ttg*. eUlahme an dem * I6r «• reiche 11708 6 Stückralh. 1898. wndni' lhr birt,li. r‘' orträge. tllch 8 Uhr Abendi iala: olomae: ermanen. in äsr Ferber’sehen, ndlung, Studentenkartei UM Mutz. Nachmittags 4 Uhr: Wsk. - Djit. Der Vorstand. nge Wadlhen. att an jebtm Eooatag der Kletok/lldttscha/e. Um 4W W zrotzn M vochmde». in. ves Sonntagrveretü»: cknL ijÄ| W fertigt te. A E* 1808 Samstag den 26. November Nr. 278 Zweites Blatt Gießener Anzeiger General-Anzeiger Zlints- unb Anzeigeblatt für den Tiveis Gieren. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter den ■ anebmt von Anzeigen zu brr Nachmittags für bm felynbm Lag ertchemenben Nummer bii Bonn. 10 Uhr. Alle Anzeigen-BermiNlungsßellen bes In- unb ButlaaM nehmen Anze,gen für bcn «tcßener Anzeiger aUgcpa. Rtbectron, Lxpebition unb Druckerei: >4»sckratze Ar. 7. Verwehrung der Bevölkerung tm Verhältnis, h'nausgtheudc Verwehrung der vtehdestände tm Deutschen Reiche unb der Fleilchrinfuhr tu da» Reich»,edtrt stattgefunden hat? 4. Ist der Herr Reichskanzler bereit, dem Reichstage gesetzgeberische Maßnahmen in Vorschlag zu bringen, weiche geeignet erscheinen, den derzeitigen hohen Bankdiskont ber brutsch en Retchsd ank aus einen bem Bankdiskont anderer Länder entsprechenden Stand herabzubrücken, um dadurch zu, Verbesserung der Eoncurrenzlage ber gelammten nationalen Production des Deutschen Reiche» gegenüber dem Äullanbt drizntragen? Balte, 24. November. Die Lonserenz gegen bti Anarchisten wird nach brr ^Magd. Zig.* ungesähr vterzi, Mitglieder zählen. Ihre Arbeiten dürsten vor Weihnachten beendigt sein. Den einzelnen Delegirten ber Regterungee wird es srrtstehen, Anträge einzubringen unb Fragen anzu. regen, die sich nicht in bem Vorschlag ber italienischen Re- gierung b,staben. Da» «öntgspaar wirb die Looferenz- theilnehmer empfangen, jeboch wirb iw Hinblick ans bni ernsten Charakter ber Lonferenz von den sonst üblichen Festlichkeiten abgesehen. der Orbevßgüter. Auch sogenannte Laptllani oder Priester hatte ber Orben, sowie auch Cavalieri di divotione ober weltliche Rater von hohem Ansehen und weift fürstlich« Ranges, welche auch das goldene Kreuz trugen. Daneben gab es Donaii ober Haldkreoze, Männer von unbescholtene» Ruse, die zwar geloben mußten, dem Orden neu unb seiner Befehle gewärtig zu sein, ober dabei weltlich blieben. Sie wurden als Verwalter der Herbergen angestellt, durften aber nur halbe Kreuze tragen. So war aus bem ,Senfkörnleiu* bald ein stattlicher Baum geworden. Die internationale Lage. Wohl selten ist btt internationale Lage eine so unsichere unb Verworrene gewesen, wie jetzt. Wir haben vor einiger Zeit anszusühren Gelegenheit gehabt, baß auch bte Gntldhall- Rebe M» englischen Premierministers keine Gärung gebracht hat, baß vielmehr noch heute alle Welt im Dunkeln toppt über bte F.age: »Was wirb geschehen.* England hat seine Rüstungen noch ntcht eingestellt, und man darf kaum an» nehmen, daß es so große Anstrengungen und Aufwendungen macht, gegen etnen imaginären Feind. Uad ohne jeden Hintergedanken hat stch Lord Chamberlain ntcht vor Kurzem Gewalt augethan und einem engeren Anschluß Englands an Deutschland bas Wort gerebet. Freilich sucht bas britische Reich schon lange nach einem zuverlässigen Bundesgenossen, unb in London möchte man so gerne den großen Fehler wieder gut machen, baß England heute isolirt im Rathe der Böker dasteht. «eine Macht ist gegenwärtig tn der Lage, eines Bundesgenossen entrathen zu können. Das hat unser großer Bismarck wohl etngesedm, als er unter den schwierigsten Umständen den Dreibund bildete und damit ein Vorbild gab, welches tm Laufe der Jahre von anderen Setten nachzuahmen versucht wurde, aber bisher noch unerreicht dasteht. Ja den letzten Tagen ist wieder viel von Gruppirungen der Mächte gesprochen worden, ja, die Ehamberlain'sche Rede hatte hflOT zu einer Meldung von einem neuen Dreibünde für Okiasien Anlaß gegeben: Deutschland, England und die Bereinigten Staaten tollten sich vereinigen znm Schutze ihrer ostafiatttchrn Interessen. Daß man Deutschland in diesen Bund ve'flocht, wachte die Meldung gleich von vorvh'rein unwahrscheinlich. Denn unsere Interessen im fernen Osten stad bereit» sestgelegt, und eine Weiterau»dehnung unserer Btsttzverhältniffe daselbst dürste kaum im Plane der deutschen Regierung liegen, deren Augenmerk jetzt darauf gerichtet sein muß, da» Siantschongebiet sür nn» zu festigen ucb e» den beabsichtigten Zwecken dienstbar zu machen. Ueberhaupt wird sich Deutschland schwerlich binden wollen, sondern Verewigungen mit anderen, dem Dreibünde fern stehenden Mächten nur von Fall zu Fall etngeheu, wie e» bereit» in der chinr- fisch japanischen Angelegenheit und gelegentlich der Orient- wirren mehrfach geschehen ist. Die internationale Lage ist heute darum so verwickelt, weil Niemand die Absichten der zumeist tn Betracht kommenden Regierungtu Rußlands, England» und Frankreich» kennt. Da» l'tz'ere scheint ja tn den Fragen der großen imernatio- oalrn Politik sich reservirt halten zu wollen, bi» seine inneren Hal». Rach den Ballivi folgten die Eomthute, die Verwalter Adresse für Depeschen: Anzeiger Kietze». Fernsprecher Nr. 61. Deutsches Reich. Berlin, 24. November. Da» StaatSmiuisterium ist heute Nachmittag 3 Uhr unter dem Vorsitz de» Reichskanzler» Fürsten Hohenlohe in seinem Dienstgebäude zu einer Sitzung zusammen. Berlin, 24. November. Finanzmintster vr. v. Miquel muß wegen eine» Bronchial-Latarrh» da» Zimmer hüten. Berlin,24. November. Der Bund der Landwirthe läßt folgende Interpellationen veröffentlichen, welche bem Reichstag sofort nach seinem Zusammentritt zugehen sollen: 1. Ist der Herr Reichskanzler bereit, Auskunft dar- Über zu geben, ob und wie der zur Zeit in Berlin ohne da» Vorhandensein einer staatlich beaufsichtigten Produktenbörse stat'fiadende Setreideverkehr mit den Bestimmungen de» Rrichsbörsengesetze» vom 22. Jaul 1896 vereinbar ist? 2. Ist der Herr Reichskanzler bereit, Auskunft darüber zu geben, ob es ihm bekannt ist, daß an der unter der Aufsicht des Königlich Preußischen vörsencommiffars für die Berliner Börse stehenden Effektenbörse in Berlin fortgesetzt börsenfähige Termingeschäfte in solchen Werthpapiereu stanfwden, für welche nach den Bestimmungen des Reichs- BörsengesetzeS vom 22. Juni 1896 diese Form deS Handel» verboten ist? 3. Ist der Herr Retch»kanzler bereit, Aus- kauft darüber zu geben, ob die zur Zeit in verschiedenen deutschen Bunde»staaten stattfiudenden Erhebungen über vor- handenirtn und Au»dehnung einer angeblichen Fleischnoth von ihm veranlaßt worden find, und wenn dies der Fall, qu» welchen Gründen- gegenüber der Thatsache, daß nach btn Ergebnissen der reichsamtlichen Statistik eine über die größte Ehrfurcht. Fort und fort vergrößerte fich der Orden durch glückliche Feldzüge. Ein merkwürdiges Beispiel, In welchem außerordentlichen, hohen Ansehen er stand, war, daß Alphon» I. von Aragonien, der fich SSoig von Spanten uavnte, die Johanniter zu (hben seine» Reiche» einsetzte. Wie sehr der Orden dieses sein wachsendes Ansehen verdiente, beweist auch seine damalige Verfassung. Die bloße Thetlung tn Klassen genügte bei de« enormen »lieber- zawach» bald nicht «ehr. R yvund du Pay änderte dieselbe bahrr tm Jahre 1120 in die in ihren G-undzügen noch in dem modernen Johonniierordeu vorhandene Bersaffung um. Rach dieser wurde der Orden nach den Ländern, au» denen seine Glieder herstammten, in acht sogenannte .Nationen* oder .Zungen* eingrthe'lt: Provence, Auvergne, Frankreich, Italien, Aragonien, Kastilien, Deutschland und England. 3M|Bg»rreU DirrtcUäbrli* 2 Malt 20 Pfß- monatlich 75 Ps^ ■tu Brmgrrlab». vri Poftdrzntz 2 Mark 50 Pfg. virrtrljshrlich. Budapest, 24. November. Der Kaiser hat heute vormittag Ban sfy unb den Eorps Eowwandanten Lobkowitz in längerer Audienz empfangen. Der Rctchskltegsmintster «rteg»hammer verharrt auf seiner Demiifion Paris. 24. November. Mehrere Blätter berichten über einen Zwischenfall, der fich gestern tm Eoffatioushofe abgespielt hat. Der Anwalt Labort wollte mit Picqwrt zu einer Verhandlung zngelcssw werden. Er erhielt ober von dem Präsidenten Löw deu Bescheid, er könne mit Ptcqamtt nur tm Gcsängntß verkehren. Arras, 24. Novtmder. Unter den Truppen de» 18. Infanterie R gimem» tst angeblich der Typhu» ansg.broche». Zahlreiche Soldaten find bereit» erkrankt nvd drei Umer- osfiziere gestorben. London, 24. November. Die ägyptische Frage sucht jetzt ein Mitglied de» britischen Cadmets al» möglichst harmlos htnznstellen. Zu Edinburgh hielt der Vchatzkanzler Sir Michael E. H cks-Beach eine Rede, tu der er sagte, es sei kein Grund vorhanden, daß bte englische Regierung fich nicht mit ber französischen Regierung in vollkommen freundschaftlichen Unterhandlungen behufs gegenseitiger Abgrenzung bei Rechte und Pflichten der beiden Mächte und Aegyptens begegne. Die Vorgänge der letzten Zeit würden die öffent- Generol der Infanterie gehörte stets der Zange Auvergne an. Der Hospttalier oder Aussetzer Über die Wohlthätizkeits- anstalten war ein Glied der Nation Frankreich. Der Admiral oder Oberbesehlshaber zur See gehörte Italien an. Der Drapier oder Minister des Ionern war ein Aragonier. Der Tu»kopulier oder General der Eavallerte wurde ans der Zange England gewählt. Der Großballet oder Aufseher Über dte Festuugsbauten war ein Deutscher, unb ber Groß- kanzler ober Minister des Auswärtioen ein Eastilier. Alle zusammen hießen .Ballivi conventualeB* und bildeten den geheimen Rath der Großmeister. Außer diesem waren die Prioren bte höchsten Behörden ihrer Provinz. Unter ihnen standen die .Ballivi capitularee* unb die Ehrenballtvi, welche den Tuet einer Ballet führten, ohne daran Thetl zu haben. Dte Prioren, wie dte Großwütden- träger trugen als Abzeichen neben bem leinenen Kreuz tut bet linken Schulter noch ein großes goldenes Kreuz n» Erscheint Ußttch bu Ausnahme des Montags. Dir Gießener >eBint*»Citter Werden b-m Anzeiger Wdchcutiich viermal beigelegt. Feuilleton. Kreuz und Schwert. ti* 6ebentblett zur Ctiftwg bei Zohaunitermdenl vor 860 Jahren. Von Dr. Ludwig Wald. (Schluß.) Im Jahre 1073 entrissen bte Türken den Kalifen bet ganze heilige Land. Dte «lagen über die Mißhandlungen der Wallfahrer mehrten fich in empörender »eHe. dln Mönch, feurig Im Glauben und in der Rede, kehrte Nom heiligen Grabe entrüstet zurück, durchzog das Abend- lavd unb predigte dermaßen gewaltig und Überzeugend, daß di, gesummte Ehristenheit es wie ein göttlich Feuer durch ihre Adern zucken und fich verpfl chtet fühlte, «st bem Schwerte in der Hand das heilige Grab den übermü'htgen Ungläubigen zu entreißen. Peter von Amiens war dieser Prediger, und das Zeitalter der Kreuzzüge der Erfolg seiner Botte Untet Gottfried von Bouillon zog etn gewappnetes fceet von 90 000 Mann nach dem Motgenlande, eroberte, genau 50 Jahre nach der Gründung des Johannsterordens, 1099 Jerusalem und befreite das heilige Grab von seinen E^*Jm"Büßerhemde zog der Sieger in die Stadt ein unb gesuchte auch ble nunmthr mit den Verwundeten der Schluchten unb Kämpfe ungefüllten Herbergen mid das Krankenhaus für die Pilgrime. Der Vorsteher Gerhard von Martigues empfing ihn, unb der «»blick des Elendes und der selbstlos dienenden Liebe rührte und de. geisterte den frommen Helden dermaßen, daß er viele seiner besten Ritter zu dem Entschluß brachte, «itzuwirken an dem heiligen Werke der Barmherzigkeit. Der Patriarch von Zerns al em vollzog die Einsegnung der Schaar und nahm • Das aus allen Würdenträgern bestehende Glueialcapstri I besaß gesetzliche Gewalt. Der Großeomthur war der Prä- I fttent der Schatzkammer und wurde au» der Nation der Der Großmarschall, Kriegsminister und Angelegenheiten geregelt find, aber diese Zurückhaltung dürste I doch nur von begrenztet Zeitdauer sein. Dagegen hat Ruß laud keinen Gtund zut Rcsetoe, und wir find fest davon übetzengt, daß es tm gegebenen Augenblick ebenso schlagfertig ist wie England, welches seine Rüstungen nut getäuschvollet betreibt. Letztere» möchte seine« Rivalen ganz gerne ein» versetzen, aber e» fühlt fich allein zu schwach dazu. Und ob Uncle Sam fich jemals in englische» Schlepptau nehmen lassen wird, ist auch noch fraglich. In der nächsten Zeit finden mehrere europäische Eon- ferenzen statt — diejenige wegen Bekämpfung de» Anar- chismu» und die Abrüstungskonferenz —, vielleicht treten dabei die Mächte einander näher und e» folgt eine Klärung der politischen Situation, vorläufig muß die letztere aber iwmer noch al» sehr dunkel angesehen werden. (xx ihnen Allen a« Fuße de» heiligen Grabes die Gelübde der Srmuth, Keuschheit unb des Gehorsames ab. Nach der Ein fegnuug überreichte er den Rittern ihr zukünftige» Orden», armanb- einen schwarzen Mantel mit einem weißen leinenen Provence gewählt. Rreuie an bet linken Schultet. Popst Paschall» II bestätigte mtt Freuden den neuen Orden und Gottfried von Bouillon schenkte ihm große Besitzungen im heiligen Laude. Der Nachsolger Gottfried», w:lchet tm Iahte 1100 starb, war Balduin, bet ben stolzen Titel »König von Jerusalem* annah« unb auch den Orden seine Hätte sehr oft fühlen ließ. Dennoch wuch» da» Ansehen der Johanniter im Abendlande. Paschalt» II. befreite fie von allen Abgaben nnb der bischöflichen Gerichtsbarkeit. Auch Kaiser Friedrich L, b,r unsterbliche Held, stellte den Orden unter den Reichs schotz und sprach dessen Mitglieder und Gütet von allen Steuern, Diensten n. f. w. los und ledig. Die Übrigen Kaiser bestätigten nicht nur, sondern verwehrten ble Privilegien und bezeugten dem Meister des Hospital» stets die liche Meinung bei Landes in Betreff Aegypten! klären, und binnen Kurzem werde die öffentliche Meinung der Welt darüber einig sein, daß tu Europa und selbst in Frankreich die Ansicht sich stark verkette, die britische Besetzung diene dem allgemeinen Besten. Die Aussicht auf ernste Schwierigkeiten mit Frankreich sei jetzt viel weiter entfernt, all sie seit mehreren Jahren gewesen sei. Rom, 20. November. Da im natürlichen Verlauf der Dinge tu naher Zeit eine neue Papstwahl zu erwarten steht, so werden zahlreiche Schriften über das Conclave, seine Vorbereitungen und Aussichten auf deu Markt gebracht. Die meisten dieser Veröffentlichungen sind all rein buchhäadlerische Spekulationen keiner Beachtung werth. Aufmerksamkeit verdient jedoch das soeben erschienene Buch „D Papa futuro“, all dessen Verfasser „Un cattolico italiano“ genannt ist. Hinter dieser Bezeichnung, welche in gleichem Maße den tta'ienischen Patriotilmul wie die katholische Rechtgläubtgkeit bei Berfafferl betonen soll, versteckt sich ein grünbltcher Kenner vatikanischer Verhältnisse, bet Schriftsteller Giovanni Berthelet. Aus ben Ergebnissen seines fesselnben Bachei mögen hier die bemerkeuswerthesteu in Kürze wiedergegebev werden. Unter deu Cardtuälev, die ihren Sitz bei der Curie haben und daher für die Vorbereitung einer Papstwahl am meisten in Betracht kommen, find drei getrennte Gruppen wahrzunehmen- die Mehrzahl wünscht, daß der künftige Papst völlig die politische Richtung bei gegenwärtigen detbehalte- eine zweite Partei vertritt die Ansicht, daß der neue Papst sich weniger um die besonderen Jntereffru der Staaten all vielmehr um dal allgemeine religiöse Gefühl zu kümmern habe, und eine dritte endlich möchte durch große Reformen tm Kirchenregiment dal Papstthum von allem Politischen Partei Jnterrffe lollösen und wieder seinen lautern Quellen zuführen. Diese drei Richtungen werden im künftigen Con- clave um die Oberhand kämpfen, und deu Ausschlag dürften dabei die Stimmen der nichtitalienischen Eardtoäle geben. Berthelet hält es für zweifellos, daß tm hl. Collegium Niemand von der Gewohnheit abweichen will, einen Italiener auf den Stuhl Petri zu setzen- die Zahl der all papabili tu Betracht zu ziehenden Cardinale beschränkt sich daher augenblicklich auf 28. Aul der Charakteristik, die Berthelet von idnen entwirft, geht hervor, daß insbesondere vier als papabili tm engern Sinne anzusehen find: der Patriarch von Venedig Giuseppe Sarto, der etner Versöhnung zwischen Vatikan und Italien zuneigt, der Generalvicar del Papstei Luctdo Paroccht, von welchem Berthelet glaubt, daß er nicht der Jnrranfigente sei, all er gewöhnlich verschrieen werde, der gemäßigte und bei den fremden Regierungen gern ge« sehene Serafiao Bannntellt, der el bil jetzt klugerweise verstanden hat, Allel zu vermeiden, was ihn politisch compro- mitttren könnte, und schließlich der General bei Carmeltter- Ordenl Girolamo Maria Gotti, bet gleichfalls sich dtS jetzt keiner für den ttalieuischeu Patriot SmuS verletzenden Kund« gebung schuldig gemacht hat. Bou den vichtitalieuischeu Car- btn&Ien, die ungesähr die Hälfte bei hl. Collegiums anl» machen, erwartet Berthelet bte ausschlaggebende Stellungnahme zu ben unter ben Carbtnälen bet Curie vorhandenen Richtungen- er glaubt aber auch, daß fie Allel aufbieten werden, um die Versöhnung der Curie mit Italien zu verhindern, und daß fie daneben sich bemühen werden, ohne viel Aussicht auf Gelingen allerdings, die Wahl eines Tadinall der Cnrte zu verhüten. Auf Grund langjähriger Beobachtung der vatikanischen Berhältniffe und der Beziehungen zwischen Vatikan und Qairinal kommt Berthelet endlich zu dem Schluß, baß bet künftige Papst, weicher Richtung er auch angehöre, sich vor die Nothwenbigkett gestellt sehen wird, mit der bisherigen Lage der Dinge zu brechen und zwischen zwei entgegengesetzten Wegen zu wählen: entgültige Versöhnung mit dem Königreich Italien oder ausgesprochene offene Feinb- srligkett unter Aufwendung aller verfügbaren KampfeSmittel. Auf beiden Seiten sei man von bet Unerträglichkeit der gegenwärtigen Lage Überzeugt, mit dem Unterschieb jedoch, daß der Vatikan auf die Lösung der Frage besier vorbereitet sei all bte italienische Regierung, und diese Vorbereituna sei wesentlich dal Verdienst der Klugheit nnd Lhalkraft Leos XIII. »Seine Arbeit und sein Beispiel", so schließt bet Verfasser, „werden sich seinem Nachfolger aufzwingen- er wird zwischen einem großen Coofltcr oder einer dem Papstthum zusagenden Versöhnung zu wählen haben." »Köln. Ztg." Kopenhagen. 24. November. Sämmtliche hiesigen Stu- benten-Veretne beabsichtigen, sich au die deutschen Studenten anläßlich der Ausweisungen in Schleswig zu wendeu, um den deutschen Akademikern eine ausführliche Darstellung bet E> twickluug der nordschleswigschen Frage zu geben und ihre Sympathie für diesen Kampf um die Muttersprache zu erwecken. Rußland. Wenn alle Deutschenhaffer er so machen wollten, tote der gefürchtete russische Journalist Fürst Meschtscherlki, nämlich das gehaßte Land an berQuelle zu studireu, ber Deutschenhaß würde bald nur noch kulturgeschichtliche Bedeutung Haden. Der Fürst hat sich längere Zeit in Frankreich und Deutschland aufgehalten, Land und Leute genau studirt, und dal Ergebntß seiner Studien tm „Grashdanin" ntedergelegt. Der fürstliche Journalist ist von seinem Haß gegen daS Deutsche völlig adgekowrnen und hat Frankreich gegenüber einen umgekehrten Wandel der Gesinnung durchgemacht. In Frankreich — so führt der zum scharfen Kritiker bet Franzosen geworbene Russe anl — flöfte daS lochte und politische Leden Abscheu und Ekel ein, die Intelligenten seien ohne sittliche Grundsätze, die Heer- führer nur auf ihren Vortheil bedacht, und Überall herrsche Anarchie. In Deutschland seien dagegen Zustände, die Jeder- mann Achtung und Bewunderung einfiößen müßten. Der Unterschied zwischen beiden Ländern sei ihm noch auf dem Heimwege recht klar geworden. Fürst Meschtscherlki schreibt: „Auf dem Heimwege von Parts durchlebt der Ruffe zwei psychische Ml-meute: den einen beim Berlaffen Frankreichs und Bttreten Deutschland!, wo man aus der französischen Sphäre der Anarchie und del BureaukratenthnmS, der wilden Leidenschaften und der Corruption in eine'Welt der Stille, der Ordnung und ber Achtung vor bem Gesetze, zugleich aber auch bei Triumphe! der freien Arbeit und der Achtung vor jeder fremden Meinung tritt. Den zweiten psychischen Moment erlebt mau beim verlsffeu Deutschland! und Be- treten Raßlandl, wo einem die herrschende Todtevstille und die Armuth in allen ihren Formen schmerzlich in die Seele greift. In Deutschland hat jede kleine Stadt ihre Industrie, welche ihren Stolz und ihren Ruhm bildet. Die vuzähligen blühenden, reinen und wohleiugerichteten Städtchen Deutschland! bilden ein Wahrzeichen für seine Größe und geistige Uedermacht." Wie gesagt, die Wahrheit verdient e! schon, baß alle Deutschenhaffer der Welt el so machen, wie bet Fürst Meschtscherlki, unb sich durch eigene Anschauung von blinden Urtheilen frei machen. „Straßb. Post." — Der Gouverneur von Kreta. Unter dem Jubel Taufender von Kretern hielt — wie neulich au! Athen gemeldet wurde — der König von Griechenland eine Ansprache, worin er der felsenfesten Ueberzeugung Auldruck verlieh, binnen drei Tagen werde die Ernennung bei Prinzen Georg zum Gouverneur erfolgt sein. Diese Frist von brei hoffnuuglvolleu Tagen ist nun verstrichen, ohne baß die vier Garantiemächte bem Prinzen ba! ErnennungSbecret überreichten. Der zukünftige Prinz-Gouverneur wird sich wohl auch noch ein lange! Weilchen in Gebuld fassen müssen unb bann, wenn er die Insel betreten sollte, erst ein paar Wochen oder Monate al! eine Art Probe-Gouverneur zu fungiren haben. ES sieht augenblicklich gar nicht danach aus, all ob Rußland mit allen Mitteln auf die Pforte einen Druck aul» zuüben gesonnen sei, um ben Prinzen all thatsächen Gouverneur einzusetzrn, unb ohne solchen Druck wirb sich ber Sultan schwerlich aul freien Stücken beeilen, bem Prinzen bte Insel auszuliefern ober iHv bort hochwillkommen zu heißen. Konstantinopel, 24. November. LI verlautet, bte Botschafter hätten in ihrer letzten Vorstellung beim Sultan hinsichtlich der Zustäube in Makedonien mit internationaler militärischer Besetzung ber Provinz bei wetteren Unruhen gebroht. CecaUs und provinzielles. n. Friedberg, 23. November. Line Hanptconfereuz für die Lehrer be! Kreisel Friedberg wurde heute in der Turnhalle bei Seminar! hier abgehalten. Von Seiten ber Krrüschulcommilfiov nahmen an derselben die Herren Geh. Regierunglrath Dr. Braden, Kreilschulinspecior Süß, Seminardirector Dr. Quendel und Decan Kalbhenn Theil. Ferner wohnten Herr Decan Meier und Herr Kreilamtmavn v. Bechtold bet Conferenz bei. Die Lehrer bei Kreisel waren selbstverstänblich fast vollzählig erschienen. Der Vorsitzende, Herr Geh. Regierunglrath Dr. Braden eröffnete mir einer warmen Begrüßung die Versammlung. Nach einem durch die Lehrer be! Butzbacher Bezirk! unter ber Leitung be! Herrn Ufinger voitgetragenen Chor! nahm Herr Sreilschultnspector Süß da! Wort, um 1. über die Personenveläaderungen, 2. die Arbeiten tu den Bezirksvereinen und 3. über die Jn- spectioul. unb Bifitationlverhältniffe in ben letzten drei Iahten Mittheilungen zu machen. Die Ergebniffe bet Arbeiten unb Berathungen in ben Bezirksconfetenzen waren von Herrtt Kteisschulinspector Süß zusammengestellt und wurden mit- getheilt. Die Zahl bet Schu-ktuder steigt. 1895 betrug fie 9449, 1896 9312, 1897 9533 und 1898 9748. Diese Kinder wurden in 73 Volksschulen, 4 höheren unb 6 Privatschulen unterrichtet. Bon den Volksschulen fiub 21 ein-, 35 zwei-, 6 drei-, 6 vier-, unb 5 sechs- unb mehrklasfig. An diesen Klaffen wirken 177 Lehrer und 3 Lehrerinnen. Herr Oberlehrer Kredel in Bad Nauheim hielt nun einen eingehenden Vortrag über das Thema: „Der Zeichenunterricht in der Volksschule". △ Mainz, 24. November. Im Alter von 77 Jahren ist bexfloffene Nacht der weiteren ttreiseu bekannte hessische Forstinlpector Lick em eh er gestorben. Der Verstorbene war ein Neffe bei letzten kurmainzttchen Stabtcommanbanten Etcke- mehrr, ber nach ber am 21. Oktober 1792 erfolgten Hebet» gäbe von Mainz an bte Franzosen tu französische Dienste trat und dem man daher ben später hinlänglich wibetlegten Borwurf wachte, Mainz an bte Franzosen verrathen zu haben. — Der Mainzer Straßen bahnbetrieb wird binnen Kurzem ganz zum elektrischen Betrieb umgewanbelt werden- zwlschen der Stäbtischen Verwaltung unb bet Sübdeutscheu Eisendahugeselllchaft schweben schon biesbezügliche verhand- luugeu. In den engen Straßen soll die Bahn mit Accumulatoren eingerichtet werden, und in ben großen, breiten Straßenzügen soll Oderleitunglbetrieb in Anwendung kommen. Außerdem ist beabfichtigt, der ganzen Bahuanlage eine größere Ausdehnung zu geben und fie bil auf einzelne Vororte weiter zu führen. Vermischtes. ♦ Frankfurt a. M., 24. November. Bei der Ent- hüllunglfeier del Denkmal! de! Großherzog! Ludwig IV. in Darmstadt wird ber Großh. Kreisrath Herr Dr. Wallau von Lauterbach heute mit einer Deputation bei Kreise! Lauterbach, beftebenb aus sämmtlichen Bürgermeistern bei Kreise! unb 200 Mädchen in oberhesfischet Volkstracht nach Darm- stabt reisen. Nachdem die vöaigl. Eisenbahndirectiou Frank- furt a. M. in dankenswerther Weise genehmigt hat, daß der von Lauterbach abgehende Exrrazug in Frankfurt a. M. Aufenthalt nimmt, wird ber genannte Herr bte Mädchen auf seine Kosten Mittag! in ben Zoologischen Garten führen. Die Ankunft in Sachsenhausen erfolgt heute 1281 Uhr Mittags unb die Abfahrt von dorten 730 Uhr Abend!. * Geestemünde, 20. November. Unsere junge Hering!- nnd Hochseefischerei-Actiengefellschäft, bte vor einem halben Jahre ihren Betrieb mit fünf Dampfern auf- nahm, hat bereit! ben Verlust eine! ihrer Schiffe zu beklagen. Nach einem heute Morgen vorn Kapitän aul Delfztzl eingegangenen Telegramm ist ber Heringldampfer „Fritz" in Folge einer Collifiou mit bem norwegischen Dampfer „Hamar" in der Nordsee gesunken. Die an! 22 Köpfen bestehende Maavschaft ist gerettet und in Delfzyl gelandet worden. * Hamburg, 20. November. Der Hanseatischen Colonisations-Gesellschaft in Hamburg, an deren Gründung die Hamburg-Südamerikanische Dampfsch'ffiahrtl- Gesellschaft in Hamburg unb ber Norddeutsche Lloyd in Bremen beteiligt find, ist vom Reichskanzler untetm 14. November die Erlaubniß zur Anwerbung und Beförderung von Colontsten nach ihren in Santa Catharina, Süo - Brafilieo, angekauften Ländereien ertheilt worden. * Paris, 20. Novemd. DerToddesWunderdoctor!. Paris Hai sein größtes medicinisches Original verloren, den Dr. Gruby; er starb vor wenigen Tagen im hohen Atter von 88 Jahren. Seltsam wie sein Leben, war sein Tod; er wünschte zu verschwinden, wie EmpedokleS, der sich in den Aetna stürzte; er verschwand auch, so zu sagen, einen Monat vor seinem Tode, schloß sich ab in sein Allerheiligstes, wohin selten ein Diener gedrungen, ließ sich, unsichtbar hinter einer Wand, einige Speisen hereinreichen, die er nicht berührte; und als er schließlich, vierundzwanzig Stunden lang kein Lebenszeichen von sich gegeben, brach die Polizei seine Thür aus und sand ihn, nur kümmerlich bedeckt, aus dem Fußboden liegen; um ihn herum Speisereste, zerbrochenes Geschirr, Stühle. Sein Bett hatte nur au» einer Anzahl Kopfkissen aller Art bestanden, bte er in einer Ecke des Zimmers aus- gehäust. Der sonstige Anblick des Zimmers war schaudererregend und soll sich der Beschreibung entziehen. Dem Schlafzimmer entsprach bas Speisezimmer, wo Bücher und Schriftstücke aller Art mannshoch aufgehäuft waren; seine Bibliothek, 15 000 Bände stark, füllte sein Haus di! auf ben Söller, in seinem Empfangszimmer waren kaum zwei Stühle frei von ihnen, daneben stritten sich Affen und Kanarienvögel um den verfügbaren Raum. Unb doch, sa wie er war, gehörte er zu ben gesuchtesten Heilkünstlern der Hauptstadt, hatte die berühmtesten Leute zu seinen Patienten unb verzeichnete die unglaublichsten Wunderkuren. Franz Lcht, die beiden Dumas, Heinrich Heine, Chopin, Ambrotse Thoma» und Daudet hatten ihn zu Rathe gezogen und glaubten an ihn, obgleich Daudet sich fernen wunderlichen Verordnungen . nicht fügen wollte. Seine Specialilät war die Krantheit bet Jahrhunderts, die Neurasthenie; er hellte fie aber nicht auf bem gewöhnlichen Wege, sonbern er bewog den Kranken durch die Macht seiner persönlichen Ueberredung zu allerhand seltenen Vornahmen. Erwähnen wir einige Fälle. Ein Melancholiker meldete sich bei ihm; er litt an der Furcht vor dem Selbstmord. Auf welchem Stockwerke find Sie ein» quartirt? fragt Gruby. — Im Erdgeschoß. — Wie liegt Ihr Gemach? — Nach Nordosten. — Welche Farbe haben Ihre Tapeten? — Roth, braun und blau. — Gut; also suchen Sie sich eine nach Südwesten ausschauende Wohnung auf dem fünften Stocke, unb tapeziren Sie Ihre sämmtlichen Zimmer grün aus; aber jebes Zimmer in einer anberen Schattirung von grün. — Der Patient ging getröiiet ab, suchte brei Monate lang nach ber betreffenben Wohnung im fünften Stocke mit südwestlicher Aussicht, suchte drei fernere Monate nach den verschiedenen grünen Tapeten; darüber vergaß er seine Krankheit unb war nach sechs Monaten gehellt. Zweiter Fall. Eine Dame aus ben oberen Gesellschaftskreisen hatte burch bas aufreibenbe Saisonleben ihre Nerven zu Grunde gerichtet. „Gehen Sie", so verordnete ihr Dr Gruby, „jeben Nachmittag ins Hospital Tenon, fragen Sie nach ber Krankenwärterin A.; fie wirb Sie in ein weißgetünchtel Zimmer führen, wo Sie sich ihr eine Stunbe lang, ohne ein Wort zu reben, gegenüber setzen; dann kehren Sie burch die unb die Straße, über diesen und jenen Platz zurück." Und die Dame ward bald wieder gesund und glaubte an die Heilkraft der Wärterin und der weiß angestrichenen Stube. Hütte Dr. Gruby ihr die gewöhnlichen Rathschläge, Ruhe, Spazierengehen u. s. w. gegeben, so würde sie nicht an deren Wirkung geglaubt Haden. Er legte ihr und seinen übrigen Patienten daher die unglaublichsten Frohndienste auf und konnte mit Sicherheit auf deren pünktliche Befolgung rechnen. Unb babei war Dr. Gruby kein Charlatan im gewöhnlichen Sinne bes Wortes Er stammte aus Ungarn, fludirte in Wien Medizin und besonders Augenheilkunde, practicirte in Wien, Pest, London und Paris, warf sich am letzten Platze auf rnicrofcopifche Anatomie, hielt freie Vorlesungen, denen Leute, die später berühmt geworden, wie Berg, Lllienwalt, Magendie und Claude Bernard, beiwohnten unb ließ ber Akabemie ber Wissenschaften werthoolle Untersuchungen zukommen. Seit 1845 hielt er sich ganz an die Heilkunde unb sah bie hervorragendsten Mitglieber der Gesellschaft und der Diplomatie bei sich. Während ber Belagerung von Pari! richtete er verschiedene Ambulanzen ein unb entwarf ein zerlegbares Krankenbett, bas auf der Ausstellung von 1889 feine Stelle fand. Nach unb nach hatte er sich in ben Ruf ber Unsterblichkeit gebracht; fein hohes Alter leistete bem Rufe Vorschub; vielleicht mag er selbst burch Autosuggestion baran geglaubt haben. (K. Z.) * Der Rheinfall im Dienste ber Slectticttät. Die großen Erfolge, welche man tu den Vereinigten Staaten und (Sanaba durch die Nutzbarmachung del Niagara für btt Electricttätl- Erzeug erzielt hat, haben in den Schweizer Rheiucantonen Pläne zur defferen Aulnutzung des Rheinfälle! im Interesse der Industrie und der Beleuchtung entstehen lassen. Die Borarbetteu find bereit! beendet. Man hat gesunden, daß mittel! zwanzig Turbinen (jede zu 800 Pferdestärken) fich aul bem Rheinfall noch 16,000 Pferbekräfte für Arbeits- zwrcke gewinnen taffen. Davon sollen allein 2000 Pferdekräfte der Aluminiumherstellung dienen. Die Schweizer Aln- mintum'Erzeugnvg, die heute an fich schon z'emttch beträchtlich ist, soll dadurch befähigt werden, stärker all bilher in de« Wettbewerb mit der amerikanischen zu treten. Ein »eitern größerer Bruchtheil der gewonnenen electrischen Kraft wird al! Antriebmittel auf der Bahn Frich-Aarau verwandt werden. Der Rest an Eleetricität steht bann benachbarte» " I «rtttn, , 5'°'»da m<«ä 1Ä ’MÄiS vben’ Var fein »a J J*' ««««Mit ra* «os« ’’*Wta hm« te„ ’;,e et nicht berührte * Stunden lang hin ? , *e WM feine Thür Hebtfi, bnn Fch este, zerblocheuet Hefchirr « We der ghnmei» auf. ' ö^Mkrü war fchonder- reibung entziehen. eznn-ner, wo Bücher ab ,*W Men,- seine ulte fein Haue dir auf Er warm kaum zwei stritten fich Lffea und i Roum. Und doch, |» chtesten Heiltünsilern der eute zu feinen Palienlkn Lunderkuren. Franz Lcht, .hopin, Lmbroise Thoma» Mgen und glaubten an mdniichrn Verordnungen , lat war die Kraniizru de« : heilte sie ober nicht auf er dewog den firanlen i Uebenedung zu alinhand wir einige Fälle. Ein er litt an der Furcht vor Stockwerke find Eie ein» Erdgeschoß. - Wie liegt . - Welche Farbe haKn und blau. — Gut', also in aurschauende Wohnung iren Sie Zhre sümmtlrchen immer in einer anderen ident ging getrauet ab, betreffenden Wohmng m Mi, W W Mn Töteten; darüber nach sechs Monaten gehertt. \ oberen Gesellschastikriisen isonleben ihre Nerven itt ivMdneteihrvrGruby, jte i« ei« »*'“** tue SMdi lang, °M «« ton« k-»m » ** * jenen mb unb gl* ei6 ««•#*“ C± lich-n MW Ä* **’•* ■* ■e tbt m» fei««" TC ’V W* »f «' K-Z «fÄ Pi-«- i (■* ’Ä»* *' ’A h68 l"1 thvolle unteri, W «""l°"seM°ft 4 h°»e 8 ” leifiite »- te ttt «8i,it“a r! 9W(|0 “ifttbcn la^ x«*5 y*2 r«-SE "'•Ä'S.* Ortschaften eit ihren Industrien für Kraft- und Lichtstro« zur Verfügung, und rS bleibt noch hinreichend eleetrifche Shaft zur Bel-duvg und Grü'dunq neuer Industrien übr»a. • Den Wrltrererd dl unftrtielltger palttischer Witzbold dürfte der uiederbayrrtsche Reichstag»- und Shnbtaa«abgtor6netc Bach «eher errungen haben, wenn er roirkl ch, wie die „Dooau-Ztg.* erzählt, In einer Bauernbund Versammlung zu Dürding kürzlich folgende WriSheitS Sprüche von sich gab; »Den Juden läge daran, die Goldwährung eiozuführeu.* »Bet der letzten Flotten.Vorlage hat «an da» Btlernot preis- gegeben l Damir können wir nicht einverstanden fein, ein so wichtige» volksrecht können wir nicht preiSgebea. Wenn das Aereruat nicht preiSgegebrn worden wäre, kann hätten vielleicht auch wir Büudler dafür gestimmt.* „flRaa soll trachten, daß die jüngere Generation etwas reifer an verstand werde, als wir.* „Unsere Stader wüsten wa» lernen, fie sollen nicht so dumm werden, wie leit.* Der oberpiälzische Bauern- büudler Schäfer von Pondorf, der laut „Amberger Volk» zeituog* tu ESlarn u. A. geweint haben soll, in der boye- risch'n Sammer säßen 300 Abgeordnete, Bayern habe vier MiU'ster, die mit drei Millionen ausgebestert seien, im Reiche gebe eS vier „ReichS-Marschallfreretäre* — muß sich an Ende noch plagen, ehe er eS dem Adg. Bachrnet-r gleichthut. vom Bauernbund-P'äfideuten Wieland meinte Dr. Stgl im »Vaterland* sehr höflich, derselbe habe „Hufnägel im Kopfe." • Ranbernnwesen. Au» Rom schreibt men der ,1. R*. Mit welcher Saltblütigkett und Offenherzigkeit die Banditen in Sardinien ihrem Gewerbe nachgrhea, hat man in diesen Tagen mit Erstaunen «ahrnehmen können. In den ersten Tagen deS November nämlich kam au» Saffari die angenehme Meldung, daß der Bandit Luigi Deloga in Itiri ein Manifest hatte auschlagen lasten, in welchem er den Bauern auf» Strengste verbot, von de« Befitzthurn Greughi» auch nur da» kleinste Stückchen in Pacht zu nehmen, widrigenfalls er sie mit dem Tode bestraien würde! Da» war klar und deutlich! Da waren keine Umschweife und keine Advo katenkn ff'. Da gab e» keine diplomatische Verschleierung der Wahrhetr. Die Bauern wußten, woran fle waren. Nicht «ehr al» billig also, daß ein Bauer, der fich wahrscheinlich »tf den Schutz der Polizei und der Sarabinieri verlaffen und ein Stück von jenem i.i Bann gethanrn Befitzthum gepachtet hatte, kürzlich in der Nähe von Saffari al» gräßlich verstümmelte Leiche aufgesunden wurde. Er hatte die Dummheit begangen, fich auf btt Gesetze des Staate» zu verlaffen und die Gesetze de» Banditen zu übertreten und hat seine Dummheit mit dem Leben gebüßt. * Die Nordostspitze Asten», die bisher allgemein den Namen „Ostcap* führte, hat durch Uta» de» Ezareu j'tzt, wie der »T. R.* mitgetheilt wird, die amtliche rusfische Be a-.nnung »Eap Deschnew* erhalten, und zwar au» dem Grunde, weil die Rusten fich dadurch den Vorrang bei der Entdeckung der Bertugstraße auch äußerlich fichern wollen. Der Rüste Deschnew hat uärnltch zuerst da» Eap umschifft, und zwar im Jahre 1648. Der Däne Bering, nach dem der MeereStheil benannt ist, hat diesen erst im Jahre 1727 entdeckt, ohne zu w ffeu, daß Deschnew, dtffen Entdeckung in Vergessenheit geraden war, schon vorher da» Vorhandensein einer Ästen und Amerika von einander trennenden Wasser- ftraßr festgestellt hatte. Deschnew» Verdienst ist nun von dem bekannten ruifischeu EiSmeerforscher Ferd. v. Wränge! auf» Neue au» Tageslicht gezogen und vom Czareu auf die oben mitgetheilte Art geehrt worden. e Sin Franrofen Tenkwal am 6t. Gotthard. Nachdem der rKsfische General Sn war off an der Teufelsbrücke ein Denkmal erhalten hat, welche» seinen Alpen-Uebergang und seine Kämpf- gegen die französischen Truppen vor hundert Jahren feiert (an der EathülluugSfeier nahmen franzöfische Abordnungen unlängst hervorragenden Antheil), wollen nunmehr die Franzosen selbst auch ihr Denkmal an der Stelle jener Kämpfe haben/ der französische Milttär-Attachö in Bern soll die Verhandlungen mit der BuudeS-Regierung bezw. dem Kanton Uri führen. * Zum dritten Male. AuS Loudon schreiben die „Daily New»*: „E» heißt, daß Adelina Patti fich im nächsten Frühling mit dem schwedischen Baron Tederström zu ver- heirathen beabsichtigt. 1860 wurde bte Patti dem Marqui» Henri de Laux, Hofstallmeister Kaiser Napoleon» ID., angetraut und 1886 dem Tenoristen N coltet. Vor einigen Monaten hat Adelina Patti da» britische Bürgerrecht erworben.* • tiie gemithliche Srnd Zuschrift hat fich, wie dir »S»ln. B.-Ztg * schreibt, der peofioaute Lehrer Fr. I. B e ck zu Altenstadt im Elsaß ausgrderen, der tm Alter von 85 Jahren starb und unter allgemeiner vetheiligung der Geweinte Alten- fiadt und der pfälzischen Gemeinde Schweighofen, wo er 50 Jahre gewirkt hatte, zu Grabe getragen wurde. Seiner Familie gegenüber hatte er geäußert, «an möchte ihm, sofern ihm ein Grabstein errichtet werden sollte, folgende Inschrift setzen: Hier in dieser Eck' Da ruht Fraoz Josef Beck. Er lehrte die Studer da» ABL. R. I. P. • Nene Wissenschaft. ». . . Sie haben Ihren Sohn auf der Univerfiiät besucht, Herr Bäckermeister — wa» studirt er denn eigentlich dort?* — „Psychologie!* — »Wa» ist denn da» ?* — »Da» weiß ich auch nicht recht. Soviel ich gesehen bab', wird sehr viel Bier dabei getrunken!* • Einfacher Au» > eg. „No, Schwul, wa» btstr so verstimmt?* — „Ach, '» Rebeckche hat fich gewünscht zum Sedurt»tag e Breuuaborrad, wa» i» wer zu theuer.* — „Nu, iS doch so einfach: da kaufst ihr e Brenn-Apparat und sagst, Du hätt'st fe falsch verstanden!* Wissenschaft, Literat«» und Uunst. — Eitatertterikorr. Sammlung oonCttaten, Sprichwörtern, sprichwörtlichen Reven«arien unb Sentenzen von Daniel Sander». Mit dem Porträt d-s Verfassers. In einfachem Einband 6 IRL, in Gcschenkein^and 7 ML Vertag van I. I W.der in Leipzig. Daniel Sander» dringt in seinem ENatenlextkon nickt nur jene geflügelten Worte, die tm täglichen Verkehr wie abgegriffene Scheidemünzen tm Umlauf find, fein Bestreben ging vtelmtbr dahin, eine Sammlung von sinnvollen unb anregenden Gedanken zu veranstalten, bte erzieherischen ober kulturhistorisch, n Werth haben. Bet bet Ansammlung diese» Schatze» hat Sande«» nicht nur eine erstaunliche Belesenheit, sondern auch eine seliene Vtelsettigkett bewiesen. Er beschiänkt sich nichl daraus, Sentenzen au» Homer, Shak«speare, Goelhe rc. milzuihellen, er beutet die unerschöpfliche Fundgrube der Bibel au», neben ba» Sprichwort unb Stammbuchblatt treten treffende Gedanken unb kernhafte Worte au» der Gegenwart, zum Ernst der politischen Debatte gesellt sich de: schalkhafte Humor der „Fliegenden Blätter", die Satire be» „Kladderadatsch". Dm Zweck eine» solchen Eitaten« lex.kons hat schon Altmeister Goethe ganz zutreffend bezeichnet, wenn er sagt: „Eine Sammlung von Anektzaten und Maximen ist für den Weltmann der größte Schatz, wenn er die elften an schicklichen Orten in« Gespräch einzustreuen, der letztm tm treffenden Fall sich zu er- imern weiß. — Von der großartig angelegten „Allgemeinen Geschichte der bildenden Künste* be» Prager UnivcrsiläteprofessorS Dr. Alwin Schultz (Historischer Verlag Baumgärlel in Berlin) liegen un« nunmehr die Lieferungen 19 bi» 21 vor, mit welcher die Darstellung der altgriechischen Plastik abschließt. In Lieferung 19 begegnen wir vorerst noch einer tntereffanten Reibe theil« in Schwarz theil« in Farbendruck vorzüglich ausgesührter Tafeln, Reproductionen character- «stifcher Stunftbcntmele der alten Eulturvölker Asien«, wie Chaldäer, Perser, Hethiter, Phönizier unb Juden. Dann aber beginnt in Wort unb Bild die mit höchster Sorgfalt durchaearbeilete Darstellung de» unvergleichlichm Wirken» griechischen Geistes auf den Gebieten der Architectur unb Skulptur. Anschaulich breitet sich vor dem Auge be» Kunstfreunde» in textlich wie illustrativ völlig neuer Schilderung da» vollständige Bild der herrlichsten aller Kunstprrioden au», in harmonischem Zusammenwirken be» gediegenen Texte« mit einer Fülle von sachkundig auSgewählten stilgetreuen Abbildungen. Von den hettecschönen Tempelbauten, in denen das tiefreligiöse Empfinden der Hellenm den Unsterblichen olympische Wobnstättm auf den sonnigen Gefi'dm Griechmlands schuf, schweift der Blick zu den wundervollen G bilden der Plastik, jenm unvergleichlichen Verkörperungen der Gottesrdee und de» idealen SchönheitSgefühl», die noch heute al» unerreichte Schöpfungen künstlerisch bildender Straft angestaunt und verehrt werden. Alle» in Allem gewährt es einen wahr- bafien Genuß, bei diesen Blättern zu verweiim, die unendlich viel deS Schönen in sich bergen, und bte in beredten Worten, alle neuen unb neuesten Ergebnisse bet wissenschaftlichen Forschung verwerthenb, ben Entwicklungsgang jener bedeutungsvollen Kunstepoche schildern, die für daS künstlerische BUdm aller Folgezeitm zur Bast» geworden ist. — Ein schöne Gabe zur Schillerfeier (10. November) bietet die soeben erschienene Lieferung 18 de« bekannten kulturgeschichtlichen Werke»: „Da« neunzehnte Jahrhundert in Bildnissen*, (Berlin, Photographische Gesellschaft), indem sie eine schön, ausführliche biografische Edaracteristik von bet Hand Franz MurrckerS in München unb bte drei besten Schillerbildnisse von Anton Griff, Simanowitz unb Jagemann in vorzüglichen Reproduktionen bringt. „Denn", sagt ein Biograph, „wie seht Schiller auch der Sohn des achtzehnten JahrbundetlS war, er rote« doch auch, bewußt und unbewußt, in bie Zukunft- feine Phtlofophte, rote seine Dichtung wirkte in mehr als einer Hinsicht bestimmend auf da» neunzehnte Jahrhundert hinüber, und seine großartige Persönlichkeit wurde da» Vor« bild für man<6m kraftvollen Character tm Geistesleben der folgenden Jahrzehnte. DaS deutsche Volk verlor in Schiller seinen größten Dramatiker unb bedeutendsten Dichter überhaupt nehm Goethe, einen Geschichtsschreiber unb philosophischen Denker, der fich ebenbürtig den besten feiner wissmfchaftlichen Nebenbuhler beiges llm durfte, einm Menschen, der unermüdlich und mit höchstem Erfolge an der ästhetischen und sittlichm Ausbildung leine» eigenen Wesen» gearbeitet hatte und ein Vorbild der lünftiaen Gelchlechter zu werden verdiente.* Auch der übrige Inhalt der Lieferung gtebt interessante Anregung«. Nachrichten über den Laatenstand im (Hrohherzogthum Hoffen um die Mitte de« MonatS November 1898. Zusammengestellt bei der Großherzoglichen Oberen londwtrthschast- lieben Behörde. Bemerkungen. Der Ertrag des Hafer» schwankte zwischen 1600 unb 3500 unb betrug im Durchschnitt 2200 Kilo pro Hektar. Kartoffeln ergaben 8000 bi« 20,000, im Durchschnitt 12 600 Kilo pro Hektar; Klee 2000 bi« 8000, im Durchschnitt 5200 Kilo pro Hektar; Wiesen 3000 bi» 7000, tm Durchschnitt 4400 Kilo pro Hektar. Provinzen ? K 2 »ntz 0 ErhebungSbeztrke Saatenftand. Note 1 — sehr guter, 2 — guter, 3 — mitt lerer, 4 ---- geringer, 5 = sehr geringer Stand Ernte-Ertrag In 100 Kilo per Hector Dtnterwetz'n Winterfpel» Wrnterroggen Klee ■ (auch Luzerne) iiudi 3 ipns) JJiM UpUJIiVM inoOt Wiesen 1 Prov. Starkenburg 1 Krct» Bensheim.... 2 „ Darmstadt . . . 3 „ Dieburg .... 4 „ Erbach..... 5 „ Groß-Gerau. . . 6 „ Heppenheim . . . 7 „ Offenbach.... - - - - 1 1 * - - - 2,5 1 - r 1 - r - 2 |i - | 2 | - 2,5 2,5 2,5 । 2 L | - || 2 1 2 18 120 60 24 130 25 2 160j - 18 80 — 23 180 80 16 140 - ;".O 36 !70 30 - Durchschn. f. Starkenburg 2.9 1,7 1,9 2 2i *||133 54 46 Prov. Oberhessen. 8 KretS Alsfeld..... 9 „ Büdingen.... 10 „ Friedberg.... 11 „ Gießen..... 12 „ Lauterbach . . . 13 „ Schotten .... 3 - 3 - 2,5 !, — 2,5 2 3 || — i| 3 3 - - 2 2 2 — 2 i — 2 | — 125 - 2 80 20 24 120 45 18 140 80 20 120 50 19 200 — *50 50 40 Durchschn. f. Oberhessen 2,5 || — 2,5 2,3 21 126, 49 48 Prov. Rheinhessen. 14 Landw. Ver..Bez. Alzey . 15 „ „ Bingen . . . 16 „ „ Flonheim . . 17 , „Ingelheim . - . 2.5 - 2 - 2 - - t - 1 2,5 || 3 2 1—2 1 — II 26 120 - 20 96 72 24 110 25,130 55 ,w 94 104 19 , „ Nieder-Olm. . 20 „ „ Oppenheim . . 21 „ „ Osthosen . . . 22 „ „ PsedderShetm . 23 „ „ Wöllstein . . 24 „ „ Wörrstadt . . 25 „ „ WormS . . . ICO 1 1 « 1 1 1 । co oi eme. BerpaL. gratis. j t r: i.iftt Utienfr.-L l.aiian'd) gestattet. Otto Schmidt & Co., Köln a. Rh. 1 Siele ftaerfCTiEUläifdjreiben. Kaken Sie schon Ihren Bedarf in Khristbaumschmuck für Weihnachten gedeckt? Wenn nicht, so oeri'äumen Sie nicht, sich ein Kistchen mit 10 Eartons feinfortirt, als Fische. Leuchtkugeln. 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