mtntster Cavaignac protestirte gegen dte tn Vorschlag gebrachte Tagesordnung, dte Ueberlegenhett der Etvtlg^walt über dte Milttärgewalr auSzuspr-chen. Sein Protest wurde durch dte Z-vtschenruse der Abgeordneten und von den Tribünen übertönt. Er wurde auSg,pfiffen und auSgeztscht. Mau glaubt, daß dte Tagesordnung angenommen werden wird. London, 25. Oktober. So ganz tobt, wte neulich Londoner Blätter glauben machen wollten, ist dte trtsche Bewegung denn doch noch nicht. Im Gegenthril, soeben gtrbt fie ein neue» Lebenszeichen von fich, das der Regternug ernstlich zu denken gtebt. Die ziemlich plötzliche Abreise de» irischen Obersecretär» Gerald Brlfour letzte Woche nach Irland wtrd vtelfach mit der Agitation der vou William O'Brten kürzlich tuS Leben gerufenen »United Jrtih League" tn Verbindung gebracht. Der neue politische Verein, welcher fich au» Paruelliten wte Auti Paruelltten zusammevsetzt, soll mehr zuuehmen, al» e» der Regierung lieb tst. Eine für Sonn- tag tn Balcarrrh angesetzte Versammlung der Behörde tst von der Regterung verboten worden, dte eine ansehnliche Poltzeimacht zur Unterdrückung etwaigen Widerstande» dorthin entsandte. — In diesem Zusammenhänge muß darauf hiugewtesen werden, daß tn dem vermuthlich allerdings unblutig verlaufenden Streit um Faschoda die Franzosen tn Irland begeisterte Verbündete haben. Jüngst hat auf einer Versammlung in Dublin der ParlamentSabgrordnrte William Redmond drei Hochs auf Marchand ausgebracht und gesagt, wenn es zwischen England und Frankreich Srieg gäbe, daun würde Irland» Sympathie auf Seiten Frankreich» sein. Und an fich belanglo», ober al» Anzeichen immerhin be- merkeuSwerth tst e» auch, daß etn tu Manchester wohnender trtscher Arzt da» Schaufenster de» Witzblatte» »Punch" tn London unter dem Raf „Vive la France“ deswegen zertrümmerte, weil darin etn Bild ausgestellt war, da» Marchand al» Affen auf einer Drehorgel darstellt, deren Spieler von John Bull fortgewieseu wtrd. Cecale» und provinzielle». Gieße», 26. Oktober 1898. ** Kirchliche Dieustnachrichte». Seine Köuigl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgst geruht, am 19. Oktober dem Psarrverwalter Ludwig Scriba zu Groß-Wtnteruheim, Decauat Mainz, die evangelische Pfarrstelle daselbst zu übertragen. *• SnthüllnngSseier des Ludwigs Denkmals zu Darmstadt. Der Vorstand de» LandeSaußschnffrS bringt zur allgemeinen Üenntniß, daß auf Allerhöchsten Befehl Seiner Königlichen Hoheit des Großherzog» die auf Douuer»tag den 10. November 1898 festgesetzte Denkmalsenthüllung nicht au diese« Tage, sondern in der zweiten Hälfte de» Novewber statlfinden wird. Der demnächst Allerhöchsten- ort» festgesetzte Tag der Enthüllung wird rechtzeitig bekannt gewacht werden. ••P. Etadtthealer. In löbliche« Eifer wollte unsere rührige Direktion nicht hinter den großen deutschen Bühnen zurückftehen und wachte deshalb das hiefige Publikum am DienStag Abend wir einem der neuesten Dramen bekannt, Tobe "kauf llichen 16 Nh-««« iSftJ. Da ich bift qtatn fr ' * 1° habe ich die 9) Wtzkstl. 18. is 4 r Im 5 ® f 6 r b f s > 3 L * echürzm, CorsM, I ALvdtt, Aesttzt, M ® flösse, alle Rchklikel, M Schneider, ^^ndbednutn I ra Babatt. H MM I teeiHHiii raufgaSe iten Preisen, iuden, zz latle) , UoSvhorsame, 2 p6t. xah. UA empW und M« L. Kröll, Sicht i 8t Co. An den BM*^ PreiseD * ^Drucke» ’8Cl,eS"»> geb ul8trassej^__ liessen, 9$4. DetoS« 18»8' \V 0 41 5 M»’ no. #■ iineric- Nr. 252 Erstes Nlatt. Donnerstag den 27. October 1SON Grscheiut ■nt Wuleobnu Moniüg« Die ®if§rnrr Damtli,«Statt,r etrbai beut Änjagrr »•«rnthd» viermal bngrlfgt Kießener Anzeiger PJeiugapTda i’irrMläbrhd) 2 Matt 20 IMg. monatltd) 75 Psg. inu Vnngcrlab«- De« PosN'czug 2 Mark 50 Pfg. oirrtcljäbrhd). "leeebmc »en Anzeigen zu brr Nadimnioq» htr bnt •itfrubm Tag erfdinnenben Nummer bt, Horm 10 Ubr. Aeneral-Anzeiger Alle flnjagen-Scrmittlungllkllrn bei {hr- und Äuilanbe« nebmen Anzeigen für ben Siebener Anzeiger entgeyn. 2lssrts- und Zlsrzcsgedlntt fuv den Itrete Greszen. Webactien, Eppebition und Truderet: Ach.kSraz, Ar. 7. Gratisbeilage: Gießener FamilienbliMer. Deutsches Reich. Berlin. 25. Oktober. Rach Eivffaung der heutigen Sitzung de» EolonialratheS gab der vorfitzende vor Gtntritt in die Tagesordnung über die neulichen Unrnhen in Dentsch-Südwest Afrika einige Mitthetlnngen, denen znfolge dir au» englischer Quelle stammende erste Meldung stark Übertrieben war. Auf keinen Fall fei zu befürchten, daß die v»rßeko«wenen Unruhen auf die wirthschaftliche Entwicklung dar Schutzgebiete irgendwie störend eiruotrken könnten. Dte herauf folgende Debatte über den südwestafrikantscheu Etat betraf vorwiegend wirthschaftliche Fragen, wie den Bau der Baiweg-Bahn, de» Hafen» Swakopmund, den Anschluß de» deutschen Schutzgebiete» an da» internationale Kabelnetz, dir Lnsührung der Selbstverwaltung, dte Au»bilduog der Colonial- beamten, ihre Gleichstellung hinsichtlich der Penfion»berechtiouvg «it den Offizieren der Schutztrnppe und die sanitären Ber- HEltoiffe von Südwest-Afrika. Heute Abend findet zu Ehren ter Mitglieder de» Eolontalrathe» bet dem Reichskanzler Kirsten Hohenlohe eine größere Tafel statt. Berlin, 25. October. Der „vosfischen Zeitung" wird an» Hamburg telegraphirt: Der in Hamburg al» Anarchist u»b angeblicher Attentäter verhaftete Schtrmarbeiter Wilhelm Oldenburg ist wahrscheinlich ein Prahlhans. Er wollte oen eine« Bekannten Geld leihen und erzählte ihm auf deffeu Ablehnung die Räubermär von einem geplanten Anschlag auf bei Kaiser bet dessen Rückkehr au» dem Orient, zu dessen Ausführung ihn da» Loo» bestimmt habe. Der hiesige Auarchisteo-Club zahle ihm, Oldenburg, 260 Mark Reisegeld, wovon er da» geliehene Geld zurück,ahleu werde. So die Erzählung, woran kein wahre» Wort tst. Ein Anarchiften- d ub existirt hier nicht. Oldenburg wird In Hast behalten. Mehrere seiner Bekannten wurden verhört. Berlin. 25. Oktober. Die „Polit. Sorresp." berichtet «einer Zuschrift au» Kairo, dte Entdeckung de» gegen St. Maj. Kaiser Wilhelm II. von Anarchisten geplanten fl ttentat» sei dadurch erfolgt, daß einige Tage vor der Fest- iiUhmung der Anarchisten tn den Kleidern eine» von eine« Franzosen ermordeten Italiener» ein Portefeuille mit be- «Senden Briefen gefunden wurde. Bet der in der Wohnung bei Ermordeten vorgenommenen Hau»suchung seien dann Be- i äse dafür gefunden, daß vou den Anarchisten eine Ber- Swörung gegen da» Leben de» Kaiser» eiugeleitet war. Auf »Irunb dieser Entdeckung set e» gelungen, iämmtlicher Ber- lto»9r. M «ab bl.«,;,1* fith '»4nm»btt<(n, lol«‘ btt fcratm l dli BOtfH,,.1* I"l|tt tg 'l'lbia mTin n “ i«a, uab «im.» H all”™ 6„ini««- -» " "utttia 81V, Q *IU. ’ •*»«, ä5®*- d" hl i !'. ®6tiatlon |it bit Mi»- in i?to 6li^iunglroa()ltn ic 0 nlMwt boti Xq» m <£,. a*b W vstrvr unb gtljtii Mtd; bei Drmliatrg, bei Mföfrtifwnlgtn ftatt, In wdite gencinnten Pntelen getkvß« j ?n «usßkllllng non Qfabltat laotBitlidjen blei Partklbtts» 0«lt eine« geminsnin^n Hzvstl« o«t/ um Der brohrnbe- Tesch ilbemofratea bie $errf»aft c ttlaugkv. - Die Mai^ hin unb In bei Um^c BunbeSiath um «afafa f Dir Ätmguug hinzu gebt t* ub out, btt butd) Mt May rinr allgmsinrMtiMtzt^ rrnzspttir heibvnnsen »I1L - hast ist gegen dm Bahnnistf'm^ ifuntetludjnnfl etogeleiht lerla den nm oeiflassenen Kich, üa hnunfall dudnrih traM den bon Köln toraffhu Zag, an Marnbach eW biuch bal daß die Stiecke nicht s»i iri. st für MUÄ”” 27. Mer 1760, warbt u 'm geboren. 6t trug buti, fftmt und durch feine bebentenbt hr ulel zu btn SiW6 7 rtuouM«g ituMrM » Mm dir nstm Pu/ M ab. M 24. Agust M g Strategen plötzlich die M Repertoire». Sie bevorzugt seit einiger Zelt in auffallender ^öeise — Hosenrollen. Offenbar sagen diese flotten Jungen »hrrm Naturell am «eisten zu, Ihren größten Erfolg errang tffe Künstlerin wohl mit dem Vittorino in „Reuatffauce", den fte wirklich «tt sprühende« Urberrnuth spielte. Daneben scheint fie eine besondere Vorliebe für die Ernancipirten zu i.abtn: den weiblichen Dr. Lisbeth in Max Dreyers „Iu Sehaodluog" hat fie wohl 60 Mal dargestellt. Augenblicklich '-eiert fie in eine« grünlichen franzöfischen Schmarrn als lhansonettendiva „Zaza" Triumphe. Fran PraschS Knast find nicht allzu weite Grenzen ze steckt. Sie ist i« Lustspiel «ehr zu Hans und verweudungS« kühiger als in der Tragödie- aber fie beherrscht ihre Domäne »oll und ganz. Ihre säwmtlichrn Rollen find eigentlich Ber- wandte von Lessings Franziska. Doch hat man ^«„Madame -ans gßne“ sehr geschätzt, und ihre „Nora" durste sich selbst rn Berlin neben Agnes Sorma sehen lasten, wiewohl fie dhrem Temperament entsprechend dem ersten Act mit seinen Heiteren Kinderscenen eher gerecht wurde als der Tragik des Schluffes. Die Künstlerin verfügt über ein weiches, wohl« dingendes Organ, besten Reize man fich gerne gefangen giebt, sisdald man sich an eine kleine Unregelmäßigkeit tn der Äthern- sechoik gewöhnt hat. In ihrem Sondrrfach der Naiven »raucht fie heute keine Rivalin zu fürchten. Sie ist schon Leute eine der populärsten Berliner Schauspielerinnen, deren »esellschastliche Liebenswürdigkeit nicht genug gerühmt werden Sinn. Sie hat es wirklich verstanden, fich in unglaublich Lärzer Zeit die Sympathien der nicht leicht begeisterten Ber- Etat* in erringen.________________________________________________ Wöchentliche Ueberficht der Todesfälle in Gießen. 43. Woche. Vom 16. October dtS 22. October 1898. Einwohnerzahl: angenommen zu 24 100 (incl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsztster: 19,41, nach Abzug der Ortsfremden 12,95V« Kinder Inm. Die in Klammern gesetzten Zistern geben an, wie viele ba Todesfälle tn der betreff enden Krankheit aus von autzwürtt nach Bietzen «»brachte Kranke kommen. @1 starben an: Zusammen: Erwachsen« : im 1. Leben-jahr : 2.- vom -15. Jahr. Limgmschwindsucht 1 1 — — LLnäenentzündung Vasern 1 — — 1 1 — — 1 Diarrhöe 2 —— 1 1 Eirzletdkn 2 (2) 2 (2) — — Lcrunglückung 1 (1) 1 (1) — — Sodschlag 1 1 — — Summa. 9 (3) 5 (3) 1 3 kirchliche Anreigen der Stadt Giehen. Im vonfirmaudeusaal, Reustadt 61: Donnerstag den 27. October, AbendS 8 Uhr: Bibelstunde. I Lor. 12, von den qeiftlicbcn Gaben. Pfarrer Schlosser. Neueste Nachrichten. Depeschen des Bureau „Herold". Wien. 26. Oetober Die pefommtc Prrste bespricht den Sturz des Eabinets Brisson und spricht die Meinung auf, daß Frankreich vor einer bedenklichen inneren und Laßeren Krisis stehe, welche dir Ruhe Europas grsährden könne. Dem Präsidenten Faure stehe jetzt kein anderes Mtfel mehr offen, als durch eine Kamme,'Auflösung dem Lande (Jelegenheit zu geben, zu, Klärung de, Sache beizurragen. Paris, 26. Oetober. Ja der Deputlrtenkammer wurde u« 8 Uhr Abends zu, Abstimmung geschritten. Zuerst hatte die Regierung eine große Majorität. Der Antrag Rldot, welcher der Lioilgewalt die Suprematie ausspricht, wurde «it allen gegen wenige Sr wweu angenommen. Die Gegner des Eabinets vereinigten alle ihre Anstrengungen auf die Durchdringung deS Zusatzes de Mahys, welche, die Re« gierung auffordert, den Beleidigungen gegen di: Armee ein Ende zu machen. Dieser Zusatz wird «It 296 gegen 243 Stimmen angenommen. Der Radieale Bertrau sucht die Regierung noch einmal zu retten, indem er beantragt, Angesichts zweier widersprechender Boten das Vertrauen aus- zudrücken, daß die Regierung die Lampazne gegen die Armee zu beenden wlsten werde. Der Antrag wird mit 286 gegen 254 Stimmen abgelehnt, woraus die Minister den Saal verlaffen. Damit ist die Regierung gestürzt. Die Segne, des Eabinets jubeln, fie rufen: Hoch die Armee, nieder die BerrLther. De Brudrh d'Sscon beantragt, alle Minister, mit Ausnahme des Generals Ehanotne, dieses braven, loyalen Soldaten, in Avk.agezustand zu versetzen. Unter Tumult schließt dir Präsident gegen 81/, Uhr die Sitzung. Die nächste Sitzung findet am 4. November statt. Paris, 26. October. Gegen 9 Uhr begaben sich die Minister nach dem Elyfee und reichten ihre Demission ein. Lockroy wurde interimistisch mit dem Krieg»-Reffort betraut. In der Umgebung de» Concordienplatze» sanden während der ganzen gestrigen Sitzung der Kammer Manifestationen und Schlägereien statt. Man verbrannte die Dreyfus-freundltchen Blätter. Zur Verstärkung de» Sicherheitsdienste» waren acht Schwadronen Cürafstere und Dragoner ausgerückt. E» wurden etwa 200 Personen verhaftet. Nach 10 Uhr wurden die Boulevard» und anderen öffentlichen Gebäude mit Polizei und Militär besetzt. Mit dem Rufe: „Hoch die Armee" durchzogen mehrere Trupp» die Straßen. Allenthalben herrscht die größte Aufregung. Paris, 26. Oktober. EhanoineS Berrath gilt als ein Product des militärischen Staatsstreichs. Sein effect- voller Abgang wurde zwischen Zurlinden und Boisdeffre abgekartet. In der republikanischen Preffe gilt die Armee bereits al- unzuverlässig. De, Generalstab scheint zu« äußersten entschloffen zu sein, um die Dreysus-Revtfion zu verhindern. Niemand weis, was der morgige Tag bringt. Allgemein herrscht die größte Aufregung. Der gestrige Börsenschluß verlief in vollste, Panik. Bor de, Redaction der „Libre Parole" brannten Holzfeuer. Unter Fahnen« schwenken wurden Reden an die Menge gehalten. Die Sozialisten riefen zur Berthridigung der Republik gegen die Militaristen aus. Die Situation ist aufs höchste gespannt. Paris, 26. October. Die Nachricht über den Sturz des Eabinets Brisson hat auf den Boulevards unbeschreibliche Aufregung hervorgerusen. Ueberall bilden fich zahlreiche Gruppen, welche lebhaft die Folgen der Mtnister- krifis commentiren. In den Borstädten B.'lleville und Montmartre durchziehen Arbeitertruppe die Straßen. Die Rufe: „ES lebe die Republik, nieder mit den Elericalenl" und: „Es lebe die Armee, eS lebe Brlffon!" erschallen Überall. Bor den Fenstern der „Aurore^, der „Petit Republik", deS „Jutranfigeant" und der „Libre Parole" wird bald für, bald gegen die Revifiou und Briffon demonstrirt. Die Polizei muß fortwährend eiuschreiteu. Zahlreiche Schlägereien finden statt. Zahlreiche Verhaftungen wurden bis gegen Mitternacht vorgenommen. Die Lage ist sehr ernst. Man glaubt, daß die Truppen einschreiten «üffen, da die Polizei nicht genügt, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Paris, 26. October. Die Polizei hat zahlreiche Mauer« anschläge, in welchen die Bevölkerung aufgefordert wird, zu manifestiren, beschlagnahmt. Die Rationalisten und Antisemiten veriheilen an allen Straßenecken chauvinistische Zeitungen, Broschüren und Bilder. Die Generale Zarlinden, Boisdeffre und Mercier laffen patriotische Liede, austheilen. Paris, 26. Oetober. Bei der gestrigen Kundgebung vor dem Kammergebäude wurden zahlreiche Schaufenster eingefchlagen. Paris, 26. Oetober. In politischen Kreisen wird ver- ficherr, daß Präfident Faure, nachdem er heute früh die Präsidenten der Kammer und des Senat» zu Rathe gezogen haben wird, Vriffon mit der Neubildung de» Sabinet» betrauen werde, da im Großen genommen, die Tage»orduuug Briffou» gestern angenommen worden sei. Paris, 26. October. Heute wird im Amtsblatt die Er- nennung Lockroy» zum vorläusizen Verwalter des Kriegs« Ministeriums erfolgen, worauf unmittelbar die Demission des Vesammt Eabinets Briffon angenommen wird. Die Sozia« listen haben ein Manifest erlaffen, in welchem fie für die veriheidigung der Republik die Bereinigung aller fozlalisttfchen Kräfte aufrufen. Paris, 26 Oetober. Die geographische und Eoloaial- Gesellschaft haben beschloffeu, dem Eapitän Barantier, der ein Mitglied der Marchand-Expedition ist, bei feiner Ankunft tu Marseille einen großartigen Emvfanz zu bereiten. Paris, 26. Oetober. Die gestrige Sitzung der spanisch- amerikanischen Frieden»-Conferenz nahm einen sehr stürmischen Verlauf. Die spanischen Delegirten wollten, daß die cubanische Schuld auf alle Fälle nicht von Spanien getragen werde. 3)ie amerikanischen Delegirten wollten aber hiervon nicht» wiffen und haben von den spanischen Collegen für heute eine endgültige Antwort gefordert. Wenn dieselbe heute nicht erfolgt, dann werden die Unterhandlungen abgebrochen und die Feindseligkeiten von Neuem beginnen. Marseille, 26. October. Hrute Nacht um 4 Uhr ist de, Eapitän Baratte, in Begleitung von Sir Kttchenrr an Bord des Senegal hie, eiugetroffen. London, 26. October. Daily Mail fragt, au» welchem Grunde Frankreich auf Fasch 0 da bestehe und einen Aus- weg aus dem Nilthale verlangt habe. An dem Fluffe Ubaughi sei überhaupt kein Handel, da» habe Frankreich selbst zugestanden. London, 26. Oktober. Trotz aller Alarmnachrichten der Blätter wird in Regierungskreisen verfichert, daß die Faschodasrnge zu keinem ernstlichen Eovfliet mit Frankreich sühren wird. Die bevorstehende Besprechung Tourcels mit Lord Salisbury dürfte, wie im Auswärtigen Amte ve,« fichert wird, ganz bestimmt zu einer Berstäadigung sübren. MStibt 75 We. bi» 18.65 per Mrt. — sowie schwarze, weihe und farbige berg-Leide" von 75 Pfg. b«S Mk. 18.65 — tn den modernN.n Geweben, Farben und Dessin«. 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