■ 180* Donnerstag den 24. Marz hule. Erstes Blatt. Nr 70 fwt am 18. yhriT dec Schul- Qn UUQMtnmiM.- Gießener Anzeiger Qn9atommem General-^Anzeiger Anrts- und 2lnzeigeblntt für den ICreis Gretzen. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter s nach der Allg ßtg.": " — Die „Rordd. das Ge-ücht jeder Begründung entbehrt.' Rnnalinir von Anzeigen zu der Nachmittag- für bat ,'genden Tag erscheinenden Nummer bi- Barm. 10 Uhr. vierrri jährlich 2 Warf re manaNich 75 Mit vrinHerlohn Bei Psfthezug Warf 50 Pf» ierteltLhrlich Alle Anzeigen.BermittlungSstellm » In- und RuSl«d^4 iikhmeu Anzeige» für en Gießener Anzeiger rttyytu Webactien, Expedition und Druckerei: Kchntstratze Ar. 7. Resolution zu entsprechen. Der Antrag Auer wird abgelehnt. Der Rest der Vorlage wird debatteloS angenommen und Etwas über indirekte Steuern. Man schreibt uuS: Bezüglich der bet uuS zur Erhebung gelangenden Steuern unterscheidet man bekanntlich zwischen directen und iudtreeteo. Unter beiteten versteht man die Steuern, welche dem Einkommen rutsprechend berechnet und aus Grund der Sreuerzettel zu bestimmt festgesetzten Zeiten in Baar von den Sleuerkasien erhoben werden. Zu den indtreeten Steuern gehören alle Abgaben, die zu entrichten -sind, für Maaren re.,, bie au- frrmven Ländern nach Deutschland eingeführt werden oder zu entrichten find für bestimmte Maaren und verbrauchtgegenstände, die io Deutschland selbst hergrstellt oder hervorgebracht werde». Diese Abgaben find zunächst in Baar zu entrichten von dem, der steuerpflichtige Maaren re. einführt, herstillt oder hrrvorbrtugt, also von den Importeuren, Produeeuteu und Fabrikanten. Diese nun wollen und können die gezahlten Abgaben nicht allein tragen, fir halten sich daher schadlos, indem fie den Preis der Maaren um soviel steigern, als die gezahlte Abgabe auSmacht. Der. jraige, der jetzt die Maaren re. kauft und verbraucht, der Sonfument, er bezahlt die auf den Verbrauch-gegenständen lastende Steuer tu Gestalt de» gesteigerten Kaufpreises tabettet. Da nun der Preis für ein und denselben Artikel »n der Regel gleich hoch ist für Arm und Reich, so wird durch die indireete Steuer derjenige mit geringem Einkommen gleich hoch belastet wie der mit großen Einkommen, während bet einer gerechten Steuerv^rtheilung naturgemäß große Trn- kommen stärker zu belasten und heranzuzieheu find wie mittlere und kleine Einkommen. Aus diesem Grunde treten breite Schichten der Be Vvlkerung als Gegner der indtreeten Steuern hervor und verlangen deren theilwetse oder gänzliche Beseitigung. Trotzdem soeben Staat und Grmrtnben dieser anscheinend gerechten Forderung vorerst keine Folge geben, weil die Bache doch nicht so etnsach liegt, wie es auf den ersten Augenblick scheint. Zunächst wird eine vollständige Beseitigung aller in« direeten Steuern schon deshalb nicht durchführbar sein, weil wir im Interesse der nationalen Arbeit die Schutzzölle wohl niemals werden entbehreu können. Wenn auch heute in erster L nie die deutsche Landwirthschaft auf diese angewiesen ist, so bleibt doch nicht ausgeschlossen, daß gelegentlich irgend einer unserer Industriezweige in die gleiche Lage wie die Landwirthschaft kommt, dazu kann unS die nähere B.kannt- schäft der Schlitzaugen in Oftafien u. «. sehr leicht verhelfen, wenn sie uns auch nebenbei nicht zu unterschätzende Bortheile bringt. Im Weiteren wird trotz der indtreeten Steuer in Wirk« lichkeit das kleine Einkommen weniger belastet wie das größere, weil wir neben der indireeteu noch die direete Steuer haben, die ja entsprechend dem Einkommen berechnet wird und -war so, daß die mit größerem Einkommen auch entsprechend mehr an Steuern zahlen wie die mit geringem Einkommen. Ferner gtebt eS außer den uothwendigsten Verbrauchs- gegenständen zahlreiche steuerpflichtige Bedarfsgegenstände, dte zum Lebensunterhalt nicht unbedingt erforderlich find, also Luxusartikel. Die auf diesen ruhenoen Steuern werden zur Zett von Denen gezahlt, die diese Artikel verbrauchen. DaS aber sind wiederum in erster Linie die bester Situirten, weil diesen nach Bestreitung des Lebensunterhaltes mehr Geld zur Beschaffung derartiger Gegenstände verbleibt, wie den weniger Bemittelten. «breffe für Depeschen: Anzeiger Gieße». Fernsprecher Nr. 51. „Wir brauchen wohl kaum hervorzuheben, daß ebenso die Resolution der Eommisfion. Nächste Sitzung morgen 1 Uhr. Tagesordnung: Zweite Lesung des FlotteugesetzeS. Schluß 4 Uhr. gleich bleiben, indem die Spekulanten die Gelegenheit benutzen und jetzt da- einheimsen, was früher der Staat an indirekten Steuern bezogen? Wer aber ist dann der Reingefallene, immer wieder der Consument, der schon genügend geschröpft wird durch die erheblich gesteigerte direete Sleurr, die fich ersahrnugSgemäß viel schwerer bezahlt, wie dte gewisser* maßen täglich und Pfennigweise fällige indireete Steuer. Unter den heutigen verhältniffen ist e- daher immerhin sehr fraglich, ob die Beseitigung der indireete» Steuern thatsäch. lich der Mehrheit der Steuerzahler die Vortheile erbringt, die man erwartet. Mag immerhin in der Theorie der Wunsch um Auf« Hebung der indtreeten Steuern gerechtfertigt erscheinen, in der Proxtß ist er nicht unbedingt gerechtsertigt. DaS wüsten und geben selbst Diejenigen zu, dte ihrem politischen Standpunkt ent'prechend im Prtnctp Gegner jrder indtreeten Besteuerung sind. Der beste Beweis dafür wurde erst kürzlich hier erbracht, als eS fich in der Stadtverordneten- Stzung darum handelte, das Oetroi aufzuheben. Denn Oetroi bedeutet für die Grmeinde, was indireete Steuer dem Staat bedeutet, und im Haushaltsplan der Gemeinde spielt Oetroi ungefähr dieselbe Rolle wie iu dem Etat deS Staats die indireete Steuer. Wenn daher unsere Stadtväter nicht so ohne Weiteres für Beseitigung des Oetroi» zu haben waren, sondern erst verlangten, daß das Für und Wider iu der Oetroisache eingehend geprüft werde, so kann man denselben eigentlich nur Recht geben, zumal zahlreiche preußische und hessische Städte ebenfalls noch Oetroi erheben und vorerst nicht an die Beseitigung desselben denken. Gut Ding will eben Weile haben. I* • Letzter Gegenstand ist die Fortsetzung der BerathunH der Vorlage detr. Entschädgigung unschuldig Ber- u r t h e i l t e r. ES ist zunächst wieder über § 1 abzustimmen bezw. über den Antrag Auer, dir Entschädigung allen im Wiederaufnahme- Verfahren Freigesprochenen zu gewähren. ES stmmen 171 gegen, 86 für den Antrag Auer, bet somit abgelehnt ist. Der Paragraph wird in der EommisstonSfaffung angenommen. Abg. F r o h m e (Boe.) befürwortet nunmehr einen ferneren Antrag Auer, in einem § la auch das Princip der Entschädigung für unschuldig erlittene Untersuchungshaft auSzu- sprechen. GtaatSfeeretär Nieberding betont die Schwierigkeiten, die dem entgegenständen. Keiner unserer großen Cultur- floaten sei so weit gegangen, auch die Untersuchungshaft zu entschädigen. Auch bei den auS der Untersuchungshaft Wieder- entlassenen könne ein verdacht immerhin noch fortbestehen, ja selbst im Falle einer Freisprechung. Er bittet, den An- trag abzulehnen. Abg. Pieschel (nl.) ist auch gegen den Antrag. Für jetzt halte er denselben für unausführbar. Abg. v. Buchka (eons.) bittet die Regierung dringend, fich Mühe zu geben, eine Form zu finden, um möglichst bald Deutscher Reich«. Berlin, 22. März. Der Kaiser gab heute an der- schiedene Künstler Aufträge zur Herstellung von fünf weiteren Standbildergruppen, unter denen sich eine Gruppe FriedrtckrS des Grohen befindet. Berlin, 22. März. Zu dem von der „Köln, volksztg.- verbreueten Gerüchte von einer geheimen, für die höchsten Stellen bestimmten Darlegung, wonach die Katholiken von allen höheren Aemtern mit selbstständiger Verantwortlichkeit ferngehalten werden müßten, bemerkt die „Nordd. ^•Gebäcke Uq”“- Net, Mch« Markts. 4.15 Nicht unerwähnt soll auch bleiben, daß unter den Heu- Eigen verhältniffen der reiche Ausländer, der fich zum Der- «nügen u. s. w. vorübergehend in Deutschland aufhält, eben- ßall» indireete Steuern als Eousuwent zahlt, was nicht der Kall wäre, wenn die indireeten Steuern aufgehoben würden. Jedoch gesetzt den Fall, dem wäre so, die indireeteu würden Leseitigt, bann wüßten zunächst die Steuern für Luxusartikel sicht mehr von Denjenigen gezahlt werben, bie biefe Artikel verbrauchen, sondern von der Gesammtheit der Steuerzahler- »er Staat aber, ber die Mittel, welche durch die indireeteu Steuern aufgebracht werden, beim besten Willen nicht ent* Lehren kann, er steht fich genöchigt, die direeten Steuern mlsbald zu steigern, und zwar derart, daß Manchem doch bie Bugen anfgingeu bei Bestchtigung ber neuen Steuerzettel, toafür aber hätte man die Hoffnung, baß bie Preise für ver- ürauchSgegenstände entsprechend finken unb der ganze Lebens- unterhalt fich verbilligen würde. Schön, aber vorerst nur die Koffaung- wer bürgt dafür, daß die Preise thatsächlich <^iMückgehen? Niemand, weder Volk, noch Regierung, ber* Allg. Zig." eonstatirt ferner gegenüber der „Röln. vztg.*, daß eine allgemeine Anweisung nicht erfolgt ist, wonach in- ländische Orden-geistliche, bie bei Abhaltung von Missionen predigen wollen, zum Nachweise der gesetzlichen Vorbildung oder der ertheilten Dispensation anzuhalten wären. Eine solche Anweisung wird zuständigen Orts auch nicht beabfichtigt. Hamburg, 22. März. Se. Maj. der Kaiser hat heute au die „Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft^ folgende- Telegramm gerichtet: „Ich spreche Ihnen zu den AuSfichteu, die sich für Sie durch die heute erfolgte An- nähme der Reichspostdampfervorlage eröffnen, meine Freude au». Möge die schnellere Verbindung mit Meinem Bruder und unseren braven Matrosen und Soldaten im fernen Osten denselben bie Heimath näher bringen." Ein gleichlautendes Telegramm Sr. Maj. ist dem „Norddeutschen Lloyd" ta Bremen zugegangen.____________________________________ Ausland. Wien, 22. März. Die heutigen Blätter constatiren, baß der Verlauf der gestrigen Abgeordnetenhaus- Sitzung es beinahe al» vollständig ausgeschloffen erscheinen laffe, baß die normale parlamentarische Thätigkeit bald wiederkehreu werbe. DaS Programm beS Grafen Thun findet ebenfalls eine vorwiegend abfällige Kritik. ES wird, weil e» nur gewöhnliche nichtssagende Phrasen enthält, als den jetzigen verhältniffen gar nicht entsprechend bezeichnet. Mailand. 22. März. Zum Gedächtniß ber in ben fünf Märztagen deS Jahre» 1 848 Gefallenen wurde heute vormittag in Gegenwart der Behörden, vieler Vereine usw. eine Trauerfeier abgehalten. Heute findet im Quartier Porta Victoria eine große Illumination statt. Die Gedenk* tage werden durch ein patriotische» Eoncert tut Bcalatheater beschlossen werden, baß Ma»cagnt leite» wird. Venedig, 22. März. Unter starker Theilnahme der Bevölkerung und ber Behörden feierte heute die Stadt die 50. Wiederkehr de» 22. März 1848. Ein nnabseh- ErslLelvt iäflNt» tnu Au-Nut»»» deS Mornngs. Die Gießener gRandtien ß kälter torrbtn dem Anzeiger wüchentlich viermal beigelegl. U3'l ■" anehn^u C Deutscher Reichstag. 67. Sitzung vom Dienstag den 22. März 1898. Tagesordnung: Rechnungssachen. Bet der Rechnung über den Haushalt der Schutzgebiete Togo und Kamerun beklagt Abg. Schall (conf.) dte Zunahme der Branntweineinfuhr nach den Schutzgebieten. Unterstaatssecretär v. Richthofen führt au», nach den Berichten der Gouverneure sei bie angerichtete Schädigung nicht so groß, al» man sie darstelle. Gleichwohl solle Alle» geschehen, um weiteren Schädigungen möglichst vorzubeugen. Es geschehe da» am besten auf internationalem Wege. Die Einladungen zu einer Conferenz seien auch bereit» feiten» Belgien» ergangen. Für die Rechnung wird bann Entlastung ertheilt. Einige weitere Rrchnungßsachen werden debatteloS er» lebigt. Der BunbeSrathSbeschlnß betr. GenebmigungSpflichtigkeit der Kugelschrotmühlen zur Herstellung bun Gußftahlkugeln wird debatteloS in dritter Lesung genehmigt. E» folgt die dritte Berathuug der Postdampfernovelle. Das Gesetz wird debatteloS gegen die Stimmen ber frei- finnigen unb süddeutschen Volk-Partei und der Socialdemo* klaren genehmigt. ES folgt die zweite Berathuug der Vorlage betr. ander- weite Festsetzung des Gesammtcoutingenl» der Brennereien. Artikel 1 wird debatteloS angenommen. Zum Artikel 2 liegt ein Abänderungsantrag Hoefsel vor, welcher jedoch abgelehnt wird. Der Artikel sowie alle weiteren werden in ber Fassung der Commission angenommen. Zur Berathuug steht sodann noch eine Resolution, die Regierung um einen Gesetzentwurf behuf» Wiederinkraftsetzung de» biß auf Wettere» aufgehobenen § 4 de» Branntwetn- fteuergesetzeS von 1887 zu ersuchen. (Dieser Paragraph ordnete bekanntltch an, daß von einem bestimmten Zeitpunkte ab zu Trinkzwecken nur gereinigter und fuselfreier »rannt* wein verkauft werden bars.) Abg. Frank (nl.) bittet um Ablehnung ber Resolution im Interesse ber kleinen Brennereien. Abg. Szmula (Centr.) ist gleichfalls dagegen. Director im RetchSschatzamt Koerner bemerkt, eß schwebten über die ganze Frage augenblicklich noch Untersuchungen. Abg. G amp (Rp.) hält eß für baß Richtigste, nicht die völlige Entfuselung vorzufchreiben, sondern nur einen Maximalgehalt an Fusel. Die Abgg. SHmibt-Bayern (nl.), Kruse (nl.) unb Wurm (Soc.) sprechen fich gegen bie Resultion au», welche sodann fast einstimmig abelehnt wird. laigut! iiM, M WM m : Beider Hafer, Kol , Hallet'* Chevalier- sowie bonmn, Biebter’ii J» . Eckenbrecher, Prot anxrt Sorten, mW ich oll Inflation anbaut. hinfft gratis ett> fttflr*, Familie «alten werden; scheint, Ist unstreitig Ä'tMS XtittoM"1): ... * rebrniß«1; nnlerbfllt«Bfl lieiMti^^Allch auch ■liebbab^-^Sn @lrhter, KL *.** at .lxA' Liegt nicht vielmehr bei der einmal herrschenden Gewinn* Milcht die vermuthung nahe, daß die Preise fich schließlich .....I (6 iftses- w bicher e Gültigkeit aller gewöhnlichen Rückfahrkarten von sonst kürzerer Gültigkeitsdauer, bte am Mittwoch, ben 80. März b. Js. unb an ben folgenben Tagen gelöst werben, bi» einschließlich Freitag, ben 22. April verlängert. Die Rückfahrt muß spätesten» am 22. April 1898 um Mitternacht angetreten sein unb bars noch Ablauf dieses Tages nicht mehr unterbrochen werben. Auf ben Bayerischen, Württembergischen, Babischen, Elsässischen unb Pfälzischen Eisenbahnen dagegen tritt eine die allgemeine zehntägige Geltungsdauer der RückfahrtSkarten überschreitende Verlängerung der Gültigkeitsdauer nicht ein. Welche andere Bahnverwaltungen fich dem Vorgehen der Preußischen Staats- bahren noch anschließen werden, wirb aus ber auf ben Stationen demnächst zum Aushang gelangenden Bekannt- machung hervorgehen. Ermäßigte Fahrkarten nach Rom. Au» Anlaß der Feier brr Cyarwoche in Rom werden in München, Centralbahnhof, Rückfahrkarten 1. unb 2. Klaffe nach Rom über Kufstein - Innsbruck - Verona- Mobena-Bologna-Florenz Chiusfi zu ermäßigtem Preise ausgegeben. Der Verkauf ber Karten erfolgt in ber Zeit vom 1. bis einschließlich 5. April 1898, die Gültigkeitsdauer betragt 30 Tage unb erlischt um Mitternacht de» letzten Geltungßtage». Die Karten find für alle Züge gültig; ber Preis beträgt 139 Mk. 90 Pfg. für bie 1. unb 100 Mk. 70 Pfg. für bie 2. Klaffe. Die Inhaber finb nach Maßgabe ber ben Fahrscheinheften aufgebrurfttn Bestimmungen berechtigt, in Bayern und Oesterreich die Reife auf jeder beliebigen Station, in Italien nach freier Wahl bei der Hin- unb Rückfahrt auf jr brei verschiedenen Stationen zu unterbrechen. •• Schutz unb Rath für reifende junge Mädchen. In sämmtlichen Waggons 4. Klaffe unb in den Frauenabtheilen 3. Klaffe aller preußischen Staatsbahnen finb neuerbings Placat e angebracht worben, auf welchen ein rosa Kreuz mit der Ueberschrift „Deutsche Bahnhofsmisfion, Schutz unb Rath für reifenbe junge Mäbchen" in'S Auge fällt. Die Beben- tung tiefer Placate mit ihren zuverlässigen Abreffeu unb praktischen Rathschlägen für alleinreffenbe junge Mädchen ist eine wichtige. Der Verein zur Fürsorge für bie weibliche Jngenb hat gemeinschaftlich mit bem Internationalen Verein der Freunbinnen junger Mädchen unb bem Vorstänbeverbanb ber evangelischen Jungfranenoereine DeutschlanbS die Placate außgearbeitet unb die Eilaubuiß zu ihrer Anbringung erwirkt; fie sollen die Mädchen, öle reifen müffen, an zuver- lässige Abreffeu unb Personen weisen, nicht aber ihre Reise- unb Wanberlust wecken. Im G?gevtheil warnen die genannten Vereine alle jungen Mäbchen einbringlich vor bem thörichten Zuzug nach großen Städten, sowie davor, sogen. Miethrzettel ungelesen zu unterschreiben. . •• Zn Amerika verstorbene Hessen. Cleveland, Ohio, Joseph M. Weitz, 66 Jahre alt, aus Heffen-Darmstabt. Baltimore, Mb., Christian Herpel, 80 I. a., au» Heffen- Darmstabt. Baltimore, Md., Jakob Weitzel, 87 I. a., au» Heffen-Darmstabt. Baltimore, Md., Heinrich Schild« wachter, 36 I. a., auß Grünberg. New-Uork, Frau Katharina Maleton, geb. Burkhardt, 75 I. a., au» Bingen a. Rh. South Easthope, Co., Heinrich Wett- lauf er, 74 I. a., aus Grebenau, Kreiß Alsfeld. Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß im Ortßgewerbeverein Sich Herr Reallehrer HanS Kahl an» Wimpfen SamStag den 2 6. März, Abends 8 Uhr, im Heiland'fcheu Saale einen Vortrag halten wirb über die Organisation beS Hanbwerk», bie Errichtung von Hanb- werkerkammern und bie zukünftige Lehrlingsausbildung. Jntereffenten audb au6 der Umgegend finb hierzu etngelaben. Griesheim, 21. März. Die 500 Mark Belohnung, welche für die Ermittelung bezw. Auffindung der ThuSnelde Henkel ausgesetzt waren, gelangten gestern burch bie Familie Henkel tn Darmstabt zur Auszahlung. ES erhielt die Fräa- lein Nothnagel von Grießheim 400 Mk. und eine weitere Person, welche bei der Erkennung be» Mädchen» zugegen war, 100 Mk. Mk. 6012.15 5922.25 6986 48 6017.14 Vermischtes. ♦ Der Herzenswunsch einer noglücklichen Fran. Fraw Drehfu» veröffentlicht folgenden Brief, ben fie am 28. Februar an den französischen Colonteminister Lebon richtete unb auf den fie nie eine Aniwort erhielt: „Herr Minister, ia allen Briefen, die mein Mann mir von ber Teufelsinsel schrieb, hat er mir, trotz meine» heißen Wunsches, ihm borthin zu folgen, eingefdjärft, All » zur Aufhellung de» furchtbaren GerichtSirrthum» anzuwenden, deffen Opfer er ist. Noch im letzten Sommer schrieb er mir in einem Brief, deffen Urschrift in Ihren Händen ist: „Diese» Ziel müße Ihr al» gute und starkmüthige Franzosen erreichen, die ein Martyrium erleiden, jedoch allem Ungliwpf, allen Bitter- niffeu zum Trotz niemals auch nur einen Augenblick ihre Pflichten gegen da» Vaterland oergtffec/ Alle n deute denke ich, daß ich bie Pflicht habe, baß Schicksal meine» Gatten auf feiner öerbannungliniel mit ihm zu tbetlen. Er ist krank gewesen, er siecht langsam dahin im Grauen einer uh verdienten Folter, trotz seiner Seelenstärke, trotz seines Heldenmuthe» vermag er nicht immer, fein Se hen vor mir zu verbergen. Ich flehe Sie an, mir zu gestatten, daß ich zu ihm in sein Bagno gehe, daß ich ihn wiedersedc. Diese Erlaubniß, die Ihre Amtsvorgänger mir n cht gewährt toben, verweigert das Gesetz ben Frauen gestänbiger Verbrecher nicht, ich rufe baß Gesetz an, wie ich Ihre Varmherz vkeit anrufe. WaS können Sie von meiner Gegenwart auf jener entlegenen Insel besorgen? Ich unterwerfe mich im Vorau» allen Anordnungen, bie nnß auferlegt werden, tch will ihre volle Härte mit meinem Manne theileo." • Pariser WeltauSstellnug 1900. Aus Paris berichtet das „Dresdener Journal-: Man gewinnt jetzt schon ein Bild von den großen Vorbereitungs-Arbeiten, welche für die Weltausstellung unternommen werden. Der Trocadero wird bekanntlich unverändert erhalten bleiben unb zweckentsprechende Verwendung finden. Das Palais de Flnduetrie dagegen verschwindet vorn Erdboden und wird ersetzt werden durch zwei Palais, die in der neuen, von den ChampS ElyffveS bis zur Seine führenden Avenue Alexander HL sich gegen- überzustehen kommen. Das sogenannte kleine Palais, Palais Girault, soll künftig Eigenthum der Stadt Pari» werden und im Jahre 1900 mit großen Gallerten als Ausstellungsraum für eine retrofpective Kunstausstellung dienen. Da» große Palais soll 195 Meter Längeaustehnung und 46 Meter Breite erhalten, wird also um ein Geringe» kleinere Dimensionen haben, als das Palais de Flndustrie hatte; dagegen werden beim Eintritte an der pompösen Fa-ade der Avanue Alexander IH. nicht sogleich die Blicke gehemmt fein durch die gegenüberliegende Mauer, sondern die Eintrittshalle wird sich hoch und weit aufbauen mit Hilfe eines Seitenschiffes, in dem eine Monumental-Treppe zu ben oberen Empfangs- und Kunstausstellungs-Räumen und Gallerien emporführt. An dem Mündungsplatze der Brücke Alexander IIL, der Esplanade der Invaliden, wird der neue Bahnhof der Compagnie d’Ouest sich nach rechts und links ausbreiten und dahtnter die Gallerien des Lehr« und Erziehungswesens sich anreihen. Hier sind auch zur Linken die Räume der Deco- rationskunst und zur Rechten die der verschiedenen Industriezweige zu finden. In der Richtung gegen das Marsfeld wird man zuerst auf die Pavillons der fremden Staaten stoßen und fobann auf die Ausstellung der Land« und Seemächte, die sich bis über die Seine erstrecken wird. Den Cours de la Reine entlang, nahe dem Pavillon de la Ville de Paris, werden fich in weiten Räumen und Anlagen die Schätze der Blumen- und Baumzucht und Landwirthfchaft entfalten. Am Fuße des Trocadero, halb zu Waffer, halb zu Lande, lagern die Producte der Colonien. Im Brennpunkte der Ausstellung, dem Champ de Mars, gruppiren fich die verschiedenen Abtheilungen in der Weise, daß die geistige Nahrung unseres JahrhunvertS: Wiffen chaft, Industrie und Kunst, der Abtheilung für Nahrungsmittel - Production gegenüber Platz findet und die Verwendung des Materials und der Producte durch Maschinen rc. sich vor den Augen de» Besuchers vollzieht, worüber noch viele unerledigte Pläne und Studien vorliegen. Als letzter Anmeldungstermin der Ausstellungs-Gegenstände ist der 1. Februar 1899 festgesetzt. Die Eröffnung wird am 15. April, am Ostertage, stattfinden. Der Eintrittspreis wird fich durchschntttlrch auf einen Franc stellen, kann aber für Ausnahme. Gelegenheiten durch gegeben hat. Die Silber ber Lavbbewohoer au» ben ber- schi-beven Gauen be» H ffenlanbe» finb naturgetreu nach Angaben beß Herrn Prosefforß Dr. Kretschwar auSgesührt hinsichtlich der Trachienkuube In Mainz, 22. März. Der 60jahrige Lokomotivführer • Christoph Delle würbe heute Nachmittag von dem < Baseler Schmllzug erfaßt unb aus ber Stelle getöbtet. • Delle sollte bewnächst penfionirt werden. Sich nur 740 90 Mk. Daß solche Preisbiffirenzen nicht bte narurnothwenbige Folge beß Bubmiistonsweien» fein müffen, hat fich bei Vergebung der Schreinrrardeiten für ben Schlacht- unb Viehhof zu Mainz ergeben. Die Gebote w-ichea sehr ab, wie iolyenbe Zukammenst llang zeig': LooS III Loo» IV P. W. Volk •• Postkartensammler dürfte bie Nachricht interessirev, baß Herr Carl Krebs in Gießen. Schulstraß?, eine neue Serie Postkarten mit „Gruß aus bem Heffenlanbe" heraus- fcigt1' La beiii«”1;11 ibr*‘ be® liglit i®1 Z, »Uerbinf „ litfün,®6, ail ' njsfltrn, er wu vl P jedoch " tut laufen lassen HfiOhe M ^eommer roire ^PictOeKäll m ganzen Tag o ßctetsihe Äältemc kraft, die Wasseik etunben immer r (haft zum Lettie tie Setriebiloftt' Haufen sich, bat itjnet, noch nich' ♦ Dem „tza leiste: Em urbene Oder-Ar ja missen, ganz «tagte ihn eine iadj bem Arm ich noch nicht; -Ich: .Demi 6ie ben?" - eigentlich ben A einlaben. Hm!, sprechen, roai bi uni noch vielleick falt nach zehn 3 er im Schöffenge fach nach Verkün schon haben, mc finei Nachmitta m ihm und wi Fenn er Jhuei bitte, nehmen C der Kammer):1 präienbiten, ma zehen." - B. llmtirichter, me komme glnc "" infamer Äe .herrOder-Äm/s - M. : Me ' t!* Denn ich noi me Pre! ^'Imlinchter, vr ei« " cuj i A bin ber M"1 flNesuch ««nebtr, trifft; Sri? ^on 1 ®oj ftir? 'Mi X, E ’lltbi *»“ .. "J Brief, • »W Ziel M , S Ti4'»' Me eta l" M, »Ile» 8(tter= iL„®* »-Mr bettle «ein« @attec 'm iQ thetlw, (jT in im ®rautn tln« up. tcl*Ic/ trotz ftintä r< 'e*n Leiden vor ah 11 r» gestalten, dost itz ihn lvtedersebr. Liese vir n'cht gewährt taben^ Ständiger Serbrcc^er Ihre Varwherz'gkeit $Wn®an aus jener ertverse mit im DorauS- ;t werden, ich will ihre len." Ar Paris berichtet oinnt jetzt schon ein M n, welche für dieLelt- l. Der Trocadero wird >en und zweckentsprechende de l’Indiißtrie dagegen ird nsetzl werden durch n den ChaoipS ElyjseeS Lander III. sich gegen- ite kleine Palais, Palais r Stadt Paris werden llerien als Ausstellungs- asstellung dienen. Dai tidehnung und 46 Meter Serlngei kleinere Dimn- InduBtrie hatte; dagegen pofen Kayade der Av-nue licke gchmwt fein durch rn die Eintrittihalle wird Hilfe eines Seitenschiffes, ii den oberen EmpsaG- d Gallerien emporführl. u^e Alexander HI, der ntue^fbttGom- \b Hilft ouibrtiM unb ö teW*v”> a dir Mm der Drev» T verschiedenen Jndustne- ■ M« » M°" "d ns bet frei* SW tag »et L°Ä. wd S» bi,, Pavillon de In* WM Md ®Ä.ft M «d ft*«« *8* bö wali erwenbung D aegW « 1"”elbU1899 f*eMt d^' , A fflirb neuer- zie und Sluth {leinen uPloMU^' ftquelle «eichen * beItcIt fitti -«d?“?. Ä -2d W >1 ttyeri' 4 not »“fsfirlii« Zbli«" „ ®tt“%eet Ä M ’» ”«e ®'e S * f>SP* , ofs^ steigt, drückt das Wasser die Thore nach innen auf, und Fluthwasser ergießt sich in den Teich. Sobald die Fluth zu finken beginnt, schließt das abströmende Wasser selbstthätig die Schleusenthore und der Teich bleibt mit Wasser gefüllt. Um nichts verloren gehen zu lassen, sind nach der „Täglichen Rundschau" die Thore sogar mit Kautschuckleisten gedichtet, so daß ihr Schluß vollständig ist; es sickert trotz des beträchtlichen Druckes nicht ein Liter Wasser in der Stunde durch. Entsprechend dem Wechsel der Gezeiten füllt sich also der Teich täglich zweimal, ohne daß er besonderer Wartung dedarf. Allerdings kann das aufgeftaute Wasser nicht bis zum tiefsten Ebbestand ausgenutzt werden, denn der Teich dient gleichzeitig noch der Zucht von Austern, Muscheln und Hummern, er muß also immer etwas Wasser enthalten. Man kann ihn jedoch mit einer besonderen Schleuse auch vollständig leer lausen lassen. Immerhin bleiben aber 4 bis 5 Meter Wasserhöhe zum Betriebe zweier Wasserräder ausnutzbar. Im Sommer wird indeß nur eins davon benutzt, es betreibt eine Pictetsche Kältemaschine, welche in acht Stunden gegen 240, am ganzen Tag also etwa 450 Kilogramm Eis erzeugt. Die Pictetsche Kältemaschine braucht jedoch nur 5 bis 6 Pferdekraft, die Wasserkräfte können anfänglich 50 und nach vier Stunden immer noch 20 Pferdekraft liefern; es ist also noch Kraft zum Betriebe electrischer Anlagen reichlich vorhanden. Die Betriebskosten der ganzen Einrichtung sind gering, sie belaufen sich, das Gehalt für den einzigen Aufseher mitgerechnet, noch nicht auf 8 Mark den Tag. * Dem „Hann. Cour." erzählt man folgende interessante keschichte: Ein komischer lauter Denker war der verstorbene Ober-Amtsrichter Münch in Northeim, der, ohne es zu wissen, ganz laut seine geheimsten Gedanken sagte. Ich fragte ihn eines Tages: „Kommen Sie heute Nachmittag nach dem Brunnen? Da ist Concerti" — Er: „Das weiß ich noch nicht; ich erwarte Besuch von meinem Neffen W." — Ich: „Dem Consistorialrath in A.?" — Er: „Ja. Kennen Sie den?" — Ich: „Jawohl!" — Er: „Da könnte ich eigentlich den Assessor M. (damit meinte er mich) zu Tische einladen. Hm!. Will doch lieber erst mit meiner Tochter sprechen, was die dazu meint. (Zu mir): Na, wir sehen uns noch vielleicht bis dahin." Ich ging dann fort und er- hielt nach zehn Minuten die Einladung zu Tische. — Sprach er im Schöffengericht einen Angeklagten frei, fuhr er mehrfach nach Verkündung laut fort: „Gelhan wird es der Kerl schon haben, man kann es ihm nur nicht beweisen." — Eines Nachmittags kommt der Pastor B. aus Hammenstedt zu ihm und will gern ein Hypothekenbuch einsehen. M.: „Wenn es Ihnen recht ist, gehen wir gleich nach dem Gericht, bitte, nehmen Sie Platz, ich will mich fertig machen. (In der Kammer): Die Pfaffen find doch ein unverschämtes Volk, prälendiren, man soll des Nachmittags nach dem Gerichte gehen." — B. (ruft an der Thur): „Aber, Herr Ober- Amtsrichter, wenn ich irgend störe." — M.: „O bitte sehr, ich komme gleich, ziehe mir nur noch Stiefel an. Kann so ein infamer Kerl nicht am Sprechtag kommen?" — B.: „Herr Ober-Amtsrichter, ich komme gern einen andern Tag." — M.: „Bitte sehr. Das kommt mir doch gerade so vor, als wenn ich von dem Pastor verlangte, er solle an einem Alltage eine Predigt halten." — B.: „Aber wirklich, Herr Ober-Amtsrichter, wenn es Ihnen nicht paßt, bestimmen Sie nur eine andere Zeit, dann will ich wiederkommen." — M. (kommt aus der Kammer): „O nein, ich habe gar nichts vor. Ich bin bereit." — Einmal ist ferne Schwiegermutter bei ihm zu Besuch gewesen. Nach einer halben Stunde kommt sie wieder, trifft Munch auf dem Hausflur und sagt: „Der Zug war schon weg, nun müssen Sie mich bis Abend dabehalten." — M.: „Das ist ja nett, liebe Mama, kommen Sie mit herauf. Kann die alte Schachtel nicht zur rechten Zeit aus dem Haufe gehen?" — Am Sylvestertag sitzt er int Gasthaus „Sonne", da tritt ein Lieutenant an ihn heran und sagt: „Wo gedenken Sie denn den heutigen Abend zuzubringen? Wohl im Kreise Ihrer Familie?" — Er: „Ja. Der dumme Kerl denkt gewiß, ich soll ihn einladen, fällt mir im Traum nicht ein." — Es wurde auch noch folgende Geschichte von ihm erzählt, die ihm ganz ähnlich sieht. Auf den Bällen tanzte ein Lieutenant v. Levetzow und ein Herr v. Ludowieg viel mit feiner Tochter. Er sitzt im Sonne'schen Gasthaus Abends im Kreise einiger Herren beim Dämmer- schoppen und sagt auf einmal laut: „Charlotte v. Levetzow, geborene Münch, hm, das klingt ganz gut. Charlotte v. Ludowieg, geborene Münch, klingt ebenso gut. Charlotte v. Levetzow, verwittwete v. Ludowieg, geborene Münch, das klingt am besten." — Ec selbst wußte nie, was er laut gesagt hatte, und wenn man ihm einmal darauf antwortete, war er ganz verwundert. * Mißverstaadniß. (E!n Luftballon landet in einem Gehöft und verfängt sich im Geäste eines Apfelbaumes.) Bauer: „Na, da hörtS auf, jetzt kommen fir gar schon mit dem Luftballon Aepfel stehlen!" — Der Glaube an Talismane ist trotz^der virlgepiiesenen Aufklärung unserer Zeit innrer noch in allen Schichten und allen Ständen der Gesellschaft verbreitet und scheint schier unausrottbar. In dem soeben aus^eoebenen Heft 18 der beliebten illusti irten Familien-Zeitschrift Alle Welt* (Deutsches Verlagshaus Bong & Eo., Berlin W„ Preis des Vierzehntagsheftis 40 Pfg.) behandelt ein fistelnd geschriebener Artikel „Moderne Tal smane" dieses Thema und weist die Wirkungen des Aberglaubens bis in die höchsten Kreise nach. — Der letzten Nummer der Deutschen Bühnengenoss.'Zeitung entnehmen wir vachsthende Notiz, die auch unsere Les.r interessiren dürfte, da die baiin erwähnte Künstlerin von ihrem hiesigen Gastspiel noch im besten Andenken Aller steht: „Am Stadttheater in Danzig feierte am 9. d. Mts. die Soubrette Emma Frühling in aller Stille eine Art Jubiläums-Vorstellung: ihr 200. Auftreten als „Jüngster Lieutenant" seit Beginn ihrer Gastspiel-Carriöre." — Am 14. April er. beginnt Emma Frühling ein längeres Gastspiel am Louisenthater in Berlin, ihre erste Gastrolle ist „Der jüngste Lieutenant". — Im Vordergründe des allgemeinen Interesses stand während der letzten Wochen der Proceh Zola, und wenngleich er vorläufig durch Gerichtsspruch zu Ungunsten des berühmten Dichters entschieden worden, so ist doch die Angelegenheit damit nicht beendet, vielmehr läßt sich gar nicht absehen, welche Folgerungen sich noch daran knüpfen werden. Ohne F aae wird der Proeetz, der die ganze Welt in Spannung hielt, in der Geschichte des modernen Frankreich einen dauernden Platz behaupten, und die Persönlichkeiten, die in ihm auftraten, Haden im guten oder im üblen Sinne ein historisches Interesse. Sie Alle nun führt die neueste Nummer von „lieber Land und Meer* (Deutsche Verlags-Anstalt in Stungart) im Bilde vor, theils in Einzelporträts, theils in bewegten Gruppen, wie sie von den Specia'zeichnern des Blattes an Ort und Stelle beobachtet und mit dem Stifte festgehalten wurden. - Ein deutsch-ostafrikanischer Jagdschein ist in den Annalen der Jagdgefchichte bisher etwas Unerhörtes gewesen; dir deutsche Verwaltung der Eolonie hat es aber für nothwendig befunden, eine Jagdordnung einzuführen, damit der Bestand an jagdbarem Wild dort nicht so ruinirt werde, wie es mit dem Büffel in Amerika geschehen ist. D n Jagdichein Nr. 2 thrilt das soeben erschienene Heft 14 d-r „Modernen (Verlag von Rich. Bong & Co., B rltn W 57, Leipzig, Wien, Stuttgart. P'kiS 60 Pfg.) im Facsimile mit. - Mit Inter.sie vernimmt man auch von einem großen Lieferunqs ^rachtwerk, bas von Hans Kraemer unter dem Titel „DaS IS. Jahrhundeet in Wort «nd Bild" (Deutsches VerlagshauS Bong & Co., Berlin W. 57) herauS- gegeben wird. WSchnttlichr Nemrstchi der TodeSMe i« Elches 12. Woche. Vom 13. März bis 19. März 1898. Einwohnerzahl: engeup mmeu zu 24 100 (incl. 1600 Mann MiütLc). Sterblichkellsztfier: 28,05, nach Abzug der Ortsfremden 8,639/go, Kinder LS starben an: Erwachsrnc: im mb 1. Lebensjahr: 2.—IK.Jatz: Krebs Gallensteinen Lungenschwindsucht Krämpfen Gehirnhautentzünd. Gehirnerweichung Empyem Diphtheritis Altersschwäche 1 (1) 2 (2) 3 (2) 1 1 (1) — — 2 (2) — — 3 (S) — — — 1 — —— — . 1 _ — 1 (1) — — 1 (1) — — 2 (1) 1 (1) — — Summa: 13 (9) 7 (6) 1 5 (3) Änm. Dir in Klammern gesetzte«Ziffern geben an, wie vielt der Todesfälle in der betreffimbcn Krankheit auf von auSwartS nach (Stiefecn gebrachte Kranke kommen Verkehr, Cant* mnö X)oir»wirii?f<*afL — Allgemeiner deutscher »erficherungA - verei« i« Stuttgart. Im Monat Februar 1898 wurden 893 Schadenfalle reaulht. Davon entfi len auf die B triebs-Haftpflichtversicherung 393 Fälle und zwar 235 wegen Körperverletzung und 158 w-gen Sachbeschädigung; auf die Haus Hastpfl cht Versicherung 24 Fälle und zwar 19 wegen Körperverletzung und 5 wegen Sachbeschädigung; auf die Unfallversicherung 407 Fälle, von denen 3 eine gänzliche ober theilweise Jnvalibität der Verletzten zur Folge hatten. Bon den Mitgliedern der Sterbekasse sind 69 in diesem Monat gestorben. Neu abgeschlossen wurden im Monat Februar 4460 Versicherungen. Alle vor dem 1. Decem^er 1897 angemildetm Schäden der Unfall’ Versicherung (Ire. der TodeS- und Invaliditäts-Fälle) find biS auf die 123 noch nicht venefemn Personen betreffenden Fälle erledigt. Neueste Nachrichten. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 23. März. Zur Affatre Grünenthal wird heute weiter berichtet, daß die Crtminal-Polizei gestern in einem Bankhause der Charlottenstraße ein Depot von 180,000 Mark in Jnduftrie-Actien ermittelt hat, welches Grünenthal dort aus einen fremden Namen uiedergelrgt hatte. Köln, 23. März. In KönigSwinter waren Steinbrucharbeiter beschä ttgt, Schüsse anzulegru, all fich gewaltige Sleinmaffeu lösten und mehrere Arbeiter verschütteten. Zwei derselben blieben sofort tobt, ein dritter erlitt schwere innere Verletzungen. Wien, 23. März. Neun Parteien del Abgeordneten. Hauses, darunter auch die großen, hielten gestern ihre endgültige Berathung darüber ab, in welcher Weise fir die heute beginnende Debatte über die Programm-Erklärung des Grafen Thun führen wollen. Sämmtlichc Parteien, auch die der R-ckten, werden in der Debatte das Wort ergreifen. Nur von dem Polenclub heißt eß, daß er fich fchwrigend ver halten will. Wien, 23. März. Nach Meldungen der Blätter herrscht in den Reihen der italientichen Abgeordneten, die fich btn Slowenen gegenüber zurückgesetzt fühlen, große Erregung. Dieselben find entschlossen, falls auch dal Ministerium Thur, ihren dringendsten Wünschen und Forderungen gegenüber fich ablehnend verhält, In schärfste Opposition zu treten. Budapest, 23. März. Der Direcior deS staatlichen Gestüts in FogaaS, Maurov cz, ist nach Uaterschlagur'g von 60 000 Gulden amtlicher Gelder geflüchtet. Agram, 23. März. Der Inhaber deS Rohtabuk-Ge- schäflS in Pozega, NomevS Müller, wurde gestern Nick- mittag in seinem GeschästSIocale aus gräßliche Weise ermordet. Rom, 23 März. Wie verlautet, wurden die von der italienischen Flwte bestellten Kreuzer „Giuseppe Garibaldi" an Spanien und „Varese" an Amerika sür je 17 M'llionen Lire verkauft. London, 23. März. Ii Newyork erschien gestern der Bericht der amerikanischen Commission, die nach Cuba ging, um die dortigen Verhältnisse zu untersuchen. Die Schilderung ist äußerst düster. Hunierrnorh und Krankheit h^brn die Hälfte der Bauern schon dahingerafft. ; Ja den westlichen und crutrafen Provinzm sollen sogar nur noch ein Fünftel dee Bauern leben. Auch die spanische Armee brfic-de: fich in der traurigsten Versassung. ES fehlt au Proviant und K ankenpflege. Kaum die Hälfte aller Truppen werden Spanien Wiedersehen. Loudon, 23. März. Nach einer Shanghaier Meldung der „Central Newt" haben in Ching Klug von organifirten Barden gegen die Ausländer feindliche Kundgebungen sta.1905 1.1906 103.75 97.90 102 35 10140 10135 3033] Junger Manu, welcher mit allen Bureauarbeiten vertraut, sucht Stellung; am liebsten auf dem Bureau einer kl. Fabrik. Offerten unter T. 50 postlag. Wetzlar erbden. 3 4 3 6 20 KrarckewSt. Sagt. Sovereign» Doll«» tn Gold 's X UE 3 BbE Ung. Gold-Rente Portugiese» Mextcaner Monopol-Griechen vor Eisend. Rentend. 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