"•Mn SeoWfa 18% Mui *S8äS "Mm«,,. •rttenich, Dtiit »Ä-’smM*. »«Mdk ' j Statt T 802 20 , 87.- 4 3B."I .»5Q »dH L ^7186° Haft?f»»* . i A 35.15 Ä *£ «.n1 »ji.. 1« |Ä ZK tttobet 1S98. tetr, oW abs"6.. - Ä P'S £ttrai,, [er, Darms^ mb Rohaustckken, Eier, W Hi« jnold II- V »8. ______ iS-. i S^rtfl fg.l° 3«-Jj 03'95 2395 gj0 118- S52ü \®Ä ä r*2** ÄS** K°Mdb°HN. I 97.- PM^- I ülft !rtz 4si M Zs I $ef.^n*^U' ! 208.— ; zaura r?70 ei.!»' 34.90' tyttt Auswahl unb w* »teilen; u auf ciager. 9.50 an. [4425 Neuester Ernte k Mk. 2,50, 8,-, 3,60, 4,—, 6,— pr. Vi Kilo vorzüglichster Qualität. 10151 hulhot, Marktetrasse, Ränder, Wallthorafr H Nr. 275 Erstes Blatt.Mittwoch den 23. November 1898 AHchetM U«Ä t*| «icheiaende» Nummer Hf Bereu 10 Uhr. Heneral-Anzeiger Wir Anzeigen.8ermtNlm,ß»AelrA M In- en* ÄuMeeW Netz »er Anzeigen für den Gtetzener Rngdger ratfejM. Asnts- und 2lnzeigeblutt für den Kreis (Skfeem Krteww, ExpetziNon nl Drucknn -H.kßr.tz« Hi. 7. Graüsbellage: Gießener FamilienblMer. Wfcrtflc fit Depeschen: Z»,ei>er Gigtzg«. Fernsprecher Nr. 6L Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Ls wird hiermit zur öffentlichen ftenniot§ gebracht, daß unser Buitau wegen der Feier de» Allerhöchsten Geburt»« feste» Ihrer königlichen Hoheiten de» Vroßherzog» und der Großherzogin nächsten Samstag, den 26. d. Mts. Nachmittags gefch.offen bleibt. Dagegen ist dasselbe nächsten Donnerstag, heu 24. d. Mts. auch Nachmittag» voll 2 bi» 4 Uhr geöffnet. Gießen, den 21. November 1898. Großh. Rentamt Gießen. Dexheimer, aee^ss ... . — _ Bedeutsame Gedenktage. Da» deutsche Reich beruht auf dem freien Entschluß der Fürsten und freien Städte, zu einem einzigen Bunde zusammenzutreten. In diese Zeit fällt der Jahrestag, an welchem vor 28 Jahren die beiden süddeutschen Königreiche. Bayern am 23. und Württemberg am 25. November, sich offiziell dem deutschen Reiche anschloffen. Es war ihr freier Wille, kein Zwang wurde ihnen auferlegt, als fie diesen Schritt thaten, und um so freudiger wurde er von Allen, welche die Schaffung eine» einigen deutschen Vaterlandes berbeisehnten, begrüßt. Daß die Staaten und Fürsten ein Opfer brachten, als sie sich dem Reiche unterstellten, kann nicht geleugnet werden, da sie eine ganze Reihe von Präro- gativen abtreten mußten. Aus diesem Grunde durfte auch da» Reich die Zügel nicht zu straff anztehen, und es mußten einzelnen gröberen Staaten, insbesondere den süddeutschen, oerschiedme Reservatrechte belaffen werden, die dem Einheit»« gedanken wenig entsprachen. , Gelegentlich der Berathung der Novelle zum MUitär- strafprozeffe unb insbesondere bei der Aufwerfung der Frage eine« eigenen obersten MUitärgertchtshofes für Bayern find die Reservatrechte in der Oeffentlichkett der weitgehendsten Besprechung unterzogen worden. Wenn wir daran erinnern, wie Fürst Bismarck sich in dieser Angelegenheit auf die Seite Bayern» stellte, so wollen wir damit nur -eigen, wie verschieden die Anschauungen selbst in denjenigen Kreisen waren, welche al» maßgebend gelten müffen. Und daß die Frage schwierig zu lösen war, geht wohl am besten daraus hervor, daß sie auch heute noch nicht endgiltig erledigt ist, daß die Verhandlungen noch fortdauern und deren Ende kaum abzusehen ist. Wenn wir an diesen Gedenktagen auf die Stellung der Bundesstaaten zur Centralstelle zurückkommen, so hat da- seinen guten Grund. Al» die Frage des obersten Militär- gertchtshofe- zur Erörterung stand, da hieß es allgemein, man dürfe Bayern nicht vor den Kopf stoßen und unter keinen Umständen diesem Bundesstaate einen Zwang auf« erlegen. Aber immerhin machte sich doch eine gewiffe Ent« fremdung zwischen Berlin und München bemerkbar, die ihren äußeren Ausdruck fand in den Erklärungen der bayerischen Bundc-rathsbevollmächtigten im Reichstage und des bayrischen Kriegsministers im Münchener Landtage. Auch heute schweben wieder Differenzen »wischen einem deutschen Bundesstaate unb der Centralstelle. Daß solche Vorgänge geeignet stnb, da» Ansehcn des deutschen Reiche» im Auslande zu vermindern, geht am besten daraus hervor, mit welcher Breite die chauvinistische Presse Frankreich» diese internen deutschen Angelegenheiten behandelt und angeblich eine Schadenfreude zu verbergen sucht. Da» sollte eine Mahnung sein, auf dem eingeschlagenen Wege nicht weiterzugehen. Wir möchten de»halb Vorschlägen, daß sobald wie möglich alle noch irgendwie streitigen Punkte zwischen den Bundesstaaten ein für alle Mal erledigt werden. Bei einigem guten Willen auf allen Seiten könnte e» an einem Erfolge nicht fehlen. Da» deutsche Reich besteht jetzt fast 28 Jahre, e» hat ein gewaltige» Ansehen erlangt im Rothe der Völker. Sollte e* ihm nicht möglich sein, den häuslichen Frieden für immer zu wahren._________________ (xx) Vemtjches Selch. TtmftK 21. November. Der Kaiser hat bin Bringen Friedrich Leopold mit seiner Vertretung bei der Enthüllung»feier de» ßanbUbentmal« Ludwig IV. •n 25. d». beauftragt. Berlin, 21. November. Da» «aiserpaar ist heute Morgen um 9 Uhr von Messina nach Pola abgereist, wo die Ankunft am Mittwoch früh 8 Uhr erfolgt. Mittag» 1 Uhr Wird da» «aiserpaar die Weiterreise nach München antreten nnb daselbst Donner»tag vormittag 11 Uhr eintressen. Zum Empfang werden der Prinzregent und sämmtliche Mitglieder de» Königlichen Haute» am Bahnhof anwesend sein. Um 1 Uhr Mittag» fährt da» Saiterpaor wieder ab, um dem bobischen GroßherzogSpaar in Baden-Baden einen Besuch ab« zustatten. Berlin, 21. November. Da» Stunt »Ministerium hielt heute Nachmittag um 8 Uhr unter dem vorsttz de» Finnnzminister» Dr. Miquel wiederum eine S'tznng ab. Berlin, 21. November. Die ,Rorbb. Allgem. ßtg.* bestätigt heute, daß die in den letzten Tagen durch diePr-ffe gegangene Mittheilung über Gtnzelheiten der biabfichttgten Postreform zutreffend find. Berlin, 21. November. Die ,Nordd. Allg. ßtg.* schreibt: Gin schlesisches Blatt brachte uaterm 14. b». eine Zuichrift au» Wien, Überschrieben Zur Welfeusrage, betreffend eine angeblich bevorstehende Thronbesteigung de» Sohnes de» Herzog» von Cumberland, sowie Über ein im Jahre 1891 hierüber angeblich erzielte» Ginverständniß. Diese Mittheilung entbehrt, wie wir versichern können, jeder Begründung. Berlin, 21. November. Wie au« Messina gemeldet wird, erhielt Kaiser Wilhelm ein Glückwunschtelegramm de» König» Humbert, in welchem dieser seine Freude Über die glückliche Rückkehr de» Kaiser» von der Orientreisr sowie seine innige Freundschaft für den Kaiser an»drückt. König Humbert fügt hinzu, daß diese seine Gefühle vom ganzen Volke getheilt würden. Kaiser Wilhelm erwiderte in den herzlichsten Worten. Berlin, 21. November. Die Schntztrnppe für Kamerun. Die (Kolonie Kamerun steht dem Bernehmrn nach vor der Nothwendigkeit, ihre Schutztruxpcn verfiä keu zu müssen. Zn Anfang diese» Jahre» bestand die bewoffaete Macht tm Schutzgebiete au» einer Polizeitruppe von 100 Manu. Dazu kam eine Schutztruppe in einer Stärke von 200 Farbigen. Ginesthetl» um wirksamer bie Schutzgewalt gegen aufsässige Stämme geltend machen zu können, andererseit» um den sich stark verwehrenden Plantagenbau ausgiebig zu schützen, wurde in diesem Sommer die Schutztrnppe auf 300 Farbige vermehrt, wozu bann noch 36 farbige Chargirte und 6 Spiel« lente kamen. Seitdem durch die letzten Verträge die Nord« Westgrenze von Kamerun und am Rio del Reh nnb Croß River nnb die Ostgreuze am Sangs, dem Nebenfluß de» Kongo, festgelegt worden find, hat fich nach diesen Gegenden hin rin schwunghafter Handel entwickelt, wodurch namemlich im Südosteu der Colonie fich da» Bedürfniß geltend gemacht hat, zum Schutz der Handelszüge eine stärkere Macht zu entwickeln. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird in diesen Gegenden zum Schutze de» Plantagenbaues und zur Controle de» Zolloerkehr» auch an die Anlage von Stationen gedacht werden müssen. In Rücksicht daraus hat e» fich al» nothwendig erwiesen, eine wettere Verstärkung der Schutztrnppe auf etwa 400 farbige Mannschaften in» Auge zu fassen. Berlin, 21. November. Der neue Entwurf eint» Reich»«HyPvthekeubaukgesetze» war tm Reichsjustizamt tm Laufe diese» Sommers eudgittig au»gearbeitet und sodann im ,Re chSanzeiger* rechtzeitig veröffentlicht worden. Da» ReichSjustizamt hat somit den iuteressirten Kreisen einen weiten Spitltonm zur Beurtheilung dieser Vorlage gegeben. Diese Kritik ist auch in vollem Maße von vielen Seiten grübt worden unb hat ber Reichsregteruug dankeuSwrrthe Fingerzeige gewährt. Die Vorbesprechungen tu bieser Richtung find nunmehr soweit gediehen, daß, wie von gut unterrichteter Seite vrrfichert wird, diese Vorlage Mitte December au bin BandeSrath wird gebracht werden können. Die Berathnugen im BundeSrath werden dermaßen geführt werden, baß ber Reichstag noch In bevorfteheuber Tagung fich mit bem Entwürfe zu beschäftigen haben wirb. Berlin, 21. November. Zur neuen Postvorlage, die jetzt tu ben bekannten Conferenzeu vorberatheu wird, melbeu verschiedene Berichterstatter, außer der Erhöhung de» Höchstgewicht» der einfachen Briefe von 15 auf 20 Gramm werde eine Herabsetzung de» Ort»brief« bestellgelde» für ben Berliner Stadtbezirk von 10 auf 6 Pfennig vorgeschlagen werden. Auch weitere Herabsetzungen de» Briefporto» im Ortsverkehr find geplant. Die Privat- posten sollen für den durch die Ausdehnung de« PoftregalS auf die Beförderung geschloffener «rufe ihnen entstehenden Ausfall durch eine einmalige Entschädigung abgefanden werden. Im neuen PostzeitungStaris soll ferner nicht mehr allein ber SbounemeutSbetrag einer Zeitung zur Grundlage für die Berechnung der Postgebühr gemacht werden, sondern auch da» Gewicht, daneben auch die Hävstgkeit des Erscheinens einer Zeitung. DaS ttire also mit entern Worten ungefähr bUlelbe Vv'lage rote im vo j-hre, nur daß die Reg-lung deS Postze'tungStari'» nru hinzutritt unb ferner die Regierung sich in der Eatschtdiguagsfrage den Wünschen deS Reichstags aaßtpifct hat. Karlsruhe 21. November. Das K aiserpaar trifft in Baden-Baden den neuesten Bestiwmrwgen zufolge am Do'U'rStao ein. Die Hbretfe eriolqt Freitag Abend. Wien, 21. November. Der .Neuen Freien Presse* zufolge erließ der Krieg »Minister an fämmtliche Corps- Lommandanteu einen Erlaß, in welche« angeordnet werd, sämmilichen actioen Offizieren bekannt zu machen, daß bei Sriegsminister befohlen Hai, gegen ben Hanprmann WieSner vorn 75. Infanterie Reg'ment eine Uuteifnchung rinzuieiten, weil er als Leiter von Coutrol-Verfammlungen bie tschechifcheN Reservisten von bem vorgeschriebenen Meldungsworte ,hier" blsprnstrt hat. Hierdurch habe fich der Hauprmann eine« incomcten vergehens schuldig gemacht und großen «angel an Energie gezeigt. Budapest, 21. November. In ber heutigen Sitzung be» Abgeordnetenhauses kam es auf die neuerlichen Angriffe der Opposition wegen der Heutzi Affalre, insbesondere gegen den Minister Ftjervarh zu derart stürmische« See neu, daß die Sitzung zeitweise unterbrochen werde« mußte. Paris, 21. November. Infolge be» Ersuchen» bei spanischen Regierung wir» die sranzöfische Regierung ihr» Präsec en in der Nähe ber spanischen Grenze an, auf die in ihren Departement» weilenden Carliste u ein scharfe» Ange zu haben, da fich dieselben zu einem Einfall in Spanien rüsten. Pari», 21. November. Die Flotteufrage wird von eine« Fachmann «tt größter Entschiedenheit wieder anfge- toorfen. dir Admiral im Dienst, ber fich deshalb nicht nennen darf, veröffentlicht im »Figaro* an erster Stelle einen Warnruf an das französische Volk. Er führt an», baß Frankreich «it seiner heutigen Flotte nicht die geringste Aussicht in einem Seekriege gegen England habe unb ihm auch an Schlachtschiffen nicht ebenbürtig «erden könne. England fei nur durch Aushungerung, d. h. durch Zerstörung feine» Seehaudel», besiegbar, Frankreich müffe fich also ausschließlich auf den Kaperkrieg verlegen und zu diese« Behufe eine große Anzahl leichter Kreuzer bauen, die nicht zu fechten, sondern zum Abfangen und vernichten der Handelsschiffe bestimmt waren und bei denen einzig auf die möglichst größte Geschwindigkeit gesehen «erden müßte. Poris, 21. November. DaS Colonialministerium erklärt die Nachricht, daß d e Regierung angeordnet habe, Drehfn» soll vorläufig gestartet werden, Tag» einige Stunden lang seinen Käfig zu verlaffeu, für unbegründet. Bisher sei keine Aeuderung in der Behandlung DreysuS' eingetreten. Paris, 21. November. In der heutigen Sitzung der fpanifch'amertkauischen Friedens - Commission boten die amerikanischen Delegirten den spanischen eine Summe von 20 M ll.onen Dollar für die Abtretung der PH lippl«e« an. Die spanischen Delegirten haben fich ihre Antwort Vorbehalten und Jastructiouen von ihrer Regierung erbeten. Die nächste Sitzung der Cvnfireuz fiodtt am Mittwoch statt. Paris, 21. November. Die Affaire Piequart scheint die Affaire DreyfuS immer wehr verdrängen zu wollen. Bon radicaler Seite wird augenblicklich ein ernster Druck ans den Srirgsmiuister Frehcmet anSgeübt, damit dieser nicht erlaubt, daß der Generalstab aus Piequart einen zweiten Dnhfus wacht. Auf der Seite der Ami-Revisionisten «acht man keinen Hehl daraus, daß eS jetzt geboten sei, Piequart so schnell wie möglich zu verurthetleu, nm auf diese Weise seine Aussage im verhör über DreyfuS abzuschwLcheu. Paris, 21. November. Die DreyfuS-fteuudliche Presse schreibt: Beim Lesen der Esterhazh'schtn Broschüre gewinne iS immer «ehr den Anschein, daß diese Broschüre von Rochefort, wenn nicht verfaßt, so doch wenigstens corrigirt worden ist, da in der Broschüre zahlreiche Ausdrücke vorhanden find, die den Stempel Rochefort'scher AuSdruckswrise tragen London, 21. November. Ein hiesiges Blatt meldet, daß die eugltsche Regierung die Frage erwäge, ob eS nicht an- gäug'g fei, das Gebiet von Bahr el Ghazal an bin Congostaat abzutreten, um auf bltfi Weise einen Pufferstaat zwischen Frankreich und England zu errichten. Loadoa, 21. November. »Daily Mail* beklagt fich über dir Langsamkeit, mit welcher da» Flotten-Pro- gramm zurDurchführung grlan-e. Dar Blatt fordert den Beu von vier großen Panzerschiffen, welche bereit» bewilligt worden stod, und vergleicht die Langsamkeit der Arbeiten mit der Schnelligkeit, mit welcher die Am r.kaner einen Kreuzer und ein Panzerschiff bauen, welche beide in 30 Monaten zu liefern find. Loudon, 21. November. Au» Manilla wird gemeldet, daß zwischen den Eingeborenen und einer Abtheilung Polt« zisten ein Streit entstanden ist, wobei ein amerikanischer Polizist geiödtet und drei andere schwer verwundet wurden. Loudon, 21. November. „Daily Mail" meldet au» Wien, daß die Möglichkeit einer neuen Allianz zwischen England und dem Dreibund tu Wien erörtert werde. Journale, deren Beziehungen zum Auswärtigen Amte 6t* kaunt find, erklären, daß da» österreichische Ministerium de» Auswärtigen der neuen Grupptrung sympathisch gegenüber« strhe. Man erkennt jedoch an, daß Karser Wilhelm der au»« schlaggebeude Factor in dieser Angelegenheit sei. MP.C. Durch englische Mtntsterrcden und Zeitung»« betrachtungea ist die Frage in den Vordergrund drS In* tereffeS geschoben, ob E n g l a n d neuerdings, sei es mit Deutsche land oder mit den Bereinigten Staaten von Nordamerika ein Bündniß abgeschloffen habe. Wie an» auS Wien depeschier wird, glaubt mau tu dortigen diplomatischen Kreisen ebenso wenig an den Abschluß eine» anglo-amertkanischen wie an den eine» englisch'deutscheu Bündnisse». England werde höchsten» für gewisse Eventualitäten Abkommen bald mit der einen, bald mit einer andern Macht treffen, Büudniffe aber so leicht nicht eingeheu. MPC. Schweden Norwegen. Ein Vergleich derTtarke« Verhältnisse dieser beiden Reiche ergiebt folgende Zahlen: Da» norwegische Liuienheer umfaßt Alle» in Allem 25,000 Manu. OrganisationSmäßig sollte die Landwehr dieselbe Stärke aufweisen, allein infolge fehlender Depot» und des Mangel» au Pferden würden im Mobilmachungsfall nur ca. 18,000 Manu ausgestellt werden können. Von diesen wird ein bedeutender Thetl in den Festungen und für Depot» Verwendung finden. Gegen diese 43,000 Mann ist Schweden iw Stande, 105,000 Mann von denen 15,000 zu FestungSzweckeu abgehen, ivS Feld zu führen. Die Uebermacht Schweden» tritt noch deutlicher zu Tage, wenn man die Specialwaffeu betrachtet. Gegen 16 norwegifche Schwadronen Savallerte hat Schweden 40 Schwadronen- gegen 18 norwegische Batterien hat Schweden 38. Dazu kommt, daß die Ausbildung der schwedischen Offiziere im Felddtenst eine beffere ist, als die der norwegischen. — Was die Marine andetrifft, so ist Norwegen ebenfalls unterlegen. Norwegen besitzt zwei moderne Panzerschiffe, zwei weitere sollen jetzt gebaut werden,- Schweden hat sechs Panzerschiffe, dazu zwei im Bau, Norwegen hat vier Monitor», weben ebenfalls vier, dazu noch neun ältere Pavzerboote 3. Klaffe, Norwegen hat drei erstklassige und acht zweitklassige Kanonenboote, Schweden neun erstklassige. An Torpedobooten besitzt Norwegen sechk erster Klaffe, fünfzehn zweiter Klaffe und einen Torprdojäger, Schweden zehn erster Klaffe, neun zweiter Klaffe und drei Torpedokreuzer. Daß eine Kriegserklärung von Seiten Norwegen» an Schweden jemals erfolgen sollte, halten wir nach dem ganzen Sharacter des norwegischen Volke», deffeu Gemüther zwar sehr leicht erhitzt werden, aber einem Kriege durchaus abgeneigt sind, für völlig ausgeschloffeu. Ander» steht die Sache in Schweden. Es ist nicht unmöglich, daß der größere Bruder den sich gelegentlich angemaßten Vortritt, den der jüngere unter der Einwendung „Gleiches Recht" jetzt nicht wehr zugeben will, einst mit den Waffen zu erkämpfen versuchen wird. Spanien und Nordamerika. Die Friedensverhandlungen in Part» ziehen sich so sehr tu die Länge, daß die öffentliche Antheiluahme an ihnen in den Bereintgteu Staaten fast ganz geschwunden ist. Im Allgemeinen nimmt man an, daß Spanien sich schließlich den amerikanischen Forderungen fügen wird. Wenn auch mitunter eine Wiederaufnahme der Feindseligketten naheliegend scheint — soeben find Befehle er« theilt, die Arbeiten auf allen Schiffen, die auf der Charleston Schiffswerft einer Ausbefferung unterzogen werden, möglichst zu beschleunigen, so ist jene Möglichkeit doch höchst unwahrscheinlich. Dir jüngste spanische Forderung, die Bedeutung der Faffang des Protokolls über die Philippinen schiedsgerichtlich feststellen zu laffen, hält man in den Bereinigten Staaten nur für ein Mittel, Zett zu gewinnen, in der Hoffnung, kö wöge sich mittlerwette Etwa» ereignen, was die Vereinigten Staaten milder stimmen würde. In amtlichen Washingtoner Kreisen glaubt mau fest, daß die Commtffäre ihre Aufgabe bis zum Schluß des Jahres beendigt, und der Senat in der nächsten Tagung des CongreffeS den Friedensvertrag genehmigen wird. — Es ist jetzt bestimmt, daß die Bereinigten Staaten die Verwaltung von ganz Euba am 1. Januar übernehmen. Das Erste, wofür sie zu sorgen haben werden, ist, die Weiterverbreituug de» gelben Fiebers in Cuba zu verhüten. Der Marine Hospitaldienst wird einen Cordon um Cuba ziehen und jedes Schiff wird vor seiner Abfahrt desivfieirt werden. Auch find Pläne zur gesuudheit« Uchen Beaufsichtigung der Insel entworfen worden. Auf Portorico sollen an Anarchie grenzende ungeordnete Zn- ttäude herrschen. Auch hat die Aufführung der amerikanischen Truppen zu Klagen Anlaß gegeben. (!) Das Cabinet in Washington befahl daher dem General Brooke, die Thatsachen zu untersuchen. — Die Eingeborenen in Manila zeigen sich gelegentlich als recht aufsässige Leute. Als sich jüngst die amerikanische Polizei nächtlich in einen unbedeutenden Streit mischte, griffen die drei bethriligtev Eingeborenen die Polizisten an, tödteten einen Sergeanten und verwundeten drei andere Amerikaner- auch einer der Eingeborenen wurde getödtet, die beiden anderen verhaftet. So dürften die Philippinen, wo jetzt Jlo-Jlo in die Gewalt der Aufständischen gelangt sein soll, den Amerikanern noch Mancherlei zu schaffen geben. — Ucbrigens hat in den Bereinigten Staaten selber der Sieg der R publtkaner bet den jüngsten Congreßwahlen die Lage bedeutend geklärt. Die Geschäfte beleben sich im ganzen Laude und das Kapital zeigt neues Vertrauen infolge der befferen politischen Aussichten. T. R. Amerika. Die feit Chamberlain» Rede in Manchester wieder auf die Tagesordnung gelangte Frage nach dem Bestehen eines „angelsächsischen ZwetbundeS" wird in einer eingegebeneu Mittheiluug au» Washington berührt. Der dortige Berichterstatter des „New-York Herald" erklärt die Meldung, Chamberlain habe einen Vertragsentwurf mit nach England genommen, für unbegründet. Der Gewährsmann fügt hinzu, er sei von zuständiger Sette zu der Erklärung ermächtigt, daß da» englisch-amerikanische Einvernehmen — von dem man mit gutem Grund aunehmen dürfe, daß es in breiten Gruudzügen bestehe — da» Stadium des Vertragsschluffes noch nicht erreicht habe. Alles, wa» bisher in dieser Richtung geschehen, sei, daß die Leiter der beiden Regierungen dahin gelangt seien, avzuerkenneu, daß die Jutereffen der beiden Länder in großem Maß identisch seien und daß die Ziele, welche beide Länder verfolgen, durch überetnstimmende» Wirken erreicht werden könnten. Coeate» mm» provinziell«». Vietze«, 22. November 1898. • • Kirchliche Dienstnachrichten. Seine Röntgt. Hoheit der Großherzog haben Allerguädigst geruht, am 16. November den von Seiner Durchlaucht dem Fürsten zu Y ruburg und Büdinzeu auf die evangelische Pfarrstelle zu Over-Mockstadt, Decauat Büdingen, präseutirren Pfarrverwalter Adolf Kalb« Henn zu Lampertheim für diese Stelle zu bestätigen. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs vom 5. October den Mitgliedern der Freiwilligen Corneliu» Hryl'jchen Feuerwehr zu Worm», Fabrikbeamten Jacob Forster und Jacob Stapf. • • Stadttheater. Auswärtige Theaterfreunde seien schon heute darauf aufmerksam gemacht, daß im Gießener Stadt- theater om kommenden Sonntag den 27 d». Mi»., Nachmittag» 4 Uhr da» erfolgreiche Lustspiel „Im weißen Rößl" zum 7. Male aafgrsühit wird. • * Sonderzug nach Darmstadt. Freitag den 25. No- vember geht ein Sonderzug nach Darmstadt: Gießen ab 766 vormittags. . Friedberg „ 824 „ Darmstadt an 93B „ Für diesen Sonderzug wird sür Gesellschaften von mindesten» 30 Personen eine Fahrpreisermäßigung von 50 PC. des einfachen Persooenzugpreise» gewährt und zwar sowohl für die Hin- und Rückfahrt al» auch für die einfache Fahrt bi» Darmstadt. Für andere Züge werden ab Gießen und Friedberg an diesem Tage Fahrpreisermäßigungen nicht gewährt. Anträge find an die BtationSvorstände zu Gießen bezw. Friedberg zu richten. Um pünktliche Beförderung de» Zuge» zu erreichen, können die Fahrkarten bereit» am Tage vorher gelöst werden, spätestens Vs Stunde vor Abgang des Zuges muß Lösung erfolgt sein. * * Glaferarbeit. In der Nacht vom Samstag zum Sonntag wurde an einem Hause in der Neustadt eine Fruster« scheibe eiugeschlagrn, und in der darauffolgenden Nacht eine GaSlaterne ia der Ludwigstraße zertrümmert. Im ersteren Falle wurde der Scribent Heinrich Sonntag und in letzterem der Ctgarrenfabrtkaut Karl Bischoff von hier als Thäter ermittelt und wegen Sachbeschädigung zur Anzeige gebracht. ♦f Der Landesverband hessischer Fenerwehren hielt am vergangenen Sonntag in Frankfurt a. M. seine alljährliche Abgeordneteu-Bersammlung. ES waren anwesend: Die AuS- schußmitzlieder Prickrn Mainz, Vorsitzender- Keller-Mainz, stellvertretender Vorsitzender- Betzberger Nidda, Schriftführer- Müller-Offeubach- Fischer-Darmstadt- ZchulSkl-Kl.-Steinhetm- Pterot Groß Umstadt- Feller-Lollar- Damm-Friedberg-G ail- Gießen- Mayer Over-Jngelheim- Mollec-Wöllsteio. Ber- treten waren 53 Wehren, darunter aus Oderheffen Alsfeld, Sfferiheim, Bad-Nauheim, Büdingen, Butzbach, Friedberg, Gießen Freiw. städt. und Freiw. Gail'sche, Hungen, Lauterbach, Lollar, Nidda, Orteuberg, Rockenberg, Rodheim, Schotten, Vilbel. Der Vorsitzende de» Landes Ausschusses, Branddirektor Pricken au» Mainz, eröffnete die Bersamm- lung durch ein auf den hohen Protektor der hessischen Feuerwehren, Se. König!. Hoheit den Großherzog auSgebrachte» Hoch. Ferner gedachte er de» verstorbenen Herrn Geh. Rath Hechler, früheren Vorsitzenden der BcaudverstcherungS« kammer, der der Feuerwehr stet» ein treuer Freund, Be- rather und Förderer gewesen- zum Zeichen dankbarer Er- inverung erhob sich die Versammlung von den Sitzen. — Der Bestand der freiwilligen Feuerwehren hat sich im vergangenen Jahre unwesentlich geändert, in Schwippenhausen (Rhein- hefleu) und Niederohmen (Oberhrffen) Haden sich die Pflicht« seuerwehren als sreiwtllige orgauistrt. — In seinem Bericht bezeichuete e» der Vorsitzende für rmpfehlrußwerth, wenn der nunmehr erschienene ausführliche Bericht über den 15. deutschen Feuerwehrtag in Charlottenburg, der viel Wiffenswerthe» über daS Feuerlöschwesen enthalte, für die Commandanten der Feuerwehren bezogen würde. — Den Anschluß der hessischen Feuerwehren an einen internationalen Feuerwehr- congreß hat der LandeSauSschuß in der Erwägung, daß daraus ein Bortheil für das deutsche Löschwesen im Allgemeinen nicht erwachse, finanziell sogar ein Opfer von jährlich ca. 1200 Mk. erheische, die zweckdienlicher verwendet werden können, abgelehnt, womit fich die Versammlung einverstanden erklärt. — Nach dem von Herrn Fischer-Darmstadt er« flatterten Berichte über die Aachen-Münchener Feuerwehr-Unterst ützungskasse, die ein vermögensfland von 2967 Mk. 78 Pfg. ausweist, beliefen fich die Einnahmen auf 305 Mk. 85 Pfg., die Ausgaben (hauptsächlich für Ua- terstützuugen an Mitglieder der Feuerwehren zu Worms, Weisenau und Lollar) auf 202 Mk. 32 Pfg. — Ueber einen Antrag, ber auf Beschluß fctS Ob-rhesfischrn Feuerwehrtage» in Nidda auf die Tage»ordnuug gesetzt worden: „Der Landesverband wolle veraulaffen, daß die bet Bränden und Hebungen verunglückten oder in deren Folge erkrankten Feuerwehrleute von der Landes Feuerlöschkaffe voll entschädigt, und die O ts« krankenkaffen bezw. Fabrikkrankeukaffen ntcht in Mitleidenschaft gezogen werden, wie solche» seither der Fall", wurde nach längerer Besprechung zur Tagesordnung übergegangen in der Erwägung, daß au» Annahme de» Anträge» denen, in deren Interesse er gestellt, nicht gedient wrrde. Bon der Landes« brandkaffe werden bet Hebungen und Bränden verunglückte oder in Folge davon erkraukie Feuerwehrleute nach Maßgabe ihres TageSarbeitsverdienste» entschädigt, ohne Rücksicht darauf, ob fie gegen Arbeitsunfähigkeit sonst verftcherr find. Es müsse zunächst abgewartet werden, wa» die Brandverficherungskammer dazu sage, tomn fie fich mit einem Falle im Sinne de» Anträge» zu beschäftigen habe- nach Anficht verschiedener Redner dürfe die Kcanken- Verficheruvg ebenso wenig wie private Versicherung (Unfallversicherung) von Einfluß auf die au» der Braudverficher- ung-kaffe gewährte Unterstützung sein. Weiter wurde auch die Ansicht bmreten, daß fich, nachdem der für bezeichnete Zwecke vorhandene Fond» den Betrag von 100,000 Mk. überschritten habe, feste Uuterfiützungsaormen finden ließen. — Der folgende Antrag: Der Landesverband wolle bet Großh. Regierung die nähere Präzisirung de» Art. 11, Absatz 2 der Lande»feuerlöschorduug beantragen, wurde von dem Vertreter der Freiw. Feuerwehr Nidda eingehend mottvlrt. Referent brzrichnet es al» ungerecht, daß Personen vom Dienst in der Pfl'chtfeuerwehr lediglich desha'b entbunden werden, wett sic, oft ohne Grund, angeben, öffentliche verrrftpflichten erfüllen zu müssen. Es fördere die Disziplin und Dienstfreudigkeit tu der Feuerwehr nicht, wenn solche Personen, die kö'p rltch zmn Dienst tu der Pflichtfeuerwehr befähigt seien, bet Hebungen und Bränden den Zuschauer spielten, oder gar fich noch über die Feuerwehr lustig machten- Arzt, Apotheker, Militär» seien selbstverständlich vom Dienste zu befreien, nicht »der Rechtsanwälte, Bollziehungsbeamte, Lehrer und nicht im äußeren Dienst beschäftigte Bahnbeamte. Der Antrag wurde zurückgestellt, nachdem empfohlen worden, daß Wahrnehmrngra tn der vom Referenten dargelegten Art zur Senntniß ter competeuten Behörden gebracht werden möchten- ferner wurde der Lande-auSfchuß ersucht, auch seinerseits auf Ettheillichkrtt in der Handhabung der gesetzlichen Bestimmungen hinzu- arbeiten. — Der Antrag derselben Feuerwehr: Erhöhung der BtttragSpfltcht der BrrfichernngSgesellschaften auf etwa 4 pCt. und Wegfall aller Uaterflützungen Setten» der Berficheruvgsgestllschaften an Feuerwehren zur Aufbesserung der Löschgeräihr, wurde zurückgezogen, da em ähnlicher Antrag dem Ministertum bereits Seiten» de» Landesausschuffe» unterbreitet worden ist. — Die freiw. Feuerwehr Büdirrgetr hat beantragt: Die Abgeordneten-Bersammlun- möje be« schließen, bet hoher Regierung vorstellig zu werden, daß die 15jährige Dienstzeit fetten» de» Staate- ausgezeichnet und die 25jährige Dienstauszeichnung durch eine Medaille ersetzt werde. Der Antrag wurde damit begründet, daß die Auszeichnung für 15jährige Dienstzeit, weil Sache der Gemeinden, nicht überall verliehen werde. Aur-etchnuvgcn seien aber zur Förderung der Dienstfreudigkeit durchaus augebracht. Die Auszeichnung für 25jahrige Dienstzeit aber bleibe ihrer eigenartigen Form wegen unbeachtet. Der Antrag fand keine Unterstützung- man war der richtigen Ansicht, daß kein Manu der Dienstauszeichnung wegen in eine freiw. Feuerwehr eintrete, sondern zum Eintritt veranlaßt werde eingedenk de» Spruche»- „Einer für Alle, Alle sür Einen, Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr". Die 25jährige Dienstauszeichnung sei eine Stiftung deS hochseltgen Großherzogs Ludwig IV., der Dank gegen den hochherzigen Stifter gebiete, daß diese Auszetchnung auch ferner getragen werde. Der Antrag wurde hierauf zurückgezogen. — Bet der Einweihung des DeukmaiS Großherzog» Ludwig IV. am 25. d. M. werden auch die hessischen Feuerwehren durch den LandeS-Ausschntz und Deputationen tn Stärke von ca. 150 Mann vertreten fern. Friedberg, 21. Nov mder. Letzten Samstag Abend verunglückte im hiesigen Bahnhöfe ein Streckenarbettrr au» Bruchentrrückrn. Ai» er nach Beendigung seiner Arbeit sich tu den Bahnhof zur Heimreise begeben wollte, sah er plötzlich etnen Güterzug auf sich zukommen. Er wollte aus dem Weg fpriugeu, bltcb aber mit dem linken Stiefelabsatz in einem sogen. Herzstück der Schienen hängen und der Zag fuhr über setncn Fuß. Außer einer Zermalmung de» linken Vorderfüße» erlitt er dabet zwei Hautwunden auf dem behaarten Kopf. In» hiefige Ho»pital verbracht, wurde ihm sofort der Fuß abgeuommen mit Erhaltung der Ferse. Er befindet fich jetzt leidlich gut. — In der Nacht von Samstag auf Sonntag v eruuglückte auf der Zuckerfabr.k der Ar- beiter Schenrig, al» er eine im Gange befindliche Maschine putzen wollte. Sein rechter Arm wurde von der Maschine erfaßr und zermalmt. Oberh. Anz. Reckarhaufm, 20. November. Die Weltfirwa Holzmana & Co. tn Frankfurt a. M. hat fich hier ausäsfig gemacht, um die Steinindustrie im Großen zu betreiben. Ueber 50 Arbeiter find schon eingestellt und eine Rollbahn mit Dampfbetrieb faucht bereits uuabläsfig am Südfuße des SchloßbergtS vom Bahnhof nach den Lauzeubacher Steiu- brüchen. Das gewonnene Steinmatertal wird zunächst für die Karlsruher Hafenbauten verfrachtet. Im kommenden Frühjahre soll der Betrieb und zwkckentsprechend auch der hiefige Bahnhof bedeutende Erweiterung erfahren. So wird dem prächtigen vteinmaterial hierorts endlich auch die verdiente Würdigung zu Thetl. Ruppertsburg, 19. November. Nachdem tn unserer Gemarkung vorgruommene Schürfungen zur Ermittelung von Eisenstein ein sehr günstige» Resultat ergeben haben, beab« fichtigt eine Firma aus Dortmund, demnächst hier au»ge- dehnten Bergwerks«Betrieb zu eröffnen. Die Firma steht bereits mit der Gemeinde in Unterhandlung wegen Erwerb» des in Frage kommenden Gelände». Die Verwirklichung bt> Ms di Vor 28 Jahren bem beuifchcn Reiche in MMcher Bes denkwürdigen Brief meldete, er Habe sich Mi bie Ausübung Staaten mit btr Füh verimdrn werbe, ■ »W b *•% i«81 eine» TS«"' . M- Mdt« daß L'Ä» s°7 »‘Wfcil, dl Oppkichrio-*0' HtrstrliunSvonKuo litii W°I» l"bl!| toten, «°d-° Sirltl u°d iettfM Mtaufie, m st- z-br-M »tAra'< 8 .1. «I-!, 21. tr« « leri fctttn war fast W i™ *’6 tartiiir ,-ilr-lch- S Satt, lein füitltator feiner Z--ö-er »°dZ° ill guter SuStvahl t\ befonber» uerflanb er i nnb tu der »Salliahr! Bollen «MattonM tzerrlicheu Grbichie « Vnsonrn zu kevuzeichi Abih'iluvg g'M w jedem Jahörer aul sitzmbe bc<8e«lnl,i in warmen Worttn l Uvirr-M Bk'-in^ rn' Der „(Siebener S z<3 Die von dem (reif vorstehenden Sladtven olbeten. Die Einsend Mr Zusammenstellun diesmal auffcheldende - Wie uns mttgctäeil zur Wiederwahl l 10 6cot»“ . (flr ®iw, 8,11 •“ ' 'Ü' fr f btttlh dt" tutln ftxn. '"„iiiMi W i Stto^M ' . (at rt :t|l d!»°dl° e'olll( an* jutomn"«- J1gdtftlaM mit tl”lt ! ™b irr 8"i 4UM« $ä", i-l U"<° ttn« S''«° »E k« »■' „t Midi ii" ttnl »"«* 3 ,|.. - c|D b«wj-jj ttt v* * «r ®‘* 41t! »«"Ä. -»>*, 2-° w3v ,nt l»leit für M< JeU. Dor 28 Jahren, am 23. November 1870, trat Bayern dem deutsch.« Reiche bet, nachdem bereite König Ludwig II. in jugendlicher Begeisterung an den König Wilhelm jenen denkwürdigen Brief gerichtet hatte, worin er demselben meldete, er habe sich mit den deutschen Fürsten verständigt, daß die Ausübung des Prästdialrechts für olle deutschen Staaten mit der Führung de» Titel» eines deutschen Kaiser» verbunden werde. Eingesandt. •itfteu, den 21. November 1898. Der .Gießener Anzeiger' breite in leinen Nummern 268 und 273 die von dem freisinnigen und netionelltb.reten Verein zur be- vorsiehevden Sladloerordnctenwahl gemeinschaftlich eufgcst.lltln Can- bibatm. Die Einsender dieses wollen keineLsallS Opposition gegen diese Zusammenstellung machen, bedauern aber sehr dabei den bte-mai auöscheidenben Herrn Andrees Keller zu vermissen. — Wie un» mitg.tdeilt wurde, wer Herr Keller von beiden Vereinen euch zur Wiederwahl bestimmt vorgesehen, nur durch noch andere ta der schwach besuchten Generalv-rsammlung des freisinnigen Deiein» gemachte Vorschläge sci derselbe um wenige Stimmen zurückgeblieben und dadurch nicht auf die L'ste gekommen. Die Vorstände beider Vereine hätten e» unter allen Umstanden Ro«. 22. Nov-mbn. Die Snarchifim-Eoufneoz wir» ihre Arbeiten ohne cO? Frierltchkiiteo ausoehmen. — Da» Eovfistottu» wird am 28. d. Wt». statifindro. «ine Rarbi- nal».Lo»«isfioa, welcher Kardinal Lang eni en5 angehörte, verhandelte über die vom Papst dabei zu haltende Ansprache. Sie wird da» Protectorat über die orientalischen Kotholtkea behandeln und ferner eine indirekte Art «ort aus den kircheo» politischen Theil der italienischen Thronrede enthalten. Pari», 22. November. Da» Handel» Abkommen zwücht» Frankreich und Italien ist gestern Seitev» de» italienische» Santiiigosloff „ Negligti- u. V elourstoff Halbtuch Picquart in denselben einbegriffen ist. Bien, 22. November. Der Kaiser ließ sich Neueste Nachvichten. Depeschen de» Starr um .Herold'. Berlin, 22. November. Da» ^Kleine Journal^ meldet Pari» 1 Der DrehfuS-Handel gilt al» gelöst. Entscheidung de» LaffattouShose» steht bereit» fest. Man eines Theilhabers und NeuQbernahme veranlassen uns zu einem wirklichen Auuverkaul Weihnachtsgeschenke in Damen - Kleiderstoffen für Winter, Herbst, Frühjahr und Bommer und gfferiren beispielsweise: 10885 6 Mir. solid. Winterstoff zum Kleid für M. 1.80 Projekt» wäre für die bi»her industriearme Stgend von größtem Vvrihril. Mainz, 19 November. Öle von verschiedenen Seiten verlautet, stabet int Lause de» nächsten Irbre» ein wechsel eine» Theile» unserer Garnison statt. Die in vockenheim lasernirten drei ESeadron» (1., 2. und 5) de» Husaren« Regiment» König Humbert von Italien (I. Höfisches) Nr. 13 werden nach Mainz, wo bereit» die 3. und 4. Eseadron steht, verlegt, so daß da» Regiment vereinigt ist. An deren Stelle erhält Vockenheim eine Artillerie-Besatzung. Ein definitiver Zeitpunkr für dm Eintritt diese» Garniionwechsei» steht noch nicht fest, da die Frage der Unterbringung der drei vockenhelmer Eöcadrov» in Mainz noch nicht ganz ab« geschloffen ist. Der Trupptnwtchsel hat lediglich seinen Grund darin, daß dec Bockenheimer Exerciervlatz zu klein und für die Eavallerie wegkn der Bodendeichaffcvheit weniger, für die Art llerie dagegen bester geeignet ist. Oppenheim, 18. November. E n gutes Mittel, um die Herstellung von Kunst wein einzu'chränken, Haden die rhein » scheo Winzer in diesem Jahre zum ersten Male an mehreren Otten angewandt. Trotzdem die Kunstweinfadrikanten ihnen zum Theil um 25 Procent höhere Preise für Trester an« toten, gaben sie dieselben au die weniger bietenden Bcannt« weinbrennereien ad, ja an manchen Orten bildeten sie ein Eartell und verpfl chteten sich, die Trester nur dorth u zu verkaufen, wo fie nachwei»lich nur für Branntweinfabrikation gebraucht werden. -1 Alzey, 21. November. Gestern Abend snnd auf Beranlaffung bei BolksbildungSoerein» eine Recitation durch Herrn Juliu» Baer an» Gießen statt, welcher zum Besuche feiner verwandten hier weilte. Der weite Gaal war fast bi» zum l-tzten Platze gefüllt, etwa 400 Personen, darunter zahlreiche Damen, mochten erschienen sein. Herr Baer, kein »hdtator vor Fach, wußte fich die Sy-npathien seiner Zuhörer und Zuhörerinnen rasch zu erwerben. Er bot in guter Au»wahl ernste und heitere Dichtungen. Ganz besonder» verstand er e», in dem „Hexlvlied" von wildenbruch und in der r®QQiabrt nach Kevelar" von Heine mit seinem vollen modulationssähigen Organ all die Stimmung-.n der herrlichen Gedichte witderzugeben, sowie die verschiedenen Personen zu kennzeichnen. Der reiche Btisall, der nach jeder Abth'ilung gtzollt wurde, war wohlverdient, und e» war jedem Zuhörer au» dem Herzen gesprochen, al» der Vorsitzende de» Verein», Herr Pfarrer Knoll, dem Vortragenden in warmen Wortm dankte und ihm ein „Huf Wiedersehen in unfrT'm CevtH* irftfef. sowie neueste Eingänge der modernsten Kleiderund Blousenstoffe für den Winter versenden in einzeln. Metern, bei Aufträgen von 20 Mk. an franco Oettinger * Co., Frankfurt a. M., Versandte. Stoff z ganz. Herrenanzug L M. 3.75 i mit 10 pCt. B w e Cheviotanzug , , 5,8^ )eitraRabatt ist entschlossen, alle Vergehungen oufzudecken. Die P cquart« Sache gestaltet fich dagegen schwieriger. Die Generale bestehen auf seiner Verfolgung, aber der Senat ist eutschloffev, ihn zu retten, selbst auf die Gefahr eine» Eonfl-cte». Al» wahrscheinlichster Au»weg gilt der, daß der Senat nur dann den Amnestie-Antrag der Kummer annehm'n wird, wenn Bortheil de» französischen Min'maliattse» erhalten. Pari», 22. November. Ja der morgigen Sitzung der spanisch amerkanilchev Frieden» «Couserenz soll die Philippinen-Ablösung geregelt werden. Die Spanier ver- laugeu 40 M llionen Dollar und die Gewährung für zehn Jahre, daß Spanien» Import nach den Philippinen u'cht anderen Bedingungrn unterliege, al» der au» den Btrdnipten Staaten nach den Philippinen. Bezüglich de» letzteren Punkte» dürften die Amerikaner, obwohl ihre Washingtoner Iastrueitonea nur eine fünfjährige Meistbegünstigung zugrstehrv, ein Entgegenkommen zeigen. Dagegen erlcheint die D ffcreuz von 20 Mill'vneu, welche Amer.ka al» Adlösung»iumme bietet und die spanische Forderung so bedeutend, daß dieser Punkt off:u bleiben dürfte. Pari!, 22. November. Mehrere Blätter verfichern, daß die Niederlage, welche die Spanier gestern in der Friek-sn»- Eomwissioa erlitten haben, nur D e n t s ch l a n d zuzuschretbe» sei. Deutschland habe nämlich zuerst vorgehabt, Spanien zu unterstützen, sich aber dann an die verschiedenen Eadinete gewandt mit der Frage, ob fie ebeofall» geneigt seien, «pan^ea zu unterstützen. 81» diese Cabinete da» Ansinnen Deut'ch- land» ablehnten, habe fich D «schland vollständig zurückgezogen. Pari», 22. November. Die Polizei hat Befehl erhalten, mehrere Offiziere fcharf zu bewachen, da dieselben im verdacht stehen, Frankreich zu verloffeo. Diese Maßregel soll sich ganz besonder» gegen Dupaty de Elam und den General Sonse richten, da dieselben durch bei bevorstehende verhör de» in Freiheit zu setzenden Obersten Piequart mit Schuld belastet fein sollen und wohl verhaftet werden würden. Havre, 22. November. Gestern Abend fand im Hafen in einem Baumwollen Depot eine große Feuersbrunst statt. 2100 Ballen Baumwolle find zerstört worden. Der Feuerwehr gelang eS, ein weitere» Umfichgreiieu de» F uer» za verhüten. Sine große Menge Baumwolle konnte noch gerettet werden. London, 22. Novrwber. „Daily Mail" räch Spanien, fich in fein Schicksal zu fügen. Nachdem e» seiae Schiffe verloren und zu Waffer und za Lacide geschlagen sei, dürfte tl da» Anerbieten Amerika» al» gacherzig auffaffen, weua ihm diese» 20 Millionen für die Philippinen offerire. Im anderen Falle würde Spanien gegen eine Annexion ohne Beroüt-'no nl*t« einwenden könne". Botschafter» Tornielli mit den technischen Delegirten betheiligten Minister adgefch offen worden. Italien wird dc» gestern Abend durch einen Hofbeawten genauen Bericht über die Vorgänge in und vor dem Budapester Abgeordnetenhause erstatten. Budapest, 22. November. Im Abgeordnetenhause wurde die S'tznng im Laufe de» Abends wiederholt unterbrochen, da die Oppofit'on stet» bei Eröffnung den Höllen- lärm fortsetzte. Minister Fejervary versuchte mehrmal» zu sprechen, wurde aber immer von der Opposition niederge« ichrieen. Um IP/a Uhr Nacht» erklärte oer Präsident au» Rücksicht auf die vorgeschrittene Zeit die S-tzuug für ge- schloffen und beraumte die nächste Sitzung auf heute Mittag an. Nach Schluß der Verhandlung blieb die Opposition zurück, heulte, pfiff und trommelte, während die Studenten auf der Gallerte Tücher schwenktea und mit den Händen klatschten. Die Studenten saugen do» Sofftth«Lied, worauf die Polizei mehrere von ihnen verhaftet,. Die Ansammlungen vor dem Hause wurden ebenfalls polizeilich zerstreut. gerne gesehen, daß Herr Keller aus die Liste kam, indem denselben wobl bewußt, weich' tüchtige Kraft Hnr Keller im Stadtverordneten Collegium qewes.n; war e» nun durch die Verschiebung der Stimmen in der srrisinnigen Sri Sammlung leider nicht mehr möglich, chn «ul die offizielle Liste zu setzen, so bürftai die Wähler aber doch die Psi-cht haben, Herrn Keller ihr v )lletz B^ttrauen dadurch auSzudrucken. daß sie denselben bei der demnächstigen Wahl durch große ^"lnrnen« mehrbeit wieder wählen. . «,J**®* Wir sind aan> der Meinung, daß jede Stimmemersplitterung eigentlich oermicden werden sollte und zwar auS den Gillnden, wie solche em Schluss- de» Ausruf» ter beiden Partetvorstände angegeben, diese eine Aendcruna. die wir Herrn K'ller wirklich schuldig sind, dürste aber wohl n'Lt» zu bedcuten haben, und empsehlen wir diese hiermit aus bester U bcrzeugung allen Wählern auf» dringendste. Hch. «ietzen, 22. November 1898 Bereit» seit 10 Tagen ist der Brunnen am Wallthor, Sck« der Brandgasie wegen Anstreichen« der Benutzung entzogen. Es wäre doch wohl ang-zeigt, bat derselbe sobald al» möglich sreigegeben würde, zumal die meisten Leute in der Nähe 'eine Wasierleltung im Hause haben. h_ Im Uebrigen glaubt Einsender, daß |um »nstrelchen der Brunnen jetzt kaum die geeignete Zeit ist.__ Verkehr, Land- «nd voLkswirthlchaft. Gießen, 22. November. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochcstzmarkt kosteten: Butler per Psd. X 0.S5-1.10 Hühnereier per St. 7—9 A, 2 St. 18—17 Enteneier 2 St. 00—00 Ganse« eter per Et. 11-13 Käse 1 St. 5-8 H, KLsematte per St. » Erbsen per Liter 20 H, Linsen per Liter 30 Tauben per Paar X 0.50-0.60, Hühner per St. X 1.10-1.30, Hahnen per Stuck X 0.70-1.40, Enten per St. X 1.80-2.50, Gänse per Pfund X 0 46-0.58, Ochsenfleisch per Psd. 68-74 4, Kuh« und Rindfleisch per Psd. 46—58 Schweinefleisch per Psd. 68—76^, Schweinefleisch, gesalzen, per Psd. 80 3», Kalbfleisch per Psd. 64-66 Hammelfleisch per Psd. 50-70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 6.00 bi» 6.50 X, Weißkraut per St. 10—20, Zwiebeln per (Str. X 5.00—5.50, Milch per Liter 16 , Dauer der Marktzeit von 8 Uhr Morgen» bi» 2 Uhr stach« mittag». Während der ersten 8 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden. •rftttHre, 19 Nov. Fruchtpreisr Weizen X 16,75—00,00, Karn X 13,50-14.50, «erftiX 15,20-1600. Hafers 13,00—13,60, Erbsen X 00,00-00.00, Linsen x 15,00-00,00, Wicken X 00,00, Lein X 00.00, Kartoffeln X 0,00—0,00, Samen X 00,00—00,00