bleibe ich auch." Dabei schmachtet er verliebt nach der Schönen hinüber, als wolle er seinem Litat mehr Nachdruck geben, und fragt anzüglich: „WaS meinen Sie zu diesem Text für eine Traurede, gnädiges Fräulein?" Diese aber wirft stolz den blonden Lockrnkopf zurück und antwortet: „Oh uo. Sie für mich nicht sein ein solcher Mann!" — Jerusalem kennt in all' setven Straßen umher weder Briefkasten noch Briefträger, und es ist kaum zu fürchten, daß die erste Hälfte des nächsten Jahrhundert- mit einer revolutionären Neuerung, wie es die Einführung von Briefkasten und Briefträgern hier sein würde, energisch vorgeht. Deshalb wird es eben bei der alten BrtefbeförderungS- methode bleiben. Darnach muß Jedermann wegen feiner ankommenden oder abgehenden Postsachen mit dem löblichen Postamt bittet in Verbindung treten: Vormittag« zehn Uhr. Auf Straßen und Plätzen tuschelt und munkelt man, die Post fei angelangt. Hastig durcheilt dieses Gerücht die ganze Stadt. Alsbald wird fie von jener Erregung gepackt, welche die Passagiere eines Dampfers ergreift, wenn er nach langer Meerfahrt in den ersehnten Hafeu eioläuft, und der Schiffsagent zuerst die Briefbeutel die enge Falltreppe heraufbugfirt. . . . Halloh, jetzt aber vorwärts! Zu Pferd, zu Esel, zu Fuß, zu Kameel, ausgerüstet mit Taschen und Körben, so rennt und jagt und drängt und hoppelt e- durch die schmutzigen Straßen nach dem Postgebäude. Auf allen Gesichtern große- Erwarten. WaS für Briefschätze wird der Beamte durch- Schalterfensterchen herauSretchen! Je mehr man fich der wichtigen Glätte nähert, umso mehr Verdichter stch die Volksmenge. Vor dem Hause Alle- schwarz von Menschen. Doch da kein Poltzrischnauzbart zur Aufrechterhaltung der Ordnung auSrückte, geht Alle- iu herrlichster Ruhe ab. . . . Umso toller ober das Schieben und drängen im Post- gebäude selbst. Burnusse, Kaftane, Turbane, Uniformen, Feze, Chliuderhüte, Schmachtlocken, Reisemützrn — Alle- nach dem Schalter wogend, wirr durcheinander. Ganz berauscht von elleubogenfester Tapferkeit zur Eroberung eines Briefe- schubst und stößt die zusammengekeilte Menge nach Mim 1898 Mittwoch den 23 Februar Zweites Blatt Nr. 45 Gießener Anzeiger General-Anzeiger Amts- unb Anzeigeblatt für den Areis Gieren. Gratisbeilage: Gießener Familienbiatter Unwetter bevorstehen. xx Alle Anzeigen-BermittlungSstellen de- In- und Au-tand«- nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entßege», Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dorm. 10 Uhr. fteboction, Expedition und Druckerei: Zchnkstr.hr Nr. 7. Zur internationalen Lage. Von allen maßgebenden Stellen ist nicht nur im Laufe der letzten Jahre, sondern auch noch in allerjüngster Zeit ver- sichert worden, daß die Aussichten auf Erhaltung des europäischen Friedens wohlbegründete seien, daß man Befürchtungen wegen einer Störung desselben nicht zu hegen brauche. Selbst als im vorigen Jahre die Orientkcise fich in bedenklicher Weise zugespitzt hatte, hat wohl kaum Jemand ernstlich geglaubt, daß daraus ein allgemeiner europäischer Conflict entstehen würde; so sehr hatte man sich in das Gefühl der Sicherheit einwiegen laffen. Und doch haben wir aus dem Munde des Staatssecretärs v. Bülow gehört, daß der Augenblick, in welchem es zu einem offenen Conflict in der Orientfrage hätte kommen können, wirklich vorhanden gewesen ist. Im Laufe der letzten Woche sind nun von zwei Seiten Kriegsbefürchtungen ausgesprochen worden, welche größere Beachtung verdienen. Während der Verhandlungen im Zola- Prozeß hat General Pellieux die Aeußerung gethan, daß die Karlsbad lebt von seinem auö der Erde herauskochenden „Sprudel", Marienbad vom entfetteten „Kreuzbruuuen", Sylt von seinem langathemholendeu Wellenschlag — Jerusalem von der goldenen Fülle gewaltiger religiöser Erinnerungen. Wie in jenen Badeo trn erstrahlt auch hier alljährlich,über der Stadt der Glanz der „Saison"- schade jedoch, daß diese „Saison" nur etwa von Anfang Februar bi- Ende April dauert — eine gar kurze Zeit, in der möglichst viel Geschäfte gemacht werden müffen. Nun kommen fie begeistert angekeucht und angetrappelt, die großen Tourtstenherden, welche von gewandten Reise- Unternehmern verschiedener Weltstädte hierher gelotst werden. Lange Wagenreihen, schwer beladen mit Koffern und Menschen, rollen Nachmittag- gegen füns Uhr, der Ankunftszeit de- einzigen Eisenbahnzugs, vom Bahnhof die im Sonnenschein leuchtende, stauberfüllte Bethlehemstraße herein in die Stadt. Huffah, erwacht jetzt ein Leben! ... Aber wehe dem Fremden, der nicht gleich weiß, wo landen! Sein Portemonnaie wird von Hotelier-, DragomanS, Gepäckträgern, Eseltreibern, Arabrrjungen, Bachschtsch-Jägern jeder Art gar fürchterlich heimgefucht. WaS wollt Ihr? Während der kurzen Zeitspanne der „Saison" muß die wilde Jagd auf da- Hochwild der Reisenden gar tapsrr betrieben werden, wrnn die Goldflnth von ein bischen Vermögen in Jerusalemer Kaffen anschwemmeu soll. Eine Musterkarte solcher Fremden treffe ich Abends im Hotel beieinander, und hinter duftendem Jerusalemer Wein packt Jeder auS, WaS er im verlauf des Tages an Eindrücken und Erinnerungen heranschleppte. Dieser stieg auf dem Oel- berg herum, streckte fich dort im Schatten der Olivenbäume auf einen Felsen und träumte von der ehrfurchtgebietenden Jerusalemer Vergangenheit- Jener suchte den Baum auf, an welchem fich Juda- erhängt haben soll- Einer plätscherte badend im Jordan herum- ein Anderer ritt hoch zu Esel nach Bethanien. Ein etwa- vergeckter Weltbuwmier, der mit den flammenden Blicken einer schönen Engländerin cokettirt, erzählt, daß er das Feld der Ruth bei Bethlrhem aufgesucht habe, weil er fich für den innigen Trantext interesfire:„Wo Du hingehst, da will ich auch hingehen- wo Du bleibst, da ton im Auge gehabt haben, als sie ihrer Kriegsbefürchtung so unverhohlen Ausdruck gaben? Zwischen Frankreich und England schweben jetzt sehr ernste Differenzen betreffs Westafrikas, wo bereits mehrfache Reibungen zwischen den beiderseitigen Expeditionen stattgefunden haben. Es wäre nicht unmöglich, daß sich hieraus ein Conflict von größerer Bedeutung entspinnt, aber wir glauben nicht, daß es dieserhalb zu einem Kriege zwischen beiden Ländern kommt, da England seine Kräfte schonen muß, für den später mit Rußland auszufechtenden Kampf um dir Oberherrschaft in Ostasten. Ein Vergleich mit Hülfe der aus ihrem Winterschlafs zu erweckenden Nigerconferenz wird wohl der Schluß der Zwistigkeiten sein. Und was nun die Aeußerung Walcotts betrifft, so dürfte sie sich auf die noch immer gespannten Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Spanien gründen. Aber auch hier wird ruhige Ueberlegung die Oberhand gewinnen, da insbesondere Spanien wegen seiner finanziellen Calamität einem Kriege unter allen Umständen ausweichen muß. Unsere Auffassung von der gegenwärtigen internationalen Lage ist die, daß wohl einige Wolken am politischen Himmel vorhanden, aber keine Befürchtungen berechtigt find, daß französische Armee vielleicht bald in Action zu treten habe, und in Washington ist im Senat anläßlich der Besprechung der Katastrophe, von welcher der amerikanische Kreuzer „Maine" im Hafen von Havanna betroffen worden ist, eine Aeußerung gefallen, der Krieg könne kommen, thalsächlich sei er vielleicht nicht weit entfernt. Angesichts dieser Kundgebungen ist es jedenfalls von Interesse, die gegenwärtige politische Lage ein- mal näher zu beleuchten. Die beiden Punkte, welche geeignet waren, ernste Meinungsverschiedenheiten unter den Staaten hervorzurufen, bildeten in letzter Zeit die orientalische und die ostasiatische Angelegenheit. Die letztere ist anscheinend in ruhigere Bahnen geleitet worden, seitdem man sich davon überzeugt hat, daß Deutschland im äußersten Osten keine Eroberungspolitik treiben, sondern nur berechtigte Interessen wahrnehmen will. In dieser Anschauung herrscht wohl kaum noch irgendwo em Zweifel, und die Thatsachen sprechen ja auch dafür, daß von keiner Seite Deutschland bei seiner Action in China ein Hinderniß in den Weg gelegt worden ist, insbesondere seitdem das deutsche Vorgehen durch den mit der Pekinger Regierung abgeschlossenen Pachtvertrag in formellster Weise localisirt worden ist. Auch die beiden Länder, deren Interesse in Ostasien collidiren — Rußland und England — haben sich hinter die Vorpostenlinien zurückgezogen, da beide den Augenblick zum Lo-schlagen noch nicht für gekommen erachten. In dieser Beziehung ist in den letzten Tagen keine Veränderung eingetreten, so daß also kein Grund vorhanden ist, bei etwaigen Kricgsbefürchtungen etwa an Ostasien zu denken. Was nun die orientalische Angelegenheit betrifft, so ist dieselbe augenblicklich auf einem Ruhepunkt angelangt. Die letzte Phase umfaßte die Candidatur des Prinzen Georg von Griechenland zum Gouverneur von Kreta, welche von Rußland und England gemeinsam aufgestellt worden war und die im Allgemeinen keinen Widerstand der übrigen an der Kreta-Angelegenheit so wenig interessirten Mächte fand. Daß diese Candidatur nicht realisirt worden ist, liegt also nicht etwa an einer Uneinigkeit innerhalb des europäischen Concerts, sondern an den Schwierigkeiten, welche sich der Einsetzung des Prinzen zum Gouverneur an sich entgegenstellten. Für den europäischen Frieden in dieser Hinsicht eine Gefahr zu erblicken, liegt also kein Grund vor. Was können nun General Pellieux in Paris und Senator Wulcott in Washing- Adreffe für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51. Nezngsprei« Vierteljährlich 2 Mart 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Auf Grund der poa I, 3a der Bestimmungen des Bundesraths Über den Betrieb von Bäckereien und Con- bitoieien haben wir auf Antrag der Gießener Bäckerinnung für die hiesige Stadt und das laufende Jahr, unter Aufhebung unserer Bekanntmachung vom 30. November 1896, die Ueberarbeit an folgenden Tagen gestattet: 7., 9., 30. April; 14., 27., 28. Mai; 18. Juui; 2., 16., 30. Juli; 7^ August; 24. September; 8. 20. Oktober; S. November; 22., 23., 24., 30., 31. Deeember. Es ist jedoch an diesen Tagen zwischen den Arbeitsschichten den Gehülfen eine ununterbrochene Ruhe von mindestens 8 Stunden, sowie den Lehrlingen eine solche von mindestens IO Stunden im ersten Lehrjahre und mindestens 9 Stunden im zweiten Lehrjahre zu gewähren. Gießen, den 21. Februar 1898. GroßherzoglickeS KreiSami Gießen. v. ©apern. Deutsche» Reich« Darmstadt, 21. Februar. Der „Darmst. Ztg." zufolge wird der Großherzog am 24. d. Mt§. eine Reife nach Italien antreten, wohin ihm die Großherzogin, nach einem Besuche bei der Erbprinzeffin von Hohenlohe in Straßburg und bei ihren Verwandten in Gotha, nachfolgt. Darmstadt, 21. Februar. Ihre Königlichen Hoheiten der Grohherzog und die Großherzogin, Höchstwelche am SamStag Mittag 12 Uhr 35 Min. in Karlsruhe eingetroffen und dort am Bahnhose von II. KK. HH. dem Großherzog und der Großherzogin von Baden, sowie I. D. der Fürstin zu Hohenlohe Langenburg empfangen worden waren, kehrten am selben Tage Nachmittag- 5 Uhr 30 Min. hierher zurück. Berlin, 21. Februar. Der Kaiser empfing heute eine Deputation der Stadt Metz und begab fich später nach Pot-dam, um einer Bereinigung ehemaliger Offiziere des MW «mersiatzd.24.er., Abends 8'/, Uhr, i neum Saal bei Cast bel Wnbenbtn n-Sitauiig irische Comite. Erscheint tzgttch mit Ausnahme de« MonlagS. Die Gießener MaWltieuvkätter «erden btm Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. ittiiem Boden euer von der Ischen Zeit, ends 8 Uhr. er’schen Buchhandlung, raitit. 396 ndtiiaM ... -ctveirswilcd- SernaW ,ad stets zuverW ‘ ich''L EotwOho«- .iemahfl ’ie«!-” »iS'«* rt. •sion Gustav Jem* MU' «■ M or^H HT Kanime'- “)> Herr Arthur van «)• , Feb”W 1898, ■^Karten ä 8 Mk., nicht. der N. 6. Elwirt- 2^___1879 '.Swr Hlfntömtenls 1871 IffÄÖ V. aus. 1000 Liter, plde.« »edalll«. iniemenl hp0iT,rLn Aotoritäteo .—«mitteJ Ar kie,ne Fenilleton. Aus geweihten Landen. Von Karl Böttcher. (Originalbericht unseres Special-Correspondenten). (Nachdruck verboten.) IV. Bom moderne» Jerusalem. Jerusalem, 7. Februar. Fürwahr, ein Duft der Weihe umschwebt diese- Jerusalem. Fast immer Glockengeläut tu allen Variationen, vom majestätisch tiefen Dröhnen bis zum hastig spitzen Gebimmel- feierliche, fich nach den geweihten Stätten bewegende Prlgerzüge- bunt zusammengewürfelte Mafien ernster Gesichter, die entweder au- irgend einer Kirche kommen oder nach irgend einer Kirche gehen- Fiömwigkeit, Verehrung, Anbetung allüberall . . . . Sogar manch' brave- Handwerk wird davon ergriffen. Hier hobelt der Tischler an einem großen Kreuz auS Oliven- holz herum, dort schneidet der Barbier einem breitschultrigen Mönch eine Tonsur in- pechschwarze Kraushaar, weiterhin hämmert- in der Schmiede an den Eisenstäben eine- BetpulteS und daneben reihen Überfleißige Frauenhände dicke, gelbe Perlen zu Rosenkränzen auf. Doch lieben und Haffen, schmausen und Wein trinken, heirathen und Kinder taufen, lachen und sterben thun hier die Leute auch. Welch Geficht zeigt nun Jerusalem als moderne Stadt? Da betreibt e- zuerst eine Überaus flotte Baurhätigkeit. Unweit de- JaffathorS erheben fich die mächtigen Steinquadern imposanter Neubauten: hochummauerte Klöster, elegante Hospitäler, moderne Schulen, und aus hohen Bogenfenstern guckt zuweilen philofophirend manch herrlicher Apostel- bart, über den behaglich eine bleiche Hand streicht. Sogar das electrische Licht hat fich bereit» in Jerusalem eingedräugt, wenn e- au» nur allein im französischen Hospiz aufflammt und dort bisher das einzige electrische Licht in der ganzen Türkei ist. Selbst für die kostbarsten Jerusalemer Neubauten gibt es warme Herzen, milde Hände und flüssige Capitalien in der ganzen Welt. — ;ein. 1872 statt vrreii» u. Damnmrkeu. rÜMfabriSr' Leib-Gardehusareu-Regiment» t» Casino der Regiment» Bei« zuwohnen. Berlin, 21. gebraut. Dem Reichstage ist heute der Tutwurf eines Gesetzes, betreffend einige Äenberungen Über das Postwesen, mit Begründung zugegangen. Berlin. 21. Februar. Das Abgeordnetenha uS setzte heute die Brrathnng deS Stars des Ministerium» de» Innern fort und erledigte nach längerer Debatte den Titel Unterstaatssecretär. Morgen Weiterberathung und Anerben« recht in Westphalen. Berlin, 21. Februar. Finanzmiuister Dr. v. Miquel feiert officiell erst heute feinen 70. Geburtstag. Das Staat» - Ministerium hat ihm heute Früh ein prachtvolles Blumenarrangement Überreicht. Später erschien eine Deputation der nattonalliberalen Partei unter Führung v. Bennigsens; Mittags gratulirte der Reichskanzler- auch eine Deputation aus Frankfurt a. M. war zur Gratulation erschienen. Dielten, 21. Februar. Wie die „DreSd. R. Nacht." melden, find gestern Vormittags in dem Vororte Loebtau 320 Personen unter BergiftungSerscheinungen erkrankt. Die sofort eingeleitete polizeiliche Untersuchung hat ein bestimmtes Resultat noch nicht ergeben, doch glaubt man, daß die Ursache dieser Maffen-Erkrankungen auf den Genuß gifthaltiger Backwaaren zurückzuführen ist. Arrstarrd. Wien, 21. Februar. Siner officiellen Verlautbarung zufolge ist die Abberufung des Statthalters von Böhmen, Grafen Coudenhoven, nunmehr betroffene Sache. Coudenhoven soll Statthalter von Ty.'ol werden. Patts, 21. Februar. Dem „GauloiS" zufolge hat Präfident Faure den General Pellieux zu seiner Haltung im Proceß Zola beglückwünschen lassen. Paris, 21. Februar. Bei der Eröffnung des heutigen BerhandlungstageS im Zola-Prozeß nahm sofort der Geueralstaarsanwalt v. Süffel das Wort. Er erinnerte daran, daß Zola das Kriegsgericht beschuldigte, Esterhazy auf Brfehl und unter der Mitwirkung deS Generalstabes frei- gesprochen zu haben. Zola habe hierfür keine Beweise erbringen können. Der GeneralstaatSanwalt verwies sodann auf die Aussagen der Generäle, daß Esterhazy der Urheber des Bordereaus nicht sein könne. Zola fei es weniger um die Sorge für die Gerechtigkeit zu thun gewesen, als darum, seine Person in den Vordergrund zu stellen. Er bittet die Geschworenen, Zola zu verurtheilen. Zola verlas sodann eine Erklärung, in welcher behauptet wird, man habe Befehl ertheilt, ihn zu verurtheilen. Er wtffe, daß dies geschehe- et habe die Armee nicht angegriffen. Er bedauere, daß man seine Zeugen nicht habe sprechen laffen, dies trage übrigens nur zur Erhöhung des Ansehens seiner Person bei. Zola behauptet weiter, daß die Regierung überzeugt sei, daß Dreyfu» unschuldig verurtheilt wurde. Zola rief bei Schloß seiner Ausführungen dreimal auS: „Ich schwöre vor der ganzen Welt, daß Drehfus unschuldig verurtheilt wurde!" (Applaus und Zischen im Publikum.) London, 21. Februar. „Daily Graphic" sagt, daß die Regierung noch keine Meldung von der Goldküste er- halten hat. Die „Moraing Poft" drückt die Meinung auS, ein Krieg mit den Franzosen im Nigerlande wäre bester als die jetzige Lage. „Daily Mail" berichtet, mau habe eine Bestätigung der Nachricht, daß eine französische Expedition in Sokoto angekommen sei, erhalten. Die Niger Compagnie habe von der Regierung den Befehl bekommen, nachdem fie die Vermittelung vergeben« angestrebt hat, sich mit Gewalt dem Vordringen der Franzosen zu widersetzen. Petersburg, 21. Februar. Der gut unterrichtete „Kraj" meldet, daß die Einführung der staatlichen Selbftver- waltung Polens belchloffene Sache fei. Wenn dieselbe sich bewährt, soll das Weichselgebiet eine autonome landtäg- Itd)e Institution erhalten. Madrid, 21. Februar. Gin Bericht deS Marschalls Blanco an den KiiegSministet kündigt für die nächste Zeit w chtige militärische Operationen an. Havanna, 21. Februar. Amerikanische Taucher find im Verein mit spanischen zur Bergung der Trümmer deS „Maine" hier angekommen. Wietze», de» 22. Februar. *• Die Direktion der Wroßh. Obstbau- und landwirth' schaftlich« Winterschule zu Friedberg versendet foeben das Programm dieser Anstalt für 1898. Der ordentliche Lehrgang dauert vom 30. März bis 1. Oktober. Die Lehrfächer find: Agriculwt'Shemie, Bodenkunde und Düngerlehte, Botanik, Zoologie, Obstbau und Obstvetwerthuug, Wirth. schaftSlehre, Buchführung, deutsche Sprache, Rechnen, Zeichnen, Hebungen im chemischen und botanisch-physiologischen Laboratorium, Hebungen im Obstbau. Die aufzunehmenden Schüler wüsten daS 16, Lebensjahr erreicht haben. Honorar für Heffen 30 Mk., für N-chtheffen 50 Mk. •• Heber die »othveudige Schnellzug-Verbindung Wietzen- Betzdorf-Hagen geht der „Köln. Ztg." folgender Schmerzensschrei zu: „Die Nachricht, daß der Minister der öffentlichen Arbeiten den beantragten Schnellzug Gießen-Betzdors- Hagen auch für den bevorstehenden Somwerfahrplan nicht genehmigt hat, erregt hier in den zunächst beteiligten Kreisen großes Erstaunen. Leider wird diese Behandlung eines dringenden verkehrsbedürfniffes nicht verfehlen, in weiteren Kreisen große Hnzufriedenheit hervorzurufen, eine Thatsache, die gerade jetzt za vermeiden, sehr im Interesse der Staats« reßierung liegen würde. Seit drei Jahren steht dieser Schnellzug auf der Tagesordnung der BezirkSeisenbahnräthe Köln und Frankfurt a. M. Alle Körperschaften auf der Linie Dortmund bis Frankfurt haben ihn als dringend noch- wendig erkannt. Die Bezirkseisenbahntäthe haben in vielfachen Beschlüssen ihn einstimmiggutgeheißen- die beteiligten Sisenbahndirectionen haben die Forderung al» berechtigt an» erkannt, fie haben die AuSsührung des Antrages dem Herrn Minister im Somwerfahrplan für 1897 und 1898 borge« schlagen, und doch wird alledem keine Folge gegeben. Wenn der Minister der öffentlichen Arbeiten selbst zngesteht, daß seine vollbahnen theilweise am Ende der Leistungsfähigkeit angekommen find, so ist eS doch eine natürliche Folgerung, den Verkehr mehr zu vertheilen, um die Gefahren, die auS solcher Ueberlastuug folgen, zu vermeiden. Sollen wir erst durch eine weitere Periode von U-rglück-fällen dazu gebracht werden? Sind dem Herrn Minister die Zustände aus der Main Weser- und den rheinischen Bahnen tn den Sommer- schnellzügen denn gänzlich unbekannt? Hat daS Hrtheil der direkt am Verkehr beteiligten Sisenbahndirectionen in Berlin gar keinen Werth mehr? Aber auch für die örtlichen In« tereffen bedeutet die Verweigerung dieser Züge einen empfindlichen Nachtheil. Einer der bedeutendsten Jndustriebezirke deS Staates, der sich von Wetzlar bis Hagen i. Westfalen hinzieht, soll sich mit einem Personenverkehr von 25 bis 33 Kilometer Fahrgeschwindigkeit die Stunde begnügen. Ist eS gerecht und wirthschaftlich richtig, daß die StaatSbahn- Verwaltung sich mit der großen Einnahme de» Güterverkehrs auS diesem Bezirk zufrieden erklärt, es aber nicht für noth« wendig hält, diesem Bezirk im Personenverkehr diejenigen Mittel zu geben, ohne die er auf die Dauer seine Wett- bewerbungSfähigkeit im Güterverkehr schlechterdings nicht aufrecht erhalten kann? Solche Erfahrungen in der Staatsbahnverwaltung müffen die Zahl der Anhänger diese» Systems nothwendigerweise verringern. ES ist im allgemeinen Jmereffe wirklich bedauerlich, daß durch solche Vorgänge in einen gut nationalen Bezirk Mißvergnügen und Hnzufriedenheit getragen werden." •• Für unbemittelte Kranke Von der Direktion des städtiichen Krankenhauses in Wiesbaden geht der „v. Med'. Wchschr." die Mittheilung zu, daß für daS dortige städtische Armenbad etwa 100 ganz freie und eine größere Anzahl theilweise freier Aufnahmen zur Verfügung stehen. Das Bad ist vom 1. April diS zum 1. Oktober geöffnet. Ausnahme- gefuche, die von einem ärztlichen Attest begleitet fein müffen, find an die Direktion des Krankenhauses zu richten. Laugstadt. 20. Februar. Gestern Abend legte sich die 21jährige Tochter deS Landwirths W. S. in selbstmörderischer Absicht in der Nähe des Dorfes auf das Bahngeleise. Der nm 9 Hhr 43 Min. hier abfahrende Personenzug raste heran und endete ein blühendes Menschenleben. Kurz darauf fand ein Bahnwärter die schrecklich verstümmelte Leiche auf. Das unglückliche Mädchen war allgemein geachtet und beliebt. Hnglückliche Liebe soll das Motiv zur schrecklichen That sein. Darmst. Tgl. Anz. Vermißtes* • Berlin. 16. Februar. Fünf Brüder als aetive Stabsoffiziere. In der „Krenzztg." wtrd der wohl vereinzelt dastehende Fall mitgetheilt, daß fünf Söhne einer Mutter gleichzeitig als active Stabsoffiziere in der Armee dienen. Bon den fünf Söhnen der verwittweten Frau Land- rath v. Wrochem, geb. Freiin v. d. Recke, find zwei Oberstlieutenants (Regiment 32 und 25), einer Major und Batail- lonScommandenr (Regiment 165) und zwei aggregirte Majore (Regiment 51 und 87). • Der Berliner Thicrschnh-Verein hat nachstehende Petition abgesandt: An Seine Heiligkeit den Papst Leo XIII. in Rom. Euere Heiligkeit! Seit Jahren ist das Herz aller deutschen Thierfreunde mit Schmerz und Entrüstung erfüllt über den Vernichtungskrieg, den die Bevölkerung südlich der Alpen gegen die Vögel führt, die alljährlich beim Herannahen de» Winters aus den deutschen Gauen in die Länder der wärmeren Zonen ziehen. Die Lerchen, Meisen, Distelfinken, Amseln, Zeisige, Nachtigallen — sie alle werden, wenn fie, vom lawgen Fluge über die Alpen ermattet, auf italienischem Boden Rast machen, zu vielen Millionen mit Schießgewehr, Schlingen und Retzen erlegt. Selbst die Schwalben werden nicht geschont, und dieser nützlichste und vormal» auch zahlreichste der deutschen ZugvögÄ ist neuerdings in Deutschland fast gänzlich verschwunden, obwohl er hier überall geschützt wird und in den katholischen Landestheilen als der heiligen Mutter Gottes geweiht gilt. Ist die Art der Jagd, deren Opfer die Bewohner unserer Wälder und Felder find, roh und abscheulich, muß fie sich in ihrer unsinnigen Maßlosigkeit binnen Kurzem durch völlige Ausrottung der Zugvögel selbst ein Ende bereiten, so hat sie unserem deutschen Vaterlande bereit» unermeßlichen Schaden zugefügt. Seitdem unsere Wälder und Felder von Jahr zu Jahr.mehr der gefiederten Bewohner beraubt werden, nehmen die schädlichen Insekten in schreckenerregender Weise überhand, und keine Kunst und keine Sorgfalt de» Forstmannes und de» Landwirth» ist im Stande, dem Absterben der Bäume, dem Kahlwerden der Obstpflanzungen, der Vernichtung der Saaten Einhalt zu gebieten. So Hirt bestraft es sich, wenn die Menschen Gottes weisen Rathschluß mißachten, der die Vögel geschaffen hat, um da» mühsame Werk der Menschen vor der Zerstörung durch die Schaar der Insekten zu bewahren! Aber nicht Deutschland allein hat die Folgen diese» traurigen Frevel» zu tragen; es ist bekannt, daß tn Italien hauptsächlich die Jugend an dem Maffenmord der Vögel betheiligt ist, und eine tausendfältige Erfahrung lehrt, daß die Thierquälerei die Vorschule für alle schweren Verbreche» gegen Leden und Gesundheit der Mitmenschen ist. In der That ergtebt ein vergleichender Blick auf die Criminal- statistik der cioilifirten Länder, daß die Zahl der Morde bei den Völkern verhältnißmäßig am größten ist, bei denen die Grausamkeit gegen die Thiere landesüblich ist. In den Jahren 1876—84 kamen Morde auf eine Million Einwohner in Großbritannien und Irland 6 Deutschland.....11 Belgien......14 Frankreich......16 Oesterreich......23 Ungarn......67 Spanien......83 Italien.......95 Hier ist um de» zeitlichen und ewigen Wohl» zweier großer und edler Völker willen schleunige Hülfe nöthig, solange noch zu Helsen ist In solch schwerer Bedrängniß haben wir geglaubt, uns an das milde, erbarmungsvolle Herz Eurer Heiligkeit allen Seiten. Eine Schlacht wird geliefert. Es giebt zerfetzte Mäntel, »erkniitertr Briefe, verstauchte Hände, zerriffene Drucksachen. Und immer die gleichmäßige Liebenswürdigkeit des Beamten, welcher — die Postsachen über die zusammen- g pferchten Köpfe den auSgeftreckten Arme» entgegenreichend — in einem halben Dutzend Sprachen ausruft: Harrison, Seid, Omar, Müller, Cohn, DouglaS, Deprez, Bersauoff, KcnflnSky, Hamad, Morgano, Lehmann. . . . Und da giebt eS noch heiße, tu Sehnsucht beinahe erstickende Herzen, die höchlich verwundert find, wenn ihre Liebesbriefe nicht ankommen. . . . Leider wiederholt sich diese dramatisch belebte Postscene wöchentlich nur zweimal. Zuweilen sogar, wenn da» Postschiff ob der aufgeregten See von dem wogenumbrandeten Geklipp im Hafen von Jaffa nicht Anker werfen kann, dampft die ganze Postfracht weiter und trifft dann erst eine Woche später hier ein. In noch beklagenswertherem Zustand als die liebe Post b findet sich der Journalismus. In Jerusalem erscheint keine einzige Zeitung. Man sollte deshalb meinen, das Verbreiten localer Neuigkeiten, wie aufregende Nachrichten von Berlob« uugen, Bankerotten, Kindtaufen, allerhand Unglücksfällen, fei eine sehr umständliche Sache. Aber nein, da — meint man daneben - auch die lumpigste Neuigkeit fliegt wie in Windes- eile durch die ganze Stadt, etwa unten vom Delberg an bi» hinaus zum deutschen Eonsulat — selbstverständlich colportirt, rebigixt, geklatscht, aufgedauscht, entstellt von Mund zu Mund. So kommt fie ebenso schnell in Kur», wie wenn fie vielleicht in einer „Jerusalemer Times", einem „Echo vorn Todtcn Meer" oder einer „Bolkssttrnme von Bethanien" stände. Sogar ein deutsches Bierhaus hat sich tn Jerusalem eingefunden, wo deutsche Trinker im Reflex der Bierseidel die Fahne deutschen Kneipens hochhalten, tn üppiger Fülle der deutsche Durst gedeiht, deutsche Stimmen im Rauchgewölk stark paffender türkischer Cigaretten durcheinander scherzen und daS Lachen deutscher Fröhlichkeit erschallt. . . . ES soll sogar Vorkommen, daß deutsche Junggesellen nach scharsdurchkneipten Nächten, wie fie patriotischen Festen folgen, dis tief in den neuen Vormittag hinein schlafen und vollständig vergeffen, die au» ihrer Wohnung in das morgen- frische Straßenleben noch weit hlnauSbaumelnde schwarz-weiß- rothe Flagge einzuziehen. Unter der hiesiger, Flewdencolonie ist da» Ewig-Weibliche in ausfallender M.nderzahl. Trotzdem — soviel heirathSlustige Junggesellen, wie tn dieser feierlichen Jerusalemer Atmosphäre herumsteigen, habe ich auf der weiten GotleSwelt in gleich großen Gesellschaftskreisen nirgend» augetroffen. Aber was für barbarische Anforderungen stellen hier die unbarmherzigen Eltern zuweilen an die braven Schwiegersöhne: ewiges Lebewohlsagen dem HauSschlüffel, Eintritt tn einen Verein, der da» Weintrinken al» eine Art Gemeinheit betrachtet. strengste Religiosität nach allen Kanten hin. Und die» Alle» Angesicht» der wundersamsten orientalischen Nächte, der goldsunkelnden Weine und der vielfachen religiösen Be- kenntn ffe. Heber der Jerusalemer Gesellschaft, fofern man überhaupt von einer solchen reden kann, liegt eben der Schimmer einer strengen, weithin sichtbaren Frömmigkeit, welche allem Profanen den Zutritt zu ihren scharf umzogenen Kreisen zu wehren sucht. Diese Gesellschaft birgt in sich manch' »innig* liche Matd — aber die Herrliche kann nicht tanzen, nicht die lumpigste Polka, nicht da» schäbigste Walzerchen- birgt in sich manch' ehrwürdigen Greis — aber er hat in seinem Leben nie ein Theater gesehen- birgt in sich manch' weindurftige Kehle — aber fie ist eingetragen beim Mäßigkeitsverein. Glücklicher Weise gibt c» daneben auch ein Häuslein fröhlicher Herzen, denen selbst in dieser feierlichen Luft frohe» Lachen, Helle Freude über einen frischen Scherz, klare» Ver- stäudniß für einen guten Tropfen nicht flöten gegangen ist — Leute, die in diesem internationalen Jerusalem \o leben, wie man in aller Biederkeit in deutschen Städten vernünftiger Weise auch lebt! Sonach ist die ganze Gesellschaft in zwei Gruppen ge» theilt: die eine Hälfte »xistirt in aller Harmlosigkeit frisch und munter drauflos, damit die andere Hälfte hinter den Taffen de» nachmittäglichen Kaffee» in krankhafter Ängstlichkeit etwas Entrüstung marhren kann. Daß man ja jenen Ungeheuern vra fröhlichen Herzen keine Lobeshymnen fingt, keine Dankeskränze flicht, läßt sich denken.... „Habt Ihr schon gehört? WaS? Wie! Ganz unglaublich! Nein, solche Menschen! Hm! hm!" ... . Dock wo gerathe ich hin mit meinen modernen Jerusalemer Bildern.... Wieder summen voa der GrabeSkirchc herüber weihevoll die Blocken, und au» überwölbten Gäßchen tönt ein ernster Pilgerchor heraus auf meine von Sonnenschein überflutete Terrasse. Berschwunden ist daS Wetterleuchten profaner Erscheinungen- vor mir dämmert wieder Jerusalem mit seinem Glorienschein. ‘St« xni. 'OB. 8ern*fil- öer Dpm gegen bi, Se?rt ®*' **• r 5« 2 ?? P11* Cchiebgnvehi ’Ke unö, vormals aud inruerdmgSinDeulskb- ’M « h« LZ m Landrstheilm di tgtlt. Opfer die demhvn >ö_unb abjfyiM muß oiißfett binnen Äurjem. vögel selbst ein Ende ben Satetlmbe btintt Dtitbem Mine Wklder btt gcheberlen Be- bw schädlichen Insekten Hand, und keine fiunR irt und des Landwichs Säume, dun Kahlmerden mg dn Saaten Einhali sich, wenn die Menschen >len, dn die Wgel ge- Bert dn Menschen vor Töteten zu bmahm^ hat die Folgen bitfti bekannt, bafc ne Men Mnemord bet Wzei je ßrsahtuutz lehrt, bei alle schwnrn Vnbrecha Krtmmschen ist. Zn dn auf die Cnminab ife die Zahl der Morde im größten ist, bei denen e laudesüblich ist. Ja Karbe aus eine Mm daß \W 6-?et Ä’tt: 611 Nüe^i, ftland 6 . . 11 . 14 . 16 . 23 . 67 . . 83 95 i'aHa Mi schleunige Mfe haben wir 9^flubt' 2 M W ** .--yrs» r«rs8 7-7^ ’Ä*** al» Ä »' »bt« ÄLW1*' :«■ tal Si l K Jp**“*1 ti »f*»" *" lbtl» 8««'" ur 8,1 L wenden zu dürfen mit der ehrfurchtsvollen und innigen \ Bitte, daß Euere Heiligkeit geruhen möchten, dem Klerus j italienischer Nation zu gebieten, mit allen Mitteln, be- lchrend und strafend, dem Vogelfang entgegenzutreten und sich selbst jeglicher Theilnahme an diesem Treiben strengstens zu enthalten, um nicht durch sein Beispiel die Sitten des Volkes noch mehr zu verderben. Ew. Heiligkeit wollen überzeugt sein, daß Sie Sich durch ein solches Gebot im Herzen des ganzen deutschen Volkes ein dauerndes Denkmal der Dankbarkeit errichten würden. In tiefster Ehrfurcht verharret Euerer Helligkeit allerunterthänigster Vorstand des Berliner Thierschutz-Vereins. I. A.: Dr. Schanze, Hans Beringer, Regierungsrath a. D., Geschäftsleiter. Vorsitzender. • Zu Grunde gerichtet wurde durch den Umgang mit einem leichtfertigen Frauenzimmer der 21 Jahre alte Kaufmann Arthur W. in Berliu. Der junge Mann war früher fleißig und brav, bis er die Hedwig K. kennen lernte. Von diesem Augenblick au war e« mit seiner Arbeitslust vorbei: er veruachläffigte da» Geschäft und trieb fich umher. Der Vater versuchte eine Rettung dadurch, daß er den jungen Mann nach Frankfurt a. M. in ein Ledergeschäft brachte. Anfangs schien es auch, als ob die Luftveränderung die beabsichtigte Wirkung auSüben würde. Da tauchte plötzlich die Frauensperson auch dort auf und wußte den jungen Kaufmann wiederum seinem Beruf derart zu entfremden, daß er die Stellung verlor. Nun versuchte er fich zu erschießen- sein Wirth kam aber dazwischen und entriß ihm im letzten Augenblick die Waffe, so daß der Schuß fehlgiug. ©fit kurzer Z-tt ist er wieder nach Berlin zurückgekehrt, wohnt aber nicht bei den Eltern. Am Somttag Abend erklärte er der Wirthin, er werde die Nacht nicht nach Hause kommen. Am Montag Morgen lief bei der Frau die Nachricht ein, daß fich W. mit Sublimat zu vergiften versucht habe und von der Polizei nach einem Krankenhause gebracht worden sei. Das Mädchen, dem er sein Unglück verdankte, befindet fich auch wieder hier und scheint auch bti dem neuen Selbstmordversuch eine Rolle zu spielen. * Filzschuhe für die Pferde. Berliner Blätter melden: Der Deutsche Thierschutz-Bereia hat einen Versuch mit Filz« schuhen gemacht, die das schnelle Ausftehen der auf der Straße gefallenen Pferde ermöglichen sollen. Dieser Versuch ist zur vollen Zufriedenheit ausgefallen. Dabei hat fich ein Vorzug der Schuhe ergeben, au den bei Beginn des Versuchs nicht gedacht war. Ein Droschkeupferd hatte in Eharlotteuburg ein Eisen verloren. Unter gewöhnlichen Verhältnissen hätte der Kutscher die Fahrt aufgeben und im Schritt nach Hau- fahren müssen. Der Huf wäre außerdem derartig au-gebrochen, daß daS Pferd möglicherweise eine Zeit lang hätte stehen He ben müssen. Der Droschkenkutscher wußte fich zu helfen. Er benutzte den Filzschuh und fuhr im Trabe weiter, ohne daß der Huf darunter litt. Um ganz sicher zu gehen und vor Allem, um die Dauerhaftigkeit und Haltbarkeit der Schuhe sestzustellen, will der ThlerschutzVerem einen Versuch in größerem Maßstabe ausführen. Zu dem Zweck wird er denjenigen Droschkenkutschern, welche fich für die Sache in* teresfiren und sich von dem practischen Nutzen der Schuhe persönlich überzeugen wollen, diese unentgeltlich zur 83er* fügung stellen. • Wann wird Prinz Heinrich mit der zweiten Kreuzrr- D'.vifion Kiaotschau erreichen? Diese Frage wird häufig aufgeworfen. Der „Kieler Korrespondent" schreibt dazu: Da die Reise von Brunsbüttel nach Port Said ohne Zwischenfall verlief, trafen „Deutschland" und „Gefion" einen Tag früher, al- ursprünglich festgesetzt war, am Nordeingang zum Surzcanal ein. Die Weiterfahrt nach Colombo hat eine Reihe von Unfällen und Hindernissen gebracht. Im Bittersee verlor „Deutschland" einen Anker, erlitt dann eine Maschinenhavarie und mußte schließlich wegen Kohlenmaugel vor Anker gehen. Dadurch ist eine Verzögerung von 16 Tagen eingetreten. Demnach wird die Ankunft in Hongkong erst in den l-tz en Tagen beß Februar erfolgen, falls fich auf der Strecke Colombo—Hongkong keine neuen Zwischenfälle ereignen. In Kiaotschau ist die prinzltche Division frühesten- am 4. oder 5. März zu erwarten. Ebenso hat fich da- Eintreffen de- Transportdampfers „Krefeld", der die Matrosenartillerie und , rin Detachement Feldartillerie nach Kiaotschau bringt, etwa- verzögert. Die „Darmstadt" legte die Strecke WilhelmS- havLn—Kiaotschau in 38 Tagen zurück, die „Krefeld- gebrauchte 49 Tage. Seit der Zusammenziehung beß Kreuzer- geschwaderS durch den Biccadmiral v. DiederichS in der Kiaotjchaubucht bedeutet die Ankunft der „Krefeld" am 8. Februar bie dritte Verstärkung im neuen Pachtgebiet. Der Kreuzer „Kaiserin Augusta" erreichte Kiaotschau am 30. De- rember und der Dampfer „Darmstadt" am 26. Januar-. * „Auch ein Dienstmädchen". Unter diesem Stichwort druckt die „Sächsische Arbeiterztg." eine an den socialdemokratischen Landtagsabgeordneten Goldstein gerichtete Postkarte eines Dienstmädchens ab. Die Karte lautet: «In der Zcitung lese ich, daß Sie sich so sehr für die Dienstboten erwärmen, aber in einer Weise, welche jede Dienst- person aufsässig machen muß. Ich habe z. B. einen Dienst, wo ich's viel bester habe, als meine Schwester, welche einen Schlosser bei Seidel & Naumann gebeirathet hat, der Social- demokrat ist und feil. Geld bei den Versammlungen versäuft; von sämmtlichkn Mädchen, welche mit mir im Jungfrauen- verein sind, hat keine bis 11 Uhr zu arbeiten (wie Sie auf- lischen), sondern sind um 8 Uhr fertig und stecken die Beine untern Tisch, bei guter, ganz freier Station und Zimmer und 16 Mark pro Monat Lohn und jeden zweiten Sonntag frei; natürlich aber fo liederlich wie Ihre Fabrikmenscher sind wir nicht; Sie altes jüdisches Großmaul und Lügenpeter. Es zeichnet Anna Müller." ♦ Das „Bayerische Vaterland" schreibt über den jüngsten [ Unglücks fall im Kieler Hafen: „Im Kieler Hafen ist j eine Dampfptnafft der Marine vom Sturm umgeblasen worden, weil die Preußen wieder einmal bei Sturm nicht zu fahren wußten. Als daß Schiff bereit- untergegangen und der Reffei geplatzt war, kamen die Marinepreußen. ES find zehn (oder sechs) Mann ertrunken. — Wenn die Preußen eß nicht können, aber doch fahren wollen, dann ersaufen sie und sagen: navigare necesae eat, vivere non eat necease; zu deutsch: gefahren muh fein, wenn wir'- auch nicht können und ersaufen." Herr Sigl, welcher dergleichen schreibt, schmückt durch seine Mitgliedschaft den deutschen Reich-tag! • Mit elektrischer Beleuchtung durch Accnmulatoren find jetzt bereit- 1200 dem Retch-postamt gehörige Eifenbahnpostwagen versehen. Die elektrische Beleuchtung der Wagen hat fich nicht nur pract.sch durchaus bewährt, sondern eß hat sich auch ein recht günstiges finanzielles Ergebuih heran-gestellt. Hoffentlich wird die Neuerung auch bald auf die Personenwagen ausgedehnt. * SO 000 000 Kerzenstärke wird ein von der englischen Regierung zu erbauender Leuchtthurm erhalten. Zvm Speisen dieser riesenhaften Lichtquelle soll der elektrische Strom benutzt werden. Bei der Berechnung der zum Antrieb dieser Maschine nöthigen Kraftmaschine wurde die folgende Einheit zu Grunde gelegt. Eine auf dem South Forelaud'Leuchtthurm benutzte Siemen-«Lampe leistet nach einer Mttthettuug de- Patent- und technischen Bureaus von Richard Lüders in Görlitz nach einer Untersuchung von DouglaS 1000 Kerzenstärke für eine Pferdestärke aufge« wendete Arbeit,- nach Clark machen 1254 Kerzenftärken eine Pferdestärke erforderlich. Theilt man also die Summe von 30 Mill, durch 1254, so ergiebt fich die abgerundete Zahl von 24 000 für die Pferdestärken, welche die Antriebmaschine zu leisten hat. • Das Ballkleid all Blumenbild. Da- Allrrmodernste für die so ziemlich auf dem Höhepunkt stehende Ballsaison ist — wie aus Paris berichtet wird — eine von Künstlerhand „bemalte* AtlaS- ober Seidenrobe. Der berühmte Aquarellmaler Gerald Laffitte und mehrere andere Zunft« genoffen find bereit- eifrig damit beschäftigt, die Natur zu übertreffen, indem fie reizende Sträuße, Feston- und Gutr- landen von Rosen, Veilchen und anderen Blumen auf weiße und zartfarbige Seide, Atlas und Gaze zaubern, welche Stoffe bann zu Ballkleidern und Dinertoiletten rc. für die eleganten Schönen verwendet werden sollen. Eine bereit- fertige weiße Seidenrobe für die Comteffe de L. hat Lassttre mit feinem Pinsel tu ein wahre- Feengewand verwandelt. Eine Guirlande von jenen tief rosa J-le-de France-Rosen mit wunderbar gefärbtem Lande windet fich graziös um den breiten Saum des Kleides, während einzelne Rosen, lang* gestielt und kurz abgebrochen, mit und ohne Laub, wie von der Taille herabgefallen auf der Borderbahn und den Seiten des Rocke- verstreut liegen. ES sieht an-, als habe ein Windstoß einen duftigen Blüthenschauer darüber hingeweht. Nun, man kann sich- schon gefallen laffen, daß die Modedamen ihre Kleider und nicht ihr Gesicht bemalt tragen. • Wie fallen wir im Alter leben? Der Wunsch, in Gesundheit ein hohes Alter zu erreichen, ist allen Menschen gemeinsam. Aber dieser Wunsch kann nur in Erfüllung gehen, wenn wir namentlich in den Jahren, (in welchen wir leichter schädigenden Einflüffen unterliegen, unsere Lebensweise so gestalten, baß wir btm Körper ^die nöthige Spannkraft erhalten. Wer nun hierüber eine Aufklärung wünscht, dem bietet fich eine vortreffliche Gelegenheit durch bie Seciure beö unter obigem Titel in Hest ll der „JNuftrirten Chronik der Zeit" (Union Deutsch: VeriagSgesellschaft in Stuttgart) erschienenen Aussatzes von Dr. Fr. Partner. ♦ Weltgeschichte in Straßenrufen. In Paris ruft man jetzt! „Conapuez Zola*, „A bae lea juifa*, „Vive l’armee* u. s. w. Diese „Cria de Paria“ bilden die logische Fortsetzung ber Rufe, die feit länger als hundert Jahren durch die Straßen von Paris schollen. Sie rtpräfentiren ein Stück Geschichte- nachdenkliche Zeitgenossen werben die folgende Zusammenstellung nicht ohne Nutzen stubiren: 1788 rief da- Volk: „Es lebe bet König! ES lebe der Adel! GS lebe die Geistlichkeit! 1789: Nieder mit dem Adel! Nieder mit der Bastille! ES leben d e Generalstaaten! ES (eben Necket und Mirabean l ES lebe Orleans und die Geistlichkeit! 1791: Nieder mit dem Adel! Nieder mit den Priestern! Keinen Gott mehr! Nieder mit Necket! ES leben Baivy und Lafah tte! Nieder mit Bailly und der Constitution von 91! 1793 (Im ersten halben Jahre): Nieder mit Louis Capet! Nieder mit der Monarchie und ber Constitution von 92! Nieder mit Dumouriez! ES lebe die Republik! Es leben Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit! GS (eben die Girondisten! 1793 ('m zweiten halben Jahre): Nieder mit dem Adel, den Reichen und den Pfaffen! Es leben die Jacobiner! Es lebt RobeSpierre! Es lebe Marat, ber Volksfreunb! Es lebe der Schocken! 1794: Nieder mit ben Girondisten! ES lebe Barröre und Conthon i Es lebe die Guillotine! 1794—1795: Nieder mit btm Schrecken und den Henkern! Nieder mit RobeSpierre! 1795—1799: ES lebe da- Direktorium! ES leben Barra- und Bonaparte! ES leben die Fünfhundert! Nieder mit dem Direktorium! Es leben bie Consuln! ES lebe ber erste Consul! 1799—1808: Nieder mit den Consuln! Nieder mit bet Republik! Es lebe der Kaiser Napoleon! GS lebe der Krieg und die Ehrenltgion! ES lebe der Hof! GS lebe die Kaiserin Josephine! 1809—1813: Nieder mit dem Papste! Nieder mit Josephine! ES lebe Marie Louise! Es lebe der König von I Rom! Nieder mit Napoleon, dem Unterdrücket, dem Tyrannen ! 1 Nieder mit dem Senate und den Adlern! ES lebe der legitime ■ König! GS leben die Alliirten! 1815 am 1. März: Nieder mit den Alliirten! Nieder mit den Bourbonen und den Legitimisten! ES lebe Napoleon 1 Am 1. Juni: Nieder mit dem corfischen Usurpator! Nieder mit der Armee! Nieder mit den Vertäthern Ney und Lavalette! E- lebe König Ludwig der Ersehnte! 1816—1830: Nieder mit den Ultra-! SS lebe Decaze»! ES lebe Villäle! ES lebe AngoulLrne und Karl X., der Vielgeliebte ! Nieder mit Polignac und den Ordonnanzen! Nieder mit Karl X. und den Bourbonen! ES lebe LoutS Philipp, der Bürgerkönig.! 1848: Nieder mit Louis Philipp! Nieder mit dem Grafen von Paris! ES lebe Lamartine! ES lebe bie Reform! • Auf dem vallfeft des BereinS Berliner Preffe wurde al- Sprnve für die Damen ein allerliebster Kalender- Almanach vertheilt, in dem sich eine stattliche Reihe namhafter Schriftsteller verewigt hat. Wir geben eine kleine Auswahl ber reizenden Gedankensplitter hier wieder: Mancher hätte wohl lieber baß Geld, Mit dem man sein Denkmal hergestellt, Sckon als lebendiger Mensch beseffev, Um ganz bescheiden fich satt zu effen. Ludwig Fulda. Unterm blauen Himmelszelt Läßt fich allerhand betreiben, Doch baß Beste von ber Welt Ist bie Kunst und wird eß bleiben. Hans Hopfe«. Wer nie Vertrauen schenken könnt', Ist immer auf des Berrathe- Fährte, Und sei ein Mädchen auch noch so blond, Stets steht doch schwarz der BeklagenSwerihe. Julius Stettenheim. Willst Du Über die Frauen schreiben, Laß Dir die Mutter vor Augen bleiben Und gedenke zugleich daran, Daß Deine Tochter eß lesen kann! Albert Traeger. Für ein Ballfest zur Feder greifen! WaS find baß für G'schichten! Tanzenden muß man wa- pfeifen, Aber nicht was dichten. Rosegger. Heiligt der Zweck bie Mittel? Vielleicht Könnt ich mich fromm betheiligeo, Müßt ich nur: ist ber Zwkck erreicht, Ob bie Mittel ihn heiligen. Ernst Wichert. Die Lust de- Schaffen- in Weihestunden, Die haben die Dilettanten erfunden. Die Qual des Schaffen- im Niefichgenügen, Da- ist da- wirkliche Künstlervergnügen. Heinrich Seidel. • Sie kannS beffer. Gattin: „Also heute bei der Festtafel wirst Du eine Rede halten?" — Gatte: „Jo, wenn ich nur nicht stecken bleibe —** — Gattin: „O Gott, könnte ich Dir doch meine Zunge leihen!" • Moderne Heirathsanzeige. Durch den Tod mtiner Frau har sich ein Sitz auf meinem Tandem erledigt. Bewerberinnen hierauf wollen ihre Adreffe unter „All Heil" an bie Expedition b. Bl. fenden. Landwirthschaftttches. «chUi-LalPeter «nd Peru-Guano. Die „Deutsche Land- wirlhschastö-Ztg." schreibt in ihrer Nummer vom 16. Januar 1898: Unter ben stickftoffreichen Handelsdüngern werden diese beiden Dung- stoffe besonders geschätzt. Der Chili-Salpeter hat die unangenehme Eigenschaft, daß er den Boden hart macht, namentlich wenn dieser eine schwere Beschaffenheit schon an und für fich hat, und verursacht das erforderliche Lockern deS Bodens mit der Hacke viel Mühe. Der Salpeter wird nicht vom Boden zurückgehalten, sondern sickert nach starkem Regen in den Untergrund und verschwindet nun theilweise aus dem Bereich der Wurzeln. Daher gibt man bei der Düngung, insbesondere von Hackfrüchten, aber auch von Getreide, nur einen Theil deS Salpeters bet der Bestellung und das Uebrige in mehreren Portionen während der Entwicklung der Pflanzm. Die wiederholte Düngung ist zeitraubend und lästig und bei ungünstiger Witterung kann sie nicht rechtzeitig ausgeführt werden. Alle diese Umstande fallen beim Gebrauch von stickftoffreichem Peru-Guano fort. Dieser macht den Boden nicht hart, die Stickstoffnohrrrng sickert nicht in den Untergrund, man kann daher die volle Düngung mit Peru- Guano sogleich bet der Bestellung geben. Da der P"u-Guavo sowohl Stickstoff von langsamerer wie auch von schnellerer Wirkung nebeneinander enthält, hat der Landmann die Sicherheit, daß den Pflanzen wahrend ihrer ganzen Vegetationsperiode hinrelchcnde Mengen von Nahrung zur Verfügung stehen. zum Kleid Mk. 1.68 6 Meter Waschstoff in grösster Auswahl _ 1139 für Herrenstoffe: ) Cheviot 5.85 versenden in einzelnen Mastern franco ins Haus Oettinger & Co., Frankfurt a. M., Versandh. Separat-Abtheiluug) Stoff z. ganz. Anzug Mk. 3.75 Muster auf Verlangen franco ins Haus. Modebilder gratis. zum Kleid für Mk. 3.90 6 „ Sommer-Nouveant6 n „ „ 2.10 6 „ „ dopp. br. „ „ „ 2.70 6 „ Caohemir. reine Wolle, dop. br. , 4.50 Modernste Kleider- und Blouaen-Stoffe MESSMER" >3.10 v df. PM. Beliebte TheemischungCn höchster Kreise. Mk. 2.80 n. R.50 Dr. Pfd. vorziiel. Qual. 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