ge. MW Schwer litten Leiden sanft den Hinterbliebenen: luller. ohs. Schäfer ift Giessen. ltrch die traurige Wt, in Kenntniß ju setzen, d. M., Nachmittag» sstraße, aus statt. ___ 10571 ien 24. b. M-, # 10512 izenßraße, punkt 31/, Uhr. $tr fßorftanb. eiter. rg>E nfalis die §9 . ^rtsverv^E^ 1)5,4- p»ppel‘d" ne BedifD^J. tbedarf erein. Nachmittags 5 Uhr. de: der Sperrsitze 3d Wünsche nimmt, sowe st C/iflWier für die Concert-Saison - Mir 10.- Nr. 249 Zweites Blatt Sonntag den 23. October 1898 frftichrt Ugn<6 mit Ausnahme des Montag«. Li» Gießener Jamiktenötttler »erden dem Anzeiger «schenNich viermal beigelegt. Gießener Anzeiger 5Sf|Bg*FrrU vierteltührlich 2 Mark 20 W|- monatlich 75 Pitz, mt: Brutgerloh». Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. viertrltährlich. Annahme von Anzeigen zu der Rachmittag« für den folgenden Lag erlchetnenden Nummer bi« Bonn. 10 Uhr. cheneral-Unzeiger Alle An;eiqeii.Bermittlung«ftellen de« $e« und Äu«l«M nehmen Anzeigen fit den Gießener Anzeiger tntgtgau 2lints- und Anzeigeblatt für den Tkveis Giefzen. Redacrion, Expedition und Druckerei: FchnlSratze Ar. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Adresse für Depeschen: Anzeiger chietze». Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Tbeil. Kberhesstscher Höstöauverein. AereiusvezirK Hießen. Um Montag den 81. October, Abends 8 Uhr, Habet in (Stehen tn der Restauration „<5af6 6bcl* eine Versammlung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Wahl eines Obmanns für die Stadt Dietzen. 2. Vortrag über die wichtigsten Schädlinge des Obst« baumes. 8. Vortrag über Obstverwerthuog im Haushalt. Referent für 2 und 8 der SeeretLr des Ober« hrsstschen Obstbauvereius, Herr R. R eichelt, Lehrer an der Drotzh. Obstbau- und landw. Winter« schule Friedberg. 4. verloosuug von Zwergbäumchen, Boschroseu, Erdbeerpflanzen re. Die Mitglieder des Oberhesstscheu Obstbauvereius, sowie sonstige Jatereffeuteu werden hierzu freundlichst eingeladru. Dietzen, den 20. Oktober 1898. Der Vorsitzende des Vereinsbezirks Dietzen des Oberhesfischen Obstbauvereius: Frhr. Schenck. Bolksthümlicher Hochschuluuterricht. Zu diesem Kapitel schreibt die „Köln. Ztg.": Im Anschlusie an die Mittheilung, daß auf der jüngsten Rectorenconserenz unter Vorsitz des Ministers Dr. Boffe euch die Frage de« sogenannten „volksthümlichen Hochschul« unterricht«" auf der Tagesordnung gestanden habe, beschäftigt 'ich wieder ein Theil der deutschen Presse mit dieser Frage end spricht seine Befürchtung au», daß bie Conferenz sich für die Durchführung diese« im Ausland, in«besondere tn Eng« land, erwachsenen und dort künstlich großgezogenen Gedanken« eu«gesprochen haben könnte. Wir theUen au« den mehrfach von un« entwickelten Gründen diese Befürchtung nicht; wir ind auch der Ansicht, daß dabei die Bedeutung dieser Reo torenconserenz verkannt und überschätzt wird. Die Rectoren unserer Hochschulen find in keiner Weise berufen und that- sächlich auch außer Stande, irgend ein ihre Hochschule binden« des Gutachten in solchen Fragen abzugeben; zur Abgabe 'sicher Gutachten find nur der Senat und die Facultäten der rinzelnen Hochschulen berufen. Die Rectoren wechseln von Jahr zu Jahr; sie können auf amtliche Anfragen nur ihre persönliche Ansicht bezeugen, und es ift eine bekannte Eischei- rung, daß der Rector dc» einen Jahre« recht oft die genau mtgegengesetzte Ansicht gegenüber dem Rector des vorher- zehenbeu Jahre« hegt und Beitritt. Aeußerungen und Gut« Feuilleton. Wadrider Mauderei. Bon Dr. Johanne« Tschiedel»Madrid. (Nachdruck verbot«.) Madrid, im October 1898. Jetzt — kann man sagen — erwacht Madrid aus -ine« Sommerschlaf. Unendlich lang war der Sommer, vrei lange Monate hindurch brannte einen Tag wie den ruderen die Sonne vom wolkenlosen Himmel herab. Tag ür Tag zeigte mit niederschmetternder Regelmäßigkeit das Lhermometer 41 oder 42 Grad im Scharren. Die Straßen ind Plätze waren Dluthöfev, denen Jedermann so schnell es ziug entrann. Die Pflastersteine brannten durch die Sohlen siudurch. Und obgleich die «asierjungen tagtäglich und elbst io der Nacht mit dem Schlauch in der Hand dastavden end stundenlang sprengten, so half selbst das 3® nächsten Augenblick hatte die Dluthhitze das bischeu Waffer vieder aufgetrockurt. Richt ein Atom Waffer durchfeuchtete Sommer die vollkommen trockene Atmosphäre. Man weiß ja, Madrid, das inmitten einer bau»« und ftrauch« lofen, vollkommen kahlen und wüsten Hochebene liegt, hat Son allen Städten Europas die geringste Regenmenge, sie Ift die Stadt ohne Waffer par exeellence. Was btf aber Heißen will — eine Stadt ohne Waffer — das erfaßt man arst, wenn «an einen Sommer in Madrid durchlebt hat. Der Sommer gilt darum hier auch mit Recht als geradezu achten der Rectorenconferenz in akademischen Dingen haben i deßhalb genau denselben und keinen höheren Werth, al« die | Meinungsäußerung etwa eine« Dutzend« beliebig ausgewählter ordentlicher Profefforen. Die Thatsache, daß die Rectoren« conferenz erst zu Ende de« Rcctoratsjahre« einberufen worden ist, beweist zudem zur Genüge, daß der Minister die Herren zusammenberufen hat, nicht um sie de futuro zu hören, sondern um ihre persönlichen Erfahrungen während de« eigenen Rectoratsjahre« kennen zu lernen. Auf dem Gebiete de« „volksthümlichen Hochschulunterricht«" hatte aber bi«her keiner der Rectoren Gelegenheit, persönliche Erfahrungen zu sammeln. Im Uebrigen haben wir den Eindruck gewonnen, daß in« zwischen die etwa« hitzigen Verfechter diese« unglückseligen Plane« viel Waffer in ihren schäumenden Wein gethan, und daß sie einzusehen begonnen haben, daß der Uebertragung der englischen, für die englischen Schulverhällmffe leicht et« klärltchen Hochschulbewegung aus unsere ganz ander« gearteten Universität«kreise die schwersten unb berechtigsten Bedenken entgegenstehen. Die Durchführung de« Gedanken« würde eine der wesentlichsten und stet« mit allem Nachdruck aufrecht erhaltenen Grundlagen unserer Unioerfität«verfaffung, die Gleichheit der Vorbildung der Zuhörer, verletzen und damit direct gegen die Untverfitätsstatuten verstoßen. Man weiß zur Genüge, welche schweren Kämpfe durchzufechten waren, um überhaupt den Realschul-Abiturienten da« Recht de« Zutritt« zu den Hochschulen zu verschaffen. Sind die Vor« kämpfet de« volksthümlichen Hochschulunterricht« der Ansicht, daß die Grenze der gleichen geistigen Vorbildung für alle Zuhörer der Hochschulen zu hoch gegriffen, daß sie etwa bi« zur Stufe de« Zeugniffe« für den einjährigen Dienst herab« zudrücken sei, so ließe sich darüber ftretten, wenn wir auch davon durchdrungen sind, daß die überwiegende Mehrheit der Hochschullehrer fich mit aller Entschiedenheit gegen eine solche Herabsetzung au«sprechen wird. Ganz ander« aber stellt fich die Frage, wenn die Pforten de« akademischen Tempel« für Jedermann au« dem Volk, für den völlig Ungebildeten ebenso wie für den UebergebUbeten, für ben armen Arbeiter ebensowohl wie für ben vornehmen Nicht«thuer geöffnet werben sollten. Hier haben bte Hochschulen selbst ein bringenbe« Jntetiffe, ihre Lebensgrunblage zu schützen unb ein unbe« bingte« Velo auszusprechen. Denn sie können barau« nur Schaben zu Gunsten ber Verflachung be« wissenschaftlichen Unterrichts unb bes wissenschaftlichen Forschen« nehmen. Volksthümlichen Unterricht zu ertheilen ist eine befonbere Kunst; sie ist leibet bei einer großen Anzahl unserer Hochschullehrer nicht zu Hause, sie ruht am besten in ben Hänben bet seminaristisch ausgebildeten Lehrer, sie wirb noch lange nicht daburch zu einem volksthümlichen Hochschulunterricht, baß gelegentlich auch einmal ein Hochschullehrer bte Gabe in sich entbeckt, volkSthümlich bie Schätze seines Wissens zu ver- werthen. Der Ausbruck bes volkLthümlichen Hochschulunter« richt« steht überhaupt seinem Wesen nach auf gleicher Stufe unmöglich. Unb die Hundstagsauswanderung, anderwärts vielleicht mehr ein Gebot der Mode al« der Roth, ist hier eine Maßregel der Selbstei Haltung. Trotzdem blieb es diesmal bis ziemlich tief in ben Sommer hinein recht lebhaft in Madrib. Kein Mensch schien merkwürdiger Weise das vedürsniß zu haben, der uuerträg« lichen Hitze in entfliehen. Die am Ende der CaDe AlcalÄ jenseits der Plaja de Madrid unb des Libelebrunnens ge« legenen Jardines del Retiro, ein zn verguügungszweckm vom Parque de Madrid abgezweigter kleiner Park, etwa ein »Zoologischer* en miniature, freilich ohne Bestien — wenn man von den Sängern der dort gastirenden Somrneroprr abfieht — also die Jardines wimmelten Abend für Abend von einer eleganten Gesellschaft, zu der man in Frack und smoking ging unb die tn dem einzigen großen, ringsum laufenden, eleettisch beleuchteten Rundgange eine ungemein moderne Lästerallee bildete. Will man Madrid mit zwei Worten charaeterifiren, so kann man sagen, er ist ftr physischer, geistiger und moralischer Beziehung ein Desäognitz. H er in der Eoneenttiruog ans die kleine Lästerallee trat das In Überraschend verstärktem Maße hervor, «ber die paarmal, wo ich mich herbeiließ, die Jardines am Abend, das heißt in der Rächt — in der Nacht nämlich lebt der Madrider und nicht blos im Sommer — zu besuchen, Über kam mich allmählich so stark das Gefühl des SefangenseinS, des Richt« hinausköuneus aus dem engen Kreis, daß ich io fluchtähalicher Schnelle mich davonmachtr, obwohl ich sonst keineswegs gesellschaftSseiudlich bin. Aber nach i» Retiro selbst war früh Morgens die feine Sesellschast zu tteffeu und Abends mit etwa ber Bezeichnung „brauner Schimmel"; er vereinigt innerliche Gegensätze, bie fich vollftänbig ausschlietzen. Wir begrüßen jeben Gelehrten freubig, ber au« ber Heimlichkeit unb Vertraulichkeit seine« stillen Kämmerlein« unb seiner akabemischen Vorlesungen herau«tritt, um fich an weitere Volksschichten zu roenben, um ihnen in anberer unb volk«. thümlicherer Form, al« er es seinen ihm beruflich anoertrauten unb für seine wissenschaftlichen Vorlesungen langjährig vorbereiteten Schülern zu thun pflegt, bie Ergebnisse seiner Forschungen zugänglich zu machen. Da« ist bann aber kein Hochschulunterricht mehr, sonbern ein volksthümlicher Unter« richt, unb e« geschieht nicht selten, baß bie für derartigen Volksunterricht eigen« vorgebildeten Lehrer und Redner rocit sicherer unb weit anziehenber unb anregenber bas Verstänbniß ber größeren Massen zu treffen vermögen, al« jene Hochschul« lehrer. Aber für einen derartigen volksthümlichen Unterricht fehlt es wahrlich bei uns in Preußen nicht an au«reichenber Gelegenheit. Zahllose Vereine unb Verbänbe machen es fich zur besonberen Aufgabe, bieser volksthümlichen Verbreitung ber Wissenschaft birnlich zu sein. Vor Allem aber ist e« die deutsche Presse, die fich dieser Ausgabe mit ganz besonderer Sorgfalt widmet; fie verfügt über zahlreiche hervorragende Mitarbeiter gerade au« den Kreisen unserer Hoch« schullehrer, und deren Mitarbeiterschaft ist ber Presse um so erwünschter, je mehr ber einzelne ber guten unb altbewährten Ueberlieferung ber Presse entsprechend mit seiner Person unb seinem Namen zurücktritt unb feine Ausführungen rein sachlich wirken läßt. Diese Art bes volksthümlichen Unterrichts mit aller Entschiebenheit zu förbern unb zu pflegen, halten wir für eine vornehme unb bankbare Aufgabe unserer gelehrten Welt, soweit sie bazu geeignet ist. Sie in die Hallen unserer Hochschulen künstlich zu verpflanzen, fie in ein Unding eine« „volksthümlichen Hochschulunterrichts" zu verwandeln, hallen wir für eine schwere Verirrung, der wir nicht ernst genug entgegen treten können. Wir vertrauen, daß unsere preußische Unterrichtsverwaltung fich nicht dazu hergeben wird, eine solche Verirrung zu unterstützen und damit die wichtigste Grundlage unseres akademischen Unterricht« zu untergraben. • Berlin, 21. October. Darf ein Barbier an Sonntagen Jemanden, den er schon vor 2 Uhr ein geseift und theilweise rafirt hat, noch nach 2 Uhr fertig rafiren? Diese ungeheuer wichtige Frage ist jetzt vom Kammergericht in bejahendem Sinne entschieden worden. In ber „R. A. Z." liest man darüber Folgende«: Der hiesige Bardier M. hatte Sonntag, den 6. Februar, al« von 12 Uhr ab viele Kunden kamen, seine beiden Gehilfen wiederholt ermahnt, fich so einzurichten, daß fie um 2 Uhr fertig seien. Ferner befahl er Schlag 2 Uhr, sie sollten die Arbeit einstellen. Aber bie Gehülfen hatten jeber gerabe noch einen Herrn unter bem Messer, ben sie nicht halb rafirt fortgehen lassen konnten. raffelten durch den Paseo de Recoletos und die Castellana, da« Boulevardviertel Madrids, die eleganten Equipagen, welche die feine Welt zu den Gartenempsängen bei ihresgleichen führten. Sie schien offenbar gar nicht wie sonst da« Bedürsniß zu sühlen, fich tn den Bädern an der Küpe Spanteng zu erholen, und in der That hatte fie jenes Be« dürfniß durchaus nicht, so lange — Watsons Geschwader mit dem Besuch der spanischen Küste drohte. Die hiefige feine Welt war taktvoll genug, diesem Besuche ausznweichen, uw mit den Amerikanern keine Höflichkeiten anstaulchen zu müssen. Erst als das Friedensprotocoll unterzeichnet war, machte fich plötzlich das unwiderstehliche Bedürsniß geltend, dem unerträglichen Sommer in Madrid zu enlflikhen. In zwei Tagen war letzteres ansgestorben und tn rapide« Sturz versank es tn den torpor aestivus, einen Zustand absolutesten Stumpfsinns, tn welchem die geistige Anregung, die gewöhn« heitsmäßtg in Madrid fich auf Rormalnull befindet, bedeutend dämmer sank. Jetzt wacht Madrid allmählich aus. Die ersten Regenschauer find nach langer, allzu langer Dürre über die Hoch- steppe dahtngegcwgen und haben den lechzenden Bewohnern der Hauptstadt, die alle geographischen Eigenschaften hat, Mt eine Hauptstadt nicht haben sollte, Erfrischung gebracht. Schüchtern machen sich die ersten Spuren des Winter« lebens geltend und tastend strecken ein paar Theater ihre Fühlhörner aus, um zu sehen, wie es mit den Kaffen- ausfichten steht. Allen voran das Apollotheater, das aller- dingS von der von Schiller geträumten Bestimmung der Schaubühne al- moralische Erziehungsanstalt so weit wie vou Spitzbergen unternommen, wo Treibholz an das Land geschwemmt wird. Als sicheres Resultat derselben hat sich ergeben, daß Andr6e auf Spitzbergen nicht gelandet ist. Die vou einigen deutschen und norwegischen Blättern erhobene Beschuldigung, Mitglieder der Besatzung bei Dampferi -Helgoland" hätten dal Andr6r'iche ProvianthauS auf der Bären- insel geplündert, weisen die Expeditionlmitglieder mit höchster Entrüstung zurück. Die Plünderung ist aller Wahrscheinlichkeit nach durch norwegische Fangschiffe erfolgt. Die norwegischen Lootsen haben in Drontheim unter Eid auSgesagt, daß kein Mitglied der ^Helgolands-Mannschaft an dieser Schandthat bethetligt gewesen ist. • Sin Publikum, das feine Schauspieler selbst aussucht, will sich dal unter städtischer Leitung stehende „Grand Th6Lire" in Marseille großziehen. Diese zum Mindesten neuartige Einrichtung wird nach soeben veröffentlichtem Be- schluß del Maire in folgender Wrise gehandhabt: Am Abend del zweiten Auftretens des auf Engagement spielenden Künstlers erhält jeder Theaterbesucher zwei Karten, die den Namen des Schauspieler! und sein Rollenfach tragen, die eine mit „ja", die andere mit „nein" gekennzeichnet. Bevor der Vorhang zum vorletzten Mal gefallen ist, sammeln Beamte der Muuicipalgarde diese Stimmzettel ein, die in eine große Urne im Foyer del ersten Ranges gethau werden. Bor Beginn bei letzten Acte! wird bul Resultat verkündet und unter Beisitz eine! städtischen Vertreters, eine! solchen von der Theaterdirection und eines Delegirteu au! dem Publt. tum bie Entscheidung gefallt: überwiegt da! „Ja" dal „Nein", so ist der „Eaubidat" gewählt, im anderen Falle — stellt mau ihn kalt. Dal Publikum bei Marseiller Theaters hat also, wenn el will, eine schauspielerische Kunst I ♦ Die Modistin der Kaiserin Engenie. Auf ihrem romantisch gelegenen Schloß St. Sern in in Touraine starb dieser Tage eine der bekanntesten Persönlichkeiten aus dem Paris des zweiten Kaiserreiches. Mademoiselle Delphine, die berühmte Modistin der Rue de Richelieu in Paris, war die geniale Erfinderin der entzückendsten Hüte, die man je auf dem blonden Haupte der Kaiserin Eugenie bewundern dürste. Ihre Feenhände schufen kleine Meisterwerke aus Spitzen, Seide und Federn, um deren Besitz sich die Damen Metternich, de Gallifet, de Pourtalös und alle die gefeierten Hof- und Stadtschönen gegenseitig beneideten. An dem Tage aber, da Eugenie die Tuilerien verließ, schloß Mademoiselle Delphine ihr Geschäft, um es nicht wieder zu öffnen. Sie schwur, für die republikanischen Damen nie eine Schleife machen zu wollen, und diesen Schwur hat sie gehalten. Allerdings war sie in der glücklichen Lage, sich eines der schönsten Schlösser an den Ufern der Loire zu kaufen und dort lebte sie seit säst drei Jahrzehnten als große Dame unter dem Namen einer Baronin St. Sernin. Einmal während der Glanzperiode des Second-Empire war Delphine eines Hutes halber in Ungnade gefallen. Das „R. Wiener Tageblatt" berichtet darüber Folgendes: Es war im August des Jahres 1866. Die Revolution wüthete in Mexico; der arme Kaiser Maxi« milian schmachtete in der Gefangenschaft, und seine unglückliche Gemahlin hatte die weite Reise über das Weltmeer gemacht, um den mächtigen Kaiser der Franzosen anzuflehen, eine Armee zu senden, damit ihr Gatte befreit werden könne. Die bedauernswerthe F'au langte eines Morgens in einem Zustande äußerster Erregung in Paris an. Zweimal versuchte sie es, in ihrem Reisecostüm nach St. Cloud zu eilen, wo Napoleon und Eugenie sie am Nachmittag erwarteten. Fast mit Gewalt wurde sie im Hotel zurückgehalten und darauf aufmerksam gemacht, daß sie in geeigneter Toilette vor dem Herrscherpaare erscheinen müsse. In der Eile der Abreise hatte man nur ein schwarzes Seidenkleid eingepackt, dessen arg zerdrückter Faltenwurf einigermaßen von einem schwarzen Spitzenmantel verdeckt werden konnte, den man zum Glück nicht vergessen hatte. Ein repräsentabler Hut war aber nicht vorhanden. Die gefällige Hotelbedienung sandte sofort zu Mlle Delphine, die denn auch, da es sich um ein gekröntes Haupt handelte, in höchst eigener Person erschien und ein reizendes Hütchen aus weißem Seidenkrcpp mit diamantbestreuten Marabout- 1 federn der Kaiserin Charlotte auf das rabenschwarze Haar setzte. Dal seitwärts zu einer genialen Schleife geschlungene zartlila Sammtband bildete einen wirkungsvollen Rahmen für das blasse, feingeschnittene Gesicht, das von einem Paar berr* licher Augen belebt wurde. Als die erste ziemlich herzliche Begrüßungsscene in St. Cloud vorüber war und die Kaiserin Charlotte anfing, für ihren Gatten zu plaidiren, starrte die schöne Eugenie wie gebannt nur auf das aus den Händen von Mlle. Delphine hervorgegangene Kunstwerk. Dicsel erregte ihre Bewunderung in so hohem Maße und nahm ihre Sinne derart gefangen, daß sie für das, was um sie her vorging, nicht das geringste Interesse bezeigte. Sobald die unglückliche Charlotte das Schloß verlassen hatte, ließ die Kaiserin Eugenie ihre Modistin zu sich befehlen, und als diese erschien, wurden ihr bittere Vorwürfe darüber gemacht, daß fie nie ein ähnliches Zaubergebilde aus Seidenkrepp und Federn für ihre kaiserliche Kundin gefertigt hätte Die Putz- künstlerin versprach, ihr Möglichstes zu thun und den bewunderten Hut genau zu copiren. So große Mühe sie sich aber auch gab, es gelang ihr nicht, Napoleons Gemahlin zufrieden zu stellen. Fast täglich kam sie nach St. Cloud mit einem Product ihrer Kunst, eins immer schöner als das andere, doch kaum hatte es Eugenie vor dem Spiegel auf» probirt, als sie es mit gerunzelter Stirn wieder abriß und es ein elendes Machwerk nannte. Sie beschuldigte die arme Modistin zuletzt, daß sie das Ding absichtlich ohne Chic und Geschmack anfertigte, und entließ sie eines Tages in größtem Zorn. „Majestät werden mir schon glauben müssen, daß eine Modistin ebensowenig zwei ganz gleiche Hüte Herstellen, wie ein Maler zwei vollkommen gleiche Bilder malen kann." Mit diesen Worten zog sich die gekränkte Delphine zurück. • Waareuhauser unb Gewerbesteuer. Die vom Dresdener Stadtverordneten-Collegium deschloflene Gewerbe- Umsatzsteuer gilt für alle Geschäfte innerhalb bei Stadt- dezlrkel, einschließlich bereu Zweiggeschäfte unb Verkaufsstellen, in denen Lebensmittel, Genußmittel, Bekleidung!- gegenstände ober andere für den wirthschaftlichen Bedarf bestimmte Gegenstände im Einzelnen verkauft werden, unb zwar ohne Unterschied, ob fich die Geschäfte in der Hand von einzelnen Persoaen, offenen Handellgestlschaften, Cornmandit- gesellschaften, Aktiengesellschaften, Commauditgesellschaflen auf Actien, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, eingetragene ober nicht eingetragenen Erwerbs- und WirthschaftSgenoffen- schäften ober Prrsouenvereiuen befinden. Der Steuer sollen auch unterliegen: Niederlassungen, Verkaufsstellen unb Zweiggeschäfte von außerhalb de! Stadtbezirke! gelegenen Er- zeugungSstellen oder Handelsgeschäften, sofern fie fich mit dcm Einzelverkauf ber bezeichneten Waareu befassen, ferner Vereine zum gemeinschaftlichen Einkauf vou Leben!- unb Wirth- schaftlbedürfnissen im Großen unb Verkauf im Einzelnen (Eousumvereine). Die Steuer soll erhoben werden bei einem Jahresumsatz von Über 200,000 bis 500,000 Mk. mit V», bei einem Jahresumsatz von über 1 Million mit 2 v. H. Ein Umsatz bis zu 200,000 Mk. bleibt steuerfrei. * Erste Sorge. Dienstmädchen: „Herr Professor, ich soll melden, ber Storch ist soeben eingekehrt." — Professor: „Um Gotte! Willen, verstecken Sie schnell ba! Gla! mit dem Laubfrosch, sonst ist mir mein Wetterprophet verloren." • Schon verglichen. Unteroffizier: „Maier, morgen zieh'« Sie zum ersten Male auf Wache am Pulverthurm. Wie der Koloß von Rhodos gewissermaßen steh'n Sie da mit einem Fuß im königlichen Dienst, mit einem im Arrest unb mit einem im Jenseits! — Also aufgepaßt!" „Clephanten-Kaffee" 8503 von ber Holl. Kaffee-Brennerei H. Di*qu6 & Co. ist anerkannt die beliebteste Marke unb kann bestens empfohlen werden; — wegen ihrer Billigkeit, Ergiebigkeit und besonderen Brennart nach I. von LiebigS Vorschrift (leichte Zuckerumhüllung), wodurch da! Aroma gebunden und daS schädliche, fettige Ausschwitzen der Bohnen unmöglich ist. Diese Kaffee sind nur in verschlossenen Packeten zu haben, — mit Schutzmarke und Firma versehen — und ist damit jede Garantie geboten für einen reinen, unverfälschten, gesundere Kaffee. — Verkaufsstellen sind durch Annoncen dieses Blattes bekannt. Sie beendeten deshalb noch ihr Werk. Ein Schutzmann sah den Frevel, und Herr M. bekam einen Strafbefehl. Die Strafkammer sprach ihn frei. Darauf legten Staatsanwalt und Oberstaatsanwalt Revision ein, die indessen jetzt vom Kammergericht zurückgewiefen ist, das sogar die Kosten des Verfahrens der Staatskasse auf erlegt hatte. ♦ Da! deutsche Kaiserpaar in Konstantinopel. Au! Konstantinopel, 19. October, schreibt man: In der „Teutonia" gab el gestern großen Andrang, galt el ja, seinen Namen unter bie dem Kaiser zu Überreichende prächtige Abreffe zu setzen. Diese ist in meergrünem Sammet gehalten, reich in Silber ziselirt, eine Arbeit, die dem seit mehr als 40 Jahren hier ansässigen Hannoveraner Golbarbeiter Steffen Ehre macht. Die Vorderseite tragt bie Wappen bei Kaiser- paare!, eiugerahmt von ber Kette bei Schwarzen Ablerorben! unb überragt von der Kaiserkrone, während die Rückseite türkische Embleme schmücken, da! Mittelfeld ber Halbmond mit Stern. Dal Titelblatt mit ber Wttmnng ist von dem italienischen Maler De Nari gezeichnet, die zwei folgenden Blätter mit der Adresse von dem österreichischen Ingenieur Herrn v. Hübner, alle drei Blätter zeigen «nfichteu vou Pera, Galata und dem Bosporus in selten schöner Aquarellmalerei. Schon heute bedecken Tausende von Unterschriften diese Adresse, bie auch dem verwöhntesten Auge gefallen muß. Interessant ist es, daß diese Adresse vou einem Reichsdeutschen, einem Oesterreicher unb einem Italiener hergestellt würbe, eine Tripelallianz im Kleinen. — Im PalaiS häufen fich die Geschenke, die der Sultan seinen hohen Gästen anbieten will. Vou hervorragender Schönheit und frappirender Aehnlichkeit ist ein winzige! Bild de! Palailminiaturisten Manaß, da! die Kaiserin zum Sujet hat. Die Einrahmung rührt vou dem Hofjuwelier Badayau her, ist in Diamanten, Rubinen und Smaragden gefaßt unb hat 80,000 Franc! gekostet. Zwei große Vasen in Porzellan unb Silber fallen ebeufall- durch ihre exotische Schönheit auf, fie würben in ber kaiserlichen Porzellanmanufaktur hergestellt. • Die Heimkehr des „Helgoland". Au! Geestemünde, 16. October, wirb berichtet: Heute Mittag ist, wie schon gemeldet, die Lerner'sche Nordpol-Expedition mit dem Fisch- dawpfer „Helgoland" wohlbehalten zurückgckehrt. Sie war bekanntlich zu Beginn bei Monat! Mai von hier in See gegangen. Die seemännische Leitung hatte Capitäu zur See a. D. Rübiger, die wissenschaftliche der al! Polarreisender bereit! besten! bewährte Privatgelehrte Lerner übernommen. Neben Lösung allgemein zoologischer und speciell biologischer Aufgaben galt die Expedition auch Nachforschungen auf Spitzbergen unb den augrenzenben Meereltheilen Über den öer- bleib Andrsel. In erster Beziehung hat die Reise sehr reiche Resultate erzielt, deren Berwerthung natürlich noch Monate in Anspruch nehmen wird. Dte an der Expedition beteiligten Zoologen — zwei Asfistenteu de! Zoologischen Institut! der Berliner Universität — haben ca. 40 Kisten Präparate mitgebracht. Auf 60 Stationen runb nm Spitzbergen find Tief- freuniersuchungen bi! zu 1100 Mir. angestellt unb an über 100 Stellen Plankton-Untersuchungen vorgenommen worden. Dte Exp d'tion bringt sehr reiche Sammlungen an arktischen SSugethieren, Vögeln, Ftscheu, Eiern usw., die für da! Berliner königl. Museum bestimmt find, heim. All geographische Leistung verdient die sorgfältige neue Kartenlegung der König Karl-Insel hervorgehoben zu werden. Diese ist vom Dampfer vollständig umsegelt worden. Ferner ist von ber Expedition zum ersten Mal Spitzbergen von Süden her umsegelt worben. Auch bie die Expedition begleitenden Sportsleute haben reiche Beute erlangt: 40 Eisbären, unter ihnen 4 lebendig ein- gebrachte, von Hagenbeck In Hamburg angekauste junge Exemplare, ca. 50 Renmhiere, 80 Seehunde und 5 Walrosse. El wurden 3 Möven einer ganz seltenen Arft geschossen, von denen bisher nur da! Britische Museum ein Exemplar besitzt. Nach Angabe der Gelehrten der Expedition Ist die zoologische Ausbeute reicher, all sie von einer arktischen Expedition seit Jahrzehnten erzielt worden ist. — Völlig negativ find dagegen die Nachforschungen nach Andr6e verlaufen. ES wurden n. A- eine ganze Anzahl von Bootltouren nach den Punkten möglich entfernt ist und infolge dessen tute Geschäfte macht. Damit der Uebtrgang aut dem torpor aestivus zu dem winterlichen Geistesleben nicht zu wehe thue, bringt dal Apollotheater Abend für Abend dieselben vier S ücke, bie vor dem Sommerschluß seit dem Januar schon ebeufall! Abend für Abend, unb Sonn- und Festtag- doppelt, fieben lange Monate gespielt worden find. Natürlich Zarzuelal, natürlich Stundenstückt! Welche! Theater in Madrio führte keine Zarzuelal auf! Wir werden el, wenn el so weiter geht, sicher noch erleben, daß die königlichen Theater fich auch dem „Zuge ber Zeit" anschließen. Und der Zug der Zeit ist die Zarzuela, da! Bolklstück, der Einacter, der seine Helden in der Hefe der Madrider Bevölkerung, auf den patios der Mietskasernen der Vorstabtviertel, unter den chulos und chulas (sprich Tschulol unb TschulaS), den Mädchen und Burschen del Volkes, finden. Und je frecher die chula und je schamloser der chulo fich geberbet, je mehr fie in ben Anzüglichkeiten und Zweideutigkeiten bei VolkSbiaUctS wühlen, je mehr fie allem Anstanb unb aller guten Sitte Hohn sprechen, je wüster el auf der Scene zugeht, je mehr fich bie eifersüchtigen Mäbchen ankeifen unb in bie Haare fahren und je schneller unb öfter bie Burschen Ihre einen Fuß langen Messer au! ber Unten inneren Brust- tasche bei nut bi! an die Hüften reichenden, eng anliegenden Jaquettl drohend hervorziehen und knackend öffnen, um so lieber ist el dem Publikum, dal fich an ber naturalistisch Irenen Wiedergabe dieser Unkultur gar nicht satt sehen kann. Und wenn die Mufik nicht wäre, die oft prickelnd unb reizend den Text begleitet, so wüßte man nicht, mal die Kunst mit diesen Aufführungen zu thun hat, die geeignet find, allel, auch dal geringste ernsthafte Kunststreben im Reime zu ersticken und bei denen auch nicht ein einziger neuer Gedanke auftaucht. Die Zarzuela hat seit fett! bi! acht Jahren etwa einen wahren Triumphzug über die Bühnen Madrids und Spanien! angetrcten und alle! Andere so gut wie verdrängt. Daß e! in der Welt auch roch andere Theaterstücke gibt, oll spanische Zarzuelen, davon steht man in Madrid herzlich wenig, denn in vier Fünftel ber Mabriber Theater wird nur Zarzuela fervirt. Und wenn Shakespeare! „Der Widerspenstigen Zähmung" dem Publikum gefallen soll, so muß das SrÜck erst zu einem EinstundtustÜck zusammengehauen unb auf Madrider Boden unb unter bie Mabriber chulos versetzt werben. Man glaube nicht, baß dal übertrieben sei. Ich habe diese Kunstbarbarel selbst mit angesehen und kann nur gestehen, daß mir Sehnliche! auf den schlimmsten und niedrigsten Schmieren in Deutschland ein Ding der Unmög- lichkclt zu sein scheint. Im Uebiigen findet ba! ja feine volle Erklärung in dem besonderen Eharacter der Spanier und der bei ihnen im öffentlichen wie privaten Leben auf die höchste Spitze getriebenen Inzucht im weitesten Sinne del Worte!. Unter den Lulturftaatm Europa! steht diese Erscheinung jedeufall! völlig vereinzelt da. El ist, all ob die Pyrenäen unb dal Meer eine m-übersteigliche Mauer gegen alle! Fremde bildeten. Für nicht! außerhalb ihrer Grenzen in- teresfiren fich bie Spanier, unb nicht! kennen unb schätzen fie von ber Welt. Ihre Politiker haben sich nie darum gekümmert, wie außerhalb ber spanischen Grenzpfähle Politik gemacht wird. Der Spanier Ist fich selbst genug — da! war bie Devise sämmtlicher Regierungen der Restauration. Für ihre ganze öff'Mliche, literarische und künstlerische Thätigkeit kennen bie Spanier überhaupt keine Objecte außerhalb del spanischen dlemeutl. 016 los Espanoles! 016 las mujeres Espanolas! Da! muß man hier im Lande selbst gehört haben, um nur einigermaßen einen Begriff zu bekommen von der gar nicht mehr weiter zu treibenden Befriedigung in ber nationalen Eigenart, deren Werth himmelhoch über dem Werth anderer Nationen steht. El malt sich ungeheuchelte! Erstaunen in den Gefichtern der Spanier, wenn ein Fremder allen Ernste! die kühne Behauptung aufstellt, daß auch außerhalb Spanten! etwa! gut sein kann. Denn el ist hier Glaubenssatz: Wal in Spanien kreucht und fleucht, lebt unb webt, ist dal Beste, btm nicht! sonst in ber Welt gleichkommt. Allel Frewbe ist dem Spanischen gegenüber nur minder- werthig unb nicht würdig, daß man fich mit ihm beschäftige, unb wäre e! auch nur, um von seinen Fehlern zu Urnen. Selbst dazu ist el nicht gut genug. Mit dem Fremden spricht und unterhalt fich der einzelne Spanier nur an! Höflichkeit und Wohlerzogenheit. Mit ihm ernsthaft zu bis- cuttren, erlaubt ihm sein Selbstgefühl nicht. Von ber Schwelle seine! intimen Leben! weist er ben Fremden stet! zurück, unb so bleibt ber letztere von dem spanischen Gesellschaft!- leben ausgeschlossen, wofern er nicht entweder imweol reich ist, um ein glänzende! Hau! mache« und den glanzliebendeo Spanier locken zu können, ober fich entschließt, eine Spanierin zu heirathen. In diesem Falle nimmt man ihn auf. Denke ich an die Freimüthigkeit unb Herzlichkeit, mit der bie Deutschen Frewbe in den ihrem Bildungsgrad entsprechendes Kreisen aufnehmen, und vergleiche damit die hvchmüthigt Exklusivität ber entsprechenden spanischen Kreise, so muß ich gestehen, daß ich die immer noch stark verbreitete Meinuoz von dem chevalerelken unb gastfreundliche« Wefen der Spanier für eine Legende holte, die vor undenklichen Zette« wohl den Thatsachen entsprochen haben mag, heute aber längst nur eine Fabel ist. iltr ir-kierhalb b?i M 'Stschäfte unb verkäst, tna§fflitül, »tfltlbnji. rthschaftlich» BcLors bt> lkauft »trbtn, unb jwn tt in bei hanb von d> (Sommcnb: )mmanbltgtiiIli4)Q|itu ar kl Hchllnz, tingtUajtn unb MrWaststrnoj» nben. Drr Steuer fofla. ötlkauftstillin unb Z-ch. abtdkzirke» gelegeneu fr- :en, sofnn fie frtö tor irta befaffen,,flirr 8m von Libmt' unb Sich» ab verkauf ta Wen erhoben «erben bä änti )il 500,000 RI ah lli> 1 Mn mü 2b.fr töt ßiaafrd .Herr Professor, ikehrt.' - ML bat W «u Wemr^vM verboren W: MN' ®0I«° Wache am Polvtsthm». emahen ffltt einem im Arrest w chevaßl!" ___. wTl irumhülliwg), " rÄftg mm p «äS ä“*,5 ihm * *p4 EI« ‘"t !<««•• gLelir J wLeW fühl Mt- ® stetb w j,sEÄ#i )•« |pl" m dl I«t|4 „ 16a ««f' , W ffi <"»L 'Ä »:%$s hlldtv “*4 fei ie Neigte, unb ahBt X ?Äs** ft* / N unb beute, W' Wotans im™.na??l'6l,ub* .mmer Ichönn all btt MJ bem Epiegel oij. ®Hrn roieber abri§ uni Eie be chM^e bie am ^chtlich ohne Chic uL 1 reineL6 Tage» in gtffoi glauben müssen, batz ein >* M- Heb, », "über malen kann.* K ! Delphine zurück. steuer. Die vorn Dret dcfchlossene Vern erbe- Bekanntmachung. Dienstag den 25. Cctober l. I, Vormittags 11 Uhr, soll im hiesigen Echlachthau» eine große Grube Stallmist öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 20. October 1898. Großheriogliche Bürgermeisterei Gießen. 10607 Gnauth. Bekanntmachung, betreffend: Preisermäßigung unserer GaScokes für außerhalb der Gemarkung Gießen wohnende Abnehmer. Infolge Sladkoerordneten-Beschlusse» vom 6. d. Mt». wurden, um Den Eokesverkauf nach Auswärts zu erleichtern, die unterm 23. Juni d. I. surch Stadtoerordneten-Beschluß festgesetzten und wiederholt veröffentlichten preise unserer Gascokes für die Abnehmer außerhalb der Gemarkung Hießen um den Betrag der Octroirückoergütung von 4 Pfg. für den Gentner -ermäßigt. Gießen, den 14. October 1898. Städtische» Ga»- und Wafferwerk Gießen. Otto Bergen. 10282 HlNpskhlMM Besten Medicinal-Leberthran empfiehlt 10095 Ltto Schaaf, SelterSweg 39. f ftr. OSotb. (CrrDdutuiurft eingelroRen. 10492 ___________L. Kalkhof. EIER. Prima frische Landeier, sowie vor» zügliche Butter empfiehlt 10875 Carl Reh, Siksemoe- 6. Textors Terrasse Täglich 8679 frische Waffeln, sowie Obstkuchen. Emilntk HanbniklKnslhiilk zu chießen. Da» Wintersemester der Schule, welche» dem Bauhaud- werter, Schlosser, Schreiner, Maler, Mechaniker, Graveur ic. Gelegenheit bietet, sich bie für da» betreffende Fach erforderlichen technischen Lenntniffe anzueignen, beginnt am 31. (Ortober d. Zs., vormittags 8*1, vhr, unb schließt Gude März k. Js. 10022 Nähere Auskunft über den Lehrplan rc. durch bie Schulleitung. Der Aussichtsrath: Die Schulleitung: 2. Heyligenstaedt, Vorsitzender. L. Traber, Großh. Hauptlehcer Berkaus eines Fabrik-Anwesens. Die der Freiherrlichen Familie von Nordeck zur Rabenau gehörende Papiermühle zwischen Londorf und ttesselbach im Ikreise Gießen soll alebalb freiwillig verkauft werden. Da» Besttztbum besieht in. 3) einem zweistöckigen Wohuhause (Beamtenwohnung, Massivbau) mit 6 Zimmern, Küche, Waschküche rc., in gutem baulichen Zustande befindlich; 2) einem größeren BetriebSgebände (Holzbau), in welchem die Parterre-Näume zu Paprerfadrikation dienten und im 2. Stock eben- falls größere Wohnräume sich befinden; L) der zu 2 gehörigen Wassergerechtsame von mindesten» 6 bis 8 Pferdekräften, mit Wehr, Schleuste unb Mühlgraben, in gutem Zustanbe befindlich; 4) einem einstöckigen Maschinen Anbau an 58.; b) einem hohen Dampfkesselschorustein; <>) einer geräumigen Scheuer mit auhäugeudem Stallgebäude; 7) einem besonders überdachten, gewölbten Keller, gegenüber von 2 gelegen; 3) circa 5000 Quadratmeter Hof- und Garteugeläude. Bei der aünsttgen Lage de» Anwesen» in unmittelbarer Nähe der aeuen Nebenbahn Londorf—Grünberg mit Anschluß an die Oberhessische :öahn Gießen—Fulda (die nächste Bahnstation Londorf oder Kesselbach nur circa 6 Minuten entfernt) lassen sich darin industrielle Unternehmungen »ortheilhaft in» Leben rufen. Liebhaber wollen sich an den Unterzeichneten wenden. Londorf, am 7. October 1898 10007 Schmidt, Rentmeister. Bitte versuchen Sie meinen gebrannten Kaffee, da» Pfund nu 1 Mark. J. M. Schulhof. Marklstr.4. Telephon 119. 6811 Hasten, Heiserkeit, Verschleimung lindert man mit Erfolg mit den seit Jahren bewährten Walthers Fichtennadel-Bonbons. Bestandttheilo: Zucker und 1 pCt. Fichtennadel-Extract. 10251 In Pa^keton & 30 und 50 Pfg. bei: Gustav Walter.__ Bürgerlichen Mittagstisch empfiehlt |N0< KS 1 ©«019425 _______Jom. Brühl, Rhein. Hof. Schinken (la. Thüringer), Crrvelaln>nrgsta.Tknrinsrr) (alte, trockene Waare), __ MetlnillrÜ (la. Thüringer) empfiehlt im Ganzen und im Ausschnitt billigst 10184 Adolf Lenhard, _______________Frankfurterstrabe. Kieler Bücklinge, Rollmöpse, feinste Marke marinirte und Bismarckheringe, Sardinen, Sardellen, Bratheringe, Bratschell« fische. Kaviar, div. Käse, Salz« und Essiggurken rc. empfiehlt in bekannter Güte 9827 I. M. Schulhof, Marklslraße 4. Telephon 119. Billigste Bezugsquelle für Wirthe und Wiederverkäufer. Geschäftshaus in bester Lage Marburg*, mit Laden, sehr großem Tager, 6e- tichästsräumen, drei Wohnungen, Kofraum und Werkstätte ist )ebr ^rei»werth zu verkaufen. Für solvente Käufer bei günstigen Bedingungen dne selten gute Gelegenheit zur Errichtung eine» Geschäfte». _______________Vorschuszvcrein Marburg. Montirtes Gleis u. 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