MiÄ «ta« •8- '"'IPrefrlSntiijtmn ™ tz"« d--Mit- * Mm, tMt, zv»i. ;■ ®«wt bi« b« । « Hdhng iei *• apnl oeginnenben “bat «nfpitet ongi< “WM gut Nfüirung. Ktor: 'httvd-ff. 10 ühr, Ws btm MH, ibeig, Forstorlr Mohrr« ma Köcher fcolb* Wttitlben): Eichen: Stangen Grubenholz mit 236 St. mit 46,27 fm, gen u. 47 rm Nutzlnüppel. 0 ühr, im ,Dmlschen ischen Forftorten Streit« canfbaibt (Waldwärter )®. M-Weiperfelden): 7khoh 80 St — 52 fm. Jen: 14 6t mit 14 fm. t 5 fm, 3 6tg. 1. ÄL 1.-3. ÄL, 712 W* !llhr, mGemeindewal: chhch. aut ba Mb mbobernbotf): Eichen: n Nutzscheit. Buchen nt 28 fm, ca. 230 Stg Vohnenstangen. 10‘/j Uhr, m Gemeinde urte ffiolfM aus den ruiheim-Grävenlvietbach i, Luchen: 8 St. w'l n. ch die Forftschuhbemten. berförftttel_____D51 Frie*8 äWä* jfi?*** * ja?*«* SUittnft« ««« «tbfiW tntt i^ten fi°n stpmwit*® wi| lnde»trle Md 5is le»««4* ll'ichsC' ItisT* Rr. 47 Erstes Blatt. Freitag den 25. Februar L8S8 Gießener Anzeiger General-Anzeiger BfcymsyceU vierreWhrlich > 2 Mark 20 yfg. monatlich 75 Pf-. Mit BrtüGerloh». Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den e»lgenden Lag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. Bei Postbezug Mare 50 Pft. ierteljährlich. Alle Anzeigen-BermittlungSstelleu bei In- und Auslandes nehmen Anzeigen für Den Gießener Anzeiger ntge^n. GrfchetnL täglich mit Ausnahme deS Montags. Die Giehcner KamilienStätter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. Anrts- und Anzergeblntt für den Ureis Gieren. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchnlstraße Ar. 7. Adresse für Dcpefchen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51. Nachweisung Lber den telegraphischen Verkehr der tm^Kreise Gießen belegenen, zum Ober-Bostdirectionsbezirk Darmstadt gehörigen Post- bez. Telegraphenanstalten im Jahre 1897. Namen der Telegraphenanstalt Telegramme Bemerk- Aufgegeben Stück Eingegangen Stück ungen Aüendorf a. d. Lda. . . Bellersheim..... Beltershain..... Beuern (Hessen) .... Eberstadt (Kreis Gießen). Geilshausen..... Gießen 1...... , 2...... 373 334 34 180 109 45 25512 13318 548 316 7 89 116 35 27875 8958 Gießen 38830 36833 Großen-Buseck .... Großen-Ltnden .... Grünberg (Hessen) . . . Heuchelheim..... Hof Güll...... Hungen....... Kesselbach...... Langgöns ...... Ltch........ Lollar ....... LangSdors ...... Londorf....... Lumda....... Mainzlar...... Obbornhosen..... Odenhausen..... Reiskirchen...... Staufenberg..... Steinbach (Hessen) . . . Steinberg (Kreis Gießen) Tret» (Hessen) .... Villtngen (Hessen) . . . Wteseck (Hessen) .... 240 242 1237 270 106 1566 76 100 1182 867 249 412 54 64 20 79 157 18 165 154 133 108 358 249 328 1356 247 141 1432 157 280 1489 868 279 497 10 56 19 61 184 29 206 172 143 82 392 seit 6. Novbr Summe 47762 46621 Nachweisung der im Kreise Gießen im Jahre 1897 neu eröffneten Telegraphenanstalten, sowie der neu hergestellten Telegraphenltnten und Leitungen. Namen der neu eröffneten Telegraphen anfialten Datum der Eröffnung Bezeichnung der neu eröffneten Telegraphen- Linten und Leitungen Obbornhofen 6. Noobr. 28. Juli a. Hinrichtung einer Telegraphenanstalt mit Ferniprechbetrieb in Obbornhofen und Einschaltung derselben in die Leitung 741 8p ä. DieTl-'egraphenanstalten in Friedberg (Hessen) und Hungen find Ueberweisungsämter. b. Neue Leitung 1339 mit Morsebetrieb von Bad-Nauheim nach Gießen und Einschaltung der Tele- grapbenanstalten Bad-Nauheim und Güßen. Deutscher Netchstag. 48. Sitzung vow Mittwoch den 23. Februar 1898. DaS HauS ist ungemein schwach besucht. Tagesordnung: Fortsetzung der EtatSberathuug. (Lxtraordtnarium deS MilitäretatS, sowie die einmaligen Ausgaben beß Ordtnartumö. Die Commission hat von den einmaligen Ausgaben im Ordinarium und Extraordiuarium drei Millionen g strichen, also statt 83% Millionen nur 80% bewilligt. Abg. Gröber (Cent.) sührt als Referent au», daß daS Extraordinarium diesmal so niedrig sei, wie nur jemals stit Trennung desselben vom Ordinarium. Eine lauge Re^he von Titeln wird gemäß dem Com- misstonSavtroge bewiutgt. Die erste Rate für Neubau von Magaziugebäudeu in Celle wird debatteloS gestrichen. Bon den drei Millionen zur Vermehrung der Reserven an BerpflegungSmitteln werden zwei Millionen gestrichen, also nur eine Million bewilligt. Weiter werden debatteloS die erste Baurate für den Neubau eines Stabs- und Familienwohngebäudes für daS Etsenbahnregiment in Berlin gestrichen, deSgl. die Forderung für Umbau des Commandauturgebäudes in Glotz. Bei der Forderung für gewisse E'satzbauten in Koblenz wird der auSgeworfrne Betrag um 72,000 Mk. erhöht. Für die Beschaffung eines BureaugebäudeS für da» Generalcomwavdo des 9. Armeecorps in Altona werden 105,000 Mk. gefordert- die Commission hat den Betrag gestrichen, und daS HauS tritt diesem Beschluffe bei. DeS Weiteren stimmt daS HauS den übrigen von der Budgetcommission beantragten Streichungen bei, u. A. der Forderungen für einen KaseruemeotSergäuznugSbau in Braunschweig, ferner für den Neubau einer Feldartilleriekaserne in Graudeoz, eines GarntsoulazarethS in Bonn, für den Umbau des Garuisonlazareths in Schleswig. Auch weiterhin schließt sich daS HauS überall den Com- misfionSbeschiüffen an. Bei der Forderung im württembergischen Etat zur Errichtung einer RemontedcpotS macht Abg. Schultz-Lupitz (Rp.) die württembergische Armeeverwaltuug darauf aufmerksam, daß, wenn nicht die Verwaltung der Remonte« depotS eine zu.kostspielige werden solle, ein tüchtiger Land- f wirth an ihrer Spitze stehen müsse. Damit ist daS Extraordiuarium erledigt. Morgen 2 Uhr: Anträge Schneider und Lieber betreffend die Bernssvereine. Schluß 4% Uhr. Deutsches Reich. Berlin, 23 F-br.'ar. D-e Kaiser nahm heute Do*- 6 mittag den Vortrag der Chefs des CivileabinetS, v. LucanuS, i entgegen. Berlin, 23. Februar. DaS Abgeordnetenhaus berieth heute den Antrag des Abgeordneten Herold (Ctr.) auf Vorlegung einer Gesetzentwurfs nebst Ausführungsgesetz zum Reichsviehseuchengesetz Daffrlbe soll dahin geändert ■ werben, daß die Kosten für thierärztliche Untersuchung, die \ auf Anordnung der Verwaltungsbehörde erfolgen, auf die ! Staatskasse übernommen werden. Der Anrrog wurde an die 5 Adreß«Agrar«Commisfion verwiesen. ES folgt die erste Lesung ) her Vorlage, betreffend daS ländliche Anerbenrecht in West« | fttlen. Dieselbe wurde an eine 21er-Commisfion verwiesen. I Morgen Fortsetzung der Etatberathuug. Berlin. 23. Februar. DaS Staatsministerium c trat heute Nachmittag 3 Uhr im ReichStagSgebäude unter dem Vorsitz deS Mmisterpräfidenten Fürsten Hohenlohe zu einer Sitzung zusammen. Berlin. 23. Februar. Die GeschästSordnungS- 1 Commission des Reichstages beschloß heute, den Au« r trag des Abg. Augst: „Die verbündeten Regierungen zu ■ ersuchen, zu veranlassen, daß dem württembergischen Gericht | Langenbmg die Genehmigung zur Strafverfolgung deS Ab« i} geordneten Augst ertheilt werde," stattzugeben, wie eß bereits ’ in zwei früheren Fällen geschehen war. Berlin. 23. Februar. In parlamentarischen Kreisen ■ nimmt man an, daß die Berathung der Marinevorlage | in der Budget-Commission drS Reichstages drei Sitzungen in Anspruch nehmen wird. Geseke, 23. Februar. Heute.Morgen stießen auf dcm hiesigen Bahnhofe zwei Güterzüge zufammen. Ein großer Theil der Wagen wurde zertrümmert. Der Materialschaden ist bedeutend. Die Strecke Aachen-Kassel-Berlin ist j gesperrt. Braunschweig. 23. Februar. Bei einem hiesigen Privat- ' manne stad 28,000 Mk. Braunschweigische Leihhaus- ; Obligationen, figuirt mit Lit. B. 8264 und ein gleiches , Papier über 1800 Mk., stgnirt mit Nr. 268, gestohlen worden. Saarbrücken, 23. Februar. Das 3. Bataillon des 70. Regiments hatte zwölf Sterbefälle innerhalb weniger Tage. General Engelbrecht erläßt eine Erklärung in der „Saarbrücker Zeitung", wonach die Ursache der Erkrankungen in den Verhältnissen der Kaserne des Bataillons zu suchen sei. _____________________ Arrslarrd. Prag, 23. Februar. Der nenernannte deutsche Consnl Freiherr v. Bodenbach wird seine AmtSgeschäfte im Lause dieser Woche aufnehmen. Die czechische Presse ist von der Errichtung deS deutschen ConsulatS Hierselbst wenig erbaut. Pari«, 23. Februar. Zola-Prozeß. In der Fort- setzung seine» PlatdoyerS kam Advocat Labori heute auf den vom General Pellieux erwähnten unumstößlichen Beweis der Visitenkarte mit dem gftichglltigen Text und daS Billet eines Attaches vom November 1896 zu sprechen. Hierzu erzählt Labori Folgende»: Die Visitenkarte mit dem gleichgiltigen Text war ächt. Sie diente al» Begleitschein de» FalsumS. Deffeu Text lautete: Zwischen nn» bleibt eS also ausgemacht, daß wir selbst unseren Regierungen gegenüber jede Beziehungen zur Judenschast leugnen," also nicht, wie Pellieux citirte, zu dem Juden. Labori schließt auch au» der Stiltfiruug dieses Billet», daß sie kein AttachS geschrieben haben könne. Wesentlich aber sei, daß im November 1896 die Militär- Attaches Deutschland», Oesterreich» und Italien» mit den wegen den Rapporten über die Herbstmanöver täglich cou- sertrtea, und ausschlaggebend sei, daß die Karte einen Tag nach PicquartS Entfernung anlangte. Labori führt weiter aus, daß, wenn da» Land die Wahrheit erfahren wolle, e» sich Zola anschließen wüffe. Bemängeln müsse er die scharfen Worte, die Pcllieux an P.'cquart richtete, als er ihn „dieser Herr" nannte. Pellieux hübe vergessen, daß er einen Unter* gebeueu vor sich habe, der sich nicht vertheidigeu könne. Die Rede Labori» dürfte die ganze heutige Sitzung ausfüllen. Die Geschworenen schenkten den Ausführungen Labori» kaum noch Aufmerksamkeit. Pari». 23. Februar. Im Zola«Prozeß beantworteten die Geschworenen alle gestellten Schuldfragen mit „Ja". Zola wurde zu einem Jahre Gefängniß und 3000 Francs Geldstrafe verurthellt. DaS Urtheil gegen Clemeuceau, den Herausgeber der „Aurore", lautete auf 4 Monate Gefängniß und 3000 Francs Geldstrafe. Amsterdam, 23. Februar. Der hiesige Bürgermeister hat vie Aufführung eines Theaterstücke», welches die Zola- Äffair e bkhanöelt, verboten. Man vermuthet, daß die» ; auf Veranlassung de» französischen Gesandten geschehen ist. »rüffel, 23. Februar. Der Londoner Berichterstatter deö „Etoile beiße" behauptet, daß Lord Salisbury dem französischen Botschafter in London erklärt hat, England lege da» größte Gewicht darauf, keinen Couflict mit j Frankreich und selbst nicht die geringsten Meinungsverschiedenheiten zu haben. Stockholm, 23. Februar. Die Regierung hat heute beim Reichstage einen Gesetzentwurf, betreffend die Altersversorgung der Arbeiter, eingebracht. London. 23. Februar. Nach einer Meldung auS Siuga« Pore berichtete ein dort eingetroffener Dampfer, daß die deutschen Kriegsschiffe ^Deutschland" und „Gefion" heute in Singapore anlangea würden. Athen, 23. Februar. Die Unterhandlungen betreff» Anleihe der griechischen Krte gSeutschädigung dauern fort und werden nicht vor acht Tagen zu Ende geführt werden können. Die Einberufung der Kammer ist deshalb । für einige Tage ausgesetzt worden. (Male» und provinzielle». Gießen, den 24. Februar 1898. Militärdienstnachrichteu. Kettner, Bicefeldwebel vom Landw.-Bezirk Bonn, zum Sec.-Lt. der Reserve deS 5. Großh. Hess. Juf.-RegtS. Nr. 168, Schön, Vicefeldwebel vom Lavdw.'Bezsrk Gießen, zum Sec. Lt. der Ref. de» 5. Großh. Hess. Jnf.-RegtS. Nr. 168, Haberkorn, Vice- wachtm. vom Landw.-Bczirk Gießen zum Sec.-Lt. der Ref. des Großh. Hess. TraimBat». Nr. 25 befördert. •» Sitzung Großh. Handelskammer vom 18. Februar 1898. Anwesend die Herren: Koch, Scheel, Balser, Heichelheim, Katz, Kliugspor, Kraatz und Wortmann. Der Herr Staats« secretär de» Reichs-Postamts hat an die Handelskammern das Ersuchen gerichtet, die betheiligten Kreise auf die unerquicklichen Zustände hinzuweisen, welche im Postschalter- dienst dadurch eingerisscn find, daß die meisten Geschäfte — insbesondere die großen Versandthäuser — gewohnheitsmäßig ihre gesammte Packetaufgabe erst in der Stunde vor Schalterschluß vornehmen, so daß fich in dieser der Verkehr in außerordentlichem Maße steigert und die Annahmestellen oft derart in Anspruch genommen werden, daß dem sonstigen Publikum die Auflieferung von Packeten nahezu unmöglich ist. Bei einer Fortdauer dieser unhaltbar gewordenen Zustände sehe sich die Postbehörde nothgedrungeu demnächst in die Lage versetzt, eine durchgreifende Aenderung in der Weift herbeizuführen, daß in den letzten Abendstunden — etwa von 6 Uhr ab — nur noch die gleichzeitige Auflieferung von höchsten» drei Packeten durch je eine Person gestattet und die Anhäufung von Packeten in den Schalterräumen ganz untersagt werde. Wenn die uns in ausführlichem Cxpos6 geschilderten Unzuträglichkeiteu auch nicht in ähnlicher Weise an unserem Platze bestehen, so ergaben doch unsere Erheb» ungen, daß auch hier durch späte» Zusammendrängen von Packer Einlieferungen der postalische Dienst häufig über Gebühr erschwert tft. Die Kammer beschloß, unter Hinweis auf obigen Erlaß, durch ProtoeollauSzng an die beteiligten Kreise da- Ersuchen zu richten, im Interesse der Aufrechterhaltung eines geordneten Verkehr- Packete in größerer Anzahl nicht in jener letzten Stunde aufzugeben, zumal der Abgang derselben mit den Abendzügen nur bei geregeltem Betriebe gesichert ist. — In Bezug auf das in Rr. 41 deS »Gießener Anzeiger* enthaltene Referat über die stattgefundene Verhandlung de» Detaillisten. Verein- hat die Handel-kammer zur Belehrung darauf hin- zuweisen: a) daß die Einbauung einer Unterführung vom Personen- nach dem Güterbahnhofe mit gleichzeitiger Verbindung der Bahnsteige — schon vor einiger Zeit in eingehend begründeter Vorstellung bei Kgl. Eifen- bahndirrctton beantragt, dieselbe jedoch ablehnend beschieden wo. den ist. Wir halten damit die Angelegenheit nicht für abgeschlossen- b) daß fie vor Unterstützung deS Project- der Fortführung der Bieberthalbahn über Hohensolm» nach Bischoffen nicht unversucht laffen wollte, die ihr für die die-- feitigen Interessen zweckmäßiger erscheinende Verbindung in der Richtung Gladenbach zu erstreben. Auf die dieserhalb in Gemeinschaft mit Großh. Bürgermeisterei Gießen eingeleitete Enquete ist eine die Möglichkeit der Wiederaufnahme letzteren Project- definitiv verneinende Antwort bis jetzt nicht bei un- eingegangen. — Großh. Ministerium benachrichtigt die Kammer, daß eine neuere Kgl. spanische Verordnung vor- sehe, daß zur Ausstellung von Ursprungszeugnissen außer den spanischen Consuln diejenigen Behörden befugt sein sollen, welche jede- einzelne Land nach seiner Verwaltungs- Organisation al- dazu ermächtigt erklären würde. Demgemäß sei diese Ermächtigung den Großh. Handelskammern, Bürgermeistereien und Polizeibehörden ertheilt. — Bor Anknüpfung von Geschäftsverbindungen mit der Firma Raphael de Sombreuil, Horticulteur, Aix en Provence wird gewarnt. ♦* cf Saalbau-Soncert am 27. Februar im Elubsaal. Wir bringen heute unseren Lesern aus der Kölnischen Zeitung eine Kritik, oder bester gesagt ein» geistvolle Plauderei über Ludwig Wüllner. Der Verfaster ist der wohlbekannte, scharffedrige Dr. Otto Neitzel. Nicht» Interessanteres al» so ein Ludwig Wüllner-Abend! Ist der Zuhörer fedr mufikalisch, so wird ihn die hohe reinmufikalische Intelligenz, die feine Phrafirung, die richtige Accentuation jedes einzelnen Ton» in dem System, ganz abgesehen von der haarscharfen Intonation, erfreuen: der Apfel fällt eben nicht weit vom Stamm. Wer von einem Sänger eine musterhafte technische Ausführung verlangt, wird der Gesangskunst Wüll- ner», dieser Sicherheit, mit der auch in schwierigen Lagen der Tor» bei ihm »steht", dieser Feinheit der Schatürungen, dieser weisen Athemsührung sein Compliment machen. Sucht einet poetische Anregung, indem er fordert, daß der Inhalt des Liedes ihn mit unmittelbar Gewalt erfasse, so soll er fich nur an des jungen WüllnerS Adresse wenden, er findet deren mehr, als er vorher ahnt. Hat Jemand von diesen Vorbedingungen keine an fich, nun öffne er die Augen: das Mienenspiel deS Säugers bildet ein wahres Kunstwerk. Mau nehme eine femgebildete, von warmer Begeisterung für das Kunstschöne durchglühte Natur, von mächtigem Bethütigungs- dränge erfüllt, mit lebhafter Phantasie, beredtem Mienenspiel, ausdrucksvollem Organ begabt, einen Faustisch strebenden Künstler, der mit unendlichem Sichbemühen in den Inhalt eine« Gedichts eindringt, es mit allen Kunstmitteln des Schauspielers declamirt und nun die so gewonnenen AuS- drucksergebuisse beim Singen nutzbar macht, und man hat etwa Ludwig Wüllner, den Liedersänger. Das Ueberwiegeu deS geistvollen und temperamenterfüllten Schauspielers über den Sänger ist da» eine, und die Vorliebe für das heftig Leidenschaftliche daS andere Merkmal seiner Darbietungen. Da» Träumende, da» liebenswürdig Naive ist nicht seine Sache. Aber so einen wilden SarkaSwuS, wie er in dem Liede »Die alten bösen Lieder" fich regt, weiß er unvergleichlich zu treffen, und wie ergreifend gelang ihm dann der Schluß, wo der Sarka-mus dem Gefühl tiefster Trauer weicht. Da» Emotionelle ist der Grundzug seiner Lieder, unö schade, daß Max Nordau nicht zuhörte, er hätte un» gewiß in der nächsten Auflage seine» dtalectisch spitzen Buches „Entartung" ein Lapitel über den „Fall Wüllner" aufgetischt. Ist eS zu verwundern, daß der junge Künstler, der fünf seltene Schubert-, die „Dichterliebe" von Schumann und fieben Lieder von Brahms fang, auch bei uns schon seine Gemeinde gefunden hat, die den Jsabellenfaal deS Gürzenich bi- zur letzten GcsangSphrase andächtig lauschend erfüllte? Ein alter Theaterfreund, der viel in Pari- war, meinte beim HiuauSgehen: „Schade, daß ich nicht Theater-Intendant bin, ich würde mir ihn sofort engagiren als Instruktor für meine Sänger!- •• Stadtthrater. Clara Drucker vom Berliner Lessingtheater, die in jüngster Zeit durch erfolgreiche Gastspiele an den ersten Bühnen Deutschland-, z. B. Ham- bürg, Cöln, Leipzig, Berlin, in weitesten Kreisen al» gastirende Künstlerin von größter Bedeutung bekannt geworden ist, wurde, wie wir bereits meldeten, von der rührigen Direciion unserer heimischen Bühne für ein dreimaliges Gastspiel verpflichtet. Am Freitag, den 25. er. tritt die Künstlerin als „Lene" in Ernst von Wildenbruchs „Haubenlerche" zum ersten Male auf. — Das Gastspiel von Fräulein Drucker findet im Abonnement bei erhöhten Preisen statt. — Für kommenden Sonntag ist als Vorstellung für Kind er die interessante Ktndercomödie „Rübezahl" in Vorbereitung. Vortrag. Für Donnerstag den 3. März hat die S ction Gießen de» Deutschen und Orsterreichsscheu Alpen- verein» einen Vortrags-Abend vorgesehen, welcher, wenn er auch gerade nicht alpiner Natur ist, die Mitglieder doch sehr interesstren dürste. Da» BereinSmitglied Alfred Bock hat fich bereit finden lassen, Einige- aus seinen Dichtungen zu recitiren und zwar find mehrere kleine humoristische Er- zählungen iu Aussicht genommen. Da dieser Vortrag auch weiteren Kreisen von Interesse sein dürfte, so hat die Sectionsleitung beschlossen, die Damen der Mitglieder hierzu einzuladeu. * • Stenographentag. Der Steuographeu-Verband „Gabels- berget" für Hessen und Nassau, welcher nach kaum einjährigem Bestehen bereits über einen Besitzstand von 26 Vereinen an 23 Orten verfügt und auch am hiesigen Platze durch zwei Vereine vertreten ist, hält am nächsten Sonntag, den 27. Februar, Nachmittag» 2 Uhr in Frankfurt a. M., (Culmbacher Hof) eine Hauptversammlung ab, die durch die Theilnahme det Vorsitzenden des Deutschen GabelS- berger-Stenographen-Bunde» (ca. 1000 Vereine umfassend), Herrn Ghmnasial-Oberlehrer Dr. Clemens Wolfenbüttel, ein ganz besonderes Interesse beanspruchen darf. — Mit der Versammlung ist auch ein Preiswettschreiben in vier Ab- theilungeo. (70, 120, 170 un 220 Silben pro Minute) ver- buuden. Für den Abend ist eine gesellige Unterhaltung mit Tanz vorgesehen, welche von dem an der Spitze de» verbände» stehenden Frankfurter Kaufmännischen Stenographen- Verein zur Erinnerung an den Geburtstag GabelSbergrr» veranstaltet wird. Ehrespreise für die Geflügel- und Bogel-AnSstelluug. Weitere Ehrenpreise für die Geflügel- und Bogel-AuSstrllung haben an gemeldet: „der Wetterauer GeflügelzuchtBere'n zu Butzbach, die Actienbrauerei Gießen, Brauereibesitzer Georg Btchler, die Brauerei Gebrüder Röhrle, der Besitzer der „Stadt Mainz" Peter Prell, daS CigarrenhauS M. Wolf, Wolkeugasse, die Lahukalk- und Marmor-Industrie, Aug. Gabriel jr., Gießen, Rechtsanwalt Grünewald n. A." Der Verein für Vogel- und Geflügelzucht Gießen und Umgegend hat beschlossen, für hervorragende Leistungen fünf filber-ver- goldete Medaillen al» Ehrenpreise zu stiften. Die Anmeldungen zur Ausstellung find bis jetzt reichlich eingelaufen, doch wäre zu wünschen, daß aus unserer heimischen Provinz mehr Federvieh als bisher gemeldet, zur Ausstellung tarne. Meldeschluß ist am 2. März, Mittag» 12 Uhr und ist wohl zu erwarten, daß bis dahin das bisher Versäumte nachge- holt wird. • * Huudefrenude machen wir darauf aufmerksam, daß der hiesige Verein zur Züchtung reiner Hunderassen seine erste diesjährige Monats-Versammlung Dienstag den 1. März d. I., Abends 8 Uhr im „Restaurant Royal" abhalten wird. Neben der Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten soll insbesondere die am 4. und 5. Juni d. I. zu veranstaltende große Hunde-Ausftellung für „Hunde aller Rassen" zur Besprechung kommen. Außerdem werden zwei von Mitgliedern geschenkte edle Vorstehhundewelpen unter den Anwesenden gratis verlooft. • • Babelsberger ktenographen-Berein. E« wird darauf aufmerksam gemacht, daß der heutige Familienabeud des reichhaltigen Programms wegen pünktlich um 8% Uhr beginnt. • • vefitzwechsel. DaS dem Kaufmann G. PH Fillmanu in der Neustadt gehörige HauS ging durch Kauf für 43000 Mk. in den Besitz der Gebt. Baer dahier über. Unter dem verdacht, die 73 Jahre alte Frau Hart-- mann von Homberg o. d. Ohm ermordet zu haben, ist die 22 Jahre alte Antonie Bock in Frankfurt in Haft genommen. Dieselbe soll von der Ermordeten vor ihrem Ableben als Thäterin verdächtigt sein. Die Bock bestreitet mit aller Entschiedenheit, daS Verbrechen begangen zu haben, fie ist die Braut eines nahen Verwandten der Frau. Hart- mann und befindet sich im UntersuchungSgefäuguiß Hierselbst. ♦ ♦ Erhängt aufgtfnibeu wurde heute Früh der zwanzig- jährige W. Sch. in dem Wagenschuppen seines Vaters. AIS Motiv wird ein mit feinem Bater stattgehabter Zwist angenommen. Wetterbericht. DaS Centrum der Depression zieht fich heute von Central-Frankreich bis nach Mittel-Deutschland herein. Demselben war am Morgen über dem Salz-Kammer- gut zugleich ein Theilminimum vorgelagert- ebenso hat fich außerdem ein Gebiet niederen Druckes vom Zentrum losgelöst und ist über Süd-Frankreich bis zum Golf von Genua gewandert. lieber den britischen Inseln ist dagegen daS Barometer gestiegen. Die Witterung ist dabei allenthalben trübe geblieben und hat fich auch im Süden mehr ver- schlimmert, woselbst im Laufe des TageS bereits Schneefall etntrat. — Voraussichtliche Witterung: Unbeständiges, meist trübes und etwas kühleres Wetter mit Niederschlägen. Bübingen, 22. Februar. Der heutige Petri-Markt war recht lebhaft besucht, es war wieder mehr Rindvieh und viel mehr Schweine wie in den letzten Jahren auf- getrieben. Die aufgetriebenen zwölf schönsten Thiere wurden prämiier. Gottfried Nagel, Lorbach, erhielt einen Preis für Faselvieh, Bürgermeister Mäser, Büches, Joh. Hrch. Emmrich, Bleicheabach, Jacob Sinner, Kefenrod, Heinrich Distel, Büdingen, Cafimir Gutmann, Büdingen und Heinrich Georg Belte, Rohrbach, je einen solchen für trächtige Rinder und Heinrich Bauer, Bindsachsen, Jacob Eckert Hl, Büdingen, Christian Lott L, Mitteigründau, Wilhelm Henrich, Wolf, Heinrich Stürz, Lorbach, Preise für Rinder. Offenbach. 23. Februar. Gestern Abend etwa um 91/* Uhr stand der dahier im Kleinen Biergrund wohnende Taglöhner Arndrofius Götz am Wilhelm-Platze in der Nähe der Wasserbude, al- zwei al» Handwerksbursche verkleidete junge Leute an ihm vorüber gingen. Der eine von ihnen war der 22 Jahre alte Karl Weitzel aus Altenburg, der als HauSbursche bei Bäckermeister König in Arbeit stand, der andere der HauSbursche Friedrich Schnotz. Beide hatten bis um 7 Uhr de» Abends gearbeitet und fich dann al- Hand- werkSburfchen maSkirt, um fich noch nachträglich dem Faschings- treiben hinzugeben. AIS Beide an dem Götz vorübergingen, geriethen fie mit ihm ohne jede äußere Beranlassung in einen । Wortwechsel, in dessen Verlauf Weitzel mit seinem Stock auf ! den Götz einhieb und dann baonlief. Götz ging den Beiden nach und traf auf der Mitte der Biebererftraße vor dem Sallenbach'schen Cigarrengefchäst wieder mit Weitzel und Schnotz zusammen. Dort versetzte nun der Götz mit seinem Taschenmesser dem Weitzel einen Stich in die Brust. Die Folge war zunächst eine Rauferei, bei der sowohl Weitzel al« Götz zur Erde niederfielen. Der Kamerad deS Weitzel kam nun auch herbei. Die Bäckerburschen sprangen schließlich, nachdem fie noch dem Götz ein paar Schläge versetzt hatten, auf und eilten die Biebererstraße entlang davon. Wr.tzel war aber kaum etwa 25 Mtr. weit gelaufen, als er plötzlich zusammenbrach und fast unmittelbar darauf starb. Der Vor- fall, der daS Werk nur weniger Minuten war, wurde von mehreren Männern mit angesehen, die sich dann auch al» Zeugen meldeten. Auch ein Schutzmann war kaum hundert Meter von dem Thatort entfernt. Derselbe eilte hinzu und leistete dem tödtlich Verletz en noch Hilfe, so weit solche eben noch zu leisten war. Der Thäter ist ein Mavn von nahezn fünfzig Jahren, verheirathet, hat sieben Kinder und steht al» Taglöhner in einem hiesigen Kohlengeschäfte in Arbeit. Derselbe wurde noch in der Nacht von der Polizei in einer Wirthschaft in der Waldstraße aufgefunden und in Hast genommen. — Bon anderer Seite erfahren wir, daß der erstochene Weitzel leicht erregbar und zu Streitereien geneigt war. Er hatte gestern während des Nachmittags biel getrunken, er hatte sich ferner schon Abends um Vt® Ityr au» dem Hause feint» Meister» entfernt und e» ist anzunehmen, daß er auch in der Zwischenzeit geistigen Getränken zage- sprachen hat. Die erste Anrempelung de» Götz dürfte ai'o im Rausch geschehen sein. (Offs. Ztg.) Verrutschte». • Feankfurt, 20. Februar. Am Freitag Abend trug fich hier ein 11 ng löd« f all zu, der den Tod eine» Menschen zur Folge hatte. Eine Frau in der Schäfergasse hatte ihr einziges Töchterchen von 7 Jahren in einen Laden geschickt, um Petroleum zu holen. Auf dem Heimwege stürzte da» Kind im Hofe der „Stadt Kassel" aufs Pflaster, die Petroleumflasche brach in Stücke, und die Glasscherben durchschnitten ter bedauern-werthen Kleinen die Hauptader unter dem linken Arm. Da» Kind war sofort wie in Blut gebadet, konnte aber noch die elterliche Wohnung erreichen, wo eS nach wenigen Minuten an Verblutung verstarb, ehe noch der sofort herbeigerufene Arzt erscheinen konnte. • Frankfurt, 21. Februar. Die Frankfurter Brauerei- Arbeiter haben beschlossen, bei den Brauereien um eine Erhöhung des Wochenlohnes von 24 auf 28 Mk vorstellig zu werden. In den vorbereitenden Bersammluugen wurde u. A. auch das Quantum des den Arbeitern täglich zustehenden Bieres — 8 Liter — besprochen. Die Küser beantragten, fich mit 5 Litern zu begnügen. Die B auer aber waren damit nicht einverstanden. (Profit!) ♦ Bochum, 22. Februar. Im Laufe deS gestrigen Tagcs ist eine weitere Leiche au« dem Unglücksschacht der Zeche „Karolinenglück" zu Tage gefördert worden. Man glaubt, daß dies das letzte Opfer der Katastrophe gewesen ist. Die Leiche wurde im Flötz „Holstein" der fünften Sohle gefunbtn. Von der Belegschaft, die beim Eintritt der Katastrophe iu unmittelbarster Nähe deS ExplofiouSheerdeS arbeitete, ist nur ein Pferdejunge Namens Conrad Bachmann mit dem Leben davongekommeu. Der Gerettete, der nur einige Verletzungen davongetragen hat, erzählte, daß er plötzlich einen mächtigen Feuerschein in der Sohle gesehen habe, dem ein donnerähnlicher Krach folgte. Bewußtlos fiel er zu Boden, und als er wieder zu sich kam, kroch er auf Händen und Füßen nach dem nördlichen Querschlag, wo er von der Rettungsmannschaft geborgen wurde. Den Weg, den der Gerettete zurücklegen mußte, schildert er als grauenerregend. Leichen von Knappen und Pferden lagen durcheinander, dazu kamen Balken, Steine vnd sonstige Trümmer, mächtige Staubwolken machten ein Athmen fast zur Unmöglichkeit. Nach dem furchtbaren Schlage, der auf da» blitzähnliche Licht folgte, herrschte völlige Stille an der Unglücksstätte. — Da» Unglück hat auf die gesummte Bevölkerung einen so tiefen Eindruck gemacht, daß die Mehrzahl der anläßlich des Carneval» geplanten Festlich- feiten aufgehoben wurde. Die Sammellisten für die Hinterbliebenen bedeckten sich rasch mit Unterschriften. Die Unterstützung der BerufSgenossenschaft beträgt für jede W'ttwe 20 Procent und für jedes Kind 15 Procent vom Verdienst des Mannes, bis zum Höchstbetrag von 60 Procent. Nehmen wir im günstigsten Falle 1200 Mk. Jahresverdienst an, so erhält eine Wittwe mit drei oder mehr Kindern jährlich 720 Mk. — Eine Revision der Grubenlampen hat gestern anläßlich der Katastrophe auf „Karolinenglück" auf der Zeche „Marianne und Steinbank" stattgefundeu. Hoffentlich werden derartige Revisionen künftig auf allen Zechen und zwar in kürzeren Zwischenräumen vorgenomwen. Ebenso ist die neue Bergpolizeiverordnnng für den Oberbergamtsbezirk Dortmund erlassen worden, welche anordnet, daß sämmtliche Oerter, Uederhaueu rc. in den Gruben mit mechanischen VentilationSvorrichtungen versehen werden, lieber die gegenwärtig bestehenden Einrichtungen zur Erneuerung der Luft in den Gruben und zur Beseitigung der schädlichen Wetteransammlungen soll ungesäumt Bericht erstattet werden. * Lippstadt, 23. Februar. Zwischen hier und Paderborn find in der vergangenen Nacht zwei Güterzügezusammen gestoßen. Der Sachschaden ist groß. ♦ Untergrundbahn in Berlin. Die VerkehrSdeputation der Stadt Berlin beschloß, den Bau und die eigen? Be- triebsregie einer städtischen Untergrund bah n zu empfehlen. Die Aulagekvstrn sollen durch eine Handenm-llionen- Anleihe beschafft werden. • «ugebohrte Fässer. Der „Mainzer Anzeiger" trachte vor Kurzem eine Notiz über daS Anbohren von Fässern 1 während de» Transportes, wodurch die Fässer ihres Jnhaltes bestohleu und die Kaufleute dadurch ganz empfindlich geschädigt werden. Das Anbohren der Fässer geschieht in vielen Fälle» derart, daß die Faßreifen etwa« zurückgeschlagen »erben, Gottesdienst der israelitischen ReligiouSgesellschaft- schreiben, die an den Gouverneur der Colonie gelangen und von diesem unterzeichnet werden. In seiner Hütte kann Dreyfus bleiben oder sie nach Belieben verlasien. und zwar in der Zeit von Sonnenaufgang bis Untergang; er kann auch, wenn er will, spaziren gehen oder sich mit Gartenarbeiten beschäftigen auf einem Stück Land von 100 Meter im Durchmesser. Der Gefangene erhält außer der dienstlich gelieferten Nahrung Mundvorrath gegen Geld, wenn er ihn verlangt. Seine Hütte hält er selbst im Innern im Stand und bereitet auch seine Nahrung selbst nach seinem Gutdünken, wenn er es nicht vorzieht, dieses seinen Wächtern zu überlassen. Dreyfus schläft auf einem Soldatenbette, bestehend aus einem Eisengestell, Strohsack, Matratze, Kopfkissen, Decke und Fußkisien. Man rührt den Gefangenen richt an und hat ihn noch nie angerührt, aber die beiden Wächter weichen nicht von feiner Seite, selbst wenn er schläft. Der Gefangene darf Bücher, Romane oder wissenschaftliche Werke bekommen, die ihm der Gouverneur gestattet; ausgeschlossen sind Revuen und politische Zeitungen. Dreyfus hat sich noch nie über schlechte Behandlung von seinen Wächtern beklagt. Alles, was Dreyfus schreibt, wird in der Schreibstube des Gouverneurs aufbewahrt. Auch die Briefe, die an Dreyfus gerichtet werden, erhält er nur in Abschrift- Für den Fall einer Erkrankung wird sofort telephonisch ärztliche Hilfe herbeigerufen. Die ganze Behandlung des Gefangenen beruht auf einer besonderen Dienstanweisung, die vom Colonialminister genehmigt und unterzeichnet ist. » Der kleine Dreyfus, so schreibt man dem „Mainzer Anzeiger", welcher gegenwärtig alle Welt bewegt, hat auch in erhöhtem Maße die Aufmerksamkeit auf die sogenannten Schrift, oder Schreibverständigen gelenkt, von deren Urtheil vor Gericht das Wohl und das Wehe des Angeklagten sehr häufig allein abhängt. Dreyfus wurde bekanntlich verurtheilt auf Grund eines Schriftstückes (Borderau), das fünf Sach, verständigen vorgelegen hat. Drei davon erklärten die Schrift des Borderau für identisch mit der Handschrift des Dreyfus, die zwei anderen hatten sich dagegen ausgesprochen. Die Pariser Zeitung „Matin" veröffentlichte hierauf das Facsimrle des Borderau, worauf zwölf weitere Schriftverständige die Identität nochmals prüften und alle zwölf verneinten dieselbe. Derartige Widersprüche kommen indeß häufig vor und be- stätigen nur die Richtigkeit des Satzes, daß Schriftexpertise ein recht zweifelhaftes Beweismaterial ist. Um sich hiervon zu überzeugen, braucht man nicht nach Paris zu gehen, sondern auch in Mainz kam kürzlich ein Fall vor, der den Werth der Schriftexpertise in ein recht eigenthümliches Licht stellt. Ein Schüler der Fortbildungsschule benahm sich häufig während des Unterrichts frech und ungezogen gegen seinen Lehrer. Er wurde bestraft, worauf der Lehrer einen ano* nymen Brief beleidigenden Inhalts erhielt. Da der vorher so widerspenstige Schüler auf einmal fast zu artig geworden war, schloß der Lehrer erst recht auf deffen Thäterschaft und erstattete Anzeige, woraus die Staatsanwaltschaft Klage erhob. Bor dem Schöffengericht erklärte der vom Polizeiamt vor- geschlagene Sachverständige, es sei wahrscheinlich, daß der Knabe der Schreiber des Briefes sei, mit Sicherheit könne man dies jedoch nicht behaupten. Der Amtsrichter erklärte dieses Gutachten für ungenügend, indem er darauf hinwies, daß der seither verwandte Schreibverständige bei seinem Gutachten stets mit Ja oder Nein geantwortet habe. Auf die obige Erklärung hin sei ein Urtheil unmöglich. Die Sache wurde vertagt und der frühere Sachverständige geladen. Sein Urtheil lautete: Ja, die Handschrift ist mit der des Schülers identisch, jeder Zweifel ist ausgeschlossen. In Folge dieser Entscheidung wurde der Zeuge vom Gericht zu vierzehn Tagen Gefängniß verurtheilt. Gegen dieses Urtheil wurde Berufung eingelegt und das Landgericht übergab, mit Umgehung des ersten Sachverständigen, einem hiesigen Ober, lehrer den besagten Brief zur Beurtheilung. Und siehe da: das Gutachten desselben lautete, daß der Junge den Brief möglicherweise geschrieben habe, eine Gewißheit bestehe indeß durchaus nicht. Die Strafkammer, verwarf hierauf dos erste Urtheil und sprach den Schüler frei. Dieser Fall ist recht bezeichnend. Er ist ein Glied mehr in der Kette der Irr- thümer, die gar zu leicht zu einem unrichtigen Urtheil führen können. Eine Reform der Schriftexpertise in dem Sinne, daß zu diesem Amt nur wiffmschasckich gebildete Graphologen verwendet werden, Angehörige jener Wiffenfchaft, welche beim Prüfen eines Schriftstückes nicht nur den mechanischen Bor. gang, sondern auch den jeweiligen, seelischen Zustand des Schreibers in Betracht ziehen. Jedenfalls aber steht so viel sicher, daß Kalligraphen, Schreiblehrer und subalterne Beamten am allerwenigsten zur Abgabe eines Schriftengutachtens geeignet sind. * Was Orchideen kosten. Daß Orchrdeen außerordent- l liche Preise erzielen, ist bekannt. In Brüffel ist ein Cypri- ( pedeum hybridum mit 4000, ein Odontoglossum mit 6000, ein zweites mit 7500 Franken verkauft worden. Alle diese Preise aber treten gegen den ebenda stattgehabten Berkaus eines Odontoglossum Luciani in den Hintergrund. Diese wunderbar gebildete Orchidee, deren schöne Blüthen bunten Schmetterlingen gleichen, ist zum Preise von 12 000 Franken GottEmtz in der Synagoge SamStaa den 26. Februar 1898. Vorabend b°° Uhr, Morgens 9 Mr, Nachmittags 3 Uhr »chrifterkl»r««g, Sabbathausgang 6<° Uhr. unter dem Reif wird das Faß angebohrt und sobald ein ge» höriges Quantum dem Faß entnommen ist, wird in das vorhandene Loch ein Stückchen Holz hineingekeilt, der Faßreif w^der über das Loch getrieben, so daß man äußerlich keine Spur von demselben entdecken kann. Ein Mainzer Kaufmann bar s. Z. ein solches Faß mit Rothwein erhalten, bet näherer Untersuchung stellte eS sich heraus, daß das Faß nicht weniger als 59 Löcher unter den Faßreifen hatte, die stets während der Reise in die Fässer hinetngebohrt und dann der Wein aus dem Bohrloch herauSgezogen wurde. DaS Herausziehen bcr Weine geschieht nicht selten mittelst dünner Federkiele oder mit Strohhülseu und läßt sich auf diese Weise schon ein recht anständiges Quantum auS dem Faß herausziehen. Ein Luderer Mainzer Kaufmann, der einen Handel mit feinen SÜd- weinen treibt, erlitt auf diese Weise ganz bedeutenden Schaden. Um das Anbohren zu verhüten, bezieht der betr. Kaufmann nur noch seine ausländischen Weine in Fäfferu, welche mit Ueberfäfferu versehen find; es wird wohl dadurch die Emballage etwas theurer, aber seit dieser Zeit werden seine Sendungen nicht mehr bestohlen. • Schwarze Studenten. Ein neuartiger Studeutenverein ist in Paris gegründet worden. Seit mehreren Jahren strömen aus allen Welttheilen auch Dteteuigeu, welche man riast „Wilde" nannte, zu den europäischen Hochschulen, um fich hier die Waffen der Civilisation anzurignea und fie prgeveniu FallcS auch gegen die Raffe der Weißen zu richten. In Paris ist dir Zahl dieser „Wilden" so groß geworden, daß man, um einem „tiefgefühlten Bedürfuiß" zu entsprechen, au die Gründung eine- „schwarzen StudentenvereiuS" denken wußte. Obwohl sämwtlich schwarz, weisen die BrreiuSbrüder koch die verschiedensten Farben auf, von dem ttefschwarzen B-reiuSvorsitzer Dr. Brutto Sylva, einem geborenen Haitianer, und dem weniger schwarzen Flügeladjutanten Meneliks bis zu Mulatten und noch hellfarbigeren Mischlingen. Der Verein begann seine Thärigkeit mit einem feierlichen . . . Frühschoppen- man beschloß, vierteljährlich einen CowmerS der Negerjugend zu veraustalten, zu welchem auch weiße Gäste Zutritt erhalteu sollen, aber nur solche, die sich durch Wort ünb Schrift um die schwarze Raffe Verdienste erworben haben. • Die Leidensgeschichte einer Gräfin. Die „Wiener Z-itung" publizirte gestern ein Erkmntniß deS Bezirksgerichts Josefftadt, mir welchem über Livia Gräfin Collorcdo MelS wegen Wahnsinns die Euratel verhängt wurde. DaS „Wiener Tageblatt" erfährt hierzu Folgende-: Gräfia Livia Colloredo-MelS, eine Dame in den Fünfzigern, ist eine Schwester des bekannten CooperatorS von Hitzung, Pater Eolloredo Mels. In ihrer Jugend spielte fie eine hervor- ragende Rolle in der Gesellschaft und gab das Geld mit vollen Händen auß. Sie verarmte in Folge deffen pänzlich. Ihr einziger Sohn, der junge Graf Colloredo-MelS, ist heute — Gerüster bei einem Bau. Die Gräfin konnte an ihre Verarmung nicht glauben. Sie hoffte immer noch auf un- ttmeßliche Reichlhümer, die ihr zufallen würden, und diese Hoffnung wurde bei der Unglücklichen zur fixen Idee. Im Bezirk Landstraße zählt die Gräfia zu den bekannten Straßenfizuren. Gräfin Livia ColloredoMels steht iw Ge- puffe einer Pfründe und wird auch von ihrem Bruder unterstützt, so daß sie wenigstens vor der bittersten Noth 6e* wahrt ist. ♦ Die Eisenbahnen Europas hatten am 31. December 1896 eine Gesammtlänge von 256493 Kilometer. Diese vcrtheilcn sich, wie wir aus einer Mittheilung des Inter« nationalen PateutbüreauS Karl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6, ersehen, folgendermaßen auf die einzeluen Länder: Deutschland 47 348 Kilometer, Frankreich 40 974, Rußland mit Finnland 38612, Großbritannien vnd Irland 34221, Oesterreich Ungarn 32180, Italien 15079, Spanien 12282, Schweden 9895, Belgien 5777, Schweiz 3563, Niederlande mit Luxem- bürg 3129, Rumänien 2879, Türkei uud Bulgarien 2430, Portugal 2340, Dänemark 2267, Norwegen 1938, Griechen- land 952, Serbien 540, die Inseln Malta, Jersey und Man 110. Auf 1000 Quadrat-Kilometer entfallen 2,8 Kilometer Eisenbahnen und auf je 10000. Einwohner Univevsttäts - Nachrichten. Erlangen, 23. Februar. Der diesige Professor der systematischen Theologie, Seeberg, hat einen Ruf nach Berlin angenommen. Er gehr schon im Sommersemester dorthin. Neueste Nachsicht««. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 24. Februar. Im Reichstage hat Abgeord« nctcr Lenzmann (frs. VolkSp.) den Initiativantrag ein« gebracht, der Reichstag wolle beschließen, den Reichskanzler zu ersuchen, dem Reichstage ein Reichsberggesetz vorzulegen. Berlin, 24. Februar. Bei dem gestrigen Festmahle des ProvinziallandtageS der Provinz Brandenburg brachte der Oberpräfident v. Achenbach das Kaiserhoch aus, worauf Prinz Friedrich Heinrich als Vertreter deS Kaisers dankte und als Erwiderung das Hoch auf die Provinz Brandenburg ausbrachte. Berlin, 24. Februar. Der Central Ausschuß der deutschen Bäcker-Innung „Germania" hat an die Fraktionen deS Reichstages eine Eingabe gerichtet, worin ausgeführt wird, daß nach dem Maximal-ArbeitStage eine Verschiebung der Verhältnisse in dem Gewerbe eingetreten fei. Eine Anzahl Kleinbetriebe sei unmittelbar dem Untergänge geweiht. In ihrer gestrigen Sitzung beschäftigte fich die PetitionS-Commisfion des Reichstages mit einer ~ Petition um Aufhebung oder Einschränkung der Bäckerei- Verordnung, der RegterungS-Commissar legte dar, daß in dieser Angelegenheit eine Umfrage angeordnet worden sei, deren Ergebniß sich aber noch nicht übersehen ließe, daS da- zu eiugegangene Material sei noch nicht gesichtet. Die Commission ging darauf über die Petition zur Tagesordnung über. Wim, 24. Februar. Die gesammte Preffe bespricht daS Urtheil im Zola-Prozeß je nach Partei-Schattirung. Die Höhe des Strafmaßes wird als ein voller Sieg des Generalstabes uud als Concesstou an die aufgehetzteu BolkSmaffen aagesehen. Allgemein herrscht die Ansicht vor, daß trotz der Verurtheiluvg ZolaS die Affatre DrehsuS nicht beendet sei. Man glaubt vielmehr, daß die Chancen der Revision dieses Prozesses für Dreyfus wesentlich erhöht find. Bozen, 24. Februar. Seit gestern früh herrscht in Südtirol wieder volles Winterwetter. Aus allen Gegeuden werden außerordentlich starke Schneefälle gemeldet. Der Verkehr ist überall gehemmt. ES herrscht großer Waffer- mangel. Budapest,24. Februar. ES verlautet, daS Parlament werde Mitte April in Budapest zusammentreten. Budapest, 24. Februar. Die Polizei verhaftete gestern zahlreiche Socialdemokrateu, darunter einen Arzt, einen Advokaren und mehrere Gewerbetreibende. Sie ließ dieselben zwangsweise photographirev, um fie angeblich in» Verbrecher-Album aufzunehwen. Paris, 24. Februar. Der Proceß Zola endete nach 15tägiger Verhandlung mit der schon vorher vermutheten Verurtheiluug der Angeklagten. Nachdem Labori noch mehrere Stunden gesprochen hatte, erhob fich Clemenceau zu seinem Plaidoyer. Diesem folgte die Replik deS GeneralstaatS- c.nwalis und LabortS, worauf fich die Geschworenen ungefähr um 6 Uhr zurllckzogen. Die Erregung ist unbeschreiblich. Um 7 Uhr etwa erschienen die Geschworenen wieder und gleich darauf trat dann der Gerichtshof ein. Der Obmann der Geschworenen trat vor uud sagte: „Auf Ehre und Gewissen erklären wir: Der Herausgeber der „Aurorr" ist schuldig mit Stimmenmehrheit." „Auf Ehre und Gewissen erklären wir: Emile Zola ist schuldig mit Stimmenmehrheit." Nun brach ein ungeheuerer Jubel aus. Die anwesenden Offiziere stießen ihre Säbel gegen den Boüru und warfen ihre Mützen in die Luft, während die Civilisten ihre Hüte schwenkten. Daun zog fich der Ge« richtShof auf 10 Minuten zur Berathung zurück und der Präsident verkündete alsdann folgendes Urtheil: Der Gerant der „Aurore" wird zu vier Monaten Gefängniß und 3000 FrS. Geldstrafe, Emile Zola zu einem Jahr Gefängniß und 3000 Frs. Geldstrafe verurtheilt. Der Jubel der an* wesenden Offiziere kannte nun keine Grenzen mehr. Al- Rufe laut wurden: Nieder mit Zola, rief dieser auS: Ca- naille, Kannibalen. Die Generale Gonse und Pellieux wurden in den Wandelgäugeu deS JustizpalasieS von einer jubelnden Menge umringt. Paris, 24. Februar. Die Nachricht von der Verurtheiluug ZolaS wurde zu Beginn der Theater dem Publikum bekannt gegeben und erregte Befriedigung, weil eine Freisprechung vielleicht blutige ©eenen zur Folge gehabt hätte. Aus dem Quartier Latin zogen um 9 Uhr zahlreiche Studentengruppen nach den Boulevards. Pari», 24. Februar. Zola verbrachte den gestrigen Abend mit seiner Frau, Labori uud dessen Gattin, mit den beiden ClemenceauS und seinem treuesten Freunde, dem Com- i pouisten Bruneau. Pari», 24. Februar. Zola wird in der heutigen AuS- gäbe der „Aurore" nicht daS Wort nehmen, aber seine Freunde werden einen HuldigungSartikel veröffentlichen. 18 9 Kilometer. • • Ein rotirenber Palast soll den Glanzpunkt der Pa- riser Weltausstellung bilden, so wie auf der vorher- «ehenden der Eiffclthurm und auf der Chicagoer Ausstellung daS große Schaukelrad. Der Palast soll aus einem sechseckigen Geväudr von 105 Meter Höhe bestehen, welches 25 Stockwerke erhalten wird. Der ganze Palast wird mit Glas, Nickel- und Aluminiumblech bedeckt fein und mittelst 20 000 Glüh' und Bogenlampen beleuchtet werden, welche so geordnet find, daß fie die vielen Thürmchen, Säulen, Balkone und Statuen zur vollen Wirkung bringen. Im untersten Stockwerk soll ein Glockenspiel von 64 Glocken, sowie ein mächtiges, durch Druckluft betriebenes Orchestrier Aufnahme finden. Dar ganz? Gebäude soll fich auf einem Zapfen drehen, wobei er durch hhdrauliche Apparate die Bewegung erhält, und zwar derart, daß es eine Umdrehung vro Stunde macht. Die Besucher können also, ohne ihren Platz zu ver- lassen, daS ganze Panorama der Ausstellung und der Stadt langsam an sich vorüberziehen lassen. ♦ Wie lebt Dreyfus auf der Teufe» Zusel? Von dem Aufenthalt des verurtheilten früheren Hauptmanns Alfred Dreyfus auf der Teufels-Insel giebt das Organ des französischen Kriegsministeriums im Dreyfushandel, das „Echo ! zweiten, weil er den ersten hatte, de Paris", folgende Schckderung: „Die Bewachung von; noch gar keinen hatte!____________ Dreyfus auf der Teufels-Insel wird von zwölf Wächtern > ’ der Strafcolonieverv. ^ltung unter Leitung eines Oberwächters - besorgt. Zwei Wächter, die alle zwei Stunden abgelöst werden, sind beständig um Dreyfus. Diesen Wächtern ist ; es verboten, unter irgend einem Vorwande em Wort an ihren Gefangenen zu richten oder auf eine Frage von ihm . zu antworten: nur der Oberwächter ist ermächtigt, dienstlich mit Dreyfus zu verkehren. Will sich Drcyfus über seine Wächter beklagen, so kann er sein Anliegen auf eines der ihm zur Verfügung gestellten nummerirten Blätter nieder- 18 btt Dlb in bit M dts ö‘löU Z iptskigry /an, .... chlittz jch iNtn Q11 Akitzkl aQitn toQT Bor. btt sich b' bon °°°n 7ar ° 8ud) * $tt'ttbe 5VUnbnt «zL diel fl. Moroni ? w ^Mn zogt — W Mnltig Abend truj «ben£ob einer Measchrs R Echästrgasse Hain ihr u> einen Laden fltfiidi, 1 VkM-egr stürzte da» °° s düster, die Petro, bie Gl-rscherbeo durch- «n die HaMader unter Wort mit in Blut jt- ‘ t Wohnung erreichen, too ■utang verstarb, ehe not tintn konnte. Jit Frankfurter Dranerei. Vlenrreiul um eine Sr. Jon 24 ans 28 Mk bon reitenden Versammlungen btl den Arbeitern tbglU ■ besprochen. Die 8üsn tegnügeu. Die Btauu u. (Prosit!) üanfe des gestrigen Tagll glöcksschache der Zecht worden. Man glaub', strophe gewesen ist. Die » i fünften Ächt-siundm ntt.tt bn Üatafnophe ti lhendes arbeitete, ist nnr Bajjsann mit dem Leber er nur einige verletzte- >»?*•**• SO» *"w erstanden worden. * Erklärung „. . . Wie es kommt, daß der LegatiouS- raty drei Orden besitzt? . . . Sehr einfach! Den dritten i hat er bekommen, weil er die beiden anderen hatte, den v »weiten, weil er den ersten hatte, und den ersten, weil er Sabbathfeier am 26. Februar. Freitag Abend 530 Uhr, Samstag Vormittag 8" Uhr Predigt, Nachmittags 3 Uhr, Sabbathausgang 640 Uhr. Nachmittag 2« Uhr «chrifterklürung Bahnhofstr. 50. Wochengottesdienst Morgens 7 Uhr, Abends 5^ Mr. Ve-k-h», Can6« nnd VoUk-wirthschast. W. Biehmarkt. Auf dem gestrigen Ochsenmarkt waren etwa 150 Stück Fahrvieb aufgetrieben. Der Handel ging überaus langsam, es fehlte an Käufern, woran wohl das ungünstige Wetter die Schuld trug. Die besten Ochsen wurden pro Paar mit 850 btS 900 Mark vukaust. Zweite Qualität ging mit 700 bis 800 Mark fort. Geringere Maare war sehr billig zu haben. Der Markt blieb bedeutend überständig. - Der Auftrieb des L>chweinemarktes belief sich auf etwa 900 Stück. Auch hier fehlte es der Ungunst des Wetters wegen an Käufern. Die Preise waren sehr hoch und liehen die Verkäufer auch davon nichts herunter. Acht Wochen alte Ferkel, die stark begehrt waren, kosteten 38 bis 45 Mark daS Paar, ältere Ferkel wurden bis 60 Mark das Paar bezahlt. Läufer wurden bis zu 110 Mark das Paar gehandelt. Auch der Schwetnemarkt öltet» bedeutend überständtg. >x plötzlich einen mittig» habe, btm ein bonmahn- el « ju Loben, unb all i| Hinten unb Mn M T von der Reltungsw-M' ten der Gerettete zurück. Erregend. W * nantti, dazu kamen kalken, t.;at Staubwolken mackM dem furchtbaren tu ll°M 5«' “f ,b mrtoall Mdltft™ füt M< «I « tawifW» STi» * ’S toei ei' '*g, i« e«*«’ MoSr»Pi( fL'w|uubiii. | -i *• d'° Dil*' '^ welche anoibntt dm Sruben " b & ® kverben» ngen \ ut gmtnt- ö.ntid)tun8tn der und «• Gastspiel: Clara Drucker BehördlicheAnzeigen Gesucht auf 1 Juni oder t. Juli Offerten netst PreiS- anaabe unter Nr. 1748 an die Expedition i Gießen, im Februar 1898. 1940 Cassel einreichen. 3. 4. 5. Eine gesunde Schenk- 1931 Vossius. Bose. Schottstraße 19. 1603 1934 Mäusburg 7. j 581 treffen heute em bei Entlausen Abzugeben «arttplatz 1«. 1944 Hündchen zugelaufen $agi Ab,ubolrn Neuen »Aue 6 Mäusburg 7. 1827, unt. I. 1932 an die Exped. ds c'92 Blattes erbeten. 1932 Börse üflv 23 Febmar 1898 4 1887 Familie Joseph Schäfer. 1V5S Amthor'sche höhere Handelslehranstalt ?u Gera w> — Gegründet i. I. 1849. — 1504 Ämetic 4.16 W »Wetter 000.1 n | rvftrr^ rtrrb*. Btbactlon: A. Echehda. — Druck unt Verlag der Brühlfchen Univerfitärs-Vuch. und Steindruckerei (Pietsch Gr. Hesfiiche Odl. Erve Perrücke am DienStaq in der Nähe des Cafü Leib | verloren. Wiederbringer erhält eine Be- hbnung. [1953] Mäusburg I» Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme anläßlich des raschen Hinscheidens unseres lieben Sohnes Friedrich Schäfer besonders für die vielen Blumenspenden, die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Dingeldey, die Theilnahme des Lehrers und der Schüler, sagt innigsten Dank 16.18 Fran^ iöenhtoten 20.38 Oest. Die von Großh. Ministerium er- laffen n allgemeinen Bedingungen und die speciellen Bedingungen liegen an den Wochentagen Nachmittag» von 3 bis 5 Uhr auf dem Verwaltungsbureau offen. Offerten sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum 5. März d. I., Vormittags 10 Uhr, auf dem erwähnten Bureau abzugeben. Der Zuschlag erfolgt bis zum 14. März d. I Gießen, den 23. Februar 1898. Großh. Verwaltungs-Direction der chirurgischen und ophthalmolog. Universitäts-Klinik. 1949 1937] Jüngere», sauberes Dienst« mädche« für 1. März zu miethen gesucht. vlstchstratze 12, IL Giessener Stadttheater Freitag, 25. Februar 1898 Erstes Gastspiel von Clara Drucker vom Lefsingtheater in Berlin. Die Haubenlerche. Schauspiel tn 4 Acten von Srust von Wildeudruch. Lene . . . Clara Drucker als Gast. Wegen -tothschlachtung. In der Hofraithe (früher Heß) Z'ahnstrahe 5 Lehrmädchen auS achtbarer Familie aes, cht 1741 8 «ütz. Schublager, Marklstr. v. 1886 00.00 1 4 69.31 | 4 Ouano, bestes Düngemittel, Fleischfuttermehl, Zum bkvorstkhkudkn Irühsuhr! Beehre mich in Anfertigung von Hütten, Hallen, Gartenspalieren, Waschpflöcken, Baum- u. Roseustaugen, sowie allen in dies Fach einschlagenden Artikeln in empfehlende Erinnerung zu bringen. Fr. Aug. Helfenbein, tetr. dto. & G. Wallenfels, Markt 21. - Telephon 46. Coursbericht MB J. Kurz 3‘/e Frimkftr. Hyp. Bk. unt. b. 1906 100.00 V » Krtf. Hvo. Lred. B. unk. b. 1906 99.8 ' 4 dto. unk. b. 1905 102 60 B‘,i DeutscheGrhsch.P.nat.b.1906 99 80