e »Hi« 'tverein. ert Lbeid« 5 Chr, ie Peri. »ert Schumann, NUer. königliche Kammer. Heller im Stuttgart (So- l M. Ali. Herrn Nicola mm Frankfurt a. M. (Bim, wtta. de- Homburger stader K Eitler. 4T Trantmann. -jer ro ML 2.50 (Sperr- ut CJuLUer Bniolphi er Stork in ermässigtem T-i tari Mk. \ —, ScWw- 191 n I. Februar, a S^albaa. Ir.tar rtistta l*i ?on Alt-Hellas. lende 8 Ühr. ber'scben BuchhanM rsi’.ä'.. _ Giessen? g. g. Majestät des Abends 8 Uhr: ramilit „-Ilt'W*- «t. 21 Zweites Blatt. Mittwoch dm 26. Januar I8»8 Gießener Anzeiger General-Anzeiger Bezugspreis vierteljährlich - 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Bei Postbezug Mark 50 Pfg. ierteljährlich. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermittlungsstellen bei In» und Auslandes nehmen Anzeigen für Den Gießener Anzeiger -ntgcgeu. Erscheint tägNch mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener AamikienbtLtter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelcgt. Amts- und Anzeigeblatt för den Ttreis Gietzen. I Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hietzen. Fernsprecher Nr. 51. Prügeleien zwischen Volksvertreter«. Die Gesetzbücher aller Staaten sehen für Körperverletzungen schwere Strafen vor, und di- Richter ahnden Fälle, in denen Körperverletzungen mit Vorbedacht beigebracht worden, sind, an den Misiethätern gewöhnlich sehr hart. Nur in einem Falle werden Beleidigungen in Wort und That, selbst Angriffe auf Leben und Gesundheit meist nicht verfolgt: wenn sie innerhalb des Sitzungsraumes der Volksvertretungen sich ereignen. Daraus geht aber zur Evidenz hervor, daß die den Abgeordneten durch die Verfassung gewährte Immunität auch ihre Schattenseiten hat, daß sie Gefahren in sich birgt, denen sich der Einzelne gar nicht zu entziehen vermag. Wenn wir früher in Berichten aus amerikanischen Parlamenten lasen, daß dort vielfach der Revolver eine Hauptrolle spielte, daß Drohungen der einzelnen Deputaten gegen- einander an der Tageso dnung seien, dann fühlte sich wohl jeder Europäer hoch erhaben und sagte sich: „Gott, wie danke ich Dir, daß wir nicht sind wie andere Leute!" Aber die Zeiten haben sich geändert. Von Europa aus ist den Amerikanern und anderen Naturvölkern Cultur und Sitte übermittelt worden; untere Pioniere haben ihnen den Weg geebnet zu Wohlstand und Freiheit bis sie ihren eigenen Weg gehen konnten, bis sie sich ihre eigene Cultur gebildet hatten und ihren eigenen Sitten folgten. Dar Wort von den „freien Amerikanern", wie oft mag es nicht der Anlaß gewesen sein zur Auflehnung gegen die gesellschaftliche und gesetzliche Ord- nung in den europäischen Culturstaaten! Es fand dann auch bald ein Rückstrom statt, amerikanische Sitten fanden Eingang bei uns und machten sich übermäßig breit, errangen Beifall und Anhänger. Das ist namentlich in den Parlamenten der europäischen Staaten zum Ausdruck gekommen, wo der Ton immer ungezügelter geworden ist, und Gewohnheiten Platz gegriffen haben, die uns aufs Tiefste beschämen und dringend einer Remedur bedürfen. Gott fei Dank, daß wir in dieser Beziehung vor unserer eigenen Thür den Besen noch nicht wirken zu lasten brauchen und vorläufig noch von anderen Staaten reden dürfen! Die Ereignisse im österreichischen Parlamente sind noch in zu frischer Erinnerung, als daß wir hier näher auf eine Beschreibung der ©eenen eingehen dürften, welche jeder parlamentarischen Sitte Hohn sprechen. Und außerdem sind unsere Sympathien bei den dort an die Wand gedrückten und gemaßregelten Deutschen, welche sich auflehnten gegen die Uebermacht und unter Anwendung aller Mittel ihren Platz beanspruchten an der Sonne, deren erquickende Wärme ihnen entzogen werden sollte. Die Scenen selbst zu billigen, fühlen | wir uns außer Stande, wir können nur begreifen, daß sie vorkommen konnten, und ihnen infolgedeffen mildernde Umstände angedeihen lasten. Doch nicht von den Vorgängen im österreichischen Parlament wollen wir hier sprechen sondern von den Prügeleien, die am Samstag in der Kammer der an der Spitze der Civilisation marschirenden grande nation zu Paris vorgekommen sind. Wir haben schon wiederholt auf die Erregung hiage- wiesen, die sich der Franzosen bemächtigt hat, seitdem die Dreyfus-Affaire von Neuem aufs Tapet gebracht worden ist. Die Verhälln ste liegen heute ganz anders als zur Zeit des Procestes selbst; damals rief ganz Frankreich wie aus einem Munde: „Tod dem Verräther"! Heute aber hat eine große Partei sich gebildet, welche die bisher nur vom Auslande verfochtene Ansicht, daß der Excapitän Dreyfus unschuldig verurtheilt worden sei, zu ihrer eigenen gemacht hat und dieselbe nun mit echt französischer Lebhaftigkeit verficht. Die SamStagSsitzung der französischen Kammer ist von uns schon als eine solche angekündigt worden, welche sehr erregt verlaufen und vielleicht einen Wendepunkt in den politischen Zuständen Frankreichs herbeiführen würde. Daß wir uns in der ersten Beziehung nicht getäuscht haben, lehren die Thatsachen. Der Faustkampf zwischen den Abgeordneten wird voraussichtlich der Anfang viel erregter Scenen fein, und den Schlag, durch welchen Graf Bernis den socialistifchen Abgeordneten JaurSs niederstreckte, giebt vielleicht das Signal zu ernsten Unruhen im Lande. Denn es ist erklärlich, daß die Arbeiter die Sache ihres Deputirten Jaurös zu ihrer eigenen machen werden. Auch in Frankreich stehen Neuwahlen bevor, sobald die jetzige Session beendet ist; die That vom Samstag — mag sie auch in der Erregung des Augenblicks eine Entschuldigung finden — wird eine Wahlparole werden, welche der jetzigen gesellschaftlichen Ordnung in Frankreich zum Verderben gereichen kann. Möchten bei uns niemals solche Zustände einkehren! Das muß der Wunsch aller Vaterlandsfreunde sein. (xx) Deutsches Reich. Berlin, 24. Januar. Die Bu dge tco m m i ssi o u deS Reichstages trat heute in die Berathung deS Etats für das Auswärtige Amt ein. Die Einnahmen wurden bewilligt. Bei den fortdauernden Ausgaben für Besoldungen brachte der Referent Prinz Arenberg bei der Position für Athen die Verhältnisse der griechischen Gläubiger zur Sprache. StaatSsecretär von Bülow erklärte, daß auf Grund der Artikel 2 und 6 deS griechisch-türkischen FriedeuSvertragcs aus drn Verhandlungen der Gesandten mit Griechenland zwei Gesetzentwürfe hervorgegangen sind. Die internationale Courtoifie verpflichte ihn aber, diese Entwürfe noch nicht vorzulegen. Redner hofft, daß die griechische Regierung und Volksvertretung im eigenen Interesse die beiden Gesetzentwürfe annehmen werde, weil ste sonst feint Gelder erhalten werde, ihre Verpflichtungen zu ordnen. Weiterhin wünscht Abgeordneter R chter zu wissen, ob bezüglich Kreta unsere Stellung eine andere geworden sei, und ob eS wahr sei, daß der Kader nach Jerusalem zu reisen beabfichtige, worauf StaatSsecretär v. Bülow erklärt, daß wir an Kreta nur daS Interesse hatten, daß eS nicht zu internationalen Verwicklungen Veranlassung giebt. lieber eine Reise des Kaisers nach Jerusalem set ihm nicht« bekannt. Abg. Bebel griff die deutsche Orientpolitik an, Dr. Hammacher dagegen dankte der Regierung für ihr Verhalten in dieser Angelegeoheit. Bei dem Posten sür Paris wies Abg. Richter auf die Zeitungsnachricht hin, wonach DreyfuS bei seinen früheren Reisen im Elsaß von der deutschen Regierung begünstigt worden sei. Er stelle anheim, ob der StaatSsecretär in dieser Angelegenheit Auskunft zu geben wünsche. StaatSsecretär v. Bülow lehnt solche Auskunft ab, erklärt aber, daß die deutsche Regierung niemals mit dieser Sache zu thun gehabt habe. ES set viel Staub aufgewirbelt worden mir dieser Affaire. Die Beziehungen der französischen Regierung zur deutschen feie» aber dadurch in keiner Weise gestört worden. Bei der Position.für Peking wünscht Referent Prinz Arenberg Auskunft über die Ermordung der Missionare und über die Sühne für jene Schandthateu. StaatSsecretär von Bülow gab folgende amtliche Eiklärung zu Protokoll: Die Verhandlungen mit China wegen Genugthuung sür die an deutschen Missionen in Süd'Schantuvg verübten Unthaten find abgeschlossen und haben zu folgenden Ergebnissen geführt. Der Gouverneur von Schantung ist abgesetzt- sechs von uns bezeichnete Beamte sollen auS der Provinz Schantung versetzt und bestraft werden. Gegen die Attentäter selbst ist daS Strafverfahren im Gange. 2. Für die katholischen Miisionen ist eine Entschädigung von 3000 TaelS zu zahlen. 3. Zur Sühne sollen drei Kirchen errichtet und mit einer kaiserlichen Schutztafel versehen werden. Die chinefischeRegierung verpflichtet sich, fürjjede Kirche 06000 Taels anzuweisen und freie Baufläche zu gewähren. Für sieben sichere Wohnhäuser sür die katholische Mission in der Präfectur Tao-Tschoufon find 24000 TaelS Feuilleton. Ihr erstes Ballkleid. Novellette von H. v. Schandow. (Nachdruck verboten.) „Mütterchen, soll ich denn mein erstes Ballkleid auch in diesem Jahre nichr haben?“ Die zarte Gestalt in dem weiten Lehnstuhl neben dem Fenster neigt fich vorwärts, die marklosen Hände falten fich bittend. Matte Röth? tritt in das blaffe, verzehrte, vom Tode geküßte junge Gesicht. „Zwei Wochen find- noch hin bis zum Ball beim Onkel. Bitte, bitte, laß mich gehen, Mütterchen, ich fühl- mich wirklich ganz kräftig." Und ihre Schwäche besiegend, strebt sie, sich zu erheben. Erschrocken drückt die Mutter fie in den Lehnstuhl zurück. „Bleib' fitzen, Irene, erreg Dich nicht. Gleich muß der Arzt kommen. Ich will ihn fragen —" „Unb ich ihn bitten —,!” Irene neigt fich über die Hyacintheu auf dem Fenster- brett, die melancholisch ihre porzellanblauen Glocken zu schütteln scheinen: „Frag' ihn nicht — bitte ihn nicht —** Unten vor dem Hause hält ein Wagen. Irene fängt an zu zittern, kleine rothe Flämmchen entzünden fich unter ihren Augen. Wie flehend fie den Blick auf die Mutter heftet! < Der Arzt tritt ein. Rauh, unzugänglich erscheint er, gepanzert gegen jede weichere Empfindung, doch in seiner Brust klopft ein Menschenherz. Mit knappem Nicken nimmt er den Bericht entgegen, fühlt feiner Patientin den Puls, blickt ihr messend und prüfend in das abgemagerte Gesicht. Danach ändert er irgend eine Kleinigkeit an dem zuletzt verschriebenen Recept, wünscht in seiner abgerissenen Sprechweise guten Erfolg und empfiehlt fich. Irene har eS nicht gewagt, das Verlangen auszusprechen, da- durch ihr ganzes Wesen fiebert, daS Verlangen, jenes Fest zu besuchen. Ein schluchzender Seufzer steigt auS ihrer kranken Brust empor, vor ihren Blick legen fich Schleier. Sie steht die Sonne nicht mehr, die mit goldenem Licht den blendenden Winterhimmel erleuchtete. Die Mutter hat dem Arzte das Geleit gegeben, jetzt tritt fie ins Zimmer zurück. Ihre Augen glänzen von hastig weggewischten Thränen, die Hände, hält fie fest ineinander geklammert. Irene bemerkt es nicht. Zusammengesuvken fitzt fie da, betrübt, hoffvungSarm. Da streifen der Mutter Lippen ihre Stirn. „Mein Kind, Dein Wunsch soll erfüllt werden, Du wirst Dein erstes Ballkleid haben, — bald — sehr bald —" Ein helllvnender Freudenschrei. Die leicht umflorte Stimme Irenes klingt filbern: „Mein erstes Ballkleid! Mutter, Mutter, wie glücklich ich bin! — Und ich darf zu des Onkels Fest gehen? Darf tanzen? Mtch freuen?" Die alte Frau nickt. Strenger, durchdringender duften die Hhactnthen. „O Mutter, jetzt bin ich gesund! Warum habt Ihr mich auch so lange eingesperrt gehalten? GS hat mich krank ge- macht! Das allein!" Und ein trügerischer Schimmer von Gesundheit breitet fich über die durchfichtigen Züge auS. Blut füllt die bleichen Lippen, die nun schwatzen und lachen, so froh, so heiter! „Unb nicht wahr, Mütterchen, heut noch fährst Du iu die Stadt und holst mir den Stoff zu meinem Kleid, zu meinem Ballkleid! Gott, wie da- klingt! Mathilde und Thekla und Elli, fie alle haben schon seit Jahren ihre ersten Tanzschuhe vertreten, und ich habe noch niemals einen Ball besucht. Aber nun hol ich das Versäumte nach! Nun bin ich ja gesund V* Ihre Hand berührt liebkosend die Hyaeinthen. „Ob ich roth nehme zu meinem ersten Ballkleid, rosenrothk Oder blau, Mütterchen, da« Du so liebst sür mich?" „Wähle blau, mein Kind, wähle blau." „Ltla ist auch schön, oder gclb, wie die goldenen Narcissen —" „Ich werde lila tragen, Herz —" Irene thut einen tiefen Athemzug. „ES ist ja noch Zeit bis zur Entscheidung, Mütterchen. Jetzt werden wir erst zu Mittag essen und dann leg ich mich nieder. Ach, wie gut ich heute schlafen werde! Und wenn ich wieder wach bin, dann sag ich- Dir, welche Farbe ich tragen will auf meinem ersten Ball." In der vierten Stunde richtete fich Irene auf vom Ruhebett mit seltsam flackernden Blicken. „Mutter", ruft fie, „Mutter!" Und fich an der alten Frau Schulter lehnend, erzählt sie ihr mit geheimnißvollem Flüstern den wunderschönen Traum, welcher soeben an ihr vorübergeflogen sei. Einen großen, Hellen Saal mit breiten Spiegeln habe sie gesehen, und in jedem dieser Spiegel sich selber im schneeweiße« Kleid und Gürtel, einen Kranz von weißen Rosen im Haar! Viele Menschen seien auf fie zugetreten. — Irene versteckte ihr Gesichtchen an der Mutter Brust, „auch Bekannte —! Und plötzlich errötheten meine weißen Blumen, immer tiefer, immer dunkler, — herrliche rothe Rosen wurden's. — Ach, Mütterchen, ich möchte wohl ein Kleid haben, ganz weiß, wie frischgefallener Schnee, und weiße Rosen dazu--" Die Mutter wendet fich ab. „Wie Du willst, Liebling." Durch ihren Sinn geht das Wort des Arztes, der unter einem selsarnen Aufblicken seiner finsteren Augen z» ihr gesagt hat: „Schlagen Sie ihr nichts mehr ab, gar nichts mehr." Die Glieder zittern der alten Frau, als fie fich zum Aufbruch rüstet. In fieberhafter Ungeduld bleibt Irene zurück. Sie späht angewiesen. 4. Zam Schutz unserer Missionen wird ein besonderes kaiserliche« Edict veröffentlicht werden. Bei der weiteren D'batte stellt Abg. Richter verschiedene Fragen wegen der Betheiligung Deutschlands an der Intervention im javanisch-chinesischen Kriege im Jahre 1895 und bezüglich der Besetzung von Kiao-Tschau. StaatSsecretär v. Bülow will erst betreffs der letzteren Frage die Berichte aus Peking abwarten. Unterhandlungen fänden noch weiter statt. Im Jahre 1895 seien Deutschland keine Versprechungen gemacht worden. Er betont sodann noch, daß die Kiao Tschau Bucht den Vorzug habe, daß ste weder den russischen noch französischen Interessensphären zu nahe liege und verliest dann ein längere- Gutachten vom Sommer 1897 über die Ktao-Tschau-Bucht. Auf wettere Anfrage erklärt noch der StaatSsecretär, daß au der Intervention von 1896 Deutschland Verbindlichkeiten nicht übernommen habe. Ob Prinz Heinrich verschiedene Höfe besuchen werde, daS hänge von Umständen ab. Ferner sei er (von Bülow) nicht im Zweifel, daß der Reichskanzler die Verantwortung für die in Kiel gehaltenen Reden übernimmt. Betreff- der Kostenfrage für die Kiao-TschaU'Angelegevheit werde sich der ReichSschatzsecretär morgen äußern. Die bezüglichen AuSgabentitel werden bewilligt. Bei dem Titel Wien wurde die Sitzung auf Mittwoch vertagt. Duisburg, 24. Januar. Die hier tagende Getreidebörse ist heute Mittag aufgehoben worden, weil der Schnell« zug Berlin Köln, in welchem sich mehrere hiesige Getreide- Händler befanden, heute vormittag bet Herne entgleist ist. BreSlau, 24. Januar. Der „BreSl. Gen.-Anz." berichtet: Gestern verunglückten bei einer Ruderpartie auf der Oder drei junge Leute, indem das Boot von dem herrschenden starken Winde zum Kentern gebracht wurde. Alle drei Insassen des Bootes, darunter ein Mitglied eines Berliner RuderveretnS, ertranken. Ausland. Wien, 24. Januar. Infolge des Beschlusses der Professoren der beiden deutschen Hochschulen in Prag, die Vorlesungen vorläufig zu tnhibtren, sandte die Regierung den SectionSchef Dr. v. Hertel auS dem Unterrichtsministerium nach Prag, um diese Angelegenheit zu untersuchen. Prag, 24. Januar. Die deutschen Abgeordneten find heute im Landtag erschienen, ohne die erwartete Erklärung betreffend ihren Austritt abzugeben. Wie verlautet, wollen dieselben erst tu einer heute Abend stattfindendeu Eoo.ferenz hierüber Beschluß soffen. Budapest, 23. Januar. In einem Artikel über die Vorgänge in Serbien sagt der „Pester Lloyd": Unsere Monarchie hat an der Rückkehr deS König» Milan nach Belgrad keinen Theil. Die Besorguiß, daß daS Verweilen MtlauS in Serbien unsere Monarchie zu einer Intervention zwingen könnte, besteht bei uns zu Lande nicht, und wenn Petersburger Telegramme auswärtiger Blätter eine derartige Befürchtung zum Ausdruck bringen, fo rechnen sie nicht mit der wiederholt auf das Nachdrücklichste kundgegebenen Absicht unserer gemeinsamen Regierung, sich in die internen Angelegenheiten der Staaten der Balkanhalbinsel nicht einzumischeu. Ist die Monarchie ohne Zweifel stark genug zu einer Intervention, die ihr durch ihre LrbenSinteressen etwa aufgezwungeu werden sollte, so ist sie es um so mehr, eine Intervention abzulehnen, die sie nicht sucht, die sie nicht will und gegen die sie sich sträubt. — Bezüglich der Rückberufung der emi- grirtcn Offiziere heißt eS in dem Artikel: Man mag die Rückberufung von dem Standpunkt der militärischen Disc-pltu auS als nicht besonders angenehm hinstellen, aber die Folgerung, daß die bulgarische Armee dadurch ruffificirt und zur Avantgarde deS russischen Heeres auf der Balkanhalbinsel gemacht werde, geht zu wett. Bei dem festen Willen, ein gemeinsames Einvernehmen mit Rußland loyal zu Pflegen, halten wir Divergenzen mit Rußland wegen dieser Affaire für vollständig ausgeschlossen. DaS gute Verhältniß zwischen der Monarchie und Rußland ist auS so tiefernsten Erwägungen hervorgegangen, daß keine ZeitungScampagne stark genug ist, den festen Willen der beiderseitigen Souveräne und Staatsmänner zur Aufrechterhaltung de- Einvernehmens im Geringsten zu erschüttern. Athen, 24. Januar. In einer Unterredung hat der Kronprinz den Ministerpräfidenten Ralli heftig angegriffen, indem er sagte, daß Ralli, als der Kronprinz fich in Lartffa befand, ihn gedrängt habe, die Stadt zu verlassen, um eine vollständige Niederlage der griechischen Armee zu vermeiden. Uebtr diese Anschuldigungen befragt, erklärte Ralli, daß er im Augenblick auf die Sache nicht eingehen könne. Algier, 23. Januar. Gestern Abend sand hier eine antisemitische Versammlung statt, an welcher etwa in die stille, eingeschneite Straße hinaus, als könne das Wunder geschehen und die Mutter schon nach zehn Minuten zurückkehren mit dem Ballkleid, dem ersten Ballkleid-- Endlich lehnt ste fich zurück und schließt die Augen, heiteren Phantasten dahingegeben. Sie steht die hohe schlanke Gestalt eines Mannes. Braune, lachende Augen mit einem Goldschimmer darin, heften sich auf ihr Gesicht, und bittend sagt eine tiefe Stimme: /^ber im nächsten Winter, Fräulein Irene, da werden Sie gewiß tanzen? Und dann bekomm ich den ersten Walzer, und den zweiten und den dritten, und den Eotillon. — Und ich gebe Ihnen den allerschönsten Strauß, und Sie mir vielleicht einen kleinen, ganz kleinen Orden —" Irene seufzt vor Glück. — DaS soll nun alles, alle» Wahrheit werden! Auf dem Feste des Onkels muß er ja sein, des berühmten Astronomen Assistent und rechte Hand-- Astronom zu fein, welch schöner Beruf! Immer nach Sternen schauen, dem lieben Gott und seinen Wundern näher fein, alS andere Menschen. (Schluß folgt.) 6000 Personen Theil nahmen. ES wurden heftige Reden gehalten. Die Versammlung nahm mehrere Tagesordnungen an, in welchen sie sich energisch gegen die höheren Verwaltungsbehörden aussprach und eine Vereinigung aller Algerier beschloß, um die Juden bei den nächsten Wahlen auSzumerzen. Während der antisemitischen Versammlung zogen etwa 300 mit Stöcken bewaffnete Juden auf daS Gebäude zu, in welchem dieselbe stattfand, würden aber zurückgedrängt und auseinandergetrieben, ehe sie mit den Theilnehmern an der Versammlung handgemein wurden,- zwei Gäste, welche fich auf der Terrasse eines CaföS befanden, wurden verletzt. Nach der Versammlung steckten etwa 500 Antisemiten zwei KioSks auf dem Regierungsplatze in Brand und plünderten mehrere Magazine. Die Truppen schritten ein und nahmen etwa 40 Verhaftungen vor. Zahlreiche Polizisten wurden verwundet. Im Laufe deS Abends kam es vor den Läden einiger jüdischen Kaufleute zu Kundgebungen. Truppen- abtheilungen hielten die Straßen besetzt. Um 2 Uhr früh war die Ordnung wieder hergestellt. Cocalts uttfc prwhtjitat». Wietze», de« 25. Januar. ** Kirchenbuch für die hessische Landeskirche. AuS Darmstadt wird berichtet: Auf den 19. Januar hatte das Großh. Oberconfiftorinm eine Anzahl von Vertrauensmännern zu einer Besprechung hierher eingeladen, welche die Ausarbeitung eines Kirchenbuchs für die hessische Landeskirche zum Gegenstand hatte. ist dabei", hieß eS in dem Einladungsschreiben, „nicht an eine ktrchen- reglmentllch vorzuschreibende GotteSdienst-Ordnung, sondern vielmehr an reichliche, auf wissenschaftlicher Grundlage, mit Benutzung der liturgischen Schätze der Vergangenheit und mit Berücksichtigung der confessionellen Verhältnisse der Landeskirche gearbeitete Materialien für den Gottesdienst und die kirchlichen Handlungen gedacht." Die stattgrhabte Besprechung hat zu dem erfreulichsten Resultate geführt. ES wurde eine Commission gebildet, welche unter dem Vorsitz des Herrn Geh. KirchenrathS D. Köstlin in Gießen und in Verbindung mit dem Oberconfistorium da- wichtige Werk der Ausarbeitung eines Kirchenbuchs In dem vorbezeichneten Sinne auf sich nehmen wird. Dabei ist in- Auge gefaßt, daß die Com- mijsionS-Mitglleder, unter welche die Arbeit vertheilt wird, mit Genehmigung des OberconfistorlumS weitere Mitarbeiter zu Hilfe nehmen. DaS Oberconfistorium hatte auf eine Interpellation in der vorigen Synode im Herbst 1893 die Ausarbeitung eines Kirchenbuchs zwar nicht für die allernächste Zelt, aber doch für bald in Aussicht gestellt. Was damals in Aussicht gestellt wurde, kann nun geschehen, und die Hände, in die die Arbeit gelegt ist, verbürgen gutes Gelingen. •• Ueber die Behandlung „unbestellbarer" Packele hat das RelchS-Postamt jetzt eine neue Bestimmung erlassen, welche wie folgt lautet: „Etwaigen Anträgen der Adressaten auf nachträgliche Aushändigung ober Nachsendung bereits unbestellbar gemeldeter Packrte mit oder ohne Nachnahme ist nicht zu entsprechen. Sobald eine Unbestellbarkeits-Meldung abgesandt ist, hat die BestiwmungS-Postanstalt deS PacketS lediglich die Benachrichtigung der Aufgabe-Postanstalt darüber abzuwarten, ob und welche Bestimmung der Absender auf Grund der UnbestellbarkeitS-Meldung getroffen hat. Lautet die Nachricht dahin, daß der Absender die Meldung wegen der Sendung nicht beantwortet hat, so ist daS Packet nach dem Aufgabeort zurückzusenden." ** Fürsorge für die Epileptischen iu Hessen. Am 17. Januar ist der hessische Ausschuß der südwestdeutschen Conferenz für innere Mission resp. die von demselben erwählte Commission zur Fürsorge für die Epileptischen in Hessen auf einer Versammlung in Frankfurt a. M. mit dem Plan vor die Oeffentlichkeit getreten, für die jugendlichen Epileptischen in Hessen eine Heil- und Pflegeanstalt errichten zu wollen. Mit der lebhaftesten Zustimmung wurde dieser Plan von den zur Berathung etngeladenen Vertretern der hessischen Staats- und Kirchenbehörden, Städten und Anstalten begrüßt - sagte doch einer der Herren, KreiSrath Braun-Lauterbach, weite Kreise betrachteten dieses Vorgehen als eine erlösende That - hier werde eine Lücke geschlossen, die Viele empfunden hätten. Und unverzüglich müsse man an- Werk gehen. — Freilich kann die Anstalt nicht sofort eröffnet werden, denn bis jetzt hat die Commission noch kein paffendes Grundstück (damit berichtigt fich die durch die Blätter gegangene Notiz von der Wahl Nieder-Ramstadts) zur Errichtung der Anstalt gesunden. Wohl hatte man 1896 ein Anwesen bei Nieder- Ramstadt in« Auge gefaßt aber jetzt erscheint die Lage der Anstalt näher bei Darmstadt wünschenSwerth. Dagegen soll schon jetzt damit angefangen werden, für daS gedachte Unter- nehmen noch mehr Freunde zu gewinnen und um thatkiästige Unterstützung zu bitten. Wer daS Elend der armen Epileptischen au« eigener Anschauung kennt, wird bei etwas Mitgefühl gerne zum Gelingen eine« Werkes der Barmherzigkeit in nuferem Hessenlande beitragen. •• Die Senttalstelle für die Gewerbe veröffentlicht in einem AnSschreiben an die Vorstände der OrtSgewerbeverelne die mitgetheilten Befchlüffe der am 16. Januar in Darmstadt ftattgtfunbenen Delegirten-Verfammlung der hessischen Inn- ungen und beruflichen Vereine. Hieran knüpft die Centralstelle folgende Bemerkungen: Von einer Widerlegung vorstehender Ausführungen glauben wir absehen zu können und überlassen eS den Mitgliedern der Gewerbe- Vereine, insbesondere den Handwerksmeistern, in dieser Sache selbst zu urtheilen, benutzen jedoch diese Veranlassung, um wiederholt die Vorstände der Gewerbevereine darauf aufmerksam zu machen, ihren Handwerkermitgliedern daS Wahlrecht zu der Handwerkskammer zu sichern, also dafür Sorge zu tragen, daß jeder Gewerbev-rein über die Hälfte seiner Mitglieder auS Handwerkern bestehe, damit bei der Wahl zur Handwerkskammer recht zahlreiche Stimmenabgabe erfolge und die Kammer zu einer möglichst vollständigen Vertretung des eigentlichen Handwerks fich gestalte. Da nach dem Reichsgesetze die Handwerker der Gewerbeveretne ebenfalls berufen find, an den Wahlen der Handwerkskammer theil zu nehmen, so gilt eS für diese auch bei der Thätigkeit der Kammern Einfluß zu gewinnen, insbesondere in den wichtigen Fragen des LehrlingSwefenS und der Fachbildung. Durch Errichtung von Handwerker- und Fachschulen, überhaupt auf dem Gebiete deS LehrlingSwefenS haben fich die Gewerbe- Vereine um die Ausbildung des Handwerkerstandes verdient gewacht- angefichrs der durch daS Reichsgesetz erhöhten Bedeutung der verschiedenen gewerblichen Bereinigungen sollten da, wo solche fehlen, nach Bedarf neue gegründet werden, und da wo Gewerbevereine bestehen, diejenigen Handwerker, welche den Bestrebungen derselben bisher thellnahmSlo« gegenüberstanden, zur Betheiligung am Vereinsleben herangezogen werden. Dem Interesse deS Handwerkerstandes dient eS, wenn auch die Gewerbevereine nach dieser Richtung ihre werbende Kraft bethStigen, um die zahlreich vereinzelt dastehenden Handwerker an die Erfüllung ihrer Pflichten gegenüber dem gesammten Handwerkerstände zu erinnern und ihnen durch den Beitritt zu den Vereinen die Ausübung ihrer gesetzlichen Rechte bei der Organisation deS Handwerks zu ermöglichen. Bezüglich der Vorträge in den OrtSverelnen können wir den BerelnSvorständen nur wiederholt empfehlen, die Gewerbetreibenden in den benachbarten Gemeinden, sowie die Mitglieder der Nachbar-Vereine zu den VereinS-Vorträgen einzuladen, da in einer Reihe von Fallen die Ortsgewerbe- vereine durch diese Maßnahme eine wesentliche Kräftigung erfahren haben. *• In der Frage einer Reform der Personen- und Gepäck- tarife auf den preußischen Staatsbahnen, hat der CentralauSschuß Berliner kaufmännischer, gewerblicher und industrieller Vereine dem Minister Thielen eine ausführliche Petition eingereicht, in der als Ergebniß vielfacher und sorgfältiger Berathungen folgende Anträge zur Berücksichtigung vorgeschlagen werden: 1. Vereinfachung deS Tarife- durch Beseittgung der Rückfahrtkarten, Rundreisekarten, Sommerkarten, Badekarten, Rückfahrtanschlußkarten, also sämmtlicher Vergnügungstarife mit Ausnahme der Kinderkarten und der für den Orts- und Vorortverkehr der großen Städte bestehenden ober noch zu schaffenden Tarife. Alles dies unter der Voraussetzung, daß dafür durch Verbilligung des allgemeinen Tarife» ein Ausgleich geschaffen werde. 2. Einführung eine» Tarife- von 6, 4, 2%’unb 1*/, Pfg- daS Kilometer in den jetzt bestehenden vier Wagenklaffen. 3. Fortfall der Schnellzugszuschläge. 4. Fortfall der Platzgebühr für die v Züge. 5. Aufhebung der Freigepäcks-Bergünftt« gung unter gleichzeitiger Normirung folgender Tarifsätze für Reisegepäck: Bei Entfernung bi- zu 100 Kilometer einschließ' lich 50 Pfennig für Gepäckstücke bi» zum Gewicht von 50 Kilogramm, 1 Mk. bei solchen über 50 Kilogramm- bei Entfernungen über 100 Kilometer 1 Mk. bezw. 2 Mk. ** Denkmal für Philipp den Großwüthigeu. AuS Gaffel wird der „D. Ztg." geschrieben: Der endgültige Spruch des Preisgerichts in Sachen des hier zu errichtenden Denkmals für Landgraf Philipp den Großmüthigen wird in Kürze gefällt werden müffen. Die Frist, bis zu welcher die Entwürfe für ein Philipps - Denkmal hier ein- gereicht werden mußten, ist abgelaufen und in der nächsten Woche wird voraussichtlich die Ausstellung der Entwürfe stattfinden. DaS große Comitee für daS Denkmal hatte dem geschäftsführenben Ausschuß in Bezug auf den Erlaß de« Preisausschreibens freie Hand gelassen. Der Ausschuß Hot nun geglaubt, mit Rücksicht auf die beschränkten Geldmittel vom Ausschreiben einer allgemeinen Concurrenz abzusehen und sich auf Veranstaltung eines engeren Wettbewerbes beschränken zu sollen. An diesem haben fich fünf Künstler betheiligt und zwar die Herren Professor Jaensch, Bildhauer Ludwig Sauer, Bildhauer Kür le, sämmtlich in Berlin- Roß iu Charlottenburg und Everding in Cassel. •• Die Wetterfeage ist ja bei dem milden Winter ein naheliegendes Thema. Besonders häufig behandelt wird die Frage, ob die seit längerer Zeit beobachteten warmen Winter auch fernerhin sich einstellen werden. Professor Brückner in Bern hat fich nun sehr eingehend damit befaßt, inwieweit daS heutige Klima unveränderlich ist. In dem Zeiträume vom Jahre 1000 an konnte dieser Forscher nicht weniger als 25 vieljährige Temperaturschwankungen nachweisen, die unS abwechselnde Wärme- und Kälteperioden brachten, welche auch mit gewissen Schwankungen im Verkehrsleben der Menschen verbunden waren. Maurer - Berlin hat kürzlich in der „Meteor. Zeitschr." diesen Gegenstand wieder aufgenommen und aus bis zum Jahre 1720 zurückreichenden Temperaturbeodachtungen den Schluß gezogen, daß warme Sommer von milden Wintern begleitet stad, kühle Sommer dagegen von strengen Wintern. Er macht e» wahrscheinlich, daß mit Anfang des neuen Jahrhunderts fich wiederum eine Wärmeperiode einstellen wird, die neben sehr milden Wintern auch eine Reihe sehr warmer Sommer bedingt. △ Vom Laude, 23. Januar. Welch rauher Geselle der Frost ist, hat er in den letzten Tagen bewiesen. Diesmal lieh er voll Zorn die Bäume seine heimliche aber um so empfindlichere Gewalt fühlen. Er behängte sie mit Reif und Glatteis so massenhaft, daß dieselben unter der schaurig kalten Last zusammenbrachen ober ganz umfielen. Tannen von bedeutender Stärke find in der Mitte abgebrochen. Viele Bäume haben ihre stärksten Aeste verloren, andere find ihrer Krone beraubt. Unter den Pappelalleeen liegen die abgebrochenen Aeste in Menge. Obstbaumstücke haben durch den Frost mchr Aeste verloren, als durch einen heftigen Gewitter- sturm. Die Holzmacher, die ihre Arbeit soweit beendet hatten, finden nun wieder erneute reiche Beschäftigung. A Großen vnfeck, 24. Januar. Am Sonntag Abend fand hier im „Kühlen Grund" dar 7. Stiftungsfest bei Männergesangvereins „Eintracht" statt. Ein außerordentlich reichhaltige» Programm musikalischen und theatralischen Inhalt» sorgte für angenehme Unterhaltung deS überaus 6tnWl b" »«iS? *5 [J^‘% *> ^“Ä'S "flta , ‘«‘tat * Ä'??“ ‘tauljtg «„.'•«‘in, ‘i< ^«1«, 6a,le"!«6ti tel"" 4 »i<Ä'“tat **«i? ??,7' *• | ihrer bQ, iS**; ■iS®ä ihm».?*“' l°ta! -^"°h°k°.hat bet etenbüd)« unb W8dnt -lllfühMr )n,B Dklfattt unb s»r°, V I« StTÜiitdjtimfl ter töTlftl durch «nrfetatfD/ @omBer, ar«o, also sämtlicher ' Lmbnkmcn unb brr t» zrohru tzAtr dr- mh- Mtl bitl unter ^irbiQtgung bei attgt» m werbt. 2. Tinfilh. &b bai Kilo- L-zruklafieu. 3. Fort« fatfall der Platzgebühr t Krelgepäcki LergWi- fclgtnber LaWtze für 100 Shlometei eiufchlieh' i-m ötxtdjtDon 50 Rilo 9 ftdcgrawm; bei Snb L btji. 2 Mk. 8nl Löffel ttigültigr Spruch dcS 2 mtj)t!ubro Deak« tn 9xo^mWgtu tu. Der M, dli -u ;pl-ltn!«ol hier etn< ttn unb in der nächsten Jhelang der Sutwüij: ttf Dakwal hatte de« ag auf den Lrlaß de» 'tu. Der Suiichuh Hal trfdjjöntten Geldmittel i Lonwrmz abznsehea 6ertn Vetlbewerbri jibtn sich N Wkr ckfior Zaeosch, M- t Sürle, sämmllich tn b -verding in Laffel. >(B milden Linker ein . behandelt wird d>e '-Lreten warmen Sinker Proseffor Lrü-k»er UBu besaht, inwieweit ,6 3a lern Marsch« nM -Inngta nachwetsen, »erud« brachten, welch Zerkehriltben der ,*££**& 6 Äue.«™« :,t *’?A wubtt«® ffw?-“’*"" ,n kW1 lll1, „Kt u® l; sE *«* ts .««, a,el" üt M» -----° . tut<» «« >.»*•£ ttt®1*" 4 ,i<= lu IW* zahlreich erschienenen Publikum». Insbesondere zeugten die Vorträge de» GeburtStagSk-nde» von hervorragendem musika« ltschem Verstandnih und Elfer für die Sache. Der Vorsitzende des Verein», Herr Pfeffer, begrüßte in kernigen Worten die Gäste und prie» den Werth de» deutschen G - sauge» in ethischer und patriotischer Hinsicht- Sein Hoch galt dem deutschen Gesang. Da- Ehrenmitglied des verein», Herr Pfarrer Deichert, antwortete im Namen der Gäste und forderte den Verein auf, in rechter deutscher Weise weiterzuarbeiten an der schönen und bedeutungsvollen Auf« gäbe. Nach Erledigung des Programms hielt Gesang und Tanz die Festgeaoffrn fröhlich zusammen bi» zur frühen Stunde. Allen Thetlnehmern wird e» tn angenehmer Er« inmrung bleiben, daß deutscher Sang in unseren hessischen Landgemeinden eine gute Stätte hat. n Ruppertenrod, 25. Januar. Sind anonyme Schreiben allgemein verachtungswürdig und Waffen der Feigheit, womit Neid und Haß kämpfen, so find solche noch abscheulicher, wenn dazu der Namen eine - Dritten mißbraucht wird. So wurde kürzlich der Name eine- htefigeu Kaufmanns tn einem anonymen Schretben mißbraucht, das einen htefigen Straßenwart bet seiner vorgesetzten Behörde zu verdächtigen suchte. Die betr. Behörde, bei welcher da» Schreiben ein» gelaufen war, wandte fich behufs Aufklärung an den unterschobenen Absender. Hierbei stellte fich dann sofort die grobe Fälschung heraus. Hoffentlich gelingt es der eingeleiteten gerichtlichen Untersuchung, den oder die Urheber de» in Frage stehenden Briefes zu überführen. n. Boa der Ridda, 23. Januar. Wie nicht ander» zu erwarten, hat das seither herrschende nebelige Wetter viele Erkrankungen der AthmungSorgaue in unserer Gegend zur Folge gehabt. Die D phtherie tritt auch wieder auf, glücklicherweise aber noch sehr vereinzelt. — Die Entschädigungen für die während der Kaisermanöver im vorigen Herbst bet unS entstandenen Flurschäden find jetzt zur Auszahlung gelangt. Es verdient erwähnt zu werden, daß die Militärbehörden jede zu ihrer Kenntniß gelangte, von Setten der Soldaten begangene Unregelmäßigkeit nach Feststellung des Sachverhalt» sofort prompt erledigten. Jede» entwendete Scheit Holz, jeder zum Lager geholte Bausch Stroh wurde vergütet. Einsender diese» kennt einen Land- wirth, der z. B. eine Entschädigungssumme von 100 Mark erhielt für Gersteustroh, das ihm Soldaten eines Ab:ndS, als fie noch kein Lagerstroh hatten, au» einem Schuppen holten. Rieder-Weisel, 22. Januar. Vorige Woche starb hier eine wegen ihrer besonderen körperlichen Beschaffenheit hier und tn der Umgepeab bekannte Persönlichkeit. ES war die» die im Jahre 1818 geborene, beinahe 80jährige Margarethe Winter, welche bei ihrem Verwandren, Herrn Schmied Richter, lebte. Die Betreffende wurde ohne Hände und Füße geboren und war dabei da» Staunen-werlhe, daß fie trotzdem alle Hausarbeiten verrichten konnte. Statt Hände hatte sie nur ein Gelenk an den Armen und hiermit konnte fie die feinsten Nähereien Herstellen. So stickte fie beispielsweise auf die tn hiesiger Gegend zur Nationaltracht gehörenden Hauben die feinsten Blumen. In früheren Jahren wurden ihr vor- theilhafte Anträge gestellt, um fie der großen Welt zu zeigen, aber fie hat solche stet» abgelehat. Noch bewerkeuSwerth ist, daß fie auch Vegetarianerin war, fie hat noch nie Fleisch und Fleischbrühe genoffen. Wegen ihrer guten Eigenschaften war fie bei Jung und Alt beliebt und eine große Anzahl Ver- waudter und Bekannter gaben ihr da» letzte Geleite. Mainz. 24. Januar. Herr Carl Michel, der frühere Mttinhaber der Mainzer Lederwerke, ist heute Morgen,69 Jahre alt, gestorben. A Mainz. 24. Januar. In Sachen der E n t f est i g u n g Kastel» wird unS witgethetle, daß der Anlaß zu den neuerdings zwischen dem Kr>egömtntsterium in Berkin und der hiesigen Bürgermeisterei wegen Erwerbung drS frei werdenden FrstungSgeländeS wieder aufgenommenen Verhandlungen dadurch gegeben wurde, daß wiederum ein Finanzconfortium mit einer Kaufofferte an den MilitärfiScuS heravgetreten ist. Das Consortium, welches au» Kölner und Frankfurter Capi« talisten besteht, soll eine Million mehr für da» Gelände geboten haben, alS die Stäbe Mainz und Kastel. Da man Seitens de» MilitärfisciS seiner Zeit Mainz und Kastel da» Vorkaufsrecht eingeräumt hatte, fo wurde die hiesige Bürgermeisterei von dem Anerbieten des erwähnten Consortiums verständigt, waS zu der neulichen Audienz des hiefigen Oberbürgermeister» bet dem Kriegsministerium führte. Unterhändler für daS Finanzconsortium war ein hiesiger Herr, der zufälliger Weise tn Berlin mit dem hiefigen Oberbürgermeister zusammentraf. Bingen a. Rh., 20. Januar. DaS Rheinische Technikum, eine unter städtischer Ausficht stehende Lehranstalt sür Maschinenbau und Electrotechnik, wurde im laufenden Halbjahre, dem ersten seit Bestehen der Anstalt, von 143 Tech nikern besucht. Da die alten Unterrichtsräume eine viel größere Schülerzahl nicht mehr zu fassen vermögen, so hat die Stadt bereit» mit dem Neubau eines TechntkumSgebäudeS begonnen. Der technische Leiter der Anstalt ist der im Lehrfache bekannte Regierungsbaumeister Hoepke. Zwei Wünsche. i. ♦* Man schreibt uns: In einer Zeit, die „im Zeichen des Verkehrs steht", in der die gesummte Bevölkerung nach Lerb'sserunqen, Vere.ifachungen und Erleichterungen des Verkehrs lechzt, ertönt mächtiger denn je zuvor die Forderung, den Wünschen der Bevölkerung ein williges und geneigtes Ohr zu leihen. Wohl werden bei bin beiden größten Verkehrsanstalten, Bahn und Post, Neuerungen geschaffen; aber gar viele bleiben noch der fernen Zukunft vorbehalten. Mit Einführung der Karlenbriefe hat sich die Postver- valtung überall nur Dank verdient. Noch größeren Dankes dürste sie fich seitens des Publikums als auch ihrer eignen Postbeamten erfreuen, wenn sie die Bestellgelder, die beim Ueberbringen von Werth« und Geldsendungen, Packeten und für Zeitungen gezahlt werden müssen, beseitigte. Warum werden fie überhaupt erhoben? Die große Mehrheit des deutschen Volkes betrachtet sie als ein Trinkgeld, das die Post für ihre Postboten erhebt oder sie denkt sogar, dies Trinkgeld stecke der Postbote einfach ein. Die Wenigsten wissen, daß die Postbeamten sämmtliche Bestellgelder bei einem Pfennig an die Postanstalten abliefern müssen, und daß mit den wenigen Pfennigen noch viele Arbeiten, Schreibereien und Rechnungen verbunden sind. Wenn der Post mit Rücksicht auf ihr Einnahmebudget ein Verzicht auf diese Bestellgelder unmöglich erscheint, so kann sie ja den durchschnittlichen Betrag derselben zum bestehenden Portosatz schlagen, wie solches ja in ähnlicher Weise geschieht, wenn man eine Postsendung „ganz frei" abfchickt. Nun dient wohl die Ausrede zur Entschuldigung, daß man das Bestellgeld jederzeit voraus beim Porto mitbezahlen kann. Ja, wenn das Vergessen nicht wäre! Taufende von Gegenständen und Geldsendungen werden francirt, damit sie ihren Bestimmungsort portofrei erreichen. Nur zu spät fällt es dem Absender ein, daß er zu feinem eigenen Verdrusse das Bestellgeld vergessen. Eine Menge Gegenstände, die als Geschenke an ihren Empfänger gelangen, würden viel freudiger begrüßt, wenn nicht der aufmerksame Absender so unaufmerksam gewesen und das Bestellgeld bei der Francatur vergessen hätte. Woher sollen Rechner und Beamte, denen keine Pauschalsumme für Porto vergütet wird, das Bestellgeld nehmen, wenn ihnen in ihrem Amt, das nur francirte Sendungen an nimmt, der Betrag dafür aus Vergeßlichkeit fast regelmäßig fehlt. Denken wir uns folgendes Beispiel: Ein Verein erhält von seinen 2000 Mitgliedern, die an verschiedenen Orten des Landes wohnen, die Jahresbeiträge mit je 2 Mk. francirt zugesandt. Obwohl der Rechner immer und immer wieder auf das Bestellgeld hinweist, wird es doch von vielen Mitgliedern gewohnheitsmäßig versäumt. Was soll er nun thun? Soll er sich 5 Pfg. nachsenden lassen, oder sie dem Verein als Ausgabe berechnen oder sie in seiner eigenen Tasche suchen? Jede Maßregel, die er hier ergreift, verursacht Schaden. Schon mancher Proceß, der Zweideutigkeiten über die Verpflichtung zum Bezahlen des Bestellgeldes seine Entstehung verdankt, wäre vermieden, wenn das Bestellgeld in seiner jetzigen Form nicht existirte. Als wahrhaft ungeheuer muß es bezeichnet werden, daß Jemand für Uebersendung von 5 Pfg. Bestellgeld, die er abzusenden versäumte, 25 Pfg. Porto zahlen muß. Alle diese Unannehmlichkeiten würden vermieden, wenn das Bestellgeld, das nur doppelte Arbeit verursacht, in der gegenwärtigen Form abgeschafft und der Post selbst dadurch keine kleine Arbeit erspart würde. II . Durch Einführung der mitteleuropäischen Zeit hat die Bahn eine gewisse Gleichmäßigkeit in ihrer Zeit erhalten. Eine bedeutende Erleichterung, sowohl für die Bahnbeamten, als auch für das reifende Publikum, sowie für die ganze Einwohnerschaft Deutschlands würde durch die Durch zäh- lung der Tagesstunden vonl bis24 anstatt zweimal zwölf Stunden bezweckt. Diese Neuerung wird zwar im Anfang einiges Kopf« schütteln Hervorrufen. Allein wir sind an unserer Zeit an so viel Aenderungen und Neuerungen schon gewöhnt, daß es Niemand schwer fallen wird, sich in kurzer Zeit auch mit dieser Vereinfachung bekannt zu machen. Beim Lesen der Fahrpläne würde j?be doppelsinnige Deutung ein für allemal ausgeschlossen fein. Die Bezeichnungen Nachts, Morgens, Mittags, Abends, Vor- und Nachmittags könnten durch Einführung der Stundenzahlen von 1 bis 24 erspart werden, ungerechnet die Ersparungen an Zeit, Papier, Tinte und Druckerschwärze. Daß es statt Nachmittags 3 Uhr künftig 15 Uhr heißt, und daß eine Versammlung anstatt um 8 Uhr Abends, um 20 Uhr beginnt, ist doch ohne Zweifel eine bedeutende Kürzung und Erleichterung. Wie leicht läßt sich mit einem Fahrplan, der die Stunden 1 bis 24 enthält, ein Neiseplan entworfen, und wie einfach ist die Dauer der Reise zu berechnen. Auch im übrigen Verkehrs- sowie im Geschäftsleben winden bedeutende Vereinfachungen erzielt. Sobald die Fahrpläne mit der Stundenzahl von 1 bis 24 gedruckt werden, wird es nicht nöthig fein, die Schule noch mit den Leseübungen der Fahrpläne zu belasten. Uns wundert nur, daß diese Idee, die Stunden von 1 bis 24 durchzuzählen, nicht schon mehr verfochten und bereits ein« geführt ist. * Köln, 20. Januar. Der in der Wolfftraße wohnende Dütenfabrikant und Buchdruckereibesitzer Eduard Padberg wurde gestern von dem Polizeicommiffar Scholz verhaftet. Padberg befaßt fich mit Kurpfuscherei & la Volbedtng und heilt nach seiner Anpreisung Flechten. Personen, die seine Hilfe tn Anspruch genommen, aber keine Heilung gefunden hatten, wandten fich au Äerzte, die ihrerseits die Gesnnd- hritSpolizei auf da» Treiben de» Padberg aufmerksam machten. Angestellte Untersuchungen führten dazu, daß Padberg verhaftet wurde unter dem Verdacht de» Betrüge», de» versuchten Betruges, der thätlichcn Beleidigung und des Verbrechen» gegen § 176, Abs. 3 de» Strafgesetzbuches in mehreren J Fällen. j • Braunschweig, 22. Januar. Der vorige Landtag hatte ? beschlossen, auf Staatskosten ein Denkmal für Herzog i Wilhelm zu errichten und dafür 300,000 Mk. zur Ver- । fügung gestellt. Nachdem inzwischen festgesetzt worden, daß j das Denkmal östlich von der Burg Dankwarderode feinen J Platz finden soll, hat die DenkmalS-Commisfiou jetzt den Beschluß gefaßt, fünf der namhaftesten Bildhauer Deutschland» zu einer beschränkten Wettbewerbung aufzufordern. 225,000 Mk. sollen für dos Denkmal selbst, der Rest für Kosten der Concurrenz und würdige Gestaltung der Umgebung deS Denkmals verwandt werden. * Bon der Lahn, 21. Januar. Die Gemarkung Singhofen bei Nassau birgt bekanntlich bedeutende Thonlager. Diese Erden verschiedener Art werden von Sachkennern al- vorzüglich bezeichnet. Die Gruben werden von Herrn Hengftenberg aus Köln käuflich erworben, welcher die Ausbeute mit Eintritt der besseren Jahreszeit in umfangreichem Maße zu betreiben gedenkt. * Der Harzclub Zweigverei» Zellerfeld theilt uns mit, daß entgegen aller Erfahrung, nach der von Mitte December bis Mitte März gleichmäßig auf dem Oberharz eine starke Schneedecke vorhanden, dieser Winter so milde und mit so wenig Schnee auftritt, daß der Zweigverein zu seinem großen Bedauern gezwungen ist, baß sür den 30. Januar in Aussicht genommene Sp ortfest mit Wettlaufen unb Wettfahren auf Schneeschuhen unb Rennwölfen ausfallen zu lassen. Da Winter in solchem Grwaube aber bei ihm zu den allergrößten Seltenheiten gehörten, so bürste man wohl annehmen, daß der nächste Winter die Sportsleute nicht im Stich lassen wirb, um dann im kommenden Jahre das in diesem Winter Versäumte nachzuholen. * Hocherfreut. In dem „Magdeb. Generalanz." machten Schneidermeister Brckelberg und Frau „hocherfreut" die Geburt deS 23. Kindes bekannt. * Sin glückliche» Städtchen ist Klingenberg a. M. Die Summe des in diesem Jahre zur Vertheilung gekommenen Bürgergelbes belief fich auf 90,000 Mk., so daß von den 300 Berechtigten jeder 800 Mk. erhielt. Der Nutzen wird aus dem Thongeschäft erzielt. * Gegen die immer mehr um fich greifende Unsitte, Ulk- Bierkarten auf recht sonderbarem, oft widerlichen Material, feuchten Bier-Untersätzen, auseinandergefalteten Streichholzschachteln, durch die Post al» Drucksachen, Muster ohne Werth, Postkarten zu versenden, wenden sich die Postbeamten. Sie beabsichtigen, bei ihrer vorgesetzten Behörde dahin vorstellig zu werden, daß derartige ekelerregende Gegenstände, welche nur in übermütiger Wein« ober Bierlaune zur Versendung gelangen, schon mit Rücksicht auf die Gefahren, die ihr An- faffen für die Gesundheit der Beamten mit sich bringt, von der Beförderung durch die Post ausgeschlossen werden. Zumindest sollten solche Dinge, welche besser der Waschfrau oder dem Müllkasten zu überantworten wären, nicht ohne Verpackung bei der Post angenommen werden. • Der Mikrophonograph, eine neue Verbindung von Mikrophon unb Phonograph, wirb in bet letzten Nummer ber „Revue General beS ScieneS" besprochen. Die interessante Erfinbung würbe von F. Dusson in Genf gemacht und von ben Franzosen Janbert und Berthou weiter auSgeführt. Die Bedeutung deS neuen Apparate» besteht darin, daß er die Möglichkeit bietet, Taubstummen Töne vernehmbar zu machen, indem diese die Töne von dem Phonographen ablesen. Dr. Gelle hat bereit» mit Erfolg mit einer Anzahl von taubstummen Personen Versuche gemacht, dieser Arzt spricht die Ueberzeugung au», daß der neue Apparat ein wichtige» Hilfsmittel für die Taubstummenerziehung bilden wird. Eine noch allgemeinere Aufnahme wird wohl eine Verbindung von Telephon und Kinematograph finden, welche, von denselben Erfindern hergestellt, die längsterwartete Möglichkeit geben wird, bildliche ©eenen mit allen dazu gehörigen Geräuschen, gesprochenen oder anderen, wiederzugeben. Auf der Weltausstellung von 1900 soll von der Compagnie Generale Tran»- atlantique ein solcher Apparat vorgeführt werden, der eine Reihe von ©eenen aus dem Schiffsleben zur Anschauung bringen wird. • Sin Graf al» Kellner. In einem fashionablen Hotel in Berlin ist ein Manu al» Kellner angestellt, deffen Leben ein Roman ist. Vor einigen Jahren spielte der junge, hübsche Graf T. unter den Lebemännern in Kopenhagen eine hervorragende Rolle. Er gehörte einer der ältesten schwedischen Adelsfamilien an; sein Vater, großer Gutsbesitzer in Schweden, war sehr reich, unb ber junge Graf schien eine glänzenbe Zukunft zu haben. Er war Offizier in einem der feinsten schwedischen Regimenter und «regte bald in Stockholm durch seine extravagante Lebensweise Aufsehen. So ungeheure Summen gab er au», daß fein Vater ihm eine» Tage» erklärte, er müsse sein Leben ändern und seine Ausgaben einschränken. Hierzu war der junge Graf jedoch nicht geneigt, er machte arge Schulden und wurde genöthigt, feinen Abschied vorn Regiment zu nehmen. Ec begab sich bann nach Kopenhagen, wo er ebenfalls ein sehr flottes Leben führte, bi» fein Vermögen gänzlich vergeudet war. Eines TageS war er verschwunden mit Hinterlassung bedeutender ©chulden. Seitdem hat das Leben ihn hart angefaßt, der Hunger that da» Uebrtge, und nun ist der Lebemann ein fleißiger, zuverlässiger Angestellter in einem Berliner Hotel geworden, der mit seiner Lage ganz zufrieden ist. Landwirthschaftlicher. — Wasser für Hühner. Während strenger Kälte fällte baS Wasser Hühnern etwas erwärmt gegeben und wieder fortgenommen werden, ehe El« sich bildet. Hühner können es lange ohne Trtnk- wasser autzhalten, wenn Schnee liegt, aber sie verlieren dann schnell an Gewicht und können unter solchen Umständen natürlich nicht legen. Es ist mehr der Wasser- wie der Futtermangel, welcher verhindert, daß die Hühner im Winter zu einer Zett, wo die Eier am theuersten sind, unproductiv bleiben. — Der Stalldünger «nd seine Behandlung im Winter. Stalldünger den Wiesen oder Compost dem Acker zu geben, wie e» noch vielfach üblich ist, ist durchaus verwerflich. Man lasse den Stalldünger auf den Feldern aber nicht in Haufen liegen, sondern breite ihn so bald wie irgend möglich, weil sonst Verluste an den wichtigst«» Pflanzennährstoffen entstehen, auch die Düngung deS Feldes keine gleichmäßige werden kann. Ist man gezwungen, au« Zeitmangel oder aus Mangel an Arbeitskräften daS AuSbretien zu unterlassen, so bringe man den auSgesahrenen Dünger auf recht große Haufen, um wenigsten« dem Nährstoffoerlust vorzubeugen, und fahre ihn später auseinander, um ihn zu breiten. Gas-Cokes Versteigerungen. jeden Mittwoch Abend: gesottene Schell« (täglich frisch) 28. Januar l. Js., Mittags 121/, Uhr, folgendes Holz ver- empfieblt 1,20 Mk. 121 1,25 Mk. fm 17 fm 7 Domino billig iu verleiben bei H. Tichy, Aellerswkg 43. Lollar, den 20. Januar 1898. beim Holz. 862 773 empfiehlt 698 334 397 öffentlich versteigern. zu haben in der 556 250 Zu kaufen gesucht ein großer \ pedttion dieses Blattes. erhältlich in der 706 80 138 Heß. 851 Schutz- Schutz- 1887 Stadt Worms uni. b. 1991 Kirchenplatz 10. 485 dtv Schutz - Sohutz- Btitf CO.OO 13.18 Fran». - 00.00 20.96 Oesterr. ranz. Banknotm dto. 4.16 Americ. 4.20 Louis Goebel, Nitrbrpot,] Rrauffttti a. M._________* Marke. 902.60 000.00 | Oesterr. Lredit-Acttk» Doratti. 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