Nr. 199 Zweites Blatt. Freitag den 26. August 1898 Gießener Anzeiger General-Mutiger ■ •ea|mt ton Lnzrige» |n bet Nachmittag» für dru ßolgende» Lag irfchnncudr« Summer bi» Bonn. 10 Ubr. Bei Pokdezug 9 Mark 50 Vft- vieNeljihrkich. Alle Änjdgen»Benninlimg»8eflen bei In- nnb ÄuiUnM nehmen Anzeigen für den Gießener Lngerger retgtfOL Aez»s»»ret- vterreljLhrllch 9 Mark SO W|. Bwnatltd) 75 mit vrragrttoh». •04»w ueM MU Auinabme bei Montag». Die Greßener HeeUteeirittCT »erben dem Anzeiger Wöchentlich viermal beigelegt. Attits- und Zlnzeigeblatt für den "Kreis Gieren Gratisbeilage: Gießener Familienblätter dürfte sich Monarchie Inniger zusammenzuschließen, denn e- bringt da- > Regierung!jubiläum de- Raiter« Franz Josef. Die Herrscher. | am Rebadion, Expedition und Druckerei: Achnk-ratze Nr. 7. Manen. , Anscheinend bestätigt e- sich, daß der österreichische RelchSrath im September wieder einbernfen werden wird. ®lr stehen im letzten Drittel de- August, und viel Zeit bleibt dem Grafen Thun nicht zum Ueberlegen, wie er fich den Deutschen gegenüber stellen soll. Will er die Fortsetzung des Kampfe- — gut, unsere Land-leuie find gerüstet- aber dtr Ministerprästdent möge wohl bedenken, welchen Feind er heraafbeschwvrt. Auch bei den Kämpfen in Oesterreich ist der tertius gaadens vorhanden, der au- der Verlegenheit der Regierung «kapital schlagen will. Die Soeialdemokratie hat bekanntlich Hon bei den letzten Wahlen ziemlich erhebliche Gewinne zu verzeichnen gehabt, und e- ist uaau-bleiblich, daß ste au- der Unzufriedenheit, welche unter den Deutschen herrscht, au- dem allgemeinen Mißfallen, welche- die parteiische Haltung der Regierung erregt, ihren vortheN zieht. Da- laufende Jahr ift so recht geeignet, alle Völker der österreich-ungarischen am Rhein" fingen, bi- die Munition heran «ar, nnb da- Feuern wieder beginnen konnte. Dem Componisten der „Wacht am Rhein" gebührt daher mit Recht der Name eine- Helden von 1870 > Schlugen die Heere der Deutschen die Feinde mit den W:ffen, so half er fie schlagen mit seinen Tönen, mit feiner Leier, ein -weiter tugenben diese- Monarchen werden ja von allen Parteien gleichmäßig anerkannt- aber muß e- nicht einen Stachel für die Deutschen bilden, daß ihre heiligsten Jntereffen an den Stufen de- Throne- verkannt werden, und muß da- Gefühl der Zurücksetzung ihre Festesfreude nicht ganz erheblich be- einträchtigen? Wa- wäre Oesterreich ohne die Deutschen, und auf welcher kulturellen Stufe stände e- ohne fie? Biel leichter ist ein Oesterreich zu denken ohne Lzechen, Polen, Slovaken, und wie die Abarten der Slaven sonst noch heißen mögen. Da- mögen fich Diejenigen gesagt sein lafien, welche heute die Gewalt in Oesterreich inne haben. Da- Deutsch- thum kann niernal- auSgerottet werden, dazu hat e- eine zu große Bedeutung und eine zu gewaltige Lebenskraft. Möchte doch bi- zur Wiedereröffnung de- Reich-rath- da- richtige Mittel gefunden werden und einen Au-gleich der wider» strebenden Elemente zu finden! Daun könnten fich die getreueren Untertanen de- greisen Kaiser- Franz Josef mit um so größerer Freude den Festen widmen, welche die Re- gierungSzeit unseres Verbündeten zu verherrlichen bestimmt find. (xx) Lande stark im Schwinden und nicht allein durch Schuld der Arbeiter. Auch mancher Laudmann will lieber Herr sein als Hau-vater, und wenn seine Arbeiter nur ihre Arbeit thun, so kümmert weder er noch seine Frau fich darum, wa- fie in ihrer freien Zeit treiben. An Vergnügungen aller Art ist auf dem Lande durchaus kein Mangel, und der Luxus ist fast schon zu den weltfernsten Dörfern vor» gedrungen. Wenn der Landarbeiter in die Stadt zieht, so thut er e- nur, weil dort die Lohnverhältniffe befieie find. SS soll nun gar nicht bestritten werden, daß in den letzten Jahrzehnten die Lohnverhältniffe auf dem Lande bester geworben find, insofern nämlich al- nicht nur da- für festen JahreSlohu dienende männliche und weibliche Gestade mehr Lohn bekommt, in einigen Gegenden nahezu doppelt so viel, sondern auch die in Tagelohn arbeitenden Gelegenheitsarbeiter bekommen weit mehr Tagelohn. Aber die Kehrseite de- BildeS ist nur, daß die Arbeitsgelegenheit in noch höherem Maße zusammenschrumpft. Da- kommt daher, daß bet Laub- manu mehr unb mehr lanbwirthschastliche Maschinen in feinen Dienst stellt. Arbeiten, die sonst bem Taglöhner wochenlang Arbeit gaben, werben jetzt von der Maschine in wenigen Tagen erledigt. Wir erinnern nur daran, daß die wichtigste Winterbeschäftigung für die Tagelöhner noch vor einem Menschenalter da- Dreschen unb Dachstrohmachen war. Aber während man früher mit dem Dreschflegel etwa den ganzen Winter damit zu thun hatte, leistet die Dreschmaschine jetzt die Arbeit in wenigen Tagen und hinterher hat der Tagelöhner unfreiwillige Ferien. Unb fo geht eS mit manchen anbern Dingen. Wenn die Maschinen in Thätigkeit stnd, verdient der Arbeiter ja schönes Geld, aber doch nicht genug, um die ganze lange arbeitlose Zeit davon leben zu können, während, welcher ber Laudmann mit feinem Gestade allein Im Stande ist, die laufenden Arbeiten zu bestreiten. Und deshalb wandert er fort, dahin, wo er da- ganze Jahr oder doch den größten Theil des Jahres lohnende Arbeit findet. Selbst daß in festem Jahre-lohne stehende Gestnde wandert mit au-, weih eS do«, daß auch ihm mit den Jahren da- Loo- eine- Tagelöhner- zufallen muß. Zur Lösung der Landarbeiterfrage ist nun natürlich In erster Linie erforderlich, daß man den Tagelöhnern lohnenden Verdienst zuweift. Man könnte dabei zunächst an Lohnerhöhung denken. Aber wir wiesen schon darauf hin, daß nicht der niedrige Lohn an fich da- Grundübel ist, sondern daß man vielmehr da- Grundübel darin zu sehen hat, daß der Landarbeiter zu viele arbeitfreie Tage hat. ES ist nun völlig unmöglich, den Lohn zu einer solchen Höhe emporzu. Adrrflr für Depeschen: Anzeiger Kietze«. Fernsprecher Nr. 5L Die Deutschen in Oesterreich. Am Sonntag hat In Asch eine Versammlung der Deutschen Böhmen- stattgefunden, durch welche wiederum dic prekäre- Lage, in welcher fich unsere Landsleute der Nachbarmonarchie befinden, in Erinnerung gebracht worden ist. »Rieder mit den Deutschen I" so ertönt auch jetzt noch unter Den Slavenvölkem Oesterreich- der Kampfruf, und mehr al- |( ist ci erforderlich, daß die germanischen Stämme fich gasammenschließen, um der Vergewaltigung, die man au innen au-üben will, wirksamen widerstand entgegenzusetzen. Scheint e- nicht, al- sei in dem Grafen Thun ein zweiter Vaden! auferstanden? Bi-Her hat man nicht- davon gehört, vaß der jetzige Mtnisterpräfident den gerechten Forderungen der Deutschen in etwa- nachgekommeu wäre, denn sonst hätte Zur Landarbeiterfrage. Der Bund der Landwirthe und sein Anhang werden alle Hebel in Bewegung setzen, um die L-ndarbeiterfrage schon in der ersten Session de- neugewählten Reichstage- gesetzlich neuzuregeln, die Landarbeiter an die Scholle zu feffeln. Man kann da- mißbilligen, aber verstehen, denn die Auswanderung der Landarbeiter nach der Stadt und dem Jndustriebezirk hat in einigen Gegenden fo große Dimensionen angenommen, daß es den Landleuten nachgerade unmöglich wird, für ihre Arbeiten genügend Arbeiter zu bekommen. Fielich findet in beschränktem Maße auch eine Rückwanderung statt, aber was zurückkommt, find nicht die besten Arbeiter- eS find größtentheiis Leute, die wegen Schwachheit ober Unanstelligkeit in der Stadt keine Arbeit finden ober die Überhaupt so weit verbummelt find, daß man ihnen keine Arbeit gibt. Mit solchen Leuten ist schließlich auch dem Landmann nicht gedient, er braucht bessere. Soll nun in der Landarbeiterfrage gesetzlich etwa- geregelt werden, so muß man zunächst wissen, worin die Auswanderung der befferen Landarbeiter nach der Stadt und dem Jndustriebezirk begründet ist. Unb da irrt man fich, wenn man meint, daß lediglich LvxuS- nnb Vergnügungssucht die Triebfeder ist ober daß man tu ber Stabt ein un- gebunbenere» Leben erhofft. Da- gepriefeue patriarchalische verhältniß zwischen Arbeitgebern unb Arbeitern ist auf dem so soll fie fest stehen unb treu bi- an- Tube der Tage! Hurrah Germania I — Doch nicht allein mit bem Schwerte würbe gesiegt, auch mit der Leier würben Schlachten geschlagen. Mächtig begeisterte da- deutsche Volk fich durch die Hunderte von Liedern, welche gerade diese der Noth und Erwartung, der Freude unb Bangigkeit, ber Entzückung unb der Thränen, der Gottesfurcht nnb Verzweiflung in Menge den Dichtern entlockten! vor allen Liedern aber war eins, das damals in mehr als tausendstimmigen Ehören erschallte — bie „Wacht am Rhein". Hatten die alten Deutschen ihren .bardituß“, besten Echo durch die gewaltigen Schilde in den Bergen nadjflang; so hatten die Deutschen von 1870 ihre „Wacht am Rhein", bereu Widerhall im Geklirr der Säbel unb dem Talven- proffeln des Gefechts weithin über den Rhein zurück in die Heiniath und von der Heimath wieder über den Rhein im Ohre der Reserve und Landwehr erklang. Die „Wacht am Rhein" hat ihr Theil mitgeholfeu am Siege der Deutschen. Mit den Klängen der „Wacht Rhein" marschirte die Garde in den Kugelregen von St.Privat, die Bayern in da- Gemetzel von Bozaille-, die Württemberger in den Granatenregen von Ehampignh, die Badenser über da- knisternde Ei- der Lifaine, die Sachsen in die Flanke des Feinde- bei Roncourt! Al- tu dem Gemetzel bei Ehateaudun eine Paule eintrat wegen Mangel- au Munition, ließ der Lieutenant Wiedemann von der bayerischen Batterie Olivier seine Leute auf bie Geschütze steigen unb die „Wacht Feuilleton. Auch ein Keld von 1870. Znm 25. Todestage Earl Wilhelm-. ■f den 26. August 1873. Don Dr. Rod. Lenz. (Nachdruck verboten.) ,Zum Rhein'. Zum Rhein, zum deutschen Rhein! Wer will de- Strome- Hüter fetn?e So brauste im Juli 1870 „ein Ruf wie Donnerhall, » e Schwertgeklirr und Wogenprall" durch da- gelammte »ratsche Vaterland. Der grenzenlose Ueberrnuth und die brennendste Eifersucht unsere- welschen Nachbar- hatte dem brutschen Volke den Fehdehandschuh zugeworfen. Da zuckte e- schnell durch Handerttausende im Süden unb Norbeu und von den Alpen dl- -um Belt blitzten Aller Bugen hell, und ein einziger, gewaltiger, an- tiefstem Helden- herzen fich emporringender Schrei antwortete auf die Frage, bie bange, mit feste« Willen: „Wir Deutschen, bieder, fromm mb stark, beschirmen die heilige Lande-mark!" Doch wa- gab dem deutschen Volke, dem deutschen Recken ben Muth und ba- Selbstvertrauen, gegen einen Fe'nd zu marschiren, der al- der mächttgste in ganz Europa galt? Sie blickten hinauf in Himmel- Blauen, dorthin, von wo Sorte, doch ewig lebende Helden niederschauen, dorthin, wo ber weilt, der einst nicht kam, „den Frieden zu bringen, sondern da- Schwert", und doch für feine Feinde beten tonnte, dorthin, wo ste weilen, alle die Helden von 1813, 1814, 1815, die vereint zu einem gewaltigen Heere und geeint in dem einen Wunsche, frei zu fein von Franzosen» fisteln, über den Rhein zogen nnb in Pari- den Frieden Wctirten, dorthin schauten die Deutschen von 1870 hin unb schwur« begeistert in stolzer KampseSlust, daß der Rhein »entsch bleiben solle, wie ihre eigene Heldenbrust. eS schon In feiner Macht gelegen, die Eztchen, Polen n. f. w. U die ihnen gebührende Stellung znrückzuweifen. Aber er steint ollzu sehr auf die Loyalität der Deutschen zu bauen nnb fich der Hoffnung hinzngeben, daß diese eS doch nicht zum Aeußersten kommen lasten würden. Darin dürfte fich jedoch Graf Thun geirrt Haber, und die Beschlüffe de- Ascher Parteitage- haben gezeigt, daß die Erbitterung unter den Deutschen Oesterreich- denn doch zu groß ist, um ein Nach- geben oder Einlenken derselben wahrscheinlich sein zu lasten. ^Etst Aushebung der Sprachenverordnungen, dann Verhand- laugen mit der Regierung," so lautet heute der Wahlspruch der Deutschen, nnb daran dürfte nicht mehr gerüttelt werden In alle Winde hin erklang der Schwur, und die löwenstarken Bayern, begeistert durch da- ritterliche Vorgehen ihre- HeldenkönlgS, die Württemberger in ihrer handfesten Körperkraft und «u-dauer, die Badenser und Heflen in ihrer unerschütterlichen Kampfbegierde für die Sicherheit ihre- herrlicheu Rhein-, die Sachsen mit ihren kernigen Fäusten nnb doch so leutseligen Herzen, endlich die wackeren Preußen, alle, alle standen auf wie ein Mann, gewappnet, gerüstet und marschbereit. „Hoch flatterten die Fahnen im Winde". „Wir Alle wollen Hüter sein!" so klang e- au- «ehr denn dreimal hunderttausend Kehlen, „Zum Rhein!" so donnerte e-, „Zum Rhein, zum deutschen Rhein!" und hinein ging» in- Land ter Feinde. Schreckliche Schlachten! Schlachten, denen die ganze zweite Hälfte diese- Jahrhundert- keine ähnlichen entgegen- zusetzen vermag, wurden siegreich geschlagen. Znm Himmel dampfte daS Blut -erristener Schlagadern, zur Erde sanken Elternhoffnungen, Brautwünsche zertrat der Huf dahin- sanseuder Roste, krepirende Granaten zerriffen die heiligsten Familienbande- doch fo lange noch ein Tropfen Blut in den Adern glühte, wurde gekämpft, so lange noch eine Faust im letzten Todeskampfe den Degen ziehen und ihn in die Eingeweide de- Gegner- bohren konnte, ja, so lange noch ein Arm die Büchse spannen und ein Finger den Drücker zurück- reißen konnte, wurde gerungen, bi- kein Feind mehr übrig war, der mit den Waffen in der Hand den heiligen Strand hätte betreten können. Nach sieben Monde langem Gemetzel endlich flehte ter Besiegte um Frieden. Heimwärts lenkten fich die Schritte der Sieger- Lorbeerkcänze schmückten ihre Schläfe und be- schatteten die Narbe auf ihrer Stirn, wie fie daherzogen nrtt rauschender Musik und schallendem Gesang. „Lieb Vaterland, magst ruhig fein: Fest steht und treu die Wacht am Rhein!" Bei Gott, fie hat fest und treu gestanden! Will- Gott, schrauben, daß der Tagelöhner mit Familie in der arbeitlosen Zeit vom Verdienst während der arbettreichen Zeit mitleben kann. DaS hielte der Landmann nicht aus und auch der Tagelöhner würde den guten Verdienst nur zu leicht ver- prafien und dann für die verdteustlose Zeit doch nichts haben. Sparen ist eben eine Kunst, die unsere Arbeiter nicht mehr recht verstehen. Auch kann man von den Landleuten nicht verlangen, daß sie Arbeiten machen lasten sollen, die sie sonst nicht machen ließen, nur damit die Landarbeiter etwa- verdienen. So etwas macht hin und wieder ein gut fituirter Landmann au- freien Stücken, aber zwingen kann mau dazu Niemand. Ebensowenig kann man von den Landleuten verlangen, daß fie auf die wirthschaftlicheu Maschinen und ihre Verwendung verzichten sollen, damit der landwirthschastliche Arbeiter mehr Wochen im Jahre lohnende Beschäftigung habe. Im Gegentheil wird man bei der Lösung der Landarbeiterfrage damit zu rechnen haben, daß noch mehr Maschinen al- heute bet den landwirthschaftlichen Arbeiten zur Verwendung kommen. Bet dem Kampf um» Dasein, welcher tu allen Productionszweigen zum AuStrag kommt, hat der am meisten Aussicht auf Erfolg, der am billigsten producireu kann, und wenn die landwirthschastliche Maschine billiger und bester arbeitet als der landwirthschastliche Arbeiter, so ist der Landmann genöthigt, die Maschine in seinen Dienst zu stellen und kann darin von Niemand gehindert werden. Wir wollen nicht den Landwirth auf Kosten Anderer bevorzugen, wollen ihn aber auch nicht einseitig beuachtheiligen. So spitzt sich denn Alles darauf zu, dem Arbeiter auf dem Lande während der arbeitlosen Zeit im Jahre lohnende Arbeit zu schaffen, ohne den Landmann damit zu belästigen. Ehedem war der HauSfletß für ihn eine Einnahmequelle. Er verfertigte Strohmatten und Strohseile, schnitzte hölzerne Löffel und machte allerlei landwirthschastliche- Geräth au» Holz, Besen au- Reisig wurden gebunden und Holzpantoffeln gemacht, die Frauen strickten und webten und war dergleichen mehr war. Wurde dabei auch keine Seide gesponnen, so wurden doch einige Groschen verdient, die mitzunehmen waren. Heute find dergleichen Künste weniger lohnend, al- je zuvor. Auch diese Artikel werden heute in den Fabriken mastenweise und mit Hülfe von Maschinen billiger gemacht, al- sie durch Handarbeit und auf dem Wege de- Hausfleißes hergestellt werden können, und da Fabrikarbeit in der Regel gefälliger au-fällt al- Handarbeit, so findet der Arbeiter, der mit solcherlei Sachen da- Salz zum Brod verdienen will, wenig Absatz. Freilich, wo noch ein solcher Zweig der Hau-fleiß- industrie lohnende Nebenbeschäftigung gewährt, da muß dem Arbeiter Gelegenheit geboten werden, fie in der arbeitlosen Zeit au-zuüben. Immerhin find die Arbeiten, auf welche die Landarbeiter angewiesen find, in erster Linie solche, die mit Feldbau und Viehzucht zusammenhängen. Und wenn er bei seinem Brodherrn nicht daS ganze Jahr solche Arbeit findet, so muß er fie aus seinem eigenen Acker finden. Soll der Landarbeiter seßhaft werden, so mache man ihn ansäsfig, so gewähre man ihm die Möglichkeit, selber Hau- und Land zu erwerben. Er gebraucht keinen ausgedehnten Landbesitz, nur ein Häuschen nebst Garten und einem Ackerstück, auf dem er eine Kuh griffen, und sich seine Kartoffeln, sein Brod- und Futterkorn, oder auch nur einen Theil desselben selber bauen kann. Die Arbeit auf solch einem kleinen Besitz wird vom Arbeiter so nebenher verrichtet, oder auch seine Familienmitglieder können helfen. Hat der Arbeiter aber selber Milch und Butter, selber Korn und Kartoffeln, eine freie Wohnung, selber ein paar Schafe oder Schweine, Gänse oder Hühner, so kann er nicht nur mit seiner Familie den größten Theil des Jahres von feinem eigenen Besitz leben, sondern hin und wieder auch etwa- au- der Wirthschaft verkaufen: ein Schaf, ein Schwein, einige Stieg Eier u. s. w. Er hat nicht nur, wa- er sich zusammentagelöhnert, sondern Ein- Tyrtäu-! Darum geziemt eß sich auch, ihm ein gleiche- Andenken zu bewahren, wie jenen. Carl Wilhelm wurde am 6. December 1815 in Schmal- kalden geboren. Sein Vater war Organist an der dortigen Kirche und ließ seinen Sohn von den damals berühmten Tonkünstlern Aloyr Schmidt und Andrö in Frankfurt und dem Virtuosen Spohr in Cassel unterrichten. 1840 bis 1865 wirkte Carl Wilhelm als Director der Liedertafel in Crefeld. 1860 wurde er zum Kgl. preußischen Mufikdirector ernannt. Anläßlich der silbernen Hochzeit des nachmaligen Heldenkaiser- W.lhelm ließ er am 11. Juni 1854 von 100 Sangern seine „Wacht am Rhein" fingen, welche, seitdem vergessen, im Juli 1870 ihre große herrliche Auferstehung feiern und National- lieb des gesammten deutschen Volke- werden sollte. In stiller Zurückgezogenheit in seiner Geburt-stadt Schmalkalden lebend, wurde der Componist nach Beendigung de- glorreichen Krieges auf Grund seine- Liede- mit einer Ehrenpension von 3000 Reich-mark vom Reichskanzleramt bedacht. Nach feinem Tode wurde ihm in seiner Vaterstadt ein Denkmal errichtet. Doch auch des Dichters jener begeisterten Verse wollen wir uns heute dankbar erinnern. Max Schneckenburger wurde am 17. Februar 1819 in Thalheim geboren. Die „Wacht am Rhein", das einzige Gedicht, welche- ihn überlebt und feinen Namen unsterblich gemacht hat, wurde bereit- 1840, als von Frankreich au- dem linken Rheinufer Gefahr drohte, gedichtet. Am 3. Mai 1849 starb der Dichter in Burgdorf bei Bern als Theilhaber einer Eisengießerei. Als der Krieg 1870 beendet war, wurde seinen Hinterbliebenen, der Wtttwe und zwei Töchtern, vom Reichskanzleramt ebenfalls eine Iahre-penfion von 8000 Mark ausgesetzt. Nun genießt da- einige, starke, mächtige, deutsche Volk feit 27 Jahren de- Friedens reiche Segnungen- doch unaus« löschlich leben die gewaltigen Eindrücke jener glorreichen Zeit in den Enkeln Derer fort, die fie durchgemacht, und die „Wacht am Rhein" wird gesungen werden und begeisternd wirken, so lange noch ein Funken Patriotismus in der Nation glüht. nahmen nebenher, die er durch Fleiß und gute Bewirth- » schaftung seiner eigenen Parzelle vermehren kann. Braucht I er während der Bestellzeit Pferdekraft, so wird ost genug I sein Arbeitgeber ihm ein Gespann ohne weitere Vergütung leihweise überlassen. Wir zeichnen hier keine Jdealgebilde au- Wölkenkuckucksheim. Ja manchen bäuerlichen Gemeinden find in dieser Weise die Arbeiter seßhaft geworden, und Arbeiter und Arbeitgeber stehen sich gut dabei. Es find natürlich nicht die besten Acker- und Wtesenparzellen, die der Bauer seinem Arbeiter übertrug, im Gegentheil, die Parzellen waren manchmal sehr schlecht, manchmal Überhaupt noch nicht in Cultur, und der Arbeiter bekam fie für einen Spottpreis. Aber weil er in der arbeitlosen Zeit de» Jahre- Zeit hatte, an der Cultivirung zu arbeiten, bekam er fein Land, wie man sagt, in Schwung. Jedenfalls verdient solche- Vorgehen Nachahmung, und eS ist bedauerlich, daß die Großgrundbesitzer sich in den allermeisten Fällen nicht entschließen können, ihren Arbeitern solche Heimstätten zu geben. Hier ist mit der Sucht, allen Grund und Boden im GutSbezirk Eigenthum des Gutsherrn nennen zu können, stark zu rechnen. Aber der Gutsherr muß mit ihr brechen, und wo bei Fideicommißgütern der Nutznießer allein nichts ändern kann, muß die Gesetzgebung eintreten, wenn die Landarbeiterfrage gelöst werden soll. Wa- von einer Verkümmerung des Freizügigkeit-rechte- geredet wird, ist grausam. Man kann doch dem Arbeiter, der auf dem Lande von seinem Tagelohn nicht leben kann, weil er zu viele Tage im Jahre keine Arbeit hat, eß nicht erschweren, in die Stadt oder den Jndustriebezirk zu wandern. Es ist doch grausam, einen Menschen zu zwingen, für unzureichenden Lohn zu arbeiten, wenn er anderswo au-reichenden Lohn verdienen kann. Durch solche Maßregeln schafft man der Socialdemokratie dort Anhang, wo fie bisher keinen Eingang hat finden können. Giebt man dem Landarbeiter Gelegenheit, ein eigene- Hau» nebst Zubehör zu erwerben, so hat er doch in dem Stück einen Vorzug vor seinem Genossen in der Stadt, der nur in den seltensten Fällen e- so weit bringt, und das Bleiben auf dem Lande gewinnt in diesem Stück wenigsten- etwa» Verlockende-. Ganz natürlich wird die Zahl der so geschaffenen Heimstätten für Landarbeiter eine beschränkte fein, einmal weil der Arbeiter mit Tagelöhnern etwa- hinzu verdienen muß, indem er von der Heimstätte allein nicht leben kann und die Arbeits- Gelegenheit auf dem Lande keine unbegrenzte ist, dann aber auch, weil der Landmann, heiße er nun Bauer oder Groß- befitzer, nicht eine unbegrenzte Anzahl solcher Parzellen hat, die er ohne größern Schaden für feinen Betrieb und zu einem für den Arbeiter erfchwingbaren Preis verkaufen kann. Auch der Bau- und Kaufschilling ließe fich ermöglichen. Vom Lohn des unverheiratheteu Gesinde- find Ersparnisse möglich, mancher Landarbeiter hat ein kleines elterliches Erbtheil, und wo beide» nicht ausreicht, würde ein AmortisationSdarlehen, das durch Zahlung einer jährlichen Rente in einer Reihe von Jahren verzinst und bezahlt wird, nachhelfen. DaS ist freilich leicht eivzusehen, daß nur fleißige, sparsame und solide Leute dazu kommen, fich eine eigene Heimstätte zu gründen. Aber wenn wir auch nur diese Elemente zu halten vermögen, soll eß uuß recht fein; um die andern werden wir keine Thräneu weinen, wenn fie abziehen. (Köln. Ztg.) Deutsches Reich. Berlin,24.August. Die Wahlen zum preußischen Landtage werden, wie ein Berichterstatter meldet, erst Ende October oder Anfang November stattfinden. Berlin, 24. August. Die diplomatischen Verhandlungen zwischen Belgien und Frankreich in der Zuckerprämienfrage haben, wie dem „Berliner Tageblatt" au» Brüssel gemeldet wird, bisher kein greifbare- Resultat ergeben. Dieselben befinden fich noch im Stadium der allerersten Besprechung. Die gegenteiligen Meldungen anderer Blätter find daher al- verfrüht zu bezeichnen. Berlin, 24. August. Wie der „Post" au- Hamburg gemeldet wird, erfolgte bei einem Feuerwerk, welches anläßlich eines Turnerfestes auf der Elbinfel Ounte abgebrannt wurde, eine Explosion, wodurch 15 Personen schwer und 57 leichter verletzt wurden. Berlin, 24. August. Dem „Local-Anzeiger" au- London zugegangenen Telegrammen zufolge hatten die Mahd ist en ein Unternehmen geplant, da- indessen verunglückte. In Wadi Hamed in Ober-Aegypten berichteten eingeborene Spione, die Mahdisten hätten einen Dampfer auSgeschickt, um im Nil eine Mine zu legen. Der Dampfer hatte ein Boot mit einer Kiste Schießpulver im Schlepptau, die von einem tunefischen Gefangenen an einer Stelle versenkt werden sollte, welche englische Dampfer berühren. Die Kiste explodirte aber und sprengte sowohl da- Boot wie auch den Dampfer in die Luft, wobei die ganze Besatzung um- Leben kam. Berlin, 24. August. Die Dortmunder Handelskammer hatte in ihrem Jahresbericht für 1897 aus dem Wortlaut des Absatz 2 im Artikel I des deutsch-russischen Handelsvertrag- gefolgert, daß auf Grund dieser Clausel während der Dauer des Vertrag- „einzelne vertraglich gebundene Zollsätze oder zugestandene Zollfreiheiten abgeändert werden können, wenn fich herau-stellt, daß die Vorau-fetzungen, von denen mau bei Abschluß de» Vertrag- au-gegangen ist, fich al- irrthümlich erweisen oder wenn Ereignisse eintreten, die die Lage wesentlich ändern und infolgedessen die Vertragsbestimmungen dem einen Contrahenden Schaden thun würden". Daraufhin hat der Handel-Minister die genannte Kammer auf die offensichtliche Unrichtigkeit ihrer Ansicht hingewiesen. Artikel I des erwähnten Vertrag-, so schreibt der Minister, behandelt, wie sich sowohl au- dem Wortlaut dieser Bestimmung, al- insbesondere au- der Anordnung des Stoffe» im Vertrag ergibt, ausschließlich die perjönliche Stellung der beiderseitigen Staatsangehörigen. Die Angehörigen de» einen Lande» sollen im Gebiet de- anderen Theile» keinen höheren oder anderen Abgaben unterworfen sein al» Inländer und dieselben Rechte im Handel»- und Gewerbebetrieb genießen wie diese. Der letztere Grundsatz, welcher fich auf die Zulassung zum Betrieb von Handel und Gewerbe und die Ausübung dieser Thätigkeit bezieht, erfährt im Absatz 2 eine Einengung. Der Inhalt dieser Bestimmung ist, daß Deutsche in Rußland und Russen in Deutschland durch Gesetze oder Verordnungen in Beziehung aus den Betrieb von Handel und Gewerbe Beschränkungen unterworfen werden können, denen die Inländer nicht unterliegen, sofern solche Bestimmungen auf alle Ausländer Anwendung finden. Auf die Behandlung der Waaren im Handelsverkehr bezieht fich der § 1 nicht. Der Güterverkehr von Land zu Land ist vielmehr in den Artikeln 5 ff. geregelt, und e» kann nach Artikel 7 keinem Zweifel unterliegen, daß die vertragsmäßig zugestandenen Zollfreiheiten und Bedingungen für die Dauer bei Vertrag» festgelegt find. Wenn die Dortmunder Handelskammer tm verfolg ihrer irrigen Ausführungen über den Artikel I des Handelsvertrag» eine Clausel als empfehlen-werth hinstellt, welche den (Son» trahenten die Möglichkeit läßt, die Bestimmungen de» Vertrage» und insbesondere die darin festgesetzten Zollfreiheitetr und Zollsätze zu ändern, so erscheint e» mindestens zweifelhaft, ob einem Vertrag, der thatsächlich nur die Ungebundenheit der Contrahenten feststellt, irgend welcher Werth bei- gemeffen werden kann. Jedenfalls darf nach Anschauungen^ die in den Berichten der Handelsverträge deutlich zum Ausdruck gelangen, angenommen werden, daß die von der Dortmunder Kammer empfohlene Abrede, welche wir felbstverstäud- lich auch gegen uns Deutsche gelten taffen müßten, den Bedürfnissen und Wünschen unserer Ausfuhrindustrie und unseres Ausfuhrhandels nicht entsprechen würde. Diesen Ausführungen de» Minister» können wir in ihrem ganzen Inhalt nur zu» stimmen. — Hebet Ortskrankenkassen und Sozialdemokratie lesen wir in der „Rheinisch-Westfälischen Zeitung": Im Verlaufe der Jahre ist e» vielfach zu verzeichnen gewesen, daß das Bemühen der Sozialdemokratie, die Vorstände der Ortskrankenkassen mit „Genossen" zu be« setzen, in den größeren Städten und den Judustriebezirkea von nur allzu großem Erfolge begleitet war. Aber nicht darauf allein zielte die Sozialdemokratie ab, sondern fie wollte ihre Macht allen Interessenten erkennbar documentiren und deshalb wurde die in der Kassenverwaltung eroberte Machtstellung regelmäßig mißbraucht, indem der neugewählte Vorstand die alten Kaffenbeamten entließ und andere anstelltr, wobei dann natürlich deren sozialdemokratische Gesinnungstüchtigkeit mehr in» Gewicht fiel, al» Erfahrung und Schulung in den Kassengeschäften. Beamte, die oft ein Lebensalter in einer Kasse thätig gewesen waren und sich nichts hatten zu Schulden kommen taffen, wurden auf die Straße geworfen, um Platz für Leute zu schaffen, welche fich in der Arbeiterschaft des KaffrngewerbeS agitatorisch hervorgethan hatten. So wurden die Krankenkaffenbearnten zu Belohnung-Posten für der sozialrevolutionären Umsturzpartei geleistete agitatorische Dienste. In diese „Idylle" greift ein Erlaß beß Handel-Minister» vom 2. Juli mit rauher Hand ein, indem er den Oberpräsibeuten folgende Anweisung ertheilt: „Bon den Vorständen oder Generalversammlungen der Ortßkranken- kaffen wird mit den Angestellten der Kaffen willkürlich verfahren, indem diese namentlich anläßlich der Neuwahlen beß Vorstände» ohne Grund enttaffen werden, um anderen zum Theil ungeeigneten Personen Platz zu machen. Diese» Vorgehen bedroht und schädigt nicht nur die Existenz zahlreicher in den Geschäften der Kaffen erfahrener Personen, sondern entspricht auch nicht dem Interesse der Kaffen selbst, denen an der Erhaltung eineß ordentlich vorgebildeten Personals und eines gleichmäßigen Geschäftsganges gelegen fein muß. Ich ersuche Sie daher, durch die Aufsichtsbehörden die Vorstände der Ortskrankenkaffen Ihre» Bezirks darauf hinzuweisen, und zu veranlassen, daß mit den Angestellten brr Kaffen gehörige Dienstverträge abgeschloffen werben, in denen die Gründe der Kündigung und angemessene Kündigungsfristen bestimmt werden. Dabei empfiehlt es fich, in diesen Dienstverträgen die Bestimmung vorzusehen, daß eine Kündigung de» Personals durch den Vorstand nur bei groben und wiederholten Verletzungen der Dienstpflichten zuläsfig fei, und daß über die Frage, ob diese Voraussetzungen zutreffen, im Streitfälle ein Schiedsgericht oder die Auffichtsbehölde entscheiden solle." Die Rheinisch-Westfälische Zeitung" bemerkt dazu: „Man braucht sich nur der immerhin zahlreichen Fälle zu erinnern, in welchen sozialdemokratische „VertrauenS"- Personen ihnen anvertraute Gelder unterschlugen, um schon im Hinblick daraus den Anordnungen deS Herrn Brefeld Beifall zu zollen. Aber hierüber und über die in seinem Erlasse erwähnten Gründe hinaus wird eS in weiteren Kreisen dankend empfunden werden, daß au» diesem Ressort eine Maßnahme berichtet werden kann, welche den sozialdemokratischen Führern wenigsten» eine Gelegenheit zur Bekundung ihrer „Macht" entzieht, welche fich ihnen in der Zeit feine» Vorgängers eröffnet hatte." München, 23. August. Die „M. N. Nachr." schreiben: Die Orientreise de» Kaiser» beschäftigt nach wie vor die GemÜther und beherrscht die pnblicistische DiScnffion fast noch mehr im An-lande al» im Jntande. Dabei wird vielfach eine Kritik laut, die, soweit fie da» innere Unbehagen verräth, wie in der franzöfiichen und der cteiicalen österreichischen Presse, nicht tragisch genommen zu werden braucht. Denn an dem Wohlwollen der Franzosen oder der österreichischen Clericalen ist nicht» gelegen. Ander» ist eß mit jener Art von Kritik, die in einzelnen Blättern laut wird und vom deutschen Standpunkte aus die Reise nicht recht verständlich und Die» und Jene» an dem Project auSznsetzen findet. Dagegen wäre doch zu bemerken, daß nicht abzusehen ist,- warum ein Kaiser von Deutschland, unter dessen Abwesenheit die wohlorganifirte Regierungsmaschinerie nicht leidet, nicht die Freiheit haben sollte, Reifen in» Ausland zu machen, wie jeder andere geistig regsame Mensch, der am Reisen seine Freude hat, weil eß ihm neue Anregungen bietet und ihm I Gelegenheit gibt, schöne Gegenden, historisch berühmte Stätten,. Provinzen und Q E r he bungSbezirke L Eli C “ — E E C 1,5- 1 - -1—I 2 2 I-- 2 - 2 2 1,5'4 - 1,5 2 -11-13 Durchschn. f. Starkenburg ,51-2,53,5 2 7 2.6223 1 2,11|2 |l — - 1,5 1,5 2 5 Landw 152 2,5 l 8 2.5 W 17--Ü21 - 1.6,11,7 2,21 2,212.234 s Irische Schellfische und öabliau zu haben im 4465 „Rebstocks Houben’s Gasöfen Hlordankage 18 CD 8397 Stahl. 8831 6681 Gefrorenes tiebr. Adami. 7786] verschiedene Borten, 5793 Fränkischer Gouneustraße 25. 2573 in anlagen zur Verfügung. Zu erfragen in der Exv l d. Bl. (Önijifr lihumen llmnictlpnuiHi. 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Kreisbauinfpector. merkwürdige fremde vö.ker au« eigener Anschauung kennen zu lernen. Freuen wir uns doch, daß die Kaiserkrone ein Mann trügt, dem nicht« Menschliche« fremd ist und den e« n'cht freut, an die Scholle gefefielt keinen «lick hinauSzuthun über bte Mauern seiner königlichen Paläste. Ueber die politische Bedeutung der Reise de« Kaiser« wird noch zu redrn sein. Wenn endlich hier und da eine gewiflr verstäuduiß- lostgkeit für die religiöse Richtung de« Monarchen hervortrid, so begreift e« sich, daß diese Seite seine« Eharacter« hier mehr, dort weniger Sympathie erregt, aber verkehrt wüide e« sein, sie bezweifeln und ihren Einfluß auf da« Borhaben de« Kaiser« bestreiten zu wollen. Der Kaiser, eine tief religiöse Natur, hat darum diese Reise nach Jerusalem zu einer Herzen«sache gemacht, und e« ist absolut nicht eiozusrheo, warum er diesen Herzeu«wunsch unerfüllt lasten sollte. Auch der eifrigste Katholik wird nirgend« einen Grund finden können, warum er dem protestantischen Kaiser einr Wallfahrt nach der Stätte mißgönnen sollte, wo alle Toufesfionen der christlichen Religion ihren gemeinsamen Urfitz haben, von welchem Geficht«poukte «au auch die bevorstehende Reise de« Kaiser« betrachten mag, wir wüßten nicht, weshalb fie un« Deutschen Bedenken etuflößeo könnte. Saetenstand. Note 1 = sehr guter, 2 — guter, 3 = mittlerer, 4 — geringer, 5 = sehr geringer Stand Tour machen müsten. Sobald der Wagen an der Ablösungsstelle angelangt ist, bleiben sie stehen und find durch nicht« mehr von der Stelle zu bringen. • Sine lebende Kröte in einem kchlangenmagen. Einen merkwürdigen Bericht erhält die Wochenschrift „titetxrct* au« einem Orte io Nordwale«. Ein Mann, besten Glaubwürdigkeit nicht auzozwetfeln ist, tötete eine« Tage« eine Natter von etwa einem Meter Länge. Da er sah, daß fie gerade vorher gefreffeo haben muhte, schnitt er ihr den Leib auf, um zu sehen, wa« er dort finden würde. Er fand in der Speiseröhre eine große Kröte, die sich etwa auf halbe« Wege zum Magen befand. Die Kröte, deren Kopf viel breiter al« der der Schlange und deren Körper ebenfall« größer al« der ganze Kopf ihrer Feindin, fchien tobt zu sein und wurde auf den Rasen gelegt. E« mußte erstaunlich erscheinen, wie die Schlange, die Kröte hatte verschlucken können. Die außer- ordentliche Dehnbarkeit der Kinnbacken de« Schlangrnkopfe« ist zwar genugsam bekannt, aber dieser Bisten schien denn doch ein wenig gar zu groß für den kleinen Schlund de« Reptil«. Während unser Gewähr«mann die Kröte noch immer mit nachdenklichem Blick betrachtete, gewahrte er plötzlich zu seinem höchsten Erstaunen, daß fie fich bewegte. Er wachte infolge besten Belebungsversuche, indem er die Kröte mit einem Sturzbade von klarem Master übergoß und ihr gan- regelrecht eine Mischung von Whiskey und Master eiuflößte Die Bemühungen waren wirklich von Erfolg gekrönt, denn schließlich erhob fich die Kröte auf alle Biere, aufgeblasen wie ein Luftballon, und machte in der komischsten Weise einen matten Settenspruvg. ES dauerte gar nicht lange, bi» fich daS Thier, da« noch eben iu Gefahr geschwebt hatte, im Schlangenmagen verdaut zu werden, höchst selbständig seit- wärt« iu die Büsche geschlagen hatte und verschwunden war. Wie lauge die Kröte fich schon im Schlangenleibe befunden haben mochte, ließ sich nicht sagen. Daß fie bei dem Hiu- durchpresten durch den Schlangenschlund am Leben geblieben war, stellt ihrer LebenSzahigkeit ein gute« Zeugniß aus. Dagegen kann man fich nicht so sehr darüber wundern, daß die Schlange fie überhaupt verschlucken konnte, wenn man einmal gesehen hat, wie eiue Klapperschlange eiu ganze« Kaninchen heruuterwürgt. • Tizians Geburtshaus. Aus Venedig wird berichtet: Das unscheinbare Häuschen in Pieve di Cadore, wo im Jahre 1477 Tizian geboren worden, steht in Folge eines Concurfes zum Verkaufe. Es märe zu wünschen, daß es in Hände überginge, die für seine Erhaltung zu sorgen bereit find. Nach hiesigen Blättern ist der geforderte Preis ein äußerst geringer. Man sagt auch, daß der Mailänder Depu- tirte Pavin im Begriffe stehe, das Haus, zu dem auch etwas Land und ein WirthschastSgebäude gehören, zu erwerben. vermischtes. • Berlin, 24. August. Ueber da« Verhalten der Th irre konnte man in den letzten heißen Tagen interestante Beobachtungen machen. Bald nach Sonnenuntergang zum Beispiel geben manche Droschkenpferde ihren Lenkern in un* zweideutiger Weife zu verstehen, daß fie Woffer begehren; aber nicht da» au» dem ersten besten Brunnen wird verlangt, sondern Master, da» ihnen mundet. Der Kutscher versteht den Wink seine» treuen Erwerbsgenosten sehr wohl und säumt nicht loszufahren; ein Lenken ist nicht nothwendig, das kluge Thier findet seinen Weg zu der gewünschten Tränkstätte ganz von selbst. So find die Brunnen in der Wrangelftraße, am Kottbuser-Ufer, in gewissen Theilen der Chausteestraße rc. das Ziel der dürstenden Droschkenpserde. Die gleiche Beobachtung kann man auch bei den Pferden der Rollwagen und der städtischen Sprengwagen machen, die gleichfalls nach einer bevorzugten Tränke ziehen. An gewisten Punkten der Stadt, meist an den Endstationen der Pferdebahnlinien sind gegenwärtig sogenannte „Pferdekühler" postirt. Mit einem groben Schwamm bewaffnet, üben sie Samariterdienst an den Thieren, die erschöpft anlangen. Diese halten geduldig den Kopf hin, damit der Mann ihn befeuchte, und lecken ihm au» Dankbarkeit die Hände. Den anstrengendsten Dienst haben die Pferde der Ringbahn; sie machen eine 1V, stündige Tour ohne jede Pause. Die Thiere wisten ganz genau, daß sie an den heißen Tagen nur einmal (sonst zweimal) eine solche * J 6. Honben Sohn Carl Aachen. *jflftbcanecnT(fcnn Niederlage in Giessen bei Ernst Bloedner, Seltersweg. Es wirb Kieles übersehe«. Wagenschmiere, tederfette, 2 2 K |2 -2.! Nachrichten über den 2aatenstand im (tzrotzherzogthuur Hessen um die Mitte de» Monat« August 1898. ZusammengeftelU bei der Großherzoglichen Oberen landwilthschast- lichen Bebörde. r L , s.j E c E 1 Hlviebelkuchcn Montags, Mittwochs und Freitags von Morgen» 9 Uhr ab. Lonys Bierkeller. Meiner verehelichen Kundschaft sowie Nachbarschaft zur Nachricht, daß ich von jetzt ab den Schoppen gutes Frankfurter Henninger-WSn zu 12 Pfg. über die Stratze verkaufe. Achtungsvoll Kofbäcker Noll MäuSburq. 8 9 10 11 12 13 i. 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