Nr «4 Erstes Blatt. Samstag ben 23JHpiil L8Ä8 Erfchetnl 1Lgtl<5 '«nit Ausnahme bf« Montag-. Die Gießenrr A«mtrieak> kälter wrbcn drm Anzriger wöchentlich viermal beigelegt. Gießener Anzeiger 3St|«g«F-eU tzierteljähcltch 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 Pf,, mit Briagerloha. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf,, vierteljährlich. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den ^ntgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. General-Anzeiger Alle Anzeigen-BecmiNlUagSsteklen de« Ja- und AuSlanb-« nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger attpfo». Amts- uitb Anzeigel>lcrtt für feai ICreis Gieren. Slebaetivn, Expedition und Druckerei: Kchnkstrntze Ar. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Adresse für Depeschen: Anzeiger Siesten. Fernsprecher Nr. 5L Der letzte Heerführer aus dem großen Kriege. 3*m 70. Sebnrtstage des König» Albert von kachsen. Am 23. April feiert das sächsische Volk den 70. Ge- burtStaq seine« Königs. Ab-r diese Feier wird ihr-n Abglanz weit über Sachsens Grenzen hinaus werfen, denn die Person des Königs Albert ist zu eng verknüpft mit der Geschichte des Deutschen Reiches, als daß nicht auch außerhalb der grün-weißen Grenzpfähle deutsche Herzen dem Jubilar entgegenschlagen und alle Deutschen eingedenk dessen sein sollten, wa« er in dem Riesenkampfe um die Einheit des deutschen Vaterlandes gethan. Als kurz nach der Schlacht bei Gravelotte das deutsche Heer in vier Armeen eingethellt wurde, erhielt der damalige Kronprinz Albert den Oberbefehl über eine derselben, während die anderen unter den Befehlen des Generals Steinmetz, des Prinzen Friedrich Carl und des preußischen Kronprinzen standen. Die drei letzgenannten Heerführer sind mit dem Oberbefehlshaber, dem Kaiser Wilhelm, längst zur großen Armee abberufen worden, nur König Albert, der ruhmreiche Führer der Maas-Armee, weilt noch unter den Lebenden, vor allem hochgeehrt und geschätzt als treuer Berather und väterlicher Freund unseres Kaisers. Siebzig lange, ereignißreiche Jahre, Jahre voller Freud und Leid, voller Kampf und Sieg sind dahingezogen, seit König Albert von Sachsen am 23. April 1828 zu Dresden geboren wurde. Unser Geburtstagskind erhielt schon als Knabe den sorgfältigsten wissenschaftlichen Unterricht unter der pädagogisch meisterhaften Leitung und Unterweisung des sächsischen Historikers Alb. v. Langen und bezog als neunzehnjähriger Jüngling im Jahre 1847 die Universität Bonn, wo er im Corpsverbande der Borussia den nachmalig so berühmt gewordenen „rothen" Prinzen, den Prinzen Friedrich Carl von Preußen, kennen und lieben lernte. Mit ganzem Eifer gab sich der junge Wettiner den Studien hin, wobei er jedoch auch die geselligen Freuden des Studentenlebens nicht ausschlug und sich ihnen mit echt deutschem Frohsinn und Uebermuthe gerne überließ. Da aber fing es daheim an zu gähren unter dem Volke; dar „tolle" Jahr 1848 hatte seine Tentakeln auch über das schöne Sachsenland ausgestreckt und dasselbe in die, durch den Ausbruch der französischen Februarrevolution in Paris aulgebrochenen, sich über ganz Deutschland und Oesterreich verbreitenden politischen und socialen Wirren hineingezogen. Durch die drohendm Unruhen in Dresden und dem ganzen Königreiche wurde der junge Prinz veranlaßt, seine Studien und geselligen Verpflichtungen zu unterbrechen und durch schleunige Abreise nach seinem Vaterlande aufzuheben. Es galt den Ruhm seines Hauses und den Frieden seines Reiches zu wahren, und so hielt es ihn nicht länger bei der Feder unb den Büchern; er eilte herbei, um gerüstet zu sein, das Schwert zu ergreifen, wenn es nöthig werden sollte. Schon frühzeitig hatte der junge Prinz große Anlagen zum Militärwesen gezeigt und sich mit 20 Jahren das Lieutenantspatent erworben, dem 1849 die Ernennung zum Hartmann folgte. Als Batteriechef zog er unter dem Reichsoberbefehl des preußischen Generals von Prittwitz mit den I sächsischen Truppen nach Schleswig-Holstein, wo er sich beim i Sturme aus die Düppeler Schanzen am 13. April 1849 ’ dermaßen hervorthat, daß er, geschmückt mit dem Ritterkreuze des sächsischen Militär-Sanct Heinrichsordens, sowie mit dem preußischen Orden pour le merite, zurückkehren konnte. Freudig erregt umarmte ihn sein Vater Johann und küßte ihn auf die Stirne. Einen solchen Sohn zu haben, mußte des Vaters Stolz und Ehre sein, und der junge Prinz t gelobte sich im Stillen, sich dieser väterlichen Anerkennung : allezeit, sowohl im Kriege als auch im Frieden, würdig zu zeigen, und er kann heute, nach fast fünfzig Jahren, von sich : sagen, daß er diesem stillen Gelübde bis zum jüngsten Athem- i zuge treu geblieben ist. Im Jahre 1854 nach der erfolgten Thronbesteigung seines Vaters Johann übernahm der junge Prinz Albert den Vorsitz im Staatsrathe und trat als überaus pflichtgetreues und thätiges Mitglied in die erste Kammer ein, um die Werke des Friedens zu treiben und sich darin eben so sehr auszuzeichnen, als in den Heldenthaten in offener Feldschlacht. \ Er war sich dessen wohl bewußt, daß, um ein ganzer Regent ? zu sein, man nicht blo« mit dem Schwerte dreinzuschlagen, j sondern auch die friedliche Entwickelung eines Landes „über den Parteien" zu leiten verstehen müsse. Deßwegen erlitt seine militärische (Saniere jedoch keine Unterbrechung. Im Jahre 1857 wurde er zum General der Infanterie in der sächsi chen Armee ernannt und benutzte alle die Zeit, die ihm seine sonstigen StaatSgeschäste übrig ließen, zum fleißigen Studium der Feldzüge Napoleons und Cäsars und Alexanders des Großen, welche seinen damals schon außerordentlich entwickelten Feldherrnblick für die kommenden ereignißreichen Knegszeitcn schärfen und sichern sollten. Als der Krieg mit Preußen im Jahre 1866 ausbrach, wurde er mit dem Obercommando über die gesammte säch- ; fische Armee betraut. Als Oberbefehlshaber über die Truppen seines Landes führte er sein Heer Mitte Juni der unter dem österreichischen Feldzeugmeister Benedek in Böhmen gegen Preußen zusammengezogenen österreichischen Nordarmee zu, wo es Anfangs zur Verstärkung von Clam Gallas bestimmt wurde. Nicht lange nach seiner Vereinigung mit diesem sollte es zur blutigen Action kommen, der der tapfere Ritter des Sanct Heinrichsordens mit Sehnsucht entgegensah. Am 29. Juni stand er im Gefechte bei Gitschin seinem ehemaligen Bonner Studiengenossen, dem „rothen" Prinzen Friedrich Carl, im Feuer gegenüber, um ihm zu zeigen, daß er nicht nur mit Jöem schäumenden Pokale, sondern auch mit dem blanken Schwerte „anzustoßen" verstehe und er stieß tüchtig an, denn das Gefecht war eines der blutigsten und heißesten und erbitterten im ganzen Feldzuge. Am 3. Juli stand er bei Königsgratz auf dem linken österreichischen Flügel, wo er die Stellung von Prschim und Problus mit heroischer Tapferkeit gegen die Elbarmee unter dem preußischen General Herwarth v. Bittenfeld vertheidigte. Als Lohn und Anerkennung für seine ausgezeichnete Haltung i im Felde wurde er mit dem Großkreuz des sächsischen Militär- I Sanct Heinrichsordens und dem Ritterkreuz des österreichischen ‘ Maria Theresia-Ordens becorirt und nach Bildung de« Nord- ; deutschen Bundes mit dem Commando des 12. norddeutschen Armeecorps betraut. War der Feldzug des Jahres 1866 mehr ein trauriger Bruderkrieg, so vereinigte das große Jahr 1870 alle Deutschen von den Alpen bis zum Belt und vom Rhein bis zur Memel zur gemeinsam waffenbrüderlichen Abwehr des Erbfeindes jenseits der Vogesen und Kronprinz Albert von Sachsen kämpfte diesen glorreichen Krieg in Gemeinschaft mit seinem ehemaligen Corpsgenossen, dem „rochen" Prinzen, dessen 2. Armee das sächsische 12. CorpS zugetheilt wurde, siegreich durch. Bereits am 18. August tarnen die Sachsen unter seinem Befehl zur Action und das Deutsche Reich dankt es mit der umsichtigen Führung Prinz Alberts, der seine Tupfern zur I Umgehung des rechten französischen Flügels auf Roncourt zeitig entsandte, daß die Riesenschlacht bei Gravelotte-Saint- Privat nicht in eine Riesenniederlage für die deutschen Waffen endigte. Denm wenn wir der Wahrheit die Ehre geben wollen, so müssen wir zugeben, daß die Sachen auf dem rechten Flügel der Deutschen so standen, daß eine allgemeine Panik nur noch eine Frage der hereinbrechenden Dämmerung war und erst die Nachricht, daß der linke Flügel gesiegt habe, brachte den rechten wieder zum Vorbringen unb ent* schieb bie Schlacht zu Gunsten - des beutschen Reiches! Die Sachsen können stolz sein über ihre Waffenthaten bei Marie aur CheneS unb Roncourt unb auf Prinz Albert, ber sie geführt. Als dann nach der Einschließung von Metz von deutscher Seite der Vormarsch nach Paris beschlossen worben war, erhielt Albert von Sachsen den Oberbefehl über die aus dem preußischen Gardecorps, dem 4. und 12. (sächsischen) Armeecorps und der 5. und 6. Cavalleriedivision neuformirte 4. ober Maaß Armee, welche sich auch sofort auf ben Marsch nach Chalons zu in Bewegung setzte. Die sächsische Reiterei heftete sich hartnäckig an bie Fersen des Feinbes unb Ende August führte Kronprinz Albert bann im Verein mit ber 3. Armee unter dem Kronprinzen Friebrich Wilhelm jene ewig berühmte unb von ben Militärs aller Völker mit Recht berounberte, großartige Flankenbewegung nach Norden aus, welche mit ber Schlacht von Beaumont bie Einleitung zu ber Schlacht bei Seban am 1. September bilbete, bei welcher bie Sachsen ben alten Heldenmuth unter ihrem heldenmüthigen Führer zeigten unb hervorragenden Antheil an ber Entscheidung des Kampfes unb bamit des ganzen Feldzuges gegen Frank- reich nahmen. Bei der Belagerung von Paris hatte die 4. Armee unter dem Kronprinzen Albert die Nordost- unb bie Nordfront besetzt unb staub wie eine steinerne Mauer undurchbringlich, unerschütterbar bem ausbrechenben Erbseinbe gegenüber und jagte ihn seinem schließlich unabwenbbaren Schicksal, ber Kapitulation, entgegen. — Die unter bem Befehl bes sächsischen Kronprinzen stehenbe Artillerie war eS, welche burch ben Angriff auf ben Mont Avron die lange Vorbereitungen erfordernd Beschießung von Paris endlich cinleitete. Als ber glorreiche Friede geschlossen war, zog Prinz Albert als einer ber allerhervorragendsten beutschen Heerführer mit ben beutschen Truppen am 16. Juni in Berlin unb am 12. Juli 1871 mit seinen tapferen Sachsen in Dresben ein. Vom beutschen Kaiser zum Generalinspecteur der ersten Armeeinspection ernannt und zum Generalfeldmarschall erhoben, erhielt Kronprinz Albert von Sachsen auch noch von bem russischen Kaiser Alexanber II. ben Marschallstab. Nun begann bie Friebenszeit nicht nur für bas junge beutfche Reich, sondern auch für unser GeburtstagSkinb und es galt, die Früchte des blutigen Streites zu ziehen unb zu pflegen. Nach bem Tobe seines Vaters, bes Königs Johann, am 29. October 1873, bestieg Prinz Albert ben sächsischen Thron, legte fein Amt als Generalinspecteur nleber unb gab sich ganz ben Pflichten eines frieblichen Regenten unb eines sorglichen Landesvaters hin. Unter seiner 25jährigen segensreichen Regierung, deren Jubiläum er auch noch in diesem Jahre, so Gott ihn uns erhält, begehen unb feiern wirb, hat sich fein geliebte« Sachsen- land innerlich zu sreunblicher Blüthe unb Achtung gebietender Stellung im Reiche entfaltet. Wir schließen diese Zeilen mit tiefgefühlten, aus- richtigen Wunsche: ,.Herr ber Heerscharen! Lenker der Völkergeschicke! Erhalte bem beutschen Reiche unb bem schönen Sachsenlanbe noch lange feinen geliebten, allgeehrten unb gefeierten König Albert!" Kerstschos Aeich. Berlin, 21. April. Der Kaiser nahm heute Vormittag in Homburg v. d. H. die Vorträge bei Krieglministers v. Goßler und bei Chefs bes Miluärcabinetl, v. Hahuke, entgegen. Berlin, 21. April. Der „Reichlanzeiger" gibt bekam», daß am 1. Mat b. I. die Reichshauptkasfe dem Reichsbank-Giroverkehr mit der Maßgabe augeschloffen wirb, daß Jedermann befugt ist, bei den Reichsbaukhaupt- stellen unb Retchsbankstellen gebührenfrei Einzahlungen auf Girokonto ber ReichShaoptkasse zu leisten. Bom 1. Mat ab ist der Gelbverkehr ber Reichsbankgirokunden mit der Reichl- Hauptkasse ausschließlich im Girowege zu bewirken. Berlin, 21. April. Der dem Reichstage zugegangene NachrragSetat beziffert fich auf insgesammt 7787885 SRI., wovon 5 000000 Mk. zur Verwaltung bes Gouvernements Kiaotschau bestimmt find- 1000000 Mk. soll zur Unterhaltung ber Postbampse,Verbindungen mit Oftafien und Australien dienen. Berlin, 21. April. Wie die „Nordd. Allgem. Ztg." hört, ist der Posten eines kaiserlichen Gesandten am persischen Hofe dem bisherigen Mintsterrefidemeu tn Carracas, Grasen v. Rex, übertragen worden. An dessen Stelle tritt der bisherige General-Consul in Uokohamo Dr. Schmitt-Leda. verlia,21. April. Die diesjährige ordentliche Hauptversammlung der deutschen Lolonial - Gesell- sch ast wird am 28. Juni tu Danzig stattstude«. Sollte^ der Termin der Reichstagswahlen, dessen Anberaumung bevor- strht, dieser Festsetzuog hinderlich sein, so würde eine Aenderuog etutreteu. Berlin, 21. April. S aateustaudSbertcht in Preußen Mitte Avril: Winterwetzen 2,3, Winterspelt 2,4, Wiuterroggeu 2,3, Rite und Luzerne 2,3, Wiesen 2.5, wobei 2 gut, 3 mittel bedeutet. Infolge überau» milden Winter» kamen Weizen- und Roggcnsaat fast ausnahmslos ohne ueuuenswerthe Schäden durch den Winter. Die Bestellung der Aecker mit Sommerfrucht ist wegen der nassen Witterung der letzten Wochen gegen andere Jahre wett zurück. Mit de« Legen der Rartoffeln ist nur vereinzelt angefaugev. Die Rleefelder haben gut durchwintert und berechtigen zu den besten Hoffnungen. Berlin. 21. April. Der Reichs - Ausschuß für die deutschen Nattooalfeste veröffentlicht einen Aufruf zur Förderung des nationalen Unternehmens. Dasselbe soll auf dem Ntederwalde bei RüdeShetm zur Aufführung kommen und stützt fich, seiner wesentlichsten Bedeutung nach, auf eine weit- vorbereitete Organisation von OrtsauSschüffeo, die unmittelbar und stetig im Sinne der Ziele der Nationalfeste im Volke selbst wirken. Der Aufruf spricht die zuversichtliche Hoffnung auS, daß daS deutsche Volk gern dieses Werk fördern werde, das besonders die Wachhaltuug eine- mächtigen deutschen NationalgefühlS und die Hebung der BolkSgesund- hett wie Volkskraft im Auge habe und sagt dann: „Dies Werk müsse Zeugniß dafür ablegen, daß wir Deutsche es endlich gelernt haben, mit großem Sion uns zur Ausführung eines großen nationalen Gedankens zusammenzufinden." Unterzeichnet ist der Aufruf von den beiden Vorsitzenden des RetchSauSschuffeS, Abgeordneten v. Schenckendorff Görlitz und l)r. F. A. Schmidt-Bonn, sowie von einer Reihe hervorragender Männer au» allen Thetleu Deutschlands, der verschiedensten politischen Parteien, der etuzrlnen kirchlichen Rich, tungen, der Wissenschaft, Ranft, Industrie, des Handels und Gewerbes, im Ganzen von 121 Männern, deren Namen von bestem Rlange und in den deutschen Landen weit bekannt find. H-mburg v. d. H.. 21. April. Der Rats er hat gestern von dem Stande der Vorarbeiten für daS vaterländische Ratser-Friedrich-Denkmal zu Cronberg mit Freuden Renntntß davon genommen uad badet dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß dieses pietätvolle Unternehmen eine kräftige nnd eifrige Förderung in wetten Streifen finden möchte. Zur Bethä- tiguag seines warmen Interesses für daS Projekt hat der Ratser gleichzeitig ein Gnadengeschenk von 3000 Mk. zum Denkmalsfonds auszahlen lassen. Frankfurt a. M., 21. April. Die »Franks. Zig." meldet auS London: Nach Meldungen der »Pall Mall Gazette" hat Palma, der Präsident der cubantschen Junta, dem Oberbefehlshaber der amerikanischen regulären Armee erklärt, daß, wenn die Bereinigten Staaten Waffen und Munition zur Verfügung stellen wollten, die Insurgenten 50,000 Mann stellen könnten. — Mac Rinleh, der Rrtegsmintster und General Mtle» haben gestern einen RriegSrath abgehalten. Es heißt, Cuba solle völlig occuptrt werden. Dreldea, 21. April. Anläßlich der Jubiläumsfeier des RvutgS fand heute Vormittag iw Marmorsaale des Röniglichen Schlosses eine Beglückwünschung statt, zu welcher auch die am hiesigen Hofe beglaubigten Gesandten, sowie die Abordnungen der ntchtsächfischen Regimenter, deren Lhef der Röntg ist, sowie die außerordentlichen Abgesandten der fremden Höfe erschienen waren. Dresden. 21. April. Der Rath und die Stadtverord- neten haben heute mit Genehmigung des Ministerium» einen Röntg-Albert-Jnbiläum».Fond» im Betrage von 2 Millionen Mark errichtet, wovon 1600000 Mark zur Schaffung eine» großen Park» und 400000 Mark zur Schaffung gärtnerischer Anlagen verwendet werden sollen. — Der Oberbürgermeister gibt bekannt, daß der Röntg- Albert-Denkmal-Fond» 205000 Mark beträgt und daß Professor Baumbach-Berltn da» Denkmal aussllhren wird, welche» auf dem Schloßplatze vor dem Restdenzschloste er- richtet werden soll. MnManöv Wien. 21. April. Die Debatte über die Sprachen- Verordnungen wird am Dienstag im Abgeordneten- Hause beginnen und soll mit einer Erklärung des Minister- Präsidenten Grasen Thun eingeleitet werden. Lettmeritz, 2l. April. Hier nnd in anderen Orten finden seit einiger Zeit infolge des regnerischen Winter» uno der »roßen Niederschläge vielfach Erdrutsche statt, durch die Wiesen, Hopfengärten und Straßen zerstört wurden. Die Erdrutsche umfassen ein Gebiet von 23 Joch und befinden fich noch in fortwährender Bewegung. Brüfsel, 21. April. D:r belgische Minister de» Aeußern ersuchte die Schifffahrt treibenden Mächte Europa», eine gemeinsame Note nach Madrid und Washington wegen der Zusicherung de»Schutze» der neutralen Handel»- schisse zu richten. Die Mächte antworteten zustimmend. Paris, 21. April. Der „Figaro" sagt, der Rrieg zwischen Amerika und Spanten werde lang und interessant sein. In der ersten Zeit würden keine entscheidenden Tharen staristuden. „Gauloi»" führt aus, ein diplomatische» Europa bestehe nicht mehr, seitdem 1870 Frankreich geschlagen worden sei. Dieser Schlag habe Europa völlig gelähmt. Parts. 21. April. Der «ppellhof für Strafsachen berteth heute über die Appellation Zola» gegen den Beschluß der Strafkammer, die fich in dem von den Schrift- sachverständigen gegen Zola angestrengten Verleumdung», proceß für zuständig erkläit hatte. Der Gerichtssaal war fast leer; auch blieb da» Eintreffen Zola» fast unbemerkt. Loabo». 21. April. „Daily Ehronicle" meldet au» Washington, die Regierung sei durchaus nicht in der Lage, Truppen nach Euba zu entsenden, höchsten» 18000 Mann Reguläre könnten innerhalb einer Woche an die Rüste gesandt werden. Die Ausrüstung und Bewaffnung der Freiwilligen werden kurze Zeit in Anspruch nehmen. Auch seien noch nicht genug Transportschiffe vorhanden. London, 21. April. In Erwartung de» spanisch-amerikanischen Rrtege» steigen die Wetz en preise im ganzen Lande. London. 21. April. Die „Times" melden an» Rom: Die Großmächte haben beschloffen, den kriegführenden Parteien die Untersuchung der neutralen Schiffe zu verbieten. Petersburg. 21. April. Die „Nowoje Wrewja" schreibt: Enr opa müsse unparteiischer Zuschauer de» nunmehr unver- meidltw gewordenen spanisch.amertkauischenRrtegeS sein. Der allgemeine Verlauf der internationalen Ereignisse lege den Großmächten völlige Neutralität auf, obgleich ihre SeehandelSiuteressen in gewissem Grade durch einen spanisch- amerikanischen Seekrieg leiden könnten. Den europäischen Regierungen erübrige nur, den Gang der kriegerischen Er- etgniffe zu verfolgen und den Zeitpunkt abzuwarten, an dem e» möglich wäre, den kriegführenden Parteien freundschaftliche Vermittelung anzubieten. Madrid, 21. April. (Meldung der „Agencta Fabra.) Der amerikanische Gesandte Woodford dürfte heute der spanischen Regierung da» Ultimatum überreichen wollen, letztere eS aber zurückgeben mit der Erklärung, Spanien nehme keinerlei Weisung (Jntimation) an. — Woodford hat feine Archive dem englischen Botschafter bereit» übergeben. — Die halbamtliche „Correfpondencia" sagt, Spanien könne schon überfließen vor Entrüstung über die Ungerechtigkeit, Rohheit, Infamie, Unehrlichkeit und die Beschimpfungen aller Art, die auf Spanien gehäuft würden durch ein Volk, da» sich herabgewürdigt habe durch die unedelsten Leidenschaften und die niedrigsten Gefühle. Wir könnten schon Schlag durch Schlag erwidern, aber wir werden niemals Gebrauch machen von Waffen, die in einem ritterlichen Lande verboten find. Der Ersolg des RriegeS wird sein, wie Gott will, aber wir haben großes Vertrauen zu dem Erfolg unserer Streitkräfte zu Waffer und zu Lande und zu dem Triumphe der Gerechtigkeit. Madrid, 21. April. General Woodford wird voraussichtlich heute Abend mit dem Expreßzuge nach Paris ab- reifen. Der Ministerrath beschäftigte sich in dreistündiger Sitzung mit den Rüstungen für Landheer und Flotte und beschloß, die amerikanischen Zumuthungen entschieden zurück- zuweisen. — Die portugiesische Regierung trifft Dispositionen, um die strikteste Neutralität zu wahren und erließ Befehl, der Presse keine Berichte Über die Be- wegungen der spanischen Schiffe zugehen zu lassen. Madrid, 21. April. Admiral Vtllali, Eomwandant des Torpedo Geschwaders, hat, bevor er Cadix verließ, fich mit seinen Soldaten vor ein Muttergottetbild begeben und eine Ansprache gehalten, in der er betonte, daß Diejenigen nicht in den Rrieg ziehen sollten, die fich fürchteten. Die Soldaten antworteten, wir werden unserem Führer folgen und den RriegSgesahren trotzen. Admiral und Matrosen knieten alsdann nieder und schwuren, nicht nach Spanien zurückzukehren, e» sei denn als Sieger. Madrid, 21. April. Auswärtige Vertreter hatten in den letzten Tagen mehrfach Uaterredungen m t Sagasta, denen auch General Woodford beiwohnte. Der Gegenstand der Unterredungen war ausschließlich die Frage des Schutzes der neutta en Hantelsschiffe. Sagasta antwortete ausweichend, sodaß eine schwere Schädigung der internationalen Schifffahrt unvermeidlich erscheint. Madrid, 21. April. Dem heutigen Ministerrathe präfidirte btc Rönigin-Regenttn. Sagasta besprach die gegenwärtige Vag»; er bezeichnete dieselbe als Rriegszustand und machte Mitihrilung von der Abreise BeruabeS von Washington und darüber, daß Woodford eröffnet worden fei, die lieber- relchung irgend weicher Note würde unnütz jein. Der Ministerrath wählte eine Stunde. Die SorteS werden ihre Arbeiten bedeutend abkürzen. Madrid, 21. April. Der Ministerrath beschäftigte fich mit den weiteren Rüstungen für Landheer und Flotte. De» Weiteren wurde beschloffen, die amerikanischen Zu- wuihungen energisch zurückzuweisen. Madrid, 21. April. Angesicht» de» bevorstehenden RriegeS herrscht hier ein unglaublicher Optimismus. Man nimmt überall an, die Insurgenten aus Euba würden gemeinsame Sache mit den Spaniern wachen. Der erste Zusammenstoß wird wahrscheinlich au der Rüste von Mantanza» erfolgen. Madrid, 21. April. AuS Havanna wird gemeldet, daß Excrablätter Mittheilung von dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Spanien und Amerika machten. Da» Publikum begleitete die Nach- richt mit Hochrufen auf Spanten. Barcelona, 21. April. Infolge der pessimistischen Nach- richten au» Washington und Newyork hat sich die Menge in die hiesige Filiale der Bank von Spanien gestürzt, um da» Papiergeld gegen Gold umzuwechseln. Die Bank wurde militärisch besetzt. «oshtngtoa. 21. April. Der spanische Gesandte hat mit seinen sämmilichen Secretäreu Washington verlassen. Die österreich-ungarische und die sranzöfllche Bot- schäft stad mit der Wahrung der Jotereffen Spanien» beauf- tragt worden. Washiagton, 21. April. Da» Rtiegldepartement forderte Edison auf, zur vertheidigung der amerikanischen Rüste mitzu>v,,ken. Washington, 21. April. Au» Mexiko wirb gemeldet, die Regierung von Texa» habe die Grenzen militärisch besetzen lassen, um da» Eindringen spanischer und mexikanischer Banden in amerikanisches Territorium zu verhindern. Meriko beobachtet strengste Neutralität. Cocalts unö ptoHiijielb». Gießen, ter 22. April. • • Empfang. Se. Röuigl. Hoheit der Großherzog empfingen am 21. April il S. den Geh. Rirchenrath Professor Rattenbuf ch von Gießen, den Domänenrath Roßmcum von Friedberg. • • Auszeichnung Hiesige Raustfreunde dürste eS intet« efstren, daß von Sr. Majestät dem Röntg von Sachsen der königl. sächs. Rammersäagertn Frau Marie Wittich dte goldene Medaille für Ranft und Wissenschaft am grünen Bande deS AibrechtSordenS verliehen wurde. * * 8* Ehren bei Herrn Eiabtverordneten Hornberger, welcher, wie tm Stadtverordneten-Sitzuug»ber>cht nä-er aus- geführt wird, gestern fein 25jährtg es Jubiläum al» Gemetuderath und Stadtverordneter beging, fand gestern Abend in der Restauration des Philosophenwaldes ein Abendessen statt, zu welchem sämmtliche in der Sitzung anwesenden Stadtverordneten, sowie die Herren Beigeordneten nebst Herrn Oberbürgermeister fich mittelst Wagen der Omnibus- gesellschaft begeben hatten. Die Feier in dem schön geschmückten Saale verlies in schönster Weise. • • Befihwechsel. Der Bäckermeister Amend erwarb für 48000 Mk. die Bahnhofstraße 62 belegene Hofratthe der Wittwe Ronrad Simon. • e Der uns vorliegende achte Geschäftsbericht bet Sterbe. Raffe bei beutschen Rriegerbanbel beweist wiederum, daß diese Wohlfahrtleinrichtung nicht nur den an sie gestellten Anforderungen im vollsten Maße gewachsen ist, sondern daß auch ihr sichere», kraftvolle! vorwärtsschreiten zu der Hoffnung berechtigt, daß diese Raffe hinsichtlich ihre» Umfange» bald nicht mehr hinter den größten Sterbekaffeu Deutschland» zarückstehcn wird. Die äußerst billigen Beiträge dieser Raffe gestatten noch die Auszahlung von Urberschüffen, welche als Dividenden an solche Mitglieder zur vertheilung gelangen, die der Raffe am Schluffe deS Jahres 1897 mindestens dret volle Jahre angehört haben. Die zur vertheilung gelangende Dividende beträgt 24 620,79 Mk. Wir (affen hier aus dem Geschäftsbericht einige Zahlen folgen: Am Schluffe des Jahre» 1897 betrug die laufende Zahl der Mitglieder 38476, da» verficherungScapital 8047 350 Mk., der Sicherheitsfond» 706417,46 Mk. und da» bi» ult. 1897 gezahlte Sterbegeld 217 016,01 Mk. — AIS General Bevollmächtigter der Sterbe- Raffe für den hiesigen Verband ist der Postsecretär t. P. Mayer in Gießen bestellt, der Aufnahmen vermittelt. • • Rrankenwarter. Bei dem am 1. Mai d. I. stattfindenden Bezug eines TheilrS der Neubauten auf der Männer- abtheilnng de» Großh. LandeShofpitalS Hof heim sind 18 Wärterstellen sofort mit vollständig gesunden, unver- heiratheten Männern im Alter von 21—30 Jahren zu besetzen. Der Wärtrrlohn beträgt im ersten Dienstjahre 350 Mk., im zweiten 400 Mk., vom dritten Dienstjahrr ob 500 Mk. bei vollständig freier Station, Dirnstrock und Diensthose. Bewerber können ihre Meldungen unter Beilegung eine» LeumundSzeugntffeS, sowie etwaiger sonstioer Zrngniffe, Militärpapiere rc. vorerst schriftlich, und zwar selbstgeschrieben an die Großh. Direktion de» LandeShospital» etnfenben. K.-r Bon der Lahn, 22. April. Den Dank aller Naturfreunde verdient die gestrige Notiz über die Tour Rros do r s-Forsthau» - Altenberg • Staufenberg. Einen herrlicheren Waldweg von zwei bi» drei Stunden dürfte man im Frühjahr und Sommer so leicht n'cht finden, al» den genannten durch den Rrofboifer Forst. Da» Korst- Hau» „WalohauS", wo man Erfrischungen aller Art findet, ist den Gießener Spaziergängern leider noch zu wen g bekannt. Bedeutend lohnender aber, al» die ob ihrer schnurgeraden R chtuvg etwa» ermüdende Straße von Rtofboxf nach Waidhaus, ist der Weg dorthin durch da» idyllische Föhnbachihal, dessen schmaler Wiesengrund zwischen schönen Bergwäldern reich an Abwechselung ist. Auf dem Wege Dom Forsthau» nach dem Altenberg bedürften die rothen Rreuze einer Auffrischung. Rohe Hände haben fie, namentlich läng» bei die Straße verlassenden halbstündigen Fußpfade», aus- geschnitten und weggekratzt, so daß ein verirren leicht möglich sein könnte. §§ öreinfelb, 20. April. Der hiefige Ort»bürger Heinrich Fritz war gestern Abend in dem benachbarten Bermuthshain, um seine in dieser Gemarkung gelegenen Grundstücke versteigern zu lasten. Al» er gegen >/,2 Uhr Nacht» den Heimweg antrat, gewahrte er Feuer tn der Hofratthe de» Sebastian Müller hier. Sofort wurde Hilfe gerufen und Fritz brachte alsbald da» Rindvieh, die Schafe und Schweine au» dem Stalle. Die Hofratthe (Hou» mit Scheuer und Stall) ist total uiedergebraont. Der Brfitzer war versichert. Ober-Mörlen. 18. April. Bekanntlich hat ein In London reich gewordener Ober-Mörler, der tn der britischen Hauptstadt ein überseeische» Schuhgeschäft betrieb, feintm Heimat?»- darf ein Legat von 4 00,000 Mark vermacht. Die Zinsen wurden mit 8000 Mk. halbjährlich an die Armen von Oder-Mörlen und verwandten de» Stifter» verttzeilt. Seit einiger Zeit sind die Zinsen ausgeblteben und wurde auf Empfehlung de» deut'chen Eonsul» die Sache einem Recht»anwalt übertragen. Lanbach, 19. April. Heute Nachmittag 3*/t Uhr fand, vom herrlichsten Wetter begünstigt, der Einzug Sr. Er- laucht de» Erbgrafen Otto zu SolmS-Laubach nebst Gemahlin, geb. Prinzessin zu Nienburg und Büdingen, im hiesigen Schlöffe statt. Die ganze Stadt hatte prächtigen Fest- schmuck angelegt. Die Häuser waren reich beflaggt und mit Suirlanden, Wappen u. s. re. geziert. Zwei geschmackvolle Triumvhpforteu waren erbaut worden, die eine am Eingänge zur Stadt unweit de» Rriegerbenfmal», die andere am Eingänge zu« Schloß Dom Marktplätze au». Spalier wurde -urcb die Schuljugend unb die Vereine gebildet. Namen- der Stadt begrüßte Herr Bürgermeister Jochem daS hohe Paar in warmen Worten. Um 4Va Uhr wurden von dem erlauchten Neuvermählten Paare die Glückwünsche und Ehren- geschenkt entgegengenommeo. Im Namen der solm-laubach- scheu Beamtenschaft überreichte Herr Oberforstmeister Thum eine von Professor Hildebrandt in Berlin künstlerisch herge- stellte Adresse, Herr Bürgermeister Jochem einen prachtvollen Tafelaufsatz im Namen der Stadt, Herr Oberförster Andre eine stilvolle Standuhr nebst zwei Caudelabern im Namen der Beamten und der Casino Gesellschaft. Außerdem brachte Herr Landtag-abgeordneter Geh. Regierungörath Schönfeld, sowie auch die Geistlichkeit der Stande-Herrschaft ihre Glückwünsche dar. Letztere hatte eine schön au-gestattete Bibel gestiftet. Am Abend, um 8 Uhr beginnend, wurde von den Vereinen und sämmtlichen Klaffen des GymnafiumS dem neuvermählten Paare ein stattlicher Fockelzug dargebracht. Bürgel, 20. April. Da« achtjährige Töchterchen de« Gerber« Würsching spielte gestern mit einem Gnmmiballe am Main. Al« der Ball in den Fluß fiel, sprang da« Kind nach, um denselben noch zu erhaschen, fiel aber hierbei ebenfalls in« Wasser und ertrank. Die Leiche de« unglücklichen Kinde« konnte bi« jetzt nicht geländet werden. Vermischtes. •D. Frankfurt a. M., 21. April. Im Zoologischen Garten ist am kommenden Sonntag (24. April) zum ersten Male in diesem Jahr der Eintrittspreis während de- ganzen Tage- auf 50 Pfg. (Kinder 25 Pfg.) ermäßigt. Ein großer Thetl der Thiere hat bereit« die Sommerquartiere bezogen, und wenn e« die Witterung erlaubt, soll Sonntag auch der Wirthschaft-betrieb im Freien eröffnet werden. Eine Neuerung finden die Besucher in der Tafel, die dem sog. Napoleons bäum angehängt ist und die besagt, daß unter diesem Baum Napoleon I. nach der Schlacht bei Hanau am 31. Oclober 1813 Aufstellung genommen hat, um Heerschau über seine Truppen zu halten. • lleder Seh. Rath Behrings Bortrag auf dem neunten iuteruatioualeu Congreß für Hygiene und Demographie wird der „Köln. Ztg." au« Madrid geschrieben: Aufsehen erregte der Bortrag Geh. Rath Behring« über seine Arbeiten auf bacteriologischem Gebiet. Ergab der Hoffnung Raum, daß fich im Laufe der Zeit nach dieser Richtung auch eia Heilmittel gegen die Lungenschwindsucht werde finden lassen. Au« begreiflichen Gründen drückte fich der berühmte Gelehrte darüber sehr vorfichtig au-, aber man empfing doch den Eindruck, daß er guten Muthe« diesem hohen Ziele zustrebt, dessen Erreichung ja von der ganzen Menschheit mit Jubel begrüßt werden würde. Seine Ansichten waren ausschlaggebend für die Anfichteu der Abtheilung. Lttschliche Anzeigen -er Stn-t Gietzen. Evangelische Vemeiudr. In der Stadtkirche. Samstag den 23. April. Nachmittags 2 Uhr: Beichte. Pfarrer Schlosser. Sonntag den 24. April. Misericordias Domine. Gottesdienst. vormittags 9Vs Uhr: Gonfirmation der Kinder aus der Malthäusgemeinde. Pfarrer Schlosser. Feier des heil. Abendmahls. Eoüecte für die Armen. Abends 6 Uhr: Pfarrassistent Dr. Heußel. In der Johanneskirche. Samstag den 23. April. Nachmittags Uhr: Beichte. Pfarrer Dingeldey. Sonntag den 24. April. Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Dingeldey. Confirmation der Kinder aus der Lucas- und der Militärgemeinde. Feier des heil. Abendmahls. Nachmittags 2 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Vorbereitung hierzu: Samstag Nachmittag 4 Uhr. Nachmittags 6 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Collecte für die Armen. Katholische Gemeinde. Samstag den 23. April. Nachmittags um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag den 24. April. 2. Sonntag nack Ostern. Vormittags von 6Vs Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe: vor und tn derselben Austheilung der heil. Communion. „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Mesie; „ um 9Vs Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Christenlehre: darauf Andacht. GotleSdien- der israelitischen ReligiouSgeseüschast. Sabbathfeier am 23. April 1898. Freitag Abend 7« Uhr, Samstag Vormittag 8 Uhr Predigt, Nachmittag 4 Uhr, Sabbathausgang 8*> Uhr. Nachmittag 3" Uhr Schrifterklärung in der Synagoge. Wochengottesdienst Morgens 6#° Uhr, Abends 8* Uhr. Neueste Nachrichten. Depeschen des Bureau „Herold*. Darmstadt, 22. April. Der Großherzog ,ist gestern Abend 10®/4 Uhr mit seinem Adjutanten nach Dresden zu den JubtläumS-Feierlichketteu adgereist. Berlin, 22. April. Zur Affaire Grünenthal wird heute berichtet, daß gestern die 44000 Mark in Tausend- nnb Hundert Mark Scheinen, welche Grünenthal auf dem Kirchhofe versttckk hatte, der RetchSba'nk überliefert worden find, deren zuständige Beamte ein schriftliches .Gutachten darüber abgeden sollen, ob eine Fälschung im Sinne deS Gesetzes vorliegt. ES bandelt fich also um die Formulirung der Anklage gegen die verhafteten. Gegen Frau Eng wird vermuthlich nur wegen einfacher Kuppelei verhandelt werden, weil sie in ihren Wohnräumen da« Berhältniß zwischen Elli Goltz und Grünenthal duldete. Berlin, 22. April. Gegen den verantwortlichen Redacteur deS „Kleinen Journal" hat die Polizei wegen eine« von Julius Stettenheim verfaßten Artikels: „Was einem Nüchternen in Berlin pasfiren kann", Anklage wegen Beleidigung erhoben. Karlsruhe, 22. April. Der officiölen „Süddeutschen Reichs-Correspondenz" zufolge ist der 16. Juni al- der Termin für die Reich-tag-wählen festgesetzt. Wien, 22. April. Im Befinden de- schwer erkrankten Erzherzogs Leopold ist eine weitere Verschlimmerung eingetreten. «rüffel, 22. April. Don Carlo-, welcher hier ein- getroffen ist und im „Hotel Bellevue" abstteg, gedenkt längere Zeit hier zu bleiben, um die Ereiguiffe in Spanien zu verfolgen. Sein Secretär erklärte einem Journalisten, der Prätendent werde während de- Krieges eine Zuschauerrolle beobachten. Sollte Spanien jedoch mcht den Kampf bis aufs äußerste fortsühren und einen schmählichen Frieden schließen, so werde er nicht zögern, einen Bürgerkrieg wie 1873 her- vorzurufen. TemeSvar, 22. April. In der Menagerie von Kozka wurden während der Vorstellung drei Löwenbändiger von Löwen angegriffen und zerfleischt. Pari», 22. April. Zahlreiche Offiziere, Unteroffiziere und Matrosen haben beim Ministerium um die Erlaubniß nachgesucht, für die Spanier kämpfen zu dürfen. Pari», 22. April. Nach Meldungen au- Madrid dürften die Feindseligkeiten am Sonntag beginnen. Spanten ist entschlossen, den ersten Angriff durch Amerika erfolgen zu laffen. Der spanische Gesandte Bemade verbleibt bis auf weitere Ordre au- Madrid in Canada. London, 22. April. AuS Jacksouville kommt die Meldung, daß die amerikanische Flotte gestern Abend bet Krywest umer Dampf gestanden hat, bereit, tn einer Stunde tn See zu geben. London, 22. April. Ein etvflußretcher Diplomat hatte gestern mit Chamberlain eine Unterredung über den spanisch-amerikanischen Confltct. Chamberlain äußerte sich tn folgender Weise: Amerika wird siegen. Spanien ist ein tapfere- Volk von großer patriotischer Begeisterung, aber da- genügt nicht. Beweis hierfür ist der griechisch-türkische Krieg. London, 22. April. Die „Times- erfahren aus Havanna, in gut unterrichteten Kreisen wird verfichert, daß fich nicht über 80,000 Tonnen Kohlen aus Cuba befinden. London, 22. April. „Daily Chronicle" meldet au« Washington, der spanische Gesandte babe beim Verlaffen der Staot fich dahin geäußert, er wolle fich nach Canada begeben, um die weiteren Befehle seiner Regierung abzuwarten. London, 22. April. Au« Rew-Orlean« wird ge- meldet, zahlreiche Familien verlaffen die Stadt, da man ein scharfe« Bombardement der Stadt durch die Spanier für die allernächsten Tage befürchtet. London, 22. April. Au« New-York wird berichtet: ES verlautet, da« fliegende Geichwader habe Befehl erhalten, mit dem Geschwader von Seywest Cuba zu bombardiren. DaS Geschwader soll nach den Philippinen abgehen. Belgrad, 22. April. Paste erhielt eine Vorladung vor Gericht, nm fich wegen MajestätSbeleidiguug zu verantworten, von der Verhaftung desselben ist vorläufig Abstand genommen worden. Die Einberufung der Skuptschina ist unmittelbar bevorstehend. Madrid, 22. April. Infolge der gestrigen Sitzung der Corte« ist eine vollständige Ministerkrist« außgedrochrv. Sagasta Überreichte die Demisfion de« gelammten Cadinet«, doch dürfte Sagasta ! Sonnen- und Aegenschirme Alousen- und ZLtousen -Kemden Hörtet, Schteier, Krausen, b Aamen-Kragen und Schleifen Lorskttkll in allen Weiten. Tüchtige $lrrkänfrrin für mein Manufaclurwaarengeschäft gesucht. 4060 I. Schmücker, vorm. H. M. Jughardt, __________Gießen.__________ 42521 Anständige Frauen oder Mädchen, welche gut nähen können, finden sofort dauernde, sehr lohnende Beschäftigung. Echirmfabrtk^Levt. 4287 s Ein Mädchen auf einige Stunden deö Nachmittags zu einem itinbc gesucht. ___Vleichftr. 14, III 4284| Laufmädchen gesucht. 42471 (Hin auö der Sänile entlasscnc6 Mädchen für ein Kind gesucht Zu er« fragen Eelterdweg KV, im Laden. 424v | Eine tiichtige Äajchfrau wird gejucht. _______Rordanlage 18. 4260s Ein Mädchen von M biü 15 Jahren auf einige Stunden deS TageS auf sofort gesucht. Wo? sagt die Expedition d. Bl. _ 41661 Ordentlicties Laujmäbchen ge sucht.________Frankfurterstr. 41, I. ■W* JBer schnell u. billigst Ltellung Anden will, verlange per Postkarte die Deutsche Ballanjeapost in Eßlingen- »,,o $tcllcip(i)rliidh' Junger Kaufmann (militärfrei) judjt Stellung alS Buchhalter oder Reisender. Pruna-Zeugnisse. Offerten unter H. 8. Nr. 8988 an die Exped. d. Bl. erbeten 42501 Zuschneider, 28 Iahralt, Militär« frei, akad. und pract. geb., sucht unter bescheidenen Ansprüchen Stellung. Mit« arbeit nicht ausgeschlossen. Offerten unter E. B. 100 postlagernd Gixßen erbeten. In ucrluuifcn Ein übmühl. ZUsspfkkd abzugeben. 4240 ________Joh. Balth. Noll. 4286] 80 Malter prima Saatkartoffeln zu verkaufen. Angebote unter II. W. 5 postlagernd. 4190s Ein neue», erstklafsigr^Fahrrad, üalbrenner, ist zu enorm billigem Preise zu verkaufen. ________Wallthorstr. v, Hinterhaus. Bersetzungshalber ein sehr feinr Tafelherd ZU verkaufen bei Möbeltransporteur ui» Weber, Wetzsteinstr. 8. Krvsenreiser ZU verkaufen. ®« Host, Nahrungsberg 9. Capitalien Tlfirlrhrn unl* Acceptcredlte gewährt Mül II Ul 11 soliden Firmen u.Personen M. Bartolomä, Bank- und Sparkassen aeschüst, Stuttgart, Rosenstraße in. Statuten «o P'a Nliiniengaven danken vielmals 4238 Johanna u. Louise Schäfer. Jiür die herzliche Weilnaljme bei dem DersuN tijrcr Schwester und die so schönen An die Wilglieder der JolMuesgtMmdt bttr. Kirchliche Armenpstege nnb AnKeUnng non KemrinbeschWekern. In Erfüllung einer angenehmen Pflicht sprechen wir hierdurch Allen, die unsere Bitte betreffs Anstellung von Gemeindeschwestern zur kirchlichen Armen- und Krankenpflege durch Zeichnung von Beiträgen freundlichst erfüllt baden, unseren herzlichsten Dank aus. Die Zeichnungen sind, soweit wir bis jetzt unsere Gemeindemitglieder erreichen konnten, bereits in solcher Höhe erfolgt, daß unser Unternehmen al» völlig gesichert dasteht. Unser Dank gegen alle gütigen Freunde und Förderer unserer Sache in- und außerhalb der Gemeinde, und unsere Freude über den jetzt schon erlangten Erfolg ist auch darum besonder» herzlich und groß, weil unserem rein kirchlichen, nur unsere Gemeinde angehenden Unternehmen von vorn herein durch Angriffe und Verdächtigungen gegen un» Schwierigkeiten bereitet worden sind. Wir werden ungesäumt die Verhandlungen zur Berufung von Schwestern beginnen und hoffen, daß wir baldigst die un» nach Gesetz und Pflicht amtlich obliegende kirchliche Armenpflege in unserer Gemeinde unter Mitarbeit von evangelischen Gemeindeschwestern auflüben können. Um unsererseits, wie seither so auch fernerhin, alle» nur Mögliche zum friedlichen Nebeneinanderarbeiten zu thun, werden wir un» zunächst an da« Darmstädter Diakoniffenhau», au» dem auch die Schwestern des Allgemeinen Vereins kommen, mit unserer Bitte um Ueberlaffung von Schwestern wenden. Nur in dem Falle, daß von dort aus unsere Bitte abgeschlagen werden sollte, werden wir anderweitig die Schwestern uns beschaffen. 4245 Gießen, am 20. April 1898. Der Kirchenvorstand der Jobanne»gemeinde. 1)r. Naumann. Albach. E. Schwall. Di- Stein' rügge H. Vogt. L. Wolff. , k Neuheiten in Corsetten Brüsseler, Pariser u. Wiener Formen, Sport- nnb Kksunbhkits-ilorsktt», Konfirmnibrn. nnb fiinbrr=tfeUer in Lang-GönS Heinrich Walz, Spenglermeister in Lich Heinrich (*-opidi, Etseleur in Lollar. )oh». Schäfer IX., Wagnermeister in Steinberg Wilh. Waäer, Bürstenmacher in Wieseck sowie Wei» & lsgenolf, General-Agenten in Darmstadt. Moselweine Mäusburg 7 Spanischen und Deutschen Cognac In bekannter OOte Spanische J Weine < direct beiofen and Inti. Seite empfohlen Rheinweine Ober-Ingelh. Rothwein Hochheimer Weisswein Ital. Rothweine Rfbarhen: I. B ; Hermann Elle. — Druck und vertag der vrüdl scheu Uuiverfitits-Buch- und Steindruckerei (Pietsch * 8cheyda) in •ir|ea. -rtrtlfll« l Wdq gnnetnif > ^rtitnila Die k wssisttldü DO» 1« I' »tat 8tn|ntfi< Dar Crinffc Gtohh. a wubtrhalt 2. I. Rt# 5i ldwts Mgwrbnr Tlabtdn« fclttt, Dr. t)oabngtr Dr. Vlltz, Der l fritrW c. vaßi fit •htl V »ui Du ton anb hatit iote litt tu ftaobtn ot 9 l°o-e l ,a°h stird fctnn bei ^udltkll, । •hlm tzti Unb | Eber fceJ «g, ter^ «•Sm