Nr. 225 Erstes Matt.Sonntag den 25. September 1898 ttNctid eM lntna»*f M Heutet* Du •w^mcr p«wtnNlung««ekicn M $n- mü “ MM arbmrn Lnzeißru ^r bm Girßnur tnyifcr tM^e Amts- und Anzeigeblutt fär den 2treis Gieren. OeöecNen, tptbtttin enb BmOmi: 14 tßr«»« >t. 1. Gratisbellage: Gießener Famllienblätter. •brefft für Drprschm: f teile. Krrnfprechrr 9tx. 61. Amtlicher Theil. Gesunde«: 1 Geldstück, 2 Anhängsel (golbnel Herz unb 1 Kreuz), 1 Taschevmrffrr, 1 Servierte, 1 Handtuch, 1 schwarzer Dameugürtel, 1 Paar Damenhandschuhe, 1 Glacehandschuh, 1 Paar Herrenstrümpfe, 1 Stück seid. Band, 1 wall. Umhangtuch, 6 Taillenstäbe, 2 Fensterläden, 1 Reche», 1 kleine Laterne, 1 Peitsche, 1 Kette und 1 Wagenkapsel. c’J Zugeflogeu: 1 Kanarienvogel und 1 junger Hahn. Gießen, den 24. September 1898. Großherzogliche» Polizeiamr Gießen. Muhl. Deutsche» Aeich. Verli». 23. September. (5 in GeschenfsVr.Kaiser Wilhelm. Die deutsche evangelische Gemeinde in Jerusalem wird dem deutschen Kaiser bei seinem Besuche in der heiligen Stadt eine prachtvolle Bibel widmen. Sie ist jetzt in der Wiirttembergischen Bibel-Anstalt in Stuttgart fertiggestellt worden und ist das erste Exemplar einer ganz neuen, von der Bibelanstalt veranstalteten Ausgabe. Sie bekommt einen wundervoll geschnitzten Oliven« und üedernholzdeckel (nach einem Entwürfe des Oberbauraths v. Goltz, der jetzt in Jerusalem ist). DaS Buch erhält Goldschnitt und feine Kalbleder- und Seidenmoiree-Besätze. Berlin, 23. September. Dce Berathungen d»-» Bun d eS- raths werden, wie die »Kreuzztg." meldet, iu diesen Tagen wieder ausgenommen werden. Zunächst finden jedoch nur Ausschußfitzungrn statt, während daS Plenum erst zu Beginn des nächsten Monats die erste Sitzung nach den Sommer- ferien abhaltrn wird. WaS die Vorlagen für den Bunde»- rath anbrtriffr, so dürste in erster Linie der neurediatrte Eat- Wurf der Re chr BerftchKuugrgrsttz.L t? Betracht kommen, der dem BuudeSrath demnächst zugeheu soll. Ferner soll de« Bundesrath dem Vernehmen nach der Entwurf einer neuen Seemannrordnung zugeheu, die an die Stelle der Veemannßordnung vom 27. September 1872 treten soll. M P.C. Berlin, 23. September. Man nimmt in politischen Kreisen im Allgemeinen an, daß die Einberufung des Reichstags wahrscheinlich erst für den Anfang December zu erwarten sei. Jedenfalls ist vorläufig auch nicht abzusehen, wie rasch oder wie langsam die im nächsten Monat vom Bundesrath aufzunehmenden Arbeiten sich werden fördern lasten. — M.P. C. Die deutsche Flotte weist nach den in den Annalen der italienischen Floiteumediciu von Augusto Zest gemachten Mittheilungen bedeutend weniger Krankheitsfälle als die rusfische und österreichisch-ungarische Flvue auf. Die Zahl der Todesfälle sei sogar noch geringer als selbst bei der italienischen Flotte, deren GlsundheitSzuftaud dem aller übrigen europäischen überlegen sei. Die englische Flotte zeichne flch durch die höchsten Ziffern für Krankheit»-, TodeS- und Entlastungssalle auS, obgleich eS auch in England neuer- dingS beträchtlich bester wird. Ausland. M.P.C. Frankreich. Der französische Marineminister Lockroy wieS in feiner Rede am 20. d. M. in Toulon darauf hin, daß die Rolle der Marine lange Zeit mißverstanden fei. Diese sei im Gegentheil eine besonders wichtige, denn in künftigen Kriegen würden die großen Entscheidungen zur See fallen, wo auch die ersten Schläge gethan würden. Der spanisch-amerikanische Rrieg sei das beste Beispiel dafür. Erft von jetzt ab werde die wahre Bedeutung der Marine erkannt u. s. w. Paris, 23. September. Els»enceau behauptet in der ,Aurore", Oberst Henry habe eine hochgestellte Militär- Person all Mitschuldigen grbabt. Die Ursache des Selbstmordes Henrys werde man später erst erfahren. Eommandant Rrvarty erklärt eS für unrichtig, daß er feine Untersuchung nut gegen Picquart und nicht gegen Esterhazy gerichtet habe- im Gegentheil habe er in seinem Bericht mehrere Esterhazy üderführeude Beweise eingeschaltet gehabt, die er aber durch den Generalstab gezwungen wurde, zu streichen. Oberst Picquart kann mit seinem Advokaten Labori nur mittelst offene« Brief verkehre». Die Uatersochung gegen ihn wird gehet« beführt. M.P.C. Tane«ark. Für das Jahr 1898/99 werden für Kriegszwecke verlangt: 10067 073 Kronen. Petersburg, 20. September. ES giebt wohl jemanden, der nicht die besten Wünsche für das Gelingen der Friedens- beftrebungen empfände- vor der Erfüllung der warmen Wünsche und lebhaften Hoffnungen aber thürmen sich noch große Schwierigkeiten, die nur ein europäischer Staatenbund würde Überwinden können. Ueber die Entstehungsgeschichte der bekannten Friedensnote verlautet, daß — General Kuropatkin, der russische KriegSmtnister, die Anregung gegeben habe. Es sollte die Enthüllung deS Denkmals Alexanders II. durch eine Kundgebung verherrlicht werden, wie sie dem Geiste des verewigten Zaren am meisten entsprach. Und da Alexander II. der Zar-Befreier und der Zar-Friedensfürst heißt, so lag eine Friedenskundgebung sehr nahe. Jedenfalls wurde der Gedanke mit Eifer erfaßt und seine Veröffentlichung in der bekannten Art durchgefühtt. Die losgelaffenen oder aufgerufenen Friedensgeister jenseits der Grenzen wird man nun nicht los, obwohl die Zeitungen gleich nach der Veröffentlichung die Nothbremse zogen, um den Strom allzukühner Hoffnungen zum Stehen zu bringen. M. P. C. Petersburg, 23. September. Im Rückblick auf die stattgehabte Besichtigung der SchwarzenMeer-Flotte durch den Kaiser von Rußland in Sebastopol ist es toter* effani, die Fortschritte zu verfolge», welche diese Flotte in den letzten 16 Jahren gemacht hat. Die Wtederschaffuug der Schwarzen Meer-Flotte, welche im Krimkriege zerstört wurde, datirt vom 6. Mai 1884, ali das erste der neuen Panzerschiffe, Tschetma, unter großen Feierlichkeiten in Gegenwart Alexander UL in Sebastopol vom Stapel gelaffen wurde. — Die Flotte besteht jetzt aus 7 Panzern erster Klaffe: TscheSma, Siuape, Ekaterina II., Dveradzat Apostoloff, Georgi Pobie- donoffetz, Tri Sviatstelya und RostiSlaff. Der gedeckte Kreuzer Pamyak Merkuri- 6 Kanonenboote: Tschornomoreh, Teretz, Kubanetz, Donetz, Mraletz und SaporoShetz, 3 Torpedokreuzer : Eaptain Jack, KasarSki und Griden. 22 Torpedoboote und 2 TorpedotrauSportboote: der Boug und Dunai. Die ge* sammtrn 41 Fahrzeuge hab^n einen Tonnengehalt von 90 000 t Hierbei find 3te verschiedenen HLsrnvcrthridtgttagSschiffe nicht «itgerechnet. M. P. C. New York, 23. September. Nach eine« New- Dorker Journal hat ein amertkanischer Ingenieur eine automatische Karabiner-Pistole erfunden, deren Magazin 16 Patronen aufnimmt, welche mit enormer Schnelligkeit verfeuert werden können. Der Erfinder hofft mtt einem Gurtband an Stelle des Magazins demnächst 150 Patronen hintereinander abfeuern zu können. Infolge der Länge des Laufs ist die neue Pistole etwas größer als ein gewöhnlicher Revolver. Die Waffe hat einen abnehmbaren Kolben. DaS Geschoß soll noch auf 1350 Meter tödtlich sein - auf 350 Meter wird ein 10 Ceutimeter starke- Fichtenbrett durchschlagen. Tas Programm des Gietzener Stadttheaters für die Spielzeit 1898/99. Von Dr. M. Schilling. Herbstanfang! Wenn die Tage allmählich abnehmen und die Abende länger werden, dann rüsten sich die Theater zur Wintercampagne. Die Directoren versenden die neuen Spielpläne, und da» Publikum wird zum Abonnement ein- geladen. Was ist es, das die Menschen immer wieder ins Theater lockt? Was reizt sie immer wieder, Thaliens Tempel zu betreten? Es ist die Freude an dem farbigen Abglanz des Lebens, der uns dort geboten wird. Wir wollen dort das Leben wiederfinden, alles, was uns selbst himmelhoch jauchzen läßt und zum Tode betrübt, wir suchen uns selbst wieder aus den Brettern, die die Welt bedeuten; und alles, was außerhalb unserer Interessensphäre liegt, wird kühl beurtheilt oder gar abgelehnt. Uns kann nur menschliches Leid rühren, das uns selbst täglich im Kampfe de» Lebens zustoßen kann; wir können uns nur über menschliche Freuden belustigen, die uns selbst täglich auf dieser wunderschönen Erde zu Theil werden können. Diesen Grundsatz hat zum Glück unsere moderne dramatische Kunst immer mehr befolgt. Unter den Novitäten, die die Direction für diese Spiel- zeit ankündigt, ist keine Richtung besonder» ausgezeichnet, keine unverdient zurückgefetzt. Neben Wildenbruch» „König Heinriche und den .Lluitzow»" — die übrigens schon ein recht stattliches Alter haben — finden wir de» jugendlichen Georg Hirfchfelds modern-realtstische» Drama ,2)ic Mütter" und Mox Halbes „Mutter Erde", ein sehr fein psychologische» Werk, da» in des Dichters Heimach, in Ostpreußen, angefiedelt ist. Gerhatt Hauptmann, zweifellos der größte Kür.stler unter den jetzigen Bühnendichtern, ist mit, Hannele" vertreten, einem visionattigen Werk, das in einem schlesischen Armenhaus mit packender Realistik anhebt, uns den irdischen Leidensweg eine» von Gott und den Menschen verlassenen^Findel- kindes darstellt und uns schließltch die Pracht des Himmels aufschließt. Der Dichter wagte es sogar, den Heiland, der die Züge von Hannele» Lehrer Gottwald trägt, auf der modernen Bühne auftnlen zu lassen, eine für unsere zum Theil superrigorose Zeit unerhörte Neuerung, die, in den Mysterien des Mittelalters begründet und beliebt, einen Sturm der Entrüstung bei empfindlichen Geistern hervorrief. Ganz auf religiöses Gebiet führt uns Sudermann» „Johanne» der Täufer", für den ein vorsichtige» Polizetverbot feiner Zeit unnöthig Reclawe machte. Dieses jüngste Werk Sudermann- Hat eine geteilte Aufnahme gefunden; man bat mit Recht betont, daß er der biblischen Gestalt des Vorläufer» Christi nicht vollauf gerecht geworden ist oder doch daß er sie un» nicht menschlich nahe zu bringen vermochte, während die Figuren der Herodias und der Salome meisterlich getroffen sind, allerdings mit einem bedenklichcn Stich ins Moderne, an Berlin W. gemahnend. „Vafantaftna" wird uns die Märchenwelt des Orients erschließen; auf Cypern spielt da» graziöse Märchen „Der Talisman" von Ludwig Fulda, der uns in allerjüngster Zeit vermöge feines glänzenden Formtalents des Franzosen Rostand geistsprühendcs Spiel „Eyrano de Bergerac" eingedeutscht hat. Von sonstiger auswärtiger Literatur wird uns „A basso porto" mit derbrealistischen Scenen au» dem modernen italienischen Volksleben bekannt machen, und „Johanna" wird den jungen Björn Björnfon erstmalig bet uns zu Wort kommen lassen mit einer interessanten Studie, der zum Schluß leider der dramatische Athem ausgeht. Mit den Lustsp elen war es von je bei un» arg bestellt, Ausländer pflegen gerne zu sagen, die Deutschen müssen doch ein sehr ernste» Volk fein, denn sie haben nur 3 klassische Lustspiele: Lessing» „Mmna", Kleists „Zerbrochener Krug" und Freytags „JournaUsten". Es steckt em Körnchen Wahrheit in diesem Vorwurf, denn unfer Schiller hat der deutschen Bühne nicht, wie Shakespeare den Engländern, eine Reihe von Lustspielen geschenkt. Schwankfabrikanten allerdings haben wir genug, doch deren Producte haben ein ephemeres Dasein: ein Jahr begehrt und dann für die Ewigkeit verschollen. Obenan stehen natürlich Blumenthal und Kadelburg, deren „weißes Rößl" wohl über alle deutschen Wrlt-Bretter gesprungen ist. Es ist ein recht lustiges Ding mit geringer Handlung, alten Lustspieltypen und einer Fülle neuer Witz- worte. Die Krikik muß gegenüber dem Erfolg verstummen, d. h. alle Kritik ist zwecklos, denn im Berliner Lessing Theater feiert da» „Rößl" diese Woche sein zweihundertstes Jubiläum; und wenn der Recensent ein noch so saures Gesicht macht, J die Autoren lachen sich vergnügt ins Fäustchen. Dann folgt - die Berliner Schauspielerfirma Jarno und Fischer mit dem I „Aschermittwoch" und die Herren Stein und Walther mit dem „Opferlamm". Ein höhere» literarisches Interesse beanspruchen nur Ernst von Wolzogens „Unbeschriebenes Blatt" und Ludwig Fuldas „Jugendfreunde", die uns einen ausgezeichneten 2. Act beschert haben. Fulda und Wolzogen: in deren Hand ruht die Zukunft des deutschen Lustspiel», wenn auch dem letzteren nach einem grandiosen „Lumpev- gefindel" nicht» Nennenswerthe» mehr gelungen isi. Unter den Volksstücken verdienen Victor L6ons „Geblldete Menschen", denen in Frankfurt Strohecker zum Sieg ver- Holsen, und de» ehemaligen Wiener Burgdireclor» Max Burck- hardt „'s Katherl" Auszeichnung. Burckhardt hat sich mit feinem Wiener Volksstück den Naimundprei» errungen, wenn auch fein Stück einen höchst unbefriedigenden Eindruck hinterläßt. Der Conflict ist mühsam ersonnen, der Bau noch unbeholfen, die Handlung macht Quer- und Seitensprünge, nur die Characteristik bet Personen vermag für diese Mängel zu entschädigen. Entschieden glücklicher war Burckhardt mit der frischen Sotyre „Die Bürgermeisterwahl". Unter den Volksstücken vermissen wir leider Philipp Langmanns „Battel Turafer", ein ins Oesterreichische übersetztes Weber-Drama, das einen bedeutenden Platz unter den Neuheiten der letzten Jahre verdient, umsomehr da eS der erste Wurf eines vorher völlig unbekannten Autors ist. Wir vermissen ferner unter den älteren Werken, die zur Aufführung vorgesehen sind, namentlich die Volksstücke Anzen- grubets. Er darf heute auf keiner Bühne mehr fehlen. Das königl. Schauspielhaus in Berlin und die Wiener Hofburg haben diesem trefflichen Dialectdichter nicht länger den Eingang wehren können. Der Dichter des „Pfarrer von Kirchfeld" hat sich längst feinen Platz in der Literatur erobert. „$)er Meineidbauer", „Das vierte Gebot", „Der G'wissevs- wurm" und die köstliche Bauernkomödie „Doppelselbstmord": der bloße Titel erweckt herrliche Erinnerungen. Allerdings, Anzengruber erfordert gute Schau'pieler, die vor Allem den Dtalect beherrschen müssen; ein guter Grillhofer oder Wurzel- sepp ist der deutschen Bühne ebenso nöthig, wie der Jambenheld von Posa. Zu kurz gekommen scheint uns auch Grillparzer, der allerdings nur schwer bei uns Fuß zu fassen vermag, und Ibsen, dessen Rosmersholm nicht recht genießbar ist, wenn man den Magus im Norden nicht aus dem Ff kennt. Neben den „Stützen der Gesellschaft" soll „Nora" nie fehlen, man versuche sich an der „Wildente", man messe seine Kräfte am „John Gabriel". Unterdrücken wollen wir zum Schluß auch nicht unsere Bedenken gegen die Aufführungen allzu personenreicher Stücke; wahrlich der Regisseur ist nicht zu beneiden, der mit 22 Per- sonen einen „Tell" oder einen „Götz" auf einer so kleinen Bühne wie der hiesigen insceniren soll. Und nun Glück auf zur Campagne! Full steam ahead! Locale- und provinzielles. Sieße«, 24. September 1898. Lobende Aaerke«v«»g seitens des Großherzoglichru Ministerium- der Justiz für die Geschäftsführung im Jahre 1896 wurden. A. auch dem StaudeSbeamteu zu Atzenhain zu Theil. • • Schuldienst-Nachrichten. Am 16. Juli wurde dem Schulamtsaspirauten Otto Nungesser au-, Eberstadt eine Lehrerstelle au der Gemeindeschule zu Arheilgeu, Kreis Darmstadt, — an demselben Tage wurden den Schulamts- aspiraoten Jacob Alt und Carl Sauer, beide au- Lich, Lehrerstellen — die 4., bezw. 7. — au der Grmetudeschule daselbst, — am 20. Juui wurde dem Schullehrer Ludwig Alleudörfer zu Helpershaiu die Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Altenhain, Kreis Schotten, — an demselben Tage wurde dem unter Vorbehalt seiner Rechte als definitiv augestellter Bolk-schullrhrer zu Osthofen als Schulverwalter zu Hohen-Sülzeu, Kreis Worms, verwendeten Schullehrer Friedrich Emmert die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hoheu-Sülzeu übertragen- — au demselben Tage wurde der von dem Herrn Fürsten zu Stolberg- Roßla Ortenberg auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Mittel-Seemen, Kreis Schotten, präseutirte Schulamts- asptraut Heinrich Rausch aus Bessungen sür diese Stelle bestätigt- — am 23. Juli wurde dem SchulamtSaSptrauteu Franz Schmidt aus Dromersheim ^eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Friesenheim, KretS Oppeoheim, — am 27. Juli wurde dem SchulamtSaSptrauteu Georg Heidt zu Friedberg die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Heidelbach, Kreis Alsfeld, übertragen- — am 30. Juli wurde der von dem Herrn Fürsten zu Isenburg Btrsteiu auf die 1. Lehrerstelle au der Gemeindeschule zu Geinsheim, Kreis Groß-Gerau, präseutirte Schullehrer Daniel Hamann daselbst für diese Stelle bestätigt- — am 6. August wurde der von dem Herrn Fürsten zu Jsenburg-Btrsteiu auf die 2. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Müaster, Kreis Dieburg, präseutirte SchulamtSaSpirant August Hummel aus Wolfsheim für diese Stelle, — am 10. August wurde -er von dem Herrn Grasen zu Erbach-Fürstenau auf die 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Steinbach, Kreis Erbach, präseutirte Schullehrer Philipp Hoffart daselbst für diese Stelle bestätigt- — au demselben Tage wurde dem Schulamtsaspirauten Peter Kadel aus Birkenau eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Horrweiler, Kreis Biugen, — am 13. August wurde dem SchuSamtsaspirauten Joseph Vock aus Heppenheim a. d. B. eine Lehrerstelle au der Gemeindeschule zu Kempten, Kreis Bingen, — au demselben Tage wurde dem Schulamtsaspirauten Carl Benner aus Müozeuberg eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Butzbach, Kreis Friedberg, übertragen - — an demselben Tage wurde der von dem Herrn Grafen von Schlitz, gen. • von Görtz, auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hutzdorf, Kreis Lauterbach, präseutirte SchulamtSaSpirant Carl Steinbach aus Bieber für dtefe Stelle bestätigt- — an demselben Tage wurden den Schulamtsaspirauten Friedrich Wilhelm Diehl aus Albavh (Nordamerika), Leonhard Hotz aus Fränkisch-Crumbach, Friedrich Daab au-Retuheim und Jacob Thierolf au- Neustadt i. O. Lehrerstrllen an der Volksschule zu Offenbach, — an demselben Tage wurde dem Schullehrer Richard Karner zu Wackernheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Heide-Heim, Kreis Bingen, — au demselben Tage wurde dem Schulamtsaspirauten Christian Hassenzahl aus Pfungstadt die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Vaitshain, Kreis Lauterbach, übertragen. *♦ Erledigte Lehrerstelle«. Erledigt find: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Diebach a. H., Krei- Büdingen. Mit der Stelle ist Organistendteust verbuaden. Dem Herrn Fürsten zu Ysenburg und Büdingen steht das PräsentattonSrecht zu derselben zu. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu RudloS, Kr. Lauterbach. Mit der Stelle ist Kirchendtenst verbunden. Die mit einem evangl. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ruppertsburg, Kreis Schotten. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Auuerod, Kreis Gießen. Mit der Stelle ist Organisten- und Lecrorendienst verbunden. Die mit einem evaugeltfcheu Lehrer zu besetzende 2. Lehrerstelle au der Gemeindeschule zu Gründau, Kreis Büdingen. Live mit einem evaugel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Himbach, Kreis Büdingen. Mit der Stelle ist Orgautstendtenst verbunden. Drm Herrn Grafen zu Useuburg und Büdtugeu in Meerholz steht baß Präsentations. recht zu derselben zu. Die mit eiuem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Michelnau, KretS Büdtugeu. Sämmtlich mit dem gesetzlichen, uach dem Dienstal-er sich bemess uden Gehalte. * » Kirchliche Dieustuachrichteu. Am 12. August wurde dem Domcaplan Johanne- Flath zu Mainz die katholische Pfarrstelle zu Horchheim, Decanat Worm-, mit Wirkung vom 1. September an, — am 24. August wurde drm Rector an der Nothktrche zu Offenbach, Johanne- Gärtner, die katholische Pfarrstelle zu Wald-Michelbach, Decanat Heppenheim, mit Wirkung vom 1. September au, übertragen. • • Bürgermeister-Konferenz. Eine in vergangener Woche im Restaurant zum Löwen stattgehabte Conferenz der Bürgermeister de- Kreise- Gießen sprach sich energisch gegen die Vorlage betreffend die Einführung des Notariats in Oberhessen aus. Mau war allgemein der Ansicht, daß, wenn man auch die OrtSgerichte neben den Notariaten vorerst noch bestehen lassen wolle, dies doch der erste Schritt zu deren demnächstiger Beseitigung sein würde und daß es im Jutereffe der Bevölkerung, besonders der auf dem Laude liege, daß die OrtSgerichte, so wie fie beständen, erhalten blieben. Die Confereoz beschloß, eine Petition au die Zweite Kammer durch die Bürgermeister iu den einzelnen Gemeinden ctrculireu zu lassen, welche die Kammer ersucht, die Vorlage betreffend die Einführung des Notariat- in Oberhessen und Starkenburg abzulehnen. — In einer Besprechung betr. die Feterabendstuvde auf dem Lande wurde dem Bedauern Ausdruck gegeben, daß gegen die Spiunstuben Sturm gelaufen werde- die Spinnstube trage als etwas Althergebrachtes zur Hebung der guten Sitten und de- Volks« gefaugeS bet, namentlich wenn ältere Gemeinde-Mitglieder diese Zusammenkünfte der Jugend beaufsichtigen. Die Versammlung nahm schließlich folgende Resolution an: ES ist als ein arger Mißstand zu erachten, daß viele Eltern ihren Töchtern gestatten, anstatt der altherbräuchlichen Spinustuben öffentliche Wirthschaften zu besuchen. Die Conferenz ersucht deshalb die Eltern, ihren Töchtern den Wirths- Hausbesuch zu untersagen uad für Errichtung von Spiun- stubeugestllschafteu zu sorgen, iu deu Spinustuben die jungen Leute aber niemals ohne Aufficht von Erwachsenen zu lassen, und dafür zu sorgen, daß iu diesen Bereinigungeu mehr als bisher dem Volksgesang die ihm gebührende Pflege zu Theil wird. • • Für Ausflügler. In Folge Eröffnung der Bieber- thalbahu lassen sich nachstehende Ausflüge bequem aus- führen: 1. ab Station Heuchelheim, Heuchelheimer Mühle, Kiuzeubach, Grube Morgenstern, Schwarzbachthal, Hof Bubenrod (schwarze Dreiecke) mit den Abzweigungen rothe Punkte Himberg und Wegweiser uach der „Dicken Eiche". 2. ab Station Abendstern am Grenzweg hin nach Norden zum Gleiberg uach Süden über Kiuzeubach, Dorlar nach Wetzlar beide rothe Punkte. 3. ab Station Rodheim über Himberg, Waldgirmes, Naunheim, Wetzlar (blaue Dreiecke). 4. ab Station Bieber (rothe Doppelpunkte) uach Fellingshausen, Düusberg, von dort rother Strich zum Düusberg. Rehmühle, Obermühle, DüuSberg; ab Rehmühle rothe Striche. Hof Bubenrod rothe Kreuze bis zum Weg Rehmühle, Bubenrod von dort rothe Striche. Durch das Bteberthal über die Obermühle, Königs- berg nach Hohensolms (schwarze Dreiecke) von dort Altenburg rothe Striche und weiter über Bubeurod zurück oder Blas- öachthal, Wetz^r. ES empfiehlt fich bei dieseu^AuSflügen bit Karte der mit Farbenzeicheu verfehruen Wege zu benutzen, welche er ermöglicht, noch viele andere lohnende Touren im Anschluß an obige au-zuführen. Die Karte ist tu allen Buch- und Papierhandlungen zum billigen Preis von 1.25 Mk. auf Leinen gedruckt zu haben. * * RadsportlicheS. Das Schlußreuneu am 2. October soll sportlich großartig gestaltet werden. Sensationell wird fraglos da- Rennen um die 25 Kilometer-Meifterschaft von Süddeutschlaud sür Herreufahrer durch die hierbei mitwirkeu- den Schrittmacher werden. ES werden nicht nur wie bei unseren früheren Radwettfahrten Zweifitzer, sondern auch Drei- und Bierfitzer als Schrittmacher auf der Bahn erscheinen, wodurch daS Feld für den Zuschauer rin immer wechselnde- Bild bekommt und ebenso die Chancen deS Gewinnens der einzelnen Fahrer fich spannend gestalte« werden. * • Deu ersten Gewiu« der Butzbacher AuSstelluugSlotterie hat Fräulria Stork hier, Tochter des Herrn Collegienhaus- Verwalter- Stork, gewonnen. Infolge unserer gestrigen Notiz, uach welcher der Gewinn noch der Abholung harrte, wurde der Vater der Gewiuueriu, welch» fich in ärztlicher Behandlung in der hiesigen Klinik befiadet, erst zum Einsehen der Liste auf unserer Expedition veranlaßt. * * Heber «pselblütheu wurden uns iu diesen Tagen so häufig mündlich und schriftlich Mittheilung gemacht, daß wir fie al- „Seltenheit" nicht mehr notiren können. Weiterbericht, lieber den britischen Inseln lagert der Kern eine- barometrischen Maximum-, von dem au- fich noch ein keilförmiger Ausläufer in südöstlicher Richtung bis uach Süddeutschlaud herein zieht. Im Urbrigeu ist die über der Ostsee und Scandinavten gelegene Depression ostwärts gewandert und hat dabei ihren Einfluß auch nach Süden etwa» weiter ausgedehnt. Auch jenseits der Alpen hat der Luftdruck abgeuommen. Ferner scheint vom atlautischeu Ocrau her ein neues Minimum zu nahen. —Voraussichtlich e Witterung: Wolk-ge-, ziemlich kühles Wetter mit stellenweiseu leichten Niederschlägen. Die „Gießener Famittenbliittkr" werden im neuen Quartal eine lebensgetreue, fesselnde Erzählung von P. Ditfurth, betitelt: „In der LorenMsse" bringen. Veemrschte-. * Souderburg, 22. September. Mit dem amerikanische«- Kriegsschiff „Maine" ist der auß dem benachbarten Dorf Blaus stammende Seemann Jörgen Lorenzen in die Luft gesprengt wordeu. Seine betagte Mutrer, eine ia dürftigen Berhältniffen lebende Wittwe, wohnt in dem genannten Dorfe. Die amerikanische Regierung hat der Frau kürzlich eine einmalige Unterstützung von 2100 Mk. gewähre. Außerdem hat die Union ihr eine dauernde Unterstützung vo« 560 Mk. jährlich zugesichert. * Ein Rüffel — so lautet eine kleine Geschichte von Karl Ewald, die wir unseren Lesern nicht vorenthalten möchten. Der Verfasser erzählt: Ich saß vor dem Cafs d'Angleterre und wunderte mich, daß ein kleiner Bursche, der alle Tage von mir 2 Pfennige zu Kuchen erhielt, fich noch immer nicht hatte sehen lassen. Gestern hatten wir ihm in einem augenblicklichen Anfall von guter Laune ein blankes Markstück gegeben. Noch sehe ich sein Erstaunen, sein strahlendes Antlitz und die Eile, mit der seine kleinen nackten Füße nach diesem unerwarteten Ereigniß über den Marktplatz davoneilten. Da stand er plötzlich neben meinem Tisch. Ich blickte von meiner Zeitung auf — er hatte rothe, geschwollene Augen. Ein ärmlich gekleideter Mann hielt ihn an der Hand. „Ist es der Herr dort?" fragte der Mann und zeigte auf wich. „Dann mach, daß Du nach Hause kommst." Der Junge eilte davon. Ein Kellner erschien und ersuchte den Mann, fich so schnell wie möglich zu entfernen. Der aber blickte ihn mit den durchdringenden Augen seines mageren Antlitze- an und schien nicht gehen zu wollen. „Ich bin nicht hierher gekommen, um zu betteln", sagte er. „Ich habe mit dem Herrn dort zu reden." „Das stimmt", sagte ich. Er nahm auf einem Stuhle mir gegenüber Platz und ging ohne weitere Einleitung auf sein Ziel los. „Ich wollte den Herrn nur fragen, wie der Herr dazu kommt, meinem Jungen Geld zu geben." „Nun — ja. Ich gebe ihm öfter zwei Pfennige zu Kuchen. Hat er irgend welchen Schaden dadurch genommen?" „Gestern gab der Herr ihm eine Mark. Will der Herr vielleicht wissen, wie es damit ging? Auf dem Hofe zu Hause war ein anderer Junge, der nahm ihm das Geldstück fort. Er wurde angezeigt und heute Morgen ergriffen, ’n böser Schlingel, der doch früher oder später hinter Schloß und Riegel gekommen wäre. Aber das ists auch nicht, wovon ich reden wollte. Ich bin nur ein armer Mann, doch möchte ich gern ehrlich bleiben, so lange ich kann, und meine Kinder sollen es auch sein." „Ja — ich räume ein, daß ich unüberlegt gehandelt habe . . ." Er unterbrach mich durch eine Handbewegung. Er war hierher gekommen, um — seine Meinung zu sagen und kümmerte sich wenig um meine Einwendungen und Entschuldigungen. „Will der Herr den Jungen zu sich nehmen?" fragte er. „Dar kann iA»gelifche • tetinbt. Getraute. MattbäuSgemeivde. Den 17. September. Gustav Max Schöne, Schriftsetzer zu Gießen, und Eltsabethe Sand au« Gießen. MarkuSgemetode. Den 20. September. Friedrich Robert HanS Wolfgang Prutz, Dr. med., practtfcher Arzt zu Königsberg i.Ostpr, und Clara Emilie Marte Hermine Langermann, Tochter de» Großh. Oberamtsrichters Karl Langermann zu Gießen. JohanneSgemetnde. Den 18. September. Friedrich Jacob Heyd, Kaufmann zu Butzbach, und Julie Wilhelmine Kröll, Tochter deS Kaufmann« August Kröll zu Gießen. Getaufte. Matth仫 gemein de. Den 18. September. Dem Taglöhner Heinrich Weber etne Tochter, Elisabeth, geboren den 18. August. Denselben. Dem Schuhmacher Wilhelm Strack eine Tochter, Anna Luise Mathilde, geboren den 23. Jult. Den 19. September. Dem Schneider Georg Schmidt ein Sohn, Wilhelm Ntkolau«, geboren den 5. August. Den 23. September. Dem Kutscher Philipp Blum ein Sohn, Wilhelm, geboren dm 24. August. MarkuSgemetnde. Den 18. September. Dem Rauchwaarenhändler August Kretzschmar etne Tochter, Marte Amalte Christiane Mathilde, geborm dm 26. August. Johanne«gemetnde. Dm 18. September. Dem Bierbrauer Wilhelm Rentmeister eine Tochter, Kathartne Marte Anna Sophie, geboten den 26. Juli. Denselben. Dem Kaufmann Carl Müller ein Sohn, Hellmuth, geborm den 3I./Jult. Dmselbm. Dem praktischen! Arzt Dr. Friedrich Schltephake ein Sohn, Friedrich Hubert Wilhelm Carl, geborm den 11. Juli. Beerdigt«. Matthäu« gemein de. Dm 18. September. Anna Marie Horn, Privattn, 74 Jahre alt, starb dm 17. September. Den 20. September. Gustav Ruppel, Kaufmann, oerheirathet, 29 Jahre alt, starb dm 18. September. Den 21. September. Wilhelmine Bötticher, Rentnerin, 72 Jahre alt, starb den 19 September. Den 23. September. Elisabeth Veltm, Tochter des verstorbmm Taglöhner« Heinrich Veltm, 8 Jahre alt, starb den 21. September. MarkuSgemetnde. Dm 21. September. Michael Brauer, ein Wittwer, Oeconom, 83 Jahre alt, starb den 19. September. LukaSgemeinde. Den 20. September. Lina Kullmann, geb. Jöckel, Ehefrau des LandgertchtSrathS t. P. Gustav Kullmann, 70 Jahre alt, starb den 18. September. Dmselbm. Sophie Clara König, geb. Hermann, Ehefrau de» H-utbotsten 1. P. Peter König, 71 Jahre alt, starb den 18. Srptbr. Gottesdienst in der Synagoge. Montag den 26. September 1898: BerföhnungSfeft. Bor« abend 6 Uhr Predigt, Morgens 7“ Uhr. Predigt mit Seelen- feier 11 Uhr. Rachmittags-Predigt 5irtY§chaft Gießen, 24. September. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.90-1.10, Hühnereier per St. 0—0 2 St. 13—15 H, Enteneier 2 St. 00—00 Gänse- eier per St. 00—00 H, Käse 1 St. 5—7 H, Käsematte per St. 3 Erbsen per Liter 18 H, Linsen per Liter 30 Tauben per Paar X 0.60—0.70, Hühner per St. X 1.00-1.20, Hahnen per Stück X 0.80—1.20, Enten per St. X 1.80—1.20, Gänse per Pfund X 0.00—0.00, Ochsenfieisch per Pfd. 66—74 Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62-66 Schweinefleisch per Pfd. 68—76 H, Schweine- fleisch, gesalzen, per Pfd. 80 Kalbfleisch per Pfd. 62—64 Hammelfleisch per Pfd. 50—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 5.50 bis 8.00 X, Weißkraut per St. 0—00, Zwiebeln per Ctr. X 5.00—5.50, Milch per Liter 16 Dauer der Marktzeit von 8 Uhr Morgens biS 2 Uhr Nachmittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden. Neueste Nachrichten. Depefchm bet Bureau „Herold*. Wie», 24. September. Blättermeldungen zufolge wird die Wiener Sicherheitswache vom 2. December ab in einen Strike eintreten, wenn ihr seitens der Behörde keine Gehaltserhöhung bewilligt wird. Paris, 24. September. Dte Revtstons-Eommission hat gestern bereit» ihre Arbeiten beendet. Wie verlautet, find zwei Mitglieder der Commtsfion der Auficht, daß kein Grund zur Revision vorltege. Die Freunde BriffonS hielten vertraulich bei einflußreichen Parlamentariern Umfrage, wie eine sofortige Einberufung des Parlament» zum Zweck der dringend vorhweudtgen Unterstützung der Autorität der Eivil- gemalt ausgenommen werden könnte. Man glaubt, die Maiorität werde die Einberufung wünschen, sobald die Re« vtfiooS-Eowmisfion die Acten an den EaffationShof übergeben hat. Den Termin für die Einberufung de» Parlament» wird der Ministerrath in seiner Sitzung am Dieo»tag festsetzeo, vorausgesetzt, daß bi» dahin kein ernster Zw scheufall sich ereignet und die Straßen rubiq blcibkn. Pari», 24. September. Nach der gestrigen AbendsitzunM des Revisions-Ausschusses versammelten sich die Mitglieder desselben im Justizministerium nochmals zu einer Besprechung. Auch heute Vormittag wird eine solche stattfinden. Alsdann wird das Resultat der Untersuchung dem Justiz- Bei Todesfällen übernimmt die Buohdruckerel des Giessener Anzeigers, Schalstraese 7, die schnellste Anfertigung von Trauerbriefen und Danksagungskarten, welche auf Wunsch couvertlrt geliefert werden. Minister mitgetheilt werden und ein neuer Ministerrath statt- finden. Pari», 24. September. Die letzten Berichte au» radicaler Quelle gehen dahin, daß der RevisionS-AuSschuß sich für die Revision deS DreyfuS-Processe» ausgesprochen habe, und daß die Minister bereits über diesen Entschluß informirt seien. Die officiöse Nachricht wird erst heute bekannt gegeben werden. Man sieht in dieser Geheimhaltung des Beschlusses eine Verhaltungsmaßregel gegen etwaige Anschläge des Generalstabes. Pari», 24. September. Die Gattin de» Deputirteu Paulmier, der gestern tu der „Lanterne" heftig angegriffen wurde, erschien auf der Redactiou diese» Blatte» uvd verlangte Millerand zu sprechen. In deffen Abwesenheit wurde Frau Paulmier vom Secretär Olivier empsangeo, auf welchen fie sechs Revolverschüffe abfeuerte, von denen drei trafen. Olivier foll schwer verletzt sein. Frau-Paulmier ließ fich ruhig verhasteo. — Prinz Loui» Napoleon ist au» Rußland hier etogetroffea. Bisher haben dte Bonapar- tisten fich jeder Stellungnahme zur RevifionSfrage enthalten. Da» Gerücht von der Absetzung de» General» Zarlioden erhält fich. Paris, 24. September. Anläßlich de» bevorstehenden Jubiläums der Marseiller kausmäunischen Gesellschaft werden die Minister Briffon, Pehtral und Marnejoull» dort die breonenden Tagesfragen erörtern. Da» Marseiller Armee-Corp» cowmandtrt seit der Versetzung de» General» Zurlinden von Marseille nach Pari» der General Metzinger, deffen heftige aotirevifionistische Kundgebungen viel besprochen wurden. Gerade dort will dte Regierung da» spannungsvoll erwartete kräftige Lebenszeichen geben. In Toulon will der Martoemiuister Lockeoy die im Marine- Offiztercorp» mehrfach vorhandenen Sympathien für dir Revision de» DrehfuS-ProceffeS festigen. London, 24. September. „Daily Mail" will erfahren haben, daß ein Ueberetnkommen zwischen Frankreich und England erzielt worden sei bezüglich FaschodaS. Loudon, 24. September. Au» Peking laufen noch immer widersprechende Nachrichten ein. Der kaiserliche Palast soll von Li-Hong-Tschaugs Truppen umzingelt sein. Die Kaiserin will Prinz Kang» Onkel auf den Thron setzen. Auf den Kopf de» entflohenen Prinzen Kan find 2000 Doll, ausgesetzt. Er wird einer Verschwörung zur Ermordung de» Kaisers bezichtigt. Mölkau, 24. September. Dte Bergarbeiter tm Ostrau-Karwiner Kohlenrevier verlangeu eine Lohnerhöhung und Verkürzung der Arbeitszeit. Sie drohen tm Falle der Nichtbewtlligung der Fordernvgen mit eine« Strike. Kaudia, 24. September. Der Gouverneur forderte nochmals dte Muselmanen auf, sämmtltche Waffen sofort eiozultefera, da heute genaue Haussuchungen vorge- vommen würden. Bon den aus dem türkischen Arsenal geraubien 7000 Martini-Gewehren find erst etwa 700 ein« geliefert worben. ______________ Um die erfahrungsgemäß beim Quartals- Wechsel eiutretendeu Störungen im Bezug zu vermeiden, ersuchen wir unsere verehr- licheu Postabounenteu, schon jetzt die (8r- Neuerung ihres Abonnements bei den betreffenden Poftanftalteu bewerkstelligen zu wollen. ApMon des Gießener Anzeigers. 4kvllci(U'ruiiiU'ii Versteigerung. Dienstag den 27. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, versteigere id) Neustadt 55 dahier gegen Baarzahlung: 1 Fahrrad, mehrere Oelgemälde, drei Dutzend Filzdüte, 1 Schnellpresse, 2 Sophas, 1 Waschkommode, 1 Nachttisch, 1 Spiegel, ' Portiere, 2 Tische, 1 Glasschrank und andere Sachen. »480 vorn, Gerichtsvollzieher. (Üinpffhliiiißen Stöbt. SchlachthMS. Freibank. 9313 Heute und Montag: VchsruMch 50 W. ^Xamen- und <3 Kinderkleider werden geschmackvoll angefertigt 9436 lötflanlogr 3,2. Stock. Uermietstungen 9462] Haus zum Alleinbewohnen, 10 Zimmer, 4 Kabinetts rc., feinste Lage, großer, schöner Garten, zu vermiethen. Näheres in der Exved. d. Bl._________ 9463] Wohnung tn schönster Lage, 5 Zimmer, Balcon, großer ©arten, an ruhige Leute sofort zu vermiethen Näheres in der Erpedition d. Bl. 9466 Schöne 2-Zmlmerwobnung zu vermiethen. Srünbergerstr. 50. 9467] Zwei Zimmer, Küche und Zu- behör zu venn. Ederstraße 6, IL 9448] Ein Logis, 2 Zimmer, Küche u. Zub. iu verm. Schützenstratze 29. 9449] Ern Logis zu vermiethen. Th. Bogt, Löwengasse 17. 8096] Schillerstraße 13, Ecke der Nordanlage, ist eine Wohnung, bestehend auS 4 oder 5 schönen Zimmern nebst allem Zubehör (Waffercloset, Bleichplatz:c.), per 1. November oder früher zu vermiethen. I. Rothschild, Schillerftraße 13, II. 94501 Ein leeres Zimmer, vor d. Corrib., mü Keller zu verm. Steinstraße 42. Daselbst ein Kinderwagen ;u verkaufen. 9431] Zwei 3 - Zimmer - Wohnungen, parterre und 1. Stock, zu vermiethen. _____________Grftnbergerstraße 3. 9432] Eine kleine, freundl. Wohnung im Hin'erhause, mit Benutzung des Bleiche Platzes, bis zum 15. Cctober oder 1. Nov. zu vermiethen. Tonnenstraße 5. 9426] Kleine Wohnung zu vermiethen. __Arankfrrrterstraße 30. 9421] Ltcinstrastc 15 ist die Man- sarde, 3 Zimmer und 1 Kammer mit allem Zubehör, per 1. Nov. cr. zu vermiethen. Andr. Euler, Steinstraße 11, II. 6442] Möbl. Zimmer zu vermiethen. _______________Reuen BLue 2. 9468] Ein freundl. möbl. Zimmer zu vermiethen. Dammstraße 27, III. 9470] Ein einfach möblirtes Zimmer» ein Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. __Reuenweg 60. 9477] Möblirte Zimmer zu vermiethen. _________________Bleichstraße 14, II. 9478] Möblirtes und unmöbl. Zimmer zu vermiethen. Schützenstraße 8. 9481] Möblirtes Zimmer zu vermiethen. Bahnhofstraße 56. 9475] Ein möblirtes Zimmer iu Der« miethen____________Kirchenplatz 5. 9433] Möblirtes Zimmer zu vermiethen. ___________Reustadt 33. 9447] Stübchen mit Belt zu vermiethen. ____________________Maigaffe 11. 9460] Metzger-Laden mit allem Zu- behör in guter Lage zu vermiethen. __Bahnhofstraße 43. In verkehrreichster, bester Lage großer Heller Laden mit mehreren Schaufenstern, grosser Wohnung zu vermiethen. Rest. bet. ihre Adr. unter Diskretion Nr. 9485 in der Exped. d. Bl. niederznlegen. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Garteuftrahe 2. Angebot der Arbeitnehmer r 1 Blechner, 1 Küfer, 2 Maschinenschlosser, 4 Taglöhner, 1 Hausbursche, 1 Fuhrknecht, 1 Lauffrau, 1 Laufmädchen, 1 JcinDer» fräulein oder Stütze der Hausfrau, 1 Kindermädchen, 2 Büglerinnen, 1 Nahfrau. Rachfrage der Arbeitgeber r > Buchbinder, einige tüchtige Spengler, Keffelschmiede und Schlaffer für eine auswärtige Fabrik für Beleuchtungswe en, 2 Küfer, 1 Tapezier, 2-3 Bauschloffer, 1 Installateur, 1 Wagner, 2 tüchtige Schreiner, 3 landwirthschaftliche Arbeiter, 1 Mann zum Säcketragen 2 Tagwhner, 2 Hausburschen, 1 Kindermädchen, 1 Kinderfräulein, 1 Aushulfsmadchen, 4 T>t«nst- rnädchen für Küche und Hausarbeit, 3 Lauffrauen, 2 Laufmädchen. Lehrlinge: 3 Bäcker, 2 Barbiere, 2 Buchbinder, 1 Drechsler, 1 Drucker, 1 Glaser, 1 Kupferschmied, 1 Lackirer, 1 Mechaniker, 1 Sattler, l Schmied, 2 Schneid-r, 2 Schreiner, 2 Schriftsetzer, 4 Schuhmacher, 1 Spengler, 1 Wagner. Wietgeluche 9420] Suche für meine 19jähr. Tochter in guter Familie möblirtes Zimmer, ev- mit Cabinet. Familienanschluß erwünscht. Offerten mit Preis unter Nr. 9420 an die Exped. d. Bl. erbeten. 9439] Ein Candidat der Rechte sucht Wohnung, bestehend aus zwei ruhigen, schönen, eleganten Zimmern mit freiem Blick, wenn möglich ins Grüne oder auf Waffer, im Preise von 40— 50 Mark. Offerten bittet man gefälligst unter Nr 9439 an die Exped. d. Bl- zu richten. 3nfcotiv6rt8 mit Firmendruck liefert schnell en billigen Preisen die Brühl’sche Univ.-Druckerei (3Pietsclx Ertoert) Schulstr ässe 7- Evang. Gottesdienste der Method. Kirche Neuenweg Nr. 9, Hinterhaus 1. Stock, Eingang Erlengaffe. Sonntag 25. September, Abend« 6 Uhr: Predigt. Jedermann freundl. willkommen. Jharktplafy Gebrüder Sftamm tfehulstrasse Herbst- und Winter-Saison. Herren - Garderobe Anzuge in allen Faxens, uni, gestreift und carriert. Paletots corert coat, Escimo und Cheviot. Havelocks aus Loden und Düffel, imprägnirt. Joppen in allen Fa^ons aus imprägnirten Loden. Schlafröcke aus Satin, Double und Velours. Hosen in vielen Mustern. Rebell-Paletots. Anfertigung nach Maass in eigenen Werkstätten. ----ons---- Grosses Stofflager deutsche und englische Fabrikate. --—oxc---- Knaben - Garderobe Cheviot-Anzüge blau und farbig. Schul-Anzüge bis oben geschlossen. Paletots in blau und farbig. Pelerinen Hüntel aus Loden und Cheviots. Kaiser-Mani el. Bleyles Anzuge. 9416 Knaben-Kleidchen. Sämmtliche Neuheiten sind eingetrofffen. SMG Hcrcinr 9474 Von der Reise zurück! Dr. med. Walther, Frauenarzt Aliceftraste 23. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verluste, sagen wir herzlichen Dank. I Familien Schön u. Schreiner. Lollar und Gießen, den 24. September 1898. Um geneigten Zuspruch bittet Hochachtungsvoll 9490 9451 Neustadt 71. 9487 in dem «eu hergerichteten Saale. 9491 Kreuzplatz 15. 9489 die moderne Ofenpolitur. 9430 Staubfrei! Geruchlos! Man hüte sich vor Nachahmungen! Hausfrauen, der Winter naht! Das beste zum Putzen von Ofen und Herd ist Zu haben in allen Colonial-, Drogen- und Eisenwaaren- Geschäften. Anna Kramer, akadem. geprüfte Lehrerin, _________Nberstraße 11, pari. Gebrauchsanweisung. Enameline wirkt am besten mit "Wasser verdünnt. Man trage mit wollenem Lappen oder mit einer Bürste am besten auf den warmen Ofen auf und reibe trocken nach. 9452] Durchaus tüchtige Glanz- Büglerin sucht Kunden in und außer dem Hause. Neustadt 71. 9438] Anteilig, junger Mann, militär- frei, mit guter Volksschulbildung sucht paffende Stellt auf einem Bureau per 1. oder 15. Octbr. Off, unter K. K. bef. die Exped. d. Bl. Schildlauben 9483 zwei Paar, mit oder ohne Häuschen, zu verkaufen Bismarckstratze 7, I. Lehrmädchen, Welche da? Anfertigen von Weißzeug, Kinderkleidchen und Schürzen gründlich erlernen wollen, gesucht. 25-30000 Mark auf erste Hypothek zu verleihen. 9484 Näheres bei S. Katz, Asterwea 10. Gießener Friseur-Gehülsen. Sonntag den 2. Cctobcr 1898, im Hotel Einhorn: Grosse Abend-Unterhaltung tbc verbündest mit Concert, Theater Aufführungen und darauffolgendem BALL. 1 Eintrittskarten ä 50 Pfg. sind zu haben in den hiesigen geschäften und an dec Kaff?. — Anfang 8 Uhr.Der Vorstand. 3 Dum Houigbirucu - zu verkaufen. Wallthorstratze 48. Adler-Rad, Modelt 1898, preiöwerth zu verkaufen. Hödes -Anzeige. Dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren unvergeßlichen Gatten, Vater, Sohn, Bruder und Schwager Gottlieb Richter im Alter von 44 Jahren, nach langem, schweren Leiden heute Morgen 6% Uhr, zu sich zu rufen. Um stille Theilnahme bitten Die Iranernden Hinterbliebenen. Gießen, den 24. September 1898. Die Beerdigung findet Sonntag, Nachmittags 5 Uhr, vom Sterbehause Südanlage 6, aus statt. 9488 COSTEISTIA (Wohlthätigkeitsverein) Giessen. Sonntag deu 25 September: Ausflug nach Hof Bubenrod unter Benutzung der Bieberthalbabn. Abfah't iM Uhr. Zusammenkunft >/> Std. vor Abgang des Zuges am Bahnhof. Um rege Betheiligung ersucht *492 Der Borstand. NB. Bei ungünstiger Witterung findet Abends Zusammenkunft bei Mitglied Allendörfer statt. «rtentan: «. vurkhardr - Druck nnt «erlag ber vrühl'fchen Univcrsttäf-Buch. und Steinbruderei (Pietsch Leben) in «ieße». Schützenhaus. Zum Ausschank kommen die als vorzüglich bekannten Biere der Brauerei Gg. Bichler und Friedel Sf Asprion. Reine Weine. — Gute Küche. — Zuvorkommende Bedienung Sonntag den 25. nnb Montag den 26. September: S^srchweihfest. §ür ein gutes Glas Actienbier, sowie sonstige Geträrke und für gute Speisen ist bestens gesorgt bei 9459 Wirth Herbert. ZuschnM Kursus Den werthen Damen Gießen; und Umgegend zur gest. Kenntniß« nähme, daß ich meinen Cursus im Zuschneideu sowie Anferligen von Damen- und Kinder-Garderobe wieder eröffne. Haupt-Cursus, 3 Monat: 25 Mk. Honorar. Zuschneiden, 1-monatl. Cursus: 15 Mk. Garantie sür tadellosen Sitz und grüudl. Erlernung, da selbst ein erstes Confectionsgeschäft besitze und sich den Damen hierdurch große Vortheile bieten. Beginn des Kursus Wontag den 3. Hctoöer d. As. Anmeldungen nehme jederzeit entgegen, ebenso kann der Eintritt vom 3. October ab an jedem Montage erfolgen. Außerdem habe ich noch einen Nachmittags Cursus eingerichtet. Hochachtungsvoll 9479] Zwei tüchtige Wagner»Ge« selten sofort gesucht. ______Ang. Führer, Neuenweg 34. 9453] Schreinergesellen erhalten dauernde Arbeit bei L. Rinn in Heuchelheim. S Pie Hevnrl eines strammen Jungen zeigen hocherfreut an X Oskar Freigang u. Frau. F 9444 geb. Draeger. Z München, Baldeplatz 1, den 23. September 1898. _________Louis Schultheiss Concerthans Lahnstein. Sonntag den 25. September 1898: Tüchtige Maurer gesucht 9482 Baustelle Licherftraße 2. Geübte Cigarrenmacher gesucht von 9446] Julius Hahn, Wiesenstraße. Offene Stellen Ltelloii-Gesiiche In verknusen VerMdents Capitnlien Die Heutige Dummer umfaßt 16 Seiten.