• ^certjahr.) '* 5 Chr- i- 8teina ?d* 00 Sonntag den 23. Januar 1808 Mr. 19 Zweites BlatL» Orscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Gießener MamittenvkLtter werden dem Anzeiger «vvchcntUch viermal beigelegt. Gießener Anzeiger Aezugsprei« vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monaüich 75 Pfg. mit Bringerlohn. _______________ < Bei Postbezug Mark 50 Pfg. ierteljährlich. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. General-Anzeiger Alle Anzeigen-VermittlungSstellen des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Aints- Lind Airzeigeblatt für den Ttveis Gieren. Redaction, Expedition und Druckerei: Schnlstraße Ar. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienülätter. Adresse für Depeschen: Anzeiger Kietze». Fernsprecher Nr. 51. AnrtlLche* Thett. Bekanntmachung. In Alt-Wiedermus, Kreis Büdingen, ist die Maul- unb Klauenseuche ausgcbrocheu und Gehöftsperre ange- ordnet word'n. In Nieder-Ofleideu, Kreis Alsfeld, Bergheim, Düdelsheim, Liudheim, Euzheim und Nieder- Mockstadt, Kreis Büdingen, und Nieder-Nosbach, KcetS Friedberg, ist die Maul» und Klauenseuche erloschen und find die verfügten Sperrmaßregrln wieder aufgehoben Serben. Gießen, den 20. Januar 1898. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Akademische Gotthardfahrt nach Italien. Im April und Mai des nun abgelaufenen Jahres brachte vom Süden her ein Sonderzug etliche hundert Studirende aus verschiedenen Universitäten Italiens. Es galt erstens, den fchweizerifchen, deutschen und österreichischen Kommilitonen einen Besuch abzustatten und dann auch die Hauptsehenswürdigkeiten der genannten drei Länder kennen zu lernen. Selbstverständlich wurde dieser Besuch überall auf das Herzlichste ausgenommen und ebenso selbstverständlich wurde eine Gegenvisite in Italien für das Frühjahr 1898 in Aussicht gestellt. Dieses Project, um dessen Verwirklichung sich besonders eine mitteldeutsche Hochschule verdient gemacht hat, gelangt nun im März 1898 zur Ausführung und zwar nach Maßgabe eines trefflich ausgearbeitsten Programmes und zu so erstaunlich billigen Preisen, daß man es kaum für möglich hält, mit so geringem Zeit« und Geldaufwande das mit Recht so gepriesene Wunderland jenseits der Alpen besuchen und besichtigen zu können. Schon wegen der Eigenartigkeit dieser Fahrt nehmen wir von derselben nachstehend in ihren Einzelheiten Notiz, dann aber auch deßwegen, weil, wenn diese Reise auch in erster Linie für Studirende und Lehrer bestimmt ist, doch auch Andere zu derselben eingeführt werden und mithin an der Reise theilnehmen können. Zweifellos wird so mancher »nserer verehrten Leser die Gelegenheit zu einer so billigen und mit allen Annehmlichkeiten ausgestatleten Reise bestens willkommen heißen, und so wollen wir bei Zeiten auf diese Gelegenheit aufmerksam machen. Die Reise wird am Samstag den 5. März 1898 in Luzern angetreten und geht, wie wir bereits mitgetheilt, über die Gotthardbahn nach Mailand Pavia-Genua-Pegli-Livorno- Pisa.Florenz-Rom-Neapel-Vesuv-Capri'Sorrento-Herculanum- Pompeji u. s. w. Sie dauert 15 Tage, doch kann die Rückreise ab Genua bis Luzern noch um weitere 5 Tage verlängert werden. Die Strecken Luzem-Chiasso-Mailand-Genua und zurück, Livorno-Pisa-Florenz und zurück, Civitavecchia-Rom und zurück werden mittelst der Eisenbahn und zwar durch Sonderzüge zurückgelegt. Dieselben führen II. und III. Wagenklasse. Außerdem wird dis electrische Drahtseilbahn in Genua auf Caftellagio (Rigi) und zurück benutzt, und zu den Rundfahrten wie zu den Ab- und Zugängen von und zu den Bahnhöfen werden Equipagen oder Hotelomnibusse gestellt. Die Beförderung von Genua nach Neapel und von da nach Civitavecchia, dann weiter nach Livorno und zurück nach Genua findet mittels eigens gechartertem Dampfer der „Navigazione Generale Jtaliana" (vereinigte Gesellschaft Florio & Rubattino) statt. Der Seeweg ist deßhalb gewählt, weil derselbe — besonders für den Binnenländer — viel interessanter ist, als der zum Theil eintönige Landweg, wie z. B. in der römischen Campagna. Dann aber bietet der Dampfer auch viel größere Annehmlichkeiten als die Eisenbahn. Man kann sich in den Salons und auf dem Promenadendeck frei bewegen. Haltestellen und Stationen unlerroegS' wie bei der Eisenbahn giebt es nicht, dazu die herrliche, staubfreie Seeluft, die Natureffecte des Sonnenauf- und -Unterganges und alle die vielen andern interessanten Erscheinungen des Seelebens, — dies alles läßt die Dampferfahrt bei Weitem vortheilhafter erscheinen, als die fast endlos erscheinende, ermüdende Eisenbahnsahrt zwischen Genua und Neapel (hin und zurück 1494 Kilometer!!). Dann aber will es noch ein glückliches Ungefähr, daß das Schiff gerade zur Zeit des Vollmondes die Meereswogen durchschneidet, und so wird die Romantik der ganzen Reise durch Nachtfahrten auf den Fluchen des Mittel! ändischen Meeres im Lichte des Vollmondes wesentlich erhöht werden. Ein besonderer Vortheil ist es, daß der Dampfer während der ganzen Reise derselbe bleibt: es wird, wenn man nicht immer sein ganzes Gepäck mit sich schleppen will, das Ein- und Ausladen desselben vermieden. Jeder Reisende behält seinen Cabinenplatz, hat also sozusagen — die Logis auf dem Lande natürlich ausgenommen — fein eigenes Heim und fein eigenes Bett auf Reifen. Der Dampfer steht mit allen für den Gebrauch der Passagiere bestimmten Räumlichkeiten zur Disposition der Reifenden. Der Preis mit Eisenbahnfahrt, Dampfer, Logis in erstklassigen Hotels, mit vollständiger Verpflegung zu Wasser und zu Lande, einschließlich Wein, Rundfahrten in den Städten, Extraausflügen, sowie Führung und Besichtigung sämmtlicher Hauptsehenswürdigkeiten, mit sämmtlichen Hotel- und andern Trinkgeldern u. s. w. beträgt pro Person nur Mk. 325 ---- fl. 196 o. W. = Fr. 410. Die Beförderung geschieht auf den Eisenbahnen in der dritten Wagenklasse. WünschtJemand durchweg zweiter Klasse zu reisen, so erhöht sich der Gesammtpreis um Mk. 25 — Fr. 31.70 — fl. 16 ö. W. Ein Unterschied in der Verpflegung oder in den Logis oder in irgend einer sonstigen Weise findet sonst nicht statt. Ebenso wird auch auf den Schiffen kein Sabinen- oder Verpflegungsunterschied gemacht. Der Dampfer hat Sabinen erster und zweiter Klasse. Erstere haben je zwei Betten mit Fauteuil, letztere je vier Betten. Die Besetzung der Sabinen geschieht genau nach der Reihe der einlaufenden definitiven Anmeldungen. Zunächst werden die Sabinen erster Klaffe, sodann diejenigen zweiter Klasse belegt. Es kann und wird also vorkommen, daß Eisenbahnreisende dritter Klaffe erste Klasse auf dem Dampfschiffe erhalten, sofern sie sich rechtzeitig etwa vor Eisenbahnreisenden zweiter Klasse melden, die ihren Beitritt vielleicht erklären, nachdem die Sabinen erster Klaffe vergriffen sind. Es ist dafür Sorge getragen, daß Lehrer, Studirende und andere Theilnehmer getrennte Sabinen erhalten. Weibliche Angehörige können mitgenommen werden, und wird wegen des Placements und des Logis der letzteren in den Zügen, auf dem Schiff und in den Hotels im Einverständniß mit ihren männlichen Angehörigen das diesen besondern Fällen Entsprechende veranlaßt werden. Einzeln reisende Damen — es seien denn wirklich Studirende — können an dieser Reise nicht theilnehmen. Es ist, wie schließlich noch hervorgehoben werden soll, aus sich von selbst ergebenden Gründen bei einer Reise von so großen Raum- und Zahlendimensionen unumgänglich nothwendig, daß die Gesammtzahl der Theilnehmer so früh als möglich feststeht; aus diesem Grunde ist der letzte Anmeldungstermin auf Donnerstag den 10. Februar 1898 Feuilleton. Der junge, gnädige Herr. Skizze von S. Hoechstetter. (Nachdruck verboten.) K. 0. Er hieß Christian. Hr war der Sohn des Herrn Confistortaldirectors Molleuberg und seiner Gemahlin Beate, einer geborenen von Bäumler, Tochter des seligen Professors der Philologie Dr. Christoph von Bäumler. Der Herr Coufistortaldirector war aber nun nicht nur von Stand und Familie —- nein — auch von Vermögen. Und Herr Christian, der Sohn, vereinigte nicht nur alle Tugenden seiner Familie in normalem Maße in sich — «ein — er hatte auch die typische Mollenberg-Baumlerische EtgenthÜmlichkrit in gesteigertem Grade — den Hochmuth. Für eine hochkirchliche, wenn auch directorltche Familie schickt es fich aber, das StandeSbewußtsein nicht zu zeigen. Deßhalb herrschten im Hause Mollenberg die menschenfreundlichsten Ideen, welche sich unter anderem darin äußerten, daß mvu die kleine Flickerin, die jeden Montag kam, an der Wäsche und Garderobe de« Hause« nach dem Rechtrn zu sehen, d. h. dem Herrn Director die zersranzten Oberhemden, der Frau Directorin die Rocksiöße, Handschuhe und Leintücher unb dem jungen Herrn die Strümpfe aulzubessern, mit den Herrschaften an einem Tische essen ließ. Christian wäre sonst ein ganz guter, luftiger Junge ge- wesen. Aber Manu hielt ihn fortwährend in dem Bewußtsein, daß ein junger Herr von Stand und Familie in der Wahl seiner Freunde und besonders im Umgänge mit dem weiblichen Geschlecht nicht vorsichtig genug sein könne. Auch dürfe er nie vergessrn, daß ein junger Mann mit seinen Vorzügen das SehnsuchtSztel aller weiblichen Wesen — nb nun Mütter oder Töchter — sei. Ferner dürste der Sohn eines Lonfistorialdtrector» und Enkel eine» Professors selbst bei rtner Gräfin freudigstes Entgegenkommen erwarten. Tie war immer ganz geknickt in Ehrfurcht, die kleine RegtstratorSwaife. Tie traute fich nur auf die äußerste Kante des Stuhles zu fetzen — und erröthete, wenn man ihr den Teller wechselte — unb wenn erst gar ber Herr Confistorialdirector mit ihr sprach — ach!! Unb ber Herr Christian! Er erzählte kleine, lustige Geschichten, wie er Primaner war — unb dann als Student auch noch. Unb sie mußte ihn immer ansehen, wie er so schön sprechen konnte — unb fie vergaß Essen unb Trinken barüber. „Ach, der Herr Christian," sagte sie dann Wohl mit einem bewundernden Seufzer zu der Frau Directorin. „Ach, der Herr Christian!" Dann verwandelte fich die anbetende Redensart ein paar Jahre lang in „Ach, der junge, gnädige Herr" — und dann hieß es: „Ach, der Herr Docior!" Die gnädige Frau lächelte gütig. Das arme Mädchen hatte doch auch eine Freude. Der schöne Christian war wohl ihr Ideal, zu dem fie aufsah als zu einer Erscheinung au« einer höheren Welt. Sie ist eigentlich gar kein häßliches Mädchen mit ihren 25 Jahren, dachte die Frau Directorin, und fie weiß die Ehre zu schätzen, von directorlichen Tellern zu essen unb auf directorlichen Stühlen zu fitzen. Der junge Herr Doctor lebte nun wieder ganz bei feinen Eltern. Er hatte fich an der Universität al» Docent niedergelassen. Concerte, Theater, Gesellschaften unb andere weltliche Lustbarkeiten besuchte er nicht. Er war auch wirklich zu gut für diese modernen jungen Mädchen. Wenn — was leider nicht zu vermeiden war — dann unb wann eine von den vielen Nichten des Hause» zu Besuch kam, so wurde fie so sehr über den unendlichen Werth feiner Zeit belehrt, daß fie von selbst Gespräche mit ihm vermied, um dem Jahrhundert nicht» zu rauben. So war der junge, gnädige Herr 30 Jahre alt geworden, ohne einen Menschen zu haben, der ihm weniger gleichgiltig war, al» die andern alle. Und die Näherin, die nun auch 30 Jahre alt war, flüsterte immer noch: „Ach, der gnädige Herr Professor!" Da trat ein Umschwung in Christian» Leben ein. Seine Eltern hatten eine arme, hochktrchliche Gräfin kennen gelernt — und diese Dame besaß außer der Arrnuth und dem Glauben auch noch eine Tochter. Und diese Tochter hatte außer einem präsentablen Aeußeren den dringenden Wunsch, fich zu verehelichen. Die Folge davon war, daß die erstaunte und neidvolle Gesellschaft von Soundso eine» Tage» folgende Anzeige erhielt: Hilda, Gräfin von Katzenhausen Dr. phil. Christian Mollenberg Prtvatdocent Verlobte. E» war alle» sehr vernünftig dabei zugegangeu — und sehr feierlich. Er schenkte seiner Braut eine Prachtausgabe ber Palmblätter — unb er bekam eine wundervolle Tabatisre, die weniger ihrer Nützlichkeit al» be» Umstande» wegen, daß fie der gräfliche Vater dereinst vom LaudeSherrn erhalten hatte, unvergleichlich schätzbar war. Die Näherin aber saß nun wochenlang bei Director» unb arbeitete „seine" Aussteuer. Mit jebem Stich versenkte fie einen guten Wunsch in bie Hemben und Taschentücher de» jungen, gnädigen Herrn. Und al» ihr eine» Tages die Frau Directorin in besonder» gnädiger Laune von dem Glücke de» Sohne» erzählte, ba flüsterte fie in tiefster Demnth: „Jede Prinzessin hätte fich eine Ehre daran» machen dürfen, jede Prinzessia." Die Hochzeit kam. Alle», wa» in den beiderseitigen Familien an Glanz aufgeboten werden konnte, ob e» fich nun nm Titel, Uniformen, Silber ober Meißener Porzellan handelte, war zur Stelle geschafft. festgesetzt worden, dessen absolute Innehaltung zur präcisen Durchführung des Reiseprogrammes unbedingt geboten ist. Diese Reiseprogramme liegen unentgeltlich bei den Oberpedellen sämmtlicher Universitäten und anderen Hochschulen Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz auf, auch kann jede beliebige Anzahl dieser Programme kosten- und portofrei vom Internationalen Reisebureau in Basel — dem mit der Leitung und Ausführung der Reise betrauten Bureau — bezogen werden. Letztgenanntes Bureau gibt auch auf alle »eiteren Anfragen über die Details der Reise schriftlich und mündlich eingehende Auskunft. Deutsche» Reich. Berlin. 21. Januar. Die „Kreuzztg." theilt mit, daß von einer Absicht der Kaiserin, im Frühjahr einen südlichen Kurort aufzusuchev, bet Hofe nicht- bekannt ist. Berlin, 21. Januar. Da- Magistratscollegium beschloß in Bezug auf da- Denkmal der Märzgefallenen den weirergeheuden Antrag der Stadtverordneteu-Bersammlung, d. h. die Errichtung eine» Gedenksteine-, abzulehnen. Berlin, 21. Januar. In einer vorgestern abgehaltenen Sitzung hat die CentrumSfraction de- Reichstages sich abermals mit dem Flottengesetz beschäftigt und ist dabei einmüthig zu dem Ergebniß gekommen, daß zur Zett kein Anlaß vorltegt, von dem Lieber'fcheu Standpunkt ab- zugehen. Beilin, 21. Januar. Die Budget-Commission des Reichstages setzte heute die Berathung des Post- erat- fort. StaatSsecretär Podbtelskt kündigte an, daß die Kündigungsfrist für nicht angestrllte Beamte von vier Wochen auf drei Monate erhöht werden soll. Eine leichtere Sommer- kleidung für Briefträger soll ebenfalls eingeführt werden. Darauf gelangte einstimmig ein Antrag de- Abg. Lieber (Ctr.) zur Annahme, welcher die Gehälter der Laudbriefträger und Uaterbeamren noch für dieser Jahr^ in einem Nachtragsetat erhöht wissen will. Die Erhöhung des GehaltS des Staats- secretärS von 27000 auf 30000 Mk. wird von der Aus- führung dieses Antrages abhängig gemacht und abgelehnt. Morgen werden die Berathuugeu fortgesetzt. Karlsruhe, 21. Januar. Die mit der BerfassungSfrage betraute Commission des Landtage- nahm mit neun gegen sechs Stimmen den Antrag auf Einführung der direkten Wahl, sowie den Eventualantrag auf Einführung des Pro- PorttonalsystemS einstimmig au. Kaiserslautern, 21. Januar. Bet der gestrigen Reichstag-. Ersatz w ahl in dem Wahlkreise Homburg-Kusel erhielten nach der „Pfälz. Pr." Schmitt (natl.) 6516, Lucke (Bauernbund) 3342, Dr. Jaeger (Ctr.) 3239 und Ehrhart (Soc.) 807 Stimmen. Au- 11 Orten fehlen die Ergebnisse noch, doch scheint eine Stichwahl zwischen Schmitt und Lucke erforderlich. Mustang. Wien, 21. Januar. Laut officiöser Meldungen ist die österreichische Beobachtung-station auf der Halbinsel Ra- Turfa, gegenüber Massaua, am 11. Januar von Beduinen plötzlich überfallen worden. Der Ueberfall konnte jedoch ab- gewtesen werden, ohne daß da- Station-personal Verluste erlitt. Die Station, welche von dem auf einer wissenschaftlichen Expedition im Rothen Meer befindlichen Kriegsschiff „Pola" errichtet worden war, wurde abgebrochen und geräumt. Prag, 21. Januar. Die Polizei macht bekannt: Das öffentliche Tragen aller demonstrativen Abzeichen, BereinSzeichen und Vereinstrachten ist zeitweilig auSuahmlo- untersagt. Uebertretungen werden mit Geldstrafe von 100 fl. oder Arrest bis zu 14 Tagen bestraft. Prag. 21. Januar. Dem Bürgermeister Podlipny wurde nach seiner gestrigen Rede im Landtag von einigen Damen, die seine Rede auf der Gallerte angehört hatten, ein Lorbeerkranz überreicht, den die Damen telephonisch iv- LandtagSgebäude bestellten. Die tschechischen Blätter constatiren, daß die Damen bei der Urberretchung des Kranze- mitunter bis zu Thränen gerührt waren. Der Bürgermeister dankte und drückte seine Ueberzeugung au-, daß in dem bevorstehenden ernsten Kampfe der tschechischen Nation die tschechischen Frauen und Mädchen der hochwichtigen Aufgabe, die ihrer harre, glänzend Nachkommen würden. Prag, 21. Januar. In der Stadt herrscht vollständige Ruhe. Dieselbe hat wieder ihr gewöhnliches Aussehen. Wegen der polizeilichen Kundmachung, durch welche daS öffentliche Tragen vou Abzeichen und VereiuStrachten zeitweilig verboten wird, beschlossen die deutschen Abgeordneten, im Landtage an den Statthalter eine Interpellation zu richten, da diese Maßregel sich lediglich gegen die Studenten richte, und als direkte Parteinahme der Polizei für die Tschechen angesehen wird. Paris, 21. Januar. Im Laufe des gestrigen Tages sind nicht weniger als 125 Personen verhaftet worden, darunter viele Studenten und auch einige verdächtige Personen. Und der Herr Confistorialdirector hielt eine von Würde getragene Rede. Hinten aber, in einem leeren Ktrchftuhl, da saß die kleine, arme Näherin und weinte, — nicht au- Senil« Mentalität nein, fie mußte weinen in einer sonderbaren, selbstlosen Freude über das Glück de- schönen, jungen, anä« digeu Herrn. Und er hatte doch kaum jemals mehr al» ein Wort zu ihr gesagt! Christian machte ein ganz zufriedene» Gesicht, als er vom Altäre wegschritt. Da» Leben hatte sich wirklich bi» jetzt sehr anständig gegen ihn benommen. Wenn ihm in diesem Augenblicke Jemand gesagt hätte, daß die kleine, armselige Näherin der einzige Mensch auf der Welt war, der ihn liebte?! Nun — da» wußte ja auch Niemand. Madrid, 21. Januar. Der Mtnisterrath bewilligte 500 000 Peseta» für die durch die Ueberschwemmuugrn Beschädigten. Cocales und protHttjieUes» Giete», den 22. Januar. ♦♦ Für eine richtige Wiaterperiode soll nach den letzten Berichten de» schweizerischen meteorologischen Central« bureauS wenig Aussicht mehr sein. In dem Bericht heißt eS: Die allgemeinen Druckoerhältniffe, so wie fie gegenwärtig über dem europäischen Conttueut zu Tage treten, sprechen noch gar nicht für einen ordentlichen Schneewinter. Im Süden und Osten des Erdtheils steht das Barometer fortgesetzt hoch, niedrig dagegen über dem Norden Europas, daher die Zufuhr wärmerer Luftwaffen offen steht. Die Wirkung eines warmen südwestlichen Stromes gibt sich namentlich über dem ganzen westlichen Europa auffallend kund- die französischen und englischen Stationen melden bereits seit Wochen so hohe Morgentemperaturen, wie fie selbst nicht an der Riviera in so konsequenter Aufeinanderfolge Vorkommen. Ab und zu spüren wir diesen mächtigen, erwärmenden Luftstrom des Atlant'c auch weiterhin ostwärts tief im Contiueut, und bis heute find wir unter seinem Einfluß von einem strengen, dauernden Kältefall verschont geblieben. Dieser bis jetzt, namentlich für das westliche Mitteleuropa, ausnehmend milde Winter hat wahrscheinlich in den Polargegeuden nach Nord- ostev, vermmhltch im nördlichen Sibirien oder im Norden des amerikanischen Festlandes, fein Gegengewicht. Schon der berühmte Berliner Meteorologe Dove hat seiner Zeit an einer großen Reihe grundlegender Untersuchungen über das Auftreten außergewöhnlicher Wärmeverhältniffe auf der Erdoberfläche nachgewiefeu, daß starke Abweichungen vom normalen Gange der Temperatur nicht local, sondern über größere Flächenräume mehr gleichförmig verbreitet find, und daß namentlich bedeutendere negative Abweichungen, also Wärmemangel über einem größeren Gebiete der Erde, durch posttive, daS heißt durch Wärmeüberschüsse in einem anderen compenfirt werden müffen und umgekehrt. Der Gesammtwärmebetrag bleibt fich also annähernd gleich. ** Gültigkeitsdauer der Rückfahrkarten. Zur Verminderung des mit der alljährlichen Festsetzung der Geltungsdauer der gewöhnlichen Rückfahrtkarten zum Oster-, Pfingst- und Weihnachtsfeste verbundenen Schreibwerks ist die Geltungsdauer der gewöhnlichen Rückfahrtkarten von sonst kürzerer Dauer zum Oster-, Pfingst- und Weihnacht-fest für die preußischen Staat-bahnen bis auf Weiteres wie folgt festgesetzt worden: a) zum Osterfest vom 12. Tage vor biS zum 12. Tage nach dem ersten Friertage- b) zum Pfingstfest vom 3. Tage vor bis zum 8. Tage nach dem ersten Feiertage- c) zum Wethnachlsfest vom 7. Tage vor bis zum 14. Tage nach dem ersten Feiertag. Die angegebenen Anfangs- und Endtermine find jeweils etngeschloffen. Diese Bestimmung soll auch in dem direkten Personenverkehr mit anderen deutschen und mit außerdeutscheu Eisenbahnen eingeführt werden, sofern die fremden Bahnen ihre Zustimmung geben. ES soll jedesmal rechtzeitig vor den drei Festen die Zeit, für welche die Rückfahrtkarten gelten, namentlich auch im redaktionellen Theil der größeren Tage-blätter unter Bezeichnung des Datums des ersten und letzten Tage» ausgiebig veröffentlicht werden. n. Echzell, 20. Januar. Nicht weniger al» 158 101.79 Mk. betrug das Gesammtguthabeu der in 38 Gemeinden unseres Kreises bestehenden Pfenuigsparkassen nach dem letzten Ausweis. Unsere Pfennigsparkasse steht dabet mit 21 090 Mk. obenan. n. Glauberg, 20. Januar. Die Schülerzahl in unserer Gemeinde hat derart zugenommen, daß die Errichtung einer neuen Schulklasse im Laufe des nächsten Schul- jahres erfolgen muß. ES wird dies geschehen, sobald ein neuer Schalsaal gebaut ist. Wir erhalten dann eine zwei- klasfige Volksschule. Die Gemeinde gedenkt die nöthigen Räumlichkeiten dadurch zu erhalten, daß fie zwei neue Schulsäle im alten Schulhofe nebeneinander baut und im untersten Stock des alten Schulhauses, der seither den Schulsaal enthielt, eine Lehrerwohnung einrtchtet. -1- Salzhausen, 20. Januar. Für die kommende Bade- saisou werden bet uns verschickte neue Etnrichtungeu und Anlagen gemacht. E» giebt eine neue Süßwafferleitung, neue Badezellen, das Keffelhaus wird umgebaut, an den Kurgebäuden wird verschönert und verbeffert und nach sämmt- ltchen Badezelleu wird die Süßwafferleitung geführt. Da die Bahnen durch die Wetterau den Verkehr so bedeutend gehoben, darf angenommen werden, daß unser idyllisch gelegene-, heilkräftige» Bad sowohl durch die neuen Einrichtungen al» auch durch den wesentlich erleichterten Verkehr einen leb» haften Aufschwung nehmen wird. * Unter bet Anklage, einen Kranken, der ihrer Aussicht anvertraut war, schwer mißhandelt zu haben, standen am Dienstag die Jrrenwärter Emtl Mätschke und Wilhelm Kandziora vor der vierten Strafkammer de- Berliner Land- gerich.S II. Die beiden au» der Untersuchungshaft vorgeführten Angeklagten waren in einer Irrenanstalt zu Rosenthal als Wärter angesteüt. Am Abend deS 15. November v. I. hörte der Besitzer au» dem Badezimmer seiner Anstalt wüstes Stimmengewirr. ES war bereits nach 10 Uhr und der Umstand, daß zu dieser Zeit noch das Badezimmer benutzt wurde, auffällig. Er begab fich dorthin uud al» er die Thüre öffnete, bot sich ihm folgende» Bild: Der Angeklagte Mätschke hielt einen Kranken mit Gewalt in der Wanne nieder, während Kandziora auf denselben mit der Faust einhieb. Der Mißhandelte, in welchem der Anftaltleiter einen 50jährigen Mann Namen- Marschewska erkannte, befand sich in einem Schauder erregenden Zustande. Der Arzt erkannte sofort, daß die beide« Wärter betrunken waren, fie vermochten über die Veranlassung zu ihrem Thun keinen Ausschluß zu geben- fie mußten zu Bett geschickt werden. Sodann untersuchte der Arzt den Kranken. Derselbe hatte am Kopfe 14 bi» 15 blutende Wunden, eine Arterie war geplatzt und mußte schleunigst unterbunden werden, damit der Kranke fich nicht verblutete. Der linke Vorderarm war gebrochen, eS hat dies zur Folge gehabt, daß zwei Finger der linken Hand gelähmt geblieben find. Auf dem Rücken hatte Marschewska 18 blutunterlaufene Striemen, die augenscheinlich mit einem dicken Stock hervor- gedracht waren, Hautabschürfungen befanden fich aus dem ganzen Leibe. Im Gesicht, besonder- in der Gegend der beiden Augenwinkel, befanden fich blutende Wunden. Die Wände de- Badezimmer- waren mit Blut bespritzt. Der Arzt erklärte am Dien-tag vor Gericht, daß die Mißhandlungen lebeusgesährlich gewesen. Selbstverständlich hat er die beiden Wärter sofort entlaffen uud Strafanzeige gegen fie erstattet. Nach Vernehmung mehrerer Zeugen depomrte al» letzter Zeuge der Arbeiter Hase: Ich bin sieben Wochen in der Anstalt gewesen uud habe in der fraglichen Nacht den Schlaffaal mit MarschewSky getheilt. Der Letztere hat die Übrigen Insassen fortgesetzt belästigt uud sich auch in den unver» schloffenen Nebenraum begeben, wo „bei starke Lthmanu" schlief. Dieser ist wegen der Störung böse geworden uud hat fich au- dem Bett erhoben, den Marschewska gepackt uud ihu tüchtig verhauen. Er hat denselben zu Boden geworfen uud ihn mit einem Schuh, wie er vou den Kranken in der Anstalt getragen wurde, viele Male gegen den Kopf geschlagen, er hat ihn wiederholt emporgehoben, um ihn wieder mit Wucht zur Erde zu werfen, uud schließlich hat er ihn in den gemetnsamen Schlasfaal hineiugewoifeu, wo Mar- fchew-ka gegen das eiserne Gitter flog, welches die Dampfheizung einfrtedtgte. Auf dem Boden hätten die Scherben eine» zerbrochenen LampenchlinderS gelegen. Hierduech könne Marschewska wohl die Schnittwunden im Gesicht erhalten hoben. — Der Staatsanwalt erkannte an, daß der Haupt- thetl der Verletzungen des Marschewska auf die Mißhandlungen des Irren Lehmann zurückzuführeu sei, aber er beantragte gegen Kandziora drei Jahre, gegen Mätschke ein Jahr Gefängniß. Der Lertheidiger erklärte nun, daß er bet dieser Sachlage nicht auf das persönliche Erscheinen te» Zeugen Pethke verzichten könne. Der Gerichtshof vertagte deshalb die Verhandlung. • Der Knoten im Taschentuch,°das oft bewährte Erinnerungsmittel leicht vergeßlicher Köpfe, hat seine Heimath in keinem geringeren Lande als in — China. Er blickt auf eine vieltausendjährige Vergangenheit zurück. Bevor das Reich der Mitte die Schriftsprache erfand, wa» erst 3000 vor Christus geschah, bewahrte man dort die Erinnerung an wichtige Thatsacheu durch lange in Knoten verschlungene Schnüre auf. Diese Art Schrift scheint sehr primitiv, aber doch verstand es der Chinese, durch die verschiedensten und kunstvollsten Knoten die größte Weisheit au»- zudrücken. Die älteste Geschichte Chinas ist ausschließlich in verknoteten Schnüren aufbewahrt. Al» nach dem Jahre 8000 der Kaiser Tschang-Ki die ersten chinesischen Buchstaben erfand, wurde die Knotenschrift abgethan - nur der „Knoien im Taschentuch", der fich von China nach dem Abendlande verbreitet hat, erinnert noch an den sonderbaren Brauch. — Auch im alten Peru kannte man diese Knotenschrift uud nannte solche Schnüre „KibuS". * Weibliche Verbrecher. In dem jüngsten statistischen Jahrbuch für daS Deutsche Reich werden für die letzten zehn Jahre die Zahlen für die in diesem Zeitraum begangenen Vergehen und Verbrechen zusammengestellr. WaS die einzelnen Vergehen uud Verbrechen anbetrifft, so ist be- merkenSwerth. daß die Zahlen sür gefährliche Körperverletzung den größten Unterschied zwischen Männern und Frauen zum NachrheU der Ersteren zeigen- gleichmäßiger ist schon Die Linie bei beiden Geschlechtern beim Diebstahl, sowohl einfachem wie im Rücksall, und zwar fällt hier bei Männern und Frauen der Höhepunkt der Crimioalität in die Altersklasse vou 18 bis 21 Jahren. Beim Betrug stehen die meisten weiblichen Verurtheilten im Alrer von 18 btS 21 Jahren, während die meisten Männer zur Zett der That ein Alter von 21 bis 25 Jahren hatten. Bei Hehlerei kommt die weibliche Criminalität der männlichen sehr nahe- hier find bet beiden Geschlechtern die Schwankungen der Crimiralität sehr gering, und -war wird der Höhepunkt bei den Männern mit 18 bis 21 Jahren, bei den Frauen mit 40 bis 50 Jahren erreicht. Zum Hausfriedensbruch neigen die Männer am meisten mir 21 btS 25 Jahren, während die wegen diese» Vergehens verurtheilten Frauen meist im Alter von 40 bis 50 Jahren stehen. ♦ Mehr am Platze. Erster Student: „Sage 'mal, führst Du ein Tagebuch?" — Zweiter Student: „Ein Tagebuch? Nein, wohl aber könnte ich ein Nachtbuch führen." Uniocrfitäf» - Nachrichten. — An der Universität Chicago soll der „Post" zufolge mit einer journalifttf eben Facultät der Versuch gemacht werden. Eine besondere Schuladthrilung soll eigens für btc Leute eingerichtet werden, welche sich dem Berufe der ZeitungSschreiberei widmen wollen. ES handelt sich um die Heranbildung von Journalisten ftr die anglo amerikanische Presse. Lan-wirthschaftlicher. — Pflege de» Milchvietze» im Winter. Besonders die Wintermonale sind außerordenUich geeignet zur genauen Beobachtung des Viehstandes, denn man kann sich dieser flrbctt dauernder und regelmäßiger widmen, wie sonst, und dann so feststellen, ob es zweckmäßig erscheint, dieses oder jenes Thier auszumerzen oder wenigsten» von der Zucht auszuschließen. AuS diesem Grunde nehme man auch wöchentlich ein Probemclken vor und vergleiche nicht allein die Milchmengen der verschiedenen Thiere, sondern auch deren Fettgehalt, auf den eS bei der Herstellung von Butter allein ankommt. Kann man den Fettgehalt nicht selbstständig feftstellen, so gebe man die Milch zur Untersuchung, was mit den neuen MUchfettbestimmungS« apparaten für geringe Entschädigung geschieht. Durch Vergleich solcher Unternehmungen gewinnt man auch wichtige Schlüffe üb« die Richtigkeit und Zweckmäßigkeit der Fütterung. F-gb , 30/ ii auifMlii m i oach bei Zähre 8000 it^tn BMadn tv Ui nni bei gftnottD nach bei Äbenblonbt iinberbtren Brauch. - । dreie -uttnichrisr nnb *d*<* ■ ■" der *•' »erwi ' :«oibni» n jtngßen ß-mstiitu Keich »erben für öie tte in diesei ßeitro» ^laimengeMr. en anbemsfl, so ist de« L-riiche UrpnBnlk»°°I Tuen mb gionen jui tiögiflir ist ich°° t,{ r.ekstahl, ion>o!)l «D‘ Lür Sier bei Vknen. mnoütät in bit Mn * *e W" * i.(t fit M ->° w*» KrS ' « die VSnner °« °">° . „„!« »IHrf •sx*«* . •ä*21?5 ■ '“'A :: ■ „ rtifli ova •’ flirt - A'S* ' ' ollem x ä6s L'i t.ltb ?h ' Rt nii I**« “ I« bi, ,,ir " iUr 8°!« l!a ft?1 ,tbl"b« » Ä'n‘*e Minbm J ^rd,r« r| h b * «f bem lmendr ton ?lD^ btr “S bi< «Hfari?** i'te'S: KL «K* * *« sw ’ 7 StDorben unb ^^b«i gtpait und L V* ®obtn atttotfin R» bin Sopi w. ‘ '^Wch bat er ihn ^nvorsen, ®0 1/ »elchrs bu Da»ps, ” ^rn die Sdjirbtn hierdurch tinat ® ® SM erhalten " ®i bi§ der Haupt, °°s die Nißhaud, ^4"n sei, aber tr be- ,S°«' ’t Städtischer Arbeitsnachweis Gießen. Gartenstrahe 2. «ör-edot der «r-rttnehm^rr 2 Bäcker (t erster u. 1 zweiter), 1 Krankenwärter, 1 Krankenpflegerin, 1 Spengler, 1 Weißbinder, 2 Maschinenschlosser, 2 aepr. Heizer, 1 Schudmacher, 1 Möbelschreiner 3 Lauffrauen, 1 Lausmädchen, 6 Taglöhner, 4 Hausburschen, 4 Fuhrknechte, 2 Kutscher, 1 Bureaudiener, 1 AuS- hilsskcllner, 3 Schreibgehülfen, 2 Bureaugehülfen. Nachfrage der Arbeitsederr 1 Drechsler, 5 Kesselschmiede, 6 Stemmer, 1 tücht. Glaser (Rahmenmacher), 1 tücht. Küfer, 8 tücht. Maschinenschlosser, 2 tücht. Bauschlosser, 1 Schmied, 1 Wagner, 1 Schreiner, 1 Schneider, 1 Fuhrknecht, 1 Knecht für Kühe, 2 Hausburschen, 10 tücht Dienstmädchen für Küche und Hausarbeit, 2 Hausmädchen, welche bügeln, nähen und serotren können, 1 Kindermädchen in ländlicher Tracht, 1 Dienstmädchen oom Lande im Alter von 15 bis 16 Jahren. Lehrlinge: 3 Bäcker, 2 Buchbinder, 2 Gärtner, 2 Drechsler, 2 Drucker, 4 Schuhmacher, 5 Schneider, 4 Schreiner, 6 Schlosser, 1 Kupferschmied, 2 Schmied, 1 Wagner. Holzversteigcrung iit der Fürstlich Solmfischen Oberförsterei Lich. Es sollen versteigert werden: Montag den 31. Januar im District Riedwald von Vormittags 9V2 Uhr an: Buchen: 142 Rm. Scheiter, 136 Rm. Knüppel, 74 Rm. Stöcke, 64 Hdt. Wellen; Eichen: 13 Rm. Scheiter, 56 Rm. Knüppel, 60 Rm. Stöcke, 14 Hdt. Wellen; Nadelholz: 3 Rm. Scheiter, 12 Hdt. Wellen. 1921 Stück Fichtenstangen — 20,69 Fm. Die Zusammenkunft ist auf der sogen, alten Laubacher Straße, dort wo dieselbe vom Fußpfad Lich—Harbach gekreuzt wird. Dienstag den 1. Februar im District Hard von Vormittags 9i/a Uhr an: Buchen: 122 Rm. Scheiter, 11) Rm. Knüppel, 89 Rm. Stöcke, 13 Hdt. Wellen; Eichen: H Rm. Scheiter (meist Rundscheitholz), 33 Rm. Knüppel, 98 Rm. Stöcke, 18 Hdt. Wellen; Nadelholz: 9 Rm. Knüppel, 4 Rm. Stöcke, 19 Hdt. Wellen; 30 Hdt. Weichholz. (Ausputz-)Wellen. 1 Elzbeerstamm, 4 m lang, 25 cm mittl. Durch.; 4335 Fichtenstangen = 19,56 Fm., zu Bohnenstangen, zum Zumachen, zu Spundstangen, Baumpfählen und Hopfenstangen geeignet. Die Zusammenkunft ist auf dem chausfirten Weg von Kolnhausen in die Hard, ca. 100 Schritte im Walde. Lich, am 18. Januar 1898. 806 Dr. Dieffeubach. Bekanntmachung. Die diesjährige Generalversammlung hat uns aus den Ueberfchüffen pro 1896 einen Betrag zur Verfügung gestellt, um auch im nächsten Sommer wieder eine Anzahl armer serophulöser Kinder in der Kiuderheilavftalt zu Bad-Nauheim unterbringen zu können. Es werden deshalb alle diejenigen Bewohner des Sparkaffenbezirks Gießen, welche solche kranken Kinder haben und nicht selbst in der Lage sind, die Kosten bestreiten zu können, aufgefordert, sich bei ihrem Pfarramt oder der Bürgermeisterei baldigst zu melden. Bei der Anmeldung ist ein ärztliches Zeugniß vorzulegen, in welchem die Rothwendigkeit einer Badekur bescheinigt sein muß. Es ist nicht ausgeschloffen, daß Kindern, welche bereits auf Kosten der Sparkasse eine Badekur durchgemacht haben, die Kosten für eine weitere Kur bewilligt werden können. Die Pfarrämter und Bürgermeistereien ersuchen wir, uns die einlaufenden Meldungen mit dem ärztlichen Atteste und einer Bescheinigung über die Bedürftigkeit der betreffenden Eltern bis längstens Ende Januar k. I. zusenden zu wollen. Gießen, den 7. December 1897. Direction der Spar- und Leihkasse Gießen. I. E.: Wiener. 22 r«clianntiniul)iuuv. Die Lieferung des Bedarfs für 1898/99 von etwa 14350 kg Petroleum, 160cbm Brennholz, 498 Haarbesen, 187 Piassaoa- besen, 345 Besenstiele, 35 kg weiße Seife, 350 kg grüne Seife, 250 kg crystallistrtes Soda, sowie gläserne und irdene Geschirre und Tischgeräthe, fowie die An- und Abfuhr der Steinkohlen werden am 1. Februar 1898, Vormittags 10 Uhr, in unserem Geschäftszimmer verdungen 769 Garnison - Verwaltung in Gieße«. Die Gemeinde Alteu-Buseck verkauft einen fetten 790 Fafelochsen. Bewerber wollen sich auf Großh. Bürgermeisterei Alten-Buseck melden. Ausverkauf. Montag den 24., Dienstag den 25. und Mittwoch den 26. l. Mts. findet ein Ausverkauf der zur Concursmasse des Uhrmachers Karl Oswald in Grünberg gehörigen Maaren statt. Es kommen zum Verkauf und werden zu den billigsten Preis«! abgegeben: alle Sorten Taschenuhren, Negulateure, Wanduhren, Wecker, Gold- und Silberwaaren, Uhrketten, Anhänger, Brillen, Zwicker «. f. w. Der Verkauf wird im Laden des Gemeinschuldners in der Marktgasse vorgenommen. Grünberg, 20. Januar 1898. 774 Der Coneursverwalter. IG- uni) Mmi- Derpchiung. Dienstag den 15. Februar l. I., Bormittags 11 Uhr, soll im Rathhaus dahier die hiesige Gemeindejagd, bestehend aus 565 ha Feld und 492 ha Wald, sowie auch die Fischerei, aus weitere 6 bezw. 12 Jahre unter den im Termin bekannt zu machenden Bedingungen öffentlich meistbietend verpachtet werden. Bemerkt wird, daß das Jagdgebiet von Station Villingen der Nebenbahn Hungen—Laubach innerhalb 5 Minuten zu erreichen ist. Ruppertsburg, den 21. Jan. 1898. Großh. Bürgermeisterei Ruppertsburg. Lehr. 810 Holzvergebung durch Submission. Das für 1898/99 in hiesigem Gemeindewald zur Fällung gelangende Bau- und Werkholz als: circa 60 fm Eichen-, 24 fm Buchen- und 140 fm Nadelstämme, soll im Submissionswege vergeben werden. Neflectirende werden gebeten, ihre Offerten bis zum 26. ds. Mts. auf hiesige Bürgermeisterei gelangen zu lassen, woselbst die Eröffnung um 2 Uhr Nachmittags stattfindet. Nähere Auskunft über das Holz ertheilt Forstwart Dort. Beuern, den 20. Januar 1898. Großh. Bürgermeisterei Beuern. Otto. 799 Jagdverpachtung. Montag den. 7. Februar l. I., Nachmittags 2 Uhr, wird die der hiesigen Gemeinde zustehende Jagd, bestehend in 115,50 ha Wald und 300 ha Feld, im Nachhause aus die Dauer von 6 Jahren öffentlich verpachtet. Bemerkt wird noch, daß der Wald größtentheils Heege ist, sich ein guter Rehstand befindet und die Grenze nur ein Kilometer von der Bahnstation Reiskirchen entfernt liegt. Hattenrod, am 21. Januar 1898. Großh. Bürgermeisterei Hattenrod. Rock. 802 Bergebuug von Bauarbeiter». Die bei dem Neubau einer Schuppeuanlage mit Keller bei den neuen Kliniken zu Gießen vorkommenden Arbeiten, als: 1. Erd- und Maurerarbeit (Erdaushub rd. 420 cbm, Bruchsteinmauerwerk rd. 92 cbm, Backsteinmauerwerk rd. 105 cbm, Fachwerksaus mauerung rd. 156 qm) 2. Steinhauerarbeit (Basaltlava rd. 78 cbm) 3. Zimmerarbeit (Kiefernholz rund 27cbm. Tannenholz rd. 15 cbm, Dachverschalung rd. 79 qm, einseitig behobelte Wandverschalung rd. 52 qm und einfache Treppe) 4. Dachdeckerarbeit (Ziegeldach rund 240 qm, Holzcementdach rd. 7 5 qm) 5. Spenglerarbeit 6. Schreinerarbeit 7. Glaserarbeit 8. Schlosserarbett 9. Weißbinderarbeit 10. Essenlieserung (rd. 3450 kg Walzeisen) 11. Wasserinstallationsarbeit 12. CanalisationSarbeit 13. Chaussirungs- und Pflasterarbeit sollen auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung loosweise nach vorstehenden pos. vergeben werden. Die Arbeiten in den pos. 1, 2 und 12 können auch in einem Loos vergeben werden. Die Angebotsunterlagen können im Amtslocal unterzeichneter Baubehörde, Stephanstraße 18, eingesehen und Angebotsformulare zum Selbstkostenpreis bezogen werden. Bezüglich der Bedingungen für die Bewerbung um diese Arbeiten und ihre Ausführung wird auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 verwiesen. Die Angebote sind bis zum 31. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, dem Er- öffnungstermine, versiegelt mit entsprechender Aufschrift franco einzureichen Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 19. Januar 1898. Großh. Baubehörde für die Univerfi- täts'Neubauten zu Gießen. I. 33.: Becker. 754 Versteigerungen. Holzversteigerung. Die an der KreiSflraße Gießen — Lollar — Kirchberg — Sichertshausen angefallenen Eichen-, Buchen- und Pappel Reiser, sowie eine Anzahl Pappelstämme werden meistbietend wie folgt versteigert: Mittwoch den 26. i. Mts , Bormittags t) Uhr beginnend an der Abzweigung der Straße nach Wieseck: ca. 30 Haufen Pappel-Reiser; Nachmittags 1 Uhr beginnend an dem Nuhn'schen Sägewerk in Lollar: Pappelstämme bis zu 65 cm Durchmesser mit zusammen löfin; Donnerstag den 27. 1. Mts , Bormittags 9 Uhr beginnend am Ortsausgang Lollar gegen Kirchberg: 20 Haufen Buchen- und Pappel- Reiser; Nachmittags 1 Uhr an der Tiefenbach beginnend: 50 Haufen Buchen- und Eichen- Reifer. Gießen, am 21. Januar 1898. Der Großh. Kreisbauinspector des Kreises Gießen. ___________Stahl.________814 Holzversteigerung. Dienstag den 25. Januar werden aus den Districten Töpferkaute 15, Schinderskopf 16 a b. und Altgehegt 50 versteigert: 23 Eichenschnittholzstämme von 36—62 cm Durchmesser, 4—10 m Länge, mit 20,00 fm; 24 Kiefern- schnittholzstämme von 37—57 cm Durchmesser, 3—11 m Länge, mit 22,82 fm; 120 Kiefern- und Fichtenbauholzstämme von 13 bis 57 cm Durchmesser, 6—17 m Länge mit 49,43 fm; 79 Fichtenderbstangen von 8—12 cm Durchmesser , 8—13 in Länge, mit 7,16 fm. Sichen: 45 rm Scheiter, 43 rm Knüppel, 5340 Wellen, 177,1 rm Stöcke; Nadel. 53,5 rm Scheiter, 39 rm Knüppel (hiervon 21 rm in Schichten von 3,5 m Länge), 3220 Wellen, 52 rm Stöcke; Weichholz: 5470 Wellen. Zusammenkunft Morgens 9^/r Uhr auf der Sandkautschneise am Ueber- gang über die Eisenbahn. Nähere Auskunft ertheilt Großh. Forstwart Schlag zu Baumgarten. Gießen, den 13. Januar 1898. Großh. Oberförsterei Schiffenberg. ___________Heyer.________803 Krenuhoh-Versteigerung imSleinbscher Gemeindkwald. Nächsten Mittwoch den 26. d. Mts. sollen in dem hiesigen Gemeindewald, District Heegheck und Ameisekops versteigert werden: 250 rm Buchen-Scheitholz, 70 „ Buchen-Knüppel, 3000 Wellen Buchenreiser, 64 rm Buchenftockholz, 20 „ Nadel Scheit, 60 „ „ Knüppel, 90 „ „ Stöcke, 5000 Wellen Nadelreiser, sodann kommen Mittwoch den 2. Februar im Todtenzipfen und Embach zur Versteigerung: 93,5 rm Buchen-Scheit, 36 „ „ Knüppel, 28 „ „ Stöcke, 1000 Wellen Buchen-Reiser, 10 rm Nadel-Knüppel, 24 „ ,, Stöcke, 900 Wellen Nadelreiser, 14000 Buchen- und Eichen-Durchforstungs-Wellen. Der Anfang und die Zusammenkunft ist am ersten Tage im District Ameisekopf Morgens ^10 Uhr am Nadelholz, das Buchenholz kommt ecst nach 11 Uhr zum Ausgebot. Der Anfang und die Zusammen- fünft am 2. Februar ist Morgens V2IO Uhr an der Kreisstraße Steinvach—Oppenrod. Steinbach, d. 20. Januar 1898. Großh. Bürgermeisterei Steinbach. K r ä m e r.________800 Holz-Versteigerung Donnerstag den 27. Ja nuar 1898, von Bormittags 9 Vj Uhr an, soll im Anneröder Gemeindewald in den Abtheilungen 2 Garbenteichertheil und 26 Hang nachoerzeichnetes Holz versteigert werden: 26 rm Eichen-Scheitholz, 12 „ Nadel-Scheitholz, 12 „ Eichen-Knüppelholz. 146 „ Nadtl-Knüppelholz, 400 Eichen-Wellen, 4564 Nadel-Wellen, 17 rm Eichen-Stockholz, 48 ,, Nadel Stockholz. Die Zusammenkunft ist auf der Grünbergerstraße bei dem Hochbehälter nächst dem Pfarrweg. Annerod, den 20. Januar 1898. Großh. Bürgermeisterei Annerod. Horn. 801 Bau- und Nutzholz- Versteigerung in der törüflidjcn Oderförsterei Arnsburg. Mittwoch den 26. d. Mts., beginnend Borwitt. 10 Uhr im Kloster, werden aus den Districten PfaffeaNein, Hardt, Hain, Serberg u. Kolrchauserkops versteigert: 11 Akazienstämme, 18—35 em Dm., 2—7 m lang — 2,44 fm, 87 Eichenstämme, 22—52 cm Dm., 5—11 m lang — 59,92 fm, 38 Buchenstämme, 32—50 em Dm , 4—10 m lang — 32,80 fm, 8 Kiefernstämme, 25—35 cm Dm., 4—13 m lang — 5,90 fm, 4 Lärchenstämme, 12—13 em Dm , 11 —13 m lang — 0,54 fm, 66 Fichtenstämme, 13—33orn Dm., 9—25 m lang = 17,41 fm, 611 Fichtenstangen (Sparren, Lefter- bäume) — 30,83 fm, 96 rm Fichtenreisstangen (Lattenstangen), 2 rm Eichenwerkscheit. Die Akazienstämme im Kloster kommen zuerst zur Versteigerung. Arnsburg, den 19. Januar 1898. Gräfliche Oberförsterei. Koenig er. 755 Holzversteigerung. Donnerstag d. 27. Jannar sollen im hiesigen Gemeindewald folgende Holzsortimente versteigert werden: 146 Nadelstämme mit 57,46 fm, bis 30 cm Durchm. u. 21 m Länge, 22 Nadel-Derbstangen mit 3,19fm, 3,3 rm Eichen-Knüppel, 85 rm Nadel Knüppel, 6 „ Erlen- „ 150 Eichen-Wellen, 1370 Nadel-Wellen, hierunter mehrere Haufen lange Wellen, zu Bohnenstangen geeignet, 160 Erlen-Wellen, 0,7 rm Eichen Stöcke, 37,6 „ Nadel- M 2,3 „ Erlen- „ Die Zusammenkunft ist Morgens 10 Uhr im District Bruch am Wegweiser. Hausen, den 20. Januar 1898. Großh. Bürgermeisterei Hausen. Müller. 799 Knüppelh. Elockh. Reiftg 30 10 4200 300 Wellen 1500 rm 50 12 4 2 rm 50 Holzversteigerung. Dienstag den 25. d. Mts., Vormittags 10 Uhr anfangend, sollen im Albacher Gemeindewald, District Kreuzholz, folgende Holzsortimente versteigert werden: kchetth. rm Buchen 116 Birken 15 Eichen — Nadel — Die Zusammenkunft ist zur bestimmten Stunde auf der Straße Albach—Hattenrod am Waldeingang. Albach, am 19. Januar 1898. Großh. Bürgermeisterei Albach. Balser. 798 Offene Stellen 3 tücht. Schlosser selbstständige Arbeiter, bei dauernder lohnender Beschäftigung sofort gesncht. 782 Friedr. Krogmann, Kasfaschrankfabrik. 2 tüchtige Vserdeknechte fum 22. Kebruar gesucht. Nähere Auskunft ertb Earl Wehrum, Echmtedemeiüer in «lvach.________718 Eine« Lehrling sucht zu Ostern 657 Wtlh. Hosch, Mechaniker, ________________Neuen-Bäue 13. Ein Lehrling findet zu Ostern oder früher Dtellung Mufikalien- und Instrumentenhandlung Ernst Ehallier (Rirdolph Nachfl), » i e tz e n. 718 das Vahnhofstr. 89. II. miethen. acht« miethen. Okanlage 9 694] Ein fcfiön möblirteS Rimmer zu vermiethen. Näh. Dammstr 43, patt 380 Kranen Kragen 758] Wohnung, 5 bis fi Zimmer mit in alle» modernen Fasans, Per */i Dutzend 2.30 Mk., allein vorräthig bei M m gegenüber der a i - LL «55m ä&AAj Ltadtkirche. Nordanlage, wird I Zimmer u. Küche, 659 öffentlich versteigern. 397 ! Darmstadt. 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