1898 Donnerstag den 27. Januar Zweites Blatt. Anrtr- und Jlnjeiaeblatt für den Ureis Gietzen. Gratisbeilage: Gießener Familienbütier ifcliberf. meisteret V 2. 3. 6. Der Vorstand. irr Dich IttwV ■! Feuilleton Kesstna). Mings- «i Wiesbaden « Sayers finbrt Abends 8‘/i llf|j, Redactton, Expedition und Druckerei: Schnlstraße Ar. 7. rnluM Lchmittags 3 Uhr, big, aste 30, 2. und 3. Feld, dar GeldauSgleichungsverzeichniß über den Zaviel- oder Zuwenig-Empfang au Geläodewerth im 3. Feld, daS Berzeichntß über die pro 1897 zu gewährenden Pachtentschädignngen im 2. Feld, das Berzeichntß über Entschädigungen für nachträglich abgetretene- Gelände zu Weganlagen rc., daS Berzeichniß über die in die BeretnigungSkasie zu leistenden Vergütungen für nachträglich zugefaileueS Gelände in Folge von Weganlagen rc. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgend en Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. nähme bedingt — nur guthrißen, wenn die Regierung mit offenem Dtfir der Volksvertretung gegenüber steht, wenn ihre Maßnahmen keine Mißdeutung zulasten, dieselben vielmehr mit allem Vertrauen ausgenommen werden. DaS ist da- richtige Verhältniß zwiscben Volksvertretung und Regierung, wenn bei der Ersteren kein Mißtrauen gegenüber der Letz< teren aufkommen kann. Und die Ereignisse der jüngsten Zeit lasten die Hoffnung berechtigt erscheinen, daß daS Ber« hältniß zwischen den beiden eben genannten Factoren auf dem Wege ist, ein immer beffrreS zu werden. Der neue Leiter deö Auswärtigen Amts hat die Verhandlung der Budgetcommiffion des Reichstags zum Anlaß genommen, über verfchiedene daS allgemeine Jvterrste in Anspruch nehmende Fragen der auswärtigen Politik eine amtliche Aufklärung zu geben. Wir haben in verfchtedeneu Ar. tikeln bereit- auSgeführt, daß im letzten Sommer der euro- pätsche Friede durch die Verwickelungen im Orient mehrfach ernstlich in Frage gestellt worden war, daß es aller Anstrengungen der Diplomaten bedurft hat, um ihn nicht zu gefährden, und daß Deutschland, wenn eS gelang, daS Ziel zu erreichen, wesentlich mit dazu beitrug, damit die Krieg«, fackel nicht entzündet wurde und der Friede den europäischen Eulturstaateu erhalten blieb. Wir waren in der Lage, als „ehrliche Makler" dem FrtedeuSwerke unsere Dienste zu weihen, weil wir im Orient keine eigennützigen Intereffeu zu vertreten, weil wir nicht selbstsüchtige Zwecke zu verfolgen hatten. Dieser Erfolg unserer Politik hat unser Ansehen in hohem Grade zu festigen vermocht und trägt vielleicht nicht zum geringsten Theile dazu bet, daß wir jetzt unangefochten activ auf dem Gebiete der großen internationalen Politik »ns hervorwagen können, daß Reid und Mißgunst unS nicht- anzuhabeu vermögen. Jetzt erst bewährt sich die unS innewohnende Kraft, zu der auf den Schlachtfeldern Frankreich- der Grund gelegt oder die doch wenigstens dort gestählt worden ist. Ein Ausdruck dieser Krast ist eS auch, daß wir jetzt offen vor aller Welt unsere Abstchten und Pläne bar- legen können, daß wir unS mit denselben nicht mehr schüchtern zu verstecken brauchen. Staatssecretär von Bülow sprach im Laufe der Com. miffiouSverhandlungen am Montag zuerst über die griechische Finanzfrage. Wir wiffen ja, daß Deutschland hieran leider sehr stark beiheiligt ist, indem viele Millionen deutschen Capital- in griechischen Werthen angelegt find, die schon feit Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen. Fernsprecher Nr. 51. zur Einficht der Betheiligten offen. Einwendungen hiergegen find bei Meldung de« Ans- fchluffeS innerhalb oben angegebener Frist bei Großh. Bürger- meisteret Staufenberg schriftlich einzureichen. Friedberg, den 24. Januar 1898. Der Großh. Beretnigung-.Comwifsär. Dr. Göttelmann, Regierungsrath. Deutscher Seich» Berlin, 25. Januar. Anläßlich der Wiederkehr de- HochzeitStageS der Kaiserin Friedrich, welche sich gestern vor 40 Jahren mit dem damaligen Prinzen Friedrich Wilhelm vermählte, spendete da- Kaiserpaar der Kaiserin Friedrich ein prachtvolles Blumenarrangement. Berlin, 25. Januar. Der König und die Königin von Sachsen sowie Prinz Friedrich August treffen morgen Abend Die auswärtige Politik Deutschlands. L Es stand zu erwarten, daß die ReichstagSverhandluogen Gelegenheit geben würden, über so manche- WisftnSwerthe mrS dem Gebiete unserer auswärtigen Politik Aufklärung zu verschaffen. Während früher dieser Gegenstand für die deutsche RetchSregierung ein Noli me tangere war, hat man in den letzten Jahren in dankevSwerther Weise begonnen, den deutschen Volksvertretern über Ursache und Wirkungen der von der Regierung befolgten auswärtigen Politik Mittheilung zu machen, ohne daß eS vielfach einer Anregung dazu bedurfte. Und im Allgemeinen kann man es ja — abgefthen von Fällen, in denen ein höheres StaatSintereffe nicht eine AuS. Bezugspreis vierteljährlich * 2 Mart 20 Pfg.' monatlich 7b Pfg. mit Bringerloh». Bei Postb^ng Mark 50 Ptz. ierteljährlich. Nieiienhov^ einiger Zeit nur noch einen imaginären Befitz rrpräfenttren. Viele Verhandlungen find schon gepflogen werden, um die Gläubiger weuigsters einigermaßen sicher zu stellen, aber „too nicht- ist, hat bekanntlich selbst der Kaiser sein Recht verloren." , Ä t _ Ja, wenn die Griechen ihre Schulden mit Korinthen bezahlen könnten, dann wären sie fein heraus, denn von diesem Prokuct haben sie überreichlich, so daß sogar Gesetze gewacht werden, um die über den Bedarf htnausschießruden Mengen zu vernichten. Aber Geld? nein, daS kennen die griechischen Helden von heutzutage nicht. Schon oft sind Verhandlungen zwischen den europäischen Gläubigern Griechenland« und der Athener Regierung geführt worden, aber sie haben keine Resultate erzielt. Jetzt ist Griechenland gelegentlich deS Abschluffes der Friedensver- handlungen, um ihm die Möglichkeit zur Bezahlung der KriegSentschSdioung zu gewähren, unter europäische Finanz- controle gest ür worden, was bekanntlich die Hellenen sehr wurmte, aber ihre Gläubiger mit der frohen Hoffnung erfüllte, daß es nun doch möglich sein würde, zum Gelde zu kommen, wenn in Athen eine durchaus vernünftige Finanzwtrthschaft eingesührt würde. Staattsecretär v. Bülow ist vielleicht nicht allen gehegten Hoffnungen gerecht geworden, aber wir haben die Ueberzeugung, daß wir ihm vertrauen dürfen, wenn er versprach, daß die Rechte der deutschen Gläubiger mit allem Nachdruck gewahrt werden würden, daß die Grundsätze von Treu und Glauben auch im öffentlichen Verkehr aufrecht er- halten werden müßten. Und auch wir find mit Herrn v. Bülow der Meinung, daß die europäische Finanzcontrole Griechenland Dir zum Segen gereichen kann. Ueber die weiteren sehr bedeutsamen Erklärungen de« Staat«secretär« werden wir morgen weiter sprechen. (xx) Ä. Al- JL rs lb'°ds 8'/, Ufr, 'milie. 9i| Ihr erstes Ballkleid. Novellette von H. v. Schandow. (Schluß.) Die Gedanken de« Mädchen- wirbeln durcheinander. Sie finkt in Halbschlummer. Sterne fallen vorn Himmel und nmfunkeln sie, die im ersten Ballkleid dasteht, selig lächelnd unter den Blicken von zwei braunen Augen--- „Mein Kleid, mein weiße« Kleid," murmelte sie, von einem Rauschen erweckt. Die Mutter steht vor ihr, mehrere EartonS in den Händen haltend. „Irene, Dein Kleid ist da!" Das Mädchen fährt auf. „Mein Kleid!" ruft sie entzückt. Und dann öffnet sie den größten der Larton-. Wie eS daliegt! Weiß wie frisch aufgesprungene Früh« UngSblÜthen und durchsichtig wie ein Hauch. ES scheint kein Gewicht zu haben und soll über feine, weiße Seide gelegt werden.! „Und hier ist der Kranz und die Schärpe, Liebling. Und da find Handschuhe und AtlaSstiefelcheu. Alle« weiß, weiß!" Irene drückte die zierlichen Dinge an ihr Herz. Zwei klare Thränen perlten nieder auf den weichen Stoff, der wie leichte« Gewölk über ihren Knieeu schimmert. Voll gerührter Zärtlichkeit dankt fie der Mutier. „Mein erstes rrallkleid," sagt fie immer wieder vor fich hin, und unter dem Gesühle ihrer großen Freude, ihrer größeren Hoffnung scheint fie tatsächlich zu genesen. Sie streichelt und liebkoset da« «leid. Abend« muß e« ihr die Mutter vorS Bett legen und fie nimmt die Bor- stellnng von der seidenweichen Pracht mit in den Schlummer hinüber. * * Der große Tag ist da. Irene zählt die Stunden bi« In der Zeit vom 29. Januar l. I. bi« einschließlich 4. Februar l. I. liegen auf dem Amtszimmer Großh. Bürger- - • Staufenberg folgende Verzeichnisse, nämlich: DaS GeldauSgleichungSverzrtchniß über den Zuviel- oder Zuwenig-Empfang an Obstbaumwerth im Amtlichem Theil. Bekanntmachung, brtr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Staufenberg. Die Paare treten an. Irene hebt fich auf den Zehen. Tie schwebt dahin, wie getragen von den Wolken ihre« Kteide«. Durstig gleiten ihre Blicke durch den lichtstrahleuden Saal, seinen Glanz in fich aufzunehmen. — — Und von allen Setten werfen ihr die Spiegel ihr Bild entgegen — weiß, ganz weiß-- Sie lächelt. Und ihre Augen leuchten dem jungen Astronomen zu, schöner al« alle Sterne des Himmels-- holdestes Menschenglück erblüht in der schwülen Atmosphäre de- Ballsaales, unter den Klängen der prickelnden, aufreizenden Tanzweisen — — ,, Wie geblendet senkt Irene die Wimpern. Plötzlich geht ein Zucken durch ihre Glieder- ihr Herz thut wuchtige Schläge, zwei-, dreimal — dann setzt es au- — — DaS zarte roseubekränzte Haupt finkt vorwärt-. Ein seuszender Hauch, ein leichtes Taumeln — der junge Astronom fängt die Geliebte in seinen Armen auf. Er flüstert ihren Namen — er ruft ihn ihr nur noch nach. Alle« ist vorüber. Sine schimmernde weiße Lilie, in der herrlichsten Blüihe, mitten im Sonnenschein der Liebr stehend, geknickt, — daS ist die tobte Irene. Man trägt fie in einen Nebenrauw, in jene« Nestchen, darin dir Flammen verschleiert brennen, man legt fie auf den fellbedeckteu Divan. Mit starren, thränenlosen Augen, daS Geschehene nicht begreifend, blickt die Mutter aus ihr gestorbenes Sind. Nur zögernd wagen e- die nächsten Verwandten, einzutreten. Alle bringen sie Blumen. Die Sträuße de- Festes finken aus Irene nieder, die roseubeladenen Zweige. Unter Blumen liegt sie, weiß, lächelnd, verklärt von Erden- nnb HimmelSseltgkeit. Und neben ihr kniet voll heißen, rüttelnden Schmerze- ein jugendlicher Mann. Herrliche rothe Rosen hat er in die durchsichtigen Hände der Geliebten gelegt. Die Frage, welche er thun wollte in dem verschleierten Nestchen — er flüstert sie einer Tobten zu. n Nassau übertragen L t ohne ZMenhäildln Dingungen bei obiger Fim.. * Wtzrr WtzL Äi 91 M«115G Karbol. MU&81 = 1SM I '»Uu,.}Va rt AKinn ,ll Langd. zum Beginn de- Balle-. So zögernd ist da- Tageslicht noch nie davongeschlichen, düvkt eS sie. DaS Mädchen fühlt fich kräftiger al- seit Jahren. In dem Herzen der Mutter erwacht eine selige Hoffnung, al« str ihr schönes Kind betrachtet, das jetzt vom Spiegel zurück- tritt, die schlank-, leichte Gestalt umhaucht von den matten Wolken des weißen Kleide-, die schwarzen, seidevglänzenden Haare durchflochien von dem hellen Rosenkranz. Irene scheint voller geworden zu sein in den letzten Tagen, die blauglänzenden Augen liegen richt mehr so tief in den Höhlen. Aber da» holde Antlitz ist weiß, ach, so weiß — — „Mein erste» Ballkleid," sagte da- Mädchen beinahe feierlich und streicht an den leise rauschenden Falten hinunter. Und dann wird der Traum von dem Sp'egelsaal und — den Bekannten Wahrheit. Ein junges, goldenes Hanpt neigt sich vor Irene. Zwei braune Augen blicken sie an, so treu, so dankbar, so freudeglänzend, daß ihr daS Herz erbebt in der wunden Brust, daß e« noch schneller, noch lauter pocht al» all die Tage vorher. Mit holdem Lächeln legt sie die Hand auf den Arm de» Heimlichgeliebten. Fanfaren erklingen, man tritt an zum ersten Rundgang, der fich durch sämmtliche Räume der Wohnung bewegt. Auch durch ein kleine- verschleiertes Nest geht- hindurch, das kofige Eckchen enthält und einen fell- beworfenen Divan. ~ _ „Hier plaudern wir nach dem Tanz, Fräulein Irene. Ich habe Sie ja etwas zu fragen — zu fragen — so klingt« an des Mädchen» Ohr. Ihre Lippen murmeln etwa-, tief tauchen ihre Blicke in die goldbraunen Augen. — Daun schreitet fie weiter, betäubt von Glück. Die Wogen der Mufik, des grellen Lichtes finken auf fie nieder, aber ihr wird leichter und leichter — so — körperlos. Wie au« einem seligen Traume heran- nickt fie der Mutter zu, die mit ängstlicher Sorgsalt ihr schönes bleiches Kind beobachtet. Jetzt zerbricht die lange glitzernde Schlange, welche die Wandelnden gebildet hatten. Der Walzer setzt ein „Rosen aus dem Süden" fliegen durch den Saal. -s- >iK Meßmer Anzeiger /VW tW* A I • Fbi A'X /T AY 9tot Lnzeigen-BermittlimgSsteLm de« Fu- und Ausland«» Ijl ILf I 1 P 1 Hl ■ I I Zy I I I V | nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger 'Ntgegm. Nr. W Grfcheinl täglich nrit Ausnahme des Montags. Die Gießener Aamitieuvkätter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. tn biibgeB H ~-k 1 ... ■ _ 26. M lagtlo' Dir Ä eine« W tiitl bakch Den int 3nil Der St gefitüt uni Zucketio, 6r Äilojmmtn t «bg. v. die Weiige Dauer ntd)ti stark herabzu btrttaudi fid bte «estrun Paa'ite onlo onb 61tatti fti erst not W|.: in der Ar Wsuhlplö gegen keine Mel. g; ungeeignet stuodekomwe mig der Znc Lüsten über nimmst W de» Stjlus einheun bfi «6g. 5 Liener sei pro Kilo I vielfache Do fei gerecht,: Rechte die j nug an, ob tutniuij ein W\ zurück Erklärung 8ache nach de« Länger kein begien, Namen, bi und Dulzin wandten C ßofitonttol controUe n ungen sei Zolles, z Rußland i fage besä erführt, ®e9 schein tu ziehen. s° trete fie °°d Oester, du. Weg, d * Migt fitntttintn1 8i so Bofitn bu, Mt untei * Bist Jöuutogtei e'ur noch treckenden «« sl81"" oufränden üblich, M'kS ab x-Srfe >£ e< fi* 110’ A°? F Kontos^ gnnaintt D°r Saiten 1 an •** > -gchnctitch btig^S1 j*r Theilnahme au der Feier des Geburtstages des Kaisers hier ein. verliu, 25. Januar. Zur Untersuchung des schweren EisevbahnuaglückeS auf Bahnhof Herne hat sich der Vortragende R^rh im RetchSeisenbahvamt Srmber an Ort und Stelle begeben. verliu, 25. Januar. Dem Reichstage find die Entwürfe eines Gesetzes betreffend Aenderung der ToneurS- orduung fowie eine- zugehörigen EinführungSgesetzeS nebst Begründung zugegangev. verliu. 25. Januar. Der dem Abgeordnetenhause zu- gegavgene Gesetzentwurf betr. daS DtScivlinarverfahren gegen Privatdoeenteu wird eine in den nächsten Tagen zu- fummeutretende Tooferenz von Univerfitätlrectoren beschäftigen. verliu, 25. Januar. Im Auftrage bei Ministers bei Innern werden zur Zeit von Seiten bei Polizeipräsidenten einqehenbe statistische Erhebungen über bte Stärke ber hiesigen polnisch sprechenden Bevölkerung angestellt, sowie Aber die hiesigen polnischen Vereine und die Häufigkeit der Polenversammluogeu in der Reichlhauptstadt. verliu, 25. Januar. Bor der 9. Strafkammer del Laubgerichtl I. wurde heute berMajestätlbeleibigungS- p r o z e ß bei verantwortlichen RedacteurS bei „Kladderadatsch", Trojan, verhandelt. Die MajestätSbeleibtgung würbe bekanntlich in einem Bilde gefunden, welche! der „Kladderadatsch" am 28. November v. I. veröffentlichte. Wegen diese! Bilde! ist damals das Blatt mit Beschlag belegt worden. Nach fünfstündiger Verhandlung beantragte der Staatsanwalt zwei Monate Festung und Covfiscatiou der betreffenden Nummer. Der Gerichtlhof erkannte nach dem Anträge de! StaatS- auwaltl. In der Begründung de! Urtheil! wird hervor- gehoben, daß Bild und Text geeignet feien, die Rede bei Kaiser! lächerlich zu macken, baher sei ber Thatbestanb ber Majestätlbeleibigung vorhanden. Dem Angeklagten wurden mildernde Umstände bewilligt, weil e! bekannt ist, daß er ein patriotischer und königstreuer Mann ist. Köln, 25. Januar. In Höningen am Rhein fand heute Vormittag ein Zusammenstoß zweier Güterzüge statt, wobei zwei Personen getödtet und eine schwer verletzt wurde. Die Wagen find vollständig zertrümmert, der Materialschaden ist sehr groß. Pegg. 25. Januar. Infolge bei Bescheide! bei Ehren- rathes unterbleibt vorläufig dal Duell ber Abgeorbuetrn Wolff unb Dr. Pinkal. Paris, 25. Januar. Emile Z'o l a sowie der verantwortliche Verleger der „Aurore" haben dem General-Procu- rator eine Liste von 104 Namen all Zeugen übergeben. Darunter befinden fich die Namen der Militär-Attaches mehrerer Botschaften der europäischen Mächte, Senatoren, Abgeordnete, Generale u. s. w. Zola verlangt die Abschrift samwtlicher Aktenstücke aus dem ersten DrhfuS-Prozeß sowie de! Briefe!, auf Grund beffen bte Verurteilung bes Dreh- fu! erfolgt ist. Loudon, 25. Januar. Aul S h a n g a t wird gemeldet, baß bie japoutsche Flotte 15 Meilen vor Yokohama kreuze. Warschau, 25. Januar. Die Regierung beschloß, sofort ben Bau bei Kanal!, welcher bie Weichsel mit ber Narew verbinden soll, in Angriff zu nehmen. Algier, 25. Januar. Die Ruhe wurde gestern nicht gestört, bie Straßen bleiben militärisch besetzt, bie meisten Häuser sind geschloffen. Verrutschte». ♦ Sine Vergleichung der Flotteubudgets der bebeuteubsteu Seemächte mit ber Größe und Beveutung ihrer Hanbell- flotteu, ergiebt für da! Jahr 1896 sehr iutereffaute Daten. Einer Mitiheilung bei Internationalen Patent- burean! Carl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6, entnehmen wir darüber folgende! Nähere: Die Kosten der englischen,Krieg!- marine inclusive der Colonien, beliefen fich auf mehr all 440 Mill. Mk. Die Handelsflotte umfaßte Schiffe mit ca. 10,330,000 Tonnen, von denen 1,300,000 auf Indien entfallen. — Frankreich girbt für seine Krieglmariue im gleichen Jahre 230 Mill. Mk. ans, also die Hälfte von dem englischen Budget, dem ein Tonnengehalt von 887,078 Tonnen der Handelsflotte gegenüber steht. Diese beträgt also kaum den 12. Theil der englischen. Es folgt Deutschland mit einem Marinebudget von 90 Mill, und einer Handelsflotte von 1,502,344 Tonnen. Italien giebt für Marinrzwecke 85 Mill, aus, während feine Handelsflotte 767,077 Tonnen umfaßt. — Die Vereinigten Staaten verwenden 124 Mill, für ihre Kriegsflotte, um eine Handelsflotte von 844,954 Tonne« zu sckützen. In Japan stehen fich 120 Mill. Budget und 250,000 Tonneugehalt der Handelsflotte gegenüber. Rußland! Ausgaben find etwa gleich hoch, doch ist eine genaue Statistik der Handelsflotte nicht vorhanden. ES folgen dann in absteigender Linie Oesterreich, Holland, Brafilien, Spanien, beffen Marineaulgaben wenig über 20 Mill, betragen. CitaratxM? unfc — Den werthvollyen Kalender brüht das British-Museum. Sein Alter wird auf 3000 Jahre aeschötzt. Die Tage ftnb in Columnen mit rothen Lettern auf Papvru! geschrieben. Hinter jedem Tage befinden sich drei Zeichen, welche fich aus den wahr- scheinlichrn Stand de! Wetter! de,leben. — Den umfangreichsten Almanach gibt die chinefische Regierung heraus. In 12 Bänden gibt derselbe Aufschluß über günstige Zeiten, und den günstigsten Ort, um irgend eine Handlung oorzunehmen. — England gibt jährlich 3942 Pfund Sterling aus für die Herstellung des nautischen Almanachs. — Von europäischen Almanachs ist der Gothaische der älteste; er erscheint seit 135 Jahren. (Mitaetbeilt vom Internationalen Patmtbüreau Karl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6.) Universität- - Nachrichten. Jena, 21. Januar. Soeben ist ein Aufruf zur Errichtung eine! Denkmals für den berühmten Kirchenbistortker Karl Hofe erschienen, das hier, an der Stätte seiner fast sechzigjäbrigen akademischen Wirksamkeit, an seinem 100. Geburtstage, am 25. August 1900, enthüllt werden soll. München, 24. Januar. Der Privatdocent an der hiesigen Universität, Dr. Karl Meyer, wurde oh»e Aenderung seiner bisherigen Stellung an der Universität zum Secretär der Kgl. Akademie der Wissenschaften und dcS General-Eonservatoriuml der wissenschaftlichen Sammlungen deS Staates ernannt. Was ist Myrrholin? zug des Myrrhenharze-, welches schon im Alterthum als ein sehr werthvolles CoSmettcum galt! Jahrtausende ist diese Hochschätzung für die Myrrhe die gleiche geblieben, und die ersten Gelehrten aller Zeiten, wie Hippocrates, Galenus, Hufeland, Boerhave rc., haben die conservirenden, neu* bildenden und heilenden Eigenschaften anerkannt. Auf diesen That- sachen beruht denn auch der große Erfolg, welchen die Patent- Myrrholin-Seife sowohl bei den Aerzten, als beim Publikum hatte und ihr für die Hautpflege den Ruf einer unübertroffmen Toilette- GesundhettSsetfe zum täglichen Gebrauch verschaffte. Ueberall, auch in den Apotheken, erhältlich. 360 Brtaction; R. Echchd a. — Druck unt Verlag der Brüblffcherr UniverfitätS-Buch- nnb Stcindruckerei (Pietsch & Scheyba) in Gießen. 55 Heß. 924 960 60 826 Erinnerung 12 530 19 Nadelstamme von 14 bis 32 cm Durchmesser und 5 bi« 19 m Länge — 23,28 fm, rm Nadelknüppel, Nadel-Wellen, rm Nadel-Stöcke. Cigarren, Cigaretten ächte Havaua-Jmporteu, in allen Preislagen bringt in empfehlende Stück Fichtenstämme und Derbstangen von 8 bis 16 m Länge und 8 bis 22 cm Durchmesser = 85,20 fm, Stück Fichten Reisstangen von 4 bis 6 m Länge und 6 cm Durchmesser — 0,80 fm. Carl Retter, Cigarren- und Verhandlung, Liudcnplatz. Zusammenkunft am Trisch. Steinberg, am 24. Januar 1898. Großherzogliche Bürgermeisterei Watzenborn «Steinberg Zusammenkunft beim neuen Pflanzgarten. Hungen, 21. Januar 1898. Fürstliche Oberförstern. Wi egmeyer. 846 Fichten-Nutzholz- Versteigermlg in den Fürst. Solms.Krsuusels7chtll Forst distrirtkll Schmnahl u. Klafterschlag. Samstag, ben 29. d. M., Vormittags 10 Uhr anfangend, soll folgendes Fichten Nutzholz öffentlich meistbietend versteigert werden: Seit 25 Jahren SehnUmerke hat sich das ächte Liebig sehe Fuddlng- Pulver die Welt erobert, es ■jj-k bietet in Bezug auf Güte das JeAjäfc Höchste, was erreicht werden kann. Man achte auf den Namen „Liebig“ und die Schutzmarke. Zu hab. in all. besser. Ges< haft, u. Meine * Liebig, Hannover. Samos vorzüglicher Kranken- u. Kinderwein, per Flasche 1,— rmd 1,40 Md. empfiehlt 722 Ir.Keo Nächst, C.Herber S-tterlw-g 7t. BamUam m saJ mAXam D. R. P. mit neuem Musehelreflector. QvLPCnS Grösste Gasansnutzung. Gleichm. Wärmevertheilang. Aachener Gasbadeofen, d.r.p. • in 5 Badi • Prospecte gratis. — J. G. Hauben Sohn Carl, Aachen. 178 Wiederverkäufer an fast allen Plätzen. m Fichten-Schichtnutzholz. veranschlagt zu Dr. Dieffeubach. 806 910 Stahl. 891 Der Königliche Oberförster. beim Holz. 862 Klietsch. 921 Bad-Nauheim, 11. Januar 1898. Villa Britannia. R. Äöggerath 99 1400 5000 70 25 43 37 n ff w H ft Fichtenstämme mit 16 fm, Stangen 1. Klaffe (zu Sparren geeignet), Stück 2. Klaffe, Versteigerungen. Ilschhausen, den 22. Januar 1898. C. Bingel. v4L tf n Vergebung von Bonarbeiten. Die für den inneren Ausbau der Kiuderbewahraustalt zu Alteu-Buseck erforderlichen Ar- Nächsteu Montag, den 31. d. Mts., kommen im hiesigen Gemeindewald, Diftrict Albruchsheck, folgende Hölzer zum Ausgebot: Bekanntmachung betr.: Die Verwerthung von Pappelstämmen. An der Kreisstraße (frühere Staats« straße) Lindheim—Hainchen werden Montag', den 31. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, an Ort und Stelle 111 Pappelstämme (etwa 122 Fstm.) versteigert. Nähere Auskunft wird der Versteigerungs- commiffar, Kreisstraßenmeister Volk zu Altenstadt, ertheilen. Büdingen, den 25. Januar 1898. Großh. Kreisamt Büdingen. Holzversteigerung. Freitag den 28. Januar l. I., Vormittags IO Uhr, soll in dem Gemeindewald zu Watzenborn-Steinberg nachverzeichnetes Holz versteigert werden: Kauhoh-NersteigerMg. Freitag den 28. Januar d. I., Vormittags io Uhr, sollen in meinem Walde in der Mauer 250 Fichtenstämme von 8 bis 18 m Länge und bis zu 30 cm Durchmesser — ca. 87 fm versteigert werden. Zusammenkunft im Walde beiten und zwar: Schlofferarbeiteu Glaserarbeiten Schreinerarbeiten Weißbinderarbeiten Oberförsterei Brandoberndorf. Holzverkäufe. Samstag, deu 29. Jau. 98, Vorm. 10 Uhr, in der Hof- mann'schen Wirthschast zu Cleeberg, aus den Forstorten Spechtischheck 22, Höllheck 40, Gr. u. Kl. Brombergerstein 29, 33, Streitwald 10, ca. 11000 Bu. u. Ei. Wellen, ca. 6000 Weichholzwellen, 59 rm Ei., Bu. u. Weichh. Scheit u. Knüppel, einige Nadelstämme u. Stangen, wobei 400 Bohnenstangen u. etwas Nadelbrennholz. — Ferner aus Distr. Spechtischheck 290 letztjährige Eichenschälstangen. Moutag deu 31. Jau. 98, Morgens 10 Uhr, im Deutschen Hause zu Brandoberndorf aus dem Forstort Saukhardt 45, 47, 48, Herrnschälberg 42 u. Totalität ca. 55 rm Ei. Scheit, ca. 98 rm Bu. Scheit, ca. 132 rm Bu. u. Ei. Knüppel, ca. 7000 Bu. u. Ei. Wellen, sowie etwas Nadel- u. Weichholzbrennholz bis zum Montag, den 31. Januar l. J., Vormittags 9 Uhr, im Amtszimmer des Geistlichen zu Alten-Buseck, woselbst Pläne, Voranschlag und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, einzureichen. Die Eröffnung der Angebote erfolgt am gleichen Tage Vormittags V, i o Uhr im Gemeindehaus daselbst. Gießen, am 25. Januar 1898. Der Großh. Kreisbauinspector. Möbel-V erkauf. Wegen Verkaufes meiner Liegenschaft, Billa Britauuia hier, sind folgende Gegenstände aus freier Hand zu verkaufen: Betten, Sophas, Seffel, Polsterstühle, Teppiche, Vorhänge, Portiören, Wasch-Commoden mit Marmorplatte, Nachttischchen mit Marmorplatte, Schränke und Spiegelschränke, Tische und Schreibtische, englische Seinen» schränke, Tragstuhl, Gartenlaternen mit und ohne eiserne Säulen, ein transportables Gartenhaus von Holz mit Zinkbedachung und Steinunterlage, Gartenspritze, Mähmaschine, zweirädrige Karren, Schubkarren, verschiedenes Gartengeräth, Waschmaschine rc. rc. Holzverfteigerurrg in der Fürstlich Solmfischerr Obcrförsterei Lich. Es sollen versteigert werden: Montag den 31. Januar im District Riedwald von Vormittags 9y2 Uhr an: Buchen: 142 Rm. Scheiter, 136 Rm. Knüppel, 74 Rm. Stöcke, 64 Hdt. Wellen; Eichen: 13 Rm. Scheiter, 56 Rm. Knüppel, 60 Rm. Stöcke, 14 Hdt. Wellen; Nadelholz: 3 Rm. Scheiter, 12 Hdt. Wellen. 1921 Stück Fichtenstangen = 20,69 Fm. Die Zusammenkunft ist auf der sogen, alten Laubacher Straße, dort wo dieselbe vom Fußpfad Lich—Harbach gekreuzt wird. Dienstag deu 1. Februar im District Hard von Vormittags 91/, Uhr an: Buchen: 122 Rm. Scheiter, 111 Rm. Knüppel, 89 Rm. Stöcke, 13 Hdt. Wellen; Eichen: 11 Rm. Scheiter (meist Rundscheitholz), 33 Rm. Knüppel, 98 Rm. Stöcke, 18 Hdt. Wellen; Nadelholz: 9 Rm. Knüppel, 4 Rm. Stöcke, 19 Hdt. Wellen; 30 Hdt. Weichholz- (Ausputz-)Wellen. 1 Elzbeerstamm, 4 m lang, 25 cm mittl. Durch.; 4335 Fichtenstangen — 19,56 Fm., zu Bohnenstangen, zum Zumachen, zu Spundstangen, Baumpfählen und Hopfenstangen geeignet. Die Zusammenkunft ist auf dem chausstrten Weg von Kolnhausen in die Hard, ca. 100 Schritte im Walde. Lich, am 18. Januar 1898. Holzversteigerung am Moutag, deu 31. Januar d. I., von Vormittags 10 Uhr ab, bei Wirth La uz zu Wißmar. Bei ungünstiger Witterung wird die Versteigerung im Saale des Wirthes Abel daselbst abgehalten. 4 Eichenstämme — 4 fm, 93 rm Eichennutzholz, 130 rm Eichen- und 864 rm Buchen-Scheit- und Knüppelholz, 6 rm Buchennutzholz, 143 rm Stöcke, 1395 rm Reiser. Das Holz liegt, in den Districten Kühbachsdell und Stümpfe, Gemeindewald Wißmar, und zwar an der Crumbacher Straße, an guter Abfahrt nach Krofdorf zu. Krofdorf, den 25. Januar 1898. Der Bürgermeister: 922 Kleine. Zusammenkunft um 9 Uhr Vormittags im Ort. Frankenbach, den 24. Jan. 1898. Der Bürgermeister: Geller. 909 258,70 504,50 1381,62 869,54 Tapezierarbeiten 41,— sollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden und sind Angebote lu'luuintriuidjung.