Bedienung it 29. August: 8473 K". ^WeLpeisei i Htyi 8ml a. Uhi. (fest oll nett Grunde. km) Giessen er.: M Aussicht. Mang SM )urch MMer iß flfr Zer Borstaub. ui btti Wald, und ist sehr kalt, ab den Mann, , so lang er kann, seinem Haus, htei Weller aus! daß ihn nicht friert ) geschmiert .chnhletl । rollen Dosen. ,einen ®efW1"' l9il | lertoGöppto^!: tksae/ft iXschi&g«. n 99'* knote" to. 86.0 10J-5* 1984 9tfl 1887 44j° ioi.2 000.* oht »NlN*1 s l«98' gilierr«"1' #*,e l'en Griechen w» , so.* 169.* Rentenb- OH i°b1, ,hl905 **•!: ’-sS&ff 'S -Ol" Nr. 200 Zweites Blatt. Samstag den 27. August 1898 Eichener Anzeiger Heneral-Anzeiger N^»gA»rri» Dtrrtrliibthd 2 Mark 20 Pi» mouathdj 7b Pf^ mit vrrngerlotz». >«natzmi oon Anzeige, z» brr Nachmittag» für bat gatgende» Tag trfdjeinrnbra Nummer bii Borat. 10 Uhr. Wüt Lozeigen.Bermtttluvgsßellev bei In- und AuttanWA »ehmen Lnzrigen für den Steßener Anzeiger evtgeH«. Bei Postbezug 2 Mark 60 Pfg. vieNeljährlich. frf4fbd ItgNch mit Luluohme des Montags. Dte Ltehener Htamilioölttker Werden dem Anzeiger Wöchentlich viermal bagtWgL Zlnrts- und Anzcigcblatt süv den T(^eis Gieren. Ik»c<*oit, Expedition ,nb Druckerei: >4nr|r«|< Ar. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Lbrefle fit Depeschen: Anzeiger -tetzia. Fernsprecher Nr. 51. Deutsche- Reich. Berit*, 26. August. Die Abreise de» Kaiser- paare» von WilhelmShöhe erfolgt heute Abend. Die Kaiserin begibt sich sofort nach de« Neuen Palais bet Pot»da«, »er Kaiser nach Münster (Hannover). Berlin, 26. August. Das Staat-Ministerium trat heute Nachmittag 3 Uhr norer dem vorfitz de» Finanz- Ministers Dr. Miquel tu seinem DteastgebLude zu eiuer Sitzung zusammen. Berit*, 26. August. Dte ,W* erfährt von unter- richtete« Seite, daß ein Dermin für die Landtags- mahlen endgültig noch nicht festgesetzt ist, daß aber dte Wahlen vorausfichtlich Ansaug November stattfioden werden. verlta, 26. August. In den nächsten Tagen sollen Kommissare der betheiligteu RefiortS wieder zu eiuer Soufereuz gusawmeotreteu, um über dte Abtretung der Medt- rinal - Abthetlung de» Lultu» - Ministerium» »ad deren Überweisung an da» Ministerium de» Jnueru zu Lerathen. verlta, 26. August. Der .Berliner Loeal-Anzetger" meldet aus Loudon: während Signor Mareoai, der Gr- fnder der drahtlosen Telegraphie, von der irischen Küste au» mit seinem auf der Insel Rathlin befiudltcheo »sfisteoteu Glauville experimentirte, stürzte Glanville eine 300 Fuß hohe Klippe hinab und wurde getvdtet. Arr-Krnd Budapest, 26. August. Infolge de» Beharren» de» Grafen Thun auf dem bt»herigen bereits tu Ischl vertretenen Standpunkte find dte M t n t st e r - S o n f e r e v z r a abgebrochen worden. Dte österreichischen Minister kehren noch heute nach Wien zurück. Baron Banffy und Gras Thun werden fich nunmehr mit den hervorragenden Parteiführern in Verbindung setzen, um durch deren Beihilfe gegenseitige Looeesfioueu wachen 411 können. No», 25. August. Präsident Mac «iolrh ließ de« Feuilleton. Die Arandsiifterin. Criminal-Novellette von Rudolf Papendtck. (Nachdruck verboten.) Fröhliches Leben herrschte aus dem Rauschbacher Hof, denn Michael Staatslaus Rauschbacher, etu stattlicher junger Mann, feierte heute srtue Hochzeit mit Rose Herbst, der hübschen Lehrerstochter aus dem benachbarten Waldrode. A« vormittag hatte die Trauung in der hübschen Dorskirche zu 'Waagen stattgefuaden. Ja mit Sutrlondeu uod Blumen geschmückten Booten, vorauf eine Gondel mit Musikanten, mar die fröhliche Festgesellschast über dte lichtblaue Fluth des waldiees dahingefahren zum klrtueu Gotteshaus am jenseitigen Ufer. An der Pforte der Kirche hatte fich dte Bewohnerschaft von waldrode, uad utcht am wenigsten von Wangen selbst versammelt, um Zeuge dieses freudigen „Ereignisses" zu sei», denn die Verwählvng des reichsten MaoueS auf Meilen io der Runde mit der blutarmea „Schulmeisters Rose" war für die guten Dörfler eia Eretgntß. Aller Pomp, wie er bet HochzeitSfestea aufgebotev wird, war hier tu doppeltem Maße eatfaltet. Dte Kirche glich einem Hain, das Portal schon war mit Laub- und Blumen- zewiadtu geschmückt, der Weg zum Altar mit Rosen und Tannen bestreut. Auf dem Altar braanteu vier mächtige Kerzen. Dte biederen Waldroder uad Waoger stecktta dte Köpfe zusawmeu und unterhteltrn fich tm Flüstertoae, um ganz zu verstummen, ol» der Pfarrer au» der Thür seine» Hauses trat uad die Menge, die ihm ehrerbietig, die Mütze m der Hand, Platz «achte, durchschritt. Einher wehtea die Klänge der Mufik über das Waffer, dte bauten Gondeln vurden sichtbar, da» junge Paar saß unter setaem Taaueo- baldachia uad schien dte Umgebung rings zu vergessen. Da» lemeitte besonder» Raute Möricke, dte glathäugtge Tochter re» reichen Ftscherwlrth». Sie hatte dte Hoffnung, fich den schmucken Michael Rauschbacher zu errtngea, «it aller Leiden- schäft in ihrem Herzeu genährt. Daß er eine Andere vorzog, Var mehr, als fie zu verwinden für deakbar hielt. Gin furchtbarer Ka«pf tobte tu ihrer Brust, etoe unfaßbare Fülle fcon Haß gegen dte „Andere", ein Durst nach Rache gegen Michael, «in — ein--Ihr Herz droht zu zerspringen- Fe preßte die Hände gegen dea wogenden Busen . . . Der Hochzeitszug ist gelandet. Die Orgel erbraust durch Papst durch den Erzbischof von Ireland «ittheilev, daß dte katholtsche Kirche auf Luba alle Rechte und Güter fortbebalteu werde. Mailand, 25. August. Bei der Ausfahrt aus dem Hafen von Genua stießen zwei Dampfer, eiaer mit Auswanderern, der andere mit Weia beladen, zusammen. Der Schreck unter den Auswanderern war ein ungeheurer. SS tarnen jedoch nur zwei Verletzungen vor. Beide Dampfer wurden in den Hafen zurückgeschleppt.__ Locale- und provinzielle-. 0 Ober Ohmen, 25. August. Ein schwerer Unfall trug fich gestern in einem hiefigev Steinbruch zu. Zwei hiesige Maurer, jüngere Mäuuer, waren in dem Steinbruch mit Sprengung voa Steinen beschäftigt. Sie hatte» eine Mine gelegt und waren mit deren Verkeilung und Verstopfung beschäftigt, al» die Ladung auf noch unaufgeklärte Weise zu frühe loSgiog. Beide Steinbrecher wurden unmittelbar am Kopf schwer getroffen, namentlich an den Augen. Bet dem einen befürchtet man den Verlust de» einen Auge»- diesem wurden weiter die zwei Mittelfiager der einen Hand ab- geriffeu. Der andere ist gleichfalls schwer an eine« Auge und am Hiuterkopf verletzt. Beide verunglückte wurde in die Klinik nach Gießen verbracht. △ von der oberen Ohm, 25. August. Bor zwei Jahreu wurden im oberen Ohmlauf von Großh. Oberförsterei Nieder- Ohmen mehrere Tausend Stück Forellenbrut eingesetzt. Mau setzte damals wenig Hoffnung auf das Emporkommeu der eiugesetzteu Brut, zumal in manchen Gemarkungen die Gaten, bekanntlich große Feinde junger Fische, ungehindert Zutritt zu den Gewäfferu haben. Auch im vorigen Jahre sah oder gewahrte man noch weniger von den eingesetzten Forellen. In diesem dritten Jahr der Giusetzung aber zeigt da» häufige Vorkommen ganz prächtiger Forellen im oberen Laus der Ohm, daß das Gtusetzrn der jungeo Brut von beste« Gkfolg begleitet gewesen ist. So find dte Fangergebviffe au Forellen tu der Gemarkung Ober-Ohmen als ganz vortreff- das GotteShans, das fich nun bis in den serasten Winkel gesüllt hat. Der Trauuogsaet ging an. In zu Herzeu dringender Rede feierte der Geistliche die schöne Stunde. Klar und fest lautete das „Ja" der holden Braut- kraftvoll ertönte es von des jaogeu Mannes Munde. Da — ein gellender Schrei, alles drängt nach einer Stelle- eine förmliche Panik entsteht. Raute Möricke ist ohnmächtig zusammen- gebrochen. Unter minder fröhlichen Tönen als bei der Hinfahrt geht es zurück nach dem Rauschbacher Hof. Rose ist still und nachdenklich geworden, ihr ist nicht wohl, fie kann fich ihres Glückes nicht aus vollem Herzeu freueo, seit fie weih, daß sie gehaßt wird um seine» Besitze» willen. Und fie fürchtet fich geradezu vor der Zukunft, denn fie fühlt, daß etwas geschehen wird. Michael aber ist so zärtlich und lieb, daß fie fich schließlich etwas beruhigt. Auch er kann sich eines eigenen Gefühls doch nicht ganz erwehren. Gr weiß, daß Raute seiu junges Weib haßt, weil er ihre Blicke nicht verstanden, ihre Leidenschaft nicht erwidert, sie nicht statt der „armseligen Schulmeister-Rose" geheirathet. Roch tönt ihm jener gellende Aufschrei in den Ohren. Aber was kann denn er dafür, daß ihm ein Herz voll glühender Liebe entgegen- gebracht wird, wo er keines dagegen zu gebeu hat. Innig drückte er seine« jungen Weibe dte Hand, vorne schmettern die frohen Weisen in den sonnigen Maientag hinaus. Fröh- lich plaudert die GSsteschaar. Der Vorfall in der Kirche ist vergeffen. Schon tauchen die mächtigen Pappeln des Rauschbacher Hofes auf. Am Ufer harrt die jubelnde Menge. Durch eine schnell errichtete Shrenpsorte schreitet das junge Paar und die Gäüe, vorauf die Spielleute, und fröhlich schmettert es: „Wir winden Dir den Jnugfernkrauz Aus veilchenblauer Selbe *. . ." Belt geöffnet find olle Fenster des geräumigen HauseS, das mttteu in blühenden Büschen und rauschenden Bäumen gleichsam wie ein verzauberte» Schloß verborgen liegt. DaS Licht fluthet durch den weiten Garten und schimmert auf den leicht bewegten Wellen des Sees. Die Musikanten haben berettS tüchtig aufgespieli und flott haben fich die Paare i« Regeu gedreht. Jetzt fitzt man an der reichbesetzten Tafel uod die Mufikanten oben auf der Estrade, die sich bereit» gestärkt haben, geben jetzt ein Eoncertftück zum Besten, bet welche« die Schalmei mit ihrem durch Mark uod Bein liche zu bezeichnen. Der größte Feind aller Fischzucht, die Fischotter, kommt aber leider nach zu häufig im oberen Ohm- gebiet vor. Wenn io einzelnen Gemarkungen über da- ver- schwinden der Fische bezw. Verminderung de» Fischbestaude» Klagen geführt werden, so ist die Fischotter die Ursache davon. So hatten jüngst in der Gemarkung Ruppertenrod badende Knaben kaum daS Waffer verlaffen uod waren i« Ankleiden begriffen, al» eine Fischotter mitten durch den Vach geschwommen kam. Soll der Fischbestand eine- Bachbezirk» erhalten bleiben, so muß vorerst diesen Fischvertilgern de, SarauS gemacht werden. Vermischt-». • Trouetträoze. Dte „Hamb. Nachrichten" find in den Stand gesetzt für ihre Leser ein vollständige» verzeichniß der Trauerkränze znsammenzustellen, die bi» zum 19. August In Friedrich-roh eingetroffeo find — eS find ihrer nicht wenige, al- 1292 —um am Sarg des Altreichskanzlers niedergelegt zu werden. * Kraft- und ArbeitSmaschiuen-AuSstellnug München 1898. Um den Fremden ein besonder» seltenes Schauspiel zu bieten, wird fich die Ausstellung jeden Samstag und Sonntag zu Ehren der Fremden in festlicher großartiger Beleuchtung darbieteu. Möge Niemand, der an den Fortschritten de» menschlichen Geistes regen Anthell nimmt, den Besuch der höchst sehenSwerthen Ausstellung versäumen und die günstige Gelegenheit, die fich jetzt darbietet, unbenützt verstreichen lasten. Den außerhalb München Wohnenden ist der Besuch sehr erleichtert durch dte auf allen bayerischen, «ürttembergischen, badischen und pfälzischen Eisenbahnstationen jeden Samstag und Sonntag zur Ausgabe gelangenden sogen. „Ausstellung»- karten" zum etnsachen Fahrpreise, welche, wenn fie to der Au»stellung abgestempelt worden find, zur freien Rückfahrt innerhalb zehn Tagen berechtigen. ♦ ElektrischeLeichrnzüge gibt e» schon jetzt in den Bereinigten Staaten. Der Leicheozug besteht au» mehreren dringenden Gequieke die Hauptrolle spielt. Draußen io den Lauben, zwischen den Ginster- und Fliederdüschen zecht die Schaar der Knechte und Mägde und auf der Tenne, wo die Ziehharmonika in iotenfiver Thätigkeit ist, wirbeln die Röcke der Dirnen nur so und da» ansgelaffeoe »Juch!" der Tänzer, da» Stampfen der Holzschuhe zeugt von toller Lust. Tiefe Dunkelheit liegt über den Hecken, den Wipfeln und dem Waffer, die Düfte der vlütheo ziehen darüber hin. Nur ein einsamer Nachen gleitet durch die Wellen und landet am Rauschbacher Hof. Drinnen im Hause fingt man Ruod- gesäuge und bringt Hoch» au». Eben hat der Förster von Waldrode sein Glas erhoben uod bringt es dem jungen Paare, deo Segen des Himmels und ungetrübte» Glück für alle Zeiten wünschend. Da plötzlich ein vielstimmiges Ge- schrei von außen her, markerschütternde Rufe, die Musik bricht schrill ab. — „Feuer! Feuer!" schallt es In wildem Durcheinander. Entsetzt stürzt Alles an die Fenster. Barmherziger Gott, die hellen Flammen schlagen aus de« Dache der großen Scheune, uod auch die flbeigen Gebäude find im Nu von de« Feuermeer ergriffen, praffelod schlägt die Lohe zum Nacht- Himmel empor. Balken stürzen und in kurzer Zeit der gräß- lichsteo Verwirrung ist Alles dahin- an ein Retten war hier nicht zu denken. Händeringend steht Michael Rauschbacher au den rauchenden Trümmern. Er ist wie gelähmt. Dann entringt fich ein furchtbarer Schrei seiner Brust: „Wehe, wer hat mir da» gethani" Sein junges Weib hängt laut schluchzend an seine« Halse. Da bringen fie ein Weibsbild, daS fie aus de« See aufgefischt. ES ist Raute. Sie hat ihr Werk vollbracht und wollte es mit de« Tode sühnen — fie wollte nicht ioS Zucht- Haus, aber ihn und — fie wollte fie unglücklich wissen. Sie wollte ihnen daS „Hochzeitsmahl würzen". • • • Die Verhandlung ist geschloffen. Tiese Stille folgt de« Plaidoher des Staatsanwalts. Raute kla«merte fich ao die Anklagebank, um nicht wie damals zusammenzubrechen. Ihre Blicke streifen das Rauschbacher Paar. Ihr Rachewerk ist mißlungen. Die Feuersocletät hat Alles bezahlt. Der UrthellSspruch deS Schiedsgerichts lautet aof das Höchstmaß von zehn Jahren Zuchthaus. Die Mutter rührte daheim der Schlag, der alte Möricke ertränkte sich noch io derselben Stunde im Waoger See. von einem großen Porträt des Fürsten und einer bildlichen Apothese^ welche Prof. Doepler jr. gezeichnet bat. Von den Veteranen der acht- undvterziger Zeit ergreift diesmal Max Ring, der bekannte Berliner Schriftsteller, das Wort, der kürzlich feinen achtzigsten Geburtttag beging. Er schildert die „Oberschlesischen Zustände", deren Bekanntwerden so mächtig fördernd in die Volksbewegung etngr ff, dn Preußen dann die Märzerrungenschaften zu dankm hatte. Reich tllustrtrt ist die anschauliche Schilderung der „Vterlande" bei Hamburg von O. Schwtndrazheim; die eigenartige, fruchtbare Landschaft, welche die deutsche Handelsmetropole an der Elbe mit ihren Gemüsen und Früchten versteht, ist in jeder Beziehung ein hochinteressantes Stück deutscher Erde, das sich treu feinen altbistorischen Eharacter bewahrt hat. Der neue Roman von M. Bernhard „Schloß JosephSthal" entwickelt sich weiter sehr spannend; der durch seine Humoresken beliebte Hans Arnold zeigt sich von einer ganz neuen Seite in der Novelle „Flügellahm", die einen tragischen seelischen Conflict von dramatisch ergreifender Stimmung darstellt. Landwirthschaftttche». — Daß in der Aufzucht und Mästung von Geflügel, sowie in der Erzeugung von Eiern die Franzosen und die Italiener unS über sind und daß wir alljährlich für nahezu 100 Millionen Mark an beiden soeben erwähnten Gottesgaben einführen, dagegen nur für zwei Millionen aussühren, ist noch kürzlich der Gegenstand der öffentlichen Erörterung gewesen. Erfreulich ist eS daher, daß am Sonntag den 28. August In Bischofswerder bei Liebenwalde in der Provinz Brandenburg eine deutsche Musterzucht- und Lehr-Anstalt für Nutzgeflügelzucht eröffnet werden wird. Eine dauernde Ausstellung von Maschinen, Geräthschaften und Hilfsmitteln aller Art zur Ausübung der Nutzgeflügelzucht wird mit der Anstalt verbunden sein. Das Unterrichtshonorar beträgt für den zwei Monate dauernden Eursus 60 Ml., für vier Wochen 36 Mk., für zwei Wochm 20 Mk., und für acht Tage 15 Mk. Für künftige Geflügelwärter, Wärterinnen und solche Personen, die sich allen Arbeiten unterziehen, ist der Unterricht frei; auch zahlen Dolksschullehrer für die Theilnahme an den für sie besonders eingerichteten Kursen kem Honorar. Der EinrichtungSplan der Anstalt kann von dem Prast- benten des Clubs Deutscher Geflügelzüchter, Herrn H. Schmidt in Berlin N., Lotbringerstraße 32, post- und kostenfrei bezogen werden. ES wäre zu wünschen, daß diese Gelegenheit von den Söhnen und Töchtern deutscher Landwirthe ebenso fleißig benutzt roütbr, wie Die* in Frankreich in Bezug auf ben Besuch ber Geflügelzucktschule in GambaiS bei Houdan unweit Paris ber Fall ist. elektrisch betriebenen Wagen, die auf einem besonderen Geleise circulireu, welche- die ganze Stadt bi- zu dem 5—6 Kilometer entfernten Friedhof durchläuft. Der erste Wagen enthält auf einer Art von Plattform einen Raum für den Sarg, außerdem einen für den Geistlichen bestimmten Platz- da- Jauere diese- Wagen- ist mit schwarzem Tuch mit silbernen Streifen ausgeschlageu. In den übrigen Wagen nehmen die Angehörigen und übrigen Leidtragenden Platz. Die Fahrt von der Wohnung bi- zum Friedhof kostet für jede Person 40 Psg. nach unserem Geld, und der Todte wird dabet umsonst befördert. * Westindische Orkane. Bei dem Krieg um Cuba hatten die Amerikaner nicht nur mit den Spaniern, sondern auch mit zwei andern Feinden zu rechnen, mit dem gelben Fieber und den Orkanen. Erstere- geht wesentlich da- Land- Heer, letztere die Flotte an. Bet der Gewaltsamkeit, mit der die Orkane in Westtudien zu rasen pflegen, könnte eine Flotte, die tu einen solchen Wirbel geratheu würde, die empfind- lichsten Verluste erleiden. Die Orkanzeit beginnt im August und dauert bi- -um Oktober. Au- den verschiedenen Veröffentlichungen de- hydrographischen Bureau- in Washington ist erfichtlich, daß die tropischen Wirbelstürme im atlantischen Oceau während de- zwölfjährigen Zeiträume- 1885 bi- 1896 im Juni 6mal, im Juli 4mal, im August 16mal, im September 24mal und im October 25mal auftrateu. In dieser Zett find also die Schiffe, die die westindischen Gewässer und die Meere in der Nähe der Küsten Nordamerikas befahren, keinen Augenblick sicher, daß fie nicht von einem Orkan überfallen werden, weßhalb die SchtffLsÜhrer sorgsam auf alle verdächtigen Anzeichen, die den Wirbelstürmen vorau-zugehen pflegen, achten müssen. Die westindischen Orkane find im Allgemeinen von derselben Art wie andere Wirbelstürme, nur daß fich da- Centrum beim Beginn ihrer Wanderung stet- bi- zu einem gewissen Grade in westlicher Richtung bewegt, ganz in Uebereinstimmung mit der westlich gehenden Bewegung der Atmosphäre auf den niedrigen Breitegraden, wo diese Stürme entstehen. Ihre Au-gang-punkte liegen an der nördlichen Grenze de- stillen Gürtels am Aeqaator, ungefähr zwischen dem zehnten Grad und zwanzigsten Grad nördlicher Breite, und somit östlich von ben kleinen Antillen, also in Gegenden, wo kein Gleichgewicht in den atmosphärischen Verhältnissen herrscht, sondern wo häufig Ströme warmer Luft aufwärts streben, während die kältere und also dichtere Luft mit Gewalt von allen Seiten heranströwt und die ent- stehende Leere anSfüllt, wobei fich der Wirbel bildet. Dieser Wirbel ist Anfang- wenig umfangreich, wahrscheinlich unter 100 Seemeilen im Durchmesser, doch schwillt er schnell an, sodaß der Durchmesser, je nachdem der Orkan höhere Breiten grade erreicht, 500 oder sogar 1000 Seemeilen groß sein kann. Einer der fürchterlichsten Orkane, der jemals tn Wrst- iudten stattgefunden, ging am 29. Oktober 1867 über St. Thoma- hinweg. Am Morgen hatte da- Wetter noch kein beunruhigende- Au-sehen, bi- um 11 Uhr da- Barometer sank und der Sturm zu rasen begann, wa- bi- Vi2 Uhr dauerte, worauf eine halbe Stunde Windstille eintrat. Dann begann der Sturm von Neuem, und zwar von der gerade entgegengesetzten Richtung. Bei de« ersten Sturme hatte das Centrum nicht die Insel erreicht, und e- waren nur kleinere Fahrzeuge zu Grunde gegangen, doch jetzt bot der Hafen von St. Thoma- in wenigen Minuten ein Bild ärgster Verwüstung. Die größten Schiffe wurden von ihren Ankerplätzen gerissen, trieben an Land und zerschellten. Die Bucht war bald von Wrackstücken Übersät, und im Hafen widerhallte e- von Hülferufen. Im Laufe einer Stunde waren bei St. Thoma- oder in der Nähe der Insel 60 bi- 70 Schiffe vernichtet worden, außer den Schiffen, die kleinere Schäden erlitten. Die Stadt sah fürchterlich au-, von den Häusern waren die Dächer gerissen, viele Gebäude lagen gänzlich zertrümmert. Der Lenchtthurm war eine Ruine. Die Zahl der um- gekommenen Menschen betrug 500.______________________ Wissenschaft, Literatur und Annst. — Kapitalanlage und Werthpapiere. Ein Rathgeber bei Ankauf, Verwaltung imb Aufbewahrung von Wertpapieren. Mit einem Anhänge: Die Börse und ihre Geschäfte. Don Georg Obst, Bankbeamter. 8°. Gebeftet 72 Seiten 1 Mk. (Stuttgart, Strecker & Moser.) Das Büchlein, in populärer, leichtverständ- licher Form und außerordentlich klar und knapp geschrieben, ist besonders für das Laienpublikum ein werthvoller Führer und Rathgeber auf dem weitverzweigten Gebiet des Aktien-, Prämien-, Anleihen- zc. Wesens. Gerade die kleineren Kapitalisten, bei denen eS sich um geeignete Anlage oft sauer erworbener Ersparnisse handelt, sind es, Die in Folge mangelnder Orientirung und ihrer Unkenntniß der einschlägigen Verhältnisse sich häufig einer Schädigung. auSsetzen. Für sie enthält das Buch eine Reihe beherzigenswerther Winke. In knapper Form faßt das Merkchen alles Wlssenswerthe unter Berücksichtigung des neuen Börsen- und Depotgesetzes zusammen, so daß auch der in Banksachen Unerfahrenste sich rasch zu orienttren vermag. Wer seine Ersparnisse gut anlegen möchte und sich über das Wesen, sowie die Verwaltung der Werthpapiere orienttren will, kaufe sich das ausgezeichnete kleine Büchlein. — Don jeher ist die mit Recht so beliebte Familienzeitfchrift »Vom FelS zum Meer" (Union, Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, Berlin, Leipzig, Preis des HefteS 75 Pfg.) emsig bemüht gewesen, in verständiger Fühlung mit allen vornehmen geistigen Strömungen und Interessen der Zeit deutsches Volksleben, (Streben und Weben in Wort und Bild getreulich wiederzuspiegeln. Hierfür zeugt denn auch wieder der so überaus reiche Inhalt der eben erschienenen Hefte 24 und 25. Da schildert F. Freiherr v. d. Goltz „Das Sommerleben am Bosporus", I. I. Hoffmann „Schwarzwälder Bauernhäuser"; plaudert Dr. Fr. Ranzow von ber „Hygieine des Sports", M. von Wedderkop in „Jachtink" über ben Betrieb bes sportlichen Seefahrens unb Otto Gusti über „EivilisirteS Zigeunerleben". Inzwischen macht uns Georg Gronau mit den «Überschätzen ber „Nationalgalerie in London" vertraut, und endlich wird dem nun Heimgegangenen Begründer und ersten Kanzler des Deutschen Reichs, Fürst Bismarck, eine seine unvergeßlichen Thaten, sowie seine markante Persönlichkeit in zwölf Bildern schilderndes Ruhmesblatt gewidmet. Neben den nun dem Schluffe zueilenden Roman „Die letzte Wahl" von Rudolph Stratz sind die Novellen „Er steigt zum Volke hinab" von Adelheid Weber und „Die Macht der Stunde" von Paul Heyse, dem Altmeister ber deutschen Nooellistik, getreten. Der reichhaltige „Sammler" ergänzt schließlich in Bild unb Text ben burch bie Fülle unb Pracht ber Illustrationen gehobenen so überaus interessanten Inhalt des Ganzen. — In einer außerordentlichen Bellage bietet die neueste Nummer der »Gartenlaube^ einen dem Fürsten Bismarck gewidmeten Nachruf der die Trauer ber Nation um den unersetzlichen Verlust in ergreifender Sprache zum Ausdruck bringt. Begleitet ist der Text 7713 20 Mk. an franco 10 Procent extra Rabatt auf alle schon reducirte Preise während der Inventur- Liquidation. M u»ter auf Verlangen franco. Modebilder gratis. eines Theilhabers und Neuübernahme veranlassen uns zu einem wirklichen Ausverkauf sämmtlioher Damenkleiderstoffe für Frühjahr, Sommer, Herbst nnd Winter und offeriren beispielsweise : 6 Mtr. solid. 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