Rr. 96 Erscheint lägstck mit Ausnahme drS MontagS. T>e Gießener Itamitienbtätter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. Zweites Blatt. Dienstag den 26 April______________________ Gießener Anzeiger 18OS juflsprris vierteljährlich 2 Mart 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Kenerat-Anzeiger Alle Anzeigen-VerinittlungSstellen deS In- und Ausland«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Aints- und Zlnzeigeblntt für den ICrds Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schukftraße Ar. 7. Gratisbeilagk: Gießener Familienblätter. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen. Fernsprecher Nr. 51. Die Kriegserklärung. Die heutigen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Spanten find denjenigen zwischen Griechenland und der Türkei kurz vor der offiziellen Kriegserklärung treffend ähnlich. Die letzteren beiden Staaten befanden fich noch im FriedenSzustande, trotzdem aber hatte Oberst Baffo schon längst von der türkischen Insel Kreta Befiy genommen, trotzdem übten fich bereit« die Griechen mit Einfällen in andere« türkische« Gebiet. Auch zwischen Spanten und den vereinigten Staaten ist noch keine Kriegserklärung auSge- tauscht, die Frist, welche ersterem Staate von seinem Gegner im Ultimatum gesetzt worden war, war noch nicht abgelaufen, aber schon begingen die Amerikaner Raub an spanischem Eigevthum, schon huldigten fie dem edlen Kapersport, indem fie eia spanische« Kauffahrteischiff mit dem friedlich klingenden Namen „Buenaventura" al« Prise erklärten und in den Hafen von Kehwest eioschlrppten. Da« Hrrz der Yankees hob fich ob dieser Heldeuthot, und frohe Hoffnung schwellte ihre Brust, lüsternen Blicke« sahen sie der wetteren Entwickelung der Dinge entgegen. Aber ihre Handlungsweise begegnete der größten Mißbilligung der Welt, und mit einer gerechtfertigten Schadenfreude vernahm man, daß die Spanier Revanche übten und ihre Gegner an der verwundbarsten Stelle kränkten, indem sie ein amerikanische« Schiff nach dem anderen wegfingen. Der Kriegszustand war zwischen beiden Ländern also vorhanden, ohne daß eine förmliche Kriegserklärung ausgetauscht worden war. Bekanntlich existirt ein internationale« Recht, ein Völkerrecht, das alle cioilisirten Länder zu respectireu sich verpflichtet haben. Wie auf Grund desselben die Großmächte Griechenland in die Arme fielen, al« diese« fich Uebergriffe gegen die Türket erlaubte, ohne mit derselben auf regelrechtem Krieg«, fuße zu stehen, so hätten schließlich auch die Mächte veran- laffung nehmen können zu dem, allen internationalen Gebräuchen zuwiderlaufenden Verfahren der Bereinigten Staaten Stellung zu nehmen. Letztere hatten von vornherein nicht die Absicht gehabt, Spanten förmlich den Krieg zu erklären, aber die Rücksicht auf das Völkerrecht hat den Präsidenten Mac Kinley nun doch gezwungen, Farbe zu bekennen, und er hat am 18. April dem Eongreffe eine Botschaft zngeheu laffen, in welcher der Erlaß einer formellen Kriegserklärung gefordert wird. Daß der Lougreh dem verlangen auch ent- sprechen wird, ist wohl außer allem Zweifel, und so kann mau dann mit der Thatsache rechnea, daß Spanten und Nord, amerika von heute ab fich in regelrechtem Kriegszustände be- Feuilleton. Zn Macht und in — Wacht! Zur 50. Wiederkehr des Geburtstages de« König« Otto I. von Bayern. Von Dr. L. Müller. (Nachdruck verboten.) Kau« war der Kanonendonner verhallt, der den Münchenern, und damit dem bayerischen Volke, die Sunde von der am 20. April 1848 erfolgten Thronbesteigung und Krönung König Maximilian« II. brachte, al« am 27. desselben Monat» schon wieder die Geschütze auffuhreu und vom Schloßgarten auS die Geburt eines Prinzen verkündigten. Weiß und hellblau in der Sonne schillernd, wälzten fich die patriotischen Pulverwolkrn von der Erde ewpor und über da« Land hin, um dem Himmel den frommen Dank und der Nation die frohe Botschaft abzustatteu, daß dem Hause Wtttel«bach ein weiterer Stammhalter geschenkt und da« Herz de« König» und seiner hohen Gemahlin, der ehemaligen Priuzrsfiu von Preußen, aus» Höchste erfreut worden sei. Da« Jahr 1848 wirbelte an vielen Orten und Thronen Deutschland« Pulverwolken auf, auch München war nicht davon verschont geblieben. Doch waren fie anderer Art al» jene- sie verwundeten, jene aber heilten, diese brachten Trauer und Verzweiflung, jene aber Freude und Hoffnung über da» Scmb®Cr neugeborene Prinz erhielt in der Taufe die Namen Otto Wilhelm Luitpold Adalbert Waldemar. Er selber nannte sich jedoch später, nach de« berühmten Stammherru feine« Fürftengrschlecht», nur Otto. Er entwickelte fich in überau« schnellem WachSthum zu einem der schönsten Repräsentanten de« bayerischen KöuigS- hause« und die hoben Eltern schauten mit stille« Entzücken und berechtigtem Selbstgefühl auf ihren so hoffnungsvoll fich entfaltenden Sprößltng. Ludwig, sein älterer Bruder, geboren am 25. August 1845 und ebenfalls von hervorragender finden, daß also beide Staaten berechtigt find, einander zu Lande und zu Waffer Schaden zuzusügen, ohne daß irgend eine andere Macht Recht zum Einschreiten hat. Ganz besondere» Jntereffe erwecken die Erwägungen über die Wirkungen, welche der Krieg auf die neutralen Länder auSzuÜben fähig ist. Deutschland vor allem ist in hervor- ragender Weise an dem Gange der Ereigutffe betheiligt und würde eventuell sehr schwer geschädigt werden können, wenn zum Beispiel eine strenge Blockade amerikanischer Häfen eiaträte. Aber da» braucht wohl kaum befürchtet zu werden, da Spanien seine maritimen Streitkräfte bester verwenden kann, al» zur Blokirung feindlicher Häfen. Seine Befitzungen zu schützen, muß jetzt vor allen Dingen da» Hauptaugenmerk Spanten« sein, da die vereinigten Staaten jedenfalls versuchen werden, fich nicht nur der Inseln in Westindien zu bemächtigen, sondern auch den Philippinen einen Besuch abstatten zu wollen. DaS können sie um so leichter, al» fie in Ostasten ein ziemlich starke» Geschwader haben. Auch die Belästigung neutraler Kauffahrer durch spanische oder amerikanische Kaper dürfte nicht zu wett gehen, da fich keine der beiden Mächte mit anderen Staaten in ernsten Covflict zu bringen geneigt sein wird. E« giebt freilich noch eine ganze Reihe von Belästigungen und Unbequemlichkeiten, denen neutrale Schiffe ausgesetzt sein werden, aber im Grunde genommen werden die Schwierigkeiten nicht so groß sein, wie man vielfach vorher annahm. Daß wirthschaftliche Nachtheile allgemeiner Art tm Gefolge des Krieges sein werden, liegt auf der Hand, und deshalb haben die Mächte auch ein um so größere« Jntereffe daran, Alles anfzubteten, um dem Kriege ein schnelles Ende zu bereiten. (xx) Berlin. 23. April. Der Kaiser hat den Capttän- Lieutenant v. Krosigk, erster Osfizter des Panzers Branden- bürg, z. Z. in Eadix, unter Belastung tu dtesem Berhältntß der Botschaft in Madrid und den Eapttän-Lieuteoavt v. Rebeur, commandirt als Marine-Attachv in Tokio, der Botschaft in Washington zugetheilt mit dem Auftrage, die kriegerischen Vorbereitungen in den beiden Städten, sowie die kriegerischen Vorgänge in der Nähe zu betrachten und darüber hierher zu berichten. Der letztgenannte Osfizier, der von hier fich demnächst nach Japan begeben sollte, wird unter größtmöglichster Beschleunigung seinen Posten in Washington antreteu. männlicher Schönheit, und Otto waren in der That die Zierde de« Münchener SchlosteS und auch das Volk hing mit abgöttischer Liebe an seinen Prinzen. Die Verehrung, die eS seinem König entgegenbrachie, Übertrug e« auch auf seine beiden Söhne. Wo fie fich öffentlich zeigten, bet Feier, ltchkeiten oder bei der Parade, da wurden ihnen begeisterte Ovationen zu Thetl. „Unser Ludwig! Unser Otto! Dö» tsch dö« foinste Prtnzepoar, döS d' Welt g'sehe hott!" rannte man fich stolz und freudestrahlend zu und e» hätte nicht viel gefehlt, so hätte man die schönen, kräftigen Jünglinge auf Händen getragen. AlS dann tm Jahre 1864 am 8. März ganz plötzlich der König Maximilian starb und Ludwig, al» der II., den Thron seines Vater« al« 18jähriger Jüngling bestieg, hatte das Bayernvolk thatsächlich den schönsten König in Europa. Die Liebe be» Volke» vergötterte ihn aber nicht nur seiner idealen, äußeren Schönheit wegen, sondern auch wegen seiner wahrhaft großen idealen Regenteutugende», die, in ihm verkörpert, da» Bayernland zu« gerühmtesteu Königreich Deutschland» machen konnten und in gewtffer Beziehung auch wahrhaft und wirklich machten. Alle« Schöne und Gute vom Herzen«grunde liebend, gedachten Beide, König Ludwig II. und sein Bruder Otto, ihr Volk zu beglücken und seine großen Männer einzureihkn in den Trtumphzug deutscher Geiste«bildung und Schaffen«- kraft. München wurde zu einem Jsar-Athen. Die Malerei, die Plastik und die Architektur fanden hier willkommene Her- berge und Heimstätte. Hier durfte spater die Mufik Wagner« ihre mächtigsten Tonschwtngen entfalten und, ungehindert vom Staub dieser Erde, sieghaft dem Sonnenziele der Vollendung zustreben. Al» dann der Krieg gegen Preußen im Jahre 1866 au«- brach, hielt e« den kraftvollen, ruhmbegierigen Prinzen Otto nicht länger müßig tm Schlöffe. Al« die Mobtlisirung der bayerischen Armee begann, meldete er fich bet seinem Groß- ohetm, dem ritterlichen, tm Kriegshandwerk al« Veteran au« Verli». 24. April. Der Kaiser hat senen Flüget- adjutanten, Obersten Grafen v. Moltke, beauftragt, an dem heutigen Todestage des General - Feldmarschall» Grafen v. Moltke auf dessen Sarg in der Capelle zu Creisau einen Kranz ntederzulegen. Berlin, 23. April. Der Minister der öffentlichen Atbeiten hat, wie die „Post" mittheilt, soeben an die SraatSeisenbahn- Direktoren einen Erlaß gerichtet, in welchem die letzteren angewiesen werden, bet Eisenbahn-Neubauten rc. auf den landwirthschastlichen Arbettermangel Rücksicht zu nehmtn und zwar derart, daß solche Bauten während der Frühjahrsbestellung und der Ernte, soweit irgend thunlich, mit möglichst verringerter ArbeitSzahl fortzusühren und Unterhaltung«- arbeiten während dieser Zeit möglichst einzuschränken seien, nm so der Landwirthschaft zur Deckung be« in bteser Periode gesteigerten Bebars» an Arbeitskräften bie Beschaffung von Arbeitern zu erleichtern. Berlin, 23. April. Der Kreuzer „Geier" hat auf Befehl be« Kaisers nach Bahia telegraphisch Ordre erhalten, ungesäumt nach St. Thoma» (Westindteo) zu gehen, um bte deutschen Interessen auf Cuba zu schützen. Berlin, 23. April. Die „Post" führt in einem Artikel über den Schutz de« neutralen Etgevthurn» tm spanisch-amertkanifchen Kriege au»: An einer Zustimmung sämmtltcher Großmächte zu einer gemeinsamen Erklärung über den Schutz be« neutralen Eigenthum» könne nicht ge- zweiselt werben. Die eigentliche Schwierigkeit, welche fich einer Einigung entgegenstelle, dürste nur bet England liegen, welche in diesen Dingen freie Hand behalten wolle. Jeden- fall« stehe fest, daß die deutsche ReichSregierung in emsiger Arbeit diese ganze Angelegenheit tn die rechten Wege geleitet habe. Deutschland habe auf dem Kriegsschauplätze große Jatereffen zu vertreten. Der Schutz der namentlich tn den Küstenstödten CubaS lebenden Deutschen werde die deutsche ReichSregierung noch vielfach beschäftigen. Um wirksam aufzutreten, mangle e« freilich an der genügenden Anzahl von Kriegsschiffen. Der Kaiser verfolge die Sache mit größter Aufmerksamkeit und werde keine Gelegenheit versäumen, bte geeignetsten Maßregeln anzuregen, wo bentsche Jatereffen in den bevorstehenben Kämpfen bebroht sein sollten. Berlin, 23. April. Dem „ReichSavzeiger" zufolge stellt sich ber Saatenstand im Deutschen Reiche um bte Mitte be» April folgendermaßen bar: Winterweizm 2,3, Wtnterspelz 2,3, Wintcrroggen 2,3, Klee 2,2, Wiesen 2,4; hierbei bedeutet 2 gut, 3 mittel. ber napoleonischen Zeit wohl erfahrenen, noch in hohe« Atter jugenbltch schneidigen Prinzen Carl, ber bo» Oberkommando über bte gesammteu Bunde«truppen in Süddevtschland übernommen hatte, und begleitete ihn, begeistert und gehoben durch bie herrlichen, wenn auch mit bem gewünschten Erfolg nicht gefrönten Waffenthaten seiner Truppen während des ganzen Feldzuge« am Main und an der Tauber. Wo der jugendschöne, kraftstrotzende Prinz zu Pferde erfchien, konnte er eine« enthusiastischen Empfange« von Setten der Soldaten sicher sein und wenn er mit köstlicher Grazie seine fein- gebildete Rechte erhob, die HurrahS und Hoch« grüßend und dankend zu erwidern, dann wollte die Begeisterung schier kein Ende nehmen. Bei GerchSheim und Helmstädt, bet Uttttugen und Roßbrunn schlugen fich bte Bayern wie bie Löwen unb machten ihren Gegnern ben Steg blutig und schwer; fie wußten, Prinz Otto werde ihre Tapferkeit rühmend au- erkennen, unb auch die Sterbenben schieben gern, fie wußten, fie starben gleich Helden für ihr Vaterland und ihren König unb ihren schönen Prinzen Otto. Al« bann zwischen Prinz Carl unb Manteuffel zu Würzburg eine Waffenruhe unb am 22. August ber Frtebe mit Preußen zu Berlin abgeschloffeu war, kehrte ber Prinz nach München in sein Schloß zurück. Dann kam ba« große Jahr 1870. Der Erbfeind erhob fich, um da« deutsche Vaterland in seiner bewehrten Räuber- sanft zu erdrücken. Am 19. Juli überreichte der französische Botschafter die Kriegserklärung au Preußen unb nun gatt e« eiumüthig zusammenzustehen, um dem frechen Beleidiger unb naseweisen Eindringling mit dem bloßen Schwerte die Wege nach rückwärts zu weisen. Bon Ludwig II. war e« lange bekannt, daß sein jugendliche« Herz von begeisterter Hingebung für bte allgemeine Sache erfüllt sei. Dank der deutschen Gefinnung be« König«, besten warmer Herzschlag alle Schlingen ber bayerisch-österreichischen Nentralität«polittk sprengte unb für Ehre unb vaterlanb ben Ausschlag gab, trug bie bentsche Sache ben enblichen Sieg davon. (Schluß folgt.) Berlin, 23. April. Die Lommtsfiou des Abgeordnete«- Hauses zur Dorberathuug des Gesetzentwurfs, betreffend das Dtenstetuko«« en der evangelischen Pfarrer, nah« heute das ganze Gesetz au. Berlin, 24. April. Wie dem »Verl. Tgbl." au» Parts gemeldet wird, sollte der bekannte frühere Berliner Rechts- anwalt Fritz Friedmann am 8. d. Mts. von der Pariser Polizei verhaftet werden. Er hatte aber offenbar vorher davon Keuutuiß erhalten und ist nun seit dem 7. April aus Paris verschwunden. Dresden, 23. April. Heute Bormittag find auch der deutsche und österreichische Kaiser zur Thetloahwe an den JnbtlSumS'Feterltchketteu hier eiugetroffen. Um 9‘/i Uhr erschien König Albert in einem vierspännigen Galawagen auf dem Bahnhofe, wo die Prinzen Johann Georg und Albert sich bereits etugefuodeu hatten. Der König trug die Uniform seines ostpreußtscheu Dragouer-Regiments. Im Gefolge befanden sich die Minister sowie die übrigen Spitzen der Staats- und städtischen Behörden. Kurz vor 10 Uhr lief der Hofzug Kaiser Wilhelm» in die Bahnhofshalle ein. Der Kaiser, welche sächsische Grenadier Uniform angelegt hatte, begrüßte König Albert tu herzlichster Weise, indem er ihm drei Mal auf Mund und Wangen küßte. Nach Abschreiten der aufgestellten Ehren-Compagnie begab sich Kaiser Wilhelm mit dem Prinzen Georg in einem vierspännigen Galawagen nach dem Schlöffe, während König Albert auf dem Bahnhöfe zurückblieb, um für den Empfang de» Kaiser» vou Oesterreich die Uniform zu wechseln. Um 101/, Uhr laugte Kaiser Franz Joseph an. Die Monarchen begrüßten sich ebenfalls auf das herzlichste. Kaiser Franz Joseph schritt ebenfalls die Front der Ghren-Lompaguie ab, worauf die Fahrt nach dem Schlöffe erfolgte. Att-Urvd. Wien. 23. April. Hiesige diplomatische Kreise erklären das Vorgehen Amerikas, welche» vor Ablauf der Ulti- matum»frtft die Feindseligkettea eröffnet und durch Wegnahme eine» harmlosen spautscheu Handelsschiffe» etoeu Act der Kaperei begangen habe, al» gegen die Satzungen de» Völkerrecht» verstoßend. Fiume, 23. April. Die hiesige Torpedo-Fabrik refüfirte eine Offerte der spanischen Regierung auf eine größere Partie ferttger Torpedo, weil die Fabrik sich ver- pflichtet, dieselben prompt an Japan zu liefern. No«, 23. April. Infolge de» Einsprüche» vou Frankreich umerblteb vorläufig die bereits beschloffene Ernennung eine» päpstlichen Vertreter» tu Koustautinopel und eines türkischen Vertreter» am Vatikan. No«, 24. April. Hier glaubt man, daß die Verhandlungen der Mächte betreff» ihre» Verhaltens während de» Kttege» und wegen der in dieser Beziehung zu erlaffeudeu Erklärung morgen zum Abschluß kommen werden. Die Frage, ob Kohlen al» Klieg»contrebande anzusehen seien, ist für Italien gegenstand»lo», da die vereinigten Staaten Kohlen- schiffe unter talteaischer Flagge in dem Vertrag von 1871 -u respectiren sich verpflichtet haben. Ja einem Privat- gespräch mit mehreren Abgeordneten erklärte der Minister des Aeußeren, Visconti Benosta, Spanten werde in feinem Falle auf die Kaperet verzichten, da die» fast da» einzige Mittel fet, Amerika empfindlich zu schädigen. Pari»,23. April. Der Militär-Attachv der hiesigen spanischen Botschaft hat bei seiner Regierung um die Er- laubuiß nachgesucht, nach Euba abreisen zu dürfen. Loudo», 23. April. Die spanischen Kriegsschiffe haben daS amerikanische Schiff Schenandoah, welches von San Francisco nach Liverpool mit Wetzen unterwegs war, erobert. Nach wetteren Meldungen haben die amerikanischen Schiffe bei Havanna den spanischen Paffagier-Dampfer New-York genommen. Ebenso eroberte ein amerikanischer Kreuzer da» spanische Schiff Garzia bei Luba. Loudon, 23. April. In hiesigen Marine Kreisen herrscht allgemein die Ansicht, daß der amerikanische Kreuzer „Paris" New Kork nicht erreichen werde. Madrid,23. April. Der allgemeine Dertheidigungs- plan wurde in Havanna den drei Haupt-Fort» übermittelt. Iw Arsenal und allen Marine-Stationen Havanna» herrscht fieberhafte Thäctgkeit. Dabei platzte im Arsenal der Reffet einee Dyramo Maschine, wobei zwei Arbeiter getödtet wurden, zehn wurden verletzt. Newyork, 23. April. Die cubanische Junta hat versprochen, 40000 Gewehre und sechs Millionen Patronen nach Cuba zu senden. Die Haltung der Insurgenten wird vou wesentlicher Bedeutung sein sür den AuSgang dc» Kriege». Washington, 23. April. Wie verlautet, beabsichtigt der StaatSsecretär de» «eußern, Sherman, seine Demission eiuzureichen. Er soll diesen Schritt mit Gesundheit»rückfichten begründen. Havanna, 23. April. General Blanco hat alle Be- schlüsse gegen die Issurgeuten zurückgezogen. Ctcoto uM ptwtnsieae* x. «rüuberg, 23. April. Ein junger belgischer Hengst, der schwerste bei Landelgestüt» zu Darmstadt, mußte heute hier wegen Bö»ar:igkeit durch den Pferdemetzger Keßler au» Gießen geschlachtet werden. Hnngen, 20. April. Heute beging Herr Medicinalrath Ur. Rouge seinen <0. Geburtstag, und wurden dem all- JOd,6ercl,ll in Europa nicht angenehm, von Zahnschmerzen geplagt zu i werden, so ist dies in Südafrika ein noch weit fraglichere» Vergnügen. Der großen Entfernung wegen muß man neue» ' lich sich bei dem Zahnarzt immer drei Monate vorher i anmelden. (?) Hat ein Schwarzer also im DecemberZahn- i schmerzen, so kann er im günstigsten Fall hoffen, im März i davon befreit zu werden, d. h. fall» er sich nicht vorher be- - reit» vor Schmerz den Kopf au einer Wand etngeronnt bat, ober, wa» auch Vorkommen soll, fall» die Zahnschmerzen bi» dahin nicht von selbst aufgehört Haden. Der Dentist ist übrigen» in Afrika äußerst angesehen und kann sehr viel Geld verdienen, denn sonderbarer Weise finden die Schwarzen e» höchst angenehm und vergnüglich, sich einen Zahn ziehen zu lassen. Andere Länder, andere Sitten. * tiae gefährliche Engelmacherin hatte sich kürzlich in der Person ber früheren Mtrth»srau UrbanSka vor dem Schwurgerichte Gnesen wegen Mordes zu verantworten. Die Angeklagte nahm in ihrer beschränkten Wohnung viele Säuglinge in Pflege, denen sie bie schlechteste Behandlung angedeihen ließ. Die armen Kleinen lagen in einen Kasten ohne Deckel, welcher voll Würmer war. Wenn die Kinder nicht infolge der schlechten Pflege starben, wurden dieselben fürchterlich mißhandelt. Der jetzt zur Adurtheilung gelangende Fall hatte sich folgendermaßen abgespielt: Die Angeklagte stülpte über ein 1^/, jährige» Kind mehrere Betten und brückte dieselben so fest auf den Mund be» kleinen Kinde», bi» da»- selbe erstickte. Die Geschworenen bejahten nur die Schuldfrage wegen fahrlässiger löbtung unb ba« Gericht verurtheilte die Angeklagte zu ber höchst zulässigen Strafe von 5 Jahren Gefängniß. CHeratur — Die Lehre von der Slectriciät und deren practifche I Verwendung von Ingenieur Th. Schwartze. Mu 153 Abbildungen. PretS 10 Mk. Berlag von I. I Weber in Veipiig. Dietz Buch ist in ber Absicht geschrieben worben, ben neuesten wissenschaftlichen Ergebnissen ber Electriciiätslehre mit Rücksicht aut bie Electrotechnik R chnung zu traaen unb zum Theil eigenen Anschauungen be« Verfasser« Ausdruck zu geben. Der Versoff er ging von der Ansicht au«, daß an Büchern, welche bie Electriciiättzlehre tu der herkömmlich, n Weise behandeln, kein Mangel ist unb daß an der - leit« in ben Anschauungen über ba« Wesen ber Eleciiicttät von Seiten bebeutenber Eleciriker eine Umwälzung anaebabnt wttb, indem ernste Bedenken gegen gewisse übliche $egiiff«bilbungen unb Formeln ber Lehrbücher vielseitig erhoben werben. Der Verfasser stellte sich inöbefonbere auch die Aufgabe, bie Electricitättlehre tut Sinne Faradays in möglichste Ueb-reinftimmung mit ben allgemeinen physikalischen Grundsätzen zu bringen, intern unzweifelhaft in der Natur alle Vorgänge einem einheitlichen, einfachen Gesetz- thum unterliegen. Bet alledem haben die gegenwärtig noch Üblichen Anschauungen im practischen Thetle be« Buche« Berücksichtigung ae- funben, indem durch bie neueren Anschauungen nur bie Begriff«- bllbungen, aber keineswegs bi gebräuchlichen Regeln und Rechnung«- formeln der Electrotechntk beeinfluß werden. — Die rührige (Stuttgarter Berlagsfirma Strecker L Moser, welche schon einige Werke üc»er China au« ber Feder M. v. Brandt« auf ben Markt brachte, künbigl soeben ba« Erscheinen von zwei neuen Büchern an, bie sich eoenfall« mit dem fernen Osten beschäftigen. Da« eine davon führt ben ole.oer heißenden Titel .Cfb« asiatische Wanderungen"'. Der Verfasser, E Oppert, hat nahezu zwanzig Jahre in Ostasien gelebt unb giebt in seinem, dem Oberbürgermeister Dr. I. G. Mönckeberg in Hamburg gewidmeten Buche eine Reihe von Skizzen unb Erzählungen, bie ein allgemeine» Interesse beanfprtidien hülfen. Ta« zweite Werk: „8et>en»erinna- rungen eine» Japaners" in von dem io Tokro lebend«», geborenen Japaner I. Heco geschrieben unb von Oppert ins Deutsche übersetzt. E« schildert bie Entwickelung Japan« vor und nach ber Eröffnung Di« auf bie Neuzeit und dü ft- al« erste« derartige« auf b Kinder de« 19. Jahrhundert«: der Herr ist auferflanben: 1. die Schrift 1 bezeugt c«, 2. die Jünger haben« gesehen, 3. Du mußt e« erfahren • in Deinem Innern. L. TiiMM sollen aus kett Jen ßrden bei tziebcn gehörig Flur 25 fr-1 raubt unb Flur 37 w. ' 0 hmlei ben s gtanfc dasel freiwillig me SieBtn, 16 Großh. Überal suchet 'QUÄKER jSL de In fall ilt Sitl la. $tli( la. Mpsiehll in Bio garonttri rt pn Pfmtd 6 4075 Em äfnit Ws pnnw und bi Mpfichlt Chr. $brai Per ^iege Met’ me' * Nbhv (ft Oen 409p* WMmiNlMM ff. Marmelade Verdingung der Lieferung von 4000 Grenzsteinen für die Elsenbahnneubaustrecke Weidenhausen—Herborn (in 3 Loosen). Verdingungstermin: Donnerstag den 12. Mai 1808, Vormittags 11 Uhr. Auschlag-Zfrift 4 Wocken. Die Angebotsdordrucke und Bedingungen liegen auf unserem Bureau zur Einsicht aus und sind dort oder gegen porto- und bestell« geldfreie Einsendung von 50 Pfg. haar käuflich zu erhalten. 4205 Herborn, den 20. April 1898. K-pigl. Gisenbahnbauabtheilung. lltrfteiorrnii(irn, Mittwoch den 27. 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Guiseppe Tartini. 4. Gesänge für Frauenchor mit Begleitung von zwei Hornern und Pianoforte, op 17 Joh. Brahms. a) Es tönt ein voller Harfenklang, b) Lied von Shakespeare, c) Der Gärtner, d) Gesang auf Fingal. 5. Lieder-Vorträge der Frau Dr. M. Wilhelmj: a) Immer leiser wird mein Schlummer Joh. Brahms. b) Giä la notte, Concert-Canzonetta für Sopranstimme, nach dem 17. J. Haydn’schen Streichquartette .... Paul. Viardot-Garcia. c) Ständchen Rich. Strauss. 6) Solostücke für Violine mit Clavierbegleitung: a) Berceuse B. Godard. b) Zigeunerweisen .............P. Saraeate. 7) Schön Ellen, Ballade von E. Geibel, für Soli und gemischten Chor, op. 24 Max Bruch. Eintrittekartell zu Mk. 1,50 (Sperrsitz Mk. 2,50) sind bei Herrn Ernst Challier (Rudolph’s Nachf.), für Studirende bei Herrn Hausverwalter Stork in der Aula zu ermässigtem Preise zu haben. 4210 T urn verein. GkneralmsiMUlimg am aw“tW0^X Tü®.*’ri*b13-' in der Restauration Mühl ei ß en, Brandgaffe. Tagesordnung: 1) Bericht. 2) Deutsches Turnfest in Hamburg. 3) Verschiedene«. [4221] Der Vorstand. Zahnbürsten ■ Ww Toilette-Seifen 3559 Seltersweg 2. Schwämme. cifämm fliehe ruchsachen Special ilät: Briefpapiere. Specialität: Briefumschläge. für den kaufmännischen Bedarf liejert rasch und billig die .Urühl’sehe Univ.- Druckerei, Bietsch & tfcheyda 7 Schufst rasse 7. Offene Stellen Jhi verl:Nilsen Verschiedenes *** * ... 1*»* »M frl* et*5 w . Vl bnjeW fc»ebmt v (ilynetn lag G für to »ou alli trägem i jederzeit zum 1. gratis gl tue, -Srotzhkrz zurück,kkehn tneh dir Fmfiltttik » dn «usf Nllt Untttfia tv labtt!Qd|i If Mrhheit g]t lisch« üanbi trettll. - der Bon uart Srbncht eQr dir üanbliain hlhtf »•Utrloi BfBtOlUn (Bg ** *Mnill wk einen Ksijechs )ft f| «««int "w morgen 1 . . «Hx. M b« „„ »« •* ‘ie an Ma •‘«ihn ”raantn)t ’ «"IMetae !>» d'rsttz 7^ Iinb J*« r