Nr. 277 Erstes Blatt. Freitag den 25. Novcmbcr 1808 fi#4ctid U|fi4 ■61 Ininabeu H Rentagl. Dir e**nrT »awlUtwIUUtt *nki kai ln|figct »ßchmtltch bitrmel kngekgL Keßener Anzeiger pn*e»Ft* virrlrltLtzrNH 1 «erf » WH- »—»rlich 76 Vl6 eit Brt»HkNitz» S Warf 60 B •vrtrlHN** 4*rHr«tt »r. 1. i >w.«M.-«MieeeMxeeeHeMeee Gratisbeilage: Gießener Familienb lütter. Lbrefie für Depesche»: >e|«l|«t fiele*. Fernsprecher Nr 6L Zum 25. November. Mas ganze Hcsscnland steht heute wieder ftcudig bewegt unter dem Zeichen des Doppelgeburtstages unseres erlauchten Hcnscherpaarcs Ihrer König!. Hoheiten des GroßherzagS und der Großherzogin. .... r ...., _ , , . , . „ . . „ — _ In alter rcichbewährter Hesjentreue wissen wir uns mit unserem Fürstenhaus an solch einem festlichen Tage ganz besonders nahe verbunden. Dies Gefühl der Zusammengehörigkeit kommt gerade an dem diesjährigen hohen Geburtstag zum erhebenden Ausdruck. Sind doch heute Berater des ganzen Landes um unser geliebtes Fürstenhaus geschaart; denn gemeinsam soll das Andenken des Vaters unseres jetzigen Regenten, des unvergeßlichen Großherzogs Ludwig IV. geehrt werden in der Enthüllung seines Standbildes auf dem Paradeplatz zu Darmstadt. Die Erinnerungen an ruhmreiche und gesegnete Zeiten werden wach: Prinz Ludwig der muthige siegreiche Führer unserer hessischen Division in den Jahren 1870/71, Großherzog Ludwig IV., der milde, gerecht und leutselige Herr, der allseitig geliebte und verehrte Landesvater - so lebt sein Bild in unser Aller Herzen fort. Und rote zu dem Vater, so blickt das hessische Volk auch zu seinem Sohne, unserem jetzigen Regenten Großherzog Ernst Ludwig, sowie zu seiner hohen Gemahlin, mit unbegrenztem Vertrauen und treuer Siebe empor. Unser Großherzog hat es verstanden von dem ersten Tage seiner Regierung, zu welcher er nach Gottes Fügung schon tm .tltcr von 22 Jahren berufen wurde, sich die Herzen feiner Hessen zu gewinnen durch die ernste Aussasiung feines hohen Amtes, durch fein warmes Interesse, ferne energische Förderung der verschiedenartigsten Besttebungen im Lande sowohl nach der witthschaftlichen Seite hin wie auf den Gebieten der Kunst und Wissenschaft und nicht zum wenigsten durch feine unmittelbare Herzlichkeit im persönlichen Verkehr. Wie sich uns heute tm Rückblick auf das verfloßene Jahr ein Jahr frtebfantcr ffieiterenr Wickelung — der Dank aus die Lippen drängt für alle dem Lande bewiesene, warm wohlthättgc Fürsorge von Allerhöchster Stelle aus, so knüpft sich daran tm Ausblick auf die Zukunft der innige Wunsch aus dem Herzen tausender treugefinnter Untertanen: m „®ott der Herr schütze und behüte, segne und geleite auch durch das kommende Jahr unseren Großherzog Ernst Ludwig und unsere Großherzogm Victoria Melitta. _____ Deutsches Reich. Darmstadt, 28 November. Seine Königliche Hoheit der Landgraf Alexis von Heilen traf mit feiatm N.ffrn Lhioüwtg heute Mittag zu B^uch der Allerhöchsten Herr ichaiten ein, nahmen au dem Sroßherzoglichen Laacheon The»! uni reisten tm Laufe de» Nachmurag» wieder ab. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und der Herzog von Sachsen- Loburg und Gotha begadeu st<1> tm -Laufe bei heutigen Nachmittag» zur Fasanenjagd in die Doru» Verger Fasanerie. Berit», 28. November. Die wifseuschaftliche De. putatton für da» Medtetnalwesen ist heute unter dem Vorsitz de» Medicinal-Direktor» vr. o. Bartsch tm Eultulm'uisterium zusommeogetreeen. Die Sitzungen werden mehrere Tage in Anspruch nehmen. Auf der Tagesordnung steht unter Andere« die Frage, ob nicht den aReo.cmalbeamtcn bei der Errichtung und Veränderung gewerblicher Anlagen eine stäik^re Mitwirkung etazuräumea ist. Berlin, 28. November. Die deutsche Bewegung in Belgien hat einen groben Slfolg zu verzeichnen. Dte Regierung hat nämlich angrordoet, daß in den deutschen Ortschaften der Provinz Luxemburg die Fahrpiäve und aüe anderen Kundmachungen io den Elsendahu-, Post' und Tele« gropheoämteru tu deutscher und französischer Sprache zu ver- öfflutlicheu find. Der deutschen Sprache ist sogar der vor. rang vor der frauzvfischea etnzuräuwen, während die letztere bisher dte Alletnhrrrschaft auSüdte. Wenn dte Regierung nun auch die Lrtheiluvg des Voiksjchuluvtrrricht» tu deut cher Sprache gewährt, so werden die deutschen Belgier jede weitere Agitation eiustellen, da dieser bei ihnen ja nicht, wie z. B. tu Deutschland bet den dänisch-gefiantru Nordschleswigeru, Lostreullungsdestr'bungeo zu Grunde liegen. Berlin, 23. November. Die «tat» für dte Aeuderuugeu tu der Orgautsattou des Retchshrrres find dem Bundes rath zugegangeu nebst etner Uederficht der Statsstärke des deutschen Heerr» nach den für 1899 geplanten O ganiiations- Aeuderungea. Für Preußen werben dadurch mut dauernde Ausgaben, von etwa 5 Millionen, einmalige Ausgaben von etwa 28 Millionen bedingt, für Sachsen l1/* b?zw. 10 Millw- ncn. ®i wtrdeu v. S. neue Kasernen gefordert für Allen Lein (1100000 Mk.), Guwbtnnen, Trier und Dt..Eylau tie 1 Mtlltou), für Hanau (2 400000 Mt.) und für Lang- fuhr bei Danzig (2 Millionen). Zunächst find nur dte ersten Raten von je 400000 Mk. eingesetzt. Ferner erhält Leipzig eine FelbarrMerie Regimeuts-Kaserue (2400000 Mk) und eine Train-Bataillons Kaserne (1 200000 Mk.), sowteWurzen eine Kaserne für eto Artillerie-Reg wen, (2200000 Mk), Shemmtz für ein Jnfanterte-R-giment (2400000 Mk) und Riesa für ein Ptouier-Bataillou (1300 000 Mk.) Auch hier werden wie üblich zunächst our die ersten Raten augesetzt. In Dresden soll dte Train- Lompagoie Kaserne erweitert »erden für eine fahrende Lbtheilong der Feloartillerie. In Leipzig wird infolge Verstärkung der Garnison nm ein Feld. «rttllerie'Regimeot und ein TratN'Bataillon dte Grwetteruvg des Exerztrplatze» erforderltch. Berlin, 23. November. Coloniales. Die Tra» clrungsa,beiten für dte Eisenbahn Swakopmnnd-Sind hoek find durch Prem.-L'. Kecker von der Eisenbahn Brigade beendet. Dte Länge der Bahn beträgt im Ganzen 880 9 Rilo* wtttx. Die Bahn geht über Nontdo» (10 Kilomeier), Rlchthofeo (20 km.), 919 flog <40 Km.), durch den «hanflutz von 64—57 km., nach Jakulswater (96 Km ). Dann tu nordöstitcher Richtung nach Okangava (187 km ) nördlich von Oihtmdtngwr. Oihimbtngwe selbst kann nicht berührt werden, weil ein benutzbarer Zugang durch die Berge fehlt. Bet 260 Kilometer wird dann die Bahn dte Straße O htmbingwe. Okowbahe schartdeu, bei 803 Kilometer erreicht die Bahn Okahandja, bei Osoua wird fie durch den Swakop gehen, der hier 400 Meter beit ist. Es folgen bann dte Flüsse — Reviere nennt man fie In der Burensprache — Okapunka, Brakwater, bts bet 380,9 Kilometer Windhoek erreicht ist. Der Bahnhof soll auf btm Hübeozuge westlich von Windhoek errichtet werden. Zar Zeit find die Bauarbeiieu, die Lieute- nant Schultze leitet, bis 76 Kilometer beendet, der Betrieb findet bi» zum «ahnfluß statt. Der Fertigstellung der ganzen Strecke bi» Windhoek dürfte binnen zwei Jahren entgegen- g-sehea werden. Dte Bahn wird bekanntlich in einer Spurweite von 60 Lenttmeter gebaut. Der ordentliche Betrieb stader jetzt nur noch mt Dompf statt, Maulthierbetrted kommt nur aushilfsweise vor. Die zur Anwendung kommenden Maschinen find dte bet der Eisenbahntrupp: für Kriegszwecke etngrführteu Zwlllltrgsmaschioen. «s find zwei kleinere Ma. schmen derart zusammengekoppelt, daß die Führerstände za. sawmenstoßeu. Die Fahrgeschwindigkeit beträgt vorläufig 12 Kilometer tu der Stunde, kann aber bis 16 Kilometer grstcigert werden. Die Bahn Ist derart angelegt, daß durch- schniitlich alle 20 Kilometer Ausweichen vorhanden stad, so daß am Tage 8 Züge fahren können. Mit jedem Zage können 10 Wagen zu 7 Ton» (wovon 2 Ton» auf da» Gewicht der Wagen kommen), also zusammen 50 Tons Güter besördert werden. Die mögliche Tagesleistung würde also 400 Tons — 8000 Ltntner betragen. ArrvUrnd Wie», 23. November. Graf Goluchowsky ist an das Hkflager nach Budapest abgereist. Budapest, 23 November. Nachdem die gestrige Sitzung des Abgeordnetenhauses verhältnißwäßig ruhig ver. laufen ist und auch dte Straßencrawalle fich Sbrnds nicht wiederholten, beschloß die Regierung, von einer Vertagung des Adgeordnetenhaases vorläufig noch abzuseheu. Wenn die Studentencrawalle fich wiederholen sollten, dann wird die Untverfilät gesperrt werden. Die Studenten hielten gestern eme stark besuchte Versammlung ab, in welcher fie gegen das Vorgehen der Polizei protestirten. Budapest, 23. November. Ja der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses interpellirte die Oppofiiio» die Resierung wegen der gestrigen Ueberschrettuogev der Polizei. Plötzlich verbreitete fich das Gerücht, daß die Polizei einige technische Hochschüler maffacrtrt habe. Die Opposition erhob hierauf einen Höllenlärm, weshalb die S tzung auf 10 Minuten unterbrochen wurde. Mittlerweile stellte fich die Unwahrheit | des Gerüchtes heraus und dte Debatte konnte fortgesetzt | werden. Um 12 Uhr kam eS vor der UniversttLt zu einem Zusammenstoß zwischen Studenten und der Poitzei. Letztere wachte von der blanken W-sfe Gebrauch. Aut beiden Setten gab c» Verwundete. Nactdem die Rädelsführer verhaftet waren, konnte dif Rude wieder hergeüellt werden. Po la, 23. November. Das deutsche «atserpaar ist heute f.ÜH 7’/4 Uhr wohlbehalten hier eingenoffen. Uat 11 Uhr befand fich boffdbe noch an Borb der ^Hohenzollern^. Ls dürfte nur an Laub gehen, um den Besuch de» Erzherzogs Karl Stephan zu erwidern, vielleicht dürften auch die Kriegsschiffe Maria Theresia und Bidapest durch das Katserpaar besichtigt werden. Der deutsche Hofzug, welcher das Katserpaar nach Deutschland zurücksrtugen wird, wird scharf bewacht, ebenso die Bahnstrecke, welche der Zug durch» fährt. Rom, 23. November. Der ttalientsche Anarchist Gino, der kürzlich aus der Schweiz ausgewiesen wnrbe, «st tn St. Ludwig tm Glaß verhaftet worden. Mau fand bei ihm einen langen scharf geschaffenen Dolch. Ls wird der- mnthet, Gino habe seiner Zeit Lnccheut zur Ermordung der Kaiserin von Oesterreich angesttstet. PariS, 23. November. W chtig sür die «ffaire Picquart ist BotSdefsreS gestrige Vernehmung vor dem Lassa- ttonshose. Boisdeffre gestand nämlich zu, daß er alle Schritte P cq larts gegen dfterboin gekannt und gebilligt habe. Cecelea tm* 4>rovinzi«Ues. Vietze», 24 November 1898. •• Empfang. Se. Söaigl. Hoheit der Großherzog empfingen den Premierlteutenant v. Hahn vom Großh. Feld-Artillerie Regiment Nr. 26 (Großh. Art llerie-Lorps), ben Prälat D. Habicht, ben Professor Dr. Weinsheimer von ber Oderrealschnle, den Professor für Geodäsie an der Technischen Hochschule Fenner, den Kreisrath Jrle von Büdmgeu; zum Vortrag den Präfidenten des Ministerin»»» ber Finanzen «üchler, den Oberstallmeister Rtedesel Frhrn. zu Eisenbach, ben Eabtnettsrath Römh elb, den Hoftbeaterdirector Werner. c •• Dieasfttachrichte». Se. «önigl. Hoheit der Groß- Herzog Haden Allergnädigst geruht, den Steuereinnehmer des Steueramts Viernheim Adolf Hansult zu« Districts- einnehmer der Dtstrictseionehmeret Gießen I zu ernennenden Haupsteuerawtsasfistemeu bei dem Hauptsteueramt Mainz Johann Georg Btugmann, mit Wirkung vom 1. Ja- nnar 1899 an, auf sein Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen. •• Die Königliche Eisenbahndireeti», Fraakfart ». ». theilt mit soeben eingttrvff mm Schreiben vom 21. d. Mts. mit, daß sie nach ben bestehenden Bestimmungen nicht in der Lage sei, den einzelnen Personen, welche den Enthüllungs- feierltchkeiteu am 25. b. Mts. tn Darmstadt beiwohnen wollen, eine Fahrvergünstigung zu gewähren. Jedoch kann bei gemeinschaftlicher Fahrt von mindesten» 30 Personen oder bei Lösung von mindestens 30 Fahrkarten für die L, 2. oder 8. Klaffe eine Ermäßigung bi» -» 50 pLt. des gewöhnlichen Fahrpreises der einfachen Fahrt zugebilligt werden. Die Benutzung von Schnellzügen ist hierbei In der Regel ausgeschlossen. Entsprechende Anttäge find schriftlich an den Vorstand der Abgangsstation zu richten. Gleichzeitig macht sie jedoch darauf aufmerksam, daß für die Festtheilurhmer ab Gießen und Friedberg eia Soaderzug i« nachstehenden Fahrplan gestellt wird: Gießen ab 7,50 Borw. Friedberg ab 8,24 Borm. Darmstadt au 9,35 Borm. Ebenso werden die Festttheiluehmer au» dem Kreise Lauterbach und dem Schützer Land am 24. d. Mir. nach Darmstadt und zurück am 26. d. Mt»., mittel- Touderzüzeu befördert. Im Uebrigen werden die fahrplanmäßigen Züge, soweit erforderlich, verstärkt werden. •* Der Extra-ug, welcher morgen früh 7 Uhr 50 Min. nach Darmstadt abgelaffeo wird, hält, wie mau un- mitthetlt, auch tu Großeu-Lindeu und zwar um 7 Uhr 57 Min. DetaillistruVereiu. Den Bericht über die gestern Abend abgehalreue Sitzung des Detaillisten-Bereio- können wir Umstände halber erst morgen bringen. *♦ Eäagerkravz Coueert. Ucber die Musik zu Racine» „Athalia", welche am Sonntag zur Aufführung gelangen soll, schreibt Kretschmar tu seinem Führer durch den Soucertsaal unter Anderem: „®a» die innere Natur der Athalta-Mufik betrifft, so hat sie von jeher die Herzen durch ihren Reich« thum schöner, weiche Empfindungen gewonnen. Aber auch geniale dramatische Gedanken durchblitzen die Partitur, und sie enthält ergreifende Muster moderner Situation-Malerei, namentlich gegen den Schluß de- Werke- hin: Die Stelle, wo die israelitischen Männer verabschiedet werden, die andere, wo in da- Gebet der Frauen von fern herüber der Lärm der Schlacht tzeretukltngt, vergißt kein empsängltcherHörer. Au- dieser • letzten angeführten Scene hat die Ouvertüre ihr feierliche- Haup moliv genommen. Um dasselbe herum entrollt sie Bilder der Aufregung und andere der herzigen Klage. Die erste Gesang-nummer: „Herr, durch die ganze Welt", besteht au- dret Sätzen, in deren Vortrag sich Chor und Soli theilen. — Die zweite Nummer, dramatisch den Punkt klöaeud, wo da» Erscheinen de- wunderbaren Kinde- die Herzen de- Volke» in einen neuen Kampf zwischen Furcht und Hoffnung wirft, beginnt mit Ehorrecitattven. Die beiden anderen Punkte, welche den gliederreichen Satz beherrschen, sind da- stellenweise eauonisch geführte, vom Chor aufgenommene Duett der beiden Solosvprane: „O, wie selig ist da- Kind", eine in reine Unschuld getauchte Idylle mitten im Sturm, und der gegen den Schluß der ganzen Nummer erfolgende Eintritt de- Chorales: „Verleih' uns Frieden gnädiglich." Auch in der dritten Nummer hat Mendelssohn vom Choral einen wundervollen Gebrauch gemacht. — Die vierte Nummer hat zwei Haupttheile. Der erste hat die Form der dreigliedrigen Arie. Erstes und dritte- Glied identisch, sind von einem zarten, elegischen Andante: „Ist eS Glück, ist e- Leid", ge« bildet. Die Mitte nimmt ein Wechselchor ein, in welchem Sopran und Alt Zweifel und Torge, die Männerstimmen kühne Hoffnung und Zuversicht au-sprechen. Im zweiten Haupttheil der Nummer vereinigen sich die beiden Chöre im milden Preise de- friedevollen, gläubigen GottvertrauenS: Eia Soloterzett von zwei Sopranen und Alt beginnt den schönen Abschnitt, welcher zu denköstlichsten und eigenartigsten Geschenken der Mendelssohn'schen Kunst zählt. — Die in dramatischer Hinsicht bedeutendste Nummer der Compofition, die fünfte, bildet in ihrem Haupttheil da- vocale Sritenstück zur Ouvertüre. Die Ungewißheit über den Au-gang des im Augenblick vor sich gehenden EntscheidungSkawPfrS, rettet sich in den Augenblicken, wo sie die höchste Höhe erreicht hat, in feierliche Gebete, die auf dem Motive ruhen, welche- gleich» fam al» musikalische» Motto für da» ganze Drama am Ein» gang der Ouvertüre steht. Die Nummer hat aber auch eine sehr schöne Einleitung: Die marfchmäßigen Wechselgesänge, unter denen die Krieger, vom Segen und von den Thränen der Frauen begleitet, abziehen. Sceuisch bis ins Kleinste an» fchaulich, ist dieser Abschnitt ein» der eindringlichsten Bilder der Athalia-Musik. — Die Tchlußnummer begnügt sich mit einer kurzen Repetition de» Emleimug-abschnitte» der ersten Cantate." Briefe aus der Htesideuz. Originalbericht für den „Gießener Anzeiger". (Nachdruck verboten.) IV. Au» dem Theater» und Coneertleben. — An» der Gesellschaft. Um Bortage der DeukmalSenthnllnug. Da» Hauptereignttz in der Oper war vaS Gastspiel der FraneeSchina Prevofti, einer Künstlerin, die sich ja freilich in einem kleinen, festgeschloffenen Rolleakret» bewegt, der auch keinen Zawach» zu erfahren scheint, deren ,Traviata", „(Karmen", „Margarethe" man aber so wenig zu hören überdrüssig wird, al» einen je der Anblick der süßen, färben- prächtigen Bilder der venettaoischen Schule ermüden könnte, mag man sie auch schon so und so oft gesehen haben! Ton, Wort und Geberdensprache stehen jederzeit in völligem Einklang miteinander, und jener unbeschreibliche Hauch seelischer Schönheit ist e», welchen die Prevofti ihren Gestalten ein- haucht, der sie vor dem Aufgehen in leere Routine bewahrt und ihren Kunstgebildeu noch auf lange den Reiz der Jugend- frische garautirt. Aber auch stimmlich 'st sie in ihren Leistungen um keinen Grad zurückgegangen. Wohllaut, Wärme und Kraft eignet dem herrlichen, echt künstlerisch gebildeten Organ nach wie vor. Ja die R^ihe der periodisch wiederkehrenden Concerte haben sich nunmehr auch populäre Abonnement»- Concerte im Saalbau gefügt, wie sie in anderen großen Städten schon seit länger mit Erfolg bestehen, da sie die Aufgabe haben, sinfonische und vocale Toufchöpfungen dem weiteren Kreise solcher Gebildeten, die nicht immer in der Lage ft ab, 3 bi» 4 Mk. für ein Elitecoucert zu zahlen, zugänglich zu machen. ° P. ktadttheater. Auf die Besuch»fluth vom Dieu-tag folgte gestern Abend Ebbe im Zuschauerranm. Wer aber den dreiactigen Schwank „Die Logenbrüder" nicht gesehen hat, hat nicht viel v'.rsäumt. Er bietet ein wilde- Durcheinander unwahrscheinlicher Scenen. Die beiden Autoren haben eS bei ihrer fabrikmäßigen Arbeit nur darauf abgesehen, daß um jeden Preis gelacht wird- sie gebrauchen zu diesem Zwecke starke, aber gröhtentheilS nicht einmal neue Mittel, bie aller Feinheit und Poesie natürlich völlig bar find. Entschuldigt werden die Verfasser freilich dadurch, daß fie mit ihren Tollheiten dem Geschmack von unzähligen modernen Theaterbesuchern, namentlich in den Großstädten, entgegenkommen. Die Schauspieler lösen bei einem solchen Stücke ibre Rollen am Besten, wenn fie möglichst drastisch nach dem Effect Haschen. In diesem Sinne spielten namentlich die Damen Kruse und Schuhmann, die Herren Liebscher, Köhler, Wildelmi und Walter. Herr Merker gab den Brückner, der die Einzelhaudlungev de» Stücke- notdürftig zusammenhäit, mit großer Gewandtheit. In der Rolle der Lulu Habelmanu betrat Frl. Agne» Isenburg zum ersten Male die hiesige Bühne und machte einen entschieden günstigen Eindruck. *♦ btadttheater. Ucber den demnächst zur Aufführung gelangenden Schwank „Im Fegefeuer" schreiben die „Hannov. Tages-Nachrichten": „Vorgestern Abend, 8 Tage nach Beginn der neuen Spielzeit, brachte unser freundliche» Theater an der Marktstraße die erste Neuheit- eS war der dreiactige Schwank „Im Fegefeuer" („Der Brautstand") von dem jetzigen Direcior de» Wiener Raimund-Theaters Ernst Gettke und dem durch den Schwank „Dak hebe Gold" bekannt gewordenen Wiener Alexander Engel. „Im Fegefeuer" erlebte am Wiener Raimund-Theater om 3. März d. I. seine eifie Aufführung und hatte einen vollen Lacherfolg, besonder- durch Hansi Niese, die Darstellerin der weiblichen Hauptrolle, die denn auch in Berlin bei Gelegenheit de- Wiener Gastspiel- Ensemble- unter Graselli am dortigen Thalia-Theater im Juni d. I. dieses Stück zu langanhaltender Wirkung gebracht hat. L tzthin ist der Schwank „Im Fegefeuer" auch im Hamburger Thalia-Theater erfolgreich aufgeführt. DaS „Fegefeuer" bezeichnet hier die Zeit zwischen dem nüchternen Jung- gesellenlebev und dem Paradies der Ehe. Bei uns spielt die Handlung in Berlin (sonst in Wien). In Folge sehr komischer Situationen, vieler lustiger Einfälle und zahlreicher überraschender Witzworte amüfirte er da» Publikum gar sehr. Der Schwank wird sich wohl eine Zeit lang auf dem Repertoire behaupten." * * Auf Louy» Bierkeller (C. Kruse) finden vom vächsten Sonntag, den 27. d. M., an mehrere Künstler- Sp ecia- litäten-Borstellungen statt. Zunächst ist Bäumer» VariLlö-Truppe au» Frankfurt a. M. engagirt. (Nähere» im Anzeigentheil d. Bl.) * * Rascher Tod. Bei einer Felddieustübung zwischen Abtheilungen de» hiefigen und 168. Regiment» in der Nähe von Pohlgön» starb gestern plötzlich ein Soldat der 10. Compagnie de» hiesigen Regiment». Nach dem Ueber- springeu eine» Graben» stürzte derselbe lobt zusammen. • • Zafammenstoß. Dtr Fuhrknecht eines hiefigen Oeconomen fuhr am Dieu-tag Abend, ohae den Wagen mit Laterne versehen zu haben, übermäßig schnell durch die W-st- anlage und rannte in den an der Haltestelle stehenden Omnibus hinein. Die Wagendeichsel stieß durch die Wandung de» Omnibus und streifte eine darin fitzende Dame, glücklicherweise ohne fie zu verletzen. Der entstandene Schaden wird auf 60 bi» 70 Mark geschätzt. * * Glaserarbeit. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurde der Student Friedrich Arens au» Mainz von einem Schntzmaune beim Zertrümmern einer GaSlaterne tu der Löberstraße abgefaßt. Eine exemplarischr Bestrafung wegen Sachbeschädigung wird folgen. *• Angebrochen wurde in der Nacht vom 22. auf 23. d. Mt». in einer Wirthschaft in der Bahnhofstraße. Der Dieb erbrach den Automaten und die Waisenbüchse im Wirths- zimmer und entwendete den Inhalt. Da» erste Concert der Serie, welche» am Montag stattgefunden, bedeutete gleich einen verheißungsvollen Anfang, da e» un» den schon lange nicht gehabten Genuß bereitete, Eugen d'Albert, unter dessen Händen da» Clavier ein lebende» Wesen wird, in seiner wunderbaren Beethoven- Interpretation zu hören. Seit dem Tode Bülow» und Rubinstein» ist unter den Pianisten wohl kaum Einer, der so den inneren Gehalt der Beethoven'schen Sonaten heran»- zuarbeiten weiß. Die eigentliche Hochsaison de» Gesellschastsleben», verknüpft mit Hoffesten und Bällen, hat noch nicht begonnen. Nur der vom Alice Fran env er ein, Abheilung Waisenpflege, veranstaltete Saalbau-Bazar, der übrigen» die ganz hübsche Summe von 4000 Mk geliefert, gab unseren jungen Damen Gelegenheit, in der zur Rosenlaube umge- wandelten Bühne al» Sect-Blumenverkäuferioneu re. re. ihre» dankbaren Amte» zu walten. Die eben von Pari» zurück- gekehrten Herrschaften beehrten da» Fest durch ihre Anwesenheit. Von Pari» hat die Frau Großherzogin viele nrigiuelle Stickereien mitgebracht, welche die Schülerinnen der Alice-Schule fertigftellrn werden. Auf Allerhöchsten Befehl mußte da» zur Einweihung de» Neubaue» der Victoria-Schule von Pfarrer (jetzt Professor) Carl Keil geachtete und von Concertmeister Wenzel Petr in Musik gesetzte Festspiel am Dienstag zum dritten Male wiederholt werden. Der Avdrang war auch diesmal ein so großer, daß nicht allen Wünschen nach EintrittSkartell genügt werden konnte. An Blumen au »stellungen können wir e» in Darmstadt bald mit Frankfurt aufnehmen. Die von der Firma Roth in der Wilhelminenstkaße veranstaltete Chrh- santhemum-AuSstellung, für welche man in dem geräumigen Hof ein eigene» Zelt errichtet hatte, das in den späten Nachmittagtstunden sogar im elektrischen Licht erstrahlte, Xu» bet Seif für Mt Seit Vor 103 Jahren, &m 25. November 1795, wurde die dritte Theiluug der Republik Polen vollzogen, wodurch Polen au» der Reihe der Staaten vollständig verschwand. Preußen erhielt durch den Wiener Congreß 80000 Quadratkilometer mit 1000000 Einwohner, der Rest fiel Rußland zu, mit Ausnahme der 1300 Quadratkilometer proß-n Rrp rblik Krokau, die an Oefterreich kam.___________ Lttrchliche Anzeigen der Stabt Gietzen. Evangelische Gemeinde. In der Stadtkirche. Vormittags 9'/, Uhr: Militärgottesdienft zur Feier des Geburtstages Ihrer Königlichen Hoheiten des Großherzogs und der Großherzogin. Pfarrer Dr. Grein. Im Confirmandensaal, Neustadt 61: Donnerstag den 24. November, Abends 8 Uhr: Bibelstuuve. 1. Cor. 13. Pfarrer Schlosser. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag den 26. November 1898. Vorabend 4») Uhr, Morgens 9 Uhr: Feier de» Geburtstages Ihrer Königlichen Hoheiten des GrotzherzogS und der Großherzogin, Nachmittags 3 Uhr, Sabbathausgang br-Uhr. Gottesdienst der israelitischen Keligiousgesellschast. Sabbathfeier ain 26. November 1898. Freitag Abend 4*1 Uhr, Samstag Vormittag 8“ Uhr Ge burtstagSfeier Ihrer Königlichen Hoheiten des GrotzherzogS und der Grotzherzogin, Nachmittag 3 Uhr, Sabbathausgang 6« Uhr. Nachmittag 2» Uhr Schrifterklärung in der Synagoge. Wochengottesdienst Morgens 7 Uhr, Abends 4 Uhr.__________ Neueste Nachrichten. Depesche» de» Bureau »Herold*. Wien, 24 November. Nach einer BlättermeUnag steht eine Spaltung in der katholischen Bolkspartei bevor. Bei Annahme der gegenwärtigen Ausgleich» Vorlage werde ein Theil der Partei-Mitglieder aus der Partei au-treten. Pari», 24. November. Bon verschiedenen Seiten wird berichtet, General Znrlinden habe Befehl gegeben, Picquart vor ein Kriegsgericht zu stellen, und zwar trotz de» Einsprüche» deS Krieg-ministerS Frthcinet, der die Entscheidung bis nach Beendigung der Verhandlungen de» Cassationshofe» auf- geschoben sehen wollte. Da» Kriegsgericht wird am 12. De- cember zusammentreten. Die Anklage lautet auf Fälschung, Benutzung von Fälschungen u. Mittheilung geheimer Documcne, welche die Sicherheit deS Staate» gefährden. Pari», 24. November. Die verschiedenen Berlenm- dnng»-Processe, in welchen Picquart Klager ist und die heute zur Verhandlung kommen sollten, find auf Antrag de» Anwälte» Picquart» auf den 21. December vertagt worden. London, 24. November. „Daily Mail" meldet au» Rom, daß zwtschm England und dem Dreibunde augenblicklich Verhandlungen schweben, nm eine Allianz zwischen England und den Dreibundmächten zu Stande za bringen. London, 24. November. Au» Nord- und Nordwest- Englans werden heute Schneestürme gemeldet. Der Eisenbahn- und T?legraphen-Berk-hr war zeitweise gesperrt. — Rauhe, kalte Luft hat immer einen schädlichen Einfluß auf die Haut! In dec jetztaen Jahreszeit ist es daher angereigt, sowohl gegen Frostbeulen, erfrorene Glieder, «8 auch gegen rauhe, spröde, rtssige und rothe Haut Vorkehrungen zu treffen. Die neue Cröaie JriS des Herrn Apotheker Walter Weiß, Berlin (früher Gießen) hat sich ganz vorzüglich gegen all diese Uebelftände bewährt und ist ärztlicherfeits anerkannt ein vorzügliches Mittel für T-int und Hautpfl-ge. Neue Cröme Iris ist ein wahrer HauS- schatz für die Familie, unb der billige Preis von Mk. 1 per Topf, und 20 unb 60 Pfg. per Tube ermöglicht, baß btefelbc in jedem Haushalt stets vorräihta gehalten werden kann. Neue Ctöme JriS ist beffer, billiger, sparsamer und bei Weitem angenehmer im Gebrauch als Gold-Cream, Glycerin, Vaselin, Lanolin rc. rc. war wirklich in ihrem künstlerischen Arrangement unb gärtner- ischcm Werth so anziehend, daß ihr das rege Jatereffe, welche die hohen Herrschaften und da» Publikum ihr zu- wandten, aufrichtig zu gönnen ist. vorläufig kehren sich alle Gedanken der Refidenzler de» großen Tag der DenkmalSenthüllung zu, an welche« Darmstadt wieder ein Mal Mittelpunkt dynastischer und nationaler Interessen sein wird. Die umfaffendsten Vorbereitungen find getroffkn, ein Festzug, hundertuvdelf Gruppen umfaffenb, wie man ihn hier nicht einmal bei bet 25jährigen Gebächtnißfeier von Seban gesehen hat. Bon einer Formirung be» Zuge» an einem Platze kann deshalb auch garnicht die Rede sein. Von verschiedenen Punkten der Stabt au» werben sich die einzelnen Abtheilungen bem Festplatze zu bewegen unb bort ihre in ber Festvrbnung vorgesehene Aufstellung finden. Von hohem kulturhistorischen Jntertffr ist die Gruppe vier: Frauen unbMäbchen in oderhessischerTracht. Wer weiß, ob man in fünfundzwanzig Jahren noch eine ähnliche Gruppe an» bem realen Leben zustande bringen kann! Schon jetzt hat ba» Schwierigkeiten gekostet. Ob erb essen ist denn auch im ganzen Großherzogthum die einzige Provinz, welche einen Beitrag stellen konnte. In den anderen Provinzen hat der nivellirenbe Einfluß der städtischen Mode schon zu große» Terrain gewonnen. Jetzt besinnt man sich darauf, — e» ist der nämliche Trieb, ber burch ba» Anlegen von Jbiotiken die Dialekte zu erhalten strebt — bem An»- sterben der Laudestrachten vorzubeugen. So hat ja auch unsere Großherzogin eine Prämie au»gesrtzt, für olle die, welche sich noch „volksthümlich" kleiden, lieber da» Resultat werden wir ein ander Mal berichten. —ach. Lustadt 6h ienb88^:eu^ ^ttogoge, -4ft8S15 imbet 1898. l Sormittoß 8» Ubt 8, 1 3 u?r/ Sabbachauigang ^8 in -er Synagoge JlbenbS 4 llhr, 8 Achten. Herel-E. 11 SlätteimeUuog stlh» Udjtn VolUyartet InighithiDet, Wtt aal dir Pmkt *•!< »•sii" k ^fant161^ ttlchirtmrll gthtn wirt MI flfßtiin, $icquait v°r Notz btlüiniptuäitl ie TviMnvtz bll uad) I 6afiatioall)o|tl auf« gtridjt wird am 12. Dr- ge lautet auf FL shaog, uBg geheim» Document, esährdni. itiftytbtnen Btrltum* tcquart Kläger ist anb loHitn, find auf Äatiai 21. Dectmbei vertagt «ÄS.*“* lüllunfl Ä«' “ an6 MM« ä '» 1*» 014 ,n *! iw* “'S SÄ-«*” 3“ illn.ui tau«1 atjl® L o«6i«e « ' 3- “ jRole li'" ilt P,lt M hm» «'» **• 6«* i* tf ibtn. uePt en- itty Wall" atlbii onl ab btm $ttlbunb< ){btnlumdntHlUanb bmWta lu Ttanbr |i j Narb« nab Nvrbweft. m e gemelbet. Der Eis«' > «'.itvrife ge'prk". it ist etz bahn emgeztl'' w •her, aS auch geg« ,oa^ ■alter MÄÄ ett al Hale » ® tl i dergl. Kegelmäaniger Gebrauch ■ Hchhesrt jegliche schädliche Frost- j | einwirkung auf die Haut (Frost-^ ! beulen, raube, spröde Haut etc.) aus. ' Preis pro Topf M. 1.—, auch in Tuben ä 60 und 20 Pf. IlKM ! dazu gehöriger Puder M. 1.—, dazu । gehörige Seife Stück 50 Pf. Man verlange ausdrücklich in 1 Apotheken, Drogerien, Parfümerien I die verbesserten Neuen Crime Irl* - PrHparate in blauer \ Packung von Apotheker Walter WelaN, früher (dessen, jetzt: Berlin SO.. Pücklerstraase. Haupt-Depot för Giessen und Oberheasen: Pelikan-Apotheke. 11646 11188) Ein Parterre,immer (unmöbl.) zu vermietben. Ludwigstratze 44. 10431) Wohn« und Schlafzimmer, möbl., ,u vermtethen. Ludwigsplotz IS, ll. 11495] Möbl. Zimmer zu vermieihen. Bahnhofstraße 56 im Gatten. 11492] Ein einfach möbl. Zimmer zu vermtethen.__________Vrachstraße 4. 11647] Möbl. Zimmer preisw. zu der« miethen. Kaplansgaffe 2, II, Ecke Kreuz. ZwcillellhkrgtrichlkltMmr im Lorderhause zu vermietben. 11661______________«arkt-lah 8. 11580) Kreundl. möbl. Panerre,immer zu vermietben. Grabenstraße 11. 10566] Localitäteu für Bäckerei in der Arant- farterstrafre zu vermietheu. Näh. Westaulage 19, pari. Mitbürger! Unbegreiflich erscheint es uns, daß von Seiten der freisinnigen und natioualliberalen Partei ein so sehr verdientes Mitglied dcS StadworstandeS Herr Andreas Keller nicht wieder vorgeschlagen wurde. Wir erachten cs als eine Ehrenpflicht der Bürgerschaft, 11665 Herrn Andreas Keller bei der bevorstehenden Stadtverordnetenwahl ihre Stimme zu geben. Wele Wähler aus assen Stadttheiten. Nord-Sst! Ihr Wähler von Nord-Ost wisset am besten, was Herr Eduard Hanau für Eueren Bezirk und für die ganze Stadt geleistet, sei es Omnibus, Viehmarkt, Haltestelle und vieles Andere, und was derselbe als Stadtverordneter zu leisten befähigt sein würde. Deßhalb setzt mit uns auf den Stimmzettel an erster Stelle n668 Iirrrn Ouarii Ijanau. Viele Wähler aus der Neustadt. Offene Stellen Tüchtige ZchreillergeseUell auf sofort gesucht. 11654 Will). Heckenrolh jr., Herborn. Sauberer Arbeiter tagsüber zum Zuckerftotzen gesucht. H. F. Nassauer, 11629_________Neuenweg 15.__________ 11645] Reinliches Laufmävchen gegen guten Lohn auf sofort gesucht. 11648] Ein solides, fleißiges Mädchen Xn,an9Eecembet Wo? sagt die Expedition d. Bl.______ Auhfrau gesucht für wöchentlich einen halben Tag. 11670 Lettersweg S9 (Geschäft). 11667] Junges, flinkes Mädchen zum Besorgen von AuSgängen und leichter Arbeit im Hause gesucht. Babnhofftr. 59. 11672] Mädchen sucht eine, auch zwei Laufflellen. Näheres Grünbergerflraße 36. Hinlerb- Kmrf'Gel'iicho- Zwei gebrauchte gut erhaltene Äctenfchränke werden ;o kaufen gefocht. Offerten unter Nr. 11669 an die Ex' pedition dieses Blattes.___________________ sskrsliiltdelies mimnnnnnnnnnnmo Größeres ^nraffo einer LebenS-BerfickerungS Gesellschaft ist an einen cantionefähigen Herrn, welcher fich auch für neue Abschlüsse inierefftrt, zu vergeben. Eventuell Anstellung mit festem Gehalt nicht auS- gefchloffen. Gefl. Offerten unter J. 11679 an die Expedition dieses BlatteS. DOODOQODOOOOQOQOaD Anfrage on he« DetMifien-Vettin. Aus welchem Grunde wurde der gestern Abend stattgefundenen Generalversammlung der an den Vorstand gerichtete Brief und die Drucksache bezüglich des Punktes 4 der Tagesordnung, Stellungnahme zur Stadtverordnetenwahl, vorenthalten? Sämmtliche 5raufleute sollten daraufhin am Wahltage damit antworten, daß sie ihre Stimme einem Manne geben, der schon seit 9 Iahrm Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins ist und seit dieser Zeit die Interessen des Handelsstande- aufs Beste vertreten hat, wie z. B. durch Gründung der Raufmännifchen Fachschule u. s. w., nämlich den fifliifmann AlllI (OtllllJ. 11678 Mehrere Detailliflen. Zwicker von 1 Mark an, Brillen non 50 Pfg. an, geoaa den Augen aopasseud, ___ nach ärztlicher Vorschrift. 11664 Karl Ramstock, ____Uhrmacher und Optiker.____ 3nt Weihnachtsbäckerci empfiehlt: sämmtliche feine Gewürze, Mandeln, Haseluußkerue, Citroueu, Auisöl, Citroueuöl, Puderzucker, Rosenwasser, Qrangeuwasser, Aniskörner, Ammou, Potasche u. f. w. in seit Jahren anerkannter Güte 11671 Otto Schaaf, Fellersmg 39. Lonys Bierkeller. Tooutag, den 5c7. November: Große Künßlkt- unb Spetialitulcn = potfldlung ausgeführt von Baumers Vari^t4 Truppe aus Frankfurt -. M. Anfang 4 und 8 Uhr. Entree: 1. Platz 40 Pfg., 2. Platz 20 Vfg. 11674 wozu ergebens! einladet C. Kruse. Steins Garten (Saalbau). Sonntag den 4. December: Grosses Concert auSgeführt von der Capelle des 1 K81, Kvssre«.Kkgimkllts König Kumbert, 1. KeMes |lr 13, aus Hockenheim unfpr perfönhchfr ßet una nbebnbotften Herrn Heck!._______ Artillerie-Verein Giessen Gamstag den 26 November: 11680 Feier des 3. Stiftungsfestes verbunden mit Geburtstagsfeier Sr. ÄöniaL Hoheit Urs reS Großherzog» Ernst Ludwig und der Großherzogin Victoria Melitta von Hessen. Anfang 8 Uhr. Der Vorstand. Morgens 7 Uhr einzufinden. Krikgelkamkradschiist Gieße«. Die Kameraden, welche fich am Feftzuge bei Enthüllung de- Denkmals Ludwig IV. in Darmstadt betheiligen wollen, haben sich Freitag, den 25. ds. MtS., am Hauptbahnhofe zur Empfangnahme der Fahrkarten 11675 Namens des Vereins: Der Vorsitzende. 3it SliiMvctotinirtriiiualil. Die am Mittwoch stattgehabte Generalversammlung -es Detaillisten- Vcreins hat beschlossen, zu den bevorstehenden Stadtverordncten-Wahlen Stellung zu nehmen. Als ein Mann, der vollauf geeignet und befähigt ist, neben den Interessen des Detailhandels und des Gewerbestandes auch die allgemeinen städtischen Interessen voll und ganz wahrzunehmen, wurde der Vorsitzende des Detaillisten-Vereins i‘682 als Kandidat gewählt, der bereits von den verschiedensten Seiten vorgeschlagen und warm empfohlen worden ist. Wir richten daher an sämmtliche Berufsgenossen und sämmtliche Man wolle gefälligst beachten, daß «Stimmzettel mit dem Namen des Herrn Phil (Mtr, in fitttia Andreis Mr nur dann Giltigkeit haben, wenn dieselben die ausdrückliche Bezeichnung „Vierter“ tragen. Ma« schreibe also: 1166O Wähler die dringende Bitte, für die Wahl des Herrn Balser cinzutreten. Derselbe ist, wie wir in Beantwortung der gestern aufgeworfenen offenen Frage hiermit ausdrücklich erklären, nicht nur deutscher Reichsangehöriger, sondern auch Gießener Ortsbürger und als solcher wählbar. Der Vorstand des Detaillisten-Vereins. MEuIkllV. Bürger rind Einwohner Gießens! Mitbürger! Keine Stimmenzersplitterung! Wenn Ihr nächsten Montag zur Wahlurne geht, so wählt einen Mann, der mit Energie und selbstloser Hingabe, mit Jntereffe und Ver- ständniß jederzeit dos Wohl unserer Stadt im Auge gehabt hat und auch fernerhin haben wird, ohne sich in politische Parteien oder Einzelintereffen zu mischen Dies ist Herr Kaufmann Carl Erlüg III. Dieser Name sollte auf allen Stimmzetteln der Wähler aus allen Ständen stehen, nämlich: Kaufmann Carl Orbig* III. Die nur auf den Namen Carl Orbig lautenden Stimmen ohne den Zusatz Kaufmann oder III. sind ungültig. 11677____________________Mehrere Mähler verschiedener Stände. Mitbürger! Unsere Stadt Gießen, die an Ausdehnung stets gewinnt, entbehrt im Stadtrath Vertreter, welche mit der Stadt und deren Umgebung genau vertraut sind. In diesem Sinne rufen wir unsere Mitbürger zur Wahl aus, einstimmig einzutreten am Montag für die Herren: Philipp Schäfer, Meißbindkrmejster. Karl Weidig, Krauerkibtscher. Heinrich Noll, Kentuer. Heinrich Simon, Fuhruutttükhulkr. Wenn Ihr eS mit den städtischen Interessen wohl meint und keinen Socialdernokraten in die Stadtverordneten-Versarnrnlung bringen wollt, so acceptirt voll und ganz den Wahl- zettel der deutschfreisinnigen und nationalliberalen Partei. 11676 Alle die vielen mit mehreren Bürgern usw. auftauchenden Wahlvorschläge, die doch meist nur Einzeliuteresjen ihre Entstehung verdanken, sind nur geeignet, die Stimmen zu zersplittern. Ein Bürger. J. H. Fuhr, Sonnenstrasse 25. 3ÄT Große n« » Mchnchts-Ausstellung in KindkchjklnMen. Dr. Richter'sche Holz und Steinbaukasten Asse Arten Sekbstöeschästigungs- und Gesellschaftsspiele nach vi-. Heorgens Arövek Laterna magicas und Kinemathographen (Lebende Bilder) Schaukel- und Roll-Pferde, Trommeln, Trompeten, Säbel, Gewehre Puppen-Mückwogeil, massive Leiter- und KuNenwogen, Fäden, ftfhingtn, Ställe, Theater Puppenzimmer, Möbel, Küchen und Küchen-Einrichtungen. Angekleidete Puppen, Puppenköpfe aller Art. - Alle Puppeutheile, alle Größen Gelenkpupprn etc. Gelegercheitsk auf. Ein großer Posten Viele Wähler 11649 Der Vorstand Nächsten Samstag, de« 26. November d. IS., Abends SV« Uhr, findet die Geburts« tagsfeier Sr. Königl. Hoheit deS Grotzherzogs von Hessen im Vereinslocal statt, wozu die dienstfreien Personale um zahlreiches Erscheinen gebeten werden. Gießen, den 22. November 1898. Zum 7. Male! Zum 7. Male!! Im weißen Floßt.! 11658____________ Restaurant großes, gutgehendes Local in bester Lage, an cautionsfähige Leute zu verpachten. Offerten unter Nr. 11644 an die Expedition d. Blattes. Giessener Stadttheater. Sonntag den 27. November Nachmittags 4 Uhr r Normal-Unterkleider, Hosen, Hemden u. Jacken in nur besseren Qualitäten, sowie ein neuer großer Pofte» ess- Winterhandschuhe “E? zu enorm billigen Preisen♦ 11037 J. Kaan ix*., Kreuz. •Merken: •. 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