Z1 ereaufer »Ina. meine gen rt a. M. ei Abnahme ou 50 giften billiger. R!.f Citrmen 800er 10,50 M ntum, von einer De bis ju bitte an Malbuch, t a. M., dWkgch 1. ne, bei größeren Drbtei gegen 12641 den gesucht. "W rnverein. che nachts-Feier , d. Mts., Abends 8 Uhr, 6er Turnhalle statt. 20 Pfg. find in bet Turnhalle r Verloosung: Tifli« ^De^Vorstaud^, D Krankenpflege remeinde. mm M it Epochen. ^hMesgeileinde'- intt____——' ,jß beim 0"®* ** “Z - * ** t LS- Nr 30t Zweites Blatt________Frettag den 23. December S8S8 e* luOaebau b<» >W •ktmrr HewiCUelClKtt BKfcra be* lÄjrigrt WschmMch witrm.l Gießener Anzeiger XrvtrltMciM r R« r *> 9H »—ütch 76 TU mit ©n«tCTM^cu i eud to Wb. »liittlwtzMch. lu|tig 1. ■EHHSHeHBWBBRE-W' aasmawij— air1 ■■'■■■rMm-j- Gratisbeilage: Gießener Fannlienblatter. Ibctffe fit Depesche«: A»zN«l, tllM*. ^erachrecher Nr. bl. Aintlichcv EbciL Gießen, den 21. December 1898. Bett.: Dir Aufnahme der taubstummeu Kinder tn die Taub- ftummen.Anstalten des Landes. Das Grobherzogliche Kreisaml Gießen an die Schulvorstände des KreiseS. Str sehen Ihren Berichten darüber entgegen, ob in Ihren Gemeinden taubstumme Linder vorhanden stad, welche das zur Aufnahme tu eine Taubstummenanstalt erforderliche Alter erreicht haben. Die Kinder müssen am 1. Mat des «nfnahmejahres.das 7. Lebensjahr vollendet, dürfen aber das 12 Lebensjahr noch nicht zurückgelrgt habe». Die Aufnahme erfolgt stets auf die Dauer von steben Jahren. Sollten sich aufnahmefähige taubstumme Kinder tu Ihre« Gemeinden votfinbeu, dann wollen Sie fich über die Ber« hältviffe der Eltern der »tuder ausführlich äußer« und fich hierbei des nachfolgend abgedruckten Formulars, besten einzelne Rubriken sorgfältig auszufülleu find, bedienen. v. Bechtold. Wtrvtet Geschwister Erzeugt Namen d e r 6ltern der | je •5 und ihre Beschäftigung Laubstummen 10 8? 8? 8. 7. 6. 5. 3. 2. 1. der Vater •e t; die Mutter Religion Geburtstag Da« wievielte Kind? Bet der Geburt war alt 5 = am Leben gestorben Ungefähr:« Vermögen der Giern 10 stocktaub Umiang der Taubheit Veranlafiung der Taubheit hat noch etwa« Gehör 13. taub fle» boten 11 taub geworden e 1 wo- ®inn durch 12 Unterrichtet g-e 16 15. 14. e -b wurde e« wo? von wem? § Ot wird e« wo? von wem ? "s Mit wa« jetzt beschäftigt? 17. Bemerkungen 18. Derst,che» Reich. Berlin. 21. D crwber. Die Vorlage der schanmburg- lippifchen Regierung btlr. die llpplsche Thronfolge, die der Buad-srath tn feiner letzte« Sitzung dem zuständigen Aus- schuß überwiesen hat, soll lediglich tn einem neuen Rechts» gutachten bestehen. — Zum Fall Delbrück schreibt die .Köln. Ztg.* Bisher hat fich keine irgend beachtenswerthe Stimme erhoben, welche da« Vorgehen der Regierung gegen den Berliner Pro« ftstor Hans Delbrück gebilligt hätte. Die nationalgefiuuten Blätter empfinden die Maßregel als eine Unbcq emUchkcit, die rab'cale Preffe nutzt fie nach Krästen aus, alle Welt aber ist darüber einig, daß «an rin perföaltch durchaus achtbarer Mann sein kann, wenn «an fich auch tu dem Urthril über die AuSweisungea nach Inhalt und Form vergreist. Die formelle Entscheidung darüber steht allerdings nunmehr in erster Instanz de« Discipfnarhof für nichtrichterliche Beamte, tu zweiter Jastanz de« S-aatSministeriu« zu. Der Dtsci» pliuarhof besteht aus einem Präsidenten und zehn andern Mitgliedern, von denen wenigstens vier de« «awmergericht avgehören wüsten- er entscheidet in der Besetzung von wenig- stens fiebeu Mitgliedern, von denen zwei zu den Mitgliedern des Kammergerichts gehören müsten. Die Dtscipltuarstrafen find: Warnung, «ermeJ, Geldbuße und Entfernung aus dem Amte. Aus dem Lebenslauf des Mannes, um den eS fich hier handelt, erwähnt die „öofl. Ztg.* folgendes: „Der Achtung unwürdig!* Es war tu der mänuermordendea Schlacht von Gravelotte, da wurde ein junger Soldat durch Erneuoung zum Offizier öffeotltch auf dem Schlachtfelde ausgezeichnet. Er war noch nicht 21 Jahre alt. Wenn er damals in die Zukunft blickte, er hätte nicht geglaubt, daß ihn einst der Vorwurf treffen könnte, fich irgend welcher Achtung, irgend welchen Ansehens unwürdig zu zeigen. Im nächsten : FEjahr ist ein vteneljahihuudert vollendet, feit der Kron» i prtnz einen jungen Gelehrten tu feto Haus zog- er fand bei ihm W'ffeu und Können, aber, was ihm nicht minder werth war, Offenheit und Freimnth. Haus Delbrück, der Offizier vou Gravelotte, wurde der Erzieher des Prinzen Waldemar Fenilleton. Die drei Papageien. Et« heiteres Weihuachtsgeschichtcheu von 6. Halm. (Nachdruck verboten.) Herr August Kropf fühlte fich einsam, «r war Rentier «ud elugefletschrer Hagestolz. Das war aber nicht die Ursache seines Kummers, denn das Ewigweibliche hatte sür ihn nun einmal gar nicht« Anziehendes, «r duldete dir- Uebel nur engtra in seiner Nähe und höchsten- Mariechen, sein Mündel, die aber bei sremdeu Leuten war, sah er hin und wieder recht gern. Er hatte eine andere Leideoschast: Thiere. Und nun war ihm einen Tag vor dem Weihnachtsabend sein Caro, sein treuester, einziger Freund, gestorben. Draußen hauste der Schnctstarw, und drinnen saß m Scheine der schlecht gepatzten Lampe Herr Kropf und blies Trübsal. . m Wein, er hielt es nicht «ehr aus! Er maßre etwas Lebendiges n« fich haben. Wenn doch da- Mariecheu wenigsttn« käme! Aber die würde wohl nicht eiuwal «orgen Abend fort können und morgen war doch Christnacht. .Ich werde mir etwa« Lebendiges kaufen/ sagte fich Lerr Kropf entschloflen, und rüstete fich zu» Ausgange. — Aber dann überlegte er. Sollte er Caro einen Nachfolger »eben? Nein, das konnte er de« tobten Freunde nicht an- tban Eine «atze? Katzen waren die eiaztgeu Thiere, die er nicht leiden konnte. Bdeb noch ein Vogel. — Ein Singvogel war ihm zu einfältig und selbst ein Dompsäffchen lernte nicht sprechen. Blieb Rest: ein Papagei! Und richtig, eine Stunde später stand auf bim Sopha- tisch ein nagelneuer Käfig mb darin kletterte ein Graupapogei, ließ fich von seine« überglücklichen Herrn die zärt. Uchsten Kosenamen geben uub da- Köpfchen kraulen. Herr Srops lachte, weinte, pfiff und sang wie ein Tollhäusler, olles, um seinen klugen Coco zu erfreuen und zu bllben. • • «al schenke ich nur 6em guten Onkel?* dachte Moriechev, das Mündel de« Herrn Kropf, zu gleicher Stunde und seufzte hinterher recht tief: so eine« wunderlichen, alten Junggelillm, der nicht raucht, keinen Seat klopft und nur die .Tante Voß" als Lectüre gelten läßt, ist schwer etwas recht zu machen/ Doch da kam ihr ja ein prächtiger Gedanke. Wie wäre es, wenn fie dem guten Onkel Ersatz für feinen tobten Caro bot? Ader ein neuer Caro würde bas trauernde Gemüth des Sonderlings beleidigen. Doch, brauchte es gerade ein Hund z« sein? Mariechen erinnert fich, daß der Onkel einst auf eine« gemeinsamkn Spaziergang vor einer Vogelhandlung fieheu geblieben war und geäußert hatte: „Sieh Dir mal den possierlichen kleinen Kerl, den grau rosa Kakadu an, Miezchen, wenn ich «einen Irenen Caro nicht hätte und nicht wüßte, daß der alte Kerl vor «nb vergehen würde, ich ginge hinein und kaufte mir den Vogel/ Daran dachte Mariechen, und fie jubelte innerlich auf, denn fie Halle berechnet, daß ein solch gewöhnlicher Kakadu und ein dazu gehö.ises Bauer sür fie nicht unerschwinglich seien, und fie wußte ihrem alten Vormund doch eine Freude machen. Und das gute R ab malte fich schon aus, wie fich der alte Mann zu ihrem Geschenk freuen würde. Sobald es morgen dunkelte, wollte fie hingehen, den Vogel kaufen uub ben Onkel persönlich damit überraschen. Wie er fich freuen würde! • • • ,Du Mann morsen ischt doch heiligen Abend. Ick er» innere Dir man bloß von wejrrn bem allen Filz be« August. Schenken muß «an ihm boch ne Nase voll, wat «eenst Du? Sonst jeht uns bet biskm Draht — 's wird wenig jeuu, Rnb — ooch noch fmschikato und ick sehe nich ein, warum dieser Zieraffe vou Mariecheu Allen« alleeue verputzen soll. Hö st Du mir ejevtlich Mann? Ick jlobe jar du hülst 'ne kleene Schlnmmerpolka ab?! Gone nee so ne Schlafmütze!'' ,Jck höre ja mit beede Ohren«, liebes Ehegespoust. Wat krakeh'lfte denn jleich wie'n wüt'jer Puter ?* ,Na Fritze, denn th« jesälligst den Schnabel uff und jieb deine Meiuuug ab.* ,Äan meinen Sejen zu Alles was Du sür recht er» I achtest, jeltebu Willem. Du »eeßt ja, ick bin ein jut dres- fierter ^bemann.* ,2fl6 mir zufrieden mit deine Faxen-! Wenn ick nur wüßte, wa- dem ollen Koteficke so recht jenehm wär. Gott, Fritze, da jeht mir ein Talgltcht uff/ .Sag Jasjiühlicht, Wilhelmine, bet klingt noch nach wa-!" »Wie wär'«, Fritze, wenn wir be« Aujusten anfern Jakoben verehrten?* ^Den Vojel!* ,Du «eenst, er hat schon eenen im Koppe fitzen? Nn, büb^n weeß bet Mänoeken ja uischt und doppelt hält bester. Machen wir ihm und an« bet Pla'fier. Det erspart «ns, in'- Portemonnaie zu langen und jleichzettig find wir bet verdammte Vieh Io«. Ick habe mir schon jerade jeung an ihm und bet jrauliche Jekreische jeürjert! Mag nn der Olle sein Theil abjriegen, ick jöun's ihm lieber wie mir/ e e • Der ahnungslose Rentier saß zwischen seine« lnstig plapperubeu Coco und be» bescheidenen, aber festlich strahlenden Tanuenbäumchen. Er lächelte zufrieden und glücklich in fich hinein. Er vermißte in diesem Augenblick nicht-, nicht einmal Mariecheu, nach der er fich gestern so gesehnt. Da schellte e-. Herr Krops gog selbst nm zu öffnen. Miezchen, Kind, also kommst Du dock noch? Aber was hast Du denn so Große- auf dem Arm? Du kannst e- ja kau« tragen/ Er nahm Mariecheu die Last ab. Da- Mädchen umschlang den Alten von hinten mit beiden weichen Armen. »Dein Weihuacht-geschenk ist da«, liebe« Oukelchrn. Damit Du doch nicht gar so einsam bist und Ersatz sür . . ." Die Worte stockten ibr im Munddenn der Vormund hatte die Stubevthür geöffnet und ihr Blick war auf das Papazeievbauer gefallen. De« guten Onkel August aber ging gleichzeitig eine schreckliche Ahnung auf; denn in dem gegen die Kälte dickverpackten Bauer hatte e« fich geregt. Miezchen, da« ist boch nicht etwa auch . . . ?* Mariechen n die mit zuckenden Mundwinkeln. ^3°, auch, Onkel. Nur ein rosa Kakabu! Und ich hab e- boch so gut gemeint!* Nun haßte Herr Kropf -war die »Selber*, aber fein Miezchen weinen sehen, kotmte er nicht. Darum stellte er da- Bauer schnell nieder und nahm da- schluchzende Mädchen tröstend tn feine Arme. snb blieb es bis zu dessen Tode, bis zum 27. MLrz 1879. Das hätte der Kronprinz in drm Herzen des Gelehrten, der au seinem Tische speiste, nie gelesen, daß er sich der Achtung, des Ansehens, des Vertrauens, die sein Beruf erfordert, jemals unwürdig zeigen könne. Und wunderlich, Delbrück hatte schon oft den Muth seiner Ueberzeuguug auch gegenüber der Regierung bewiesen, und noch im Jahre 1896 ahnte selbst der »Minister deS Geistes" nicht, was er von Herrn Delbrück erfahren könne- denn er gab ihm die ordentliche Profeffar der Geschichte au der Berliner Hochschule. AlS Herr Delbrück Herrn v. Köller, da er noch Minister war, beleidigt haben sollte, wurde der Strafantrag gegen ihn gestellt, aber zurück« gezogen. AlS Herr von Stumm den Banustrahl gegen die »Katheder-Socialisteu" schleuderte, blieben trotz ihrer bündigen Antwort Delbrück, Schmoller und Wagner unbehelligt. — Dagegen äußern sich die »M. N. N." wie folgt: »Professor Dr. Han« Delbrück, der Herausgeber der »Preußischen Jahrbücher", wird auf Grund deS § 2 des Gesetzes vom 21. Juli 1882 über die Dienstvergehen ntchtrichterlichrr Beamten dem DiSeiplinarverfahren unterzogen. Die Aeuherung, welche hierzu den Anlaß gegeben hat, lautete: Die jüagsteu Ausweisungen in Schleswig schreien zum Himmel. Wenu man tu der Darstellung der deutschen Geschichte zum fchleSwig- holstetnischen Kriege kommt und die Uothateu der Dänen an dem verrathenen Bruderstamm schildern möchte, dann stockt die Stimme und das Wort erstirbt auf der Zunge, denn die peinliche Wahrheit legt fich dazwischen- eS war Alles Kinder- spiel, was die Dänen damals gethau haben, und war den sittlichen Zorn des damaligen deutschen Volkes erregte gegen die Gewaltsamkeit, mit der wir heute selber jene Landschaft regieren. Und noch schlimmer alS die Brutalität, die uns zum Abscheu der gebildeten Welt macht, ist die Verblendung, die da glaubt, mit solchen Mitteln im Kampfe der Ratouali- täten dauernde Erfolge erzielen zu könuen. Diese Maßregel der Regierung giebt zu Bedenken Anlaß, die tu den Berliner Morgenblättern freimüthig ausgesprochen werden. DaS hat natürlich mit dem Inhalt der Delbrück'schen Auslastung nicht« z« thuu- die darin hervortreteude sinnlose Uebertreibuug richtet sich selbst. Seit längerer Zeit treibt Delbrück eine Art journalistischen FreilauzeuthumS, das fich in den sonderbarsten und extravagantesten Sprüngen gefällt und die vormals so hoch angesehenen »Preußischen Jahrbücher" stark diS- creditirt hat. Vielfach wird Professor Delbrück kaum noch ernst genommen, und das kann von Allen, die früher die Erzeugnisse feiner glänzenden Feder mit Vergnügen gelesen haben, nur lebhaft bedauert werden. Harburg, 21. December. Die seit Freitag vermißte Wittwe Wiegand wurde auf einem Feldweg bei Sterz- Hausen erfroren aufgefuvden. Die Leiche war entkleidet. Brettau, 21. December. Die hiesige Postbehörde geht, wie der »Breslauer Generalanzeiger" berichtet, mit drm Gedanken um, die Telegrammbestrlluvg in den größeren Orten des Reiches einer eingehenden Reform zu unterziehen. Mau will größere Schnelligkeit in der Bestellung der Telegramme herbetsühren und zugleich die bedeutenden Kosten der jetzigen Art der Bestellung, welche bekanntlich gebührenfrei erfolgt, herabsetzen. Als Muster soll dem Vernehmen nach das bewährte amerikanische System der sogen. Zeitungsjungen dienen, jedoch mit dem Unterschied, daß au Stelle der in Amerika verwendeten meist noch schulpflichtigen Knaben bet uns Trlegrammbrsteller verwandt werden sollen, welche daS straf- mündige Alter von 16 Jahren erreicht haben. Der Bestelldienst soll eeutraltfirt werden. Jeder Bote erhalte dann zur Bestellung nur ein Telegramm, während jetzt zu einem Be- strllgaug je mehrere Telegramme zusammengestellt würden. Die Entlohnung geschieht für das Stück. Die Höhe des Bestellgeldes soll sich nach den jeweiligen örtlichen Berhältuiffeu »Miezchen, Mtezi, geh' doch, wer wird wohl weinen! Sieh' doch, wie ich mich freue, Du hättest mir ja keine größere Freude machen können." Die Thräueu der Kleinen versiegten sofort. »Wirklich? Aber Du hast ihn ja roch gar nicht gesehen?" Ja, daS hatte er allerdings noch nicht. Aber daS ließ fich ja nachholen. Und nun gtngS aus Bewundern. »Welch ein niedlicher kleiner Kerl. Steh mal Coco, nun hast Du einen Cowpaguou." »Du willst thu also wirklich behalten, Onkel?" »Aber natürlich! Ich werde doch kein Geschenk zurück- weisen, daS Du mir gemacht hast." In diesem Augenblick läutete eS wieder. »Juten Abend August, na Du wunderst Dir wohl, dat ick Dir uff die Bude rücke? Det hast Du meener Ollen zu danken und den Jedauken zu dies Present ooch. Wir hoffen, es wird Dir freuen." DaS war die fette Stimme Fritz KnltckeS. Martechen erröthete drinnen. Wie peinlich, daß fie fich von dem ihr unshmpattfchen Kultcke überraschen und ficher auSlachen laffen mußte. Doch was war das? Warum lachte der Onkel denn so? »Miezchen, Miezchen, komm schnell mal heraus. — Nein, daS ist ja um Rad zu schlagen!" »Na, erlobe mal, Aujust, det verstehe ick vu nicht!" »Das glaube ich gern- aber Du wirst es gleich! Mieze «ach mal die Thür auf!" So, da standen die drei klugen Leutchen, da standen die drei Bauer und drei Papageien kletterten munter tu thrrn Käfigen. Die Somtk der Situation war überwältigend, selbst Fritze, der fich erst hatte ärgern wollen, stimmte mit seinem dröhnenden Baß tu daS Gelächter der Andern ein. »Na", sagte er dann, »denn will ick meener Ollen ihren Jakoben mau wieder schenken- denn wat sollst Du mit dreie von solche Biester, und wer zuletzt kommt, mahlt zuletzt!" richten und so bemeffen werden, daß der Bote bei voller Beschäftigung den ortsüblichen Tagelohn erreicht. Der einzelne Bote gilt der Verwaltung gegenüber als selbstständiger Abnehmer, er würde demnach vtcht vrrficherunglpflichtig sein. Die jetzt im Telegrammbestrlldieost beschäftigten etatsmäßigen Unterbeamteu und PosthülfSboteu würden bei der Einführung des beschriebenen System« in den verantwortungSreichrren Stellen le« PostdirusteS Verwendung finden. ArsOlsnsd. Wien, 21. December. Man meldet die Enthebung de« Ministerpräsidenten Baron Banffh von der Leitung des Ministeriums a latere. Der König drückte bet dieser Gelegenheit drm Ministerpräsidenten seine volle Anerkeuuung und seinen Dank auS für die auch in der Eigenschaft alS Minister a latere bezeugte eifrige und selbstlose Thätigkeit. — Der Minister a latere oder Minister um die Person deS Kaisers hat in Ungarn brkauutltch die Aufgabe, den Kaiser bet gegebener Gelegenheit im ungartscheu Jnterrffe zu be- rathen. Da nach drm Rücktritt JofikaS eine geeignete Per- söalichkeit für diesen Posten nicht zu finden war, so über- nahm ihn Baron Banffy zu der Minister Präsidentschaft nebenamtlich. Der Staatssekretär Graf Szecheuyi ist jetzt an setoer Stelle zum Minister a latere ernannt worden. Part«, 21. December. Eine gut iuformirte Persönlich- kett, die Beziehungen zum Justiz-Palast unterhält, erklärte gestern Nachmittag, der CaffatiouShof werde heute oder morgen ein Gutachten tu Sachen der DreyfuS-Angelegenheit abgeben. Sollte dir- thatsächlich der Fall sein, so er- giebt fich hieraus, daß die Meinung des obersten Gerichtshofes genügend durch die bereits verhörten Persönlichkeiten aufgeklärt ist, und daß der CaffatiouShof rS als überflüsfig erachtet, von dem geheimen Dosfier vorläufig Kenututß zu nehmen. Der CaffatiouShof wird wahrscheinlich nur erklären, daß die Revision deS DrryfuS-Proclffe« uothwendig und daß die Revision vom CaffarionShofe und nicht vom Kriegsgericht geleitet werden muß. Sobald das neue Revisions-Verfahren eingeleitet ist, wird der CaffationShof alle ihm uothwendig erscheinenden Schriftstücke erhalten müffen. Paris, 21. December. Der wegen Spionage verhaftete ehemalige Geheim-Agent des Generalstabes, Decrion, gestand ein, jener sogen, »alte Pole" zu sein, welcher beim Pariser Nordbahuhofe, als Präsident Faure seine Reise nach Rußland aotrat, eine Bombe zur Explosion brachte und zwar mit der Abficht, mit der Erforschung des ThäterS betraut zu werden und reiche Diäten eivzuheimfen. Derselbe Deerton stellte gegen einen vollkommen schuldlosen Touloner Hasenbeamten den Beweis des HochverrathS, indem er mittels einer Stecknadel gewtffe Buchstaben eines ZettnvgS-ArtikelS fo punktirte, daß gelesen werden konnte: Sie erhalten die gewünschten Doeumeute usw. Bon Picquart, welchem Decrion seiner Zeit seine Dienste aubot, entlasten, wirkte er eine Zeit lang bei der Civil-Polizei. Hrmy verwendete ihn später, aber nur kurze Zeit. VeEßschts». * Eine bemeekeuSwerthe Zusammenstellung über die Mengen von Blüthen, die alljährlich im französischen Departement der See-Alpen zur Erzeugung von Parfüms und Aehn- lichem verbraucht werden, veröffentlicht die „Revue de Statist! que". Es werden da aufgesührt 2 Mill. Kg. Rosen, 2ya Mill. Kg. Orangeblüthen, 200000 Kg. Jasmin, 150000 Kg. Caffiablüthen, ebensoviel Tuberosen, und 200000 Kg. Veilchen. Die mittleren Verkaufspreise für ein Kilogramm Blüthen find 4 Frs. für Veilchen und Caffia, 5 FrS. für Tuberosen, 21/, Frs. für Jasmin, 56 Centimes für Rosen und 70 Centimes für Orangeblüthen. Eine Veilchenpflanze kann 20 Gramm Blüthen liefern, ein Orangenbaum 10 Kg. Eine Blumensammlerin kann in vier Stunden 20 Kg. Rosen oder 3 Kg. Jasmin oder 6 Kg. Tuberosen sammeln, und in einem ganzen Tage 10 Kg. Veilchen oder Orangeblüthen. Um 1 Kg. Blüthen-Essenz herzustellen, sind 1000 Kg. Orangeblüthen nöthig, d. h. annnähernd 1200 000 Blüthen; zu 1 Kg. Roseneffenz gehören 16000 Kg. Rosen oder 5000000 Blüthen. In jedem Jahre werden dort 500 000 Kg. Pomaden oder Oele dieser Art hergestellt, dazu 4000000 Liter wohlriechende Wasser. Der Werth dieser Erzeugniffe wird für das eine Departement auf über 15000000 Frs. jährlich angegeben. * Eine Erinnerung. Am 20. December 1880, vorgestern vor achtzehn Jahren, stürzte bei einem furchtbaren Sturme Abends 9 Uhr die ein Jahr vorher fertig gewordene, als Weltwunder angestaunte Tay brücke in England ein, als gerade der Schnellzug Newcastle-Pebbleton über sie hinwegfuhr. In drm Zuge befand fich der Ingenieur Stoß, der mit feinem Schwrrgrrvater Bruce gemeinsam die Brücke erbaut hatte. Ec wollte nur noch einer Sitzung des AuffichtSratheS der Brückeugesellschaft in Pebdlktou beiwohnen, um dann mit seiner Familie tut Erholung nach Aegypten zu gehen. Die Locomorive de« verunglücktru Zuge« fuhr der Sohn de« BrückeuwärterS Koox. Die Erinnerung an da« grausige Eretguiß ist gerade jetzt wieder lebendig geworden durch eine pcckende Schilderung, die Max Ehth, der Begründer der Deutschen LaudwirthschaftS-Gesellschaft, in seinem bei der Deutschen BerlagSanstalt erschienenen feffelndeu Buche: »Hinter Pflag und Schraubstock" unter der Ueberschrift »Berufs- trag'!" giebt. Ehth und Stoß, beide« geborene Schwaben, waren gleichzeitig nach England gegangen, um dort al« Maschinenbauer Arbeit zu suchen. Beiden glückte e«. Ehth besuchte al« Vertreter John Fowler« alle Welttheile, um den Dampfpflug einzuführrn. Stoß wurde Brückenbauer. Unmittelbar vor dem Unfälle trafen fie fich bei der Brücke, um für längere Zeit Abschied zu nehmen. Ehth wollte nach Peru, Stoß sollte nach dem Nillande- wenige Minuten später lag er unter den Trümmern seiner B.ücke mit noch achtzig Reisenden auf dem Grunde der Tnuobucht. * Vedachtnißkirche der Protestation zu Speier. Die Orgel in der Gedächtn ßkirche soll nach ewem Beschluß de« pfälzischen Kirchrngesangverein«, welcher neulich in Leipzig auf dem Deutschen KirchengesangvereinStag zustimmend begrüßt wurde, durch die evangelischen Kirch en gesan g» vereine Deutschland« gestiftet werden. Jeder Kircheu- gesanverein will zu diesem Zweck in der nächsten Zeit ein Kirchencovcert abhalten. Bereit« find 17 Kircheucoucerte z» diesem Zweck abgehalteu worden, die 4000 M!. eingebracht haben. Das ist der 10. Theil de« vorgesehenen Preise«. Aber e« find ja wehr a!« 170 Kirchengesangvereiue vorhanden , sodaß ficher die Verwirklichung fct« Plane« zu erwarten ist. • Siu städtischer Wohnung« - Zus-ettor wird vom Ge- meiuderath in Straßburg t. Elsaß angestellt werden. Man hatte vor Kurzem gelegentlich einer Untersuchung einen so traurigen Einblick gethan in die zum Theil bodenlosen Mißstände der WohnungSverhältniffe der Stadt namentlich in dru alten Vierteln, die von den ärmeren Volksklaffen be- fiedelt find, daß man fich alsbald vor die unbedingte Noth- wendigkeit gestellt sah, an die Ausrottung dieser Zustände zu gehen. Der WohnungS-JusPeetor erhält die Aufgabe, in den Wohnungen, die die städtische WohonngScommisfion als ungesund bezeichnet hat, von dem Stande der angeordmteu BefferungSmaßregeln fich zu überzeugen und anzugeben, wa« zur Beseitigung de« ungesunden Zustande« der Wohnnugea geschehen soll. Sollte dieses Amt nicht auch in anderen deutschen Städten, besonders au den unter welscher Unsauberkeit leidenden Grenzen des Reichs, sehr uothwendig sein? Hat doch der Miethverein in Frankfurt a. M. auf Grund einer selbständigen Untersuchung von 215 der schlechtesten Wohnungen in der Stabt und den Vororten letzthin Be- schlüffe gefaßt, die vor Allem dahin abzielen, daß der Staat beffere WohvungSiuspectlon einführe und gut handhabe. Da« von dem Verein auf Grund jener Untersuchung heranSge- grbrue Merkchen: »WohnnngSeleud in Frankfurt a. M." zeigt Zustände, die fich leider mit den Berhälluiffru vieler Städte decken und die Gemeinden zu Aenderungen der Bav- ordnuug und Bekämpfung de« gewinnsüchtigen Uuternehmer- und Speeulanteuthum« dringend auffordern. * Die Wanderung von Columbus' Gebeinen. Spanien hat von Amerika, dem e« Cuba abgetreten hat, Christoph Columbus' Gebeine zurück gefordert, die auf Havanna bestattet waren. Die Forderung wurde den Spaniern erfüllt, und wenn den Depeschen zu glauben ist, ist de« großen Eot- deckers Sarg auf der Fahrt nach Europa. Wa« aber enthält der Sarg? Die Ueberreste Columbus' haben so viele Versetzungen und Wechsel dnrchgemacht, daß eS wohl erlaubt ist, meint der »Figaro" an recht wenig Ueberreste mehr zu glauben. Die Leiche wurde zuerst in einem Kloster von Valladolid beigesetzt, dann 1507 nach Sevilla überführt in da« Kloster von La« Cueva«. Auf Wunsch der Wittwe Columbus' wurde dann gegen 1537 der Sarg ausgegraben und nach Hispannola travSportirt, wo er in der Cathrdrale von St. Domingo beigesetzt worden war. Ein Erdbeben .zerstörte aber 1673 einen Theil des Dome« mit den dort befindlichen Gräbern. Klima und Nachläsfigkeit haben wohl im Laufe der Jahrhunderte dazu beigetragen, die Gebeine Christoph Columbu»' unter den Trümmern der Chatedrale zu zerstreuen. Herr Harviller, der H.storiker de« berühmten Seemannes, sagt: »Wir glauben nicht, daß man irgend einen Ueberrest von ihm gefunden habe, weder in St. Domiugn noch sonst wo." * Sin sonderbarer Lehrer. Die Zeitung »Obrasowanie"' in Petersburg erzählt solgende Geschichten au« dem Gdowscheu Kreise: Der Lehrer hat entschieden nichts zu essen. Jeden Tag zur Mittagszeit dachte er neue Spiele aus, bei welcher Gelegenheit irgend etwas in seinen hungrigen Magen fiel. An einem Tage läßt er fich von den Schülern die übrig gebliebenen Brodkrusten geben und baut daraus eine ägyptische Pyramide. In einer Woche hatte er auf diese Weise alle fieben Weltwunder den Kindern in Brod- krusteu vorgesührt und mit drm Baustoff nachher seinen Hunger gestillt. Ferner baute er Suworow ein Denkmal. Aber o weh! Die Eltern verlangten von den Kindern ihre Brodkrusten zurück, denn es sei Sünde, mit Gottesgabe zu spielen, und gaben den Kindern Kuchen und Fleisch- ptroggeu mit. Der Lehrer verlor sein täglich Brod. Er dachte daher andere Spiele aus. Die Kinder haben Mittagsstunde und effen ihre Beerevpiroggen, der Lehrer geht wüthend in der Klaffe auf und ab. Plötzlich steht er still und sagt: »Kinderchen! Wollt Ihr, ich werde Euch ein neues Spiel zeigen? — «Zeigen Sie! Zeigen Sie, Nckanor Naumowitsch!" rufen die glücklichen Kinder ihrem geliebten Lehrer zu. — „Nun, seht nur! Ztel- schießeu und Scheibeuwerfen. Ich setze mich an den leeren Tisch und bin das Ziel. Wer von Euch mir den Kuchen in den Mund wirst, bekommt eine gute Nummer. Werft nun!" Die Kinder find überglücklich, und daS Werfen beginnt. In den Mund des Lehrers fliegen Pfannkuchen und Beerevpiroggen, welch letztere wie Bonbon platzen und seiu Geficht mit Saft färben. Die Heiterkeit hat ttin Ende. Manche Schützen trafen das Ziel nicht, die Kuchen fliegen vorbei. »Das zäh!« nicht", erklärt der Lehrer und steckt den Kuchen in die Tasche. »Wirf von Neuem!" Und das Schießen geht weiter, bi« die Munition ausgeht. Die Redactiou der »Obrasowanie" ist bereit, über diese wirkliche Thatsache noch nähere Auskunft zu gebeu. Wiflenfd?aft, Literatur und rlunst. — AlS eine prächtige WeihnachtSgabe von feiner künstlerischer Ausstattung wie hohem textlichen Werth präsentirt fich daS neueste Heft der allbeliebten illustrirten Familtenzeitschrift „Zur Guten Stunde" (Deutsches VrrlagSbauS Bong & 6o., öerlto W. 57. Preis des Dierzehntazsheftes 40 Pfg.) Der hervorragende bildliche Schmuck macht auf besondere Beachtung Anspruch: daS Ltngner'sche stimmungsvolle Bild „Der Schutzengel- dürfte zu eine» LieblingSbilde der Familie werden, ebenso wie »Die heilige Nacht* von Walter Firle uns den ganzen Zauber der Weihnacht eröffnet. n^S> ** (Ujtn j i«*^y*'S xSz»ÜÄ >nÄ SL'KLj LLZrrr IMlt ,{„,, 2'°' *ttlle. n hl Mt L Ä^B ^Itnlfje b« »uh1 bob*a ÖD h'« äxXen fi ra?^en,U* Aald vor bl nnu? Q^n bt* •«**»?ÄÄte* 'ftttor tths,t bL |B ibillit ml; ölt Änfßtbt, In »* ÄT«*a|* ni an^ ^r angioibnttti ftnRw unb aniBiibtt L I ‘ M i» Qilmi ffi"«-'!»««, |tln? ™ g. n. Mf 9m> *5 .bm „2>6 in MtoWtai anvb dlN Sorotttn lehthtll 8t. » Mln abgtden, daß b« Staat ^uhre nnb gut handhabt. Da» 1 iwtt Uotkrsuchuug htrsuige« Sstlevd tu Fraoksart a. M/ der alt bro StthWlffü, vltlrr udru zu atnbtrangtn btt Dar. tl ittoMütyljtn Mtmfynw |tub Qufiotbttn. UoIumbuV ©tbtinta. tpanttn. Cuba Qbfltlrtitn hat, Lhrchoph k-efordtrl, bit aus havauva ruug wurde btn Spanitro tijfiUt, glauben Ist, Ist bei grvßta 8ct» rach Tmopli. Wal aber enthält i CiMtti* Haber so viele Der» zmacht, baß el wohl rilaubt Ist, 'echt wenig Uebeneste aehr zu br zuerst In einem Kloster von 1507 rach Sevilla LberfÜhrt In »I. Aus Wunsch der Wittve gen 1537 der Sarg onlgeiwbtn Wt\xt, wo er In irr C-theiralk worben war. Ein ErMm Tbck btl Dmel «ii btn boxt a unb NachlLsM haben W i dazu beigetragen, bleSedewe ( btn Trllvaem btt Chrtedrale ler der Historiker btl be.ühaten ;uben nicht, baß »t» irgwd • jt« »!,l° I*” Vlgl« »-«" «plele aul- her Lehrer H°1 °L°°S^ 11 tfi ”'Ä? - “Kai«1“ -Ärjsi:« '«L »i« ?°L.°v ffl« W« ®“* ’®!' H l«« ad» l"t” 5 \foMn nnb ^SMN «Ä«»“1 Tw1* *s*ä‘?«* A'Äy -SS.--” Papes .Äehuttn aef bttn Weihnachtsmerkt", Müller-MünsierS „Mrttter Nußknacker als 6t6airtnabldmcibcr" unb E. H. ZÜkcls ,Gis walzen" sorgen befür, bah ber Fcftestttwmung auch der seine Humor nicht fehl,, wlbtmb die serderplächtigen Illustrafen'N zu dem Heuptartikel br» HeftiI „Berchiaglauden. Berchtmtävzr, Berchten- leukn" uns in bas Gebiet ber brutschen Volkssagc binübafübren urb Io auch ber Legenbe gerecht weiden. Besonder« reichlich ist für Unterbaltung währmb der Weibnachtstase gesorgt. Außer dm beiden Hortsetzungm von «Wandlungen" unb .,Ta» Bierbergwirthsbaus' dringt bas Hrsl noch zwei In stch abgeschlossene Novellen, von btnen .Um des Leutnants Varl* von glücklichem Humor durchtränkt ist, während die WeihnachtSgeschtchte »Der Schutzengel" einen err.sterm btost aus dem modernen Großstibtleben in dichterischer Vertiefung behindeU. Auch die prakiische Abthrilung «Für unsere Frauen" trägt dem Weihnachtsfeste Rechnung. Univerfitats - Nachrichten« — Berlin. Der Hörsaal iry chemischm Laboratorium bet Unioerfität war am Monteg Abenb bis auf ben lebten Platz gefüllt von Gelehrten, bgm 200 der AllerärmsteW unter ihrm Weihnachtsdäumm versammeln tret ter. Damit ist aber auch bie Zahl unserer Äeihnachtsgäte auf weit ü er 3000 gestiegen. — Unser Vereins Haus „Hflopbeum" mit dem gr oßm Festsaal Hai inzwischen unsern fttubtbibüiitiflm Kranken schon eine Reihe von fröhlichen Dtunbm oerlchasit, aber wir stnb noch lange nicht dahin gekommen, bie Baukosten für bi s Gidäube zu bi fit eiten, zu welchen wir ja, wie unkte Freunbe w'stm. bie U derschüsse ui serer Weih- nachtsgadm verwenden wollen Die Schuld beträgt noch übet 20,000 Mk. ES ist allo für alle alten unb neuen Fr«unbe ein reiche» Felb übrig, unsere Kranken, Wailen unb H-imaihlolm zu erfreuen, btren fast Niemand zu Weihnachten gebenkt. Für jebc kleinste Gabe in Gelb ober natura wirb innig dankbar sein Bethel b. Bielefeld, Advent 1898. A. v. Bodelschwingh, Pastor. 3S* Notiz. Die für den Weihnachtstisch viel begehrten Port Sherry -c. 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Von Vollendung der 5 Jahre,______ kann nur dann im letzten Dienstjahre abgesehen werden, wenn der Dienst, ooooooooooooc austritt durch Einberufung zum Militär, durch Auflösung des Haushalte» Q oder durch Gründung eines eigenen Hausstandes erfolgt. Es werden hier- q nach alle diejenigen Dienstboten, welche nach den vorstehenden Bedingungen * auf eine Prämie glauben Anspruch erheben zu können, aufgefordert, sich.e! unter Vorlage der Dienstbücher, eines Zeugnisse» der Herrschaft über gute v Führung, sowie eine» etwaigen Sparkassenbuchs bei unserer Kasse ober, der Großh. Bürgermeisterei de» Wohnort» biS zum 24. L Mts. zu melden. In den Zeugnissen der Herrsckaft muß besonders bescheinigt sein, daß die Dienstboten auch Kost unb Log'» erhalten. Wemischk fr6gtfd)rnhe in großer Auswahl zu billigen in großer Auswahl zu billigen Preisen. C. RÖHR & CO. Agentur und Lager von J.C.König&Ebhardt, Hannover, getysftstityrrfibrik, Kvch- a. 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Deccmbcr Drittes Blatt Gratisbeilage: Gießener jfamilitnblMter E» Heul varinischt«». an 2. 8. 304jf wie mit Heiterten, (typebition und Drudcrei: K4>kkr«tze Ar. ?. die Redaktion de» „Weinmarkt" in Trier zu senden. ♦ Lüdenscheid, 17. December. Eine Wohlt Hüterin, £UVM|iyuv, * zy.Ai KA ßAA cmf int Hüt Anjkigkn-BermittlungSftetlen ief In- und ÄMlteabd nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger «W* St.Ii 101.11 84.U 08.« 49.00 100.10 00.0< 99-00 en, extra starke Deeken, rorrig- iur 2 Mk. 80 Pfg. Bei vorheriger iusendung. 12174 Irabert, Rostock. Adrrfle für Depeschen: Anzeiger chiegß«. Fernsprecher Nr. 51. diese Schulden allmählich tilgen zu können , doch »erthlt» Mutter wollte nicht» davon wissen, »'vor ih« da» »eläo»e würden er und Bertha alt und grau. Such hätte der «rämer an der Mlk UN- mlichte äußerst billigen Preisen Bender, , Achtern vud Harjimerieii lstraße 5. nachtsgeschenke Auswahl: gniif, emüikit fcni udegerälhe jeder Att^ * M »ttbm jt erftaunli» i. _ 11889 •hr & Co. 8onhi°len 5. *• ric- N«»»g-pretL vlrrttltichrltch 2 Mart « Pfg. monatlich 76 Pfg mit enngerloN*. vtt Postbezug 2 Mart 50 Pfg. viertelfsthrlich. Berlin, 21. December. Da, Reich «Versicherung»- amt hat an die Borsttzenden der auf Grund des Javalidiiat«. und aUer,ceiP»erung«gtiete« errichteten S*ied«gerichtt ein Rundschreiben gerichtet, in welchem Grundsätze jur Herbei füheung einer einheitlichen Behandlung der ^vom Reich,' verstcherung,amt an die Schied.gerichte zur anderweiten B«. baudluua und Entscheidung zurückgewteseken Sachen m oeu K0Ttcn !UI otH »»«««« H'" sm m sn JahreSgeschäftSbertchten und in den Prozrßltsteu ausgestellt I tz„schsedene deutsche Gebiete tu China vorhanden. . f die an die chtuefischeRegterung für dteEnteignung entrichtet worden sind. Die mannigfachen Vorbereitungen auf dem Nieder- lasiuug»gebtet find nun derart fortgeschritten, daß «an vo, dem verkauf der Grundstücke zur Bebauung steht. Da» Reich I strht daher vor der Nothwendigkeit, seine Wahl über zwei I Grundstücke baldigst zu treffen. Da» jetzige deutsche Lonsul^ - in Tientfin befindet sich in der englischen Ntederlaffuug, e« I soll nun allgemeinem Brauch entsprechend tu die deutsche Ntederlaffuug verlegt werden, sobald diese eiutgermaßru be- ' fiedelt ist. Selbstverständlich muß man daher schon jetzt an ' die Vorbereitungen gehe», weil sonst die seeiguetsteuGrün • stücke in andere Hände übergehen. Man hat dort eine be sonder» günstig gelegene Fläche von 1,12 Hektar auSgesuch. Das Consulat-gebäude in der englischen Ntederlaffun, zu Tientfin soll verkauft werden, au» dem Ertrag »"den die »osten für den Neubau gebe-, werden - nne- So fnd dr. ^Decewber l898, ** Silberrenle PortuM" . Dennoch lehnte er ihre Anfang» auSgesprocheue W-igeruug, die Königin mit seiner Dichtung zu begrüßen, entschieden ab, und ihm den Wunsch ersüllend, stand fie nun vor den anderen Mädchen und trat an den ersttn Wagen, al» derselbe hinter den reitenden Postillonen unter dem Ehrenbogen hielt. Auf einen Wink der Königin ward der Wagruschlag geöffnet. Rosen bat fie darauf um die Gnade, den W.ll« komweogruß der gttreuen Freieuwalder eutgegenzuuehmen. In ihrer Güte neigte Luise fich zur Sprecherin herab. Mit sichtlicher Besaugeahtit begiuueud, ttug Bertha de" "st v.r» sehr leise, fast uur für die Königin verständlich, vor. Daun ward fie muthiger und sprach etwa» lauter, doch noch immer unverständlich für die entfernter Stehenden. Zu diesen Letzteren gehörte Gustav Lork. Ec drängte sich mtt den Anderen vor, um besser zu hören- da fügte e» dir ^uiall daß er im Gedränge dicht au die Pferde und ganM» Bertha« Nähe kam, die feinen Blick auf M gnltUl Fühlte. Während fie Welle,Iprach, vermied fie Logstuch, IHv aozusehro- bei den zur «öatgiu gesprochenen Worten Liebe und Treue aber konnte fie utcht verhüten, daß ihre Augeu uur auf einen Moment zu Gustav hiuüberblickten. Beben rnh »tocken kam über fie. Luise hatte bemerkt, wem ihre Blicke gegolten, und der im Antlitz dr» Mädchen» fichtbare Gram entging ihr nicht. Doch im nächsten Sugrubltcke hatte Berlba sich aefaßt, sprach fließend weiter und brachte ihren Gruß glücklich zu Sude, worauf nach einigen Dauke»worten der Königin die Sagen zum Schlößchen fuhren. Bertha» Mutter, die fich unter der Menge brfaub, iübrte fie gleich nach Hause. So ward fie verhindert, mit Gustav »u^redeu. Sie hatten fich ja so lieb, doch ihrer Arwmh wegen wollte die Mutter die Heira'h nicht. Die jung verwittwetr Frau wußte fich mit Brnha» Hilfe müh am -rväbren und da» Hänichen mit dem geringen Acker, w lche» Gustav belaß, U ter Batet iß« arg aerW ß° --' laffen. Zwar vertraute er feiner Rtaft und feine« Fleiß», . Trier, 15. December. Zu Preisrichtern für die beste volk.tßümliche Melodie de« M ° f e 1 w e i n 1 l e d e « von Herrn „Cui bono“ find gewonnen und haben die Prämilrung Über Üommen die Herren: R. Hentze, fiönigl. Muflldlt-cio^ P. en. ' Hirfjcr Irt 7 Uvd ^attmweHt. wleiueuen atS Stttl "■J* ) PfiMl istattung. Mm- Abstammung, dn Beauftragter de» Provivzialvereiu» den be- treffenden Eber nach dem Ankauf einer Befichtiguag unterzieht und seine Zuchttauglichkeit bescheinigt, der betreffende Eber mindesten» ein Jahr zur Zucht benutzt werden soll. Ich bringe dir» zur Keuutuiß der Bethetligten mit dem Bemerken, daß etwa 400 Mk. uo» zu, er!>^8 st - unb cta Wflt^QUf für ote auf oem ^»u«vi»uu ■*“- Hhpathekeubaukgefetz. Wie tle „Berliner N. Nachrichten" hören, wird der Entwurf de» Hypothtkeu. bankgesetzr», welcher zur Zeit dem Bundesrat- vorliegt, zu M"! ,i‘,Ä ??."?«.«• In den lebten Jahren noch zwei Niede.lofiungen an der 7lle In Trier. - Die Sotvpofitiomu find di« «u« 24 d. W. chln.filcheu Küste und i« Innern erwarten. Zunächst wurde 1 - - in 5t,t" »“ ,tnben' 1895 in Havkau am oberen Yrugtsektaug von der chinrfischeu BneEM|tvtiW, x.. ~***‘e™- k. Rn'nnÄ ««• .ur Regierung ein größere» Grundstück dem Reiche al» eigene b{e ungenannt bleiben will, hat der Stadt 50000 Mk- zur Niederlosinua überlasten. Gegenwärtig ist man mit der Ein- Ms.-^n^s^,ma»kauses aeschenkt. rtchtnng derselben beschäftigt. Da die Stadt H""ka" kiutt । der bedruiensten Handelsplätze mit zunehmenden deutschen ^nteresten im mittleren China ist, so soll dort bekanntlich dn kaiserliche» Beruf»cousulat "Achtet werden. Mit der Einrichtung und Verwaltung de-selben ist schon srtt dem Juni der vtzrconsul Grnnenwald betraut, der vor mehreren Jahren dem Geueraleonsulat Shanghai LUg"heilt I «ar. Da» neue Lonsulat erhält seinen Platz in der deutschen I Mederlastung. Ferner ist über eine deutsche ^^rlaffaug in Tientfin im Mai 1897 ein Vertrag zwischen der R ich»- regierung und der Deutsch-Astatischen Bank! °bseschl°ffe« worden, wonach die letztere die Einrichtung und den Ausbau I der Ntederlaffuug überuiwmt. In dem Vertrage hat stch die I Regierung da» Recht Vorbehalten, auf der Niederlaffuugein paar Parzellen auszuwähleu, auf denen eia Lonsulat.gebäude 1 und ein Rathhaa» für die auf dem Grundstück zu bildende !^euische »rvtAfftwerdensollidatRkich zahltdafürnurdtePreise, | U»a«h»< een «nzeigkn ju der Nachmittag- für den f»tgeuden rrscheturnden Nummer bis »arm. 10 Uhr. Feuilleton. Die schönste Weihnachlsgabe. Sine «pifobe aul dem Leben der Königin Lnlft. Von «ad meuwann.e-rd^ Buderus v Muß Dk-unkM ioO> O.w csetitn dr» König» und der «äoigill war r» SS ~ Ä-»- ©4net önJüU r. b Luise, dir so lauge wä : ä“ erwähU,"üud fie mußte sein Berlangeu^rsüllen. ötx konute ihm auch einen Wunsch tr"sagru c^tn im IKSÄÄ •«.ä'jä-S sprechen, denn ihr H"» ?ar l° I toatux fie ihm Nr. 301 Orschei.t ttgNch mit Au-vahmt deß V'^ntags. Bit Wegener H*mt(t<*»(»tt